Monatsarchiv: Mai 2009

Ein lukullischer Samstag

TOURBERICHT
Samstag, 30.5.2009 | vhs Main-Taunus

Ich liebe Erdbeeren, vor allem Erdbeerkuchen. Und den gab es mehr als genug, an diesem wunderbaren Samstag, als wir mit einer Motorradgruppe der vhs Main-Taunus ins Gladenbacher Bergland unterwegs waren. Früh morgens um 9 Uhr wollten wir uns an der Raststätte Wetterau an der A 5 treffen; alle – bis auf einen – hatten vollgetankt.

Relativ pünktlich, bereits um kurz nach 9 Uhr, ging es dann los. 20 interessierte Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer wollten mit uns die hügelige Landschaft westlich von Marburg entdecken, so dass wir uns in zwei Gruppen auf den Weg machen konnten. Durch Waldsolms und den Schöffengrund ging es, vorbei an Braunfels, Richtung Leun. Auf der Sonnenterrasse der „Bäckerei Kurt Bölzer“, im Stadtteil Biskirchen, legten wir den ersten Stopp ein. Frischer Erdbeerkuchen war schon hier der Renner.

Weiter ging´s, durchs romantische Biebertal, nach Gladenbach, unterhalb von Marburg. Die Sonne schien und ein kräftiger Wind hatte allen Dunst weggeblasen, so dass wir herrliche Fernblicke über das anmutige Gladenbacher Bergland genießen konnten. Im „Hotel-Restaurant Zum Rosengarten“, am Rande von Gladenbach, legte wir die Mittagspause ein und ließen uns auch hier verwöhnen.

Für einen Abstecher ins Wittgensteiner Land reichte die Zeit nicht mehr, aber sicher werden wir hier nicht das letzte Mal Motorrad gefahren sein. Über die Ausläufer des Westerwaldes ging es dann Richtung Weilburg; zuvor aber mussten wir noch einen Tankstopp einlegen! Herbert hatte keinen Sprit mehr, weil er – anders als alle anderen – am morgen …

Um nicht durch Weilburg fahren zu müssen bogen wir wenig später auf die Lahnbrücke ab und erreichten auf kleinen, kurvenreichen Straßen schließlich Dietenhausen. Hier, im Gasthaus „Zum Iserbachtal“, ließen wir uns am späten Nachmittag noch einmal mit Kaffee und Erdbeerkuchen oder riesigen Stücken an Orangenkuchen beziehungsweise Schwarzwälder Kirschtorte verwöhnen. Wenn es nicht schon so spät gewesen wäre – hier hätten wir noch ein wenig verweilen können …

Vielleicht doch lieber Schwarzwälder statt Eis?

Vielleicht doch lieber Schwarzwälder statt Eis?

Zurück ging´s dann durchs Weiltal, mit einem schnellen Abstecher hinauf auf den Feldberg. Punkt 19 Uhr stand die BMW wieder in der Garage. Jetzt wollen wir mal versuchen, die gefahrene Strecke in google-maps abzubilden. Mal sehen, ob uns das gelingt.

Und am Samstag, den 4. Juli, sind wir noch einmal mit der vhs unterwegs. Dann geht es in den Vogelsberg.

Welche Strecken sind wir gefahren?

Schon lange suche ich nach einer Möglichkeit, die von uns gefahrenen Strecken für Euch alle sichtbar im Internet zu dokumentieren. Die vom GPS aufgezeichneten Tracks kann ich mir in Mapsource – dem Routingprogramm von Garmin anschauen – und vom PC auch in google-earth laden. In meinen Web-Auftritt konnte ich eine solche „Dokumentation“ aber bislang nicht integrieren.

Jetzt habe ich zwei schöne Programme gefunden: Everytrail und GPSies. Damit lassen sich Routen darstellen und teilweise sogar mit Fotos versehen. Ein bisschen ausprobieren konnte ich schon; demnächst wirst Du erste Ergebnisse auf meiner Homepage vorfinden.

Hast Du vielleicht weitere Vorschläge oder Ideen? Möglicherweise gibt es ja noch bessere oder leistungsfähigere Programme, die Du mir empfehlen kannst? Ich bin sehr gespannt.

Tagestour ins Gladenbacher Bergland

Am Samstag starten wir zur ersten vhs-Tagestour in dieser Saison. Ziel ist das weitgehend unbekannte Gladenbacher Bergland nahe Marburg. Gestern habe ich die Teilnehmerliste bekommen: die Tour ist komplett ausgebucht! 20 interessierte Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer haben sich angemeldet, darunter viele, die das erste Mal dabei sein werden. Zwei stehen zudem noch auf der Warteliste.

Dieter wird mich begleiten, so dass wir wieder mit zwei Gruppen unterwegs sein werden. Vom Treffpunkt in der Wetterau geht es auf kleinen kurvenreichen Straßen zunächst immer Richtung Norden. Eigentlich hätten wir gern noch beim „Ersten deutschen Polizeimuseum“ vorbei geschaut, aber das ist nur einmal im Monat geöffnet und natürlich nicht an diesem Samstag.

Zum Abschluss geht es hoch hinauf

TOURBERICHT ARDENNEN
Sonntag, 24.5.2009 | 4. Tag

Noch einmal ist Kultur angesagt, an diesem Sonntagmorgen, unserem (leider schon) letzten Tag in den Ardennen. Wieder steht die Sonne strahlend am blauen Himmel, als wir uns auf den Weg nach Remouchamps machen. Die Tropfsteinhöhle inmitten der Stadt ist unser Ziel.

1200 Meter weiter laufen wir in den Berg hinein. Zwängen uns durch enge Stollen und schmale Gänge, bewundern dabei immer wieder, was die Natur so im Laufe der Jahrtausende an bizarren Felsformationen geschaffen hat. Unablässig klicken die Fotoapparate, wollen doch all die Stalagmiten und Stalatiten im Bild festgehalten werden. Mal sehen, was an Fotos bei dem dämmrigen Licht wirklich was geworden ist …

Mit dem Boot geht es dann zurück zum Ausgangspunkt. Die Strömung des Rubicon treibt uns auf dem unterirdischen Fluss 700 Meter weit durch den Berg. Es schwankt, und knarzt, gelegentlich ist es so dunkel, dass man fast die Orientierung verlieren könnte und doch macht die Bootstour einen riesigen Spaß.

Letztes Ziel und Schlußpunkt unserer Reise ist das „Signal de Botrange“, der mit 694 Meter höchste Punkt der Ardennen – fast! Denn etwas versteckt, im Waldesrand, findet sich ein kleiner Erdhügel, auf den eine steile Treppe hinaufführt. Den hatte einst der belgischen General-Leutnant und General-Gouverneur für die Ostkantone, Baron Herman Baltia, aufschütten lassen. Wer den so genannten „Baltia-Hügel“ erklimmt, steht in 700 Metern Höhe. Doch wurde dieser Versuch, so über die 694 Meter hinaus zu kommen, offiziell nie anerkannt.

Vom Hohen Venn aus treten wir dann die Heimreise an. Die Touren durch die Ardennen waren wieder einmal mehr als beeindruckend. Hier könnten wir ruhig öfter mal Motorrad fahren – wenn das Wetter nicht so unbeständig wäre. Vier Tage Sonnenschein am Stück, wie wir sie genießen konnten, sind leider mehr als ungewöhnlich. Wir hatten (wieder einmal) Glück …

Sieben-Länder-Tour in den Ardennen

TOURBERICHT ARDENNEN
Samstag, 23.5.2009 | 3. Tag

Dass die Belgier eine Radfahrer-Nation sind, ist uns an diesem Samstag wieder mehr als bewusst geworden. Auf dem Weg nach Durbuy kamen sie uns unablässig entgegen: strampelnd, keuchend, zu zweit, allein, in großen Gruppen, beherzt in die Pedale tretend – irgendwo in nächster Umgebung schien es ein kleines Rennen zu geben und wir waren mitten drin. Glücklicherweise fuhren wir entgegengesetzt, so dass uns die „Pedaleure“ nicht weiter störten; wenngleich wir schon beeindruckt waren.

Durbuy nimmt für sich in Anspruch, mit 400 Einwohnern die kleinste Stadt der Welt zu sein; laut Wikipedia gebürt die „Ehre“ hingegen Arnis, zählt man dort, auf der Halbinsel Schlei in Schleswig-Holstein, doch nur 300 Einwohner. Uns ist das völlig egal; wir trinken am Fußufer unseren Kaffee und genießen die herrliche Aussicht.

Speedy lässt es sich nicht nehmen, die Teilnehmer zu einer kleinen, spontanen, persönlichen Stadtführung einzuladen, bei der er viele schöne Fotomotive und einen tollen Blick auf die Burg entdeckt.

Das Mittagessen nehmen wir gemeinsam in einer kleinen Mühle nahe Roche en-Ardenne ein, dann ist Motorradfahren angesagt! Von Belgien geht es nach Luxemburg, von Luxemburg nach Belgien, von Belgien nach Deutschland, von Deutschland nach Belgien, von Belgien nach Luxemburg und von Luxemburg wieder zurück nach Belgien. Sieben Länder in gut zwei Stunden und das auf vorwiegend kleinen Schmugglerpfaden, an denen es nie einen Grenzübergang gab. Toll!

Wieder im Vielsalm angekommen, gönnen wir uns im Garten des Hotels noch ein kleines Bier, bevor es unter die Dusche und dann zum Essen geht. Auch heute Abend wird unsere Geduld wieder auf eine harte Probe gestellt; satt und zufrieden geht es dann aber doch irgendwann ins Bett.

Kurven bis zum schwindlig werden

TOURBERICHT ARDENNEN
Freitag, 22.5.2009 | 2. Tag

Die Ardennen sind doch immer wieder eine Reise wert. Was sind wir heute für Kurven gefahren! Unablässig ging es links herum und gleich wieder rechts herum. Den Berg hinauf und dann wieder hinab – auf Wegen, die bei uns allein der Landwirtschaft vorbehalten wären. Vorbei an gurgelnden Bächen und määndernden Flüssen, durch Wälder und Wiesen – einfach fantastisch.

Bei strahlendem Sonnenschein gab es nach gut eineinhalb Stunden Fahrt, die erste Kaffeepause. Zuvor waren uns immer wieder alte Citroens begegnet, die das lange Wochenende wohl für ein Treffen und/oder eine Ausfahrt durch die Ardennen nutzten. Dann war das „European Space Center“ nahe Transinne das Ziel. Hier wollten wir eigentlich die Ariane und das Columbus-Shuttle besichtigen. Doch der entsprechende Bereich war wegen Umbauarbeiten geschlossen.

Statt dessen legten wir in Redu ein schönes Mittagspäuschen ein und ließen uns im Anschluss von einen liebenswerten Belgier in die Geheimnisse des Papierschöpfens einweihen. Speedy hingegen nutze die angebotene Führung im Space Center und konnte die Raketen und Shuttle-Modelle, die im Maßstab 1 zu 1 aufgebaut waren, zumindest von außen besichtigen. Das war schon sehr beeindruckend.

Die obligatorische Kaffeepause am Nachmittag legten wir am Belvedere nahe der fünf Ourthe-Schleifen ein, bevor es über Roche en-Ardenne zurück ins Hotel ging. Und weil die ursprünglich geplante Strecke über die N 89 doch zu langweilig schien, wurde schnell noch eine kleine Schleife über eine kurvenreiche Nebenstrecke eingelegt.

Kurz vor 18 Uhr waren wir wieder im Hotel. Gerade noch rechtzeitig, um ein paar belgische Pralinés zu kaufen …

Auf nach Spa Francorchamps

TOURBERICHT ARDENNEN
Donnerstag, 21.5.2009 | 1. Tag

Während im Rhein-Main-Gebiet schwere Gewitter niedergehen, sind wir bei strahlendem Sonnenschein in den Ardennen unterwegs. Fast alle Teilnehmer waren bis 16 Uhr im Hotel eingetroffen, so dass wir einigermaßen pünktlich zur ersten Tour starten konnten. In zwei Gruppen werden wir bis Sonntagmittag die Ardennen erkunden, die sich für kurvenreiche Motorradtouren geradezu anbieten

Zunächst ging es, auf vorwiegend kleinen kurvenreichen Straßen, nach Spa Francorchamps. Ein schmaler, asphaltierter Feldweg, der in Deutschland nur von landwirtschaftlichem Verkehr hätte befahren werden dürfen, führte uns bis direkt an die legendäre Rennstrecke. Unablässig donnern Motorräder über den engen Kurs und legen atemberaubende Schräglagen hin. Wir treffen eine 81 Jahre alte Frau, die ihren Hund spazieren führte, und sich – obwohl sie hier schon lange wohnt – immer noch über den „fürchterlichen Motorenlärm“ beklagt. 24 Stunden lang würde Rennen gefahrenen und das schon seit Tagen, meinte sie. Zugegeben, es klang schon ein wenig „kernig“, wie an diesem Donnerstag die Motorräder unablässig ihre Runden drehten.

Ein kurzes Kaffeepäuschen legten wir am späten Nachmittag am Wasserfall von Coo ein. Auf dem Weg dorthin werden wir von einem feuerroten Ferrari ausgebremst. Der ist so flach, dass er nur im Schritttempo über die Bodenwellen, die am Ortsausgang von Francorchamps in den Asphalt eingelassen sind, fahren kann.

Während wir uns eine ausgiebige Kaffeepausen gönnen, nutzt Speedy die Zeit, um mit seiner Gruppe noch ein paar zusätzliche Kilometer zu fahren. Gleichwohl treffen wir fast zeitgleich im Hotel ein und freuen uns auf das Abendessen. Das stellt uns vor unvermutete Schwierigkeiten: zum einen ist nicht so ganz klar, was sich hinter den klangvollen Namen der Menuvorschläge tatsächlich verbirgt, zum anderen dauert es eine kleine Ewigkeit, bis das Essen endlich auf dem Tisch steht. Was wir bekommen, ist aber lecker und so können wir nach dem ersten Tag in den Ardennen zufrieden schlafen gehen.