Tagesarchiv: 10/09/2016

Doch wieder mehr als 300 Kilometer

Die letzte Tagesetappe – es geht zurück nach Macon. 270 Kilometer sind geplant, am Ende sollten es wieder mehr als 300 werden.


Nebelschwaden ziehen am frühen Morgen durch die Hochtäler der Cevennen und werden von der Sonne vertrieben, die sich kurz vor acht Uhr über die nahegelegenen Hügelketten schiebt. Noch einmal genießen wir das fantastische Frühstück im „Hotel de la Poste“, bevor wir uns auf die Reise machen.

Madame kommt auf den Parkplatz, um uns persönlich zu verabschieden; in zwei Jahren kommen wir mal für ein paar Tage,  raune ich Ihr zu. Für ein paar Tagestouren durch die Cevennen ist das Hotel ein guter Standort. Ihr Mann hat derweil seine TDM aus dem Schuppen geholt und outet sich als Motorradfahrer.


Wir klemmen uns auf die Route National und fahren gen Norden – nicht allzu lange, denn die Breite Straße ist langweilig. Also suchen wir uns unseren Weg links und rechts der Hauptroute und fahren über eine wenig Vertrauen erweckende Brücke zu einer Burgruine, auf der ein einsames Lama grast.


Nach einem kurzen Fotostopp geht es auf zum Teil winzig kleinen Nebenstraßen nach Puy-en-Valle. Während wir so durchs Nirgendwo rollen denke ich mir, wenn wir jetzt eine kleine Bar finden würden, wäre das der richtige Zeitpunkt für eine Kaffeepause. Er ist es: in Le Brignon finden wir ein idyllisches Plätzchen für eine erste Rast.
Die Mittagspause legen wir in Chamalières-sur-Loire ein. Regionale Besonderheiten verspricht die Küche und verspricht damit nicht zuviel. Allen mundet das letzte gemeinsame Mittagessen dieser Tour; noch sind es 190 kurvenreiche Kilometer bis zum Ziel in Macon.


Wir folgen dem Flußlauf über viele Kilometer, nachdem wir die Ausläufer der Auvergne hinter uns gelassen haben. Das Stelldichein der Kurven, die vor uns liegen, lassen keine Wünsche offen.

In Pontcharra-sur-Tundine legen wir noch eine Kaffeepause ein und treffen dabei Stefan mit seiner Gruppe. Nicht weit von der Bar entfernt, in der wir zusammensitzen feiert ein französisches Paar Hochzeit – mit Blaskappelle und lautem Hallo; herrlich.


Jetzt sind es noch gut 60 Kilometer bis zum Hotel – Punkt 18 Uhr rollen wir auf dem Hotelparkplatz aus. Eine wunderbare Woche geht zu Ende. Danke an alle, die dabei sein konnten.

Die vorletzten 300 Kilometer

Strahlend blauer Himmel am frühen Freitagmorgen. Die vorletzte Tagesetappe liegt vor uns: von Carcassonne nach Châteauneuf-de-Randon; gut 300 Kilometer, auf vorwiegend kleinen Straßen.


Gerade rechtzeitig zum Frühstück schiebt sich die Sonne über den Horizont; kurz nach 9 Uhr starten wir die Motoren. Obwohl wir ein wenig zeitversetzt losfahren, dauert es nicht lange, bis alle 18 Maschinen in einem großen Pulk gen Norden fahren. Dann bleibt Georg mit „seiner Truppe“ auf der Hauptstraße und als die nächsten 15 Kilometer Nebenstrecke als besonders kurvenreich „angepriesen“ werden, zieht Stefan das Tempo an, so dass die Lücke zu meiner Gruppe etwas größer wird.

In Lacaune treffen wir uns an der Bar im Ortszentrum mehr oder weniger zufällig wieder. Ein andere Möglichkeit Kaffee zu trinken gab es offensichtlich nicht.
Tiefe, dunkle Wälder mit dichtem Farn am Wegesrand wechseln sich ab mit weiten Ausblicken über eine herrliche Landschaft. Kilometerlang sind wir unterwegs, ohne auch nur ein anderes Fahrzeug zu treffen. Statt dessen sorgen immer wieder Ausbesserungsarbeiten am Asphaltbelag für Abwechslung und erhöhten Puls, weil die Franzosen dann gern Split sehr reichhaltig auf der Fahrbahn verstreuen.

Durch die Schluchten des Tarn geht es Richtung Milleau. Wir wollen einen Fotostopp unterhalb der gewaltigen Autobahnbrücke einlegen. Die mächtigen Pfeiler ragen wie Spargel in die Höhe; ist schon imposant das Bauwerk.

Nach einer kleinen Mittagsrast nehmen wir Kurs auf Mende. Kurvenreich und stetig an Höhe gewinnend geht es über ein kleines Hochplateau, derweil die imposanten Felsformationen der Tarn-Schlucht so langsam im Rückspiegel verschwinden.


Mit Blick auf die Kathedrale gönnen wir uns in Mende einen leckeren Eisbecher und beschließen, die Rückfahrt zum Hotel nicht über die Nationalstraße zu absolvieren, sondern noch einen kleinen Schlenker durch die Ausläufer der Cevennen zu unternehmen. Eine gute Idee, haben wir die kurvenreichen Nebenstrecken doch quasi für und alleine.

Nach einem opulenten Abendessen gehen die meisten früh zu Bett. Der sechste Fahrtag mit wieder mehr als 300 Kilometern Wegstrecke fordert unsere Kondition heraus. Morgen noch mal nach Macon, dann neigt sich auch diese Motorradtour dem Ende zu.