Monatsarchiv: September 2016

Frühaufsteher

Der Wecker ist für sieben gestellt, ab halb acht gibt’s Frühstück, kurz nach acht könnte es nach Hause gehen. Doch es kommt (wieder einmal) anders. Schon gegen halb sechs werde ich von allein wach, wälze mich noch ein paarmal im Bett und beschließe dann aufzustehen.


Um viertel nach sechs stehe ich mit dem Ducato an der Mautstation und habe die A6 an diesem frühen Sonntagmorgen fast für mich alleine. Die Fahrbahn ist leer, die Temperaturen sind noch angenehm kühl – mit den erlaubten 130 km/h schnurrt der Transporter über die Autobahn. Der Verzicht aufs Frühstück lässt sich verschmerzen, Hauptsache ich komme gut und staufrei voran.


Um halb acht geht die Sonne auf, da bin ich schon im Jura. Zwei Stunden später erreiche ich Mühlhausen und bleibe auf der französischen Autobahn Richtung Straßburg. So lässt sich die A5 auf deutscher Seite prima umfahren.


Gegen elf überquere ich bei Wörth die Grenze zu Deutschland. Auf der anderen Seite, Richtung Frankreich, steht am Grenzübergang ein Auto der Gendamerie, bei dem das Blaulicht blinkt, Kontrollen finden aber offensichtlich nicht statt. Man setzt wohl mehr auf Symbole.

Auf der deutschen Autobahn droht der erste Stau auf der A61, so dass mein Navi mich weitläufig umleitet und mich quer durch Mannheim führt; die Gelegenheit noch mal abseits der Piste zu tanken.

Nach gut sieben Stunden Fahrt, mehr oder weniger Non-Stop, habe ich die gut 650 Kilometer hinter mich gebracht und bin gegen 13 Uhr wieder zu Hause. Eine wunderbare Woche, in der wir an sieben Tagen rund 2400 Kilometer Motorrad auf tollen Strecken und durch herrliche Landschaften gefahren sind, mit netten Teilnehmern und schönen Hotels, in den wir übernachtet haben, geht damit zu Ende.

Jetzt geht’s erst mal auf die Couch, ein paar Stunden Schlaf nachholen   …

Doch wieder mehr als 300 Kilometer

Die letzte Tagesetappe – es geht zurück nach Macon. 270 Kilometer sind geplant, am Ende sollten es wieder mehr als 300 werden.


Nebelschwaden ziehen am frühen Morgen durch die Hochtäler der Cevennen und werden von der Sonne vertrieben, die sich kurz vor acht Uhr über die nahegelegenen Hügelketten schiebt. Noch einmal genießen wir das fantastische Frühstück im „Hotel de la Poste“, bevor wir uns auf die Reise machen.

Madame kommt auf den Parkplatz, um uns persönlich zu verabschieden; in zwei Jahren kommen wir mal für ein paar Tage,  raune ich Ihr zu. Für ein paar Tagestouren durch die Cevennen ist das Hotel ein guter Standort. Ihr Mann hat derweil seine TDM aus dem Schuppen geholt und outet sich als Motorradfahrer.


Wir klemmen uns auf die Route National und fahren gen Norden – nicht allzu lange, denn die Breite Straße ist langweilig. Also suchen wir uns unseren Weg links und rechts der Hauptroute und fahren über eine wenig Vertrauen erweckende Brücke zu einer Burgruine, auf der ein einsames Lama grast.


Nach einem kurzen Fotostopp geht es auf zum Teil winzig kleinen Nebenstraßen nach Puy-en-Valle. Während wir so durchs Nirgendwo rollen denke ich mir, wenn wir jetzt eine kleine Bar finden würden, wäre das der richtige Zeitpunkt für eine Kaffeepause. Er ist es: in Le Brignon finden wir ein idyllisches Plätzchen für eine erste Rast.
Die Mittagspause legen wir in Chamalières-sur-Loire ein. Regionale Besonderheiten verspricht die Küche und verspricht damit nicht zuviel. Allen mundet das letzte gemeinsame Mittagessen dieser Tour; noch sind es 190 kurvenreiche Kilometer bis zum Ziel in Macon.


Wir folgen dem Flußlauf über viele Kilometer, nachdem wir die Ausläufer der Auvergne hinter uns gelassen haben. Das Stelldichein der Kurven, die vor uns liegen, lassen keine Wünsche offen.

In Pontcharra-sur-Tundine legen wir noch eine Kaffeepause ein und treffen dabei Stefan mit seiner Gruppe. Nicht weit von der Bar entfernt, in der wir zusammensitzen feiert ein französisches Paar Hochzeit – mit Blaskappelle und lautem Hallo; herrlich.


Jetzt sind es noch gut 60 Kilometer bis zum Hotel – Punkt 18 Uhr rollen wir auf dem Hotelparkplatz aus. Eine wunderbare Woche geht zu Ende. Danke an alle, die dabei sein konnten.

Die vorletzten 300 Kilometer

Strahlend blauer Himmel am frühen Freitagmorgen. Die vorletzte Tagesetappe liegt vor uns: von Carcassonne nach Châteauneuf-de-Randon; gut 300 Kilometer, auf vorwiegend kleinen Straßen.


Gerade rechtzeitig zum Frühstück schiebt sich die Sonne über den Horizont; kurz nach 9 Uhr starten wir die Motoren. Obwohl wir ein wenig zeitversetzt losfahren, dauert es nicht lange, bis alle 18 Maschinen in einem großen Pulk gen Norden fahren. Dann bleibt Georg mit „seiner Truppe“ auf der Hauptstraße und als die nächsten 15 Kilometer Nebenstrecke als besonders kurvenreich „angepriesen“ werden, zieht Stefan das Tempo an, so dass die Lücke zu meiner Gruppe etwas größer wird.

In Lacaune treffen wir uns an der Bar im Ortszentrum mehr oder weniger zufällig wieder. Ein andere Möglichkeit Kaffee zu trinken gab es offensichtlich nicht.
Tiefe, dunkle Wälder mit dichtem Farn am Wegesrand wechseln sich ab mit weiten Ausblicken über eine herrliche Landschaft. Kilometerlang sind wir unterwegs, ohne auch nur ein anderes Fahrzeug zu treffen. Statt dessen sorgen immer wieder Ausbesserungsarbeiten am Asphaltbelag für Abwechslung und erhöhten Puls, weil die Franzosen dann gern Split sehr reichhaltig auf der Fahrbahn verstreuen.

Durch die Schluchten des Tarn geht es Richtung Milleau. Wir wollen einen Fotostopp unterhalb der gewaltigen Autobahnbrücke einlegen. Die mächtigen Pfeiler ragen wie Spargel in die Höhe; ist schon imposant das Bauwerk.

Nach einer kleinen Mittagsrast nehmen wir Kurs auf Mende. Kurvenreich und stetig an Höhe gewinnend geht es über ein kleines Hochplateau, derweil die imposanten Felsformationen der Tarn-Schlucht so langsam im Rückspiegel verschwinden.


Mit Blick auf die Kathedrale gönnen wir uns in Mende einen leckeren Eisbecher und beschließen, die Rückfahrt zum Hotel nicht über die Nationalstraße zu absolvieren, sondern noch einen kleinen Schlenker durch die Ausläufer der Cevennen zu unternehmen. Eine gute Idee, haben wir die kurvenreichen Nebenstrecken doch quasi für und alleine.

Nach einem opulenten Abendessen gehen die meisten früh zu Bett. Der sechste Fahrtag mit wieder mehr als 300 Kilometern Wegstrecke fordert unsere Kondition heraus. Morgen noch mal nach Macon, dann neigt sich auch diese Motorradtour dem Ende zu.

Ein Tag in den Wolken

Es geht zurück nach Frankreich – da, wo der Himmel wolkenverhangen ist. Nur langsam schiebt sich am Morgen die Sonne über die Berge, während wir unser opulentes Frühstück genießen.


Gut 300 Kilometer und die kurvenreiche Strecke der „Route des Cols“ liegt vor und, bevor wir gehen Abend wieder in Carcassonne sein werden. Kaum haben wir – auf der N 260 fahrend – die Grenze zwischen Spanien und Frankreich passiert, setzen wir den Blinker rechts und folgen nun dem Pyrenäenkamm in östlicher Richtung, auf möglichst kleinen Straßen. Doch die Wolken hängen tief, an diesem Morgen, wann immer wir auf über 800 Meter klettern, fahren wir in dichtem Nebel.


Auf dem ersten Pass muss erst einmal die Brille im Tankrucksack verstaut werden. Dann geht es weiter. Kaum fahren wir wieder ins Tal, ist der „Wolkennebel“ weg, kaum gewinnen wir am nächsten Paß erneut ab Höhe, ist er wieder da. Dann heißt es die Augen zu ganz kleinen Schlitzen zusammenkneifen und die Wangen von ganz kleinen Wassertröpfchen, die wie Nadelstiche „schmerzen“ massieren lassen.

Das geht ein paar Minuten, dann muss das Visier doch ein wenig heruntergeklappt werden. Das beschlägt natürlich sofort, so dass mit dem Finger gewischt wird, was aber nur kurzzeitig hilft. Also, Visier wieder hoch und die Augen zusammengekniffen und ein paar Mintuten später, das Visier wieder zwei Rasten nach unten geklappt … Ihr kennt das?

Je höher wir kommen, umso geringer wird die Sicht. Besondere Aufmerksamkeit erfordern einige Rennradfahrer, die ohne Beleuchtung – völlig aus dem Nichts – plötzlich vor uns auftauchen. Und so manche enge Kehre, deren Verlauf wir nur erahnen können.


Bis Seix kämpfen wir uns so Kilometer für Kilometer durch die Berge, dann legen wir – nach gut 100 Kilometern Wegstrecke – am Marktplatz eine erste Kaffeepause ein.

Weiter geht’s bis nach Tararscon-sur-Ariège, auf jedem Col im Nebel. Wir malen uns aus, wie herrlich wir hier bei strahlendem Sonnenschein hätten Motorrad fahren können. Aber das heutige Wetter hat auch was. Es wird Herbst, das ist deutlich zu spüren. Die ersten Blätter an den Bäumen verfärben sich gelblich, schon liegt Laub auf der Straße. Der dichte Nebel taucht so manchen Col in ein mystisches Licht, weil sich die Sonne doch immer wieder mal durch die Wolkendecke zu kämpfen versucht.

Wir finden eine kleine Bar zur Mittagsrast; kaum haben wir Platz genommen, kommt auch Stefan vorbei und gesellt sich zu uns. Schön, wenn die Gruppen annähernd die gleichen Strecken fahren 😉


Nach dem Essen nur noch trockene Straßen. Der Nebel hat sich verzogen, jetzt läuft es wieder flüssig. Rund zwei Stunden sind wir non-stop unterwegs. Gut 30 Kilometer von Hotel entfernt muss aber doch noch eine kurze Kaffepause direkt an der Bar eingelegt werden, damit die letzte halbe Stunde nicht doch noch zur Qual wird.


Gegen halb sechs sind wir im Hotel, wer mag, bricht noch mal zur alten Festungsstadt von Carcassonne auf, um aus der Entfernung ein paar schöne Bilder zu machen oder den Festungsring von ganz nah zu betrachten.


Morgen geht es weitere 300 Kilometer zurück in Richtung Macon – nur zwei Fahrtage bleiben uns noch ;-(

Ein schluchtenreicher Tag

Endlich einmal morgens nicht wieder alles zusammenpacken müssen. Nur einmal – nämlich heute – bleiben wir bei unserer Reise Richtung Pyrenäen für zwei Nächte an einem Ort. Und so können wir ganz entspannt zum Frühstück gehen, das keine Wünsche offen lässt.


Anschließend ist Sammeln vorm Hotel angesagt. Aus der großen Garage rollen wir auf die Straße und warten darauf, dass die Gruppen neu eingeteilt werden. Zwei Routen stehen zur Wahl: eine „kurze“ mit gut 300 Kilometern, die auf der spanischen Seite bleibt und eine längere, die auf der Rückfahrt hinüber nach Frankreich wechselt.

Alle Gruppen aber müssen erstmal durch den Tunnel von Vielha. Der wurde erst 1948 fertiggestellt. Bis dahin war „die Mutter aller Täler“, wie Vielha auch heißt, von Rest des Landes fast abgeschnitten. Eine Zufahrt aus Spanien war nur über den mehr als 2000 Meter hohen Pass „Port de la Bonaigua“ möglich, über den wir gestern nach Vielha gefahren sind.

Es ist noch ein wenig frisch, als wir gegen 9 Uhr starten. Lange Zeit fahren wir zudem erst einmal im Schatten. Die Sonne hat es nach dem Tunnel noch nicht über die Berge geschafft. Entsprechend frisch sind die Temperaturen. Kurz vor „Pont de Suert“ biegen wir rechts ab auf die N 260 und folgen dann dem Lauf des Flüsschens „Isâbena“, das die ersten kleinen Schluchten, durch die wir heute fahren werden, gegraben hat.
Anschließend geht’s wieder auf die N 260, die in der Michelin-Karte zwar eine grüne Linie trägt, aber meist gut ausgebaut ist und zum Tempobolzen verleitet. Die Landschaft aber ist in der Morgensonne faszinierend.


Wo immer möglich suchen wir die „alten“ Straßen, die langsam im Verfall begriffen sind, auf denen wir mit Steinschlag rechnen müssen, die aber herrliche Aussichten bieten.


Nach dem einen oder anderen Fotostopp und einer kleinen FaKaffeepause nähern wir uns hinter Puyarruego dem Highligt des heutigen Tages: es geht kilometerlang durch eine enge Schlucht, in der die Straße so schmal ist, dass sie nur in eine Richtung befahren werden darf. Freundlicherweise machen die wenigen Autos vor uns bereitwillig Platz, so dass wir immer wieder überholen können – und in folgedessen erst einmal auf Fotostopps verzichten.


Noch mal eine Runde drehen will dann aber auch niemand, so dass wir es bei einem Foto am Schluchtausgang belassen und dann weiterfahren. Nur wenige Kilometer später sehen wir oben am Berg Sonnenschirme im Wind flattern. Kaum erreichen wir Fanlo, findet sich auch schon ein Hinweisschild zu einer kleinen Bar, die über einen kurzen Schotterstich zu erreichen ist.


Im Schatten sitzend genießen wir Bocadillos (Baguettes) und erholen uns ein wenig von den Strapazen des Fahrens bei hohen Temperaturen.


Der Rückweg über die N 260 ist bis Campo mehr Pflicht als Kür. Dann aber wird die Straße wieder schmal und kurvenreich; die nächste Schlucht wartet auf uns. Bis Castejon de Sos lassen wir uns treiben, dann ist Zeit für eine Kaffeepause. Ein wenig Müde von der Hitze und entsprechend verschwitzt ziehen wir den Aufenthalt im Schatten ein wenig in die Länge und genießen das laue Lüftchen, das gelegentlich weht.


Alle freuen sich schon auf den gut sechs Kilometer langen Tunnel von Vielha. Darin ist es angehen kühl. Der Plan, bis zum Tunneleingang alle Lastwagen vor uns niedergekämpft zu haben, um dann freie Fahrt zu haben, scheitert grandios: statt auf weniger stoßen wir auf immer mehr Schwerverkehr, so dass wir bis zum Tankstopp in Vielha nichts mehr riskieren und die letzten Kilometer einfach mitschwimmen.

Morgen geht’s zurück nach Frankreich. Carcasonne, Châteauneuf und Macon sind die letzten drei Etappen unserer Pyrenäenreise. Gut 1300 Kilometer haben wir seit Sonntag schon zurückgelegt.

40 Grad und kein Schatten

Zwei Wege führen uns heute nach Vielha, dem Ort in den spanischen Pyrenäen, der am südlichsten Punkt unserer Reise liegt. Georg wird mit seiner Gruppe über Andorra fahren, während Stefan und ich mit unseren Gruppen weiter westlich, nahe Mont-Louis, die Grenze zum Nachbarland Spanien überqueren.


Wieder wird der Bus mit Koffern und Taschen beladen, dann geht es Punkt 9 Uhr los. Eine halbe Stunde später fahren wir quer durch die Altstadt von Limoux – das ist ein ganz besonderes Erlebnis. Die schmale Straße zwängt sich mitten durch die Häuserschluchten, die Tische und Stühle der zahlreichen Cafés reichen bis dicht an die Stoßstangen der parkplatzsuchenden Autofahrer, die sich den wenig vorhandenen Platz mit Zulieferen streitig machen. Was für ein Chaos – aber nicht einer hat gehupt!


Wir folgen dem Lauf der Aude und legen in Axat das erste Kaffeepäuschen ein. Direkt über dem Fluss sitzen wir auf einer schattigen Terrasse und freuen uns auf die nun folgenden Kilometer. Der „Gorges de St Gorges“ liegt vor uns, der so eng ist, dass er nur einspurig befahren werden darf. Weitere Schluchten und enge Täler folgen, bis wir um 12:30 Uhr die spanische Grenze erreichen.


Mit ein bisschen Suchen finden wir in „Bellver de Cerdanya“ ein nettes Lokal mit einer noch netteren Bedienung. Die Verständigung klappt – auf spanisch-deutsch-französisch-englisch; alles durcheinander. Aber jeder hat bekommen, was er wollte.

Hinter „la Seu d’Urgell“ wird die bislang langweilig breite N 260 herrlich kurvenreich und schmal. Gut 40 Kilometer lang folgt eine Kurve der nächsten – bei so gut wie keinen Verkehr. Ein Traum – wenn es nur nicht so heiß wäre.


Das Thermometer zeigt über 30 Grad und jeder Luftzug gleicht dem eines Föns. Aber: wir wollen nicht meckern – vor einigen Jahren sind wir – auch im Septemer – bei Schneeregen und bitterkalten Temperaturen in den Pyreänen unterwegs gewesen. Dann doch lieber schwitzen.

In Rialp machen wir noch einmal ausgiebig Pause und trinken, im Schatten einer kleinen Bar, reichlich Wasser sowie den einen oder anderen Kaffee. Das Thermometer zeigt mittlerweile Spitzenwerte von 42 Grad! Zeit, dass wir wieder an Höhe gewinnen …

Wir folgen der C-13, zweigen aber beim Stausee „Pantà de la Torrossa“ noch einmal auf eine herrlich Nebenstrecke ab, die sich schmal und kurvenreich den Berg hinauf windet und herrliche Aussichten bietet.


Bald darauf ist mit dem Paß namens „Port de la Bonaigua“ mit 2072 Metern der höchste Punkt der heutigen Tagesetappe erreicht.


Jetzt geht es nur noch bergab. Es ist schon halb sieben, als wir das Hotel, nach gut 335 Kilometern Wegstrecke, erreichen. Trotz der Temperaturen: ein toller Tag.


Krönender Abschluss: ein super leckeres Abendessen nebst kleinen Spaziergang 😉 Mal sehen, was der Tag morgen so bringt …

Ein Tag voller Sonnenschein

Was für ein Morgen! Auf dem Weg zum Frühstück schnell noch mal ein paar Schritte vors Hotel gegangen, um zu sehen (oder besser zu fühlen), wie frisch es draußen auf gut 1200 Metern ist – reichlich 😉 Und genau in dem Moment geht die Sonne hinter der Anhöhe neben unserer Herberge auf. Was für ein toller Einstieg in einen tollen Tag.


Nach einem wunderbaren Frühstück – mit Wurst und Schinken sowie verschiedenen Sorten Käse (alles ganz bestimmt nicht aus dem Supermarkt), machen wir uns auf den Weg, wieder einmal die Cevennen zu entdecken. Auf möglichst kleinen Straßen fahren wir den ganzen Vormittag stets über der 1000-Meter-Marke, kämpfen manchmal mit frisch geteerten Straßen, auf denen der Split mich zentimeterhoch liegt, und genießen ansonsten die prächtige Landschaft, die an jeder Ecke zu einem neuerlichen Fotostopp einlädt.


Hier, irgendwo im Nirgendwo, gibt es zwar immer wieder kleine Ortschaften, aber natürlich keine Möglichkeit zu Einkehr. Und so ist es kaum verwunderlich, dass wir beim ersten Kaffeestopp auf Stefan treffen, der wir wir das Hinweisschild zum „Cafe de Pays“ nahe Rousses gesehen hatte.


Mittag machen wir dann in den alten Markthallen von St-Jean-du-Bruel. Unter dem hohen Dach ist es schön schattig, es weht ein laues Lüftchen – hier lässt es sich aushalten. Nach dem opulenten Mahl vom gestrigen Tage gönnen wir uns diesmal wirklich nur eine Kleinigkeit.


Über viele Höhenzüge und durch zahlreiche Gorges fahrend kommen wir ins Rousillion. Weinberge säumen unseren Weg, das Land wird flacher. In Olonzac liegt rechts der Straße das Café de la Poste. Neben dem Bürgersteig ist gerade noch soviel Platz, dass wir unsere Motorräder abstellen können – so können wir, wie gewünscht (und erhofft) unter alten Platanen noch ein kleines Päuschen einlegen. Klaus und Wolfgang nutzen die Gelegenheit, sich mit einem leckeren Eis zu erfrischen.


Kurz vor Carcasonne wollen wir noch einen Tankstopp einlegen, doch die Automatentankstelle akzeptiert weder deutsche EC- noch Kreditkarten. Ich frage mich immer wieder, wann im vereinten Europa diese unsinnigen „Eigenbrödeleien“ endlich ein Ende haben werden. Also steuern wir den nächsten Supermarkt an und tanken da.

Das Abendessen ist wieder ein Genuß. Es gibt Ente „an“ Salat und anschließend ein deftiges Cassoulet. Da landet so mancher Nachschlag auf dem Teller, sind die Schüsseln doch wohl gefüllt.


Morgen werden wir die spanische Seite der Pyrenäen erreichen und zwei Nächte in Vielha bleiben. Endlich einmal morgens nicht wieder alles zusammenpacken müssen …