In einem Rutsch nach Chateauneuf

Das Drama beginnt am frühen Morgen. Erst fehlte es an Sprit, dann mag die GS nicht anspringen. Schließlich konnten wir alle Probleme lösen, so dass sich die Motorradgruppe mit etwas Verspätung doch noch in Bewegung setzen konnte. Gut 350 Landstraßenkilometer galt es zu bewältigen.

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Ich genieße den Umstand heute morgen nicht auf die Uhr schauen zu müssen und schwinge mich erst nach zehn mit dem Ducato auf die Autobahn. Bis kurz vor Puy-en-Velay regnet es immer wieder heftig; die Motorradgruppe hat mehr Glück. Da waren die Straßen nur des morgens kurz nass.

Kurz nach 18 Uhr sind alle im Hotel. Wir freuen uns auf vier abwechslungsreiche Touren in den Cevennen.

Auch von der Zwischenetappe gibt es ein kleines Relive-Video:

Das Ziel sind die Cevennen

Die letzte „große“ Tour in diesem Jahr. Wir wollen in die Cevennen – jene herrliche Region an den Ausläufern des Zentralmassivs, die mit kleinen, kurvenreichen Straßen und einer beeindruckenden Landschaft zu tollen Motorradtouren geradezu einlädt.

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Doch wie so oft, kommt die Pflicht vor der Kür: die Anreise bis an den Genfer See, wo wir uns treffen werden, werde ich im Ducato zumeist auf der Autobahn verbringen. In der Schweiz lief es bis Bern eher zäh; kurz nach 18 Uhr war das Ziel erreicht.

Den Streckenverlauf habe ich in einem kleinen Relive-Video festgehalten:

Video-Schnipsel

Nach langer Zeit haben wir mal wieder einen kleinen Trailer mit iMovie erstellt. Das schnell geschnittene Video gibt ein paar kurzweilige Impressionen von unserer vhs-Tagestour zum Keltenfürst wieder.

Du hat Lust mal mit dabei zu sein? In diesem Jahr gibt es noch zwei schöne Tagestouren, die wir für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises anbieten. Im September laden wir zur geheimen Bunkertour an die Mosel. Bis zu 15 Milliarden Mark waren zu Zeiten des Kalten Krieges an gut getarnter Stelle in Cochem eingelagert. Wir haben für Samstag, den 21.9.2019, eine etwa einstündige Führung durch den rund 1.500 Quadratmeter großen einstigen Bundesbank-Bunker geplant und wollen den Besuch mit einer herrlich kurvenreichen Motorradtour durch den Hunsrück an die Mosel verbinden.

Weitere Infos findest Du unter dem nachfolgenden Link:
Geheime Bunkertour
Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

Der südlichste Punkt Hessens ist hingegen Ziel einer Tagestour, zu der wir am Samstag, den 26.10.2019 einladen. Auf kleinen, kurvenreichen Straßen wollen wir durch den Odenwald fahren und dabei über weite Strecken dem Grenzverlauf zu Bayern folgen. Das Ziel ist Igelsbach, das mit den Attributen »hessisch – badisch – sympathisch« wirbt. Denn mitten durch das kleine Dorf verläuft die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen. Ein Kuriosum, das es nur ganz selten in Deutschland gibt – für uns ein Grund, dem Süden Hessens auf dieser letzten Tagestour in dieser Saison einen kurzweiligen Besuch abzustatten.

Weitere Infos findest Du unter dem nachfolgenden Link:
„Geteiltes“ Dorf
Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

Bei Rückfragen schreib einfach eine Mail an: kurvenfieber@mac.com

 

Dieser Stau hatte (auch) sein Gutes …

Manchmal haben Wahnsinns-Staus ja auch was Gutes. Am späten Nachmittag musste ich dienstlich nach Fulda – wieder einmal. Da das Wetter in den nächsten Tagen einigermaßen stabil zu bleiben verspricht, nehme ich das Motorrad. Morgens noch schnell ins Büro und kurz nach drei dann Richtung Domstadt. Wenn alles klappt, bleibt noch Zeit für ein paar kurvige Landstraßenkilometer. Soweit der Plan.

Weil die Fahrt mitten durch Frankfurt oft nervig ist, werfe ich mich am Nachmittag kurzerhand auf die Autobahn. Spätestens in Gelnhausen will ich runter von der Piste. Doch auf der A3 muss es einen heftigen Unfall gegeben haben. Der Verkehr staut sich kilometerweit dreispurig. Von hinten kämpft sich ein Abschleppwagen laut hupend an den Autos vorbei. Ihm vorweg fährt ein Servicewagen des gleichen Unternehmens, mit lauter Sirene, die an amerikanische Streifenwagen erinnert. Geholfen hat’s nicht – die Rettungsgasse scheint für viele immer noch ein Fremdwort zu sein.

Die Abfahrt Obertshausen bietet Gelegenheit, dem Chaos zu entfliehen. Zwar ist auch die Ortsdurchfahrt verstopft, aber anschließend läuft es. Zumindest bis kurz vor Gelnhausen. Denn am Abzweig zu A66 staut es sich schon wieder.

Bliebe ich auf der Autobahn, wäre ich – freie Fahrt vorausgesetzt – gegen 18:30 Uhr in Fulda. Fahre ich nur Landstraße, wird es voraussichtlich 19:00 Uhr werden – meint zumindest mein Navi. Da ich nun sowieso nicht mehr pünktlich ankommen werde, entscheide ich mich spontan für die zweite Variante.

Auf kleinen kurvenreichen Straßen geht’s zunächst Richtung Ronneburg. Die liegt so herrlich in der Sonne, dass ein kurzer Fotostopp Pflicht ist.

Die Ronneburg – einmal mit Motorrad …

… und einmal ohne

Der Niedermooser Teich ist das nächste Ziel. Vorwiegend auf Nebenstrecken fahrend, streife ich die Ausläufer des Vogelsberg. Es war (wieder einmal) eine gute Entscheidung, trotz später Stunde auf der Landstraße zu bleiben. Die Schatten, die mein Motorrad auf den Asphalt wirft, werden immer länger, führt die Straße durch den Wald, wird es merklich kühler und je länger ich unterwegs bin, desto leerer werden die Straßen. Die Zeit zwischen 18 und 20 Uhr ist mir im beginnenden Spätsommer zum Motorrad fahren die Liebste, das zeigt sich auch heute wieder. Jeder Kilometer ist ein Genuß.

Gelegentlich schieben sich einzelne Wolken vor die Sonne. Bei Grebenhain halte ich kurz noch mal an, um die abendliche Stimmung im Bild festzuhalten.

Abendstimmung im Vogelsberg

Jetzt sind es noch 40 Minuten und ich habe mein Ziel erreicht. Kurz vor sieben steht die gelbe G/S auf dem Hotelparkplatz.

Schön war sie, die heutige „Dienstreise“. Längst vergessen der elender Stau auf der Autobahn. Im Netz finde ich die Ursache: ein Sattelzug war auf einen Stau aufgefahren, hatte sich quer gestellt und damit eine Kettenreaktion ausgelöst. Ein weiterer Lkw, ein Kleintransporter und ein Auto wurden daraufhin ebenfalls in den Unfall verwickelt. Eine Mutter und ihr Kind verletzten sich leicht; auch der Fahrer des Kleintransporters musste ins Krankenhaus.

Aufgrund der aufwändigen Bergungsarbeiten musste die A3 zeitweise voll gesperrt werden. 15 Kilometer Stau und bis zu zwei Stunden Wartezeit waren die Folge. Ich weiß schon, warum ich so ungern Autobahn fahre – insbesondere, wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin. Aber: heute hatte es sein Gutes (wenn man das so sehen darf) – die herrliche „Umleitung“ wäre ich ohne Stau nicht gefahren …

Zu Besuch beim Keltenfürst

Mit einer lauten Knall, verursacht durch eine Fehlzündung, rollt die alte G/S auf dem Parkplatz vor der Volkshochschule aus. Michael, Walter und Andreas, die schon frühzeitig angereist waren, zucken merklich zusammen. Ich auch, als ich mir die Folgen dieses kleinen Malheurs betrachte: der linke Vergaser ist durch den plötzlichen Druck förmlich vom Stutzen „gesprengt“ worden und baumelt nun, nur noch von Gaszug und Choke gehalten, neben dem Zylinder …

Was nun? Der Tag fängt ja gut an. Ich krame aus dem Bordwerkzeug einen Schraubenzieher, löse die Schellen und frickele den Vergaser wieder an seinen angestammten Platz. Sollte halte.

Kurz nach 9 Uhr geht’s los. Heute wollen wir den Keltenfürst in Glauberg besuchen. 1988 entdeckte ein Heimatforscher in einem Getreidefeld am Glauberg einen riesigen Grabhügel, der im Laufe der Zeit eingeebnet war, dessen Ringgräben aber aus der Luft noch zu erkennen waren. Bei den Grabungsarbeiten fanden Forscher die Gräber von drei keltischen Kriegern, die hier 500 vor Christus bestattet wurden. Reich mit Grabbeigaben ausgestattet, zählen diese zu den prachtvollsten, die aus jener Zeit bislang gefunden wurden .
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Gefunden wurde auch die komplett erhaltene Statue eines keltischen Kriegers (dem nur die Füße fehlen). Diese beeindruckende Figur gilt als bedeutendster Fund der Latènekultur in Hessen. Die 2.500 Jahre alte Stele wurde am 24. Juni 1996 geborgen und ist im Original im neu errichteten Museum am Glauberg zu sehen. Und genau da fahren wir heute hin.

Auf zunächst meist breiten Straßen geht es über Kronberg, Oberursel und Bad Homburg Richtung Büdingen – mehr Pflicht als Kür. Nach einem malerischen Unterwegsstopp für die älteren Herren unter uns, wird das Asphaltband deutlich schmaler und kurviger. Auf Nebenwegen erreichen wir Glauberg; das Museum oben am Berg ist prima ausgeschildert. Noch einmal durch den Kreisverkehr und schon sind wir da.

Ein gewaltiger Kubus ist da in der Landschaft platziert worden. Beeindruckend. Während die Autos auf Schotter parken müssen, gibt es für Motorräder eine gepflasterte Abstellfläche. Lobenswert. Wir machen erst mal eine Kaffeepause und genießen, unter dem „Vordach“ des Museums sitzend, die Aussicht auf den Grabhügel und das künstlerische Arrangement einer Vielzahl an Keltenfürsten.

7 Euro kostet der Besuch des Museum, die wir gerne investieren. Auf großzügig gestalteten Ausstellungsflächen werden die im Grabhügel gefundenen Exponate präsentiert und erläutert. Dazu viel Hintergrund zur Geschichte der Kelten.

 

Highlight der Ausstellung ist sicher die Original-Stele eines mannshohen Kriegers, die am Fuße des Grabhügels gefunden wurde. „Da mussten die Restauratoren nur mit dem Pinsel dran, ansonsten steht die 2.500 Jahre alte Figur hier genau so, wie sie ausgegraben wurde“, sagt mir einer Museums-Mitarbeiter. Unglaublich.

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Wir machen uns wieder auf den Weg. Im weiten Bogen fahren wir auf möglichst kleinen Straßen Richtung Brachtal und Flörsbachtal.

In Lohrhaupten ist im Hotel Waldeck der Mittagstisch schon für uns gedeckt. Wir genießen die Pause auf der schattigen Terrasse, haben die Temperaturen die 30 Grad-Marke doch schon erreicht. Gut, dass wir nur eine „Kleinigkeit“ bestellen 😉

Durch den waldreichen Spessart fahren wir auf kleinen kurvenreichen Straßen weiter nach Gelnhausen.

Ziel ist das Blockhaus, das auf einer kleinen Anhöhe liegt. Hier im Gelnhäuser Wald haben die Menschen früher ihre Feste gefeiert. Nach getaner Arbeit wollten sich die Bürger am Wochenende erholen – und errichteten das Blockhaus, eine kleine Gaststätte am Ende eines alten Hohlwegs, an dem einst „Holzweiber“ Brennholz aus dem Wald holten.

Vieles scheint hier noch wie früher. Wer essen oder trinken möchte, muss sich an einem kleinen Fenster anstellen und sich seinen Kaffee selber holen. An den Tischen und Bänken sitzen viele ältere Gelnhäuser, die bei Bier und Eisbein mit Brot den lauen Samstagnachmittag genießen – und das wohl jeden Samstag. Man kennt sich, ist per Du und rückt zusammen, wenn weitere Gäste kommen.

Wir genießen die ganz eigentümliche Stimmung, machen uns dann aber irgendwann doch auf den Heimweg. Weil ich (noch) keine Lust auf Autobahn habe, fahre ich zunächst Richtung Seligenstadt – vorbei an Froschhausen, wo jüngst ein heftiger Sturm gewütet hat. Die Folgen sind noch heute sichtbar.

In Seligenstadt geht es – ganz nostalgisch – mit der Fähre über den Main und durch die malerische Altstadt, vorbei an der Einhard-Basilika.

Noch ein paar Kilometer Landstraße und ich orientiere mich so langsam Richtung A3. Die letzten Kilometer fahre ich dann doch Autobahn …

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P.S.: Der Vergaser hat gehalten 😉

Den Routenverlauf haben wir wieder auf unsere Relive-Seite festgehalten. Hier ist da kleine Video.

Der Original-Link

Den Streckenverlauf kannst Du auch auf der Landkarte nachverfolgen

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In diesem Jahr gibt es noch zwei schöne Tagestouren, die wir für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises anbieten. Im September laden wir zur geheimen Bunkertour an die Mosel. Bis zu 15 Milliarden Mark waren zu Zeiten des Kalten Krieges an gut getarnter Stelle in Cochem eingelagert. Wir haben für Samstag, den 21.9.2019, eine etwa einstündige Führung durch den rund 1.500 Quadratmeter großen einstigen Bundesbank-Bunker geplant und wollen den Besuch mit einer herrlich kurvenreichen Motorradtour durch den Hunsrück an die Mosel verbinden.

Weitere Infos findest Du unter dem nachfolgenden Link: Geheime Bunkertour
Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

Der südlichste Punkt Hessens ist hingegen Ziel einer Tagestour, zu der wir am Samstag, den 26.10.2019 einladen. Auf kleinen, kurvenreichen Straßen wollen wir durch den Odenwald fahren und dabei über weite Strecken dem Grenzverlauf zu Bayern folgen. Das Ziel ist Igelsbach, das mit den Attributen »hessisch – badisch – sympathisch« wirbt. Denn mitten durch das kleine Dorf verläuft die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen. Ein Kuriosum, das es nur ganz selten in Deutschland gibt – für uns ein Grund, dem Süden Hessens auf dieser letzten Tagestour in dieser Saison einen kurzweiligen Besuch abzustatten.

Weitere Infos findest Du unter dem nachfolgenden Link: „Geteiltes“ Dorf
Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

Wir freuen uns, wenn Du (wieder) mit dabei bist und stehen für Rückfragen gern zur Verfügung. Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com

 

 

Zwei Tagestouren im Herbst

Auf zwei herrlich abwechslungsreiche Tagestouren, die wir für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises organisieren, wollen wir heute aufmerksam machen. Im „goldenen Herbst“ lohnt das Motorrad fahren ganz besonders – und wenn die Ziele dann noch attraktiv sind, steht einer Anmeldung eigentlich nichts mehr im Wege.

Im September laden wir zur geheimen Bunkertour an die Mosel. Bis zu 15 Milliarden Mark waren zu Zeiten des Kalten Krieges an gut getarnter Stelle in Cochem eingelagert. Wir haben für Samstag, den 21.9.2019, eine etwa einstündige Führung durch den rund 1.500 Quadratmeter großen einstigen Bundesbank-Bunker geplant und wollen den Besuch mit einer herrlich kurvenreichen Motorradtour durch den Hunsrück an die Mosel verbinden.

Weitere Infos findest Du unter dem nachfolgenden Link: Geheime Bunkertour
Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

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Mit dem Motorrad unterwegs – zum Beispiel Richtung Mosel

Der südlichste Punkt Hessens ist Ziel einer Tagestour, zu der wir am Samstag, den 26.10.2019 einladen. Auf kleinen, kurvenreichen Straßen wollen wir durch den Odenwald fahren und dabei über weite Strecken dem Grenzverlauf zu Bayern folgen. Das Ziel ist Igelsbach, das mit den Attributen »hessisch – badisch – sympathisch« wirbt. Denn mitten durch das kleine Dorf verläuft die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen. Ein Kuriosum, das es nur ganz selten in Deutschland gibt – für uns ein Grund, dem Süden Hessens auf dieser letzten Tagestour in dieser Saison einen kurzweiligen Besuch abzustatten.

Weitere Infos findest Du unter dem nachfolgenden Link: „Geteiltes“ Dorf
Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

Wir freuen uns, wenn Du (wieder) mit dabei bist und stehen für Rückfragen gern zur Verfügung. Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com

 

Fahrverbote in Frankreich

Die Lage ist ein wenig indifferent, aber beherrschbar. Denn in Frankreich gibt es einige Regeln für Motorradfahrer, die zum Teil schon seit Jahren gültig sind, bislang aber kaum Beachtung finden.

Der neueste Coup: die Umweltplakette, die benötigt wird, um auch bei hoher Schadstoffbelastung individuell mobil bleiben zu können. In Frankreich weisen immer mehr Departements temporäre Umweltzonen aus. Liegt die Schadstoffbelastung mehrere Tage lang über den zulässigen Grenzwerten, können Fahrverbote ausgesprochen werden. Die gelten auch für Urlauber.

Benötigt wird eine „Crit‘Air“, die es in sechs Kategorien gibt – je nach Baujahr und Schadstoffausstoß des jeweiligen Fahrzeugs. Die kann ganz leicht im Internet beantragt werden; wer ein Fahrverbot missachtet zahlt (wenn er erwischt wird) mindestens 68 Euro Buße. Den wenigsten Beschränkungen unterliegt, wessen Maschine eine Plakette der Kategorie 1 erhält. Das schaffen nur Motorräder mit Erstzulassung ab dem 1.1.2017. Das Erreichen der Abgasnorm „Euro 3“ ist für die Kategorie 2 erforderlich. Wer, wie ich, eine Motorrad fährt, das vor dem 1.6.2000 zugelassen wurde, geht leer aus. Der Schadstoffausstoß sei zu hoch, heißt es lapidar.

Stellt sich die Frage: brauchen wir eine solche Plakette bei unserer Reise in die Cevennen?

Wer auf der An- und Abreise mitten durch Straßburg fährt (dort gibt es eine dauerhafte Unweltzone) oder bei hoher Schadstoffbelastung über den Autobahnring fahren will – sollte vorbeugen. Ansonsten müssen wir nur Annecy im Auge behalten. Die Stadt würden wir im Zweifel aber weiträumig umfahren.

Und sonst? Das Hotel, von dem aus wir in die Cevennen starten, liegt in einer temporären Umweltzone. Sollte die Schadstoffbelastung Anfang September dauerhaft hoch sein, könnte es zu Fahrverboten kommen. Zu Beginn der Reise muss uns das nicht interessieren, denn mögliche Restriktionen gelten nur montags bis freitags, in der Zeit von 8 bis 20 Uhr.

Und auf der Rückfahrt zum Hotel – an einem Freitag? Ich neige zur Gelassenheit. Auf Rückfrage hat uns das Hotel mitgeteilt, dass wir uns keine Sorgen machen müssten. Bislang habe es noch keine Einschränkungen in der Region gegeben.

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Interessante Infos zu möglichen Fahrverboten – wie etwas diese Übersichtskarte – finden sich auf der Seite des ÖAMTC. Hier ist der Link

Käme es zu Fahrverboten, könnten die unterschiedlich ausfallen. Fahrzeuge mit der Plakette 1 dürften vielleicht noch fahren, die mit Plakette 3 möglicherweise schon nicht mehr. Denkbar auch, dass an einem Tag nur Fahrzeuge mit geradem Kennzeichen in die Umweltzonen einfahren dürfen, an nächsten Tag dann nur die mit ungeradem …

Welche Regel gilt, wird täglich aufs neue im Radio und Fernsehen bekannt gegeben oder auf elektronischen Tafeln am Straßenrand. Wohl dem, der französischen Sprache mächtig ist.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte eine „Crit‘Air“ beantragen. Das geht ganz fix im Internet und kostet 3,11 Euro plus Porto. Nach der Bestellung gibt’s eine Bestätigung per Mail, die mitzuführen ist, bis die Plakette per Post verschickt wurde.

Den Link zur (einzig) offiziellen Webseite findest Du hier. Die Anleitung ist auf deutsch.

https://www.certificat-air.gouv.fr/de/

Weitere Informationen gibt es im Internet, unter anderem hier:

https://de.france.fr/de/nuetzliche-tipps/umweltzonen-frankreich

https://www.motorradreisefuehrer.de/nr/crit-air-plakette-vignette-frankreich.html

Was gibt es noch zu beachten? Motorradkleidung muss mit reflektierenden Elementen versehen sein (zur Not tut es auch eine Warnweste), am Helm müssen (vorne, hinten und an den Seiten) reflektierende Aufkleber vorhanden sein und es müssen certifizierte Handschuhe getragen werden.

Wer im Netz ein wenig stöbert wird feststellen, dass es diese Vorschriften zum Teil schon seit Jahren gibt – aber offensichtlich niemanden interessieren. Da wir ja immer in Schutzkleidung fahren, wäre ich auch hier zuversichtlich. Angesichts der zu erwartenden Temperaturen sollte sich die Frage, ob und welche Handschuhe getragen werden, von selbst beantworten. Hier sollten wir der Gendamerie keinen Anlass zu Kontrollen bieten.

Falls wir doch mal angehalten werden sollten, lasst Euch bitte auf keine Diskussionen ein sondern zeigt Euch einsichtig. Wir freuen uns jedenfalls auf die abwechslungsreichen Tagen in den Frankreich und gehen davon aus, unbehelligt aber leidenschaftlich Motorrad fahren zu können.

Mehr Infos zur Tour hier ab dem 7.9.2019 😉