Da fahren wir noch mal hin …

Im Improvisieren waren wir schon immer gut. Eigentlich wollten wir am Wochenende, vom 9. bis 11. Juli 2021, unser Sommerfest feiern. Doch Corona lässt viele zögern, sich aufs Motorrad zu setzen und mit anderen zusammen zu kommen. Also haben wir für alle, die gleichwohl Motorrad fahren wollen, kurzerhand eine attraktive Motorradtour organisiert. Ziel war das Rothaargebirge – eine tolle Region, die wir sicher nicht das letzte Mal besucht haben.

Das Reliefe-Video zeigt Dir alle Strecken, die wir am Wochenende gefahren sind. Die Links darunter führen Dich zu den jeweiligen Tagebucheinträgen. Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen 😉

Die Tagestouren im Einzelnen:

Fr., 9.7.2021: Ein Wochenende im Rothaargebirge

Sa., 10.7.2021: Strahlender Sonnenschein am Kahlen Asten

So., 11.7.2021: Bis Mittag wird das Wetter besser

Die Strecke, die wir insgesamt gefahren sind, kannst Du auch in der Karte von MapOut sehen. Rund 570 Kilometer sind wir von Freitagmittag bis Sonntagmittag unterwegs gewesen:

Grün: Freitag, rot: Samstag, blau: Sonntag

Interesse an unseren Motorradtouren? Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com und wir informieren Dich gerne. Am nächsten Wochenende geht’s zum abendlichen „Sternegucken“ in die Rhön, zwei Wochen später zur Lavendelbüte ins Elsass. Anfang September wollen wir auf ein Bier nach Pilsen und zum Saisonabschluss im Oktober ins Weserbergland – sofern uns Corona nicht einen Strich durch die Rechnung macht. Zudem steht noch eine Wochentour ins Dreiländer-Eck bei Zittau auf dem Programm und eine kurvenreiche Woche in den französisch-italienischen Alpen. Klingt alles ganz spannend, oder?

Bis Mittag wird das Wetter besser …

Es regnet, so wie angekündigt. Zwar immer weniger, aber bis zur Kaffeepause werden wir wohl mit nassen Straßen rechnen müssen. Punkt neun Uhr starten wir Richtung Heimat. „Fahren wir direkt oder wie geplant mit vielen Umwegen auf möglichst kleinen Straßen“, fragt Stefan noch, bevor es losgeht. Natürlich halten wir an der geplanten Route fest, es nieselt ja nur noch. 

Die Aussichten sind nicht wirklich prickelnd …

Nur wenig später erklimmen wir den ersten Höhenzug. Dichte Nebelschwaden ziehen wabernd über die Straße und verleihen der Szenerie etwas mystisches. Kaum sind wir wieder im Tal, reicht der Blick weit über die umliegenden Felder. Wie lassen es langsam angehen und schwingen gemütlich von einer Kurve in die nächste, immer mit dem Blick zum Himmel, ob sich nicht doch irgendwo ein Loch auftut, um die Sonne scheinen zu lassen.

Vorerst bleibt es trüb und grau. Kurz vor der geplanten Kaffeepause legen wir noch einen Fotostopp an der Quelle der Lahn ein, die in einem kleinen Teich nahe Netphen, im südöstlichen Teil des Rothaargebirges, entspringt. Nicht weit entfernt liegen auch die Quellen von Eder und Sieg. 

In diesem „Tümpel“ entspringt die Lahn.

Zwei ältere Herren schieben ihre schwer bepackten Fahrräder vom Gasthof Lahnquelle auf die Straße. Sie zeigen sich vom Wetter ähnlich unbeeindruckt wie wir. 100 Kilometer wollen sie heute fahren. Trotz Elektroantrieb eine stolze Leistung. 

Die beiden Radler zeigen sich vom Wetter ebenfalls unbeeindruckt.

Bis zur geplanten Kaffeepause ist es nun nicht mehr weit. „Hoffen wir auf gutes Wetter, denn wir können sie nur draußen bewirten“, hatte Enrico uns im Vorfeld mitgeteilt. In der Remise des Wasserschlosses Hainchen wird am Sonntagvormittag zum Brunch geladen, da sind die Plätze im Innenbereich reserviert. Dafür dürfen wir schon vor der eigentlichen Öffnungszeit kommen. „Wir müssen noch ein paar Vorbereitungen treffen, sind also da“, hieß es. Danke.

Wenig später stehen wir unter einem großen Sonnenschirm, der für uns zum Regenschirm zweckentfremdet wurde, und trinken mit Blick auf die romantische Wasserburg Kaffee.

Die Wasserburg Hainchen ist die einzige Höhenwasserburg im südwestfälischen Raum. Nahe des Rothaarsteigs gelegen, wurde sie 1290 erstmals urkundlich erwähnt und wechselte mehrfach den Besitzer. 350 Jahre lang nannte die Herren von Blicken sie ihr Eigen, in dieser Zeit erlebte das historische Bauwerk seine Blütezeit.

Wir satteln unsere Pferde und starten zur letzten Etappe, die uns ins Rolandseck nach Hasselborn, nahe Waldsolms im Lahn-Dill-Kreis führen wird. „In Frankfurt scheint die Sonne“, heißt es, als wir starten. Da kann ja nichts mehr schief gehen …

Vorbei an Dillenburg fahren wir nach Herborn, rumpeln dort durch die Altstadt und umfahren die nächste Großbaustelle bei Braunfels elegant auf Nebenwegen – dem Pfadfindergeist von Stefan sei Dank. So langsam klart der Himmel auf, auf den letzten Kilometern sind die Straßen wieder trocken.

Wir rumpeln durch die Altstadt von Herborn.

Als wir im Rolandseck in die Speisekarte schauen, ist das Gelächter groß. Wie bei unserem Start am Freitag wird eine Vielzahl an Schnitzelvariationen angeboten – und Hackbraten. Diesmal entscheidet sich Franz-Josef für den „falschen Hasen“; wieder wird ein richtiger Klopper serviert.

Gleich hinter dem Gasthof beginnt der so genannte Köhlerpfad, ein Wanderweg durchs „Grüne Loch“, der auf alte Handwerkskunst und landschaftliche Besonderheiten Bezug nimmt.

Das „grüne Loch“ lädt zum Spaziergang ein.

Wir genießen die letzte gemeinsame Rast, bevor sich unsere Wege trennen. Schön war es wieder. Das Rothaargebirge und das angrenzende Sauerland ist ein herrliches Motorradrevier. Hier waren wir sicherlich nicht das letzte Mal.

Am nächsten Wochenende geht’s zum abendlichen „Sternegucken“ in die Rhön, zwei Wochen später zur Lavendelbüte ins Elsass. Anfang September wollen wir auf ein Bier nach Pilsen und zum Saisonabschluss im Oktober ins Weserbergland – sofern uns Corona nicht einen Strich durch die Rechnung macht. 

Wir sehen uns sicher bald wieder 😉

Die Strecke, die wir am Sonntag auf dem Weg nach Hause gefahren sind, kannst Du auf der Landkarte von MapOut nachvollziehen, die Route selbst siehst Du, mit ein paar Bildern, im Reliefe-Video.

Das Reliefe-Video zeigt Dir links oben auch den Höhenverlauf der Strecke.

Hier haben wir Pause gemacht:

Sonntag / Kaffeepause

Remise an der Wasserburg
Schloßstr. 19
57250 Nephten-Hainchen

Tel. 02737 2295550

Sonntag / Mittagessen

Rolandseck
Fürst-Waldrad-Str. 23
35647 Waldsolms / Hasselborn

Tel. 06085 3046

Mehr Infos zu dieser und allen anderen Touren gibt es gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com

Strahlender Sonnenschein am Kahlen Asten

Es verspricht ein toller Tag zu werden 😉

Was für ein herrlicher Morgen. So langsam vertreibt die Sonne die Nebelschwaden, die über dem Latroptal hängen. Der Wetterbericht stimmt uns zuversichtlich, heute soll es trocken bleiben. Das erste Ziel ist der „Kahle Asten“, auf dessen Gipfel wir im Turmrestaurant unsere vormittägliche Kaffeepause einlegen wollen.

Der „Kahle Asten“ ist mit 841,9 Metern der zweithöchste Berg in Nordrhein-Westfalen. 1,3 Meter höher ist mit 843,2 Metern nur der Langenberg. Auf dessen Gipfel führen allerdings keine Straßen. 

Eigentlich wollen wir einen weiten Bogen nach Norden, bis Olsberg, schlagen, doch eine Großbaustelle bei Bad Fredeburg vereitelt unseren Plan. Nach zwei vergeblichen Versuchen ein „Schlupfloch“ zu finden, müssen wir eine komplett neue Route suchen, denn die ausgeschilderte Umleitung kostet Zeit. Damit ist die mühsam ausgetüftelte Route für den Vormittag Makulatur; Stefan übt sich als Tourguide wieder erfolgreich im Improvisieren. Wie ursprünglich geplant rollen wir um 10:40 Uhr am Parkplatz auf dem Gipfelplateau aus; gut gemacht.

Blauer Himmel, Sonnenschein – das ist am Kahlen Asten eher die Ausnahme. Der Berg gehört mit knapp 1.400 Sonnenstunden im Jahr zu den sonnenscheinärmsten Orten im Jahr. Wir hingegen haben Glück, das Wetter passt.

Eigentlich öffnet das Lokal am Astenturm erst um 11 Uhr. „Ihr kriegt gerne schon vorher einen Kaffee, wenn Ihr früher da seid“, hatte uns der neue Wirt Emilian auf Anfrage mitgeteilt. Und so nehmen wir auf den dunklen Holzbänken Platz und genießen diesen exklusiven Service. Danke.

Wir blicken auf eine karge Hochheide und genießen die Aussicht. Über den Gipfel verläuft die Rhein-Weser-Wasserscheide. Das Wasser der Lenne, die hier entspringt, fließt Richtung Westen durch die Ruhr in den Rhein, das Wasser des am Südhang gelegenen Oderborn über die Eder und Fulda in die Weser.

Unser nächstes Ziel ist der Edersee. Bei unserem letzten Besuch war der mächtige Stausee fast trocken gefallen; jetzt ist er wieder randvoll mit Wasser. Die Zahl der Motorradfahrer nimmt deutlich zu, je näher wir dem, gemessen an den 11,8 Quadratkilometern Wasseroberfläche zweitgrößten Stausee Deutschlands kommen. Zum „Schaulaufen“ am Ufer haben wir keine Lust, zumal die Höchstgeschwindigkeit mit maximal 30 km/h drastisch beschränkt ist. 

Gleichwohl genießen wir die Anfahrt an den nordwestlichen Zipfel, ist im Gasthaus „Appelbaum“ nahe Vöhl doch der Mittagstisch für uns gedeckt. Wir sitzen im idyllischen Garten und studieren die Speisekarte. Der französische Ziegenkäse, der im heißen Gusspfännchen gegrillt und mit Kirschtomaten dekoriert wird, findet unseren Zuspruch, ebenso die hausgemachte Gemüseterrine mit Basilikumnudeln – einfach lecker.

Der Rhabarberkuchen, der liebevoll im holzbeheizten Steinofen gebacken und auf großen Blechen in die Küche getragen wird, ist „leider“ für die Kaffeetafel am Nachmittag gedacht. Ein Stückchen hätten wir wohl zum Nachtisch noch geschafft …

Wir treten den Rückweg an, queren die Eder, die sich linker Hand zu dem gewaltigen See aufstaut und eiern auf den nächsten Kilometern kurvenreich bergan erst einmal einer Harley-Gruppe hinterher. In wilden Bögen geht es nach Lichtenfeld, Frankenberg, Dreislar und vorbei an Hallenberg nach Liesen. Unterwegs legen wir noch einen Tankstopp ein, macht sich bei dem einen oder anderen schon ein wenig Nervosität breit …

Einmal am Tag: bitte volltanken.

Schon allein der selbstgebackenen Kuchen wegen lohnt ein Stopp im Gasthof Liesetal. Wir sitzen auf der Terrasse und können uns zwischen Aprikosen-Schmand-, Mohn- oder Himbeerkuchen kaum entscheiden. Alles sehr lecker in dieser ländlichen Idylle. Hinter dem Haus stehen ein paar Kühe auf der Weide und muhen gelegentlich laut und wohl auch ein wenig neidisch. Einfach herrlich.

Auf dem Weg zurück zum Hotel wollen wir noch für einen Fotostopp an der Quelle der Ruhr halten. Vom Parkplatz aus sind es nur wenige Meter. Der Weg ist schlecht ausgeschildert, aber dank der App „Map Out“ finden wir sicher unser Ziel – und „überqueren“ dabei den Verlauf der Ruhr auf ihren ersten hundert Metern. 

Die eigentliche Quelle liegt etwas versteckt im Wald, auf 666,5 Metern Höhe. Aus einem aus dem Waldboden ragenden Plastikrohr plätschert ein müdes Rinnsaal, aus dem einmal ein mächtiger Fluss werden soll. Wenige Meter darunter ist die Ruhr in Stein gefasst und mit einer Gedenktafel versehen. Im Durchschnitt sollen hier 2.500 Liter Wasser in der Stunde fließen, 0,7 Liter in der Sekunde – wir hatten den Eindruck, es war deutlich weniger. 

Die Ruhr selbst ist ein 219,3 Kilometer langer Nebenfluss des Rheins, der heute vornehmlich der Trink- und Brauchwasserversorgung des Ruhrgebiets dient. Im 19. Jahrhundert war das anders, da galt der Fluss als eine der meistbefahrenen Wasserstraßen Deutschlands. Bei Duisburg-Ruhrort mündet die Ruhr in den Rhein; zwischenzeitlich werden nur noch die letzen zwölf Kilometer, ab dem Mühlheimer Rhein-Ruhr-Hafen, für die Schifffahrt genutzt. 

Auf der Rückfahrt zum Hotel geht es mitten durch den Weihnachtswald. Der Baum zum Fest wird rund um Schmallenberg im großen Stil angepflanzt und, sobald er die entsprechende Größe hat, gefällt und in ganz Deutschland verkauft. Der Borkenkäfer scheint dem weihnachtlichen Grün nichts anhaben zu können. Die Kiefer aber stirbt. 

„Mittlerweile holen wir Waldarbeiter aus Finnland, weil wir nicht mehr genügend eigene Leute haben, die erkrankte Bäume fällen und das tote Holz aus dem Wald bringen können“, ereifert sich am Abend ein freundlicher Sauerlönder am Nachbartisch. „Und eigene Sägewerke, um das Holz verarbeiten zu können, haben wir auch kaum noch; brauchten wir ja alles nicht mehr“, schimpft er. Statt dessen würden die Baumstämme nach China verkauft, dort klein gesägt und dann für teuer Geld wieder nach Deutschland exportiert. Das sei doch verrückt. Da mögen wir nicht widersprechen.

Angesichts des herrlich warmen Sommerabends verlegen wir das Abendessen wenig später nach draußen. Mit einem kühlem Bier stoßen wir auf den herrlichen Tag an und lassen uns überraschen, was die Küche heute bietet. Schweinelendchen in Pfefferrahmsoße werden aufgetischt und Boef Stroganoff mit Kroketten, die heiß begehrt sind. Noch lange sitzen wir zusammen und genießen die gemeinsame Zeit. Morgen geht es schon wieder nach Hause.

Viel zu früh geht ein schöner Tag zu Ende. Noch lange sitzen wir zusammen und genießen einen herrlichen Sonnenuntergang.

Ein schöner Tag geht mit einem schönen Sonnenuntergang zu Ende.

Die gefahren Strecke kannst Du in der Landkarte von MapOut nachverfolgen, die Route selbst haben wir mit ein paar Bildern in ein Reliefe-Video hochgeladen.

Hier haben wir Pause gemacht beziehungsweise übernachtet:

Samstag / Kaffeepause

Bergresort Hochsauerland
Astenturm 1
59955 Winterberg

Tel.: 02981 8960


Samstag / Mittagessen

Landhaus Appelbaum
Basdorfer Straße 12
34516 Vöhl

Tel.: 05635 9930110


Samstag / Kuchenpause

Landhaus Liesetal
Liesetal 9
59969 Hallenberg-Liesen

Tel.: 02984 92120

Übernachtung Fr-So

Gasthof Röhrig
Hauptstr. 25
57392 Schmallenberg

Tel.: 02972 6369

Gasthof Hubertus 
Latroperstr. 24
57392 Schmallenberg-Fleckenberg

Tel. 02972 1731

Fragen zu dieser und allen anderen Touren, die wir anbieten, beantworten wir gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com

Ein Wochenende im Rothaargebirge

Roland hat angerufen – das bedeutet bestimmt nichts Gutes. Auf halber Strecke zum Treffpunkt in Aßlar-Belchingen lege ich an einer Tankstelle ein kleines Kaffeepäuschen ein. Auf der Mailbox dann, wie befürchtete, eine schlechte Nachricht: „Ich war heute Morgen beim Arzt, der hat eine Mittelohrentzündung diagnostiziert – ich kann leider nicht mitfahren“. So ein Mist, hatten wir uns doch so auf ein Wiedersehen gefreut.

Ich rufe schnell zurück. Vielleicht klappt es ja im Herbst, wenn wir zum Saisonabschluss ins Weserbergland wollen, meine ich und wünsche gute Besserung. Ärgerlich ist der Ausfall allemal.

Ich mäandere auf meiner Fahrt gen Norden über kleine Straßen, finde Wegweiser, denen wildwucherndes Grün fast die Funktion beraubt und lasse mich von imposanten Rindern bewundern, die scheinbar staunend auf der Weide stehen.

Mein Weg führt mich vorbei an Schloss Braunfels. Das prächtige Bauwerk thront auf einem mächtigen Basaltkegel und befindet sich seit fast 800 Jahren in Familienbesitz. 

Immer wieder ein imposanter Anblick: Schloß Braunfels

Bald darauf erreiche ich den Schützenhof in Belchingen. Die ersten Teilnehmer sind schon da; nach und nach kommen alle anderen. Wir wollen eine Kleinigkeit essen und dann weiter. „Die Auswahl ist coronabedingt ein wenig eingeschränkt“, entschuldigt sich die Chefin; angeboten würden „lediglich“ Hackbraten und Schnitzel in allen Variationen. Auf Wunsch gibt es auch „Strammen Max“ – und einen Teller mit feiner hausmacher Wurst als Gruß aus der Küche.

Satt und zufrieden steigen wir auf unsere Motorräder. Vorbei am Aartalsee geht es gen Norden. Das Rothaargebirge rückt näher. Auf kleinen kurvenreichen Straßen gewinnen wir zunehmend an Höhe. Was wir sehen, ist nicht schön. Überall graue, abgestorbene Bäume oder gerodete Flächen. In jedem Waldweg stehen große Traktoren, um das tote Holz aus dem nicht mehr vorhandenen Wald zu holen. Ein mehr als trauriger Anblick.

Die nachmittägliche Kaffeepause legen wir im Landgasthof Laibach ein. Vom Parkplatz aus bietet sich ein toller Blick auf die Höhenzüge des Sauerlands. Ich gönne mir eine frisch gebackene Waffel mit Vanilleeis und heißen Kirschen, während wir bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse sitzen.

Eine Sünde wert, oder?

Bis zum Gasthof Röhrig nahe Schmallenberg wäre es nun nicht weit, wenn wir den direkten Weg nehmen würden. Das tun wir in der Regel und auch heute nicht, warten doch Richtung Bad Laasphe viele herrlich kleine, kurvenreiche Straßen darauf, von uns entdeckt zu werden. Und so manches Abenteuer: etwa eine frei laufende Herde von Kühen …

Ein Feierabendbier und eine heiße Dusche später sitzen wir zusammen am Abendbrottisch. „Im Sauerland wird aufgegessen“, mahnt uns der Küchenchef, während er nach Vorspeise, Suppe und Salat die Hauptspeise auftischt: Wildgulasch mit Rotkraut und Spätzle sowie Schnitzel mit Kroketten – natürlich darf auch ein leckerer Nachtisch nicht fehlen. Da haben wir ordentlich zu kämpfen.

Hans, der sich ein wenig verspätet hatte, kam gleichwohl in den Genuss des „vollen Programms“. Für ihn tischte die Küche noch einmal auf, was die Teller hergaben …

Welch glücklicher Zufall, dass ich mich ausquartieren musste, weil im Gasthof Röhrig nicht mehr genügend Zimmer für unsere Gruppe frei waren. So komme ich zwangsläufig in den Genuss eines willkommenen kleinen Abendspaziergang, der vorbei an der von Flutlicht angestrahlten Kirche St. Antonius zum Gasthof Hubertus führt.

Die Route, die wir gefahren sind, kannst Du auf der Karte von „MapOut“ nachvollziehen. Zudem haben wir die Strecke mit ein paar Bildern wieder in einem Reliefe-Video hochgeladen.

Die grüne Linie auf der Landkarte zeigt die gefahrene Strecke. — Das Video den Verlauf der Route.

Hier haben wir Pause gemacht, beziehungsweise übernachtet:


Freitag / Mittagessen

Schützenhof
Schützenstr. 1
35614 Aßlar-Belchingen

Tel. 06440 389

Freitag / Nachmittagspause

Landgasthof Laibach
Auf dem Laibach 1
57319 Bad Berleburg

Tel.: 02751 7218

Übernachtung Fr-So

Gasthof Röhrig
Hauptstr. 25
57392 Schmallenberg

Tel.: 02972 6369

Gasthof Hubertus
Latroperstr. 24
57392 Schmallenberg-Fleckenberg

Tel. 02972 1731

Fragen zu dieser uns allen anderen Touren, die wir anbieten, beantworten wir gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com

Eine Kaffeepause – aber wo?

Mitte Juli werden wir zu einer „Sternfahrt“ in die Rhön aufbrechen. Mit Unterstützung einer zertifizierten „Sternenführerin“ wollen wir uns nachts erklären lassen, was es so alles am Firmament zu sehen gibt.

Von der Volkshochschule in Hofheim wird uns die erste Etappe nach Butzbach führen. Da das Wetter heute schön war, bin ich mal in die Wetterau und weiter in den Vogelsberg gefahren, um zu schauen, wo wir Kaffee- oder Mittagspause machen können.

Auf dem Rückweg zog ein kräftiges Gewitter auf, so dass ich mir den geplanten Abstecher zu den Eschbacher Klippen gespart habe. Dass, was sich da vor mir aufbraute, ließ nur eine Entscheidung zu: Regenkombi an und ab nach Hause. Auf dem Weg dorthin bin ich ordentlich „geduscht“ worden …

Da braut sich ordentlich was zusammen …

Die Schönheit der Welt erblicken

Es musste erst Juni werden, bis wir die erste Tagestour in diesem Jahr für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises anbieten konnten. Bis dahin hatte uns Corona fest im Griff; an gemeinsame Ausflüge war nicht zu denken. Jetzt aber sollte es in den Odenwald gehen, um „die Schönheit der Welt“ erblicken zu können. Ziel war der Beerfelder Galgen, der – an exponierter Stelle stehend – eine herrliche Aussicht bot und jedem Delinquenten klar machte, dass er die „Schönheit der Welt“ nicht mehr lange erblicken würde.

Neun Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer hatten sich angemeldet; Treffpunkt war die Autobahnraststätte Weiskirchen an der A3 in Richtung Aschaffenburg. Pünktlich um 9 Uhr ging es los. Erstes Ziel war das Gasthaus „Zum Spälterwald“ in dem kleinen Örtchen Olften nahe Beerfelden.

Treffpunkt in Weiskirchen

In Seeligenstadt ging es schon wieder runter von der Autobahn, um kurz darauf in den Odenwald einzutauchen. Dem Mossautal folgend erreichten wir Güttersbach und kurz nach der Olfener Höhe dann das Waldhufendorf Olfen. Um das Jahr 1400 lebten hier hauptsächlich Hirten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war der Ort wüst und menschenleer; 1658 siedelten sich einige Schweizer an. Heute leben hier rund 320 Menschen. Im letzten Winkel finden wir das Gasthaus, das einen guten Eindruck hinterlässt.

Irgendwie habe ich Hunger. Rührei mit Schinken wäre jetzt genau das richtige, für’s zweite Frühstück. „Mache ich“, sagt der Chef des Hauses und wenig später steht die Pfanne brutzelnd vor mir auf dem Tisch. Unterdessen warten wir auf Regina, Thomas und Andreas, für die die Fahrt nach Weißkirchen ein Umweg gewesen wäre. Als die Gruppe komplett ist, starten wir zur nächsten Etappe.

Gut eine halbe Stunde später haben wir den Beerfelder Galgen erreicht. Irgendwie ist es ja makaber, eine Stelle, an der Menschen einst ihr Leben verloren, zur Sehenswürdigkeit zu machen. Allerdings liegt die Vollstreckung des letzten Todesurteils aus dem Jahr 1746 mittlerweile 275 Jahre zurück.

Der Beerfelder Galgen ist einer der größten und einer der am besten erhaltensten Galgen in Deutschland. Er besteht aus drei Säulen, die in einem Dreieck aufgestellt sind. Daher rührt der Name „dreischläfriger Galgen“ Wieviele Menschen hier den Tod fanden, ist nicht bekannt. Aufgrund der liberalen Rechtsprechung der Grafen von Erbach wird aber davon ausgegangen, dass es nicht allzu viele waren.

Nach einem kurzen Fotostopp setzen wir unsere Fahrt fort. Die nächsten 10 Kilometer gen Süden nach Kortelshütte sind wie immer genial; bald darauf ist Hirschhorn am Neckar erreicht. Wir folgen dem Fluß für ein kurzes Stück auf der Bundesstraße und nähern uns so langsam dem „Katzenbuckel“.

Der Katzenbuckel ist mit 626 Metern der höchste Berg im Odenwald und – man mag es kaum glauben – der Schlot eines erloschenen Vulkans. In zwei Steinbrüchen wurde sein Gestein über viele Jahre abgebaut und hauptsächlich im Straßenbau verwendet. Unterhalb des Gipfels findet sich ein nettes Lokal, in dem wir zur Mittagsrast einkehren wollen. Die Aussicht von hier ist fantastisch.

Das Gasthaus heißt jetzt „Villa Katzenbuckel“ und hat seinen Charakter mit dem Eigentümerwechsel etwas verändert. Früher ein typisches Wanderlokal mit guter Küche setzt man jetzt mehr auf Events. Das Essen ist aber immer noch toll und so stillen wir erst einmal unseren Hunger. Ein deftiger Wurstsalat, eine herzhafte Quiche Lorraine, eine große Ofenkartoffel mir Sourcream, Salatbouquet und Rumpsteakstreifen oder ein schönes Schnitzel sind genau das, was unseren Geschmack trifft.

So langsam treten wir den Rückweg an, müssen unterwegs allerdings noch einen Tankstopp einlegen. Bis nach Hause reicht es für die Guzzi nicht mehr und so füllen wir in Mudau die Benzinvorräte noch einmal auf. Der eine oder andere nutzt die Zeit für eine kalte Erfrischung …

Auf Nebenwegen erreichen wir Amorbach und bald darauf Mömlingen. Nicht weit davon entfernt findet sich, etwas abseits gelegen, die Gaststätte Waldesruh, in der wir am Nachmittag noch mal eine Pause einlegen. Anschließend trennen sich dann unsere Wege.

Die nächsten geführten Motorradtouren der Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises finden am Sa., den 7.8.2021 (Adlerhorst – Link), am Sa., den 25.9.2021 (Freistaat Flaschenhals – Link) und am Sa., den 23.10.2021 (Saisonabschluss Rheinhessen – Link) statt. Das Wochenende zum „Sternengucken“ ist leider schon ausgebucht.

Von unserer Tagestour haben wir ein kleines Reliefe-Video erstellt, dass Dir den Routenverlauf zeigt, versehen mit einigen schönen Fotos. Die Strecke, die wir gefahren sind, kannst Du auch auf der Karte der empfehlenswerten App „MapOut“ sehen.

Das Reliefe-Video zur vhs-Tagestour in den Odenwald

Pause haben wir am Samstag, den 26.6.2021, hier gemacht:

Kaffeepause vormittags / 10.30 Uhr 

Zum Spälterwald

Spälterwaldstr. 4

64760 Oberzent – Olften

Tel.: 06068 2535

Mail: spaelterwald@t-online.de

Web: www.spaelterwald.de

Mittagessen / 13:00 Uhr

Villa Katzenbuckel

Katzenbuckelstr. 30

69429 Waldbrunn

Tel.: 06274 383

Mail: info@villa-katzenbuckel.de

Web.: www.katzenbuckel.de

Kaffeepause nachmittag / 16:00 Uhr

Gaststätte Waldesruh

Holzloch 4

63762 Wenigumstadt

Tel.: 06026 4701

Mail: info@waldesruh-wenigumstadt.de

Web.: www.Waldesruh-wenigumstadt.de

Fragen zu dieser oder allen anderen Motorradtouren, die wir veranstalten, gerne per Mail an kurvenfieber@mac.com

Saisonstart im Hunsrück

Vier Tage waren wir unterwegs – von Donnerstagmittag bis Sonntagmittag – und sind dabei insgesamt 725 Kilometer gefahren. Schön war sie, die erste geführte Tour in diesem Jahr, die quasi einem (verspäteten) Saisonstart gleich kam.

Wir haben alle Routen mal in einem Video zusammengepackt, so dass Du sehen kannst, wo wir überall unterwegs waren.

Die Berichte zu den einzelnen Tagesetappe findest Du hier:

Do. 3.6.2021: Vom Hunsrück an die Mosel

Fr. 4.6.2021: Zum Glück gab es eine Scheune

Sa. 5.6.2021: Auf zum Monte Tonnerre

So. 6.6.2021: Über den Rhein zurück nach Hause

Fragen zu dieser oder allen anderen Motorradtouren, die wir anbieten, gerne per Mail an: kurvenfieber@mac.com

Über den Rhein zurück nach Hause

Heute geht es wieder nach Hause. Das lange Fronleichnam-Wochenende geht zu Ende. Die Koffer sind gepackt, noch einmal lecker frühstücken, Schlüssel abgeben. Dann geht es los. Die Motorräder sind längst startklar.

Punkt 9 Uhr kann es losgehen. Es ist zunächst noch ein wenig diesig. Noch einmal streifen wir auf möglichst kleinen Straßen durch den Hunsrück und genießen die zumeist leeren Straßen.

Die Kaffeepause legen wir direkt am Rhein ein – mit Blick auf die Loreley. Einen Testnachweis will keiner mehr sehen. Wir genießen den kurzen Stopp an historischer Stelle – und der eine oder andere auch ein Stück Kuchen.

Weiter geht es zur Fähre in St. Goar, die uns in wenigen Minuten über den Fluss bringt. Mit 15 Maschinen rollen wir an Deck und quetschen uns neben zahlreiche Wohnmobile, die auch unterwegs sind.

Der Abzweig zur alten Blücherstraße ist leider gesperrt, also drehen wir kurzerhand um und fahren ein kurzes Stück auf der B 274 in Richtung Wispertal. Ein paar Kilometer können wir beide Gruppen zusammenhalten und brausen mit 15 Maschinen hintereinander Richtung Kammerburg. 

Wir bleiben nicht lang auf der Wisperstraße sondern zweigen schon bald wieder Richtung Norden ab, um in einem weiten Bogen den kleinen Ort Fischbach zu erreichen.

Im gleichnamigen Gasthaus wartet schon Andrea mit dem Mittagessen auf uns. Der Papa steht am Herd, die Mama hilft beim Bedienen – ein richtiger Familienbetrieb, in dem wir uns sehr wohl fühlen. Das Essen ist lecker, die Stimmung gut, auch wenn sich hier nun unsere Wege trennen werden. 

Die erste geführte Motorradtour nach dem Lockdown war ein voller Erfolg. Wir freuen uns schon auf die nächsten gemeinsamen Reisen, die wir in diesem Jahr hoffentlich noch durchführen werden. Mitte August gehts nach Zittau ins Dreiländereck, am 11. September für eine Woche in die Französischen Alpen. Drei Wochenendtouren – zur Lavendelblüte ins Elsass, auf ein Bier nach Pilsen und zum Saisonabschluss ins Weserbergland – sowie zahlreiche Tagestouren für die vhs des Main-Taunus-Kreises runden das Angebot ab.

Fragen zu unseren Touren beantworten wir gerne. Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com

Auch von dieser Tour gibt es ein kleines „Reliefe-Video“, das den Streckenverlauf nebst einiger Bilder zeigt.

Tag vier unseres langen Wochenendes im Hunsrück

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Unsere Pausen während der Tour:

Kaffeepause (Vormittag)

Panoramarestaurant Loreleyblick

An der Loreley 37

56329 St. Goar

Tel.: 06741 324

Web.: http://www.loreleyblick.de

Mittagessen

Restaurant Fischbachtal

Rheingauer Str. 33

65307 Bad Schwalbach-Fischbach

Tel.: 06124 8589

Web.: http://www.gasthaus-fischbachtal.de

Auf zum „Monte Tonnerre“

Der Donnersberg ist das erste Ziel unserer heutigen Tagestour, die mit 686 Metern höchste Erhebung im Nordpfälzer Bergland. „Mont Tonnerre“ nannten die Franzosen die Erhebung, als sie die Region 1815 vereinnahmten. Drei Jahre später gehörte das Bergmassiv dann zur bayerischen Pfalz. Auf dem bewaldeten Berg findet sich ein Keltenwall, der Ludwigsturm und ein Sendeturm des SWR. Das nette Lokal nahes des Parkplatz ist leider seit Jahren geschlossen, deshalb steuern wir den Falkenstein Hof an, von dessen Terrasse sich eine herrliche Aussicht bietet. 

Zunächst aber muss wieder getestet werden. Heute übernimmt den Job die örtliche Zahnärztin. Noch einmal vielen Dank.

Die Ergebnisse sind alle negativ – wir können starten.

Heute ist der Tag der Baustellen und Umleitungen. Die erste dieser „Herausforderungen“ wartet gleich hinter Kirchberg auf uns, kann aber problemlos gemeistert werden.

In der Nacht hatte es ordentlich geregnet; entsprechend sehen die Straßen heute morgen aus. Immer wieder liegen kleine Geröllhaufen auf dem Asphalt, meist in Kehren oder hinter Kuppen, so dass wir entsprechend vorsichtig unterwegs sind. Zudem versperrt uns so manche Baustelle den Weg, die auf abenteuerlichen Pfaden durch – oder umfahren werden will.  Das alles kostet Zeit, so dass wir ein wenig später als geplant zur ersten Kaffeepause eintreffen. Wir lassen es uns (trotzdem) wieder einmal gut gehen; so mancher gönnt sich zum zweiten Frühstück ein Stück Kuchen.

Wenig später halten wir auf dem großen Parkplatz am Donnersberg zum „Gipfelfoto“.

Gipfelfoto am „Monte Tonnerre“

Die Abfahrt gestaltet sich abenteuerlich. Die schmale Straße ist mit Blättern und abgerissenen Ästen förmlich übersät, so dass wir sehr vorsichtig fahren müssen.

Unterdessen wird der Himmel immer dunkler. Als die ersten Regentropfen fallen, halten wir in Sippersfeld an und ziehen die Regenkombis drüber. Eine gute Entscheidung, dann wenig später öffnet der Himmel seine Schleusen. Wir geraten in einen Wolkenbruch, der sich gewaschen hat. Da die Kombis halten, was sie versprechen – und wir weitestgehend trocken bleiben – fahren wir erst einmal weiter, in der Hoffnung, dass der Regen irgendwann schon aufhören wird. 

Das tut er auch – schnell sind auch die Straßen wieder trocken. Unsere Zuversicht hat sich ausgezahlt. So können wir im Reckweiler Hof das Mittagessen – wie geplant – auf der Terrasse einnehmen. Handschuhe, Pullover sowie die eine oder andere Jacke trocknen derweil im Heizungskeller. Ein toller Service. 

Nach dem Mittagessen teilen wir uns auf. Einige Teilnehmer möchten auf die geplante Kaffeepause verzichten und lieber gleich ins Hotel. Das Regenradar gibt wenig Anlass zur Zuversicht. Alle anderen wollen noch ein wenig Motorrad fahren. Also plant Stefan kurzerhand eine neue Route, während die „Unerschrockenen“ am ursprünglichen Plan festhalten.

Wir nehmen Kurs auf Kirn im Nahetal, die einst im Schnittpunkt alter Handelsstraßen lag. Der Name leitet sich wohl vom alten keltischen Wort „kyr“ für Wasser ab. Dicht am Hahnenbach und  der Nahe gelegen, gab es hier viele von Wasserkraft angetriebene Getreidemühlen; beide Gewässer waren zudem wichtig für den Warentransport, zum Gerben des Leders und für den Fischfang. 

Aufs Vieh hatte es hingegen der Schinderhannes abgesehen, der in der Gegend um Kirn sein Unwesen trieb. 1796 wurde er in Kirn verhaftet und erhielt eine Prügelstrafe, konnte aber schon in der ersten Nacht fliehen. Ein Jahr später soll er mit seinen Kumpanen insgesamt 47 Hammel gestohlen und an den Kirner Metzger Franz Andres verkauft haben. 

Wir „quälen“ uns ein wenig durch den Feierabendverkehr, haben aber bald schon wieder freie Fahrt. Schließlich erreichen wir Stipshausen, wo der „Dicke Hännes“ schon auf uns wartet. Lange Zeit war ungewiss, ob wir – angesichts der aktuellen Coronazahlen – hier eine Pause einlegen konnten; am Ende hat es geklappt. Während wir „nur“ Kaffee oder Wasser bestellen, kommt nach uns eine Gruppe Spanier von nahegelegenen Flughafen Hahn. „Do you have beer“ lautet deren erste Frage. Da leuchten die Augen vom „Dicken Hannes“; der Nachmittag scheint gerettet …

Auch wir wollen jetzt zurück ins Hotel. In die Richtung, in die wir fahren, steht die Sonne strahlend am Himmel. Hinter uns aber kommt eine dunkle Wolke immer näher. Also schnell in die Kombi und los, bevor es zu regnen anfängt. Die Motoren laufen, wir fahren vor bis zur ersten Kreuzung – und stellen fest, dass die Gruppe nicht komplett ist. Einem Teilnehmer war aufgefallen, dass die Ohrstöpsel fehlen. Also: Handschuhe wieder aus, Helm runter, Stöpsel suchen und alles wieder retour. Unterdessen war der Regen da. Wir warteten geduldig am Straßenrand während große Tropfen kräftig auf uns niederprasselten, bis alle Scheinwerfer im Rückspiegel zu sehen waren und fuhren los. Drei Kilometer später waren die Straßen wieder trocken.

Noch ein Tankstopp kurz vorm Hotel und auch dieser erlebnisreiche Tourtag sollte so langsam zu Ende gehen. Franz-Josef zeigte uns noch seine schwarz verfärbten Hände: „BMW-Handschuhe nach dem Regen, das ist das Ergebnis“, meinte er verärgert. Gute Qualität sieht anders aus. 

Zwei Stunden später saßen wir zusammen beim Abendbrot. Hähnchenbrustmedaillons mit Thymianjus oder mit Spinat und Ricotta gefüllte  Panzerottis – gefüllte Teigtaschen aus Italien – standen auf der Speisekarte; im Anschluss eine Herrencreme und der Tag war perfekt. 

Auch von dieser Tour gibt es ein „Reliefe-Video“, das Dir die gefahrene Strecke zeigt.

Fragen zu dieser oder allen anderen Touren, die wir anbieten, beantworten wir gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com

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Unsere Pausen

Kaffeepause (Vormittag) 

Falkensteiner Hof

Falkensteinerhof 1 

67808 Falkenstein / Pfalz

Tel.: 06302 / 924 555

Web.: https://www.falkensteiner-hof.com

Mittagessen

Reckweiler Hof

Reckweilerhof 8

67752 Wolfstein

Tel.: 06304 818 oder 819

Web: http://www.reckweilerhof.de/index.htm

Kaffeepause (Nachmittag) 

Gasthaus Dicker Hännes

Heidestr. 2

55758 Stipshausen

Tel.: 06544 513

Web.: http://zumdickenhaennes.homepage.t-online.de/main.html?src=%2Findex2.html

Übernachtung:

Landhotel Karrenberg

Straßheck 3

55481 Kirchberg

Tel.: 06763 93080

Web.: http://www.landhotel-karrenberg.de

Zum Glück gab es eine Scheune …

Heute geht es in die Eifel. Doch bevor wir starten, müssen erst einmal 17 Teilnehmende auf Corona getestet werden. Damit wir nicht lange im Testzentrum anstehen müssen und pünktlich um 9 Uhr starten können, hat das Hotel die örtliche Apothekerin dafür begeistern können, uns gleich nach dem Frühstück zu testen. Ein toller Service. 

Corona-Schnelltest – 17mal an diesem Morgen.

Kurz vor 9 Uhr füllt sich der Parkplatz. Motorräder werden begutachtet, Erfahrungen ausgetauscht. Charly zeigt sich erstaunt, dass heute auch eine kleine Wanderung auf dem Programm steht und schaut erst einmal in den Tourunterlagen nach, ob die tatsächlich angekündigt war.

Bevor wir losfahren machen wir noch ein Gruppenfoto auf der großen Bank, die vor dem Hotel steht – als kleines Andenken ans lange Wochenende. 

Zusammen haben wir ein kurzweiliges Wochenende im Hunsrück verbracht.

Anschließend geht es, vorwiegend auf kurvenreichen Nebenstraßen, erst einmal wieder an die Mosel. Am Ortseingang von Zell begrüßt uns am Kreisel die berühmte „Schwarze Katze“. Es wird erzählt, dass sich ein Weinhändler im Jahr 1863 nicht entscheiden konnte, welches von drei Weinfässern er erwerben sollte. Als sich eine schwarze Katze auf eines der Fässer setze und dieses fauchend verteidigte, entschied es sich für dieses. Das war wohl eine gute Entscheidung, denn der Absatz war famos, so dass er alle Fässer dieser Lage kaufte und die entsprechenden Weinberge anschließend unter der Bezeichnung „Schwarze Katze“ vermarktet wurden. 

Bei Bulley wechseln wir noch mal die Uferseite, um nicht auf der Bundesstraße fahren zu müssen. Dazu fahren wir unter abenteuerlich anmutende Brücke unter den Gleisen der „Kanonenbahn“ hindurch und so über den Fluss.

Bei Bremm führen uns die Straße kurvenreich die Moselanhöhen hinauf; nur wenig später ist der Abzweig zum Wanderparkplatz Calmont erreicht. Ein staubiger Feldweg führt durch die Gemarkung; die letzten 700 Meter zum „Moselblick“ müssen wir zu Fuß gehen. Der holprige Waldweg führt glücklicherweise schon bald unter mächtige Bäumen hindurch; trotzdem beklagt so mancher die erlittenen „Strapazen“. Die atemberaubende Aussicht auf die Moselschleife aber entschädigt für alles.

An der Moselschleife

20 Fahrminuten später genießen wir die erste Kaffeepause, die wir im Landhaus Schend in Immenrath einlegen. „Wir müssen noch ein wenig üben“, entschuldigt sich die Chefin, nachdem es mit den Bestellungen nicht ganz so rund läuft. „Nachdem wir so lange Pause machen mussten, fehlt uns die Routine“, meint sich lächelnd – kein Problem; wir haben doch Zeit. Denn den eigentlich geplanten Abstecher zum „Skywalk“ an der Achterhöhe werden wir ausfallen lassen. Noch ein Fußmarsch käme jetzt wohl nicht so gut an. 

Also fahren wir direkt in die Eifel. Bald darauf ist das Weinfelder Maar erreicht, das vor rund 20.000 bis 30.000 Jahren durch vulkanische Aktivität entstanden ist. Einst soll an der Stelle des Kraters ein Schloß gestanden haben. Eines Tages, als der Schlossherr mal wieder zum Jagen unterwegs war, lief der Krater voll Wasser und das Schloß versank in den Fluten – mitsamt der Schlossherrin, die arg garstig gewesen sein soll. Nur das Kind der Beiden trieb in einer Wiege ans rettende Ufer. Ein schönes Märchen zur Entstehung des Weinfelder Maar – oder?

In einem weiten Bogen fahren wir nach Ulmen – und werden kurz vor Erreichen dieses Etappenziels von der Feuerwehr gestoppt. Aufgrund eines Motorradunfalls sei die Straße gesperrt, erklärt man uns. Bergungsarbeiten – wir wüssten ja … 

Da ist einem Motorradfahrer irgendwie die Straße ausgegangen …

Auf die Frage, welche Ausweichstrecke man uns empfehlen könne, herrscht großes Rätselraten. Rechts der Straße sei eine große Baustelle, links eigentlich nur die Autobahn. „Und wenn wir vielleicht ganz vorsichtig und langsam …“, frage ich den Feuerwehrmann. Der greift zum Funkgerät und gestattet uns wenig später die Durchfahrt. In einer Linkskurve ist einem Kollegen der Knieschleiferfraktion offensichtlich die Straße ausgegangen, worauf er samt seiner Rennsemmel in der Leitplanke landete. Viel passiert zu sein schien nicht, aber ordentlich Benzin und Öl waren ausgelaufen – deshalb die Sperrung. 

Bald darauf sitzen wir am Marktplatz von Ulmen in der Bürgerstube. In dem netten Lokal nahe des Ulmer Maar waren wir schon in der Vergangenheit des öfteren eingekehrt. Diesmal bedurfte es konstruktiver Verhandlungen. Denn die 19 Esser, die wir waren, stellten den Chef des Hauses vor ein Problem. „Ich bin ganz allein, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich in der Coronakrise alle einen anderen Job gesucht; bei so vielen Leuten kann ich Ihnen eigentlich nur ein Gericht für alle anbieten“, hieß es zunächst, als wir um Reservierung nachfragten. „Vielleicht können Sie uns eine kleine Auswahl an verschiedenen Gerichten vorschlagen, wir suchen dann aus und sagen Ihnen einen Tag vorher, was wir essen möchten. Dann haben Sie ausreichend Zeit zur Vorbereitung“, war unser Alternativvorschlag. Der überzeugte und so konnten wir wieder einmal ein leckeres Mittagessen genießen – danke.

Zum Abschluss des Tages sollte es zum „Brubbel“ gehen – einem Kaltwassergeysir in Wallenborn. Etwa alle 55 Minuten steigt eine zwei bis vier Meter hohe Wassersäule aus einem kleinen Teich auf; Folge des einstigen Vulkanismus in der Eifel und seit der grundlegenden Sanierung 2001 eine ganz besondere Sehenswürdigkeit. 

Je näher wir unserem Ziel kommen, umso dunkler werden die Wolken am Himmel. Lange Zeit gelingt es uns, die Regenschauer zu umfahren. Die Routenplanung passt perfekt. Bei Hinterweiler gewinnt die schmale Straße noch einmal an Höhe. Rechts gäbe es einen Parkplatz, um vielleicht doch schon mal die Regenkombis anzuziehen. Doch das Ziel ist nicht mehr weit und vielleicht haben wir ja Glück.

Die Wolken werden immer dunkler

Haben wir nicht. Kaum biegen wir uns Eck, sehen wir die graue Regenfront direkt auf uns zukommen. Anhalten können wir hier nicht. Die Straße ist zu schmal, das Bankette nicht befestigt. Die nächste Ortschaft, Waldkönigen, liegt laut Navi noch gut zwei Kilometer entfernt. Bei dem Wolkenbruch werden wir dort durchnässt bis auf die Haut ankommen. Linker Hand taucht eine Scheune auf. „Der Vorplatz ist befestigt, da können wir uns umziehen, ohne befürchten zu müssen, von einem Auto umgefahren zu werden“, denke ich mir. Kaum angekommen, öffnet sich das große Scheunentor und ein freundlicher Landwirt bietet uns an, in der Scheune den Weltuntergang abzuwarten. „Ihr könnte auch mit den Motorrädern reinfahren, wenn Ihr wollt“, ruft er uns zu. Ein Angebot, dass wir dankend annehmen. 

Da stehen wir nun, zwischen Strohballen und meckernden Ziegen und warten darauf, dass der sintflutartige Regen weniger wird. Eine gute viertel Stunde dauert es und der Spuk ist vorbei. Wenig später sitzen wir schon wieder bei strahlendem Sonnenschein am „Brubbel“ und genießen die nachmittägliche Kaffeepause. Stefan und seine Gruppe, die vor uns fahren, hatten Unterschlupf unter dem Vordach eines Gasthauses in Waldkönigen gefunden, beschlossen dann aber, direkt ins Hotel zu fahren.

Damengedeck“?

Kurz bevor wir aufbrechen, beginnt auch der „Brubbel“ wieder zu sprudeln, so dass wir auch von dieser Sehenswürdigkeit schnell noch ein Bild (vom Straßenrand) machen können.

Schnappschuss vom Brubbel – dem Kaltwasser-Gysier.

Wir nutzten das jetzt wieder schöne Wetter für eine kurvenreiche Fahrt nach Kirchberg, unternehmen noch einen Abstecher zur Burg Manderscheid, um kurz nach 18 Uhr im Hotel einzutreffen – nicht ohne vorher noch getankt zu haben. 

Beim Abendessen waren die Wetterkapriolen natürlich das Thema. Heute gab es goldgelb gebratene Schweineschnitzel mit Pilz- oder Pferrerrahmsauce und Pommes Frites oder Gemüsecurry mit Reis; zum Nachtisch Schokoladenmouse mit Beeren. Das Tablett war ratzfatz leergefuttert. So eine Motorradfahrt macht ganz schön hungrig …

Wem diese Hand wohl gehört?

Wieder geht ein schöner Tag zu Ende. Morgen wollen wir Richtung Pfalz unterwegs sein.

Abendstimmung

Den Verlauf dieser Tagestour haben wir wieder in einem kleinen „Reliefe-Video“ zusammengefasst.

Tag 2 unseres langen Fronleichnam-Wochenende

Infos zu dieser und zu allen anderen von uns angebotenen Touren gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com

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Unsere Pausen:

Kaffeepause (Vormittag) 

Landhaus Schend

Hauptstr. 9 

54552 Immerath

Tel. 06573 306

Web.: https://www.landhaus-schend.de

Mittagessen:

Hotel & Restaurant Bürgerstube

Alter Postplatz 3

56766 Ulmen

Tel.: 02676 367

Web.: https://hotel-buergerstube.metro.rest/?lang=de

Kaffepause (Nachmittag)

Landhaus am Brubbel

Weidenbacher Str. 3a

54570 Wallenborn

Tel.: 05699 960394

Web.: https://landhaus-am-brubbel.business.site/?utm_source=gmb&utm_medium=referral

Übernachtung:

Landhotel Karrenberg

Straßheck 3

55481 Kirchberg

Tel.: 06763 93080

Web.: http://www.landhotel-karrenberg.de