Archiv des Autors: kurvenfieber

Von Glen Coe nach Loch Ness

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Montag, 18. Juni 2012 | 5. Tag

Es geht weiter Richtung Norden. Bei herrlichstem Sonnenschein brechen wir am Montag auf, um über den „Pass of Brander“ zunächst zum „Glen of Orchy“ zu fahren. Das wildromantische Tal, das einem Flusslauf folgt, begeistert uns schon auf den ersten Kilometern.

Dann biegen wir ab auf die A 82, um über den „Glen Coe“ wieder Richtung Meer zu fahren. Die Landschaft hier ist einfach gigantisch! Wieder im Tal angekommen, nehmen wir noch „Loch Leven“ mit und legen auf halber Strecke, in Kinlochleven, unsere Kaffeepause ein.

Baumfällarbeiten kurz vor Fort William bremsen uns ein wenig aus, so dass wir den Fotostopp an Neptuns Staircase, der Schleusentreppe am Caledonischen Kanal, gleich zur Mittagspause nutzen. Am frühen Nachmittag erreichen wir Loch Ness und wählen die schmale, rechtsseitige Uferstraße.

Im „Dores Inn“ genießen wir einen Kaffeestopp mit unverbaumten Blick auf den sagenumwobenen See. Gigantisch! Dann geht es mitten durch Inverness nach Ullapool, unserem heutigen Ziel. Die gut ausgebaute Straße, die durch den Gebirgszug des „Easter Ross“ führt, haben wir fast für uns alleine und genießen die Fahrt in vollen Zügen.

Kurz vor 18 Uhr ist das Hotel erreicht; ein Hafenspaziergang bei untergehender Sonne ist der krönende Abschluss des heutigen Tages. Morgen wollen wir ganz hoch in den Norden.

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Ein fantastischer Blick auf Loch Ness bietet sich von der Nordspitze aus. Der sagenumwobenen See hat auch uns (wieder einmal) begeistert.

Sonnenschein in Ardnamurchan

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Sonntag, 17. Juni 2012 | 4. Tag

Zwei Touren stehen heute – bei bestem Wetter – auf dem Programm: Georg wird mit einer kleinen Gruppe die Halbinsel Kintyre umrunden und dabei auch die „Atlantikbrücke“ queren, während sich Stefan und Uwe auf den Weg zum westlichsten Punkt des schottischen Festlands machen – zum Leuchtturm von Ardnamurchan. Diese Strecke besteht aus besonders vielen kleinen Singletracks.

Auf der A 828 geht es zunächst in Richtung Norden. In Inchree queren wir „Loch Linnhe“ auf einer kleinen Fähre und erreichen Coran. Der kurz darauf folgende Singletrack auf der B 8041 ist abenteuerlich und führt über weite Strecken direkt am Meer entlang – oder mitten durch Schafherden.

Nach einem kurzen Kaffeestopp in Strontian geht es weiter, immer Richtung Westen. Bei Salen zweigen wir auf den Singletrack zur Fähre nach Tobermory, der uns auch zum Leuchtturm führt. Gut 50 Kilometer fahren wir weitestgehend allein durch eine wilde und immer wieder aufs Neue beeindruckende Landschaft.

Gegen Mittag erreichen wir unser Etappenziel bei strahlendem Sonnenschein, trinken Kaffee, essen eine Kleinigkeit, machen Fotos und genießen das herrliche Wetter.

Zurück geht es über Glenfinnan. An der Bucht von Loch Shiel erinnert ein Denkmal an die vergeblichen „Befreiungskämpfe“ der Schotten. Nach einem kurzen Foto- und Kaffeestopp geht es weiter Richtung Fort William. Ben Nevis, der höchste Berg in Schottland, taucht vor uns auf und hüllt seinen Gipfel, wie so oft, in dichte Wolken. Noch eine gute Stunde Fahrt und wir sind wieder im Hotel.

Schon zum zweiten Mal an diesem Tag treffen beide Gruppen aufeinander und fahren gemeinsam hintereinander her: 17 Motorräder, wie an der Perlenkette aufgereiht – und das über viele kurvenreiche Kilometer.

Im Hotel angekommen erwartet und heute etwas ganz Besonderes: ein siebengängiges schottisches Abendessen mit so Leckereien wie „Smoked Salmon“. „Haggis with parsnip and a Drambuie Sauce“ oder „Apple wood smoked Cheddar“. Kaffee und Minzplätzen gibt es im Anschluss im Salon, in dem ein offenes Feuer im Kamin brennt. Und draußen versinkt die Sonne über dem Loch Elive.

Ein toller Tag geht zu Ende und wir freuen uns auf das, was uns noch erwartet. Morgen fahren wir nach Ullapool, den nördlichsten Punkt unserer Reise.

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Der Leuchtturm von Ardnamurchan markiert den westlichsten Punkt des schottischen Festlandes. Wir waren dort bei strahlendem Sonnenschein.

Im Norden ist das Wetter besser

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Samstag, 16. Juni 2012 | 3. Tag

Es regnet – immer noch oder schon wieder? Der Stimmung tut das keinen Abbruch. Siegfried behauptet, im Norden sei das Wetter besser. Hinter Glasgow wäre es trocken. Und genau da wollen wir hin.

Um 9 Uhr nieselt es nur noch. Das fängt doch schon mal gut an. Gestärkt mit einem leckeren „full scotish breakfast“ hangeln wir uns auf kleinen Straßen zwischen Glasgow und Edinburgh Richtung Falkirk. Pünktlich nach gut eineinhalb Stunden Fahrt finden wir einen netten Coffeeshop. Dann geht es westlich von Stirling durch die „Fintry Hills“ zu den Trossachs.

Wir sind im selbsternannten Herzen von Schottland. Ein kleiner Fluss windet sich links der Straße, die bis in die Gipfel grünen Berge hüllen sich in dichte Wolken. Knorrige, vom Wind verbogenen Bäume stehen am Wegesrand, überall weiden Schafe. Das vermeintlich schlechte Wetter verbreitet eine ganz einzigartige, mystische Stimmung. So lange es weiterhin nur nieselt, ist es auszuhalten.

Bald darauf erreichen wir den Duke Pass inmitten der Trossachs. Vorbei am „Loch Katrine“ geht es durch den „Queen Elisabeth Forest Park“. Kurz vor dem „Pass of Leny“ finden wir ein nettes Inn, in dem wir uns mit der „Soup of the day“ und Sandwiches stärken.

Obwohl wir Glasgow längst hinter uns gelassen haben, nieselt es immer wieder ein wenig. Gut 120 Kilometer sind es noch bis zum Hotel. Wenn wir jetzt durchfahren, wären wir um 16 Uhr im Warmen und Trockenen. Wollen wir das?

Ein Wohnmobil, dass auf der A 84 den Verkehr behindert, lässt uns spontan auf einen abenteuerlichen Singletrack nach Balguhidder abzweigen. Wenig später lassen wir und vom Hinweis auf die „Southside of Loch Earn“ zu einem weiteren Umweg verleiten. Am Ufer des Sees stehen reihenweise Schotten bis zum Bauchnabel im Wasser und angeln. Am Ufer sind Zelte aufgebaut, so mancher scheint hier sein Wochenende verbringen zu wollen. Mit dem gleichen Unverständnis, wie wir diesem munteren Treiben zuschauen, fragen sich die Schotten wahrscheinlich, wie man bei diesem Wetter Motorrad fahren kann?

Die Kaffeepause legen wir an den Klippen von Killin ein. Den Rückweg wollen wir über den parallel verlaufenden Singletrack einschlagen. „Road closed“ steht am Abzweig. Befahren verboten heißt das nicht. Also fahren wir erst einmal durch ein wildromantisches Tal. Kilometer lang ist kein Grund ersichtlich, warum man hier nicht lang fahren sollte. Dann nähern wir uns der Brücke, die über den Fluss führt und fürchten, hier vielleicht zu scheitern. Richtig: die Durchfahrt ist wegen Bauarbeiten gesperrt; weil aber Wochenende ist, können wir trotzdem passieren.

Den Glen Lochs haben wir jetzt ganz für uns alleine. Zügig durchqueren wir das eindrucksvolle Tal und sind kurz nach sechs im Hotel. Ein toller Tag neigt sich dem Ende zu – trotz oder gerade wegen des Wetters.

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Gestärkt mit einem „full scotish breakfast“ macht uns der leichte Nieselregen gar nichts mehr aus.

Der Regen kann uns nicht schrecken

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Freitag, 15. Juni 2012 | 2. Tag

Es kam wie vorhergesagt: Regen in Newcastle. Schon auf dem Schiff ziehen wir die Regenkombis an; draußen regnet es „junge Hunde“. Trotzdem müssen wir bei der Ausfahrt vom Fährgelände die Ausweise vorzeigen, mancher auch seinen Integralhelm abnehmen. Wovor haben die Briten Angst?

Es dauert ein wenig, bis alle aus unserer Gruppe die Parkbucht vor dem ersten Kreisel erreichen; so lange stehen wir im Nassen und hoffen, dass das schlechte Wetter nicht den ganzen Tag anhält. Dann geht es endlich los: zunächst auf die A1 Richtung Morpeth.

Nachdem wir nun schon das siebte Mal in Großbritannien sind, haben wir uns recht schnell an den Linksverkehr und die vielen Kreisel gewöhnt. Auf Nebenwegen erreichen wir Belsay und damit die A 696. Die führt direkt in „The Cheviot Hills“ und damit zu „Carter Bar“, einem großen Stein, der die Grenze zu Schottland markiert. Hier haben wir vor zehn Jahren, auf unserer ersten Schottlandreise, ein schönes Erinnerungsfoto geschossen.

Eigentlich wollten wir ja den direkten Weg zum Hotel nehmen. Da der Regen aber deutlich nachgelassen hat, und es jetzt eigentlich nur noch nieselt, beschließen wir kurzerhand, doch einen Umweg entlang des Kielder Stausees zu fahren. Statt auf breiten, vielbefahrenen Straßen sind wir so auf kurvenreichen Nebenwegen unterwegs.

Zunächst folgen wir über viele Kilometer – oder besser gesagt: Meilen – dem weitestgehend unsichtbaren Hadrianswall. In Bellingham finden wir einen netten Pub zur Mittagsrast. Weil wir so verfroren aussehen, wird für uns umgehend der Kamin angeworfen.

Chili con Carne ist der Renner bei der Essensbestellung; und weil die Vorräte scheinbar nicht ausreichen, steht plötzlich eine Nachbarin mit einer großen Schüssel an Nachschub an der Bar. Die war wohl kurzfristig zur Unterstützung angefordert worden.

Auf herrlich kleinen Straßen geht es anschließend Richtung schottische Grenze, an der natürlich ein Erinnerungsfoto gemacht werden muss. Wir queren die Borders und erreichen auf Nebenwegen Hawick. Für eine Kaffeepause ist es eigentlich noch zu früh. Also fahren wir weiter, über einen eindrucksvollen singletrack nach Mountbenger. Die schmale und kurvenreiche Straße verläuft in einem herrlich grünen Talgrund; die Gipfel der Berge sind in dichte Wolken gehüllt. Manchmal ziehen Nebelschwaden über die Straße, an deren Rändern viele Schaafe weiden. Einsam ist es hier, kilometerlang treffen wir auf keine Menschenseele.

Mit der Folge, dass sich auch keine Möglichkeit zur Einkehr findet: Das erste Inn, an dem wir vorbeikommen, steht zum Verkauf, das zweite wird gerade renoviert, das dritte ist im Verfall begriffen. Also: weiterfahren.

Oberhalb des Talle-Reservoires reißt der Himmel plötzlich auf und zaubert eine mystische Stimmung zwischen See und den Bergen. Das muss im Foto festgehalten werden!

Bald darauf haben wir das Tinto-Hotel nahe Biggar erreicht. Im Zimmer steht der übliche Wasserkocher mit Tee und Kakao im Beutel, die Heizung funktioniert, das Badewasser ist schnell eingelassen. Im heißen Wasser liegend war der Tag rückblickend gar nicht so schlecht. Geflucht haben nur die, die zu wenig anhatten und gefroren haben oder Jene, deren Regenkombi nicht dicht war. Aber auch das war abends an der Bar schon wieder vergessen.

Morgen geht es weiter nach Oban. Dort haben wir einen Tag Aufenthalt.

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An der Grenze zu Schottland hörte es auf zu regnen. Genauso hatten wir uns das gewünscht. (Von nun an sollte es nur noch nieseln).

Auf nach IJmuiden

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Donnerstag, 14. Juni 2012 | 1. Tag

Schottland ist das Ziel unserer nächsten Reise. Am Donnerstagnachmittag wollen wir von IJmuiden nach Newcastle fahren. Eine halbe Stunde später als geplant, aber immer noch gut in der Zeit, mache ich mich auf die Reise. Über die A3 geht’s immer Richtung Norden.

Im Westerwald angekommen, lege ich einen kurzen Stopp ein, um noch einen Pullover anzuziehen und die Handschuhe zu wechseln. Es bleibt zunächst doch reichlich frisch. Nahe Emmerich lädt ein sonnendurchfluteter Parkplatz rechts der Autobahn zu einer kurzen Mittagsrast. Kaum ist die Thermoskanne gelehrt, rauschen Charly und Hans-Jürgen vorbei und greifen beherzt in die Bremsen, um mich zum Mitfahren aufzufordern.

Zu dritt rollen wir nun gen Holland und stehen kurz nach der Grenze erst einmal im Stau. Glücklicherweise findet sich schnell eine Abfahrt, so dass wir auf Landstraßen unser Glück finden: die. Provinz Uetrecht überrascht und mit wunderschönen, kilometerlangen Alleen und hübschen Ortsdurchfahrten. Vielleicht sollten wir im nächsten Jahr mal eine Motorradtour durch die Niederlande planen?

Kurz vor drei erreichen wir den Fährhafen. Die ersten haben schon eingecheckt, nach und nach treffen alle Übrigen ein. Das Hallo und die Wiedersehensfreude ist groß!

Kurz nach vier bricht allgemeine Hektik aus: die ersten Maschinen dürfen an Bord. Nach und nach füllt sich der Schiffsrumpf mit unzähligen Motorrädern. Jetzt alles ordentlich verzurren, dann ab in die Kabine zum duschen und hoch auf die skybar zum
Sonne tanken.

Da wir erst um 20:45 Uhr zu Abend essen können, genießen wir stundenlang die „kleine Kreuzfahrt“ gen England. Wieder einmal spielt das Wetter mit; wir sitzen bei herrlichstem
Sonnenschein an Deck und freuen uns auf ein leckeres Buffett, dass unseren Erwartungen mehr als entspricht. Der Auftakt unserer Schottlandreise ist gelungen.

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Treffpunkt Fährhafen in IJmuiden. Bei strahlendem Sonnenschein geht’s aufs Schiff und dann übers Meer nach Großbritannien.

Alle Strecken zum Nachvollziehen

Die Motorradtouren in Südtirol haben wieder einmal riesig viel Spaß gemacht. Tolle Landschaft, herrliche Strecken – die wir vor dem Feiertag fast ganz für uns alleine hatten – überwiegend gutes Wetter, nette Teilnehmer, ein schönes Hotel und leckeres Essen; was wollen wir mehr?

Wo wir überall herumgefahren sind, kannst Du jetzt auf unserer GPSies-Seite nachverfolgen. Da haben wir die Tracks von allen Tourguides hochgeladen. Hier ist der entsprechende Link:

http://www.gpsies.com/mapUser.do?username=kurvenfieber

Wieder zu Hause

Die Zeit ist vergangen, wie im Flug. Kaum waren wir nach Südtirol aufgebrochen, sind wir auch schon wieder zu Hause. Was bleibt, sind viele schöne Erinnerungen.

Der erste Tag am Staller Sattel und hoch oben am Falzarego. Die schmale Pusterter Höhenstraße und die kurvenreiche Nebenstrecke im Val Badia. Der verregnete Montag, der uns am Dienstag unglaubliche Fernsicht auf der Sellarunde bescherte und die Gipfel der Berge mit einer feinen Schicht Neuschnee bestäubte.

Der Mittwoch schließlich, mit abenteuerlichen Straßen am Passo di Lanza, am Zoncolan und dem Lago di Sauris. Dazwischen Kurven und Kehren zum schwindlig fahren. Unablässig schlängelten sich die Straßen durch Wälder und Wiesen, erklommen kehrenreich so manches Hochplateau, um sich anschließend wieder ins Tal zu stürzen. Stundenlang waren wir fast ganz alleine unterwegs und wagten, kaum dass wir unseren Rythmus gefunden hatten, einen Kurventanz, der zum Heulen schön war.

Dazu das herrliche Essen im Sole Paradiso. Jeden Abend sieben exquisite Gänge. Tagsüber dafür eine deftige Brotzeit in urigen Almhütten. Diese Motorradtour hat allen, die dabei waren, riesigen Spaß gemacht. In ein paar Jahren kommen wir sicher wieder.

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So mancher gönnte sich den Luxus einer Anreise mit Hänger. Bei 700 bis 900 Kilometer Wegstrecke durchaus verständlich

Ein stundenlanges Kurvenkarussel

Der letzte Tag unserer Schlemmerreise ist angebrochen. Noch einmal wollen wir die Zeit zum intensiven Motorrad fahren nutzen. In Innichen hängen früh am Morgen noch dunkle Wolken am Himmel, aber in Kötschach, auf der österreichischen Seite, scheint die Sonne.

Kurvenreich gehts durch Lesachtal. Einige Engstellen lassen erahnen, wie anspruchsvoll die Streckenführung einst gewesen sein muss. Doch trotz zunehmendem Ausbau macht die gut 50 Kilometer lange Fahrt noch immer viel Spass.

Im Gailtalerhof treffen sich alle drei Gruppen bei Christine zur Kaffeepause. Das MoHo-Hotel ist immer wieder Anlaufpunkt bei unseren Touren. Anschließend trennen sich unsere Wege. Während „der andere Uwe“ und Dieter über den Plöckenpass zum Lago di Sauris fahren, steuern wir auf Nebenwegen erst einmal den Passo di Pramollo an.

Oben auf der Passhöhe ist es windig und kalt, so dass wir auf das eigentlich obligatorische „Gipfelfoto“ verzichten. Zumal wir auf der Anfahrt eine paar Autos „vernascht“ haben, die wir jetzt nicht wieder vor uns haben wollen.

In Pontebba zweigen wir auf die schmale Trasse zum Passo di Lanza ab. Vor Jahren noch in „Renaturierung“ begriffen, ist der Asphalt zwischenzeitlich runderneuert. Auch die Serpentinengruppe, die lange Zeit weggerutscht war und nur aus grobem Schotter bestand, ist wieder instandgesetzt. Gleichwohl ist die schmale, teilweise sehr kurvenreiche Trasse, immer noch anspruchsvoll.

Auf der „Passhöhe“ ist das kleine Refugio geöffnet; wir gönnen uns eine ordentliche Portion Spaghetti. Bald darauf stürzt sich die schmale Straße abenteuerlich ins Tal. In Paularo halten wir uns westlich und erreichen nach kurvenreicher Fahrt Paluzza.

In Sutrio zweigen wir auf die alte Trasse zum Monte Zoncolan ab. Auch hier ist der einst grobe Schotter zwischenzeitlich (leider) dem Asphalt gewichen. Doch tiefe Wasserabflussrinnen und Laubreste machen die Fahrt noch immer zur Herausforderung.

Gleich hinter dem Gipfel des Zoncolan hatten einst drei unbefestigte und unbeleuchtete Tunnels für erhöhten Adrinalinausstoß gesorgt. Nachdem eine Etappe des Giro hier entlang führte, waren die Tunnels beleuchtet und die Fahrbahn in Ordnung gebracht worden. Doch so langsam greifen italienische Verhältnisse Platz: die Beleuchtung funktioniert schon nicht mehr und der Belag zeigt erste Aufbrüche!

Nach der Kaffeepause zweigen wir ins kurvenreiche Val Pesarina ab. Kein Auto ist vor uns, wir sind ganz allein unterwegs – herrlich! An der Forcella Lavardet angekommen, entscheiden wir uns gegen den schottrigen Abzweig nach San Stefano di Cadore, sondern fahren weiter nach Auronzo.

Von hier aus geht es noch einmal die 16 Serpentinen zum San Antonio-Pass hinauf und dann weiter zum Kreuzbergpass. Kurz nach 18 Uhr sind wir wieder in Hotel. Heute haben wir uns die Reifen garantiert nicht eckig gefahren. Insofern war der heutige Tag der gelungene Abschluss einer wirklich schönen Motorradtour durch Südtirol.

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Im Gailtalerhof hatten sich alle drei Gruppen zur Kaffeepause getroffen. Danach trennten sich unsere Wege.

Schnee und eine fantastische Fernsicht

Blauer Himmel schon am frühen Morgen. Heute wollen wir die große Sellarunde fahren; nach dem gestrigen Regentag eine Tour, die so ganz nach unseren Wünschen ist. Als wir um kurz nach 9 Uhr die Motoren starten, lacht die Sonne bereits von Himmel. Einzelne Wolkenfetzen hängen noch in den Bergen – es verspricht ein schöner Tag zu werden.

Im Val di Landro liegt die Straße noch im Schatten; entsprechend frisch sind die Temperaturen. Ein kurzer Fotostopp am Drei Zinnen-Blick, dann biegen wir ab zum Misurina-See. Über den Tre-Croci geht es nach Cortina und dann den Giau hinauf. Zum ersten Mal an diesem Tag „knacken“ wir die 2000er-Marke.

Die Fernsicht ist fantastisch. Durch den Regen gestern ist die Luft ganz klar, zudem liegt auf den Bergen eine leichte Schicht an reinweißem Neuschnee – das Panorama ist einmalig! Auf kleinen Nebenwegen erreichen wir Arabba und „erklimmen“ kurz darauf kurven- und kehrenreich den Pordoi. Schon von weitem türmt sich die beeindruckende Felswand des massigen Gebirgsstock vor uns auf.

Auf der Passhöhe selbst liegt Schnee, zusammengeschoben an den Rändern. Gestern waren alle Pässe über 2000 Meter mit einer geschlossen Schneedecke überzogen. Heute ist, bei strahlendem Sonnenschein, davon kaum noch etwas zu erahnen.

Mit der Sella und dem Grödnerjoch fahren wir über zwei weitere 2000er, bevor wir in einer kleinen Bar zum Mittagessen einkehren. Auf herrlich kleinen Nebenstraßen geht es anschließend aufs Würzjoch hinauf und über das wildromantische Lüserntal zurück in Richtung Bruneck.

Nach mehr als 200 Kilometern „Kür“ auf feinsten Straßen, die wir fast für uns alleine hatten, sind die letzten 50 Kilometer auf der SS 49 lästige Pflicht. Wir klinken uns in den Verkehr ein und lassen uns gen Osten treiben. Kurz nach 18 Uhr sind wir zurück im Hotel und genießen das Feierabendbier auf der sonnenüberfluteten Terrasse.

Morgen wollen wir durchs Lesachtal Richtung Kötschach-Mauthen fahren und dann über den Plöcken zum Monte Zoncolan. Die alte Schotterpiste ist zwischenzeitlich komplett durchasphaltiert, aber an der Forcella Lavardet gibt es noch ein mehrere Kilometer langes Stück unbefestigte Strasse …

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Schnee am Pordoi, Anfang Juni. Als wir kamen, war die Straße schon wieder geräumt.

Gelegentlich kann man dem Wetterbericht vertrauen

Bis Auronzo di Cadore sind wir heute immerhin gekommen. Ein Tief zieht über die Alpen und lässt, wie angekündigt, auch Südtirol nicht aus. Kaum dass wir am Morgen die Motoren starten, fängt es an zu regnen. Im Nassen geht es durch das Val Padolia den Kreuzberpass hinauf. Am Horizont wird es ein wenig heller; Hoffnung keimt auf. Vielleicht kommen wir mit einem kurzen Schauer davon?

In Padola fängt es wieder an zu regnen. Kurven- und kehrenreich schlängelt sich die schmale Straße nach Danta di Cadore den Berg hinauf. Auf 1200 Meter hängen die Wolken, fast ist es schon ein wenig nebelig. Mal regnet es, mal ist einfach nur die Straße nass – der rechte Fahrspass will sich so nicht einstellen.

In Auronzo lädt eine kleine Bar zur Kaffeepause. Die Gelegenheit um zu beratschlagen, wie es weitergeht. Doch die Teilnehmer haben sich schon entschieden: keine Kaffeepause, dafür gleich zurück ins Hotel. Also fahren wir die 19 Kehren des Passo del Zovo, die wir gerade erst herunter gefahren sind, wieder rauf und sind 40 Minuten später im Hotel.

Dieter ist mit seiner Gruppe schon da; der zweite Uwe hat mit seinen Teilnehmern noch eine Kaffeepause eingelegt und sich dann – bei einer Gegenstimme – ebenfalls fürs Umdrehen entschieden.

Heute lag der Wetterbericht richtig. Morgen und übermorgen hoffentlich auch: da ist uns wieder strahlender Sonnenschein versprochen!

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Wie gut, wenn das Hotel einen Heizungskeller hat, den wir problemlos zum Trockenraum umfunktionieren können.