Monatsarchiv: Mai 2026

St. Pankratius sei Dank

Die Eisheiligen sind da – und machen ihrem Namen alle Ehre. 6 Grad zeigt das Bordthermometer; viel mehr werden es heute nicht werden. So mancher kramt die Regenjacke aus dem Topcase – die schützt nicht nur vor Nässe, sondern auch vor Kälte …

Wir rollen zunächst die Mosel entlang, erklimmen die erste Anhöhe und stürzen und bald darauf wieder kurvenreich ins Tal. Heute ist ein Tag, beim die Straßen keine 100 Meter weit geradeaus führen werden.

Der Abzweig ins Schrumptal scheint wegen Bauarbeiten gesperrt. Kein Durchkommen, auch nicht für Radfahrer steht an der Zufahrt. Keine Chance? Doch Halt: kurz hinter dem Sperrschild geht eine Straße links weg, die ebenfalls nach Münstermaifeld führt – vielleicht können wir die nehmen? Wir wenden kurz und versuchen unser Glück – um festzustellen, dass offensichtlich beide Straßen offiziell nicht befahrbar sind. Ich frage ein Ehepaar, das gerade in ein Auto steigt, ob es für Motorradfahrer nicht doch die Möglichkeit gebe …

„Das Schrumptal ist wieder offen, da könnt ihr durchfahren“, ruft sie mir freundlich winkend zu. Also versuchen wir unser Glück und fahren besonders vorsichtig die kleine Straße entlang, die von zahlreichen Mühlen gesäumt wird.

wirklich kein

Warum stehen nur all die Schilder da?

Wenig später legen wir an der Burg Pyrmont einen Fotostopp ein. Eine steinerne Brücke – auf der eine kleine Kapelle steht – führt übers Tal, unterhalb lädt die Mühle Pyrmont Wanderer zu einer Rast ein. Wir aber fahren weiter …

Unser nächstes Ziel ist der Valwiger Berg; die kehrenreiche Serpentinenstrecke die hier hinauf oder hinunter führt, wird spaßhalber auch das „Stilfser Joch“ der Mosel genannt. Bevor wir die unter die Räder nehmen, stärken wir uns erstmal mit einer Kaffeepause, oder einem heißen Kakao mit Sahne …

Gleich gegenüber vom Gasthof steht einen unscheinbar wirkende Wallfahrtskapelle. Die Küsterin war so nett, die Tür für uns etwas früher aufzuschließen. So konnte ich während der Kaffeepause noch ein paar Bilder machen …

Gut 80 Kilometer sind es bis Treis – nicht auf direktem Weg, sondern mit ein paar schönen Schleifen über die Moselanhöhen. Zuvor stürzen wir uns aber das „Stilfser Joch der Mosel“ hinunter und genießen jeden Meter Strecke. In Treis machen wir im Bootshaus Mittag und genießen den Ausblick auf den kleinen Yachthafen.

Die vorletzte Etappe des heutigen Tages führt uns hoch hinaus – am Gedeonseck wollen wir noch einmal Pause machen und den sensationellen Ausblick auf die Rheinschleife genießen …

Blick auf die Rheinschleife

Auf einer kleinen Info-Tafel heißt es: „An diesem Ort verweilte Johann Baptist Berger, Pfarrer in Boppard von 1833 bis 1888, mit dem Dichternamen „Gedeon von der Heide“ und ließ sich von dem herrlichen Ausblick zu seinen Gedichten und Liedern inspirieren. Zu seinem Gedenken benannte man diese Platz „Gedeonseck“. Nun wissen wir Bescheid.

Nachdem wir reichlich Aussicht – und auch Kuchen – genossen hatten, machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel …

Ein Feierabendbier und reichlich Fachgesprächen später, ging es zum Abendessen. Heute gab es Ingwer-Karottensuppe als Vorspeise, ein lecker Schnitzel vom Eifelschwein mit einer herrlichen Pilzsauce, Pommes und Salat. Zum Nachtisch noch Tiramisu – herrlich …

Auf der anderen Seite der Mosel, hoch oben am Berg, erstrahlt jeden Abend ein Kreuz: sichtbares Glaubenbekenntnis einer überwiegend katholischen Bevölkerung, wurde mir gesagt …

Ein wunderbarer Tag geht langsam zu Ende. Gegen Nachmittag waren die Temperaturen gerademal zweistellig – aber es war trocken.

Das Kreuz leuchtet links oben im Bild

Wetterkapriolen

Der Regen ist da, wie angekündigt. Die Schauer, die des morgens niederprasseln, nehmen an Intensität immer mal wieder zu. Keine schönen Aussichten. Dafür zwitschern die Vögel, dass es eine wahre Pracht ist.

Wir sind ein wenig unentschlossen und beschließen, uns aufzuteilen. Stefan fährt mit den „Unerschrockenen“ (Michael, Ingo und Dirk) wie geplant um 9 Uhr los. Uwe macht sich mit den „Unentschlossenen“ um 11:30 Uhr auf den Weg nach Maria Laach, wo wir uns dann zum gemeinsamen Mittagessen treffen wollen.

Es nieselt noch immer ein wenig, als wir uns zweieinhalb Stunden später ebenfalls auf den Weg machen. Das Thermometer zeigt gerade einmal 6 Grad Plus, auf einer Höhe von 250 Metern. Stefans Truppe wird nach der Kaffeepause die „Hohe Acht“ ansteuern, den mit knapp 700 Metern höchsten Punkt der Eifel. Da waren es dann nur noch 3,5 Grad …

Gegen halb eins erreichen wir die Klostergaststätte von Maria Laach. Das Parken ist für Motorradfahrer kostenfrei; im Lokal ist wunschgemäß ein Tisch am Fenster für uns reserviert. Alles bestens; danke. Eine heiße Tomatensuppe oder eine Currywurst mit Pommes sind so ganz nach unserem Geschmack. Zum Nachtisch noch ein „Klostergedeck“: Vanilleeis mit Karamellsauce und Nüssen, dazu ein Espresso – herrlich …

Es nieselt nur noch, als wir wieder aufbrechen. Ich möchte mir noch die Kirche von Maria Laach anschauen, alle anderen wollen lieber Motorrad fahren. So verabreden wir uns um halb vier zur gemeinsamen Kaffeepause; mir bleibt mehr als eine Stunde für eine private Fotopirsch. Zunächst durch den Skulpturengarten, dann durch die Kirche …

Es regnet nicht mehr, zwischenzeitlich lugt sogar die Sonne zwischen den Wolken hindurch. Ein Spatzenpaar hat ein Mauerwerk gebrütet und verpflegt den Nachwuchs nun durch einen engen Schlitz – herrlich anzuschauen …

Zur nachmittäglichen Pause treffen wir uns wieder. Die Gruppe war gut 75 Kilometer unterwegs, ich nur rund 15 Kilometer. Ein Stück Kuchen haben sich alle verdient. Vom gestrigen Muttertag gibt es noch Himbeertorte mit Buttercreme in Herzform, die sich prima durch zwei teilen lässt. Ich entscheide mich für das letzte Stück Mandarinenkuchen …

Bis zum Hotel ist es nicht mehr weit. Wir stürzen uns kurvenreich von den Moselanhöhen ans Flussufer. Ein Tankstopp noch und wir sind wieder da.

Das Abendessen ist wieder ganz nach unserem Geschmack: nach einer leckeren Spargelcreme-Suppe gibt es ein ordentliches Cordon bleu vom Eifelschwein, mit Pommes frites und Salat. Als Desert ein feines Creme brûlée mit Himbeere – und ganz zum Schluss was Hochprozentiges. Nach der feinen Zwetschge gestern, heute mal eine Mirabelle. Was für ein toller Tag …

Zum Auftakt an die Lahn

Es ist gerade 12:30 Uhr – und die meisten Teilnehmer der kurvenreichen Moselrunde sind schon im Hotel eingetroffen. Zwei fehlen noch, aber wir wollen ja auch erst um 14:00 Uhr zur ersten Tour starten.

Der Parkplatz ist schon gut gefüllt 😉

Für alle Hungrigen gibt es lecker Flammkuchen; wir sitzen auf der Terrasse und genießen den herrlichen Sonnenschein. Rainer ist seit Langem mal wieder da; alles „alte Bekannte“ bei dieser Tour.

Lecker Flammkuchen als kleiner Mittagssnack

Etwas früher als geplant, starten wir die Motoren. Von der Mosel soll es über den Rhein an die Lahn gehen. Leider ist die nächstgelegene Fähre bei Boppard für Monate außer Betrieb: ein unaufmerksamer Schiffsführer ist mit dem Anleger kollidiert; der muss jetzt erstmal repariert werden …

Auf möglichst kleinen Straßen fahren wir nach St. Goar, um von dort nach St. Goarshausen überzusetzen. Die Fähre erreichen wir „just in time“; als wir die Uferstraße entlang fahren, sehen wir, wie sie sich der Rampe nähert. Stolze 4,70 Euro kostet die Überfahrt für ein Motorrad mittlerweile. Gleichwohl genießen wir die kurze „Seereise“

Unser Ziel ist das verträumte Örtchen Balduinstein. Im alten Bahnhof „Stellwerk“ betreibt Jenniffer mit ihrem Team am Wochenende ein kleines Café. Die Auswahl an leckeren Kuchen hat uns (wieder mal) begeistert. Der Name ist dabei Programm; wir sitzen an einem langen Tisch vor der alten Mechanik, mit der einst Weichen und Signale gestellt wurden …

Rund um das Café ist Baustelle: die alte Lahnbrücke ist abgerissen und die neue offiziell noch nicht in Betrieb genommen. Für Schiffe ist die Durchfahrt unter der Brücke gesperrt, für Motorradfahrer die Fahrt über die Brücke noch nicht erlaubt. Also fahren wir – nach dem Bezahlen – ein kleines Stück retour, bevor wir uns gen Koblenz halten – auf teilweise recht rumpeligen Straßen. Wohl dem, der ein Motorrad mit langen Federwegen sein eigen nennt …

Den Rhein queren wir auf dem Rückweg – langweilig aber pragmatisch – auf der Bundesstraße, die nahe Koblenz über den Fluss führt. Auf den letzten Kilometern sind wieder kleine Straßen angesagt. Noch ein Tankstopp – und wir sind zurück im Hotel …

Tankstopp

Punkt halb acht wird das Abendessen serviert. Als Vorspeise gibt es Vitello tonato, anschließend einen kleinen Salat. Als Hauptgericht Kalbsmedallions mit Bratkartoffeln (und reichlich Nachschlag. Zum Nachtisch eine Mousse au chocolat. Alles sehr lecker …

Auf den schönen ersten Tag gönnen wir uns noch was Hochprozentig: Birne und eine alte Pflaume sind die Favoriten.

Morgen soll das Wetter wechselhaft werden. Für die Nacht ist ordentlich Regen angekündigt. Mal sehen, wie es ausschaut, wenn wir beim Frühstück sitzen werden. Bis dahin bleiben wir zuversichtlich 😉

Zuerst zum Moseldom …

Leichter Nebel an der Mosel

Um kurz vor acht gibt sich die Mosel wenig einladen. Leichte Nebelschwaden wabern über den Fluss, die Sonne hat es noch nicht über die Anhöhen geschafft …

Zwei Tassen Kaffee und ein Mohnbrötchen später, sieht die Welt schon wieder anders aus 😉

Die Sonne ist da

Mein erstes Ziel ist der „Moseldom“ – so wird die mächtige Kirche St. Castor in Karden genannt, die als eine der imposantesten zwischen Trier und Koblenz gilt. Vorbei an Burg Bischofstein wechsle ich bei Treis die Fluss-Seite und finde nahe der Kirche einen Abstellplatz für mein Motorrad. Eine gute halbe Stunde nehme ich mir Zeit, um all die wundersamen Kunstwerke zu fotografieren, die das Besondere von St. Castor ausmachen.

Auf dem Weg, der mich nun nach Bremm führt, lege ich immer wieder kurze Fotostopps ein.

In einer der vielen Moselschleifen liegt die Ruine des einstigen Klosters Stuben. Das Stift war Anfang des 12. Jahrhunderts gegründet und 1802 aufgehoben worden. Danach begann der Verfall. Schon auf der Anfahrt lassen sich ein paar vielversprechende Bilder machen.

Kurz vor Erreichen der Klosterruine gönne ich mir einen Pause. Statt Mittagessen gibt es Eis mit frischen Erdbeeren; dazu kann ich nicht Nein sagen 😉

Lecker …

Die Klosterruine ist auf einem schmalen Asphaltweg zu erreichen, auf dem – aus Rücksicht auf Radfahrer und Fußgänger – nicht schneller als 20 km/h gefahren werden darf -, nur die letzen 100 Meter sind unbefestigt.

Rein kommt man nicht in die Ruine, nur bei offiziellen Anlässen. Beeindruckend ist das geschichtsträchtige Bauwerk schon. Aufmerken lassen die stilisierten Fenster aus Stoff, die von Schülerinnen und Schülern einer benachbarten Schule gestaltet wurden.

Durch die Weinberge, deren Böden von unzähligen kleinen Schieferplatten bedeckt sind, geht es nach Bullay – und dort über die erste Doppelstockbrücke, Oben fahren Züge, unten Autos und Motorräder …

Kurz darauf ist die Marienburg erreicht. Die liegt auf einer Insel, mitten in der Mosel, und bietet eine fantastische Aussicht.

Blick von der Marienburg auf die beiden Moselsarme

Nun beginnt Plan B: Dummerweise habe ich meinen kleinen Foto-Apparat – den ich zusätzlich zum iPhone nutze – zu Hause liegen lassen. Also fahre ich nicht mehr die Mosel entlang, sondern einmal quer durch den Hunsrück, um diesen zu holen. Zur „Belohnung“ gibt es unterwegs einen Kaffee …

Einfach vergessen …

Kurvenreich, ohne Autobahn – und schon hatte die App „Kurviger“ eine schöne Route berechnet, die mich in gut zwei Stunden zurück an die Mosel führt …

Oberhalb von Brodenbach dann noch ein herrlicher Fotostopp am sehr späten Nachmittag …

Bis um 19:30 Uhr auf der Hotel-Terrasse zu sein, hat nicht so ganz geklappt. Es wurde zehn Minuten später. Die Pasta mit Bärlauch-Pesto aus der Region war ganz hervorragend. Und dann begann die Qual der Wahl …

Wunderbare Moseltäler

Blick auf die Mosel

Ich bin schon da 😉 Am Sonntag startet unsere Moseltour offiziell. Um schon mal ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen, bin ich bereits am Freitagabend losgefahren. Sitze jetzt beim Frühstück – mit diesem herrlichen Ausblick …