Das Geheimnis der Schokoküsse

In Wingershausen, nahe Schotten, produziert Wolfgang Keil seit vielen Jahren seine Schokoküsse. Nach eigenen Angaben ist er in Deutschland der Einzige, der dies vollständig in Handarbeit tut. Die einzige Maschine, die er nutzt, ist ein großer Schneebesen, der das Eiweiss schaumig schlägt. Vor drei Jahren waren wir schon einmal im Vogelsberg, um ihm bei der Arbeit zuzuschauen. Jetzt wollen wir erneut zu einem informativen Besuch aufbrechen.

Treffpunkt ist am Samstagmorgen der Parkplatz an der Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises; von hier aus werden wir um 9:00 Uhr starten. Mit insgesamt 12 Maschinen machen wir uns auf den Weg – gefahren wird in zwei Gruppen.

Unsere Route führt uns über die Ausläufer des Taunus ein Stück durch die Wetterau und dann in den Vogelsberg. Da wir schon um halb zwölf an der „Schokokuss-Manufaktur“ sein sollen, vorher aber noch eine kleine Kaffeepause einlegen möchten, fahren wir diesmal auf etwas breiteren Straßen, als den sonst üblichen. Der Fahrspaß kommt dadurch aber nicht zu kurz 😉

Den ersten Stopp legen wir gegen 10:30 Uhr im malerischen Kurort Bad Salzhausen, nahe Nidda, im Eiscafe Bet ein. Dort hat die Junior-Chefin einen Tisch im Freien für uns reserviert, so dass wir in großer Runde genießen können, was die Eiskarte bietet.

Noch eine gute halbe Stunde sind wir im Anschluß unterwegs, dann haben wir die „Schokokuss-Manufaktur“ erreicht.

Eigentlich scheint es ganz einfach zu sein, Schokoküsse herzustellen. Es gilt, eine gewissen Menge an Eisweiss schaumig zu schlagen und mit flüssigem Zucker zu versetzen. Anschließend wir die weiche Masse in einen Spritzbeutel gefüllt und auf eine Waffel gespritzt, die zuvor mit einer Mehlschwitze auf einem Holzbrett „festgeklebt“ wurde, damit die Schokoküsse nicht in die warme Schokolade fallen, in die sie nach dem Erkalten getunkt werden. Das alles erklärt uns Wolfgang Keil mit einem verschmitzten Lächeln – und lässt uns vor der Produktion gern auch mal die „Rohmasse“ probieren.

„Fast alles ist möglich“, sagt er, zum Beispiel auch ein Schokokuss mit Waldmeistergeschmack – lecker. Sind die Schokoküsse aufgespritzt – die von Wolfgang Keil tragen als Erkennungsmerkmal ein kleines Krönchen -, werden sie ins Schokolade getaucht und sind gut 20 Minuten fertig zum Verzehr. Wir schauen im begeistert zu uns freuen uns über die Kiste mit einer Auswahl an 15 feinsten Schokoküsse, die jeder von uns erhält. Nicht alle sind unbeschadet zu Hause angekommen …

Vor dem Mittagessen, das wir immer wieder gern im Hotel „Haus Sonnenberg“ einlegen, drehen wir noch eine kleine Runde über die alte Bergrennstrecke des legendären Schottenrings, auf dem im August mittlerweile „nur noch“ Oldierennen und Zuverlässigkeitsfahrten stattfinden – ein nicht minder spannendes Spektakel.

Die Küche im Haus Sonnenberg weiß uns wieder zu begeistern. Vogelsberger Kartoffelbratwurst ist der Renner, die Möhren-Kokus-Suppe mit Kerbel findet begeisterte Abnehmer und wer sich für das Vulkanschnitzel entscheidet, bekommt noch einen leckeren Beilagensalat dazu.

Durch die Wetterau geht es anschließend zurück in den Taunus. Im Gasthaus Feldbergblick bei Schmitten wollen wir die gemeinsame Kaffeepause am Nachmittag einlegen. Gut eineinhalb Stunden Fahrt durch eine herrliche Landschaft sind es bis dahin. Wir genießen jeden Kilometer …

Der Feldberg ist tatsächlich zu sehen, viel schöner aber ist der Anblick eines leckeren Stück Käsekuchen, den wir uns zum Abschluss gönnen. Wir sitzen gemütlich zusammen, philosophieren ein wenig übers Motorradfahren und freuen uns aus die nächste vhs-Tour, die uns im Juli übers Wochenende in die Rhön führen wird, zum dort auf den Spuren des Mondes wandeln zu können.

Hier ist der Link zur „Mondwanderung“

Ein fast schon surrealistisches Bild 😉
Der Blick reicht bis zum Feldbergplateau

Das schöne Wetter nutzend, fahre ich auf dem Rückweg gemütlich nach Hause und lege unterwegs noch den einen oder anderen kleinen Fotostopp ein.

Schön war sie, die zweite Tagestour für die vhs in diesem Jahr. Wir freuen uns auf die drei, die noch folgen werden. Hier ist die Übersicht.

Wir haben unsere Tour wieder in einem kleinen „Reliefe-Video“ zusammengefasst. Viel Spaß beim Anschauen 😉

Originallink: https://www.relive.cc/view/vRO7gN2MYyO 

Und für alle, die wissen wollen, wo wir lang gefahren sind, gibt es auch einen Link zu unserer Alltrail-Seite: „Schokokuss-Tour“

Unsere Route bei der „Schokokuss-Tour“

Und das sind die gefahrenen Höhenmeter:

Bis auf 673 Meter führte uns unseren Route, da waren wir nahe des Hoherodskopf im Vogelsberg.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen, vielleicht schon bei der spannenden Mondwanderung in der Rhön: Hier ist der Link „Mondwanderung“


Unsere Unterwegs-Stopps:

Kaffeepause

Eiscafe – Gelateria Bet
Kurallee 2
63667 Nidda

Tel.: 06043 8025332

Schokokuss

Keil Süßwaren
Untere Weinbergstr. 5
63673 Wingershausen

Tel. 06044 3128

Mittagessen

Akzent Hotel Haus Sonnenberg
Laubacher Str. 25
63679 Schotten

Tel.: 06044 96210

Kuchenpause

Cafe – Restaurant Feldbergblick
Panoramaweg 2
61389 Schmitten

Tel.: 06084 2405


Motorradtour zum „Schokokuss“

Isst du auch so gerne „Schokoküsse“? Am Samstag, den 7.5.2022, wollen wir uns anschauen, wie diese hergestellt werden. Gemeinsam besuchen wir eine kleine „Schokokuss-Manufaktur“ im Vogelsberg und können dort zuschauen, wie aus einer kleinen Menge Eiweiß die teuflisch leckeren Süßigkeiten werden.

Vor drei Jahren waren wir schon einmal in der Schokokuss-Manufaktur

Das Ganze verbinden wir mit einer herrlich kurvenreichen Motorradtour; los gehts um 9:00 Uhr vom Parkplatz der Volkshochschule in Hofheim.

Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich – am einfachsten über die Website der vhs: hier ist der Link.

Wir freuen uns, wenn Du dabei sein möchtest. Für die Besichtigung wird eine Gebühr von 10 Euro erhoben, dafür gibt es neben viel Wissenswertem auch eine Packung Schokoküsse für Jeden.

Zum Saisonstart in den Odenwald

Würde das Wetter zum Wochenende wieder kippen? So wie vor zwei Wochen? Tagelang herrlichster Sonnenschein und als wir zum Saisonstart in den Odenwald aufbrechen wollten, plötzlich Schnee. Diesmal aber soll es trocken bleiben und so steige ich um kurz nach acht zuversichtlich auf mein Motorrad. Die Sonne blitzet durch die Bäume – ich liege gut in der Zeit.

Sonnenschein am frühen Morgen

Stefan wartet mit den ersten Teilnehmenden schon auf mich, als ich am Treffpunkt in Pfungstadt eintreffe. Vor zwei Wochen hatte ich hier allen mit Christiane gestanden, die allen Wetterunbilden zum Trotz tapfer zum Autobahnrastplatz gekommen war. Alle anderen hatten wegen eines plötzlichen Wintereinbruchs abgesagt.

Kurzerhand haben wir die Tour um 14 Tage verschoben. Nun können alle – nur Christiane nicht. Die Welt ist einfach ungerecht. Wir sehen uns aber bei der nächsten Tour, die zur „Schokokuss-Manufakture“ in den Vogelsberg führen wird, wieder. Während wir in der Sonne stehen, treffen nach und nach alle Teilnehmenden ein, so dass wir um 9 Uhr starten können. Unser erstes Ziel ist das Hotel „Lärmfeuer“ nahe Reichelsheim.

Schattenspiele am Autobahn-Parkplatz

Wir starten in zwei Gruppen. Stefan fährt voraus und macht den Weg frei, ich trödele mit meiner Gruppe hinterher. Bis Weiterstadt bleiben wir auf der Autobahn, stürzen uns dann aber ins kleine Kurvengewürm des Odenwaldes.

Die Bäume und Sträucher tragen frisches Grün, die Sonne lacht vom Himmel und die Straßen haben wir ganz für uns. Das Thermometer zeigt gerade einmal zweistellige Werte. Ins Schwitzen werden wir heute nicht kommen, aber zum Fahren sind die Temperaturen ideal.

Bestes Wetter zum Motorrad fahren …

Gut eineinhalb Stunden später haben wir das „Hotel Lärmfeuer“ erreicht. Isabella, die Chefin, begrüßt uns in kurzen Lederhosen, spätestens jetzt hält der Frühling Einzug. Vor zwei Wochen lagen hier 15 Zentimeter Neuschnee, jetzt zwischen die Vögel.

Kaum sitzen wir auf Terrasse, schiebt sich die Sonne hinter dem Hotel hervor; wir genießen unseren Kaffee bei strahlendem Sonnenschein. Der Name des Hotels erinnert an eine alte „Alarmlinie“, die es früher im Odenwald gab. Auf den Höhenzügen wurden in bestimmten Abständen mächtige Holzscheite aufgetürmt. Drohte Gefahr, wurden diese angezündet und warnten so die umliegenden Dörfer. Auch in der Nähe des Hotels gab es eine solche „Feuerstelle“.

Der erste Kaffeestopp bei strahlendem Sonnenschein.

Nach einer guten dreiviertel Stunde machen wir uns wieder auf den Weg. Jetzt gehts ins bayerische, nach Großheubach. Die ersten sitzen schon ganz ungeduldig auf ihrem Maschinen; es dauert immer ein wenig, bis – wie heute – 14 Motorradfahrende „startklar“ sind.

Wir wären startklar 😉

Wir nehmen Kurs aufs Brombachtal und genießen die herrlichen Straßen, mit ihren vielen Kurven; eine jede macht deutlich, was wir in den vergangenen Monaten vermisst haben …

Im sanften Schwung geht es durch den Odenwald.

Kurz vor Ober-Kinzig dann eine Baustelle. Rot-weiße Sperrgitter stehen quer über der Straße. Wir entscheiden uns fürs Umdrehen und folgen der Umleitungs-Empfehlung. Mein steinaltes GPSMap 278 von Garmin berechnet auf Knopfdruck brav eine alternative Route, die uns schnell wieder auf die eigentlich geplante Strecke führt. Das neue 278 Cx macht das, wie alle neuen Navis von Garmin, nicht. Das berechnet munter eine ganz neue Strecke zum Zielpunkt. Kann mir einer verraten, warum?

Kein Durchkommen – also drehen wir um …

Bei Laudenbach erreichen wir den Main, den wir bei Klingenberg überqueren. Jetzt sind wir im bayerischen Spessart. Die „Krone“ in Großheubach ist unser Ziel. Hier wollen wir die Mittagsrast einlegen. Vorsorglich hat man für unsere Gruppe im Gasthaus selbst und nicht im Biergarten eingedeckt. So sitzen wir schön im warmen und genießen, was die Speisekarte bietet.

Nach einem Gruß aus der Küche beispielsweise ein leckeres Spargelcreme-Süppchen, Tagliatelle mit Steinpilzen, Rahm und Ruccola oder eine schöne Portion Tafelspitz. Der Espresso zum Schluss darf natürlich nicht fehlen …

In einem weiten Bogen geht es anschließend zurück in Richtung Erbach. Zwischenzeitlich ist es ein wenig bewölkt, doch ab und an blinzelnd die Sonne doch noch durch.

Das Wetter hat gehalten. Ein wenig windig war es, aber meist sonnig und vor allem trocken.

Gut 200 Kilometer werden wir heute unterwegs sein – vom Treffpunkt am Morgen bis zur Kaffeepause am Nachmittag. Im Nachhinein war die Entscheidung richtig, die Tour verschoben zu haben. Auf so mancher Anhöhe hätten wir sicher erhebliche Probleme gehabt, wenn wir angesichts des Schneebruchs im Odenwald überhaupt so weit gekommen wären. Heute hingegen können wir jeden Kilometer genießen.

In herrlichen Kurven geht es durch den Odenwald

Gegen 16 Uhr erreichen wir unser letztes Ziel, die Bauernstube im Hippolsbach. Neben einem heißen Kaffee wartet auf die Schleckermäuler unter uns auch ein feines Stück Kuchen. Noch ein Blick in die Karte, dann geht es wieder nach Hause.

Schön war er, der Saisonstart im Odenwald. In gute zwei Wochen fahren wir dann in den Vogelsberg. Dort wollen wir uns eine kleine „Manufaktur“ für Schokoküsse anschauen. Mehr Infos dazu auf der Website der vhs. Hier ist der Link zur Tour.

Unser Tagestour zum Saisonstart haben wir in einem „Relieve-Video“ zusammengefasst, damit Du nachvollziehen kannst, wo wir überall unterwegs gewesen sind.

Das Video zeigt die gefahrene Strecke unserer Saisonstart-Tour für die vhs.

Den Original-Link zum Video findest Du hier: https://www.relive.cc/view/vXOnZnVZYBO

Auf unserer „Alltrail-Seite“ findest Du zudem den Routenverlauf in einer Landkarte dargestellt. Der Kurz-Link zu dieser Seite lautet: https://lmy.de/XfJkY

Die Route der vhs-Tagestour zum Saisonstart
Die gefahrenen Höhenmeter während der Tagestour zum vhs-Saisonstart

Unsere Pausen:

Kaffeepause – vormittags

Hotel Lärmfeuer
Im Oberdorf 40
64385 Reichelsheim/Rohrbach

Telefon: 06164 1254

Mittagspause

Hotel Krone
Miltenberger Straße 1
63920 Großheubach

Telefon: 09371 2663

Kaffeepause – nachmittags

Hippelsbacher Bauernstube
Hippelsbach 2
64395 Gross-Bieberau

Tel.: 06161 1488

Mehr Infos zu dieser und allen anderen unserer Touren gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com

Saisonstart – mit Verspätung

Zwei Wochen später als eigentlich geplant, sind wir für die vhs in die neue Motorradsaison gestartet. Eigentlich sollte es schon am Samstag, den 9. April 2022, losgehen. Doch über Nacht war reichlich Schnee im Odenwald gefallen. Also haben wir unsere Tour kurzerhand um zwei Wochen nach hinten verschoben – und hatten diesmal Glück mit dem Wetter.

Heute laden wir schon mal ein paar Bilder von der Tour hoch, als Vorgeschmack auf den kurzen Tourbericht, der noch folgen wird.

Die nächste vhs-Tagestour führt am Samstag, den 7. Mai 2022, in den Vogelsberg. Dort wollen wir eine „Manufaktur“ für „Schokoküsse“ besichtigen – und nicht nur zuschauen, wie diese produziert werden, sondern natürlich auch probieren …

Hier ist der Link: Schokokuss

Und am Samstag/Sonntag, 9.7./10.7.2022, geht es für zwei Tage in die Rhön. Da werden wir am Samstagabend an einer spannenden Nachtwanderung teilnehmen, bei der uns eine begeisterte Sternenführerin all die Geheimnisse unserer Trabanten verraten wird, von denen wir bislang nichts wussten.

Hier ist der Link: Mondwanderung

Saisonstart jetzt am 23.4.2022

Das Wetter spielt verrückt. Gut 15 Zentimeter Schnee sind am vergangenen Samstag, den 9.4.2022, im Odenwald gefallen. Willi hat uns ein paar Fotos geschickt, unter anderem mit Zollstock aus dem Garten in Erbach.

Es sind schon fast 16 Zentimeter Neuschnee …

Schweren Herzens haben wir unseren Saisonauftakt verschoben, aber angesichts zahlreicher umgestürzter Bäume und eisglatter Straßen war das Risiko einfach zu groß. Einen kleinen Bericht dazu gibt es in unserem Web-Tagebuch. Hier ist der Link dazu.

Jetzt unternehmen wir einen neuen Anlauf. In Absprache mit der Volkshochschule bieten wir unsere Tagestour zum Saisonauftakt noch einmal an. Termin ist jetzt Samstag, der 23.4.2022.

Wir würden uns freuen, wenn Du dabei sein könntest. Ziel ist der Odenwald, in dem der Frühling eigentlich immer schon ein wenig früher beginnt …

Mehr Infos und die Möglichkeit der online-Anmeldung auf der Homepage der vhs. Hier ist der Link.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. Du erreichst uns am einfachsten per Mail unter kurvenfieber@mac.com

Schneeweiß – diesmal aber nur die Blüten am Baum und die alte G/S auf der Straße …

Gerne geben wir noch zwei persönliche Hinweise: Am Samstag, den 7.5.2022, fahren wir mit der vhs in den Vogelsberg, um uns anzuschauen, wie Schokoküsse hergestellt werden (Hier ist der Anmeldelink).

Und am Wochenende des 9.7./10.7.2022 unternehmen wir eine spannende „Mondwanderung“. Am Samstagmorgen fahren wir gemeinsam in die Rhön, quartieren uns in einem netten Hotel nahe des Hochrhönrings ein, um uns bei Einbruch der Dunkelheit von einer quirligen Sternenführerin die Besonderheiten unseres Erdtrabanten bei einer abwechslungsreichen Mondwanderung erklären zu lassen. Das solltest Du Dir nicht entgehen lassen. Hier ist der Anmeldelink.

Eine Anmeldung auf der Homepage der Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises ist jetzt schon möglich.

5 Zentimeter Neuschnee

„Im Odenwald herrscht Verkehrschaos. Bei uns liegen mindestens 5 Zentimeter Neuschnee, zahlreiche Straßen sind durch umgestürzte Bäume blockiert, auch auf unserem Parkplatz liegen zwei“, erzählt mit Isabella, die Chefin vom Hotel „Lärmfeuer“ am Telefon. Gerade bin ich am Parkplatz Gräfenhausen angekommen, da klingelt das Handy. Sie wolle nur kurz Bescheid geben, falls wir noch überlegen würden, heute zu unserer Tour zu starten, meint sie, die – zusammen mit ihrem Mann – ebenfalls leidenschaftlich gern Motorrad fährt – und schickt ein Foto.

So sah es morgen kurz vor 9 Uhr im Odenwald aus ;-(

Wollen würden wir schon gerne. Aber die Aussichten sind alles andere als einladend – auch wenn der Himmel über uns mittlerweile strahlend blau ist.

So soll es sein: blauer Himmel zum Tourstart.

Dass der „Saisonstart“ am 9. April eine Herausforderung werden könnte, hatte sich schon in den Tagen zuvor angekündigt. Die Wetterfrösche prognostizieren fallende Temperaturen und Schnee in den Mittelgebirgen. So hoch hinaus wollten wir eigentlich nicht, aber in der Vorschau des Regenradars waren in der Nacht zum Samstag rund um Reichelsheim ein paar Flockensymbole zu sehen. Und die Wetter-App meldete „leichten Schneefall“ bis in die frühen Morgenstunden, dann aber trocken und schön.

So schlecht scheinen die Aussichten doch garnicht zu sein.

Was aber heißt leichter Schneefall? Und bleibt der auch liegen? Oder sind die Straßen frei? Fragen, die wir wohl erst am Samstagmorgen beantworten können.

Unterdessen trudelt eine Absage nach der anderen rein. Ursprünglich wären wir mit 13 Motorrädern unterwegs gewesen. Doch der einen ist es zu kalt, dem anderen das Wetter zu ungewiss. Wir aber bleiben optimistisch. So schlecht sieht die Vorhersage nun doch nicht aus.

Bis ich am Abend eine Info per WhatsApp erhalte. „Hast Du gesehen, im Odenwald schneit es – und zwar richtig“, heißt es. Ein Blick auf die Webcam im Modautal zeigt: Tatsächlich, alles weiß. Das könnte auf den kleinen Straßen, auf denen wir unterwegs sein wollen, kritisch werden. Die sind am Morgen vielleicht noch nicht geräumt. Und bei Temperaturen knapp über null Grad, könnte es zudem zumindest stellenweise glatt werden. Obwohl, laut Vorhersage könnte es bis zu 10 Grad warm werden – aber nicht nicht morgens um 9 Uhr.

In der Nacht fängt es im Odenwald an zu schneien

Kurz nach dem Aufstehen trudeln die nächsten Absagen rein: „bei uns liegt Raureif auf der Straße“, heißt es da. Oder: „für den Nachmittag sind heftige Graupelschauer vorhergesagt, da komme ich nicht …“.

Zwischenzeitlich ist klar: wir werden die Tour für heute wohl absagen und auf einen späteren Termin verschieben müssen. Ob es überhaupt eine gute Idee war, so früh Motorrad fahren zu wollen? Vor zwei Jahren hatten wir am 9. April Temperaturen von um die 20 Grad. Es ist nun einmal April … Und der Gedanke, bei strahlend blauem Himmel durch eine frisch verschneite Landschaft zu fahren, der hat ja auch was. Wenn nur die Sorge nicht wäre, unterwegs doch irgendwie ein Stück glatte Straße zu erwischen oder von einem heftigen Schneeschauer überrascht zu werden. Und dann ist da ja noch der Windbruch mit umgestürzten Bäumen, die zahlreiche Straßen blockieren. Nüchtern betrachtet müssen wir absagen – nicht wegen des Wetters, sondern weil Motorrad fahren unter diesen Bedingungen einfach zu gefährlich ist ;-(

Hier wollten wir heute eigentlich unsere Kaffeepause einlegen

Ich steige um kurz nach acht trotzdem aufs Motorrad. Zwei Teilnehmer konnte ich nicht erreichen. Seit die Datenschutzgrundverordnung gilt, leitet die Volkshochschule die Kontaktdaten der Teilnehmenden nicht mehr an mich weiter. Also muss die Absage gegebenenfalls persönlich überbracht werden.

Kaum habe ich den Rastplatz erreicht, hält eine blaue Yamaha neben mir, die eben noch artig vollgetankt wurde. „Bin ich die Einzige“, fragt mich Christine, die so wagemutig gewesen wäre, die Tour mit uns zu fahren. Als ich ihr die „Schneebilder“ vom Hotel Lärmfeuer zeige, wo wir eigentlich um 10:30 Uhr zur Kaffeepause angekündigt waren, ist klar: das wird heute nichts.

Nur Christine war unerschrocken zum Treffpunkt gekommen.

„Macht nichts“, sagt Christine, nach einem kurzen Schwätzchen. Ich wollte es einfach mal probieren. Dann sehen wir uns am 7. Mai bei der „Schokokuss-Tour“ im Vogelsberg. Bis dahin gute Fahrt“. Spricht‘s und „braust“ wieder davon. (Anmeldelink: vhs-Tour „Schokokuss“)

Ich warte noch ein wenig, ob noch jemand kommt, und mache mich dann auch wieder auf den Weg. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, kaum zu glauben, dass nur wenige Kilometer von unserem Treffpunkt entfernt das Wetterchaos tobt. Zwei heftige Graupelschauer überraschen mich noch, ansonsten bleibt es weitgehend trocken. Hätten wir vielleicht doch fahren sollen?

Im „flachen Land“ war das Wetter prima.

Eisig wie am Morgen endet der Tag: mit einem leckeren Bällchen Vanilleeis. Und einem Blick in den Kalender. Die Tagestour zum Saisonstart werden wir am Samstag, den 23. April 2022 nachholen. Wer Zeit und Lust hat, dabei zu sein, melde sich einfach per Mail: kurvenfieber@mac.com

Eis: am Morgen auf der Straße – und am Nachmittag im Becher.

xxx

Wetterkapriolen

Am vergangenen Wochenende fast 20 Grad und jetzt ein gewaltiger Temperatursturz. Mit der Kälte könnten wir ja noch umgehen, wenn aber die Straßen nass sind und die Temperaturen unter null Grad fallen, wird es mit dem Motorrad kritisch.

Genau das soll Freitag und Samstag der Fall sein. Leichter Schneefall in den Niederungen, geschlossene Schneedecke in den Höhenlagen – so lautet die Prognose, die vom RegenRadar bestätigt wird.

Kein Wetter zum Motorrad fahren

Und meine Teilnehmer? Die bleiben zuversichtlich. „Ich freue mich auf das Wochenende, obwohl der Wetterdienst für den Freitag Glätte in den Morgenstunden angekündigt hat“, schreibt mir der eine. Und dass er die besonders warmen langen Unterhosen schon eingepackt hat, ein anderer. Ein unerschrockene Truppe, wie es scheint.

Bislang hatten wir meistens Glück und häufig war das Wetter besser, als vorhergesagt. Diesmal aber bereitet uns der Gedanke an überfrierende Nässe Kummer. Mit der müssen wir vermutlich spätestens in einem der Waldstücke rechnen. Und von denen gibt es auf der geplanten Tour reichlich. Ein Risiko, das wir – anders als bei den sonst üblichen Wetterkapriolen – nicht einschätzen können.

Nach intensivem Überlegen rufe ich im „Gasthof zum Lahntal“ an, in dem wir fürs Wochenende Zimmer gebucht haben. „Ob wir die Tour vielleicht in den Mai verschieben können“, frage ich. Wenn das Wetter so wird, wie vorhergesagt, sei Motorrad fahren zu gefährlich, versuche ich zu erklären. Wir wollten gern dem Lauf der Lahn folgen. Deren Quelle liegt am Rande des Rothaargebirges – in 600 Metern Höhe. Auf zwei Rädern am Wochenende wohl kaum zu erreichen.

Die Hoteliers haben erfreulicherweise Verständnis. Wir schauen in den Kalender und finden im Mai schnell ein alternatives Wochenende. Toll, dass das so reibungslos geklappt hat. Selbstverständlich ist das nicht.

Alle, die beim Saisonstart dabei sein wollten, können auch am neuen Termin. Erneut schneien wird es dann hoffentlich nicht …

Da haben wir uns ganz schön was vorgenommen

Am ersten Wochenende im April starten wir offiziell in die neue Saison. Diesmal geht es an die Lahn. Am Freitagnachmittag werden wir einen ersten Abstecher an die Mündung in den Rhein unternehmen; am Samstag dann zum Mittagessen an die Quelle, am Rande des Rothaargebirge fahren. Und am Sonntag steht noch ein kurvenreicher Abstecher zur Westerwälder Seenplatte auf dem Programm.

Rund 600 Kilometer werden wir unterwegs sein und dabei 13.505 Höhenmeter „erklimmen“. Der höchste Punkt, den wir erfahren, wird bei 682 Metern liegen.

Unserer Tourenplan zum Saisonstart 2022

Wir haben die Strecken, die wir an den drei Tagen fahren wollen, auf unserer „Alltrail-Seite“ hochgeladen. Die findest Duunter diesem Link:

https://www.alltrails.com/de/widget/recording/220324-lahnwochenende-track-b0c7ae2?u=m

Rückfragen zu dieser oder allen anderen von uns angebotenen Touren beantworten wir gerne per Mail. Du erreichst uns unter kurvenfieber@mac.com

Ein kurzer Abstecher an die Lahn

Reicht die Zeit noch für ein Foto? Ich bin auf dem Weg nach Idstein, um einen beruflichen Termin wahrzunehmen. Weil das Wetter schön ist, nehme ich das Motorrad und toure durch die Ausläufer des Taunus in die alte Residenzstadt. Mein Weg führt vorbei an einem römischen Wachturm, dessen Überreste durch Zufall gefunden wurden und der vor einigen Jahren rekonstruiert worden ist. Ich liege gut im Plan. Zeit für ein Bild ist also noch.

Mehr Schein als Sein: ein Wachturm am Limes

Vier bis fünf Legionäre „wohnten“ in einem solchen Turm und sicherten die römische Außengrenze, die quer durch den Taunus führte. Schon damals nutze man „Fake news“: in den weißen Verputz wurden rot angemalte Linien geritzt, so dass von Weitem der Eindruck entstand, das Gebäude bestehe aus massiven Steinen …

Wenig später bin ich in Idstein, bis 1721 fast ununterbrochen Residenz der Grafen von Nassau-Idstein. Der mittelalterliche Stadtkern hat sich bis heute erhalten.

Idstein wurde als Etichenstein 1102 erstmals erwähnt.

Gut drei Stunden später sitze ich wieder auf dem Motorrad und kurz darauf in der Bäckerei. Mein Termin hat deutlich länger gedauert, als geplant; jetzt ist erstmal ein verspäteter Mittagssnack angesagt …

Lecker 😉

Um den angebrochenen Nachmittag sinnvoll zu nutzen, beschließe ich noch einen Abstecher nach Laurenburg zu unternehmen. Die gut 300 Einwohner zählende Ortsgemeinde wird am ersten April-Wochenende Ausgangspunkt unseres Motorradwochenendes zum Saisonstart sein. So nutze ich die Gelegenheit, schon mal einen Blick ins Hotel zu werfen und die nähere Umgebung zu erkunden.

Die Lahn fließt direkt vorm Hotel; im Hintergrund die Laurenburg

Vom Hotel zur Laurenburg sind es gut 1.000 Meter, ein Fußweg ist ausgeschildert. In gut 20 Minuten soll der 1090 errichtete, viergeschossige Bergfried erreichbar sein. Mal schauen, ob wir dazu Gelegenheit haben werden.

Die Sonne verschwindet so langsam hinter den Taunusausläufern, als ich mich wieder auf die gelbe G/S schwinge. Über den Winter sind die Zylinderköpfe überholt werden; jetzt muss ich 1.000 Kilometer fahren, damit diese schnellstmöglich nachgezogen werden können. Die ersten 200 werde ich heute schaffen.

Noch scheint die Sonne …

Auf den nächsten Kilometer folge ich dem kurvenreichen Verlauf der Lahn. Linkerhand lädt Kloster Arnstein zu einem weiteren Fotostopp. In die ehemalige Prämonstratenserabtei sind seit dem 1. Juni griechisch-orthodoxe Schwestern eingezogen. Die Arnsteiner Patres hatten es wegen Personalmangel und fehlender finanzieller Ressourcen zum 31.12.2018 „aufgegeben“. Jetzt trägt das wohl eindrucksvollste mittelalterliche Bauwerk an der unteren Lahn den Namen „Heiliges Kloster Dionysios Trikkis & Stagon“.

Ursprünglich war das Kloster mal eine Burg.

Als ich die Mündung der Lahn in den Rhein erreiche, ist es schon fast 18 Uhr. Den Plan, gemütlich über Land nach Hause zu fahren, muss ich leider verwerfen. Wenn ich mich auf die Bundesstraße werfe, sollte ich mit der G/S so gehen 19:30 Uhr vor der heimischen Garage ausrollen. Dann ist es noch nicht lange dunkel.

Ein Fotostopp, mit Sonnenuntergang, aber muss unterwegs noch sein. Quasi als krönender Abschluss der ersten längeren Tour in der Saison 2022 …

Fahren bis zum Sonnenuntergang – herrlich

Abendstimmung

Die gelbe G/S braucht möglichst schnell 1.000 Kilometer auf der Uhr. Über den Winter sind die Ventilführungen gemacht worden und recht bald sollen die Köpfe nachgezogen werden. Damit der alte Boxer ohne weiteren Werkstattaufenthalt in die neue Saison starten kann. Also wird jede sich bietende Gelegenheit genutzt, ein paar Meter zu fahren. Wenn dann noch eine so tolle Abendstimmung vorherrscht, sind auch kleine Touren ein Genuss …

Macht schon was her, die gelbe G/S