Tagesarchiv: 20/06/2014

Noch einmal nach Österreich

Ob das Wetter halten wird? Es ist bedeckt und es sieht ganz danach aus, als ob es heute ein wenig feucht werden könnte. Gleichwohl sind wir optimistisch und starten um 9 Uhr Richtung Österreich. Arlberg, Flexen und Hochtannberg sind das Ziel.

Zunächst fahren wir auf schmalen Straßen Richtung Dornbirn und legen auf dem Losenpass einen ersten Fotostopp ein. Bei Klaus gilt es den ersten strategischen Stopp einzulegen: es fängt leicht an zu nieseln, so dass sich eine Kaffeepause geradezu anbietet. Das große Sonnenrollo wird zum Wetterschutz umfunktioniert; das kleine Schauer ist rasch vorüber.

Weiter geht’s in Richtung „Lechtaler Alpen“. Immer wieder ist die Geschwindigkeit über viele Kilometer auf 60 km/h beschränkt. Vorarlberg ist kein Land für Motorradfahrer.

Wir nähern uns dem Arlberg und sind bislang noch nicht nass geworden. Dunkle Wolken mahnen uns, den zweiten strategischen Stopp nahe Klösterle einzulegen. Bis wir gegessen haben, wird der Regen, der da im Berg hängt, hoffentlich abgezogen sein. Die Taktik geht auf: nach einer ausgiebigen Mittagsrast sind nur noch die Straßen nass.

Nun geht es hoch hinaus, auf bis zu 1773 Meter. Nacheinander nehmen wir den Arlberg-, Flexen und Hochtannergpass unter die Räder. Wieder im Tal angekommen, reißt der Himmel auf und präsentiert uns ein dramatisches Lichterspiel.

In Andelsbuch halten wir zum tanken – gerade rechtzeitig, um mitzuerleben, wie sich ein alter Dampfzug in Bewegung setzt. Bis zum Hotel wären es jetzt noch gut 70 Kilometer, wenn wir noch einen Schlenker über den Riedbergpass unternehmen würden. Da sich dort aber dunkle Wolken zusammenbrauen, beschließen wir direkt ins Hotel zu fahren und die noch ausstehende Kaffeepause auf der dortigen Terrasse einzunehmen. So kommen wir „nur“ auf 250 Kilometer Wegstrecke, die wir aber als völlig ausreichend erachten.

Morgen geht’s dann über den Bodensee in die Schweiz zum Pässe fahren.

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Eine Runde durchs Allgäu

Aufbruchstimmung am frühen Donnerstagmorgen. Zwei Drittel der Teilnehmer des Pässemarathons fahren nach Hause, ein Drittel hat die Anschlusstour durchs Alpenvorland gebucht. Und so brausen drei Tourguides und sieben Teilnehmer in einer Gruppe durchs Allgäu.

Vornehmlich auf kleinen Wirtschaftswegen wollen wir heute unterwegs sein. Die schlängeln sich kilometerlang durch eine liebliche Landschaft und führen so manches mal mitten durch ein Gehöft. Bei uns wäre das Befahren allein dem landwirtschaftlichen Verkehr vorbehalten; hier dürfen wir stundenlang auf kaum Trecker breiten Wegen unterwegs sein.

Und die bergen so manche Überraschung: auf einer besonders rumpeligen Abschnitt steht plötzlich das Schild: „Ende der Ausbaustrecke“, was an sich schon verwunderlich ist. Denn von „Ausaustrecke“ haben wir nur wenig entdecken können. Bald darauf verlässt uns der Asphalt und es geht auf groben Schotter mitten durch den Wald. Jetzt wissen wir, was gemeint war.

In Bad Gönenbach legen wir eine kleine Kaffeepause ein und lassen dabei eine der vielen Fronleichnamsprozessionen an uns vorbeiziehen. Das ganze Dorf ist in Tracht auf der Straße und pflegt Jahrhunderte alte Traditionen.

Bald darauf fahre ich zurück nach Lindenberg, hatten wir doch versprochen, mit allen Teilnehmer, die heute zur neuen Tour anreisen, noch eine kleine Nachmittagsrunde zu unternehmen. Ein kurzes Gewitter lässt dieses Unterfangen zunächst fraglich erscheinen, doch Punkt 16 Uhr sind die Straßen wieder trocken.

Fröhliche 75 Kilometer sind wir unterwegs und wissen der dunklen Wolke, die nach wie vor am Himmel steht, auf herrlich kleinen Straßen immer wieder auszuweichen. Noch ein kurzer Tankstopp, dann sind wir wieder im Hotel. Morgen wollen wir noch mal nach Österreich, um ein paar Pässe fahren zu können.

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