Monatsarchiv: Juni 2014

Alles wieder vorbei

Sonntagmorgen – Aufbruchstimmung. Es geht nach Hause. Ein tolles langes Wochenende liegt hinter uns. Am Donnerstag(nachmittag) haben wir auf kleinen Straßen das Allgäu erkundet, am Freitag waren wir zum Pässe fahren in Österreich – wobei einem die vielen 60 km/h/Beschränkungen in Vorarlberg den Fahrspaß schon ordentlich verleiden können – und am Samstag hatten wir einen super-tollen Tag in der Schweiz.

Am heutigen Sonntag geht’s auf kleinen Straßen Richtung Ulm und von da an individuell nach Hause.

Wir haben viel erlebt, in den vergangenen Tagen, alte Teilnehmer wiedergegeben und neue kennengelernt. Wir sind durch herrliche Landschaften gefahren und haben immer wieder gut gegessen. Kurzum: es waren tolle Tage, für die wir uns bei allen, die daran mitgewirkt haben, ganz herzlich bedanken.

Wenn Ihr mögt, sehen wir uns schon bald wieder: beim Sommerfest Anfang Juli oder bei der Woche im Thüringer Wald Ende August. Wir würden uns freuen.

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Glückliche Schweiz

Die letzte Tagestour unseres langen Wochenendes im Voralpenland steht auf den Programm. Heute wollen wir in die Schweiz. Das Wetter passt: der Himmel ist strahlend blau.

Wir brechen ein wenig früher auf als üblich, um die Fähre um 9:41 Uhr von Friedrichshafen nach Romanshorn noch zu bekommen. Um 8:30 Uhr brummen die Motoren, 40 Minuten später stehen wir im Fährhafen.

Die Fahrt übers „kleine Meer“, wie der Bodensee auch genannt wird, ist ruhig und beschaulich. Wir stehen an Deck, genießen die Sonne und freuen uns auf die kurvigen Straßen, die gleich auf uns warten. Stundenlang kurven wir durch eine traumhaft schöne Landschaft, fahren bergauf und bergab ohne dass uns Autos stören würden.

Gegen 12 Uhr erreichen wir den knapp 1000 Meter hohen Hulftegg-Pass, auf dem ein Restaurant mit Sonnenterrasse zu einer kleinen Rast einladen würde. Da wir aber erst eine halbe Stunde zuvor eine – der Fährfahrt geschuldete – späte Kaffeepause eingelegt haben, fahren wir noch ein wenig weiter – letztlich bis St. Peterzell im Neckartal, wo wir mit dem „Landgasthof Schäfle“ eine gute Wahl treffen. Die selbstgemachte Gemüsesuppe und Schweizer Büffel-Mozzarella „an“ Blattsalat treffen genau unseren Geschmack. Franz gönnt sich noch ein ordentliches Stück Fleisch – und alle sind zufrieden.

Weiter geht’s Richtung Säntis. Der massive Gebirgsstock zeigt sich in der nachmittäglichen Sonne in ganzer Pracht. Wir durchqueren auf kurvenreicher Strecke das Appenzeller Land und erreichen rechtzeitig zur Kaffeepause den Ruppen-Pass. Genau auf der Anhöhe liegt der Gasthof „Landmark“ von dessen Terrasse aus sich eine fantastische Aussicht bietet. Glückliche Schweiz, die so schöne Eindrücke bietet.

Wenig später stecken wir in Bregenz im allabendlichen Stau fest. Jede Ampel ist rot und Ampeln gibt es viele. Also im Navi nach einer Alternative gesucht. Schnell findet sich der für die gestrige Tour gesetzte Wegpunkt „B02“; von da aus kann es ja nicht weit bis zum Hotel sein. Denkste! Auf „B02“ folgt „B03“, statt Richtung Hotel fahren wir noch einmal entlang der „Bregenzerach“. Da das Wetter passt und die Strecke herrlich kurvenreich ist, verzichten wird aufs Wenden und drehen noch eine Extra-Runde.

Im zweiten Anlauf finden wir dann den richtigen Abzweig und erreichen mit einer halben Stunde Verspätung und 338 Tageskilometern auf dem Tacho unser Hotel. Perfekter Abschluss einer perfekten Woche Motorrad fahren. Morgen geht’s wieder nach Hause.

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Noch einmal nach Österreich

Ob das Wetter halten wird? Es ist bedeckt und es sieht ganz danach aus, als ob es heute ein wenig feucht werden könnte. Gleichwohl sind wir optimistisch und starten um 9 Uhr Richtung Österreich. Arlberg, Flexen und Hochtannberg sind das Ziel.

Zunächst fahren wir auf schmalen Straßen Richtung Dornbirn und legen auf dem Losenpass einen ersten Fotostopp ein. Bei Klaus gilt es den ersten strategischen Stopp einzulegen: es fängt leicht an zu nieseln, so dass sich eine Kaffeepause geradezu anbietet. Das große Sonnenrollo wird zum Wetterschutz umfunktioniert; das kleine Schauer ist rasch vorüber.

Weiter geht’s in Richtung „Lechtaler Alpen“. Immer wieder ist die Geschwindigkeit über viele Kilometer auf 60 km/h beschränkt. Vorarlberg ist kein Land für Motorradfahrer.

Wir nähern uns dem Arlberg und sind bislang noch nicht nass geworden. Dunkle Wolken mahnen uns, den zweiten strategischen Stopp nahe Klösterle einzulegen. Bis wir gegessen haben, wird der Regen, der da im Berg hängt, hoffentlich abgezogen sein. Die Taktik geht auf: nach einer ausgiebigen Mittagsrast sind nur noch die Straßen nass.

Nun geht es hoch hinaus, auf bis zu 1773 Meter. Nacheinander nehmen wir den Arlberg-, Flexen und Hochtannergpass unter die Räder. Wieder im Tal angekommen, reißt der Himmel auf und präsentiert uns ein dramatisches Lichterspiel.

In Andelsbuch halten wir zum tanken – gerade rechtzeitig, um mitzuerleben, wie sich ein alter Dampfzug in Bewegung setzt. Bis zum Hotel wären es jetzt noch gut 70 Kilometer, wenn wir noch einen Schlenker über den Riedbergpass unternehmen würden. Da sich dort aber dunkle Wolken zusammenbrauen, beschließen wir direkt ins Hotel zu fahren und die noch ausstehende Kaffeepause auf der dortigen Terrasse einzunehmen. So kommen wir „nur“ auf 250 Kilometer Wegstrecke, die wir aber als völlig ausreichend erachten.

Morgen geht’s dann über den Bodensee in die Schweiz zum Pässe fahren.

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Eine Runde durchs Allgäu

Aufbruchstimmung am frühen Donnerstagmorgen. Zwei Drittel der Teilnehmer des Pässemarathons fahren nach Hause, ein Drittel hat die Anschlusstour durchs Alpenvorland gebucht. Und so brausen drei Tourguides und sieben Teilnehmer in einer Gruppe durchs Allgäu.

Vornehmlich auf kleinen Wirtschaftswegen wollen wir heute unterwegs sein. Die schlängeln sich kilometerlang durch eine liebliche Landschaft und führen so manches mal mitten durch ein Gehöft. Bei uns wäre das Befahren allein dem landwirtschaftlichen Verkehr vorbehalten; hier dürfen wir stundenlang auf kaum Trecker breiten Wegen unterwegs sein.

Und die bergen so manche Überraschung: auf einer besonders rumpeligen Abschnitt steht plötzlich das Schild: „Ende der Ausbaustrecke“, was an sich schon verwunderlich ist. Denn von „Ausaustrecke“ haben wir nur wenig entdecken können. Bald darauf verlässt uns der Asphalt und es geht auf groben Schotter mitten durch den Wald. Jetzt wissen wir, was gemeint war.

In Bad Gönenbach legen wir eine kleine Kaffeepause ein und lassen dabei eine der vielen Fronleichnamsprozessionen an uns vorbeiziehen. Das ganze Dorf ist in Tracht auf der Straße und pflegt Jahrhunderte alte Traditionen.

Bald darauf fahre ich zurück nach Lindenberg, hatten wir doch versprochen, mit allen Teilnehmer, die heute zur neuen Tour anreisen, noch eine kleine Nachmittagsrunde zu unternehmen. Ein kurzes Gewitter lässt dieses Unterfangen zunächst fraglich erscheinen, doch Punkt 16 Uhr sind die Straßen wieder trocken.

Fröhliche 75 Kilometer sind wir unterwegs und wissen der dunklen Wolke, die nach wie vor am Himmel steht, auf herrlich kleinen Straßen immer wieder auszuweichen. Noch ein kurzer Tankstopp, dann sind wir wieder im Hotel. Morgen wollen wir noch mal nach Österreich, um ein paar Pässe fahren zu können.

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Zum Abschied noch ein paar Pässe

Wir verlassen Brixen pünktlich um 9 Uhr Richtung Brenner. Die Fahrt durch das Wipptal verläuft erfreulich flüssig, so dass wir gut voran kommen. In Steinach zweigen wir auf ein schmales Sträßchen ab und sind von nun an ohne Autoverkehr. Über viele Kilometer haben wir die schmale Trasse ganz für uns allein.

Nahe Patsch finden wir einen Gasthof mit fantastischer Aussicht und legen eine schöne Kaffeepause ein. Anschließend quälen wir uns kurz durch Innsbruck, um über Axam den Kühtaisattel zu erreichen. Von dort aus geht es weiter zum Hahntennjoch. Die Zufahrt ab Imst ist über viele Kilometer mit 30 km/h reglementiert. Und da die Geschwundigkeitsbegrenzung streng kontrolliert werden soll, halten wir uns peinlich genau daran. Dabei müssen wir aufpassen, in zwei engen Kehren nicht umzukippen, so langsam wie wir fahren.

Umso flotter sind wir anschließend zur Passhöhe unterwegs. Auch am Hahntennjoch ist erfreulich wenig Verkehr, so dass wir die Fahrt rundum genießen.

An der Zufahrt zum Namloser Tal weist ein großes Schild darauf hin, dass die Strecke ab Kelmen unterbrochen sei. Gemäß der Devise „Erst mal gucken“ zweigen wir trotzdem ab und hoffen, ein Schlupfloch zu finden, kommen uns doch zahlreiche Motorradfahrer entgegen. Doch die Hoffnung trügt: in Kelmen ist die Straße mit Absperrungen und quer stehenden Milchwagen regelrecht verbarrikadiert, so dass wir zwangsläufig wieder rumdrehen müssen. Das „erspart“ uns zumindest die Durchfahrt von Reutte.

Statt dessen nehmen wir Kurs auf den Gaichtpass und erreichen mit dem sich anschließenden Oberjochpass wieder deutschen Boden. Und weil die Sonne so schön scheint und wir noch ein wenig Zeit haben, „hängen“ wir den Riedberg auch noch hinten dran. Hoch oben auf der Passhöhe gibt es noch mal Kaffee und Kuchen, bevor wir auf Schleichwegen durchs Allgäu zurück nach Lindenberg fahren. Vier Tage intensives Pässe fahren neigen sich beschaulich dem Ende zu. Schön wars – und ab morgen geht’s für den Rest der Woche durchs Alpenvorland.

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11 Pässe an nur einem Tag

Um kurz vor sieben waren wir zurück von unserem Ausflug zum Manghen und hatten damit eigentlich schon den ersten Pass des heutigen Tages unter die Räder genommen. 11 weitere sollten folgen:

Passo di Rolle (2), Passo di Cerada (3), Passo Duran (4), Forcella Staulanza (5), Passo di Giau (6), Passo di Falzarego (7), Passo Pordoi (8), Passo di Sella (9), Passo di Gardena (10), Passo di Erbe (11) und Passo di Eores (12).

Nach 287 Kilometern Wegstrecke (ohne Manghen) und 8062 gefahrenen Höhenmetern erreichten wir kurz nach 18 Uhr unser Hotel in Brixen. Ein toller, erlebnisreicher und fahrtechnisch anspruchsvoller Tag ging viel zu schnell zu Ende. Und wir relativ früh zu Bett

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4 Uhr aufstehen für einen Kaffee

Am Himmel hängen dunkle Wolken Eigentlich ist schon jetzt klar, dass es mit dem Sonnenaufgang am Manghen nichts werden wird. Da wir aber die Wirtsleute am Rifugio unterhalb des Passes gebeten hatten, um 5.45 Uhr einen Kaffee für uns zu kochen, machen wir uns trotzdem auf den Weg. Schließlich stehen wir im Wort.

Es ist halb fünf am Morgen, als wir in Cavalese aufbrechen. Zu fünft bahnen wir uns den Weg durch die stockfinstere Nacht. Schnell ist die Zufahrt zur schmalen Trasse erreicht, die uns unserem Ziel näher bringen soll. Kurvenreich geht es bergan, immer dem Scheinwerferkegel des Vordermanns folgend.

Auf halber Höhe fängt es leicht an zu nieseln. Eigentlich könnten wir jetzt rumdrehen, denn spätestens jetzt ist klar: mit dem Sonnenaufgang wird es wohl nichts. Gleichwohl fahren wir tapfer weiter. Kurz vor fünf Uhr stehen wir oben am Pass. Es regnen noch immer und die Sicht ist gleich null.

Charly schimpft angesichts der desolaten Wetterlage und tritt umgehend den Rückzug ins Rifugio an. Da ist es wenigstens warm und trocken. Wir harren noch ein wenig aus, darauf vertrauend, dass sich das Wetter in den Bergen schnell ändern kann. Und tatsächlich, schon bald hört es auf zu regnen.

Dafür zieht nun dichter Nebel aus dem Tal dem Gipfel entgegen. Ein faszinierendes Schauspiel im Morgengrauen. Es scheint, als wolle das wabernde weiße Etwas nach uns greifen, so schnell ziehen die Wolkenfetzen zu uns herüber.

Im Osten bleibt es weiterhin finster. Im Westen aber reißt der Himmel auf und lässt einen Hauch von Sonnenaufgang erahnen. So kommen wir doch noch zu unserem Gipfelfoto – und um 5.45 Uhr zu einem leckeren Kaffee. Dass wir unsere Zusage gehalten und trotz schlechten Wetters zur Passhöhe hinaufgefahren sind, rechnen uns die Wirtsleute hoch an. Wir sind’s zufrieden.

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