Monatsarchiv: Juni 2013

Einmal rund um Künzelsau

TOURBERICHT JAGST-TAL
Sonntag, 30. Juni 2013 | 4. Tag

Heute meint es der Wettergott wieder gut mit uns. Mit dem Läuten der Kirchturmglocken starten wir um 9 Uhr die Motoren und machen und auf zur letzen Runde. Bis zur Mittagszeit wollen wir noch einmal im Jagsttal unterwegs sein und die herrliche Landschaft bei strahlendem Sonnenschein genießen.

Zunächst führt uns der Weg gen Osten. Mit Blick auf die imposant auf einem Bergkegel liegende Waldenburg, fahren wir durch weite Felder, die immer wieder von kurzen Waldstücken unterbrochen werden. Herrlich, wie sich das Licht in den Blättern der dicht aneinander stehenden Bäumen bricht.

Immer wieder säumen bunte Blumen den Wegesrand: roter Mohn, kleine Sonnenblumen, irgendwas Blaues stehen buntgemischt im Sonnenschein. Die Route führt durch kleine Dörfer, leicht bergab steigend und dann wieder ins Ral fallend. Genau das richtige für einen beschaulichen Sonntagmorgen, um unbeschwert Motorrad fahren zu können.

In Sindeldorf steht, direkt gegenüber der Kirche, das „Gasthaus Löwen“. Die Wirtin scheint, auf der Straße stehend, im Plausch mit der Nachbarin vertieft. So können wir – quasi im Vorbeifahren – fragen, ob es wohl einen Kaffee gäbe. Gibt es, und so legen wir hier ein kleines Päuschen ein.

Auf kurvenreicher Strecke geht es zurück ins Hotel, wo alle drei Gruppen fast zeitgleich zur Mittagszeit eintreffen. Nun heißt es Abschied nehmen. Leider. Aber wir sehen uns ja bald wieder: beim Sommerfest, der vhs-Tagestour in den Hunsrück oder unseren noch ausstehenden Touren ins Friaul, ins Riesengebirge oder ins Elsass. Ein paar Plätze haben wir noch frei …

20130630-182118.jpg

Start zur letzten Runde. Am Sonntag waren wir noch mal gut 100 Kilometer unterwegs.

Alternativprogramm

TOURBERICHT JAGST-TAL
Samstag, 29. Juni 2013 | 3. Tag

Diesmal hatte der Wetterbericht recht – leider. Ein dickes Tiefdruckgebiet sollte am Samstag über den Süden Deutschlands ziehen – und das tat es auch. Schon früh am Morgen prasselte der Regen gegen die Fensterbänke unseres Hotels, beim Frühstück drohte Weltuntergang.

Eigentlich wollten wir heute zur Quelle der Jagst. 120 Kilometer hin, 150 zurück – bei dem Wetter kein wirklich erbaulicher Gedanke. Also wurde nach Alternativen gesucht, die schnell gefunden wurden: das „Damenprogramm“ sah einen Besuch in Schwäbisch Hall bei Anreise mit dem Zug vor, ansonsten sollte uns das Technikmuseum in Sinsheim die Zeit vertreiben, wenn schon nicht Motorrad gefahren werden konnte.

Sollte aber doch! Nachdem es gegen neun ein wenig aufklarte, fanden sich fünf Unerschrockene, die wenigstens versuchen wollten, die Quelle der Jagst zu finden. Also los!

Auf herrlich kleinen Straßen tourten wir durchs Hohenloher Land. Zahlreiche Burgen und Schlösser, die meist auf einem der unzähligen Hügel, die das Landschaftsbild prägen, gebaut waren, säumten unseren Weg, ebenso wie trutzige Kirchen und anmutige Straßendörfer. Begleitet von feinem Landregen, der mal mehr, mal weniger auf uns niederprasselte, zogen wir unsere Bahn.

Wann immer es am Himmel heller wurde, keimte die Hoffnung auf, es könnte … – vorerst aber nicht.

Nach einem Kaffeestopp in Kirchberg erreichten wir gegen Mittag den Ursprung der Jagst. Die in Stein gefasste Quelle entspringt mitten in Acker; hätte Stefan nicht zuvor die Lage ausgekundschaftet, wir hätten wohl lange suchen müssen.

Nach dem obligatorischen Beweisfoto ging es nach Lauchheim, in den „Roten Ochsen“, zum Mittagessen. Eine heiße Flädlesuppe und abschließend zwei leckere hausgemachte Bratwürste waren genau nach unserem Geschmack.

Am Nachmittag riss dann endlich der Himmel auf, kein Wölkchen ward mehr zu sehen, dafür strahlender Sonnenschein. Herrlich! Nach einem ordentlichen Milchkaffee und einem Stück frischem Zwetschgenkuchen im Landgasthof Adler in Michelfeld, ging es auf Nebenwegen nach Hause – nicht ohne vorher noch einen Abstecher zum „Hirschen“ zu unternehmen. Beim letzten Kaffeestopp hatte gestern einer der Teilnehmer dort seine Papiere liegengelassen. Und weil wir mit dem Wirt nett geplauscht und ihn erzählt hatten, dass wir im Landhotel Küfner im Pfedelbach übernachten würden, hatte der dort angerufen, worauf unsere Wirtin bei einen der im Hotel gebliebenen Teilnehmer Bescheid sagte, der wiederum mich anrief – stille Post mal anders.

Beim abendlichen Volltanken trafen wir auch die „Museumsbesucher-Gruppe“ wieder, so das kurz nach 18 Uhr alle im Hotel waren. Das Feierabendbier auf der sonnigen Terrasse schmeckte heute besonders gut.

Morgen wollen wir noch eine letzte Runde durchs Jagsttal drehen, dann geht es schon wieder nach Hause. Schade eigentlich.

20130629-233255.jpg

Gegen Mittag waren wir da – am Ursprung der Jagst. Schnell ein Foto gemacht und dann ging´s zum Essen – ins Trockene.

Ein Tag mit kulturellen Höhepunkten

TOURBERICHT JAGST-TAL
Freitag, 28. Juni 2013 | 2. Tag

Glück gehabt. Schon früh am Morgen schiebt sich die Sonne durch die wenigen Wolken und lässt uns hoffen: das könnte wieder mal ein schöner Tag werden.

Kurz nach neun geht’s los. Zunächst Richtung Norden fahrend folgen wir dem mäandernden Lauf der Jagst in alle Himmelsrichtungen. Mal auf breiten Bundesstraßen, dann wieder auf schmalen Wald- und Wiesenwegen, auf die gerademal ein Motorrad passt. Kurvenreich geht es durchs Hohenloher Land, das uns mit seiner anmutigen Landschaft und den vielen kleinen Ortschaften begeistert.

So schön die Fahrt durch eine Region mit wenig Infrastruktur auch ist, bei der Suche nach einer Möglichkeit zur Kaffeepause einzukehren, erweist sich dieser Umstand als hinderlich. Wir müssen lange suchen und werden erst in Möckmühle/Korb – eher durch Zufall – fündig. Rechts der Hauptroute steht der Landgasthof Krone, der exzellenten Milchkaffee kredenzt und für den hungrigen Thomas sogar noch ein Stück Kuchen bereit hält.

Weiter geht es auf kleinen Straßen, zum Skulpturenradweg, der auch von Motorrädern befahren werden darf. Immer wieder tröpfelt es ganz leicht, doch unsere Zeitplanung ist gut. Der große Regenschauer ist durch. Die Straße ist noch ein wenig nass, aber schon bald scheint wieder die Sonne.

Bei Bronnacker zweigen wir auf den „Kunstweg“ ab und legen an der „gewellten Straße“ einen Fotostopp ein. Nach der Mittagspause, im Naturgarten der Kochstube Bitzer fahren wir auf Nebenwegen nach Unterregenbach. Hier führt eine alte, überdachte Holzbrücke über die Jagst – ein tolles Motiv! Wenig später treffen wir auf eine Gruppe an Oldtimern, deren Ziel offensichtlich das Automuseum in Langenburg ist. EtlichevKilometer fahren wir hinter einem alten 300er SL-Cabriolet her und freuen uns an den alten Autos.

So langsam wird es Zeit für einen Kaffee. Doch in den Dörfchen, durch die wir fahren, ist außer Bauernhöfen nichts zu finden. In Wohlmuthausen entdecken wir das „Gasthaus Zum Hirschen“ am Wegesrand. Inhaber Albert Hammel steht im Biergarten und schleift die Hölzer der Pergola ab.

„Ob wir wohl einen Kaffee haben könnten“, fragen wir? „Eigentlich mache ich erst um 18 Uhr auf“, bekommen wir zur Antwort. Auf unseren Einwand hin, bislang vergeblich nach einer Einkehrmöglichkeit gesucht zu haben, zeigt sich der Wirt verständnisvoll – keine zehn Minuten später steht für uns eine volle Kanne Kaffee auf dem Tisch. Mehr noch: Er hätte auch noch Kuchen, meint Albert Hammel. Prima, den nehmen wir auch. Der Zufallsstopp erweist sich als Volltreffer.

Gegen halb sechs sind wir zurück im Hotel. Zeit einen vermeintlichen Kabelbruch an meiner BMW zu reparieren. Seit der Großglocknertour sind die Navis ohne Strom, was sich auf Dauer als äußerst hinderlich erweist. Also Sitzbank und Tank runter, damit der Kabelstrang komplett frei liegt. Wie gut, dass wir eben erst getankt haben, so sind volle 42 Liter im Fässchen. Und die wollen nun von Rahmen gewuchtet werden.

Der Fehler ist schnell gefunden: an einer Klemme hatte sich eine Kabelverbindung los oxidiert. Dank Stefan ist der Fehler ruckzuck repariert. Morgen kann ich wieder unbesorgt fahren. Es geht zur Jagstquelle – hoffentlich hält das Wetter. Heute war es super!

Reinhartshausen

20130628-230530.jpg

Die MT01 hat Power ohne Ende. Da wellt sich sogar der Asphalt unter Hinterrad.

Eine Wolkenlücke über Pfedelbach

TOURBERICHT JAGST-TAL
Donnerstag, 27. Juni 2013 | 1. Tag

Start bereits am Donnerstag. Normalerweise beginnen unsere Wochenendtouren immer am Freitagnachmittag. Jetzt sind wir schon einen Tag früher losgefahren, um etwas mehr Zeit zu haben. Ein „Experiment“, das geglückt ist, haben sich doch wiederum 16 interessierte Motorradfahrer gefunden.

Die meisten hatten bis um 16 Uhr den Weg ins Hotel gefunden. Auch wenn die Wetterprognose nicht sonderlich erbaulich schien, blieb es am ersten Tourtag doch im Wesentlichen trocken. Gut 90 Kilometer Wegstrecke hatten wir uns vorgenommen – zum Schluß bei Sonnenschein und blauen Wolkenlücken am Himmel. Was will man mehr?

Morgen werden wir den ganzen Tag unterwegs sein. Wenn’s passt, werden wir die Quelle der Jagst suchen – und hoffentlich auch finden.

20130627-234922.jpg

Start zur ersten Tour am Donnerstagnachmittag. Das Wetter hält.

Wieder Glück mit dem Wetter?

Morgen Nachmittag geht´s in Jagsttal. Bis Sonntag wollen wir hier Motorrad fahren. 18 Teilnehmer haben sich angemeldet, bei drei Tourguides sind wir in schönen kleinen Gruppen unterwegs.

Mal sehen wie das Wetter wird. Diesmal ist die Prognose nicht so erbaulich. Aber: wir sind wie immer optimistisch. Schauen wir mal – wird schon schön werden.

Eine Woche voller schöner Erinnerungen

TOURBERICHT GROSSGLOCKNER
Samstag, 22. Juni 2013 | 7. Tag

Ein wenig Wehmut war schon zu spüren, heute morgen, als wir noch einmal beim Frühstück zusammen saßen. Gleich würden wir Abschied von einander nehmen müssen – und obwohl wir „nur“ eine Woche zusammen unterwegs waren, haben die vielen schönen gemeinsamen Erinnerungen unsere Gruppe doch ordentlich „zusammengeschweißt“

Die erste Tour am Montag, den Stoderzinken hinauf, mit leckerer Brotzeit auf fast 2000 Metern. Am Dienstag die Sonnenaufgangstour am Großglockner mit anschließendem Abstecher ins Friaul. Am Mittwoch die Tour mit Günther zur Postalm und zur Roßfeldringstraße. Donnerstag dann die große Runde: 420 Kilometer über den Großglockner (das zweite Mal) zur Nockalm, dort eine leckere Jause, Weiterfahrt bis zum quer stehenden Bus, zwangsläufig wieder retour und über den Radstädter Tauern so spät zum Dientner Sattel, dass dessen Sperrung aufgehoben war. Gestern schließlich zur Zillertaler Höhenstraße mit Abstecher zur Grünalm und abendlichen Grillfest.

Ein erlebnisreiche Woche bei durchweg strahlendem Sonnenschein! Mit ein Grund, schon bald mal wieder ins Landhaus Jausern zu fahren. Uns hat es bei Christa und Günther supergut gefallen.

20130622-184757.jpg

Eines der schönsten Erlebnisse während der Tour: Sonnenaufgang am Großglockner.

Zum Schluss noch mal ins Zillertal

TOURBERICHT GROSSGLOCKNER
Freitag, 21. Juni 2013 | 6. Tag

Der letzte Tag unserer kurzweiligen Motorradtour im Landhaus Jausern ist angebrochen. Zum Abschluss wollen wir die Zillertaler Höhenstraße unter die Räder nehmen. Der Himmel ist ein wenig bewölkt, doch die Aussichten auf einen weiteren sonnigen Tag sind groß.

Wir klinken uns nach dem Frühstück auf die am Morgen viel befahrene B 168 ein und ergeben uns bis Mittersill unserem Schicksal. Überholen bringt nicht viel, also schwimmen wir im Verkehr mit.

Gut eine halbe Stunde später haben wir den Abzweig zum Pass Thurn erreicht. Das kurvenreiche Bergsträßchen haben wir ganz für uns allein und können endlich wieder richtig Motorrad fahren. Bis nach Kitzbühl sind wir „flüssig“ unterwegs. In den Sommermonaten ist der Ort am sagenumwobenen „Hahnenkamm“ unscheinbar wie so viele, der besondere Mythos erschließt sich wahrscheinlich nur in den Wintermonaten und dann auch nur den Skifahrern.

Nach einer Kaffeepause in Niederau fahren wir durch das Inntal und erreichen auf herrlich kleinen Schleichwegen das Zillertal. Weil die Zufahrt in Ried gesperrt ist, müssen wir den Abzweig in Kaltenbach erst suchen; das blaue Hinweisschild zur „Zillertaler Höhenstraße“ ist so unscheinbar, dass wir es fast übersehen hätten.

Dann geht’s auf schmaler, kurvenreicher Strecke erstmals rauf auf gut 2000 Meter. Immer wieder bieten sich fantastische Ausblicke ins Tal, die einen Fotostopp lohnen. Herrlich!

Die Mittagsrast legen wir auf Empfehlung von Günther in der Grünalm ein und werden nicht enttäuscht. Eine ordentliche Jausen, ein lustiger Wirt und die idyllische Lage machen den Aufenthalt zu einem Highlight.

Gut gestärkt nehmen wir anschließend den Gerloss-Pass in „Angriff“. Erstmals geht’s für mich über die neue mautpflichtige Straße. Bislang bin ich immer die alte rumpelige Straße gefahren, doch die ist wegen Bauarbeiten gesperrt. So können wir wenigsten einen Blick auf die imposanten Krimmler Wasserfälle erhaschen, die aufgrund der massiven Regenfälle der vergangenen Wochen besonders imposant erscheinen.

Nach einem lauschigen Kaffeestopp geht es auf direktem Weg zurück und Hotel. Zum Abschluss unserer Reise will Günther für uns Grillen und tischt auf, dass sich die Tische biegen. Bis nachts um eins sitzen die letzten bei angenehmen Temperaturen draußen zusammen und frischen alte Erinnerungen an zurückliegende Touren auf. Schade, dass wir morgen schon wieder nach Hause fahren müssen.

20130622-073650.jpg

Auf der Grünalm gibt’s eine ordentliche Brettljause. Das Leben in den Bergen hat doch was.