Im Elsass war das Wetter besser …

… auch wenn wir dort nicht viel gesehen haben, weil es so neblig war – aber der Reihe nach.

Das Regenradar zeigt ein großes Loch rund um Colmar. Genau dort wollen wir heute hin. Das Radar zeigt aber auch ein kleines blaues Band, dass sich von St. Märgen bis nach Freiburg zieht und genau auf unserer Route liegt. Kann uns das schrecken? Erst einmal nicht.

Wir genießen das Frühstück und gehen um 9 Uhr an den Start. Bis eben war es trocken, jetzt fängt es an zu regnen. Charlys WetterApp hatte wieder einmal recht ;-(

Zu allem Unglück springt eine der 1200er BMWs nicht an. Die Batterie im Transponder des Zündschlüssels hatte sich offensichtlich verabschiedet. Glücklicherer kennen andere Boxer-Fahrer das Problem – und Lösungsmöglichkeiten, so dass wir etwas verspätet doch noch starten können.

Wir fahren durchs romantische Glottertal und dann weiter Richtung Freiburg. Tatsächlich lässt der Regen nach, als wir uns der französischen Grenze näher. Hoch oben auf dem Vogesenkamm reißen die Wolken sogar auf, am Himmel sind helle Flecken zu erkennen. Fantastisch!

Die erste Kaffeepause legen wir in Rouffach ein. Dort haben wir einen „Salon de Thè“ gefunden, was im Elsass gar nicht so einfach ist. Da wird ja statt Kaffee am Morgen lieber Wein am Abend getrunken …

Nach kurzem Aufenthalt machen wir uns auf den Weg zur Route des Cretes. Ein herrlich kleiner Waldweg führt uns zunächst zum Col Amic. Von da fahren wir kurvenreich den Grand Ballon hinauf, dessen Gipfel sich in einer dichten Wolkendecke versteckt. Je höher wir hinauf fahren, umso dichter wird der Nebel. Und der hängt auf der Route des Cretes fest. Sichtweite: keine zehn Meter. Tempo: zwischen 20 und 30 km/h.

Wir fahren auf Sicht – und das über viele Kilometer. Der Blick aufs Navi zeigt den virtuellen Streckenverlauf, im wahren Leben hangeln wir uns an der Mittellinie entlang und hoffen, dass dieser Spuk bald ein Ende hat.

Am Abzweig nach Wildenstein schöpfen wir Hoffnung, von da an geht’s bergab. Ab 900 Höhenmetern lichtet sich der Nebel und wir haben wieder freie Sicht auf das herrliche Kurvengeläuf vor uns. Doch die Freude währt nicht lange. Wir müssen wieder hoch auf die Route des Cretes und schlängeln uns über die „Straße der Amerikaner“ wieder hinauf auf 1200 Meter und damit hinein in die dichte Suppe.

Noch ein paar Kilometer Irrfahrt, dann taucht auf dem Navi der Abzweig zur Ferme Auberge du Huss auf, die wir auf den letzten Metern über einen schmalen unbefestigten Weg erreichen. Geschafft!

Ein leckeres Gemüsesüppchen, eine deftige Pastete und Kassler mit Kartoffelbrei lassen und Kraft für die nächsten Kilometer schöpfen. Gemeinsam sitzen wir an einer langen Tafel zusammen und genießen die deftige elsässische Kost. Herrlich.

Auf der Rückfahrt ist Planänderung angesagt. Wir wollen so schnell wie möglich runter von der Route des Cretes und nehmen den ersten Abzweig Richtung Munster. Von da schlagen wir einen kurvenreichen Bogen Richtung Trois Epis, wo wir uns in einer Patisserie noch mal Süßes gönnen wollen.

Dann geht’s auf relativ direktem Weg wieder zurück ins Hotel – erneut begleitet von Regenschauern unterschiedlichster Intensität. „Ist irgendwie gar nicht so schlimm“, meint Lutz. Die Straßen seien so schön leer, die Pollen-Allergie mache keine Probleme – alles prima …

Morgen wollen wir zur alten Bergrennstrecke Schauinsland und dann weiter Richtung Schweiz. Zuvor gibt’s aber noch einen kleinen Bilderbogen und ein Video zum Tourverlauf nebst Höhendiagramm.

Hier der Link zum Video

30 – 40 – 50 – 70

Keine Model-Maße, sondern die Geschwindigkeitsbeschränkungen, mit denen wir heute häufig konfrontiert wurden. Wer im Schwarzwald regelkonform Motorrad fahren will, muss leidensfähig sein. In den zahlreich vorhandenen Kurzonen ist meist nur 30 km/h erlaubt, in den ebenso reichlich vorhandenen Erholungszonen meistens nicht mehr als 40 km/h. In den Tälern darf über weite Strecken oft nicht schneller als 50 km/h gefahren werden und damit wir nicht übermütig werden, gibt es stellenweise auch noch eine Beschränkung auf 70 km/h.

Aber: wir wollen nicht meckern. Das Fahren hat heute trotzdem Spaß gemacht, zumal das Wetter deutlich besser war als angekündigt. Starkregen wurde für den Südwesten vorhergesagt und der Weltuntergang prognostiziert. Doch wir hatten Glück: bis zum späten Nachmittag zogen die dunklen Wolken immer regelrecht um uns herum.

Von den 20, die wir bei dieser Tour sind, saßen 17 des morgens um 9 Uhr auf dem Motorrad. „Wir fahren erst mal, rumdrehen können wir immer noch“, lautete die Devise – die sich wieder einmal als richtig erweisen sollte. Denn wir hatten jede Menge Spaß, wie der Bilderbogen des heutigen Tages zeigt.

Bis zur ersten Kaffeepause im Gasthof Hirschen-Dorfmühle blieb es weitgehend trocken. Also nahmen wir die nächste Etappe unter die Räder und machten uns auf zum Höhengasthof Herbstwasen nahe Bad Peterstal, wo man mit dem Mittagessen auf uns wartete.

Die Fahrt hoch zum Kniebis und ein Stück auf der Schwarzwalhochstraße versank anschließend im feuchten Nebel. Dafür entschädigten die kleinen kurvenreichen Straßen, die uns zum „Deutschen Jäger“ nahe Hornberger-Oberreichenbach führten. Der selbstgebackene Rhabarber-Kuchen war der Renner – davon hätten wir glatt noch ein zweites Stück gegessen.

Bis dahin war alles gut – dann kam der angekündigte Regen doch noch. Gut eine Stunde hatten wir für die Rückfahrt eingeplant – natürlich dauerte es bei dem schlechten Wetter ein wenig länger, weil natürlich bei Unterkirchnach die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt war und die ausgeschilderte Umleitung natürlich einen Umweg bedeutete. Wie sollte es auch anders sein.

Gleichwohl standen die Motorräder um 18 Uhr wieder in der Garage und nach einer heißen Dusche war auch die Schlussetappe schon wieder vergessen. Was bleibt ist die Erinnerung an herrlich kleine Straßen, dichte Nebelschwaden, die sich durch die dunklen Wälder zogen und kulinarische Pausen, deretwegen sich die Tour schon gelohnt hat.

Der Tourverlauf im Video findest Du nach dem Klick auf den markierten Link. Morgen wollen wir einen Abstecher hinüber ins Elsass unternehmen.

Wie wird das Wetter?

Eigentlich sollte es heute den ganzen Tag über regnen. Schwere Gewitter waren vorhergesagt und sintflutartige Regenfälle. Derzeit lacht die Sonne vom Himmel und die Teilnehmer sind trocken in Neuhäusle angekommen. Was zeigt: man soll sich von den Prognosen nicht verunsichern lassen, sondern erst einmal los fahren 😉

Der Bilderbogen des heutigen Tages zeigt, dass es sich gelohnt hat:

Heute morgen, da war es reichlich nebelig, auf gut 1.000 Metern Höhe – und die Temperaturen gerademal einstellig. Also wurde ein Pullover mehr angezogen und erst einmal die Tankstelle in St. Märgen gesucht. Die könnte bei unserer Tour noch eine wichtige Rolle spielen …

Dann ging’s zum „Auerhahn“, einer idyllisch im Wald gelegenen Gaststätte, die nur über einen nicht asphaltierten Weg zu erreichen ist. Das wollte ich mir doch gerne vorher anschauen, um meinen Teilnehmern berichten zu können, was sie erwarten wird. Kein Problem, denke ich.

Der Tankstopp in Furtwangen wird mit einem kleinen Espresso im Stehen abgerundet, dann geht’s durchs Hexenloch zurück ins Hotel. Da lässt sich schnell noch ein Blick auf die Baustelle werfen, deretwegen die Strecke nach Wildgutach gesperrt sein soll. Heute war sie befahrbar.

Im „Neuhäusle“ wird schon kräftig aus- und abgeladen – die ersten Teilnehmer sind bereits da. Groß ist die Wiedersehensfreude, haben sich die meisten doch gut ein halbes Jahr schon nicht mehr gesehen.

Morgen wollen wir gen Norden durch den Schwarzwald fahren. Die Wetterprognose ist durchwachsen – aber das war sie heute ja auch schon …

Vier haben sich getraut …

VHS-TOUR: SCHOKOKÜSSE IM VOGELSBERG / Samstag, 11.5.2019 – Nein, wirklich einladend war das Wetter am Samstag nicht. Schien am Freitag noch die Sonne, fiel tags drauf ordentlich Regen. So wie angekündigt. Und wie der Blick aufs Wetterradar zeigte, schien das ergiebige Nass von Westen direkt in den Vogelsberg zu ziehen – dem Ziel unserer heutigen Tagestour.

17 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer hatten sich angemeldet, um im Rahmen einer vhs-Tagestour eine kleine „Schokokuss-Manufaktur“ nahe Schotten zu besichtigen. Doch je näher der Termin rückte, umso größer wurden die Zweifel. Am Ende waren es noch vier Unerschrockene, die sich um 9 Uhr auf dem Parkplatz an der Volkshochschule in Hofheim einfanden.

IMG_7148Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung – oder?

Alle anderen hatten, aus nachvollziehbaren Gründen, abgesagt. Die „Hartgesottenen“ aber vertrauten darauf, dass es so schlimm doch nicht werden würde – schließlich seinen die Vorhersage ja nicht immer zutreffend. Und abbrechen können wir immer noch.

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Für mich eine gute Gelegenheit, die neuen Stiefel auf Dichtheit zu überprüfen.

Als wir um 9 Uhr die Motoren anwarfen, ließ der Regen denn auch deutlich nach. Es fisselte nur noch ein wenig. Über Kronberg und Karben fahren wir Richtung Nidda. Anfangs noch auf breiten Bundesstraßen, später dann auf kleinen Kreis- und Landstraßen. Stellenweise hörte es tatsächlich auf zu regnen, so dass nur noch die Straßen nass waren. Gut eingepackt ließ es sich aushalten – wenngleich „schön“ natürlich anders ist …

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Der Routenverlauf der Hinfahrt

Gegen 10:30 Uhr hatten wir unser erstes Etappenziel erreicht. Im „Café am Park“, in Bad Salzhausen, hatten wir uns angekündigt – und vorsorglich vorab angefragt, ob den auch ein paar möglicherweise durchnässte Motorradfahrer hier eine Pause einlegen dürften. Wir durften. Nett und freundlich wurden wir empfangen – das Café ist eine Empfehlung wert.

Heißer Kakao mit ordentliche Sahne oder ein leckerer Kaffee wurden geordert – und in Erinnerungen geschwelgt. „Weißt Du noch, damals im Tessin, als im wir Herbst bei Regen unterwegs waren und auf der Straße lauter glitschige Kastanienblätter lagen?“ „Oder das Wochenende im Elsass. Da sind wir auf der Route des Cretes im Schnee stecken geblieben, weil das Wetter plötzlich umschlug – da ist das bisschen Regen doch heute halb so schlimm“, meinte Michael. So kann man das natürlich auch sehen 😉

 

 

Bis zur „Schokokuss-Manufaktur“ ist es jetzt nicht mehr weit. 20 Minuten später begrüßt uns Konditormeister Keil in seiner „Werkstatt“ und weiht uns in die Geheimnisse der Mohrenkopfherstellung ein:

Eiweiß wird geschlagen, mit aufgekochtem Zucker vermischt, die steife Masse dann in eine Tülle gefüllt und auf einen Waffelboden aufgespritzt. Das ist eigentlich alles. Das Eiweiß bezieht der Konditormeister übrigens von Verpoorten – die brauchen nur das Eigelb zur Eierlikör-Herstellung …

 

 

Wir dürfen die weiße Masse, aus der ein Mohrenkopf werden wird, auch mal im Rohzustand probieren – und natürlich das fertige Endprodukt.

 

 

Nach der interessanten Besichtigung gilt es es die „Probierpackung“ mit 15 Mohrenköpfen, die jeder von uns bekommen hat, sicher zu verstauen – und zu überlegen, wie wir den weiteren Tag gestalten wollen.

Wir beschließen, das Mittagessen ausfallen zu lassen und gleich nach Treisberg im Taunus zu fahren. Das zwischen 12 und 14 Uhr angekündigte schwere Gewitter über Schotten fällt zwar aus, aber es regnet wieder ein wenig. Also bleibt die Kombi an. Wir „rödeln auf“ und machen uns auf den Weg Richtung Feldberg.

Bei -Keil-

Fertigmachen zur nächsten Etappe …

Diesmal sind wir vorwiegend auf kleinen Nebenstraßen unterwegs. Der Regen hört bald wieder auf, dafür wird es zunehmend windiger. Die Straßen sind menschenleer, nur ein einsamer Rollerfahren kommt uns mal auf zwei Rädern entgegen.

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Schmitten am Feldberg ist das Ziel dieser Etappe

Nach gut eineinhalb Stunden Fahrt erreichen wir das „Café Marx“. Deren Besitzer sind selbst Motorradfahrer und ganz erstaunt, dass wir – trotz widriger Umstände – heute unterwegs sind. „Sie haben am Telefon so von Ihrem leckeren Kuchen geschwärmt, da konnten wir gar nicht anders, als heute mal bei Ihnen vorbei zu schauen“, gebe ich zur Antwort. Auch wenn die Mittagszeit schon rum ist, bietet uns der Chef an, noch eine Kleinigkeit zu zubereiten und so stellen wir uns kurzerhand ein eigenes Drei-Gänge-Menü zusammen: Spargelcreme-Suppe, Rührei mit Speck und als Nachtisch einen leckeren Rhabarberkuchen.

 

 

Nun trennen sich unsere Weg. Es war, trotz des nicht sonderlich erbaulichen Wetters, eine schöne Tour. Es ist immer schwierig zu entscheiden, ob man – trotz angesagtem Regen – doch aufs Motorrad steigen soll. Schon oft haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Vorhersage doch nicht ganz zutrifft – ist ja nur eine Vorhersage. Auch am Samstag blieb der angekündigte Weltuntergang aus. Und so lange die Kombi und die Stiefel dicht halten, war es auszuhalten. Letztlich  muss jeder für sich entscheiden, bei welchem Wetter er Motorrad fahren will …

 

 

 

Wir haben den Tourverlauf in einem kleinen Video zusammengefasst, damit Du sehen kannst, wo wir überall unterwegs waren:

Den Original-Link zu diesem Video findest Du hier

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In diesem Jahr gibt es noch viele weitere interessante Tagestouren, die wir für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises anbieten. Die nächsten drei wären:

Sa. 1.6.2019
Motorradtour zum Mittelpunkt Europas

Mehr Infos und die Möglichkeit sich anzumelden: hier klicken

 

Sa. 6.7.2019
Motorradtour mit Rennkart-Fahrt

Mehr Infos und die Möglichkeit sich anzumelden: hier klicken

 

Sa. 31.8.2019
Motorradtour zum Keltenfürst

Mehr Infos und die Möglichkeit sich anzumelden: hier klicken

Wir würden uns freuen, Dich auf einer dieser Touren begrüßen zu können. Für Rückfragen stehen wir Dir gern auch persönlich zur Verfügung. Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com Wir antworten so schnell wie möglich.

 

 

Keinerlei Reaktion – wie schade

Ja, ich weiß: OpenStreetMaps (OSM) gibt es einfach so im Netz. Die benötigten Regionen kann man sich selbst zusammenstellen, runterladen, entsprechend konvertieren und dann auf dem PC abspeichern, um sie bei nächster Gelegenheit aufs Navi zu spielen. Wenn man es denn kann …

Ich bin in solchen Dingen leider etwas unbedarft und freue mich, wenn es Dienstleister gibt, die einem einen Großteil der Vorarbeiten abnehmen. So wie die Firma „navitracks“, die sich als „Garmin Kartenmanufaktur“ bezeichnet. Vor zwei Jahren hat mir das Unternehmen „MediaDesign Hillebrand“, das hinter „navitracks“ steckt, eine spezielle Top-Karte für Norwegen zusammengestellt, um mir die Planungen für eine Endurowanderung durch Skandinavien zu erleichtern. Das fand ich klasse.

Für unsere Endurowanderung durch Lothringen habe ich deshalb jüngst eine Top-Karte von Frankreich bestellt und – man weiß ja nie – gleich noch eine für ganz Europa. Die kann zwar nicht aufs Navi gezogen werden, hilft aber ein ums andere Mal beim Planen.

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Doch leider war die 16 GB mircoSD-Karte defekt. Die darauf abgespeicherten Daten ließen sich nicht lesen. Also wurde noch am gleichen Abend reklamiert, heißt es doch in der Eigenwerbung des Unternehmens: „Gerne beantworten wir Ihre Fragen per E-Mail unter fragen@navitracks.de

Meine Frage, wie wir den Umtausch am einfachsten realisieren könnten, blieb jedoch unbeantwortet. Eine zweite entsprechende Mail auch. Unter der angegebenen Handy-Nummer meldete sich niemand. Auch ein auf dem Postweg verschickter Brief blieb ebenfalls unbeantwortet. Kundenservice – mittlerweile Fehlanzeige!

Glücklicherweise war der Kauf bei Bezahlung im Netz abgesichert, so dass ich mein Geld – nach einer entsprechenden Reklamation – zwischenzeitlich zurückerhalten habe. Jetzt muss ich mir einen anderen „Vertriebsweg“ suchen – und möchte Euch auf diesem Wege vor der Firma „navitracks“ warnen. Ich würde dort nichts mehr bestellen und kann es – aufgrund meiner Erfahrungen – auch niemandem empfehlen.

Tipps für Alternativen? Gerne. Oder sollte ich es doch einfach mal mit OSM versuchen? Kann doch nicht so schwer sein …

Diesmal stimmt der Wetterbericht – leider

ENDUROWANDERN IN LOTHRINGEN / Samstag, 4.5.2019 / 3. Tourtag – Es regnet schon seit Stunden – und so wie es aussieht, wird es so schnell auch nicht aufhören. Zudem ist es kalt geworden. Gerade einmal 5 Grad plus zeigt das Thermometer. Keine guten Voraussetzungen für eine Endurowanderung.

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Der Regen war schon am Vorabend vorhergesagt.

Oder doch? Schließlich gibt es doch kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung. Und einen Track zum Fahren hätten wir für heute auch noch. Das Roadbook des heutigen Tages wartet nur darauf, von uns abgefahren zu werden.

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Unser Roadbook für den Samstag.

Wir beschließen, erst einmal zu frühstücken. Bei einer Tasse Kaffee und süßen Leckereien beraten wir, welche Entscheidung wir treffen wollen. Dabei ist doch längst schon alles klar: bei dem Sauwetter wollen wir nicht wirklich Motorrad fahren.

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Erst mal frühstücken, dann sehen wir weiter.

Zumal wir die Zimmer nur bis 11 Uhr nutzen können. Das heißt: vielleicht naß und verfroren gegen Mittag wieder im Hotel eintreffen. Naß und verfroren die Motorräder verladen, keine Möglichkeit sich zu duschen, im Freien umziehen und dann nach Hause fahren. Heute sind wir alle „Weicheier“ – ganz freiwillig – und ziehen es vor, die Enduros gleich auf den Hänger zu schieben.

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Ab auf den Hänger und nach Hause.

Was bleibt sind zwei Tage, in denen wir ordentlich Enduro gefahren sind, die uns konditionell aber auch gefordert haben. Insofern akzeptieren wir die Wetterlage und machen uns früher als geplant auf den Heimweg.

Unterwegs entdecke ich die Langsamkeit. Da die Fahrt über die gebührenpflichtige Autobahn nur ungleich schneller wie die Fahrt über Land ist, geht es über Departements-Straßen Richtung Deutschland. Die werden gern auch vom Schwerlastverkehr genutzt, wie ich leidvoll feststellen muss. Hinter so manchem schweren Brummer „fest hängend“, geht es oft mit maximal 30 km/h durch die Dörfer und mit höchsten 60 km/h über Land.

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Die Entdeckung der Langsamkeit …

Im Radio wird eine auf 400 Meter fallende Schneefallgrenze angekündigt. Stimmt! Auf den „Höhenzügen“ der Pfalz und des Saarlandes mahnt dichter Schneeregen bei Temperaturen um Null Grad zu einer vorausschauenden Fahrweise.

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Dichten Schneeregen gab es auch schon unterhalb von 400 Metern.

Glücklicherweise ist der Spuk bald vorbei – im Rheinhessischen scheint schon wieder die Sonne. Gegen Mittag bin ich wieder zu Hause. Schnell aus- und abladen; dann geht’s auch schon ans Sortieren der Fotos und Videos.

Wenn ich ein erstes Fazit ziehen sollte: die Endurowanderung in Lothringen kann ich empfehlen – ich würde die Strecken jederzeit wieder fahren (und mit der Beta wahrscheinlich auch die, bei denen ich diesmal gekniffen habe).

Wir werden mal schauen, was Ad Ketelaars noch so im Programm hat. Manche Wege versprechen Abenteuer. Bei einer Strecke soll die Gruppe ein Seil mitführen, weil meist einer in den Felsen hängen bleibt, heißt es in einer der Routenbeschreibungen. Wir mögen es da schon etwas moderater. Insofern: Wiederholung nicht ausgeschlossen. Vielleicht fahren wir beim nächsten Mal einfach anders herum …

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HINTERGRUND-INFOS

Übernachtung in Dun-sur-Meuse:

Relais Fasthotel „Le Rale des genets“
21-23 Rue Sainte Marguerite
F 55110 Dun-sur-Meuse
Telefon: 03 29 83 80 85

www.hotel-le-rale-des-genets.com
E-Mail: hotel.leraledesgenets@orange.fr

oder
Fast-Hotel Direkt-Link

Routenplanung und Ansprechpartner für die Roadbooks:

Ad Ketelaars
E-Mail: offroad_trips@hotmail.com

Heute muss die Suzi ran …

ENDUROWANDERN IN LOTHRINGEN / Freitag, 3.5.2019 / 2. Tourtag – Ich kann nicht mehr sitzen, zumindest nicht mehr auf der kleinen Roten! Der gestrige Tag auf der Beta hat meinen Allerwertesten doch arg strapaziert. Die Sitzbank der Alp 200 ist schmal und steinhart – schon die letzten Kilometer zurück ins Hotel kamen am ersten Tourtag einem Martyrium gleich. Noch einen Tag – das halte ich nicht aus.

Mein Problem ist, dass ich mit meinen mehr als 1 Meter 90 Körpergröße nur schwer eine guten Stand auf kleinen Enduros finde. Meist ist der Lenker zu weit weg, um entspannt aufrecht stehend fahren zu können, der Kopf folglich zu sehr auf den Boden geneigt – und ehrlich gesagt: ich fahren im Gelände auch lieber im Sitzen als im Stehen. Doch zu viel sitzen tut weh, das muss ich nun schmerzlich erfahren. Folglich muss heute die 350er Suzi ran, die ist mit einer breiten, bequemen Sitzbank von Acerbis ausgestattet.

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Das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen.

Erst einmal aber gibt es ein leckeres Frühstück, um gut gestärkt in den neuen Tag zu starten. Heute wollen wir das Roadbook Nummer 3 erkunden, dass uns in den Norden und damit ein Stück hinein ins Nachbarland Belgien führen wird.

Gleich hinter der Kirche von Dun-sur-Meuse starten wir in unser heutiges Abenteuer. Ein leicht verschlammter Waldweg fordert das erste Mal unsere Aufmerksamkeit. Da es die Nacht über ordentlich geregnet hatte, sind die Anforderungen an uns heute etwas höher.

 

 

 

 

 

Irgendwie sind die ersten Meter anstrengend. Liegt es am Motorrad? Die weichen Trailreifen, die auf der Beta montiert sind, und mit gerade mal 1 Bar Luftdruck gefahren werden, hatten sich gestern auf dem feuchten Untergrund geradezu festgesogen. Unbeirrt zog die Alp ihre Spur. Das Fahren war eine pure Lust. Die DR 350 präsentiert sich heute deutlich bockiger. Die aufgezogenen TKC 80 finden, trotz abgesenktem Luftdruck, auf dem matschigen Untergrund keinen optimalen Gripp, die richtige Spur zu treffen bedarf deutlich mehr Konzentration. Alles kein Problem, wenngleich der Spaßfaktor gestern deutlich größer war.

Auf einer Lichtung, unter einer Stromtrasse, legen wir einen ersten Stopp ein. Die „offizielle“ Route verläuft direkt entlang der Masten; doch rechter Hand finden sich am Hang tiefe Fahrspuren, die ein Mehr an Herausforderung versprechen. Für Jörg und Dieter eine willkommene Einladung, sich und ihre Enduros zu quälen.

 

 

 

 

 

Es folgt eine nasse Wiese, ein Weg mit tiefen Spurrillen und ein butterweicher Waldweg, bis wir in Bazeilles-sur-Othain eine weitere Pause einlegen.

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Die kleinen Orte sind malerisch, die Landschaft ist es auch …

Kaum mehr als 100 Einwohner leben rund um die 1755 erbaute Kirche „St. Martin“ malerisch am Ufer des gerade einmal 67 Kilometer Länge messenden Flusses Othain, der im „Waberland“ (Woëvre) entspringt. Mühlen muss es hier einmal gegeben haben, wie die Straßenbezeichnung vermuten lässt. Wir genießen die Ruhe sowie die malerische Aussicht, bevor wir uns weiter auf den Weg nach Montmédy machen. Da gibt es am Supermarkt nämlich eine Tankstelle.

Auf den nächsten Kilometern überwiegt der Asphalt, wofür ich irgendwie dankbar bin. Heute nerven mich die ausgewaschenen Wege mit ihren tiefen Spurrrillen und der oft rutschige Untergrund. Ob´s am Regen in der Nacht oder dem heute benutzten Motorrad liegt? Wer weiß?

 

 

 

 

 

Nach gut der Hälfte der heutigen Wegstrecke stehen wir an der Tanke und machen noch mal voll, denn die nächste Gelegenheit wird sich erst wieder in Dun-sur-Meuse ergeben. Und bis dahin sind es noch gut 70 Kilometer …

 

 

 

 

 

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Grenze nach Belgien. Dann folgt ein langer Track auf unbefestigten Wegen. Ich überlege, ob ich mir das wirklich „antun“ will. Oder ob es nicht besser wäre, am Nachmittag diesen Teil Lothringens vorwiegend auf Asphaltstraßen zu entdecken? In Stenay am Hafen eine Kaffee zu trinken? Und so ein wenig Kraft für den morgigen Tag zu tanken. Denn auch am Samstag, dem Tag der Abreise, wollen wir wenigstens noch bist Mittag unterwegs sein.

In Ecouviez lasse ich die DR 350 nahe der Eglise Saint-Michael ausrollen – und frage Jörg, ob er nicht die Führung übernehmen wolle? Mir sei der Sinn im Augenblick mehr nach Straße. „Wenn ich die Wege finde, gerne“, macht er nach kurzem Überlegen deutlich. Das sollte kein Problem sein – war es am Ende auch nicht. Danke.

 

 

 

 

 

Und so fahren die Enduroristen weiter nach Belgien und das „Weichei“ zurück Richtung Hotel – vorbei an der „Casemate Saint Antoine“ und der gewaltigen Zitadelle von Montmédy. Deren Ursprünge reichen bis ins Jahr 1221 zurück. 1657 belagerten 30.000 Soldaten unter Führung König Ludwig XIV die Festung 57 Tage lang. Die 756 Männer, die diese fast zwei Monate verteidigten, ergaben sich erst nach dem Tod ihres Gouverneurs. Auch Jean, d´Arc begegnet mir unterwegs. Ihr wurde ihr am Wegesrand nahe Thonne-les-Prés ein Denkmal errichtet.

 

 

 

 

 

Auf vorwiegend kleinen Straßen, die sich durch eine malerische Landschaft winden, (und über den einen oder anderen Feldweg – so ganz lassen kann ich es ja doch nicht), geht es recht gemütlich in Richtung Dun-sur-Meuse. Auf wilden Wiesen stehen neugierige Kühe unter weit ausladenden knorrigen Bäumen; oft schlängelt sich das schmale Asphaltband durch eine leicht hügelige, anmutig wirkende Landschaft. Mehrfach quert die Straße die Maas; an vielen der Brücken erinnern Info-Tafeln daran, wie lange der jeweilige Übergang im 1. Weltkrieg gehalten und wann er von deutschen Truppen eingenommen wurde. Das grenzüberschreitende Projekt „Chemins de memoire“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Finde ich persönlich toll.

 

 

 

 

 

In Stenay angekommen, ist der „Hafen“ schnell gefunden – allein das kleine Café hat geschlossen. Eine Erfahrung, die wir bei unserer Tour immer wieder machen: Die Infrastuktur ist mehr als dürftig. Wenn, hat die Gastronomie nur über Mittag und am Abend auf, es gibt viel Leerstand und reichlich Verfall. Und doch hat das Motorrad fahren in Lothringen durchaus seinen Reiz.

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Hier hätte sich schön ein Kaffee trinken lassen …

Ihren Spaß haben auch Jörg und Dieter. So manches kleine Hindernis gilt es bei ihrer Endurowanderung zu überwinden; dass ein ums andere Mal auch ein „Scheitern“ in Kauf genommen werden, gehört dazu. Etwa wenn die Wege so verschlammt sind, dass sich die Motorräder festfahren. Oder wenn ein dicker Baum den Weg blockiert. Dafür sind die kleinen „Eselspfade“ umso schöner und auch die Fahrt entlang des Kanals hat durchaus ihre Reize.

 

 

 

 

 

Am späten Nachmittag treffen wir alle wieder im Hotel ein. Jörg spendiert eine Runde Dosenbier und wir betrachten unser „Tagwerk“ und die verursachten Kollateralschäden: die Motorräder sind ordentlich eingesaut, an einer Hand zeigen sich erste Blasen vom vielen Gas geben im Unterholz  und einen Kabelbaum hat es zerfetzt. Der muss beim Einfedern Kontakt mit dem Hinterrad bekommen haben. Lässt sich alles wieder richten – wir sind mit uns und dem Geleisteten zufrieden.

 

 

 

 

 

Noch einmal gehen wir im „Les Colimencarts“ zum Abendessen. Eigentlich hätte uns auch der Pizza-Automat in der Stadtmitte gereizt, der rund um die Uhr und an sieben Tagen die Woche auf dem Holzfeuer gebackene Pizzen offeriert. Einen Versuch wäre es wert gewesen, allein, um mitreden zu können. Dann aber haben wir uns doch für den Restaurantbesuch entschieden.

 

 

 

 

 

Auf dem Weg zum Hotel bummeln wir noch ein wenig am Ufer der Maas entlang, genießen den Sonnenuntergang und lauschen den Vögeln und Enten, die lautstark zwitschern und quaken. Ländliche Idylle pur, die einen erholsamen Schlaf verspricht. Den werden wir brauchen, denn auch am morgigen Samstag wollen wir noch einmal zu einer Endurowanderung rund um Dun-sur-Meuse aufbrechen. Gute Nacht 😉

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Was für eine Idylle – zu finden im „Großen Osten“ Frankreichs.

Das Ganze gibt es – weil es so schön ist – auch mit Ton:

 

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Jörg hat den Routenverlauf in einem kleinen Video zusammengefasst. Das wollen wir Euch zum Abschluss nicht vorenthalten. Hier ist der Link zum Relieve

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HINTERGRUND-INFOS

Tanken in Montmédy:

Automat am SuperU
Avenue de Verdun
55600 Montmédy

Kaffeepause in Stenay:

Cafe du port
26 Rue du Port
55700 Stenay
Tel.: 33 3 29 80 68 31
Öffnungszeiten erfragen!

Tanken in Dun-sur-Meuse:

Station Doer
55110 Dun-sur-Meuse
Tel.: 03 29 80 86 72

Abendessen in Dun-sur-Meuse:

Les Colimencarts
15 rue Sainte-Margueritte
55110 Dun-sur-Meuse
Tel.: 03 29 80 81 80

www.les-colimencarts.fr

Übernachtung in Dun-sur-Meuse:

Relais Fasthotel „Le Rale des genets“
21-23 Rue Sainte Marguerite
F 55110 Dun-sur-Meuse
Telefon: 03 29 83 80 85

www.hotel-le-rale-des-genets.com
E-Mail: hotel.leraledesgenets@orange.fr

oder
Fast-Hotel Direkt-Link

Routenplanung und Ansprechpartner für die Roadbooks:

Ad Ketelaars
E-Mail: offroad_trips@hotmail.com