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Ein kurzer Abstecher an die Lahn

Reicht die Zeit noch für ein Foto? Ich bin auf dem Weg nach Idstein, um einen beruflichen Termin wahrzunehmen. Weil das Wetter schön ist, nehme ich das Motorrad und toure durch die Ausläufer des Taunus in die alte Residenzstadt. Mein Weg führt vorbei an einem römischen Wachturm, dessen Überreste durch Zufall gefunden wurden und der vor einigen Jahren rekonstruiert worden ist. Ich liege gut im Plan. Zeit für ein Bild ist also noch.

Mehr Schein als Sein: ein Wachturm am Limes

Vier bis fünf Legionäre „wohnten“ in einem solchen Turm und sicherten die römische Außengrenze, die quer durch den Taunus führte. Schon damals nutze man „Fake news“: in den weißen Verputz wurden rot angemalte Linien geritzt, so dass von Weitem der Eindruck entstand, das Gebäude bestehe aus massiven Steinen …

Wenig später bin ich in Idstein, bis 1721 fast ununterbrochen Residenz der Grafen von Nassau-Idstein. Der mittelalterliche Stadtkern hat sich bis heute erhalten.

Idstein wurde als Etichenstein 1102 erstmals erwähnt.

Gut drei Stunden später sitze ich wieder auf dem Motorrad und kurz darauf in der Bäckerei. Mein Termin hat deutlich länger gedauert, als geplant; jetzt ist erstmal ein verspäteter Mittagssnack angesagt …

Lecker 😉

Um den angebrochenen Nachmittag sinnvoll zu nutzen, beschließe ich noch einen Abstecher nach Laurenburg zu unternehmen. Die gut 300 Einwohner zählende Ortsgemeinde wird am ersten April-Wochenende Ausgangspunkt unseres Motorradwochenendes zum Saisonstart sein. So nutze ich die Gelegenheit, schon mal einen Blick ins Hotel zu werfen und die nähere Umgebung zu erkunden.

Die Lahn fließt direkt vorm Hotel; im Hintergrund die Laurenburg

Vom Hotel zur Laurenburg sind es gut 1.000 Meter, ein Fußweg ist ausgeschildert. In gut 20 Minuten soll der 1090 errichtete, viergeschossige Bergfried erreichbar sein. Mal schauen, ob wir dazu Gelegenheit haben werden.

Die Sonne verschwindet so langsam hinter den Taunusausläufern, als ich mich wieder auf die gelbe G/S schwinge. Über den Winter sind die Zylinderköpfe überholt werden; jetzt muss ich 1.000 Kilometer fahren, damit diese schnellstmöglich nachgezogen werden können. Die ersten 200 werde ich heute schaffen.

Noch scheint die Sonne …

Auf den nächsten Kilometer folge ich dem kurvenreichen Verlauf der Lahn. Linkerhand lädt Kloster Arnstein zu einem weiteren Fotostopp. In die ehemalige Prämonstratenserabtei sind seit dem 1. Juni griechisch-orthodoxe Schwestern eingezogen. Die Arnsteiner Patres hatten es wegen Personalmangel und fehlender finanzieller Ressourcen zum 31.12.2018 „aufgegeben“. Jetzt trägt das wohl eindrucksvollste mittelalterliche Bauwerk an der unteren Lahn den Namen „Heiliges Kloster Dionysios Trikkis & Stagon“.

Ursprünglich war das Kloster mal eine Burg.

Als ich die Mündung der Lahn in den Rhein erreiche, ist es schon fast 18 Uhr. Den Plan, gemütlich über Land nach Hause zu fahren, muss ich leider verwerfen. Wenn ich mich auf die Bundesstraße werfe, sollte ich mit der G/S so gehen 19:30 Uhr vor der heimischen Garage ausrollen. Dann ist es noch nicht lange dunkel.

Ein Fotostopp, mit Sonnenuntergang, aber muss unterwegs noch sein. Quasi als krönender Abschluss der ersten längeren Tour in der Saison 2022 …

Fahren bis zum Sonnenuntergang – herrlich

Abendstimmung

Die gelbe G/S braucht möglichst schnell 1.000 Kilometer auf der Uhr. Über den Winter sind die Ventilführungen gemacht worden und recht bald sollen die Köpfe nachgezogen werden. Damit der alte Boxer ohne weiteren Werkstattaufenthalt in die neue Saison starten kann. Also wird jede sich bietende Gelegenheit genutzt, ein paar Meter zu fahren. Wenn dann noch eine so tolle Abendstimmung vorherrscht, sind auch kleine Touren ein Genuss …

Macht schon was her, die gelbe G/S

Sie ist wieder da

Abholen hätte ich sie schon längst können: die weiße G/S. Seit Ende Oktober stand sie in der Werkstatt. Die Inspektion längst überfällig, vor allem aber musste dringend die Lichtmaschine getauscht werden. Während der letzten Touren des vergangenen Jahres war ich immer mit Batterieladegerät unterwegs. Meist lag die Ladespannung deutlich unter 13 Volt, so dass die Batterie stets nach zwei, drei Tourtagen leer gefahren war.

Abhilfe tat insofern dringend Not. Dabei war vor allem „mehr Power“ gefordert. Im Netz werden verschiedene Lichtmaschinen mit höherer Leistung angeboten. Entschieden habe ich mich letztlich für Silent Hektik. 410 Watt statt der bisherigen 280 – das ist doch ein Wort; zudem überzeugt die Beschreibung, wie das Mehr an Wärme, das durch die höhere Stromlast entsteht, abgeführt wird. Ansonsten droht möglicherweise der Hitzetod.

Kurz vor Weihnachten meldet der Meister Vollzug. Die neue Lichtmaschine samt angepasster Zündanlage sei eingebaut, alle Öle gewechselt, die Ventile neu eingestellt. Aber: bei der Probefahrt sei eine leicht rutschende Kupplung und ein deutlicher Ölfilm zwischen Motorblock und Getriebe festgestellt worden. Das lässt zumindest auf einen kaputten Simmerring schließen …

Doch es sollte schlimmer kommen: nicht nur die Dichtung, auch die Kupplung selbst und die Ölpumpe musste getauscht werden. „Wir haben auch mal ins Getriebe geschaut, da muss dringend eine Welle getauscht werden“, machte der Meister deutlich.

Hiobsbotschaft

Spätestens jetzt hätte der eine oder die andere vielleicht die Frage nach einem anderen Motorrad gestellt. Ich habe mich fürs Reparieren entschieden. Die weiße G/S fahre ich seit fast 30 Jahren, seither gab es erst eine größere Reparatur. Auf die lange Zeit gerechnet, ist die aktuelle Baustelle also garnicht so teuer. Ok, man kann sich das Ganze auch schön rechnen. Zumal, nach Murphys Gesetz, ein Unglück selten allein kommt …

„Alles richtig gemacht“, denke ich mir, als ich am Nachmittag wieder auf der weißen G/S sitze. Der Motor springt auf den ersten Knopfdruck an, läuft schön ruhig und hängt kraftvoll am Gas. Es macht wieder richtig Spaß den alten Boxer durchs kurvenreiche Geläuf von Unterfranken zu treiben.

Unterwegs in Unterfranken

Unterwegs entdecke ich in Rödermark eine kleine Bäckerei. Ruckzuck steht die BMW am Straßenrand; Zeit für eine improvisierte Pause. Mit einem Milchkaffee „to go“ und einem „Schweinsöhrchen“ setze ich mich auf eine kleine Mauer und genieße den Sonnenschein. Was für ein herrlicher Start in die neue Saison …

Kaffeepause am Straßenrand

Am frühen Abend bin ich wieder zu Hause. Das Wetter passt noch immer, in der Sonne sind die Temperaturen schon zweistellig. Im Schatten aber ist es noch reichlich frisch; gut dass die Akkus von Heizweste und beheizbaren Handschuhen recht lange halten. Die habe ich mir im Herbst geleistet – eine Investition, die sich bei Touren im beginnenden Frühjahr mehr als bezahlt macht.

In der Sonne sind die Temperaturen schon zweistellig

Ob ich die auch am ersten Aprilwochenende (noch) brauchen werde? Da soll es zum offiziellen Saisonstart für drei Tage an die Lahn gehen – hoffentlich …

Den Aufkleber gab es heute übrigens bei Zweirad Norton in Mömlingen. Ich habe gleich einen mitgenommen.

Solidarität ist wichtig

Ein kurzfristiger Auftrag …

Ich finde, das ist eine gute Gelegenheit, endlich auch mal die schwarze R 100 ein wenig auszuführen. Die offenen und furchtbar lauten Conti-Rohre sind gegen einen chicken Auspuff von Hattech getauscht, der sonor vor sich hin brabbelt, das Navi lässt sich schnell noch an den Lenker fummeln und alles, was ich für ein Wochenende brauche, sollte in den Tankrucksack passen. Denn Koffer hat die alte BMW (noch) nicht. 

Am Montag hatte der ADCA Hessen-Thüringen bei mir angerufen. Man wolle für die im Frühjahr erscheinende Regionalausgabe gern einen Tourentipp veröffentlichen, der die Länder Hessen, Thüringen und Sachsen miteinander verbindet. Ich würde doch viel Motorrad fahren; ob ich nicht Lust hätte … Text und Bilder müssten allerdings bis zum 15. November vorliegen. 

Die Prognose des Wetterberichts ist für die nächsten Tage grauselig. Nur am Freitag und Samstag soll es noch schön sein. Ich schaue in den Kalender, nehme mir den Freitag frei und sitze kurz nach sieben auf meiner alten BMW. Die darf – dank Saisonkennzeichen – nur noch bis Ende Oktober bewegt werden. Das passt. 

Es ist ein wenig diesig und mit 6 Grad auch ein wenig kühl. Da ich (aus Zeitgründen) die ersten 100 Kilometer Autobahn fahren muss, ziehe ich vorsichtshalber noch meine knallgelbe Regenjacke drübergezogen. So bin ich gut sichtbar und der Fahrtwind bleibt außen vor.

Kurz vor dem Start, um kurz nach sieben in der Früh.

Als es hell wird kämpft sich die Sonne durch die dicke Suppe und stimmt mich hoffnungsvoll. Die nächsten beiden Tage müssen einfach gut werden.

So langsam kämpft sich die Sonne durch den Nebel.

Nach etwas mehr als einer Stunde strammer Fahrt erreiche ich die Wasserkuppe. Hier habe ich mich mit Steve verabredet, der die Fotos für die Reportage machen soll. Wir schießen ein paar erste Bilder am Segelflugplatz und vom Radom. Die markante Kuppel gilt als Landmarke und damit prägend für die Region. Mit diesem Argument konnte einst der Abriss verhindert werden. Ursprünglich für militärische Zwecke erbaut, dient das Radom heute als Aussichtsplattform. 

Tolle Stimmung hoch oben auf der Wasserkuppe.

Unser nächstes Ziel ist Point Alpha an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen. Unterwegs halten wir mehrfach an, um Schafe zu fotografieren und ein paar Fahrszenen. 

Rhönschafe im Morgenlicht.

In der Zeit, in der Deutschland geteilt war, standen sich bei Point Alpha, an der innerdeutschen Grenze, die Truppen der NATO und die des Warschauer Paktes in Sichtweite gegenüber. Während des „Kalten Krieges“ hatten die Alliierten es für möglich gehalten, dass Russland nach Deutschland einmarschieren würde – wenn, dann wohl genau hier. Das Fatale: die Amerikaner hätten in einem solche Fall die Grenze nicht verteidigt (wie man heute weiß), so dass die „feindlichen Truppen“ wahrscheinlich erst am Rhein zum Stehen gekommen wären. Ein gruseliger Gedanke …

Eine ganz neue Perspektive von Point Alpha. Rechts der Wachturm der Amerikaner.

Auf kleinen Straßen – häufig mit schlechtem Belag – ging es dann weiter zur Wartburg. Martin Luther hat hier die Bibel ins Deutsche übersetzt. Dabei soll ihm der Teufel erschienen sein, dem er ein Tintenfass hinterherwarf. Das Loch in der Wand sieht man noch heute …

Wir hätten gern ein Bild gemacht, mit der Burg im Hintergrund und vorne das Motorrad fahrend. Tatsächlich finden wir die passende Stelle und halten in einer kleinen Bucht neben der Straße. Von hier führt ein schmaler Weg auf eine Anhöhe, von wo aus wir einen tollen Blick auf die einstige „Warte“ hatten. Nur das Motorrad haben wir da nicht raufgekriegt …

Die Wartburg mal aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Nicht weit entfernt liegt Niederdorla. Wenn man den nördlichsten Punk Deutschlands mit dem südlichsten verbindet und den östlichen mit dem westlichen findet sich im Schnittpunkt der beiden Linie der Mittelpunkt Deutschlands. Den markiert heute ein großer Stein und eine Kaiserlinde. Nicht weit entfernt liegt das „Opfermoor“. 

Es gibt auch andere Methoden, den Mittelpunkt Deutschlands zu ermitteln …

Die letzten 75 Kilometer zum Kyffhäuser waren reine Kilometerfresserei auf breiten Bundesstraßen. Das „Thüringer Becken“ ist fahrerisch nicht sonderlich attraktiv. Am Ende aber liegt die alte Bergrennstrecke am Kyffhäuser. Und da wollten wir mit den letzten Sonnenstrahlen noch ein paar Fotos auf der alten Bergrennstrecke machen. Hat geklappt, sogar Bilder mit der Drohne.

Gegen 17 Uhr wollten wir im Thüringer Hof in Bad Frankenhausen sein. Steve hat fürs Magazin noch ein Interview mit dem Chef gemacht; ich konnte endlich einen Kaffee trinken. Seit heute Morgen waren wir nur unterwegs, für richtige Pausen war keine Zeit. Ein mitgebrachtes Brot und Kaffee aus der Thermoskanne mussten reichen. Dafür entschädigte das Abendessen: erst eine kräftige Soljanka mit Crème fraîche dann Thüringer Rostbrätel (eine marinierte Scheibe vom Schweinenacken, die über Holzkohle gegrillt wird) mit Schmorzwiebeln und Bratkartoffel, anschließend noch ein Nachtisch: Rote Grütze mit Vanilleeis – einfach lecker.

Vor dem Schlafengehen bin ich kurz noch mal zur Oberkirche spaziert. Deren Turm neigt sich mittlerweile deutlich mehr zur Seite als der schiefe Turm von Pisa. Das musste ich mir natürlich noch anschauen.

Ganz schön schief, der Kirchturm von Bad Frankenhausen.

Als ich am Samstagmorgen in Bad Frankenhausen los gefahren bin, war es wieder sehr nebelig und ausgesprochen kalt. Die Sonne kämpfte, konnte sich aber noch nicht durchsetzen. Die Wiesen und Felder links und rechts der Straße waren mit Raureif überzogen, der Asphalt aber (noch) trocken.

Wieder kämpft sich die Sonne durch den Morgennebel

Ein Stück Autobahn lag vor mir, um rechtzeitig in Greiz sein zu können. Ich habe lange überlegt, ob das bei den geringen Sichtweiten eine so gute Idee sei. Aber, kaum auf der Bahn, war der Nebel weg 😉

Ein erstes kurzes Päuschen habe ich in der Klassikerstadt Weimar eingelegt, die ersten Fotos haben wir in Greiz gemacht, der „Perle des Vogtlandes“; ein wirklich sehr malerisches Städtchen.

Fotostopp in Greiz

Nicht weit davon die Göltzschtalbrücke; die größte Backsteinbrücke der Welt. Die wurde aus Ziegeln gebaut, weil der dafür benötigte Lehm in der Nähe reichlich vorhanden war. 1846 wurde mit dem Bau begonnen, täglich wurden rund 50.000 Ziegel gebrannt. Man mag sich garnicht vorstellen, was da damals los war.

Blick auf die imposante Göltzschtalbrücke, über die heute noch die Eisenbahn fährt.

Dann waren „nur noch“ Fotofahrten angesagt. Wir hatten uns eine nette Kurve rausgesucht und durch die musste ich mindestens 20mal fahren. Mal wurde mit dem Tele fotografiert, dann mit dem Weitwinkel. Mal musste ich mehr rechts fahren, dann wieder mehr links. Hat aber Spaß gemacht …

Gegen Mittag hatten wir alles im Kasten und ich konnte wieder nach Hause fahren. Die ersten Kilometer auf dem Rückweg war ich noch auf kleinen Straßen unterwegs. Und so konnte ich am Waldrand ein schönes „Abschiedsfoto“ zur Erinnerung machen.

Das letzte Bild bei Sonnenschein

Die ersten 140 Autobahnkilometer nach Hause waren monoton, aber erträglich. Kaum hatte ich in Knetzgau zum Tanken angehalten – und um endlich was essen zu können – fing es an zu regnen. Die restlichen 220 Kilometer waren dann naß und kalt …

Gleich nach der Pause fing es an zu regnen …

Insgesamt liegen zwei tolle Tage hinter mir. Die alte R 100 hat sich wacker geschlagen. Nur die Kupplung trennt schlecht. Manchmal war es schwierig den Leerlauf einzulegen. Das wird sich beheben lassen. Im März darf sie wieder auf die Straße …

Die letzten Tage noch mal ausgenutzt. Auch wenn es am Ende doch noch mal nass wurde …

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Eine Kaffeepause – aber wo?

Mitte Juli werden wir zu einer „Sternfahrt“ in die Rhön aufbrechen. Mit Unterstützung einer zertifizierten „Sternenführerin“ wollen wir uns nachts erklären lassen, was es so alles am Firmament zu sehen gibt.

Von der Volkshochschule in Hofheim wird uns die erste Etappe nach Butzbach führen. Da das Wetter heute schön war, bin ich mal in die Wetterau und weiter in den Vogelsberg gefahren, um zu schauen, wo wir Kaffee- oder Mittagspause machen können.

Auf dem Rückweg zog ein kräftiges Gewitter auf, so dass ich mir den geplanten Abstecher zu den Eschbacher Klippen gespart habe. Dass, was sich da vor mir aufbraute, ließ nur eine Entscheidung zu: Regenkombi an und ab nach Hause. Auf dem Weg dorthin bin ich ordentlich „geduscht“ worden …

Da braut sich ordentlich was zusammen …

Ein neuer Auspuff für die R 100

Offene Conti-Rohre sind ganz schön laut. Der Vorbesitzer hat solche an die alte R 100 R geschraubt, die ich vor Jahren von ihm gekauft habe. 94 dB (A) habe ich im Leerlauf gemessen – erlaubt wäre noch mehr.

83 N – nicht dB (A) – sind bei mir, nach alter Messung , im Fahrzeugbrief eingetragen. Dieser Wert lässt sich umrechnen: Für Motorräder, dessen Standgeräusch noch nicht per Nahfeldverfahren, aber bereits in dB(A) ermittelt worden waren, wurden behördliche Vergleichsmessungen durchgeführt. Nach diesen Messungen werden 21 dB(A) hinzugerechnet. Beanstandet wird das Motorrad aber erst, wenn eine zusätzliche Toleranz von fünf dB überschritten wird.

Bedeutet konkret: 83 + 21 + 5 = 109 dB(A) – Wahnsinn!

Bei links und rechtsseitigem Schalldämpfer müsste an beiden Seiten gemessen werden. Die Messungen erfolgen bei 3/4 der Nenndrehzahl.

In Chrom und deutlich kürzer als das Original.

Trotzdem habe ich mir jetzt zwei leisere Endtöpfe von Hattech gegönnt – dank kompetenter Beratung durch den Chef selbst. Die werden in Kürze montiert, auch der (leider) verbeulte Chromtank wird gegen einen (günstig bei eBay erworbenen) Behördentank getauscht und ein Gepäckträger angebaut. Dann steht der ersten großen Tour mit der alten R 100 R nichts mehr im Wege.

Bislang war ich mit diesem Schätzchen immer nur „um die vier Ecken“ unterwegs …

 

kurvenfieber

Video

Fröhliche Weihnachten

Dieses tolle Video habe ich bei YouTube entdeckt. Eigentlich sollte ich jetzt auch in die Garage gehen und das passende Werkzeug rauskramen …

Ich wünsche Euch schöne Weihnachten, erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Wir freuen uns schon jetzt auf die vielen abwechslungsreichen Motorradtouren, die wir wieder gemeinsam unternehmen werden.

Das Original-Video findet Ihr übrigens hier: https://youtu.be/1SE0t2cS65A

Dieser Stau hatte (auch) sein Gutes …

Manchmal haben Wahnsinns-Staus ja auch was Gutes. Am späten Nachmittag musste ich dienstlich nach Fulda – wieder einmal. Da das Wetter in den nächsten Tagen einigermaßen stabil zu bleiben verspricht, nehme ich das Motorrad. Morgens noch schnell ins Büro und kurz nach drei dann Richtung Domstadt. Wenn alles klappt, bleibt noch Zeit für ein paar kurvige Landstraßenkilometer. Soweit der Plan.

Weil die Fahrt mitten durch Frankfurt oft nervig ist, werfe ich mich am Nachmittag kurzerhand auf die Autobahn. Spätestens in Gelnhausen will ich runter von der Piste. Doch auf der A3 muss es einen heftigen Unfall gegeben haben. Der Verkehr staut sich kilometerweit dreispurig. Von hinten kämpft sich ein Abschleppwagen laut hupend an den Autos vorbei. Ihm vorweg fährt ein Servicewagen des gleichen Unternehmens, mit lauter Sirene, die an amerikanische Streifenwagen erinnert. Geholfen hat’s nicht – die Rettungsgasse scheint für viele immer noch ein Fremdwort zu sein.

Die Abfahrt Obertshausen bietet Gelegenheit, dem Chaos zu entfliehen. Zwar ist auch die Ortsdurchfahrt verstopft, aber anschließend läuft es. Zumindest bis kurz vor Gelnhausen. Denn am Abzweig zu A66 staut es sich schon wieder.

Bliebe ich auf der Autobahn, wäre ich – freie Fahrt vorausgesetzt – gegen 18:30 Uhr in Fulda. Fahre ich nur Landstraße, wird es voraussichtlich 19:00 Uhr werden – meint zumindest mein Navi. Da ich nun sowieso nicht mehr pünktlich ankommen werde, entscheide ich mich spontan für die zweite Variante.

Auf kleinen kurvenreichen Straßen geht’s zunächst Richtung Ronneburg. Die liegt so herrlich in der Sonne, dass ein kurzer Fotostopp Pflicht ist.

Die Ronneburg – einmal mit Motorrad …

… und einmal ohne

Der Niedermooser Teich ist das nächste Ziel. Vorwiegend auf Nebenstrecken fahrend, streife ich die Ausläufer des Vogelsberg. Es war (wieder einmal) eine gute Entscheidung, trotz später Stunde auf der Landstraße zu bleiben. Die Schatten, die mein Motorrad auf den Asphalt wirft, werden immer länger, führt die Straße durch den Wald, wird es merklich kühler und je länger ich unterwegs bin, desto leerer werden die Straßen. Die Zeit zwischen 18 und 20 Uhr ist mir im beginnenden Spätsommer zum Motorrad fahren die Liebste, das zeigt sich auch heute wieder. Jeder Kilometer ist ein Genuß.

Gelegentlich schieben sich einzelne Wolken vor die Sonne. Bei Grebenhain halte ich kurz noch mal an, um die abendliche Stimmung im Bild festzuhalten.

Abendstimmung im Vogelsberg

Jetzt sind es noch 40 Minuten und ich habe mein Ziel erreicht. Kurz vor sieben steht die gelbe G/S auf dem Hotelparkplatz.

Schön war sie, die heutige „Dienstreise“. Längst vergessen der elender Stau auf der Autobahn. Im Netz finde ich die Ursache: ein Sattelzug war auf einen Stau aufgefahren, hatte sich quer gestellt und damit eine Kettenreaktion ausgelöst. Ein weiterer Lkw, ein Kleintransporter und ein Auto wurden daraufhin ebenfalls in den Unfall verwickelt. Eine Mutter und ihr Kind verletzten sich leicht; auch der Fahrer des Kleintransporters musste ins Krankenhaus.

Aufgrund der aufwändigen Bergungsarbeiten musste die A3 zeitweise voll gesperrt werden. 15 Kilometer Stau und bis zu zwei Stunden Wartezeit waren die Folge. Ich weiß schon, warum ich so ungern Autobahn fahre – insbesondere, wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin. Aber: heute hatte es sein Gutes (wenn man das so sehen darf) – die herrliche „Umleitung“ wäre ich ohne Stau nicht gefahren …

Nur noch einmal durch Österreich?

So langsam beginnen wir die nächste Saison etwas konkreter zu planen. Schweden könnte ein Ziel sein, vielleicht mal wieder das Erzgebirge. Mit Sicherheit aber nicht Österreich oder ein Land, dass nur durch die Fahrt durch die Alpenrepublik erreichbar ist. Nach Italien kommt man glücklicherweise auch auf anderen Wegen …

Die Vignette ist gekauft, der Ärger bleibt

Mich ärgert der unverhohlene Zwang, in den Sommermonaten die Autobahn an bestimmten Stellen nicht verlassen zu dürfen oder diese benutzen zu müssen. Auf der Rückreise von Gardasee war plötzlich die alte Brennerstraße gesperrt, jetzt ist es am Wochenende auch verboten, die A10 zwischen Puch-Urstein und St. Michael im Lungau zu verlassen. Geht’s noch?

Natürlich habe ich Verständnis für die staugeplagten Anrainer. Aber dass, was sich österreichische Politiker derzeit erlauben – Auto- und Motorradfahrer über viele Kilometer auf der Autobahn zu kasernieren – ist keine Lösung. Mich wundert, dass der deutsche Verkehrsminister so ruhig bleibt und nur Verbalattacken reitet.

Es ist schon unverschämt, alle, die nicht die Autobahn benutzen (wollen) als Mautpreller zu verunglimpfen. Steht irgendwo geschrieben, dass der Urlaubsreisende in Österreich zwanghaft die Autobahn benutzen muss – noch dazu, wenn er mit dem Motorrad anreist?

Ich habe bei einer Fahrt durch Österreich immer eine Plakette am Ducato, weil ich alle Verkehrswege nutzen möchte. Meist fahre ich bis Innsbruck-Süd die Autobahn und wechsle dann auf die alte Brennerstraße, weil ich die Europabrücke einfach nicht mag. Da fahre ich lieber kurvenreich und zeitraubend dem Grenzübergang auf der Landstraße entgegen, trinke unterwegs einen Kaffee, tanke noch mal voll und kaufe gelegentlich im Supermarkt ein. So beginnt für mich der Urlaub.

Doch all das darf ich nicht mehr. Ich darf auch nicht, vom Tauern kommend, auf die Landstraße wechseln, wenn ich der Autobahn überdrüssig bin. Verboten, ab dem Wochenende. Ich finde das unglaublich.

Und so werde ich Österreich erst einmal meiden und aus der Tourenplanung ausklammern. Schade für meine befreundeten österreichischen Hoteliers – aber so geht das einfach nicht. Zumal ich es für mehr als befremdlich halte, dass die vorgeschriebenen „Ausweichstrecken“ immer gebührenpflichtig sind. Würde Österreich zu den „Sperrzeiten“ auf die Maut verzichten, könnte man ja geneigt sein, dem Ganzen noch einen Sinn abzugewinnen. So aber empfinde ich das Verhalten als Provokation – obwohl ich eine Vignette für die Autobahn habe.

Schade eigentlich, denn irgendwie passt das doch alles nicht zusammen. Da wirbt man um Touristen und ärgert sich dann, wenn diese in Scharen kommen. Muss ja nicht sein. Wir werden Österreich zumindest im nächsten Jahr nicht im Programm haben. Das wird jetzt wahrscheinlich Niemanden beeindrucken, musste aber mal gesagt sein. Ich hoffe, Ihr versteht mich.

Keinerlei Reaktion – wie schade

Ja, ich weiß: OpenStreetMaps (OSM) gibt es einfach so im Netz. Die benötigten Regionen kann man sich selbst zusammenstellen, runterladen, entsprechend konvertieren und dann auf dem PC abspeichern, um sie bei nächster Gelegenheit aufs Navi zu spielen. Wenn man es denn kann …

Ich bin in solchen Dingen leider etwas unbedarft und freue mich, wenn es Dienstleister gibt, die einem einen Großteil der Vorarbeiten abnehmen. So wie die Firma „navitracks“, die sich als „Garmin Kartenmanufaktur“ bezeichnet. Vor zwei Jahren hat mir das Unternehmen „MediaDesign Hillebrand“, das hinter „navitracks“ steckt, eine spezielle Top-Karte für Norwegen zusammengestellt, um mir die Planungen für eine Endurowanderung durch Skandinavien zu erleichtern. Das fand ich klasse.

Für unsere Endurowanderung durch Lothringen habe ich deshalb jüngst eine Top-Karte von Frankreich bestellt und – man weiß ja nie – gleich noch eine für ganz Europa. Die kann zwar nicht aufs Navi gezogen werden, hilft aber ein ums andere Mal beim Planen.

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Doch leider war die 16 GB mircoSD-Karte defekt. Die darauf abgespeicherten Daten ließen sich nicht lesen. Also wurde noch am gleichen Abend reklamiert, heißt es doch in der Eigenwerbung des Unternehmens: „Gerne beantworten wir Ihre Fragen per E-Mail unter fragen@navitracks.de

Meine Frage, wie wir den Umtausch am einfachsten realisieren könnten, blieb jedoch unbeantwortet. Eine zweite entsprechende Mail auch. Unter der angegebenen Handy-Nummer meldete sich niemand. Auch ein auf dem Postweg verschickter Brief blieb ebenfalls unbeantwortet. Kundenservice – mittlerweile Fehlanzeige!

Glücklicherweise war der Kauf bei Bezahlung im Netz abgesichert, so dass ich mein Geld – nach einer entsprechenden Reklamation – zwischenzeitlich zurückerhalten habe. Jetzt muss ich mir einen anderen „Vertriebsweg“ suchen – und möchte Euch auf diesem Wege vor der Firma „navitracks“ warnen. Ich würde dort nichts mehr bestellen und kann es – aufgrund meiner Erfahrungen – auch niemandem empfehlen.

Tipps für Alternativen? Gerne. Oder sollte ich es doch einfach mal mit OSM versuchen? Kann doch nicht so schwer sein …