Monatsarchiv: Juni 2013

Einmal rund um Künzelsau

TOURBERICHT JAGST-TAL
Sonntag, 30. Juni 2013 | 4. Tag

Heute meint es der Wettergott wieder gut mit uns. Mit dem Läuten der Kirchturmglocken starten wir um 9 Uhr die Motoren und machen und auf zur letzen Runde. Bis zur Mittagszeit wollen wir noch einmal im Jagsttal unterwegs sein und die herrliche Landschaft bei strahlendem Sonnenschein genießen.

Zunächst führt uns der Weg gen Osten. Mit Blick auf die imposant auf einem Bergkegel liegende Waldenburg, fahren wir durch weite Felder, die immer wieder von kurzen Waldstücken unterbrochen werden. Herrlich, wie sich das Licht in den Blättern der dicht aneinander stehenden Bäumen bricht.

Immer wieder säumen bunte Blumen den Wegesrand: roter Mohn, kleine Sonnenblumen, irgendwas Blaues stehen buntgemischt im Sonnenschein. Die Route führt durch kleine Dörfer, leicht bergab steigend und dann wieder ins Ral fallend. Genau das richtige für einen beschaulichen Sonntagmorgen, um unbeschwert Motorrad fahren zu können.

In Sindeldorf steht, direkt gegenüber der Kirche, das „Gasthaus Löwen“. Die Wirtin scheint, auf der Straße stehend, im Plausch mit der Nachbarin vertieft. So können wir – quasi im Vorbeifahren – fragen, ob es wohl einen Kaffee gäbe. Gibt es, und so legen wir hier ein kleines Päuschen ein.

Auf kurvenreicher Strecke geht es zurück ins Hotel, wo alle drei Gruppen fast zeitgleich zur Mittagszeit eintreffen. Nun heißt es Abschied nehmen. Leider. Aber wir sehen uns ja bald wieder: beim Sommerfest, der vhs-Tagestour in den Hunsrück oder unseren noch ausstehenden Touren ins Friaul, ins Riesengebirge oder ins Elsass. Ein paar Plätze haben wir noch frei …

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Start zur letzten Runde. Am Sonntag waren wir noch mal gut 100 Kilometer unterwegs.

Alternativprogramm

TOURBERICHT JAGST-TAL
Samstag, 29. Juni 2013 | 3. Tag

Diesmal hatte der Wetterbericht recht – leider. Ein dickes Tiefdruckgebiet sollte am Samstag über den Süden Deutschlands ziehen – und das tat es auch. Schon früh am Morgen prasselte der Regen gegen die Fensterbänke unseres Hotels, beim Frühstück drohte Weltuntergang.

Eigentlich wollten wir heute zur Quelle der Jagst. 120 Kilometer hin, 150 zurück – bei dem Wetter kein wirklich erbaulicher Gedanke. Also wurde nach Alternativen gesucht, die schnell gefunden wurden: das „Damenprogramm“ sah einen Besuch in Schwäbisch Hall bei Anreise mit dem Zug vor, ansonsten sollte uns das Technikmuseum in Sinsheim die Zeit vertreiben, wenn schon nicht Motorrad gefahren werden konnte.

Sollte aber doch! Nachdem es gegen neun ein wenig aufklarte, fanden sich fünf Unerschrockene, die wenigstens versuchen wollten, die Quelle der Jagst zu finden. Also los!

Auf herrlich kleinen Straßen tourten wir durchs Hohenloher Land. Zahlreiche Burgen und Schlösser, die meist auf einem der unzähligen Hügel, die das Landschaftsbild prägen, gebaut waren, säumten unseren Weg, ebenso wie trutzige Kirchen und anmutige Straßendörfer. Begleitet von feinem Landregen, der mal mehr, mal weniger auf uns niederprasselte, zogen wir unsere Bahn.

Wann immer es am Himmel heller wurde, keimte die Hoffnung auf, es könnte … – vorerst aber nicht.

Nach einem Kaffeestopp in Kirchberg erreichten wir gegen Mittag den Ursprung der Jagst. Die in Stein gefasste Quelle entspringt mitten in Acker; hätte Stefan nicht zuvor die Lage ausgekundschaftet, wir hätten wohl lange suchen müssen.

Nach dem obligatorischen Beweisfoto ging es nach Lauchheim, in den „Roten Ochsen“, zum Mittagessen. Eine heiße Flädlesuppe und abschließend zwei leckere hausgemachte Bratwürste waren genau nach unserem Geschmack.

Am Nachmittag riss dann endlich der Himmel auf, kein Wölkchen ward mehr zu sehen, dafür strahlender Sonnenschein. Herrlich! Nach einem ordentlichen Milchkaffee und einem Stück frischem Zwetschgenkuchen im Landgasthof Adler in Michelfeld, ging es auf Nebenwegen nach Hause – nicht ohne vorher noch einen Abstecher zum „Hirschen“ zu unternehmen. Beim letzten Kaffeestopp hatte gestern einer der Teilnehmer dort seine Papiere liegengelassen. Und weil wir mit dem Wirt nett geplauscht und ihn erzählt hatten, dass wir im Landhotel Küfner im Pfedelbach übernachten würden, hatte der dort angerufen, worauf unsere Wirtin bei einen der im Hotel gebliebenen Teilnehmer Bescheid sagte, der wiederum mich anrief – stille Post mal anders.

Beim abendlichen Volltanken trafen wir auch die „Museumsbesucher-Gruppe“ wieder, so das kurz nach 18 Uhr alle im Hotel waren. Das Feierabendbier auf der sonnigen Terrasse schmeckte heute besonders gut.

Morgen wollen wir noch eine letzte Runde durchs Jagsttal drehen, dann geht es schon wieder nach Hause. Schade eigentlich.

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Gegen Mittag waren wir da – am Ursprung der Jagst. Schnell ein Foto gemacht und dann ging´s zum Essen – ins Trockene.

Ein Tag mit kulturellen Höhepunkten

TOURBERICHT JAGST-TAL
Freitag, 28. Juni 2013 | 2. Tag

Glück gehabt. Schon früh am Morgen schiebt sich die Sonne durch die wenigen Wolken und lässt uns hoffen: das könnte wieder mal ein schöner Tag werden.

Kurz nach neun geht’s los. Zunächst Richtung Norden fahrend folgen wir dem mäandernden Lauf der Jagst in alle Himmelsrichtungen. Mal auf breiten Bundesstraßen, dann wieder auf schmalen Wald- und Wiesenwegen, auf die gerademal ein Motorrad passt. Kurvenreich geht es durchs Hohenloher Land, das uns mit seiner anmutigen Landschaft und den vielen kleinen Ortschaften begeistert.

So schön die Fahrt durch eine Region mit wenig Infrastruktur auch ist, bei der Suche nach einer Möglichkeit zur Kaffeepause einzukehren, erweist sich dieser Umstand als hinderlich. Wir müssen lange suchen und werden erst in Möckmühle/Korb – eher durch Zufall – fündig. Rechts der Hauptroute steht der Landgasthof Krone, der exzellenten Milchkaffee kredenzt und für den hungrigen Thomas sogar noch ein Stück Kuchen bereit hält.

Weiter geht es auf kleinen Straßen, zum Skulpturenradweg, der auch von Motorrädern befahren werden darf. Immer wieder tröpfelt es ganz leicht, doch unsere Zeitplanung ist gut. Der große Regenschauer ist durch. Die Straße ist noch ein wenig nass, aber schon bald scheint wieder die Sonne.

Bei Bronnacker zweigen wir auf den „Kunstweg“ ab und legen an der „gewellten Straße“ einen Fotostopp ein. Nach der Mittagspause, im Naturgarten der Kochstube Bitzer fahren wir auf Nebenwegen nach Unterregenbach. Hier führt eine alte, überdachte Holzbrücke über die Jagst – ein tolles Motiv! Wenig später treffen wir auf eine Gruppe an Oldtimern, deren Ziel offensichtlich das Automuseum in Langenburg ist. EtlichevKilometer fahren wir hinter einem alten 300er SL-Cabriolet her und freuen uns an den alten Autos.

So langsam wird es Zeit für einen Kaffee. Doch in den Dörfchen, durch die wir fahren, ist außer Bauernhöfen nichts zu finden. In Wohlmuthausen entdecken wir das „Gasthaus Zum Hirschen“ am Wegesrand. Inhaber Albert Hammel steht im Biergarten und schleift die Hölzer der Pergola ab.

„Ob wir wohl einen Kaffee haben könnten“, fragen wir? „Eigentlich mache ich erst um 18 Uhr auf“, bekommen wir zur Antwort. Auf unseren Einwand hin, bislang vergeblich nach einer Einkehrmöglichkeit gesucht zu haben, zeigt sich der Wirt verständnisvoll – keine zehn Minuten später steht für uns eine volle Kanne Kaffee auf dem Tisch. Mehr noch: Er hätte auch noch Kuchen, meint Albert Hammel. Prima, den nehmen wir auch. Der Zufallsstopp erweist sich als Volltreffer.

Gegen halb sechs sind wir zurück im Hotel. Zeit einen vermeintlichen Kabelbruch an meiner BMW zu reparieren. Seit der Großglocknertour sind die Navis ohne Strom, was sich auf Dauer als äußerst hinderlich erweist. Also Sitzbank und Tank runter, damit der Kabelstrang komplett frei liegt. Wie gut, dass wir eben erst getankt haben, so sind volle 42 Liter im Fässchen. Und die wollen nun von Rahmen gewuchtet werden.

Der Fehler ist schnell gefunden: an einer Klemme hatte sich eine Kabelverbindung los oxidiert. Dank Stefan ist der Fehler ruckzuck repariert. Morgen kann ich wieder unbesorgt fahren. Es geht zur Jagstquelle – hoffentlich hält das Wetter. Heute war es super!

Reinhartshausen

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Die MT01 hat Power ohne Ende. Da wellt sich sogar der Asphalt unter Hinterrad.

Eine Wolkenlücke über Pfedelbach

TOURBERICHT JAGST-TAL
Donnerstag, 27. Juni 2013 | 1. Tag

Start bereits am Donnerstag. Normalerweise beginnen unsere Wochenendtouren immer am Freitagnachmittag. Jetzt sind wir schon einen Tag früher losgefahren, um etwas mehr Zeit zu haben. Ein „Experiment“, das geglückt ist, haben sich doch wiederum 16 interessierte Motorradfahrer gefunden.

Die meisten hatten bis um 16 Uhr den Weg ins Hotel gefunden. Auch wenn die Wetterprognose nicht sonderlich erbaulich schien, blieb es am ersten Tourtag doch im Wesentlichen trocken. Gut 90 Kilometer Wegstrecke hatten wir uns vorgenommen – zum Schluß bei Sonnenschein und blauen Wolkenlücken am Himmel. Was will man mehr?

Morgen werden wir den ganzen Tag unterwegs sein. Wenn’s passt, werden wir die Quelle der Jagst suchen – und hoffentlich auch finden.

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Start zur ersten Tour am Donnerstagnachmittag. Das Wetter hält.

Wieder Glück mit dem Wetter?

Morgen Nachmittag geht´s in Jagsttal. Bis Sonntag wollen wir hier Motorrad fahren. 18 Teilnehmer haben sich angemeldet, bei drei Tourguides sind wir in schönen kleinen Gruppen unterwegs.

Mal sehen wie das Wetter wird. Diesmal ist die Prognose nicht so erbaulich. Aber: wir sind wie immer optimistisch. Schauen wir mal – wird schon schön werden.

Eine Woche voller schöner Erinnerungen

TOURBERICHT GROSSGLOCKNER
Samstag, 22. Juni 2013 | 7. Tag

Ein wenig Wehmut war schon zu spüren, heute morgen, als wir noch einmal beim Frühstück zusammen saßen. Gleich würden wir Abschied von einander nehmen müssen – und obwohl wir „nur“ eine Woche zusammen unterwegs waren, haben die vielen schönen gemeinsamen Erinnerungen unsere Gruppe doch ordentlich „zusammengeschweißt“

Die erste Tour am Montag, den Stoderzinken hinauf, mit leckerer Brotzeit auf fast 2000 Metern. Am Dienstag die Sonnenaufgangstour am Großglockner mit anschließendem Abstecher ins Friaul. Am Mittwoch die Tour mit Günther zur Postalm und zur Roßfeldringstraße. Donnerstag dann die große Runde: 420 Kilometer über den Großglockner (das zweite Mal) zur Nockalm, dort eine leckere Jause, Weiterfahrt bis zum quer stehenden Bus, zwangsläufig wieder retour und über den Radstädter Tauern so spät zum Dientner Sattel, dass dessen Sperrung aufgehoben war. Gestern schließlich zur Zillertaler Höhenstraße mit Abstecher zur Grünalm und abendlichen Grillfest.

Ein erlebnisreiche Woche bei durchweg strahlendem Sonnenschein! Mit ein Grund, schon bald mal wieder ins Landhaus Jausern zu fahren. Uns hat es bei Christa und Günther supergut gefallen.

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Eines der schönsten Erlebnisse während der Tour: Sonnenaufgang am Großglockner.

Zum Schluss noch mal ins Zillertal

TOURBERICHT GROSSGLOCKNER
Freitag, 21. Juni 2013 | 6. Tag

Der letzte Tag unserer kurzweiligen Motorradtour im Landhaus Jausern ist angebrochen. Zum Abschluss wollen wir die Zillertaler Höhenstraße unter die Räder nehmen. Der Himmel ist ein wenig bewölkt, doch die Aussichten auf einen weiteren sonnigen Tag sind groß.

Wir klinken uns nach dem Frühstück auf die am Morgen viel befahrene B 168 ein und ergeben uns bis Mittersill unserem Schicksal. Überholen bringt nicht viel, also schwimmen wir im Verkehr mit.

Gut eine halbe Stunde später haben wir den Abzweig zum Pass Thurn erreicht. Das kurvenreiche Bergsträßchen haben wir ganz für uns allein und können endlich wieder richtig Motorrad fahren. Bis nach Kitzbühl sind wir „flüssig“ unterwegs. In den Sommermonaten ist der Ort am sagenumwobenen „Hahnenkamm“ unscheinbar wie so viele, der besondere Mythos erschließt sich wahrscheinlich nur in den Wintermonaten und dann auch nur den Skifahrern.

Nach einer Kaffeepause in Niederau fahren wir durch das Inntal und erreichen auf herrlich kleinen Schleichwegen das Zillertal. Weil die Zufahrt in Ried gesperrt ist, müssen wir den Abzweig in Kaltenbach erst suchen; das blaue Hinweisschild zur „Zillertaler Höhenstraße“ ist so unscheinbar, dass wir es fast übersehen hätten.

Dann geht’s auf schmaler, kurvenreicher Strecke erstmals rauf auf gut 2000 Meter. Immer wieder bieten sich fantastische Ausblicke ins Tal, die einen Fotostopp lohnen. Herrlich!

Die Mittagsrast legen wir auf Empfehlung von Günther in der Grünalm ein und werden nicht enttäuscht. Eine ordentliche Jausen, ein lustiger Wirt und die idyllische Lage machen den Aufenthalt zu einem Highlight.

Gut gestärkt nehmen wir anschließend den Gerloss-Pass in „Angriff“. Erstmals geht’s für mich über die neue mautpflichtige Straße. Bislang bin ich immer die alte rumpelige Straße gefahren, doch die ist wegen Bauarbeiten gesperrt. So können wir wenigsten einen Blick auf die imposanten Krimmler Wasserfälle erhaschen, die aufgrund der massiven Regenfälle der vergangenen Wochen besonders imposant erscheinen.

Nach einem lauschigen Kaffeestopp geht es auf direktem Weg zurück und Hotel. Zum Abschluss unserer Reise will Günther für uns Grillen und tischt auf, dass sich die Tische biegen. Bis nachts um eins sitzen die letzten bei angenehmen Temperaturen draußen zusammen und frischen alte Erinnerungen an zurückliegende Touren auf. Schade, dass wir morgen schon wieder nach Hause fahren müssen.

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Auf der Grünalm gibt’s eine ordentliche Brettljause. Das Leben in den Bergen hat doch was.

Ein perfekter Tag – mit Hindernissen

TOURBERICHT GROSSGLOCKNER
Donnerstag, 20. Juni 2013 | 5. Tag

Die Nockalm und die Turracher Höhe sind die „Highlights“ des heutigen Tages. Doch um da hin zu kommen, müssen wir ordentlich Kilometer machen. Auf „direktem“ Weg gut 360, „außen rum“ wohl 420.

Für die letzte Variante entscheiden sich gerade mal sechs „Vielfahrer/innen“; alle anderen wollen lieber etwas weniger fahren – was nicht immer klappen sollte.

Wir, die wir die große Runde fahren wollen, brechen schon um 8:30 Uhr auf, auch weil wir vor dem großen Run noch einmal am Großglockner sein wollen. Fünf Minuten nach 9 Uhr stehen wir am Mauthäuschen; als „Wiederholungstäter“ Zahlen wir diesmal nur zehn Euro. Freies Fahren bis Heiligenblut ist angesagt, bis auf einen Bus und ein paar Autos, die alle schnell überholt sind, haben wir freie Fahrt.

Den ersten Kaffeestopp legen wir kurz hinter Nikolsdorf, im Gasthof „Chrysanthener Wirt“ ein, dann geht zügig das Drautal durch auf der stellenweise gut ausgebauten B 100. Bei Sachsenburg halten wir uns nordwestlich und umfahren auf winzig kleinen Straßen, hoch oben am Berg, Spittal und Seeboden. Vor uns liegt der Millstätter See, der sich uns in ganzer Pracht darbietet. Das muss natürlich im Foto festgehalten werden.

In Gmünd treffen wir auf die B 99, auf der wir „beschwingt“ gen Kremsbrücke fahren. Hier zweigt die „Zufahrt“ zur Nockalm ab. Kurz vor eins sind wir an der Mautstation, wenige Kilometer später machen wir auf der „Heiligenbachhütte“ eine schöne Brotzeit. Hier treffen wir auch Dieter mit seiner Gruppe, der den direkte Weg über die B 311 und den Radstädter Tauern genommen hat. Nur vom „kleinen Uwe“ ist weit und breit nichts zu sehen.

Nach dem Mittag sollte es dann Richtung Glockenhütte und über die bis zu 25 Grad steile Turracher Höhe langsam wieder heimwärts gehen – doch weit gefehlt! Auf halber Strecke versperrt ein Omnibus die Straße. Die Fahrerin wollte wohl wenden und hatte sich – quer stehend – fest gefahren. Nichts geht mehr. Erst muss ein Kran geholt werden, der für Strecke wieder frei macht.

Wir kehren zwangsläufig um und fahren durch das anmutige Bundschuh- und das sich anschließende Thomatal, vorbei an Schloss Moosham und mitten durch das romantische Mauterndorf, nach Obertauern. Im Hotel Solaria, bei den Schmidt-Brüdern, wollen wir die Kaffeepause einlegen.

Groß ist die Wiedersehensfreude, waren wir doch schon seit einiger Zeit hier nicht mehr zum urlauben da. Ich erzähle Christian davon, dass wir im September mit einer Gruppe im Friaul sein werden und dort auch zwei Tage Enduro fahren wollen. Wenn er Zeit und Lust hätte … – was für eine Frage 😉 Wenn’s terminlich passt, ist er dabei.

Wir liegen gut in der Zeit. Erst gegen 18 Uhr wollen wir in Bischofshofen sein. In den Abendstunden ist die Zufahrt zum wegen Bauarbeiten gesperrten „Dienter Sattel“ wieder frei. Und den wollen wir heute unbedingt noch unter die Räder nehmen.

Um viertel vor sieben und mit 420 kurvenreichen Kilometern auf dem Tacho treffen wir wieder im „Landhaus Jausern“ ein. Dieter ist schon da, wer fehlt ist der „kleine Uwe“. Der ist die Runde von hinten angegangen und erst über die Turracher zur Nockalm gefahren. Da stand er dann „auf der anderen Seite“ des quer stehenden Busses. Die „Umfahrung“ des Hindernisses über den Milstätter See geriet dann doch etwas länger als geplant, so dass die Gruppe, die am wenigsten fahren wollte, die meisten Kilometer unterwegs war: 460 an der Zahl!

Morgen sind mit der Zillertaler Höhenstraßen nur 280 Kilometer geplant – mal sehen, wie viele es tatsächlich werden.

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Tolle Aussicht auf den Millstätter See. Das muss im Foto festgehalten werden.

Ein großer Dank an Günther

TOURBERICHT GROSSGLOCKNER
Mittwoch, 19. Juni 2013 | 4. Tag

Die Postalm und die Roßfeldringstraße waren heute unser Ziel. In drei Gruppen sind wir unterwegs. Günther, der Wirt vom „Landhaus Jausern“ hatte angeboten, uns zu begleiten. Das nehmen wir dankbar an, gibt mir das doch die willkommene Gelegenheit, selber mal entspannt mitfahren und aus der „Teilnehmerperspektive“ filmen zu können.

Punkt 9 Uhr geht’s los. Weil der Dienter Sattel immer noch gesperrt ist, müssen wir uns wieder über die vielbefahrene 311 „quälen“. Bis Bischofshofen läufst erstaunlich flüssig; den ersten Fotostopp legen wir nahe Werfen ein. Günther führt uns als „Insider“ auf steiler Strecke Richtung „Eisriesenwelt“ – gibt es da doch einen kleinen Parkplatz von dem aus Sicht ein fantastischer Blick auf die Burg Hohenwerfen bietet.

Gegen Mittag erreichen wir die Postalm und legen „auf der Blonden Hütte“ eine kleine Rast ein: Speckbrot mit Spiegelei oder ein paar „Würstel“ sind der Renner. Hier lassen wir es uns so richtig gut gehen und haben riesigen Spass, als drei ältere Herren ihre antiquierten Zweitakter ankicken und qualmend davon knattern.

Nach einem weiteren Fotostopp mit Blick aufs „Weiße Rössel“ am Wolfgangsee muss getankt werden. Zwischenzeitlich ist es ordentlich warm, um nicht zu sagen heiß geworden. 38 Grad zeigt das Thermometer in Hallein an, als wir für die nächsten Kilometer bunkern.

Höchste Zeit, um wieder an Höhe zu gewinnen. Also: auf zur Rossfeldringstraße. Auf gut 1000 Meter lässt es sich einigermaßen aushalten. In Ramsau finden wir ein Plätzchen zur Kaffeepause; der „kleine Uwe“ ist mit seiner Gruppe schon da. Eisbecher und Rhabarberschorle finden reißenden Absatz. Dieter dürfte schon im Hotel sein – er wollte mit seiner Gruppe eine etwas kleinere Runde fahren.

Zurück ins Hotel führt und Günther über winzig kleine Straßen, um nicht durch Saalbach fahren zu müssen. Das macht richtig Spaß!

Kurz nach 18 Uhr sind wir wieder im Hotel. War ein toller Tag – danke Günther. Morgen wollen wir Richtung Nockalm und Turracher Höhe fahren. Das wird wieder eine lange Tour. Aber da wir dreimal auf gut 2000 Metern sein werden, wird es hoffentlich nicht so warm werden. Aber wir wollen ja nicht klagen.

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Speckbrot mit Spiegelei – auf der Alm muss es einfach was Deftiges sein.

Sonnenaufgang am Großglockner

TOURBERICHT GROSSGLOCKNER
Dienstag, 18. Juni 2013 | 3. Tag

Um 4:00 Uhr morgens klingelte der Wecker. Nach einer viel zu kurzen Nacht quälen sich neun Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer aus ihren Betten und schlüpfen in die Motorradkombis. Punkt 4:30 Uhr laufen die Motoren. In der Morgendämmerung machen wir uns auf den Weg gen Großglockner.

Punkt 5:00 Uhr stehen wir an der Mautstelle. Chaos bricht aus. Die Kassiererin dachte wohl, wir fahren alle auf ein Ticket – tun wir aber nicht. Jeder braucht eine eigene Karte. Also alles wieder retour. Und dass, wo wir doch eigentlich keine Zeit haben. Kurz nach fünf Uhr geht die Sonne auf.

Eine „glückliche Fügung“ will es, dass Charly, Wolfgang und ich als Erste unsere Karten erhalten. Also melden wir uns ordnungsgemäß bei Günther, dem Chef zum Landhaus Jausern ab – der und an diesem frühen Morgen zur Edelweißspitze begleiten will – und starten durch.

Heute gehört der Glockner uns ganz allein! Außer ein paar Murmeltieren ist niemand auf der Straße. Im Eiltempo gewinnen wir rasch an Höhe. Das Fahren ist ein Traum! Als wir die letzten Kehren zur Edelweißspitze erklimmen, schiebt sich die Sonne gerade über die Berge – genial. Was für ein eindrucksvolles Erlebnis!

Wenig später ist die ganze Truppe auf dem kleinen Aussichtssturm versammelt. Günther hat Kaffee, Kuchen und ein paar Landjäger dabei – Frühstück mal ganz anders.

Gegen 6:30 Uhr fahren wir weiter. Immer noch scheinen nur wir auf der Großglockner-Hochalpenstraße unterwegs zu sein. Was für ein Erlebnis. Punkt 8:00 Uhr parken wir vor dem Gailtaler Hof in Kötschach-Mauthen ein. Wie immer, wenn wir in der Gegend sind, wollen wir bei Christine einen Kaffe trinken.

Über den Plöcken geht’s rüber nach Italien und von Palluzza aus über den winzig kleinen und abenteuerlich schmalen „Passo die Lanza“ zu einem netten Refugio. Obwohl es gerade mal kurz nach 10 Uhr ist, signalisiert der Kopf: nach der Kaffeepause kommt. Mitttagspause. Also bestellen Einige tapfer Spaghetti …

Über’s Nassfeld geht’s anschließend zurück nach Kötschach. Am Iselsberg müssen wir – nachdem wir zuvor eine lange Mittagspause am Gailberg-Sattel eingelegt hatten – ganz schnell unter das Vordach eines Hotels flüchten: ein Gewitter überrascht uns!

Kaum hat sich der Regen wieder verzogen, machen wir uns erneut auf den Weg zum Großglockner, den wir jetzt von Süd nach Nord unter die Räder nehmen. Kurz nach 17 Uhr sind wir zurück im Hotel und lassen den herrlichen Tag auf der Hotel-Terrasse ausklingen.

Nach dem – wie immer hervorragenden Abendessen – wird heute früh schlafen gegangen. Morgen lassen wir es etwas ruhiger angehen. Da wollen wir zum Rossfeld und zur Postalm.

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5:13 Uhr an der Edelweiß-Spitze. Die Sonne schiebt sich gerade über die Berge.