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Nur eine verrückte Idee …

… oder wollen wir 2020 mal ein paar ganz ungewöhnliche Touren ins Programm nehmen? Eine Idee wäre, zum Sonnenuntergang-Gucken aufs Stilfser Joch zu fahren.

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Während die Saison 2019 noch nicht richtig angefangen hat, überlegen wir schon, was wir 2020 unternehmen könnten? Ein verrückter Gedanke wäre, sich im Sommer, an einem lauen Freitagabend, vielleicht nahe Würzburg zu treffen, am Samstagmorgen früh aufzustehen und den ganzen Tag Motorrad zu fahren. Nach jeweils 100 Kilometern auf der Landstrasse – das entspricht gut zwei Stunden Fahrt – machen wir eine kleine Pause; dann gehts weiter. Nach fünf Etappen haben wir die 2757 Meter hoch gelegene Passhöhe des Stilfser Jochs erreicht und genießen auf der Terrasse der Tibet-Hütte einen fantastischen Sonnenuntergang. Das wär doch mal was, oder?

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Nach einer erholsamen Nacht auf dem höchsten Gebirgspass Italiens stürzen wir uns nach einem schönen Frühstück wieder talwärts und erreichen am späten Sonntagabend unseren Ausgangspunkt nahe Würzburg.

Gut 1.000 Kilometer ungewöhnlicher Fahrspaß in nur zwei Tagen – was hältst Du davon? Nur eine verrückte Idee? Oder sollen wir mal ernsthaft über die Realisierung nachdenken? Schreib uns einfach kurz ein Mail an kurvenfieber@mac.com Wir sind gespannt …

Video

Was ist mit der Kammerburg?

Es ist Sonntag, die Sonne scheint an diesem zweiten Februarwochenende bereits so herrlich, dass Motorrad fahren eigentlich Pflicht ist. „Willst Du nicht mal schauen, was aus der Kammerburg geworden ist“, werde ich gefragt und setze diesen Quasi-Auftrag umgehend in die Tat um. Gegen Mittag wird die alte G/S aus der Garage geschoben; der Rheingau wird das erste Ziel des heutigen Tages sein.

Majestätisch fließt der Rhein als breiter Strom links der Bundesstraße, auf der sich – angesichts des schönen Wetter – reichlich Autos und auch schon die ersten verrückten Motorradfahrer tummeln, die trotz Geschwindigkeitsbegrenzung und durchgezogener Linie alles niederkämpfen müssen, was vor ihnen rollt. Idioten!

Also lieber ab in „die Berge“, den Blinker rechts und über Johannisberg und Stephanshausen Richtung „Rheingauer Gebirge“. In Stephanshausen lädt der „Ortsdrache“ zu einem kurzen Fotostopp; nur wenige Kilometer weiter die an einem Waldparkplatz stehende „Himmelsliege Rheinhessenblick“ zu einer kleinen Pause mit fantastischer Aussicht.

 

Weiter geht es, den Presberg hinauf. Die Aussicht hier oben hat immer etwas hochalpines. Allerdings dürfen Motorradfahrer in diesem Abschnitt nicht schneller als 60 km/h fahren, was angesichts der engen Kurven und Kehren verschmerzbar ist – auf den Geraden aber etwas langweilig.

Im Wispertal angekommen, biege ich links ab – statt rechts zur Kammerburg -, lohnt doch die kurvenreiche Strecke Richtung Sauerthal, den Ranselberg hinauf, einen kleinen Umweg. Die Ruine der Burg Sauerthal ist linkerhand (oder über meiner linken Schulter) immer wieder einmal zu sehen; zumindest, wenn im Frühjahr die Bäume noch ohne Blätter sind. Auf Nebenwegen geht es anschließend ins Wispertal – weite Fernblicke und ein kleines, munter vor sich herplätscherndes Bächlein prägen das Bild. Dann ist die Kammerburg erreicht.

 

Genauer gesagt, das gleichnamige Gasthaus, denn die Burg selbst, die seit langem schon eine Ruine ist, versteckt sich im nahegelegenen Wald. In der „Gaststätte Kammerburg“ haben wir immer wieder gerne eine Pause eingelegt oder sind hier mal zum Kaffeetrinken oder Mittagessen hingefahren. Das Aus kam mit der Streckensanierung. Um den Asphaltbelag erneuern zu können, waren einzelne Abschnitte des Wispertals für Monate gesperrt – die Gäste blieben aus, so dass der Pachtvertrag nicht mehr verlängert werden konnte. Seitdem steht das prächtige Anwesen leer. Was sich da alles draus machen ließe …

Es ist schattig geworden im Wispertal. Die mittlerweile schon tief stehende Sonne kommt nur selten noch über die Berggipfel. Die immer wieder feuchte Straße mahnt zu besonnener Fahrweise, zeigt das Thermometer doch stellenweise nur noch 5 Grad Temperatur an. So manche Nebenstraße kann da verdammt rutschig werden.

In Bad Schwalbach hingegen scheint die Sonne. Ein Straßencafé lädt zu einer kleinen Rast. Angesichts der bis dahin oft sehr niedrigen Temperaturen muss dem Körper unbedingt Energie zugeführt werden, finde ich – am besten in Form eines leckeren Stücks Käsekuchen mit Apfelscheiben und kleinen Butterstreuseln.

 

Die Tour war ein toller Auftakt in eine sicherlich wieder sehr schöne Motorradsaison. Den Streckenverlauf und die gefahrenen Höhenmeter findest Du nachfolgend. Auf unserer GPSies-Seite kannst Du Dir den Track zur Route herunterladen. Hier ist der Link: 190217_Rheingau_Wispertal

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Höhenlinie

Und dank der App relive können wir dir sogar zeigen, wo wir lang gefahren sind; nebst der Fotos, die wir unterwegs gemacht haben.

Lust einmal mit uns unterwegs zu sein? Wir bieten auch in diesem Jahr wieder viele schöne Motorradtouren an. Hier findest Du die Übersicht. Rückfragen gern unter kurvenfieber@mac.com. Und jetzt viel Spaß beim Video:

Mehr statt weniger

Eigentlich soll die alte R 100 ja „gestrippt“ werden – kurzes Rahmenheck, andere Sitzbank, Miniblinker …

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Im Augenblick aber wird mehr an als abgebaut: der kleine Chromgepäckträger lässt das Rahmenheck gefälliger erscheinen, der Tankrucksack schafft ein wenig Stauraum und nächste Woche wird der schmale M-Lenker einem breiten Exemplar weichen.

Sieht so eigentlich auch nicht schlecht aus. Ich werde mit dem Umbau wohl noch ein wenig warten 😉

Neulich beim Fahrradhändler

Meine Nachbarin hat mir ihr altes Fahrrad geschenkt. Sie brauche es nicht mehr, außerdem seien die Reifen platt – ob ich es haben wolle, hatte sie mich gefragt. Gut erzogen, wie ich bin, habe ich nicht nein gesagt. Und für den kleinen Einkauf zwischendurch oder die kurze Fahrt an die zweite Garage ist so ein Rad ja auch nicht schlecht.

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Ganz schön platt, der (Fahrrad)Reifen

Nun habe ich es also und brauche erst mal neue Reifen – fast wie beim Motorrad. Also schnell zum örtlichen Fahrradhändler gefahren, natürlich mit dem Motorrad, und nach Ersatz gefragt. „Alles kein Problem“, meint der erfahrene Schrauber und schaut auf die Straße, um dann beiläufig zu erwähnen, dass er auch Motorrad fahre. Und ob er sich meine Maschine mal näher anschauen dürfe.

Klar, warum denn nicht? Eine F 700 nenne er sein eigen, wenngleich ihm so ein alter Boxer auch gefallen würde, aber dafür seine die Beine leider zu kurz, man müsse ja doch mit den Füßen irgendwie auf den Boden kommen, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Und dass er als Späteinsteiger zunächst nur habe „gedrosselt“ fahren dürfen, anders als seine Kumpels aber mit den damit Beschränkungen immer noch gut leben könne. Seine BMW laufe auf der Autobahn gedrosselt gut 180, viel schneller seien die Anderen mit jetzt voller Leistung auch nicht, zumal er auch eigentlich gar nicht so schnell fahren würde … und mit welchem Tempo ich denn so auf der Autobahn unterwegs wäre?

„Eigentlich fahre ich so gut wie nie Autobahn mit dem Motorrad“, meine ich und wenn, dann meist nicht schneller als 130. Kleine kurvenreiche Landstraßen seien mir viel lieber, sage ich, während er zustimmend nickt, da seien die PS und die Endgeschwindigkeit nicht so entscheidend. „Schließlich fahren wir in unserem Alter nicht mehr mit dem Messer zwischen den Zähnen sondern eher auf ankommen“, philosophiere ich so vor mich hin.

Da hält der Zweiradmechaniker, den meine G/S immer noch in den Bann zieht, kurz inne, lächelt und nickt wieder: „Ja, wir fahren auf ankommen, das gefällt mir, das ist es“, meint er völlig in sich gekehrt.

Wir fachsimpeln noch ein wenig am Straßenrand und vereinbaren, als der nächste Kunde kommt, schnell noch einen Termin für den „Reifenwechsel“. Den könnte ich zwar auch selber machen, freue mich aber jetzt schon auf das nächste Aufeinandertreffen. Nächsten Dienstag soll ich das alte Fahrrad mal zur „Durchsicht“ vorbei bringen.

Irgendwie schön, dass man immer wieder Menschen trifft, die auch Motorrad fahren und der „Funke“ dann oft gleich überspringt. Muss wohl was Besonderes sein, auf zwei Rädern durchs Leben zu fahren …

Schwere Entscheidung

Vor gut zwei Jahren ist sie mir „zugelaufen“ – eine alte BMW R 100 RT, bei der der Vorbesitzer dankenswerterweise bereits die Verkleidung abgebaut hat. So steht sie denn nun relativ „nackig“ in der Garage und wartet darauf „gepimpt“ zu werden.

Ein kurzes Rahmenheck würden den Boxer deutlich aufwerten. Im Netz wimmelt es nur von Fotos von entsprechenden Umbauten, die einem den Mund wässrig machen. „Dummerweise“ hat der Vorbesitzer „Conti-Rohre“ montiert und in die Papiere eingetragen bekommen. Die sind lang, schmal und haben vor allem einen bärigem Sound. Hört sich ein wenig infernalisch an, wenn ich mit der R 100 des abends so meine Runden drehe.

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Lang und laut – an der R 100 sind „Conti-Rohre“ montiert.

Das „Ärgerliche“: Die langen Auspuffrohre würden optisch nicht zu einem kurzen Rahmenheck passen. Nun ist guter Rat teuer. Irgendwann muss ich eine Entscheidung treffen:  entweder ich lasse die R 100 so wie sie ist, dann kann ich mich auch weiterhin am augenblicklich tollen Sound erfreuen. Oder ich schraube ein kurzes Heck dran und finde hoffentlich eine passende Auspuffanlage, die mindestens genau so gut klingt.

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Eigentlich sieht sie ja auch so nicht schlecht aus, die alte BMW. Mal sehen, was der Geldbeutel in nächster Zeit so möglich macht …

Ganz alte Schule

Mein Motorrad hat noch eine mechanische Tachowelle – zumindest die rote G/S. Die treibt einen analogen Tacho an und der bereitet mir nun ein wenig Kummer. Nicht der Tacho selbst, sondern das kleine Köpfchen, mit dem sich der Tageskilometerzähler zurück auf Null drehen lässt. Ich mache das meist nach dem  Tanken und weiß so immer, wann ich so viel gefahren bin, dass ich wieder Benzin nachfassen muss.

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Der Knopf zur Tageskilometerzähler-Rückstellung fehlt ;-(

Dieser kleine Knopf ist verloren gegangen. Nun ragt nur noch ein kleiner Stahlstift aus dem Tacho und es ist verdammt fummelig, den so zu fassen zu kriegen, dass eine Nullstellung möglich ist. Also muss ein neuer Knopf her. Leichter gesagt als getan.

Meine Werkstatt meint, dazu müsse der Tacho geöffnet werden. Nur so ließe sich der neue Knopf – so sich denn einer findet – sicher befestigten. Eine Idee, die mir nicht so gut gefällt. Also versuche ich es direkt beim Hersteller – und werde angenehm überrascht.

VDO gehört heute zu Continental, erfahre ich als erstes. Der erste Anruf beim Kundenservice ist wenig hilfreich: ich lande beim Werksschutz. Auch beim zweiten Versuch drücke ich wohl die falsche Ziffer und habe nun einen netten Menschen am Apparat, der eigentlich auch nicht für „technische Fragen“ zuständig ist. Der aber sehr hilfsbereit ist und mir in Frankfurt und in Kassel jeweils eine Werkstatt nennt, die noch analoge Tachos repariert. „Wir haben ja heute nur noch elektronische Tachos“, meint er am Ende des Gesprächs.

Ich versuche es zunächst bei BBG Automotive in Frankfurt. Freundlich werde ich an Meister Eggert verwiesen, der mir Hoffnung macht. „Hier in der Werkstatt habe ich nichts, aber nächste Woche, da bin ich im Lager, da schaue ich mal. Da wird sich bestimmt noch ein Köpfchen finden lassen“, meint er. Und wohl auch ein Tülle, denn das große Loch im Tachoglas lässt den Fachmann vermuten, dass in der kleinen Cockpit-Verkleidung kein Motorradtacho verbaut wurde.

Angesichts so eines tollen Service macht es doch direkt Spaß, so ein altes Motorrad zu fahren. Schade nur, dass es immer weniger Fachleute der „alten Schule“ gibt, die ihr Handwerk noch beherrschen.

Ob die Reparatur gelingt und am Ende wieder ein Köpfchen die problemlose Rückstellung des Tageskilometerzähler möglich macht? Ich werde berichten …

 

 

Aus Schaden wird man klug?

Ich ganz offensichtlich nicht. Denn wieder macht ein elektronischer Tacho Probleme. Das hatten wir doch schon mal …

Tacho

Mäusekino – manchmal leuchtet einfach alles auf

An der gelben G/S habe ich vor zwei Jahren einen schönen Tacho von Acewell verbauen lassen. Die klassische große rote Nadel zeigt dabei nicht die Geschwindigkeit, sondern die Drehzahl an, der Impuls wird über ein Kabel direkt von der Tachowelle abgenommen – damit entfällt der störanfällige Sensor am Vorderrad – und der Tacho selbst zeigt mit Öltemperatur, Außentemperatur, gefahrene Strecke, Spannung und, und, und noch so manche technische Spielerei. Alles ganz toll, finde ich.

Jedenfalls so lange, bis ich in Norwegen liegengeblieben bin. Damit die Batterie geladen wird, braucht es einer „Erregerspannung“ – und die wird über einen Inverter erzeugt – oder irgendwie so; mir fehlt da leider das technische Verständnis.  Jedenfalls ist das Ding an meinem Motorrad unterhalb von Jotunheimen durchgebrannt, so dass ich irgendwann mit leerer Batterie liegengeblieben bin. Zwar fand sich ein kundiger Mechaniker, der die BMW wieder zum Laufen brachte, doch das „Lehrgeld“ war angesichts der norwegischen Werkstattpreise gesalzen.

Und jetzt? Habe ich über den Winter an der ehemals roten G/S wieder diesen tollen Acewell-Tacho anbauen lassen. Hatte die Werkstatt doch einen Weg gefunden, den Fehler an der gelben G/S dauerhaft zu beheben. Das stimmte mich zuversichtlich.

Zu früh gefreut. Beim neuerlichen Tachoanbau hat offensichtlich nicht der versierte Meister Hand angelegt sondern irgendwer. Mit dem Ergebnis, dass der Tacho wieder spinnt. Diesmal geht die Batteriekontrollleuchte erst bei 13 V aus, neuerdings hat der Tacho Aussetzer und dann gehen auch die Blinker nicht. Toll, oder?

Mittwoch kommt die BMW erneut in die Werkstatt, bis Freitag soll alles wieder in Ordnung sein, denn am Samstag steht ja die erste Tagestour mit der vhs auf dem Programm. Also: bitte Daumen drücken 😉