Zum Radom in die Rhön

Wer hätte gedacht, dass wir es so gut treffen würden: an einem der heißesten Tage dieses Jahres fahren wir zum höchsten Punkt in Hessen, an dem die Temperaturen hoffentlich noch einigermaßen erträglich sind. Die Wasserkuppe ist das Ziel, 950 Meter hoch, dort wollen wir nach dem Mittagessen einen Blick auf und vor allem in das Radom werfen – jenem kugelrunden, weißen Gebilde, das als „Landmarke“ gilt und eigentlich hätte abgerissen werden sollen.

Die Tour, die wir für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises organisiert haben, stößt auf unglaubliche Resonanz: 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer plus 3 Tourguides – mit so großen Gruppen sind für die vhs nur selten unterwegs.

9 Uhr ist Start an der Autobahnraststätte Weiskirchen. Schnell sind die drei Gruppen eingeteilt. Bleibt die Frage: wie fahren wir nach Ulmbach. Dort wollen wir im „Deutschen Haus“ die erste Kaffeepause einlegen. Noch ein Stück über die Autobahn bis Erlensee oder bei Seligenstadt mit der Fähre über den Main? Da wir als letzte Gruppe startet, entscheide ich mich schweren Herzens für die erste Variante, um nicht allzu spät in Ulmbach anzukommen.

Die Route führt uns über vornehmlich kleine Straßen, vorbei an vielen Feldern, die gerade abgeerntet werden. Riesige Strohballen prägen die Landschaft, die bis zum Abend eingeholt werden. Da wird uns so mancher Traktor noch entgegen kommen.

Kurz nach halb elf sitzen wir unter großen Sonnenschirmen im „Deutschen Haus“ und genießen die Kaffeepause. Bald darauf trifft auch Stefan ein. Michael dreht noch ein paar Extra-Schleifen – da sind wir mit der Kaffeepause schon fast fertig.

Die nächste Etappe erinnert mich ein wenig an unsere abwechslungsreiche Woche im Erzgebirge: zahlreiche Baustellen säumen unseren Weg. Einige umfahren wir, bei einigen schauen wir neugierig, warum eine Weiterfahrt (am Wochenende) nicht möglich sein soll. Das klappt meist ganz gut. Nur bei der letzten Baustelle müssen wir kapitulieren. Ausgerechnet am Abzweig zur Wasserkuppe wird nahe Rupsroth eine Brücke erneuert – kein Durchkommen. Also müssen wir einen Umweg fahren und kommen so erst kurz nach 13 Uhr beim nächsten Etappenziel an.

Beim „Peterchens Mondfahrt“ wollen wir zu Mittag essen. Freundlicherweise hat man uns die Terrasse reserviert, so dass wir beim dem schönen Wetter draußen essen können. Herrlich! Die Gerichte hatten wir schon ausgewählt, so dass wir ohne lange „Wartezeit“ loslegen können. Mein Favorit war Wildschweinbratwurst mit Saisongemüse und Kartoffelstampf. Sehr lecker 😉

Carona-bedingt können leider nur zehn Personen an der anschließenden Führung durchs Radom teilnehmen. Alle anderen genießen dafür eine deutlich längere und kurvenreichere Tour Richtung Kaffeepause, als die „Kulturbeflissenen“.

Wir müssen uns ein wenig sputen. Das Radom lässt sich (leider) nur zu Fuß erreichen und wir sind (aufgrund der vielen Baustellen) ein wenig spät dran. Die ehemalige Radarkuppel (Ra = Radar, Dom = domförmige Abdeckung) diente einst der Flugüberwachung und sollte nach der Wiedervereinigung eigentlich abgerissen werden, weil es keine Verwendung mehr für den Bau gab. Die Technik war ausgebaut worden. Da die „weiße Kugel“ aber landschaftsprägend und ein Erkennungsmerkmal für die Wasserkuppe ist, regte sich schnell Widerstand. Heute erzählt eine kleine Ausstellung über die Geschichte der Wasserkuppe als Mekka der Segelflieger, aber auch über die militärische Vergangenheit des Bauwerks. Den besten Einblick erhält man im Rahmen einer kleinen Führung, wie wir sie genießen konnten.

Beeindruckend auch: der Gang über die 360-Grad-Aussichtsplattform in 960 Metern Höhe. Hier findet sich derzeit eine Ausstellung mit großformatigen Fotos von Wetterphänomenen.

Krönender Abschluss dann das Betreten der Kuppel unter dem sich einst ein militärisches Radar befand. Die Akustik ist faszinierend, die Infos, die auf die wabenförmige Decke projiziert werden, sind es auch.

Gemütlich laufen wir vom Radom zurück zu „Peterchens Mondfahrt“, wo wir freundlicherweise unsere Jacken und Tankrucksäcke deponieren konnten und nutzen die Gelegenheit, das eine oder andere Foto machen zu können. (Aktion und Ergebnis sind im Bild festgehalten).

Es ist schon fast 16 Uhr, als wir wieder auf die Motorräder steigen. Rückers, nahe der A66, ist jetzt das Ziel. Im „Grünen Baum“ wollen wir noch eine Kaffeepause einlegen. Breite Bundesstraßen sind jetzt angesagt, ist es doch schon reichlich spät, wenngleich wir uns den einen oder anderen Abstecher über abenteuerlich anmutende Nebenstraßen nicht verkneifen können.

Das Gasthaus „Zum Grünen Baum“ macht seinem Namen alle Ehre. Unter dichtem Grün sitzen wir beisammen und genießen selbstgebackenen Kirschkuchen – und einige auch ein alkoholfreies Weizen; sogar in Kombination mit dem Kirschkuchen. Ein wunderbarer Abschluss dieser kurzweiligen Tagestour.

Ich nehme noch ein paar Landstraßenkilometer unter die Räder, bevor ich mich auch auf die Autobahn werfe. Es wird halb acht, bis ich wieder zu Hause bin.

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Auf dem Weg nach Hause

Den Verlauf unserer Motorradtour haben wir wieder in einem Relive-Video zusammengefasst:

Original-Link: https://www.relive.cc/view/vLqe1KGZjdq

Auf der nachfolgenden Karte kannst Du sehen, wie wir gefahren sind:

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Kaffeepause (Vormittag):
Landgasthof „Deutsches Haus“
In der Ährecke 2
36396 Steinau/Ulmbach
Web: www.landgasthof-deutsches-haus.de

Mittagessen:
Peterchens Mondfahrt
Wasserkuppe 46
36129 Gersfeld/Rhön
Web: www.peterchens-mondfahrt.de

Kaffeepause (Nachmittag):
Landgasthof „Zum Grünen Baum“
Mittelstr. 9
36103 Flieden/Ortsteil Rückers
Web: www.landgasthaus-gruener-baum-flieden.de

Besichtigung Radom:
Web: www.radom-wasserkuppe.de

Die nächste vhs-Tagestour findet am Samstag, den 10.10.2020 statt und führt uns auf den Spuren des Schinderhannes nach Miehlen, in dem Lahn-Taunus-Kreis. Mehr Infos und die Möglichkeit sich anzumelden unter folgendem Link: Hier klicken.
Die geplanten Tagestour am Samstag, den 12.9.2020, muss leider ausfallen.

Unsere nächsten „großen Motorradtouren“ führen uns von Sonntag, 30.8. bis Samstag, 5.9.2020, ins Aostatal sowie von Sonntag, 20.9. bis Fr. 25.9.2020, ins Allgäu. Das Saisonabschlusswochenende hat von Freitag, 2.10. bis Sonntag, 4.10.20 das kurvenreiche Frankenland zu Ziel. Mehr Infos dazu gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com Wir freuen uns, wenn Du dabei sein könntest.

 

 

Fotorückblick Erzgebirge

Eine Woche waren wir im Erzgebirge unterwegs. Vom Hotel „Saigerhütte“ in Olbernhau aus sind wir zu sechs ganz unterschiedlichen Tagestouren aufgebrochen. Im Fotorückblick fassen wir alle Bilder zusammen, die wir während unserer Reise aktuell auf Facebook veröffentlicht haben. So bekommst Du einen ersten Einblick. Die ausführlichen Tagesbucheinträge folgen in den nächsten Tagen.

Mehr Infos zu allen unseren Touren gern per Mail-Anfrage unter kurvenfieber@mac.com

Wilder Stein statt Schokokuss

Diesmal passt das Wetter! Als wir uns im vergangenen Jahr das erst Mal auf den Weg gemacht haben, um im Vogelsberg eine kleine „Schokokuss-Manufaktur“ zu besichtigen, da regnete es wie aus Kübeln. Von den fast 20 Teilnehmern, die sich für diese Tour angemeldet hatten, bleiben am Ende nur vier Unerschrockene, mit denen wir uns dann auf den Weg machten. Obwohl wir reichlich nass geworden sind, hatten wir doch jede Menge Spaß miteinander.

Am Samstag, den 4. Juli 2020, wollten wir eigentlich einen neuen Anlauf unternehmen. Doch diesmal machte uns Corona einen Strich durch die Rechnung: der Raum, in dem die „Schaumküsse“ produziert werden, ist so klein, dass wir die derzeit gültigen Abstandsregeln nicht hätten einhalten können. Also wurde ein neues Tagesziel gesucht und mit dem „Wilden Stein“ in Büdingen gefunden.

Kurz nach 9 Uhr machten wir uns vom Parkplatz der vhs in Hofheim auf den Weg. Zwei Teilnehmer waren noch mehr oder weniger spontan zu uns gestoßen, so dass wir uns in zwei Gruppen mit insgesamt 13 Motorrädern auf den Weg machten. Gut, dass ich Stefan vorsorglich gebeten hatte, als zweiter Tourguide dabei zu sein.

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Von Königstein aus ging es über die alte Kanonenstraße nach Schmitten, dessen Name sich von einer alten Waldschmiede ableitet, die 1399 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Bis ins 19. Jahrhundert sicherte die Herstellung handgeschmiedeter Nägel zahlreiche Existenzen im Ort. Dann kam das Zeitalter der Industrialisierung und Schmitten musste sich neu erfinden. Fortan setzte man auf den Fremdenverkehr.

Historisch auch der Ort, in dem wir unsere ersten Stopp einlegen. Über Rosbach und Altenstadt fahren wir nach Büdingen, direkt auf die alte Stadtmauer zu. . Hier, in malerischer Kulisse, legten wir in „Fannys Café“ die erste Kaffeepause ein. Ein langer Tisch war für uns reserviert, so dass wir uns vor historischer Kulisse von der ersten, rund 90 Kilometer langen Etappe „erholen“ konnten.

Nicht weit entfernt liegt der „Wilde Stein“, der vor etwa 19 Millionen Jahren durch Vulkantätigkeit entstanden ist. Der mächtige, skurril geformte Basaltblock war in vorchristlicher Zeit wahrscheinlich ein Kultplatz. Felsbezeichnungen wie „Wilder Stein“ oder „Wildfrauengestühl“ werden in der Mythologie meist mit Frau Holle (der Göttin Freya) in Verbindung gebracht.

Später galt der „Wilde Stein“ als unheimlicher Platz. Im Mittelalter sollen Frauen aus Büdingen und Umgebung hier mit dem Teufel „geritten“ sein. Zumindest gestanden sie diese Taten in grausamen Hexenprozessen.

In jüngster Vergangenheit diente die heutige Sehenswürdigkeit als Steinbruch. In napoleonischer Zeit wurden Teile des Felsens herausgesprengt, um damit Straßen und Brücken zu bauen.

Wir machen ein paar Fotos und fahren weiter in den Vogelsberg, der ebenfalls vulkanischen Ursprungs ist. Vorbei am Obermoser Teich geht es auf möglichst kleinen Straßen Richtung Schotten.

Als „ecclesia in Buchonia“ – einem ursprünglich keltischen Waldgebiet – am 21. Juni 778 urkundlich erwähnt, soll der Ursprung des heutigen Fremdenverkehrsortes eine kleine Kirche gewesen sein, die Abt Beatus einst iroschottischen Mönchen schenkte.

Heute ist die in bis zu 773 Metern Höhe gelegene Stadt eher für das historische Auto- und Motorradrennen bekannt, das alljährlich im August stattfindet. Klar, dass wir auf dem Weg zum Mittagessen einen Teil des legendären „Schottenrings“ unter die Räder nehmen.

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Im „Hotel Haus Sonnenberg“ legen wir unsere Mittagsrast ein. Auf der sonnendurchfluteten Terrasse sind an zwei Tischen ausreichend Plätze für uns reserviert; die Speisekarte verspricht eine tolle Auswahl. Ich entscheide mich für die Gemüsepfanne mit Tortellini – und finde: das war eine gute Entscheidung 😉

80 Kilometer – und einen Tankstopp – später sind wir wieder im Taunus. Kurvenreich streben wir dem letzten Etappenziel der heutigen Tagestour entgegen.

Im Gasthof „Zum Deutschen Haus“ werden wir schon erwartet. Eigentlich wollten wir nur einen Kaffee trinken, aber die leckere Himbeertorte, die frisch gebackenen Waffeln mit Vanilleeis oder der große Erdbeerbecher sind einfach zu verlockend, um nicht bestellt zu werden.

An einer der Zufahrten zum Feldberg gelegen, fahren während unserer Pause zahlreiche Motorradfahrer dicht an der Hotel-Terrasse vorbei. So mancher wird geradewegs von der Demo gegen Fahrverbote am Wochenende gekommen sein, zu der an diesem Wochenende in Wiesbaden aufgerufen war.

Nach der Kaffeepause trennen sich unsere Wege. Ich fahre noch gemütlich über Land und gönne mir einen letzten Espresso beim abendlichen Tankstopp. Schön war sie wieder gewesen, die Tagestour, die wir für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises organisieren durften.

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Die Karte mit dem Streckenverlauf (ab der vhs bis zum letzten Tankstopp) findest Du hier:

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Roadbook: Hofheim am Taunus – Kelkheim – Bad Soden – Königstein – Kronberg im Taunus – Oberhöchstadt – Schönberg – Oberursel – Oberstedten – Schmitten – Neu-Anspach – Wehrheim – Köppern – Rodheim vor der Höhe – Ober-Rosbach – Nieder-Rosbach – Ober-Wöllstadt – Nieder-Wöllstadt – Niddatal – Florstadt – Altenstadt – Düdelsheim – Orleshausen – Büdingen – Büches – Rinderbügen – Wolferborn – Kefenrod – Gedern – Birstein – Freiensteinau – Grebenhain – Herbstein – Lautertal – Ulrichstein – Schotten – Nidda – Hungen – Echzell – Melbach – Beienheim – Dorheim – Schwalheim – Friedberg (Hessen) – Bad Nauheim – Ockstadt – Ober-Rosbach – Rodheim vor der Höhe – Köppern – Wehrheim – Neu-Anspach – Schmitten – Glashütten – Idstein – Ehlhalten – Glashütten – Oberjosbach – Niederjosbach – Vockenhausen – Bremthal – Eppstein – Vockenhausen – Lorsbach

Den Verlauf unserer Tagestour in den Vogelsberg haben wir zudem in einem kurzen Relieve-Video zusammengefasst. Wir wünschen Dir viel Spaß beim Anschauen.

Original-Link: https://www.relive.cc/view/vRO7d5EREK6

 

vhs-Tagestour in die Rhön

Die nächste Tagestour der vhs führt am Samstag, den 1.8.2020, in die Rhön Dort wollen wir einen Blick ins Radom werfen, jenem kugelrunden Bau, der hoch oben auf der Wasserkuppe steht, und von dem aus einst der Funkverkehr „im Osten“ abgehört wurde. Anmeldungen nimmt die vhs bereits online entgegen. Den entsprechenden Link und weitere Informationen zur Tour findest Du hier: vhs-Tagestour Rhön

 

Rückblick auf eine wunderbare Woche

In der Tat waren die Wetteraussichten grauselig: kalt sollte es sein und immer wieder regnerisch. Keine optimalen Voraussetzungen für eine Motorradtour. Noch dazu lag unser Hotel hoch oben auf dem Berg, da wo die Wolken hängen bleiben. Und doch hatten wir es gut getroffen! Denn: man muss sich nur trauen.

Am Dienstag ging’s nach Süden, zur Egger Alm nahe Hermagor. Am Mittwoch war die Wegscheide bei Feldkirchen unser Ziel. Für den Donnerstag hatten wir uns eine Seen-Tour nahe Salzburg vorgenommen. Und am Freitag stand die Nockalm auf dem Tourenplan. Nass geworden sind wir – trotz Weltuntergangs-Vorhersage – kein einziges Mal – und auch die Temperaturen waren zum Motorrad fahren sehr angenehm.

Dass wir viel Spaß miteinander hatten, zeigt die kleine Auswahl an Bildern, die einen kurzweiligen Rückblick auf das Erlebte geben. Mehr Infos dazu unter kurvenfieber@mac.com

Um 4:38 Uhr gehts nach Hause

Samstag, 20.6.2020 – Rückreise: Es ist kurz nach vier, als ich das erste Mal auf die Uhr schaue. Ein menschliches Bedürfnis hat mich geweckt – und so nutze ich die Gunst der frühen Stunde. Katzenwäsche, zusammenpacken und ab ins Auto. Es regnet – weil ich die Fenster nicht ganz geschlossen hatte, ist die Feuchtigkeit bis in den Innenraum gezogen. Alles ist beschlagen, auch die Instrumente.

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Ich starte den Diesel und rolle langsam durch die Nacht. Über Radstadt geht es Richtung Autobahn, zurück nach Deutschland.

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Trotz der frühen Stunde wird bei der Einreise am Walserberg schon kontrolliert. Obwohl mit einem Kleintransporter unterwegs, kann ich problemlos passieren. Ich stelle den Tempomat auf 100 km/h und fahre über München und Nürnberg zurück ins Rhein-Main-Gebiet. Unterwegs regnet es fast ohne Unterlass – mal mehr, mal weniger. „Die armen Motorradfahrer“, denke ich, die heute auch nach Hause wollen …

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Erst hinter der bayerischen Landeshauptstadt reißt der Himmel auf und das Wetter bessert sich. So einen blauen Himmel wünsche ich allen, die heute auf zwei Rädern unterwegs sind.

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Ich komme gut voran. Beim Tankstopp in Wertheim, bei dem ich dem Duc einen ordentlich Schluck des teuren Superdiesel gönne, zeigt die Uhr erst viertel vor elf. Noch gut 100 Kilometer liegen vor mir. Gegen 12 sollte ich wieder zu Hause sein.

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Eine abwechslungsreiche Woche liegt hinter uns – und die erste geführte Tour, die wir seit der Corona-Krise anbieten konnten. Da hat das Motorrad fahren noch mal so viel Spaß gemacht.

Extratour: vom 20.9. bis 25.9.2020 gehts ins Allgäu

Mit dieser „spontanen“ Tour sind wir in die Saison 2020 gestartet, mit einer „spontan“ ins Programm genommenen Tour wollen wir sie auch beenden. Von Sonntag, den 20.9. bis Freitag, den 25.9.2020, wollen wir noch mal ins Allgäu fahren – um auf kleinen Wirtschaftswegen die Saison ausklingen zu lassen. Ein Abstecher in die nahegelegene Schweiz, ein Ausflug über die Grenze nach Österreich sind ebenfalls denkbar. Klingt verlockend, oder?

Die ersten Anmeldungen liegen bereits vor. Magst Du nicht auch dabei sein? Der Teilnehmerbetrag liegt bei 595 Euro pro Motorradfahrer/Motoradfahrerin im Doppelzimmer, Sozias zahlen nur 545 Euro. Der Einzelzimmerzuschlag liegt bei 125 Euro. Unsere Leistungen: eine sorgfältige Tourplanung, fünf Übernachtungen mit Frühstück und Abendessen sowie vier geführte Touren. Mehr Infos oder Anmeldung unter kurvenfieber@mac.com

Zum Schluß: die Nockberge

Freitag, 19.6.2020 – 4. Tourtag: Die Gamsleitenspitze ist kaum zu sehen. Dunkle Wolken hängen in den Bergen und vom Nordwesten zieht ein weiteres Tief heran. Wie gut, dass wir am letzten Tourtag gen Süden fahren wollen: heute steht unter anderem die Nockalmstraße auf dem Programm. Vorsorglich wirft der eine oder andere doch die Regenkombi über, sieht das Wetter in unserer Richtung nicht gerade vertrauenserweckend aus. 

Wir stürzen uns über die B99 talwärts, halten uns in Mauterndorf gen Katschberg und legen nahe Schloss Moosham bereits den ersten Stopp ein: die Regenkombis können ausgezogen werden, vor uns tauchen am Himmel die ersten vielversprechenden blauen Flecken auf. 

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Kurzer Stopp: raus aus den Regenkombis

Schloss Moosham liegt auf einem felsigen Hügel, hoch oben über einem einst sumpfigen Moor. Daher leitet sich auch der Name ab: Moos gleich Moor. In der Chronik heißt es: „Im dumpfigen, düsteren Schweigen versunken, ruht das Moor, unergründlich und geheimnisvoll, sucht den des Weges unkundigen Wanderer an sich zu locken…… Manchmal hallt dumpfes, ferntönendes Glockengeläute, aus der tiefe des Moores heraufdringend, an das dahineilenden Wanderers Ohr. Es kommt von der versunkenen Stadt die dort unten begraben liegt“. Irgendwie gespenstisch …

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Blick auf Schloss Moosham

In jüngster Zeit diente der prächtige Bau, der über eine lange Geschichte verfügt, als Kulisse für Filme wie „Die Schöne und das Biest“, „Das Vermächtnis der Wanderhure“ oder der Neuverfilmung von „Dornröschen“.

Über den Schönfeldsattel geht es kurvenreich vom Salzburger Bundschuh zur Kärntner Krems. Bis hinauf auf 1740 Meter windet sich das schmale Strässchen, mit Steigungen von bis zu 14 Prozent, und führt dabei – vorbei an einem alten Hochofen – durch eine malerische Landschaft, mit oftmals freilaufenden Kühen. 

Der Abzweig zur mautpflichtigen Nockalmstraße ist schnell erreicht. 13 Euro kostet die 34 kilometerlange Etappe, gut 38 Cent pro Kilometer. Wir haben uns im Hotel Solaria ermäßigte Tickets gekauft, so dass wir „nur“ 9,75 Euro bezahlen – das wären dann rund 29 Cent pro Kilometer.

52 Kehren und zahlreiche Kurven warten auf uns; die Eisentalhöhe stellt mit 2042 Metern den höchsten anfahrbaren Punkt auf der Strecke dar. Die haben wir an diesem Morgen ganz für uns allein: nicht ein Auto, einen Bus oder andere Motorradfahrer müssen/können wir überholen. Corona lässt grüßen.

Anders als in den Alpen sind die Gipfel der Berge im Gurktal nicht steil und schroff sondern eher abgerundet – wie „Nocken“, daher der Name. Dass wir diese einzigartige Kulturlandschaft heute noch so genießen können, wie sie vor Jahrmillionen entstanden ist, verdanken wir dem Votum der Kärntner. Die sprachen sich 1980 in einer Volksbefragung eindeutig dagegen aus, die Nockalm in ein riesiges Skigebiet zu verwandeln. Heute ist die Region als Biosphärenpark der UNESCO ausgezeichnet. 

Von der Eisentalhöhe führt uns der Weg zunächst vorbei an Karlsbad, das versteckt in einer Rechtskehre liegt. Hier befindet sich ein mehr als 300 Jahre altes Bauernbad; das letzte seiner Art in den Ostalpen. Das Besondere: Das Quellwasser der Karlquelle wird in Lärchenholztröge geleitet und mit glühenden Steinen auf rund 40 Grad Celsius erhitzt. Die Wannen werden anschließend mit Brettern abgedeckt, so dass nur noch der Kopf der „Kurgäste“ herausschaut. Irgendwann werde ich mir das auch mal antun …

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An der Glockenhütte, auf der 2025 Meter hoch gelegenen Schiestelscharte, legen wir unseren ersten Kaffeestopp ein. Etwas oberhalb steht die „Wunschglocke“, von der aus sich eine prächtige Aussicht auf die Nockberge bietet.

Einst sollen hier oben die Hexen das Wetter gebraut haben. Sie schickten heftige Hagelschauer in die Täler, die oft ganze Ernten vernichteten. Bis eine Sennerin nach dem Almabtrieb der Leitkuh die Glocke abnahm, sie in zwei Heiligen Messen segnen ließ und beim nächsten Almauftrieb an der Schiestelscharte mit Schuhriemen an einem Zaun befestigte. Fortan waren die Hexen vertrieben. Heute hängt hier eine „Wunschglocke“, die läuten kann, wer auf die Erfüllung Unerfülltem hofft …

Vorbei am malerischen Windebensee erreichen wir die Ebene Reichenau und fahren auf kurvenreicher Strecke zum Hochrindl und weiter nach Deutsch-Griffen. Über die Flattnitzer Höhe geht es weiter zum Grattinger Sattel, der zu Befahren sich als Genuss herausstellt. In Murau, mit imposantem Schloss und eindrucksvoller Stadtkirche, halten wir uns links und fahren über die Frauenalpe direkt zur Murauer Hütte, die sich am Ende des asphaltierten Weges befindet. 

Mit einem herzlichen „Griass Eich“ begrüßt uns Eddy, der – zusammen mit seiner Frau Elisabeth – die Hütte seit 2013 bewirtschaftet und das hoffentlich noch lange tun wird. Wir nehmen auf der Terrasse an langen Holztischen Platz und schauen, was die Küche so zu bieten hat: lauter Leckereien. 

Wir genießen das Mittagessen bei Sonnenschein, während sich in unserem Rücken dunkle Wolken zusammenbrauen. Eigentlich wollten wir über den 1797 Meter hohen Sölkpass zurück nach Obertauern fahren und so das Tauernmassiv einmal umrunden. Doch auf der anderen Seite des Berges scheint das schlechte Wetter zu hängen. Also lieber schnell einen „Plan B“ aus der Tasche zaubern?

„Wir können auch vorbei an der Stolzalpe Richtung Schröder fahren und auf schmalen Wirtschaftswegen über die Krakauebene zum Prebersee. Da gibt es eine nette Almhütte, in der wir noch mal Kaffeetrinken können“, schlage ich vor. So würden wir auf der Südseite bleiben und vermutlich nicht nass werden. Das „Problem“: diese Strecke ist gut 50 Kilometer kürzer;  damit wären wir schon gegen 17 Uhr im Hotel Solaria und nicht erst gegen sechs. So machen wir es am Ende auch, doch vorher ergibt sich noch ein kurzweiliges Zwiegespräch – in das ich schon mal ein paar Bilder zur Auflockerung des Textes einstreue 😉

„Wir könnten doch … sieht doch garnicht so schlimm aus … wir sind doch zum Motorradfahren da … können wir nicht immer noch umdrehen, wenns anfängt zu regnen“ – vor allem ein Teilnehmer tut sich mit der Planänderung schwer. Zu früh im Hotel sein, das geht offensichtlich gar nicht. Bis ich ihn an ein schon lange zurückliegendes Erlebnis aufmerksam mache:

„Erinnerst Du Dich noch an unsere Tour nach Wales, als wir für ein Foto am Bahnhof des Ortes mit dem längsten Namen der Welt angehalten haben: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch“, frage ich? Da wollten wir anschließend noch einen Abstecher nach Snowdonia unternehmen. Weil in den Bergen aber dunkle Wolken hingen – und es dort absehbar regnen würde – bin ich mit meiner Gruppe direkt ins Hotel gefahren, während die Gruppe, in der Du mitgefahren bist, nicht zuletzt auf Dein Drängen hin, noch einen Abstecher zu der spektakulären Bergkette unternommen hat. Schlußendlich saßen wir, nach einer heißen Dusche, in gemütlichen Ohrensesseln in der Hotellounge und genossen zur Tea Time am offenen Kamin einen Becher heißen Kakao und leckere Scones (Milchbrötchen mit „Clotted Cream“ und Marmelade), während ihr verfroren, fluchend und völlig durchnässt zurück ins Hotel kamt.  

Überzeugt: auf zur Ludlalm am Prebersee. Einst wurde hier, am Bischofsloch, nach Gold geschürft. Der geheimnisvolle Prebersee liegt auf 1514 Metern Seehöhe, inmitten eines großen Moores. Seit 1834 findet alljährlich das Preberseeschießen statt. Das Besondere daran: gezielt wird nicht direkt auf die Scheibe; geschossen wird aufs Wasser, von dessen Oberfläche die Kugel dann auf die Zielscheibe abprallt. Angeblich soll ein Jäger einst auf eine Ente gezielt, aber das Wasser getroffen haben und von dem „Abpraller“ so fasziniert gewesen sein, dass sich daraus letztlich ein Wettkampf entwickelte.

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Wir genießen bei herrlichem Sonnenschein die letzte Pause unserer Tour, essen noch ein Eis oder einen Topfenstrudel und machen uns – nach einem letzten Tankstopp – über Tamsweg zurück auf den Weg nach Obertauern.

Oben am Berg hängen die Wolken wieder tief. Hotelgäste, die im Norden des Tauernmassivs Motorrad gefahren sind, berichten uns von andauerndem „Mistwetter“. Es hätte dem ganzen Tag nur geregnet. Wir hingegen sind trocken geblieben …

Beim Abendessen – es gibt Rinderkraftbrühe mit Kaspressknödel, danach unter anderem Gnocchi mit Lauch, Pilzen und Rahmsauce sowie einen Nougatknödel an Beerenragout zum Nachtisch – lassen wir die abwechslungsreiche Woche noch mal Revue passieren.

Eigentlich wären wir Mitte Juni nach Südschweden gefahren, hatten dann als Alternative die mecklenburgische Seenplatte in Erwägung gezogen und haben uns letztlich spontan für Obertauern entschieden, nachdem die Grenzen zu Österreich zum 15. Juni wieder geöffnet wurde. Fahrerisch war das sicher die beste Entscheidung.

Morgen geht es wieder nach Hause. Ich werde mir den Wecker für 5 Uhr stellen, um an der Grenze am Walserberg nicht im Stau stehen zu müssen. Hier kontrolliert die deutsche Polizei ja immer noch …

Ilona hat mir schon eine Kanne Kaffee gekocht und ein kleines Lunchpaket zubereitet. Vielen lieben Dank dafür. Wir kommen gerne wieder.

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Den aktuellen Streckenverlauf des heutigen Tages zeigt Dir die Route auf der Landkarte:

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Den Routenverlauf, zusammen mit ein paar Fotos, haben wir wieder in einem Reliefe-Video zusammengefasst. Die gefahrene Strecke siehst Du hier:

 


 

Übernachtung:
Hotel Solaria
Ringstraße 6
A 5562 Obertauern

Tel.: +43 6456 72500
Mail: info@hotel-solaria.at
Web: http://www.hotel.solaria.at

 

Kaffeepause (vormittags):
Glockenhütte
Nockalmstraße
A 9565 Ebene Reichenau

Tel.: +43 4279 7213
Mail: office@glockenhuette.com
Web: http://www.glockenhuette.com

 

Mittagessen:
Marauer Hütte
Frauenalpe 45
A 8850 Laßnitz-Murau

Tel.: +43 664 5120892
E-Mail: murauerhuette@oeav.at
Web: http://www.murauerhuette.at

 

Kaffeepause (nachmittags):
Ludlalm
Prebersee
A 5580 Tamsweg

Tel.: +43 6474 7552
E-Mail: servus@ludlalm.at
Web: http://www.ludlalm.at

Im Norden des Radstädter Tauern

Donnerstag, 18.6.2020 – 3. Tourtag: Heute sollen die Seen nordwestlich von Salzburg das Ziel unserer kurzweiligen Tagestour sein. Der Wolfgangsee und der Hallstätter See dürften dabei die bekanntesten sein. Der Mondsee und der Fuschlsee sind hingegen weitgehend unbekannte Highlights.

Doch ist es wirklich eine so gute Idee, heute östlich von Salzburg Motorrad zu fahren? Diese bange Frage stand im Raum, nachdem so mancher beim Frühstück auf „seine“ Wetter-App geschaut hatte. Während die Vorschau auf „meinem“ RegenRadar gar nicht so schlecht ausschaute, wurde bei dem einen oder anderen Teilnehmer Weltuntergang nördlich des Alpenhauptkamms prognostiziert. Unerschrocken machten wir uns gleichwohl auf den Weg ins „Land der Barbaren“. 

Bis Radstadt hingen die Wolkenfetzen noch tief in den Bergen. In Altenmark im Pongau durften wir auf keinen Fall den Abzweig auf die B99 verpassen, andernfalls würden wir unweigerlich auf der Autobahn landen – das wäre schlecht, denn die meisten hatten keine Vignette am Motorrad.

Bald darauf ragt links der Straße das Tennegebirge imposant in den Himmel; in Lungötz erreichen wir das Lammertal. Dem munter vor sich hin plätschernden Fluß folgen wir bis Pichl. Der Abzweig zur „Pichlhöhe“ liegt reichlich versteckt. Zunächst gilt es sich Richtung „Postalm“ zu orientieren, um gleich danach scharf links auf ein schmales Strässchen abzubiegen. 

Auf schmaler Trasse fahren wir durch den Finsterstubenwald zum 884 Meter hohen Schönleitensattel. Ein herrliches kleines Sträßchen, so ganz nach meinem Geschmack, das nahe Sankt Koloman auf die L210 trifft. Jetzt ist es nicht mehr weit zur Grundbichlalm; hier wollen wir die heutige, vormittägliche Kaffeepause einlegen. 

Der schmale Weg folgt zunächst im Tal dem Lauf der/des Taugl. Über eine Handvoll Serpentinen gewinnen wir anschließend rasch an Höhe und stehen plötzlich und unvermutet vor der Grundbichlalm. Die liegt malerisch auf einem kleinen Plateau und entpuppt sich als Kleinod, wie es schöner kaum sein könnte. 

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„Ich habe leckeren Marillenkuchen da und könnte Euch auch ein paar frische Krapfen backen“, erklärt Gertraut Schnöll mit einem freundlichen Lächeln, während wir uns auf der Terrasse niederlassen. Da können wir nicht nein sagen, zumal das Frühstück schon gut zweieinhalb Stunden zurückliegt …

Schnell kommen wir ins plaudern, erfahren, dass die Alm das ganze Jahr über bewirtschaftet ist und die Winter eine ganz besondere Herausforderung sein können. „Vor zwei Jahren lag der Schnee bis zum ersten Stock, da musste ich die Bergretter rufen, die auf Skiern kamen, um das Dach freizuräumen. In der Nacht ist dann der Strom ausgefallen und mein Handy ging nicht mehr – das war schon nicht mehr lustig. Aber wir habe auch das geschafft“, sagt Gertraut und verschwindet schon wieder in der Küche, um den nächsten Krapfen „zu backen“. 

Wir müssen weiter, obwohl wir eigentlich den ganzen Tag auf der Grundbichlalm verbringen könnten. Über den 922 Meter hohen Krispl geht es – vorbei am Wiestalstausee – durch die beeindruckende Strubklamm. 

Der Almbach hat sich hier einen imposanten Weg durch eine mächtige Felsenge gegraben. Ganz in der Nähe verläuft der „Metzgersteig“, über den einst das Schlachtvieh von Hintersee-Faistenau nach Hallein getrieben wurde. Er erinnert an eine schaurige Geschichte, die sich im Sommer 1673 zugetragen haben soll. 

Ein Metzger und seine schwangere Geliebte waren auf dem Weg zur Wallfahrtskirche zum Heiligen Wolfgang. In der abgelegenen Klamm nutze der Metzger die Gelegenheit, die Frau loszuwerden und stieß sie heimtückisch in die Tiefe. Die junge Frau konnte sich jedoch an Büschen festhalten und bat ihren Begleiter – mit dem Versprechen, Niemandem etwas von seiner Tat zu erzählen – ihr zu helfen. Der aber schnitt kaltblütig die rettenden Zweige ab, so dass sie in den Tod stürzte. Als der junge Metzger wenig später allein die Wallfahrtskirche betrat, soll ihm das Bild seiner Freundin hinter dem Altar erschienen sein, worauf er die Tat gestand und um Bestrafung bat. 

Auf den Hintersee können wir im vorbeifahren nur einen kurzen Blick erhaschen, am Fuschlsee werfen wir einen „Erkundungsblick“ auf das Hotel „Stefanihof“, könnten wir uns doch vorstellen, von hier aus im nächsten Jahr mal eine entspannte Motorradtour zu unternehmen. Der „schwachen Blase“ eines Teilnehmers haben wir einen herrlichen Blick auf den Wolfgangsee zu verdanken. Den „Zwangsstopp“ nutzen für für eine kurze Fotopause. 

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Am malerischen Krotensee huschen wir geradeso vorbei und erreichen die Scharflinger Höhe. Kurz darauf fahren wir direkt auf den Mondsee zu. Der war ursprünglich nach dem alten Adelsgeschlecht „Mannsee“ benannt. Der Sage nach soll einst der Herzog Odilo von Bayern nachts entlang der Drachenwand geritten sein. Der Mond, der sich im See spiegelte, soll verhindert haben, dass er dabei unvermutet in die Tiefe stürzte.  

Wir halten uns rechts und fahren durch den Tunnel der Kienbergwand. Immer wieder war es auf der malerischen Panoramastraße zu Steinschlägen und Felsstürzen gekommen, so dass ein gut 1.000 Meter langes Stück zum Schutz eingehaust wurde. Auf der Grenze zwischen Oberösterreich und Salzburg fahrend, erreichen wir bald darauf den östlichen Zipfel des Mondsees, der See selbst befindet sich seit dem 18. Jahrhundert in Privatbesitz. Ein ungewöhnlicher Umstand. Der Wert wird auf 16 Millionen Euro geschätzt; ein Verkauf an die Österreichischen Bundesforsten scheiterte bisher an unterschiedlichen Preisvorstellungen. 

Unsere Mittagsrast legen wir im „Gasthaus“ See ein. Vom Mondsee selbst ist nur wenig zu sehen. Büsche und Bäume versperren den Blick. Das Betreten des Ufers ist verboten. Die Wiese ist Privateigentum, abgezäunt und nur gegen Entgelt zu betreten. „Badegäste und Sonnenanbeter nutzen die Gelegenheit“, erklärt uns die Bedienung. Ein paar Schnappschüsse gelingen trotzdem.

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Wir studieren die Speisekarte und finden schnell ein paar leckere Gerichte. Unter großen Sonnenschirmen sitzend, genießen wir die ausgiebige Pause bei angenehmen Temperaturen. Kein Wort mehr von den ausgiebigen Regenschauern, die heute morgen noch prognostiziert wurden. Wir haben es wieder einmal gut getroffen. 

Auf breiter Bundesstraße fahren wir weiter zum Attersee, um hinter Weißenbach zum Weißenbacher Sattel abzubiegen. Im „Josephinischen Lagebuch“ – einem im 18. Jahrhundert von den Hamburgern angelegten Steuerkataster – wird die heutige B153 als einzige gut ausgebaute Straße am südlichen Attersee beschrieben. Über sie wurden nicht nur die Salztransporte aus Hallein befördert, auch der Kaiser und seine Gäste nutzen diese Verbindung regelmäßig auf dem Weg nach Ischl. Das trug ihr den Spitzname „Hofjagd-Landstraße“ ein. 

In Bad Isch geht es, vorbei am Predigstuhl, zum 993 Meter hohen Koppenpass. Dass wir nun auf Bundesstraßen unterwegs sind, macht sich an den vielen Autos, Bussen und Lastwagen vor uns bemerkbar. Aufgrund der zahlreichen Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote schwimmen wir im Verkehr mit und ertragen so unser Schicksal tapfer bis kurz hinter der kleinen Ortschaft Sankt Agatha im Hausruckviertel. Von hier stammt Stefan Fadinger, der 1626 den Oberösterreichischen Bauernkrieg anführte. Die Menschen wollten nicht katholisch werden. Deshalb sollte Oberösterreich von den Bayern befreit und dem habsburgischen Kaiser zurückgegeben werden. Fadinger, der dem Aberglauben anhing, ein „Gefrorener“ und damit unverwundbar zu sein, wurde Ende Juni von Scharfschützen getroffen und starb wenig später an einer Blutvergiftung. Ihm ist im neuen Gemeindezentrum ein Museum gewidmet. 

Die B145 – auch als Salzkammergut-Straße bekannt – führt uns gut ausgebaut zum Koppenpass hinauf. Obwohl als Durchgangsstraße deklariert, haben wir freie Fahrt; den einzigen Lastwagen vor uns können wir bereits vor der ersten Kehre überholen. Auf den möglichen, mautpflichtigen Abstecher zum „Loser“ mit Blick auf den Altausee verzichten wir anschließend und halten uns in Bad Aussee rechts.

Die schmale Landstraße folgt – eingezwängt zwischen dem Niederen Sarstein und dem Gräbkogel zur Rechten sowie dem Zinken und Dirndl zu Linken – kurvenreich dem Flüsschen Koppentraun. Dann stürzt sich der 691 Meter hohe Talpass mit rund 23 Prozent Gefälle gen Obertraun; ein herrliches Stück Straße. 

Am Südufer des Hallstätter Sees finden wir einen kleinen Parkplatz, der Gelegenheit für einen Fotostopp bietet. Kurz bevor wir in den schon 1966 fertig gestellten Tunnel einfahren, der Hallstatt vom Durchgangs- und Parkplatzsuchverkehr entlastet, kommen uns erstmals auf dieser Reise Scharen von Touristen entgegen, die zurück zu ihren Autos laufen. Wie voll mag es hier vor Corona gewesen sein?

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Kurz hinter dem Abzweig nach Gosau stoppt uns eine mobile Baustelle. Arbeiter sind mit der Sicherung eines Hangs beschäftigt. Wir nutzen die Gelegenheit und ziehen langsam an der Autokolonne vorbei, bis zum Mann an der Kelle. Die „Pole“ verschafft uns die Möglichkeit „autofrei“ zum letzten Etappenziel des heutigen Tages fahren zu können: dem Gosausee.

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Dazu biegen wir in Gosau ins Gosautal ab und blicken auf den mächtigen Mandelkogel und die Bischofsmütze direkt vor uns. Es ist schon ein erhebendes Gefühl, auf eine so mächtige Gebirgswand zuzufahren, die den Eindruck vermittelt, dass sich hinter ihr das Ende der Welt befindet.

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Die kurvenreiche Straße endet direkt am Gasthaus Gosausee. Schnell ist ein Parkplatz für die Motorräder gefunden und ein langer Tisch zusammengerückt. Da sitzen wir nun und genießen den Blick auf den malerischen Gosausee und die „Rückseite“ des Dachsteinmassivs. Zeit für ein Eis oder einen leckeren Strudel – auch wenn uns die Bedienung ein wenig überfordert, um nicht zu sagen unmotiviert erscheint. 

Gut 80 Kilometer noch und wir sind zurück im Hotel. Die spannende Frage ist: reicht der Sprit noch? Zumindest die Restweitenanzeige einer K lässt daran Zweifel aufkommen. Die hat sich aber gestern schon als zu pessimistisch erwiesen. „Bis Radstadt sind es noch 60 Kilometer, das sollten wir schaffen, ansonsten zapfen wir ein paar Liter von meiner G/S ab“, meine ich. 

Über den unscheinbaren Pass Gschütt treten wir die Rückreise an, fahren durchs Lammertal und vorbei am Tennegebirge – wie heute morgen, jetzt nur in entgegengesetzter Richtung. In Radstadt machen wir die Tanks voll und prüfen den Luftdruck, dann geht es ein letztes Mal bergan.

Gut 20 Minuten dauert der Spaß, dann rollen die Motorräder in der Tiefgarage des Hotels Solaria aus. Ein erlebnisreicher Tag liegt hinter uns. Jetzt freuen wir uns auf ein kühles Bier, eine heiße Dusche und ein leckeres Abendessen – in genau dieser Reihenfolge. Heute gibt es Mexikanische Maiscremesuppe, Jägerschnitzel mit Bratkartoffeln und Broccoli und zum Abschluss eine leckere Kokoscreme-Schnitte mit Karamellsauce.

 

Vom der Grundbichlalm zum Gosause, das war – mit ein paar Schlenkern – der Routenverlauf, wie Du ihn auf der Karte sehen kannst.

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Den Routenverlauf, zusammen mit ein paar Fotos, haben wir wieder in einem Reliefe-Video zusammengefasst. Die gefahrene Strecke siehst Du hier:

 

Morgen geht’s zur Nockalm. Hoffentlich bleiben auch am letzten Tourtag die Straßen trocken.

 


 

Übernachtung:
Hotel Solaria
Ringstraße 6
A 5562 Obertauern

Tel.: +43 6456 72500
Mail: info@hotel-solaria.at
Web: http://www.hotel.solaria.at

 

Kaffeepause (vormittags):
Grundbichlalm
Grundbichlweg 41
A 5423 St. Koloman

Tel.: +43 664 5415267

 

Mittagessen:
Gasthaus See
Am Mondsee 1
A 4866 Unterach am Attersee

Tel.: +43 7665 20569
E-Mail: info@gasthof-see.at
Web: http://www.gasthof-see.at

 

Kaffeepause (nachmittags):
Gasthaus Gosausee
Gosauseestr. 152
A 4824 Gosau

Tel.: +43 6136 8514
E-Mail: office@gasthof gosausee.at
Web: http://www.gasthof-gosausee.at

Mittagspause an der Wegscheide

Mittwoch, 17.6.2020 – 2. Tourtag: „Wenn Ihr über die Simonhöhe kommt, fahrt Ihr ein kleines Stück auf einem unbefestigten Weg durch den Wald. Hinten raus ist dann wieder alles asphaltiert“, hatte uns Andrea, die Wegscheiderin“, vorab zugerufen. Weil ich ungern zweimal die gleiche Strecke fahre, ist die kurze „Enduroeinlage“ unausweichlich – aber völlig unproblematisch – um zum Gasthaus Simale an der Wegscheide zu gelangen. Das ist das Ziel des heutigen Tages.

Am Morgen sind die Straßen trocken, als wir in Obertauern starten. Statt auf der Bundesstraße rund um Mauterndor zu fahren, geht’s diesmal mitten durch die mittelalterliche Stadt.

Schloß Moosham umfahren wir im weiten Bogen und steuern so aufs Thomatal zu. Ab Madling folgen wir dem Lauf der Mur, die ordentlich Wasser führt. Nahe Predlitz verlassen wir das Salzburger Land und erreichen die Steiermark. Nun folgt die B95 der Turrach, deren Quelle hoch oben am Radstädter Tauern liegt. Eine kleine Parkbucht lädt zu einer kurzen P…-pause sein. Während sich Einzelne ins Gebüsch schlagen, donnert eine Gruppe Harley-Fahrer an uns vorbei. Werner und Axel plaudern unterdessen mit einem Straßenarbeiter, der sich als GS-Fahrer zu erkennen gibt. 

 

Steil, aber relativ gut ausgebaut, führt die Straße auf die 1783 Meter hoch gelegene Turracher Höhe. Im „Panorama-Hotel“ haben wir uns zur Kaffeepause angekündigt; schon die serpentinenartige Zufahrt macht deutlich, dass wir eine gute gute Wahl getroffen haben. Der Blick vom Parkplatz auf den kleinen See ist fantastisch, Kaffee und „ein bisschen was Süßes“ sind es auch. 

Unser Blick fällt auf ein Schwimmbecken, das vom Ufer aus in den See ragt. Zwei Schwimmer, die bei Temperaturen nur wenige Grad über Null, im Wasser planschen, genießen unsere Hochachtung – aber nur so lange, bis uns der Oberkellner aufklärt. Das Wasser, im 25 Meter langen Seebad, wird durch einen ganz besonderen Wärmeaustausch ganzjährig auf 30 Grad temperiert. (An die Energiebilanz wollen wir dabei aber besser nicht denken). Vielleicht sollten wir mal im „Hotel Hochschober“ buchen, um das selber ausprobieren zu können. Bei 148 Euro pro Nacht und Person fängt der Spaß an …

Deutlich herausfordernder als die Fahrt hinauf auf die Turracher Höhe, ist die Wegstrecke, die südlich in Richtung Ebene Reichenau führt. In engen, steilen Kurven windet sich die B95 talwärts nach Kärnten. Wir folgen dem Lauf der Gurk, die uns ein Stück des Weges begleitet.

Am Hochrindl biegen wir scharf rechts ab und „mäandern“ über Sirnitz und Steuerberg nach Sankt Ulrich. Feldkirchen würde ich gern umfahren. Möglich sollte dies über ein kleines Sträßchen sein, das östlich nach Sankt Urban führt. Ob das klappt? Wir haben es ausprobiert und einen malerischen, kaum autobreiten Weg entdeckt, der sich in zahlreichen Serpentinen den Hang hinauf hangelt. 

Kurz vor der Simonhöhe verpassen wir (erwartungsgemäß) den Abzweig zur „St. Pauler Straße“. Der liegt versteckt hinter einer Rechtskurve. Also nutzen wir die Gelegenheit zu einem kurzen Fotostopp und unternehmen einen zweiten Anlauf. 

Noch ist der schmale Weg asphaltiert, doch kaum taucht die schmale Trasse in den Wald ein, wird’s schottrig. Nur noch wenige hundert Meter und wir rollen am „Gasthaus Simale“ an der Wegscheide aus. Hier bin ich vor Jahren, mit Christian, vom Hotel Solaria, mal bei einer Endurowanderung eingekehrt; die „Wegscheide“ hat mir so gut gefallen, dass ich hier bei einer unserer Touren unbedingt noch mal einkehren wollte. Diesmal hat’s geklappt.

Wir sitzen im Schatten des kleinen Schulhauses auf der Terrasse, inmitten der Wimitzer Berge, und lassen uns von Andrea erzählen, was die Küche heute zu bieten hat. Die Entscheidung fällt nicht leicht, klingt doch alles sehr lecker. Mir haben es die Fleischnudeln auf Sauerkraut angetan – ein typisches Gericht aus Kärnten; aber auch je eine schöne Scheibe Schweinefleisch mit Kartoffeln und Kraut findet reichlich Abnehmer.

Wir speisen an historischer Stätte – wenn man das so sagen will: Am 17. September 1809 wurde im jenseits der Straße gelegenen Gasthaus der legendäre Räuber Simon Kramer, genannt „Krapfenbäck Simale“, von französischen Soldaten erschossen. Zwei Jahre waren sie schon hinter ihm her, jetzt stellten sie ihn beim Kartenspiel. Als er ein Messer zog, fiel ein Schuss, der ihn am Hals verletzte. Der Räuberhauptmann verblutete; er wurde nur 24 Jahre alt.

Fahren wir über den „Eggen“ oder lieber außen rum, war die Frage, die sich nach der Mittagspause stellte. Andreas meinte sich zu erinnern, dass besagte Strecke einer üblen Enduropiste gleichen würde. Auf der Landkarte ist die „Straße“ hingegen als normaler Verbindungsweg eingezeichnet. 

Zum Ausprobieren sind wir leider nicht gekommen. Auf dem Weg nach Obermühlbach ist die Zufahrt zum Eggen wegen Bauarbeiten gesperrt. Also fahren wir auf „normalen“ Straßen nach Sankt Veit an der Glen und zweigen anschließend auf die Straße zum 969 Meter hohen Pisweger Sattel ab. Kurvenreich geht es vor allem nach der Passhöhe vom Wimitztal ins Gurktal. Wir fahren direkt auf den imposanten Gurktaler Dom zu, der mit seinem beiden mächtigen Doppeltürmen zu begeistern weiß. 

Drei Kilometer lang geht es zügig über die B93, dann ist Straßburg (in Kärnten) erreicht. Schon von weitem ist die eindrucksvolle Burg Straßburg sichtbar, die bis ins 18. Jahrhundert hinein Sitz der Gurktaler Bischöfe war. Weil es eigentlich noch zu früh für die Kaffeepause ist – und wir sowieso noch einen Schlenker über den „Gunzenberg“ unternehmen wollen – biegen wir scharf rechts auf die L67b ab und stürmen auf einer herrlich kurvenreichen Strecke die 1021 Meter hoch gelegene Passhöhe hinauf. 

In Möbling heißt es aufpassen, um nicht auf die (mautpflichtigen) Schnellstraße abzubiegen, sondern auf Nebenstrecken nach Pöckstein-Zwischenwässern zu fahren. Kurz darauf sind wir wieder in Straßburg, finden unterhalb der Burg einen Parkplatz für unsere Motorräder und legen im „Gasthof Seiser“ (mit angeschlossener Fleischerei  gleich nebenan) die nachmittägliche Kaffeepause ein. 

Vor historischer Kulisse ist Eis der große Renner – in der Waffel oder als „heiße Liebe“ mit leckeren Himbeeren. 

Gut 100 Kilometer sind es noch zurück ins Hotel. Das Navi weist optimistisch eine Fahrzeit von „nur“ eineinhalb Stunden aus. Viel länger werden wir nicht unterwegs sein – zuzüglich eines Tankstopps in Tamsweg. Zunächst aber gilt es, den Einstieg zur „Prekova“ zu finden. Das herrlich schmale und kurvenreiche Sträußchen schlängelt sich bis auf 1.200 Meter den Hang hinauf. 

Wieder folgen wir dem Lauf von zwei Flüssen: zunächst der Feistritz, dann der Metznitz. Zügig geht es auf relativ breiter Straße durchs Tal, denn geht es bergan auf 1.400 Meter, zur Flattnitzer Höhe. Jetzt ist es der Paalbach, der die Richtung vorgibt. 

In Stadl an der Mur setzen wir den Blinker links und erreichen bald darauf Tamsweg. Schnell werden die Tanks für den nächsten Tag randvoll gefüllt, bevor wir von Mauterndorf aus wieder den Radstädter Tauern hinauf fahren. Gegen halb sechs rollen die Motorräder in die Tiefgarage.

Auch wenn vereinzelt dunkle Wolken bedrohlich tief am Himmel hingen, waren wir doch den ganzen Tag über auf trockenen Straßen unterwegs. Das Feierabendbier haben wir uns insofern redlich verdient.

Schnell unter die Dusche und schon gehts zum Abendessen. Heute verwöhnte uns die Küche bei Einbruch der Dunkelheit mit Rindssupe mit Leberknödel, Sous vide gegartem Schweinrücken, mit Barbecue-Sauce und Kartoffelspalten sowie einer leckeren Schokomousse (die ich leider schon aufgegessen hatte, bevor ich sie fotografieren konnte).

Die Strecke, die wir heute unter die Räder genommen haben, siehst Du im nachfolgenden Kartenausschnitt.

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Den Routenverlauf, zusammen mit ein paar Fotos, haben wir wieder in einem Reliefe-Video zusammengefasst. Die gefahrene Strecke siehst Du hier:

 

Morgen wollen wir den Radstädter Tauern mal die andere Richtung herunterfahren und die Seen östlich von Salzburg zu entdecken.


 

Übernachtung:
Hotel Solaria
Ringstraße 6
A 5562 Obertauern

Tel.: +43 6456 72500
Mail: info@hotel-solaria.at
Web: http://www.hotel.solaria.at

 

Kaffeepause (vormittags):
Panoramahotel Turracher Höhe
Turracher Höhe 24
A 9565 Ebene Reichenau

Tel.: +43 4275 82410
E-Mail: anfrage@panorama-turrach.at
Web: http://www.panorama-turrach.at

 

Mittagessen:
Gasthaus Simple (an der Wegscheide)
Kreuth 12
A 9556 Liebenfels

Tel.: +43 664 4301060
E-Mail: info@aufderwegscheide.at
Web: http://www.aufderwegscheide.at

 

Kaffeepause (nachmittags):
Gasthof Seiser
Hauptstraße 13
A 9341 Straßburg

Tel.: +43 4266 2225
E-Mail: office@fleischerei-seiser.at
Web: http://www.fleischerei-seiser.at

 

Tourstart mit Hindernissen

DIENSTAG, 16.6.2020 – 1. Tourtag: Die GS springt nicht an – wieder einmal. Schon bei der letzten großen Tour, im vergangenen Herbst in den Cevennen, mussten wir die offensichtlich altersschwache Batterie mit einem PowerPack überbrücken, um den Boxer wieder zum Leben zu erwecken. Einmal gestartet, lief die BMW wieder. Doch heute morgen will der Zweizylinder nicht.

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Wir stehen in der „Tiefgarage“ des Hotel Solaria und versuchen das Motorrad mittels Autobatterie zu starten. Doch der Versuch schlägt fehl. Nichts geht. Der Motor macht keinen Mucks. Wie sich später herausstellte, hatten die dicken Zangen des Starthilfekabels wohl keinen ausreichenden Kontakt zu den Batteriepolen bekommen. Der zu Hilfe gerufene ÖAMTC konnte die GS zwei Stunden später mit einem PowerPack problemlos starten. Da saßen wir schon bei der ersten Kaffeepause … und Charly immer noch im Hotel.

„Wie wird das Wetter heute“, war eine heiß diskutierte Frage beim Frühstück. Das Regenradar verheißt trockene Straßen Richtung Klagenfurt. Oben am Radstädter Tauern aber hängen die Wolken tief und die Temperatur liegen gerade mal bei sieben Grad. Also werfen wir uns vorsichtshalber in den Regenkombi und hoffen darauf, dass   der Himmel schon auf den ersten Kilometern aufreißen wird.

Kaum haben wir den Talpass in Tweng erreicht, sind die Straßen wieder trocken. Eigentlich wollten wir über den Katschberg Richtung Gmünd fahren, der aber ist wegen Bauarbeiten seit gestern täglich von 7 bis 15 Uhr gesperrt. Also weichen wir ins Thomatal aus, über das wir auch den Rückweg antreten werden. Den Abzweig zur Nockalm lassen wir links liegen und erreichen bei Kremsbrücke wieder die Katschberg-Straße. In Gmünd legen wir noch einen Tankstopp ein und orientieren uns wenig später Richtung Sachsenburg. Nun folgen wir dem Lauf der Drau und nicht mehr der Lieser, die uns die vergangenen Kilometer begleitet hat.

Im idyllischen Sachsenburg hätte der malerische Marktplatz zu einer kleinen Pause eingeladen. Aufgrund von Corona haben wir unsere „Pausenplätze“ aber vorreserviert und legen die erste Kaffeepause in der nicht weit entfernt gelegenen „Auszeit“ ein.

In Greifenburg biegen wir auf die  kurvenreiche Straße über den 1074 Meter hohen Kreuzbergsattel ab. Die führt vorwiegend durch den Wald, bietet aber jede Menge Fahrspaß. Vom Drautal gelangen wir so übers Gitschtal ins Gailtal. Gebremst wird die zügige Fahrt nur von einem Bauarbeiter, der hochkonzentriert auf seiner Fräsmaschine sitzt und uns ganz langsam vor die Vorderräder fährt. Irgendwann schreckt er dann auf, wir lachen uns an – und schon geht es weiter.

 

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Hinter Hermagor orientieren wir uns nach Möderndorf. Wir überqueren die Gail und fahren direkt auf die Garnitzenklamm zu. Der kleine Garnitzenbach hat im Laufe der Jahrtausende eine gut 4,5 Kilometer lange Schlucht in die Kranichen Alpen gegraben. Strudeltöpfe, Wasserfälle und steilaufragende Felsformationen wissen zu begeistern.

Unser Ziel aber ist die Egger Alm, die nahe der Grenze zu Italien liegt. Kurvenreich steigt das kaum autobreite Sträßchen auf gut 1.500 Meter an. Unvermutet bremst uns ein großer Betonmischer im oberen Drittel aus, der sich im Schritt-Tempo den Berg hinauf quält. Doch das „Hindernis“ ist schnell überwunden

Die Egger Alm ist eigentlich ein kleines Hüttendorf und keine Alm, auf der nur – wie sonst üblich – allein ein Gebäude zu finden ist. 1872 standen in diesem Hochtal rund 60 Hütten und Stallungen. 70 Pferde, 140 Kühe (von denen 116 gemolken wurden), 20 Stück Galtvieh (junge Kühe, die noch keine Milch geben), 100 Ziegen und ebenso viele Schafe. Im 20. Jahrhundert wurde die Alm teilweise gar nicht mehr bewirtschaftet. Seit 2008 ist Elisabeth Buchacher mit ihren Kolleginnen wieder aktiv und produziert vor allem leckeren Gailtaler Käse. Für die Gäste ihrer Almhütte „Alte Käserei“ gibts zudem frische Buttermilch und so manche leckere Jause. Für uns ist ein langer Holztisch reserviert, an dem wir (mit Abstand) sitzen und den Aufenthalt am Karnischen Hauptkamm genießen können.

Zurück im Tal folgen wir auf Nebenstraßen dem Lauf der Gail, um dann nach Norden, zur 1110 Meter hoch gelegenen Windischen Höhe abzuzweigen. So langsam nähern wir uns dem Millstätter See. Doch Brückenbauarbeiten in Feistritz an der Drau erfordern eine alternative Routenführung, um über das gleichnamige Flüsschen zu kommen. Ein kleiner Umweg und wir können bei Ferndorf wieder auf die eigentlich geplante Route stoßen.

So langsam wird es Zeit für die nachmittägliche Kaffeepause. Die wollen wir an der Sommereggeralm einlegen. Die mautpflichtige Tschiernock-Panoramstraße führt uns auf schmaler Trasse hinauf bis auf 1.700 Meter. 4 Euro kostet der Spaß, zu entrichten an einem Mautautomat, der im letzten Drittel der Strecke steht.

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Nach dem wir brav unseren Obolus entrichtet haben, ist der Alpengasthof nicht mehr weit. Wir genießen die Aussicht, einen leckeren Kaffee und einen „Topfenkuchen“. Für all das hat sich die Maut gelohnt …

Gut 85 Kilometer und ein Tankstopp liegen vor uns, als wir uns auf den Rückweg nach Obertauern machen. Gleich hinter Gmünd legen wir noch einen Fotostopp an der „Geteilten Kirche“ ein. Ursprünglich soll an Stelle des Gotteshauses ein kleines Marterl (ein so genanntes Flurkreuz) gestanden haben, das als „Kreuz am Bichl“ bezeichnet würde. Bichl ist die Bezeichnung für einen kleinen Hügel. 1588 entstand die erste Kapelle, die „Kreuzbichlkapelle“ bezeichnet wurde..

Wahrscheinlich wurde, um den Reisenden bei ihrer Andacht Schutz vor schlechtem Wetter zu bieten, der gegenüberliegende Raum für die Gläubigen errichtet. Genutzt wurde dieser bei Prozessionen, auch sollen Kaufleute hier Dankgebete gesprochen haben, wenn sie die Tauern und den Katschberg überquert hatten, ohne von Wegelagerern überfallen worden zu sein. Vermutet wird zudem, dass zum Tode verurteilte Delinquenten an der Kappelle ihre letzte Gebete sprachen, bevor sie an der Gmünder Richtstätte aus dem Leben schieden …

Heute stehen wir mit unseren Motorrädern hier und schauen staunend auf das bauliche Kuriosum.

Um 18:22 Uhr sind wir zurück im Hotel, nachdem wir in Tamsweg noch einmal vollgetankt hatten – und waren den ganzen Tag nur auf trockenen Straßen unterwegs gewesen.

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Nach dem Feierabendbier gehts zum Duschen und anschließend zum Abendessen. Heute gibt es unter anderem Kartoffelrahmsuppe, Schweinebraten in Biersauce mit Röstzwiebeln und einen Powidl-Mandel-Strudel auf Vanillesauce.

Die gefahrene Strecke haben wir für Dich  in einem kleinen „Reliefe-Video“ zusammengefasst:

Die Landkarte zeigt die gefahrene Strecke in Gänze:

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Morgen wollen wir einen Abstecher zur Wegscheide unternehmen. Mal sehen, wie da das Wetter sein wird …

 


 

Übernachtung:
Hotel Solaria
Ringstraße 6
A 5562 Obertauern

Tel.: +43 6456 72500
Mail: info@hotel-solaria.at
Web: http://www.hotel.solaria.at

 

Kaffeepause (vormittags):
Auszeit
Obergottsfeld 79
A 9751 Sachsenburg (Kärnten)

Tel.: +43 4769 33110

 

Mittagessen:
Egger Alm
Nachbarschaft Egger Alm
A 9624 Egg

Tel.: +43 650 3910520

 

Kaffeepause (nachmittags)
Alpengasthof Sommeregger
Am Tschiernock 30
A 9871 Seeboden

Tel.: +43 664 75021638
Mail: info@sommereggeralm.at
Web.: http://www.sommereggeralm.at

Die Fahrt auf der Tschiernock-Panoramastraße ist mautpflichtig.
Im oberen Teil der Straße gibt es einen Kassenautomaten – Gebühr: 4 Euro pro Motorrad

 

Sehr entspannend heute

Nein, zum Motorrad fahren lädt das Wetter an diesem Montag nicht unbedingt ein. Rund um Salzburg ist Dauerregen vorhergesagt; in Obertauern nieselt es schon den ganzen Morgen. Christian, der mit einer kleinen Gruppe für vier Tage zum Berghof Brunner in Bad Eisenkappel aufbrechen will, macht sich erst kurz nach zehn auf die Socken und peilt zunächst den möglichst direkten Weg an. Sollte es unterwegs trocken werden …

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Ich nutze die Gelegenheit einige Routen noch mal neu zu planen. Da der Katschberg ab heute jeweils von 7:00 Uhr bis 15:00 Uhr wegen Bauarbeiten gesperrt ist, müssen wir eine „Umleitung“ Richtung Thomatal fahren.

Gegen 18 Uhr sind alle Teilnehmer da. Während die meisten das Feierabendbier genießen, bugsiert Charly seinen VW-Bus millimetergenau in die Hotelgarage, um die GS im Trockenen ausladen zu können.

Das Motorrad ist frisch geputzt, vollgetankt und hat sogar neue Reifen. Das hat es so eigentlich noch nie gegeben. Nur die hinteren Bremsbeläge, die sollten so langsam mal getauscht werden, hatte die Werkstatt gemeint.

Ersatz wurde auf der Anfahrt schnell noch in München besorgt. Jetzt braucht es nur noch eine kundige Hand, die sich der Montage annimmt. Werner will morgen mal sein Glück versuchen …

Wir genießen das Abendessen. Auch heute verwöhnt uns die Küche wieder – unter anderem mit leckerem Tafelspitz und Zitronensorbet-Törtchen …

Morgen wollen wir zur Eger-Alm nahe Hermagor. Noch verspricht das Regenradar einen bewölkten aber trockenen Tag in Richtung Süden. Mal schauen, wie das Wetter morgen früh tatsächlich ist …

 


 

Übernachtung:
Hotel Solaria
Ringstraße 6
A 5562 Obertauern

Tel.: +43 6456 72500
Mail: info@hotel-solaria.at
Web: http://www.hotel.solaria.at