Mittagspause an der Wegscheide

Mittwoch, 17.6.2020 – 2. Tourtag: „Wenn Ihr über die Simonhöhe kommt, fahrt Ihr ein kleines Stück auf einem unbefestigten Weg durch den Wald. Hinten raus ist dann wieder alles asphaltiert“, hatte uns Andrea, die Wegscheiderin“, vorab zugerufen. Weil ich ungern zweimal die gleiche Strecke fahre, ist die kurze „Enduroeinlage“ unausweichlich – aber völlig unproblematisch – um zum Gasthaus Simale an der Wegscheide zu gelangen. Das ist das Ziel des heutigen Tages.

Am Morgen sind die Straßen trocken, als wir in Obertauern starten. Statt auf der Bundesstraße rund um Mauterndor zu fahren, geht’s diesmal mitten durch die mittelalterliche Stadt.

Schloß Moosham umfahren wir im weiten Bogen und steuern so aufs Thomatal zu. Ab Madling folgen wir dem Lauf der Mur, die ordentlich Wasser führt. Nahe Predlitz verlassen wir das Salzburger Land und erreichen die Steiermark. Nun folgt die B95 der Turrach, deren Quelle hoch oben am Radstädter Tauern liegt. Eine kleine Parkbucht lädt zu einer kurzen P…-pause sein. Während sich Einzelne ins Gebüsch schlagen, donnert eine Gruppe Harley-Fahrer an uns vorbei. Werner und Axel plaudern unterdessen mit einem Straßenarbeiter, der sich als GS-Fahrer zu erkennen gibt. 

 

Steil, aber relativ gut ausgebaut, führt die Straße auf die 1783 Meter hoch gelegene Turracher Höhe. Im „Panorama-Hotel“ haben wir uns zur Kaffeepause angekündigt; schon die serpentinenartige Zufahrt macht deutlich, dass wir eine gute gute Wahl getroffen haben. Der Blick vom Parkplatz auf den kleinen See ist fantastisch, Kaffee und „ein bisschen was Süßes“ sind es auch. 

Unser Blick fällt auf ein Schwimmbecken, das vom Ufer aus in den See ragt. Zwei Schwimmer, die bei Temperaturen nur wenige Grad über Null, im Wasser planschen, genießen unsere Hochachtung – aber nur so lange, bis uns der Oberkellner aufklärt. Das Wasser, im 25 Meter langen Seebad, wird durch einen ganz besonderen Wärmeaustausch ganzjährig auf 30 Grad temperiert. (An die Energiebilanz wollen wir dabei aber besser nicht denken). Vielleicht sollten wir mal im „Hotel Hochschober“ buchen, um das selber ausprobieren zu können. Bei 148 Euro pro Nacht und Person fängt der Spaß an …

Deutlich herausfordernder als die Fahrt hinauf auf die Turracher Höhe, ist die Wegstrecke, die südlich in Richtung Ebene Reichenau führt. In engen, steilen Kurven windet sich die B95 talwärts nach Kärnten. Wir folgen dem Lauf der Gurk, die uns ein Stück des Weges begleitet.

Am Hochrindl biegen wir scharf rechts ab und „mäandern“ über Sirnitz und Steuerberg nach Sankt Ulrich. Feldkirchen würde ich gern umfahren. Möglich sollte dies über ein kleines Sträßchen sein, das östlich nach Sankt Urban führt. Ob das klappt? Wir haben es ausprobiert und einen malerischen, kaum autobreiten Weg entdeckt, der sich in zahlreichen Serpentinen den Hang hinauf hangelt. 

Kurz vor der Simonhöhe verpassen wir (erwartungsgemäß) den Abzweig zur „St. Pauler Straße“. Der liegt versteckt hinter einer Rechtskurve. Also nutzen wir die Gelegenheit zu einem kurzen Fotostopp und unternehmen einen zweiten Anlauf. 

Noch ist der schmale Weg asphaltiert, doch kaum taucht die schmale Trasse in den Wald ein, wird’s schottrig. Nur noch wenige hundert Meter und wir rollen am „Gasthaus Simale“ an der Wegscheide aus. Hier bin ich vor Jahren, mit Christian, vom Hotel Solaria, mal bei einer Endurowanderung eingekehrt; die „Wegscheide“ hat mir so gut gefallen, dass ich hier bei einer unserer Touren unbedingt noch mal einkehren wollte. Diesmal hat’s geklappt.

Wir sitzen im Schatten des kleinen Schulhauses auf der Terrasse, inmitten der Wimitzer Berge, und lassen uns von Andrea erzählen, was die Küche heute zu bieten hat. Die Entscheidung fällt nicht leicht, klingt doch alles sehr lecker. Mir haben es die Fleischnudeln auf Sauerkraut angetan – ein typisches Gericht aus Kärnten; aber auch je eine schöne Scheibe Schweinefleisch mit Kartoffeln und Kraut findet reichlich Abnehmer.

Wir speisen an historischer Stätte – wenn man das so sagen will: Am 17. September 1809 wurde im jenseits der Straße gelegenen Gasthaus der legendäre Räuber Simon Kramer, genannt „Krapfenbäck Simale“, von französischen Soldaten erschossen. Zwei Jahre waren sie schon hinter ihm her, jetzt stellten sie ihn beim Kartenspiel. Als er ein Messer zog, fiel ein Schuss, der ihn am Hals verletzte. Der Räuberhauptmann verblutete; er wurde nur 24 Jahre alt.

Fahren wir über den „Eggen“ oder lieber außen rum, war die Frage, die sich nach der Mittagspause stellte. Andreas meinte sich zu erinnern, dass besagte Strecke einer üblen Enduropiste gleichen würde. Auf der Landkarte ist die „Straße“ hingegen als normaler Verbindungsweg eingezeichnet. 

Zum Ausprobieren sind wir leider nicht gekommen. Auf dem Weg nach Obermühlbach ist die Zufahrt zum Eggen wegen Bauarbeiten gesperrt. Also fahren wir auf „normalen“ Straßen nach Sankt Veit an der Glen und zweigen anschließend auf die Straße zum 969 Meter hohen Pisweger Sattel ab. Kurvenreich geht es vor allem nach der Passhöhe vom Wimitztal ins Gurktal. Wir fahren direkt auf den imposanten Gurktaler Dom zu, der mit seinem beiden mächtigen Doppeltürmen zu begeistern weiß. 

Drei Kilometer lang geht es zügig über die B93, dann ist Straßburg (in Kärnten) erreicht. Schon von weitem ist die eindrucksvolle Burg Straßburg sichtbar, die bis ins 18. Jahrhundert hinein Sitz der Gurktaler Bischöfe war. Weil es eigentlich noch zu früh für die Kaffeepause ist – und wir sowieso noch einen Schlenker über den „Gunzenberg“ unternehmen wollen – biegen wir scharf rechts auf die L67b ab und stürmen auf einer herrlich kurvenreichen Strecke die 1021 Meter hoch gelegene Passhöhe hinauf. 

In Möbling heißt es aufpassen, um nicht auf die (mautpflichtigen) Schnellstraße abzubiegen, sondern auf Nebenstrecken nach Pöckstein-Zwischenwässern zu fahren. Kurz darauf sind wir wieder in Straßburg, finden unterhalb der Burg einen Parkplatz für unsere Motorräder und legen im „Gasthof Seiser“ (mit angeschlossener Fleischerei  gleich nebenan) die nachmittägliche Kaffeepause ein. 

Vor historischer Kulisse ist Eis der große Renner – in der Waffel oder als „heiße Liebe“ mit leckeren Himbeeren. 

Gut 100 Kilometer sind es noch zurück ins Hotel. Das Navi weist optimistisch eine Fahrzeit von „nur“ eineinhalb Stunden aus. Viel länger werden wir nicht unterwegs sein – zuzüglich eines Tankstopps in Tamsweg. Zunächst aber gilt es, den Einstieg zur „Prekova“ zu finden. Das herrlich schmale und kurvenreiche Sträußchen schlängelt sich bis auf 1.200 Meter den Hang hinauf. 

Wieder folgen wir dem Lauf von zwei Flüssen: zunächst der Feistritz, dann der Metznitz. Zügig geht es auf relativ breiter Straße durchs Tal, denn geht es bergan auf 1.400 Meter, zur Flattnitzer Höhe. Jetzt ist es der Paalbach, der die Richtung vorgibt. 

In Stadl an der Mur setzen wir den Blinker links und erreichen bald darauf Tamsweg. Schnell werden die Tanks für den nächsten Tag randvoll gefüllt, bevor wir von Mauterndorf aus wieder den Radstädter Tauern hinauf fahren. Gegen halb sechs rollen die Motorräder in die Tiefgarage.

Auch wenn vereinzelt dunkle Wolken bedrohlich tief am Himmel hingen, waren wir doch den ganzen Tag über auf trockenen Straßen unterwegs. Das Feierabendbier haben wir uns insofern redlich verdient.

Schnell unter die Dusche und schon gehts zum Abendessen. Heute verwöhnte uns die Küche bei Einbruch der Dunkelheit mit Rindssupe mit Leberknödel, Sous vide gegartem Schweinrücken, mit Barbecue-Sauce und Kartoffelspalten sowie einer leckeren Schokomousse (die ich leider schon aufgegessen hatte, bevor ich sie fotografieren konnte).

Die Strecke, die wir heute unter die Räder genommen haben, siehst Du im nachfolgenden Kartenausschnitt.

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Den Routenverlauf, zusammen mit ein paar Fotos, haben wir wieder in einem Reliefe-Video zusammengefasst. Die gefahrene Strecke siehst Du hier:

 

Morgen wollen wir den Radstädter Tauern mal die andere Richtung herunterfahren und die Seen östlich von Salzburg zu entdecken.


 

Übernachtung:
Hotel Solaria
Ringstraße 6
A 5562 Obertauern

Tel.: +43 6456 72500
Mail: info@hotel-solaria.at
Web: http://www.hotel.solaria.at

 

Kaffeepause (vormittags):
Panoramahotel Turracher Höhe
Turracher Höhe 24
A 9565 Ebene Reichenau

Tel.: +43 4275 82410
E-Mail: anfrage@panorama-turrach.at
Web: http://www.panorama-turrach.at

 

Mittagessen:
Gasthaus Simple (an der Wegscheide)
Kreuth 12
A 9556 Liebenfels

Tel.: +43 664 4301060
E-Mail: info@aufderwegscheide.at
Web: http://www.aufderwegscheide.at

 

Kaffeepause (nachmittags):
Gasthof Seiser
Hauptstraße 13
A 9341 Straßburg

Tel.: +43 4266 2225
E-Mail: office@fleischerei-seiser.at
Web: http://www.fleischerei-seiser.at

 

Tourstart mit Hindernissen

DIENSTAG, 16.6.2020 – 1. Tourtag: Die GS springt nicht an – wieder einmal. Schon bei der letzten großen Tour, im vergangenen Herbst in den Cevennen, mussten wir die offensichtlich altersschwache Batterie mit einem PowerPack überbrücken, um den Boxer wieder zum Leben zu erwecken. Einmal gestartet, lief die BMW wieder. Doch heute morgen will der Zweizylinder nicht.

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Wir stehen in der „Tiefgarage“ des Hotel Solaria und versuchen das Motorrad mittels Autobatterie zu starten. Doch der Versuch schlägt fehl. Nichts geht. Der Motor macht keinen Mucks. Wie sich später herausstellte, hatten die dicken Zangen des Starthilfekabels wohl keinen ausreichenden Kontakt zu den Batteriepolen bekommen. Der zu Hilfe gerufene ÖAMTC konnte die GS zwei Stunden später mit einem PowerPack problemlos starten. Da saßen wir schon bei der ersten Kaffeepause … und Charly immer noch im Hotel.

„Wie wird das Wetter heute“, war eine heiß diskutierte Frage beim Frühstück. Das Regenradar verheißt trockene Straßen Richtung Klagenfurt. Oben am Radstädter Tauern aber hängen die Wolken tief und die Temperatur liegen gerade mal bei sieben Grad. Also werfen wir uns vorsichtshalber in den Regenkombi und hoffen darauf, dass   der Himmel schon auf den ersten Kilometern aufreißen wird.

Kaum haben wir den Talpass in Tweng erreicht, sind die Straßen wieder trocken. Eigentlich wollten wir über den Katschberg Richtung Gmünd fahren, der aber ist wegen Bauarbeiten seit gestern täglich von 7 bis 15 Uhr gesperrt. Also weichen wir ins Thomatal aus, über das wir auch den Rückweg antreten werden. Den Abzweig zur Nockalm lassen wir links liegen und erreichen bei Kremsbrücke wieder die Katschberg-Straße. In Gmünd legen wir noch einen Tankstopp ein und orientieren uns wenig später Richtung Sachsenburg. Nun folgen wir dem Lauf der Drau und nicht mehr der Lieser, die uns die vergangenen Kilometer begleitet hat.

Im idyllischen Sachsenburg hätte der malerische Marktplatz zu einer kleinen Pause eingeladen. Aufgrund von Corona haben wir unsere „Pausenplätze“ aber vorreserviert und legen die erste Kaffeepause in der nicht weit entfernt gelegenen „Auszeit“ ein.

In Greifenburg biegen wir auf die  kurvenreiche Straße über den 1074 Meter hohen Kreuzbergsattel ab. Die führt vorwiegend durch den Wald, bietet aber jede Menge Fahrspaß. Vom Drautal gelangen wir so übers Gitschtal ins Gailtal. Gebremst wird die zügige Fahrt nur von einem Bauarbeiter, der hochkonzentriert auf seiner Fräsmaschine sitzt und uns ganz langsam vor die Vorderräder fährt. Irgendwann schreckt er dann auf, wir lachen uns an – und schon geht es weiter.

 

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Hinter Hermagor orientieren wir uns nach Möderndorf. Wir überqueren die Gail und fahren direkt auf die Garnitzenklamm zu. Der kleine Garnitzenbach hat im Laufe der Jahrtausende eine gut 4,5 Kilometer lange Schlucht in die Kranichen Alpen gegraben. Strudeltöpfe, Wasserfälle und steilaufragende Felsformationen wissen zu begeistern.

Unser Ziel aber ist die Egger Alm, die nahe der Grenze zu Italien liegt. Kurvenreich steigt das kaum autobreite Sträßchen auf gut 1.500 Meter an. Unvermutet bremst uns ein großer Betonmischer im oberen Drittel aus, der sich im Schritt-Tempo den Berg hinauf quält. Doch das „Hindernis“ ist schnell überwunden

Die Egger Alm ist eigentlich ein kleines Hüttendorf und keine Alm, auf der nur – wie sonst üblich – allein ein Gebäude zu finden ist. 1872 standen in diesem Hochtal rund 60 Hütten und Stallungen. 70 Pferde, 140 Kühe (von denen 116 gemolken wurden), 20 Stück Galtvieh (junge Kühe, die noch keine Milch geben), 100 Ziegen und ebenso viele Schafe. Im 20. Jahrhundert wurde die Alm teilweise gar nicht mehr bewirtschaftet. Seit 2008 ist Elisabeth Buchacher mit ihren Kolleginnen wieder aktiv und produziert vor allem leckeren Gailtaler Käse. Für die Gäste ihrer Almhütte „Alte Käserei“ gibts zudem frische Buttermilch und so manche leckere Jause. Für uns ist ein langer Holztisch reserviert, an dem wir (mit Abstand) sitzen und den Aufenthalt am Karnischen Hauptkamm genießen können.

Zurück im Tal folgen wir auf Nebenstraßen dem Lauf der Gail, um dann nach Norden, zur 1110 Meter hoch gelegenen Windischen Höhe abzuzweigen. So langsam nähern wir uns dem Millstätter See. Doch Brückenbauarbeiten in Feistritz an der Drau erfordern eine alternative Routenführung, um über das gleichnamige Flüsschen zu kommen. Ein kleiner Umweg und wir können bei Ferndorf wieder auf die eigentlich geplante Route stoßen.

So langsam wird es Zeit für die nachmittägliche Kaffeepause. Die wollen wir an der Sommereggeralm einlegen. Die mautpflichtige Tschiernock-Panoramstraße führt uns auf schmaler Trasse hinauf bis auf 1.700 Meter. 4 Euro kostet der Spaß, zu entrichten an einem Mautautomat, der im letzten Drittel der Strecke steht.

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Nach dem wir brav unseren Obolus entrichtet haben, ist der Alpengasthof nicht mehr weit. Wir genießen die Aussicht, einen leckeren Kaffee und einen „Topfenkuchen“. Für all das hat sich die Maut gelohnt …

Gut 85 Kilometer und ein Tankstopp liegen vor uns, als wir uns auf den Rückweg nach Obertauern machen. Gleich hinter Gmünd legen wir noch einen Fotostopp an der „Geteilten Kirche“ ein. Ursprünglich soll an Stelle des Gotteshauses ein kleines Marterl (ein so genanntes Flurkreuz) gestanden haben, das als „Kreuz am Bichl“ bezeichnet würde. Bichl ist die Bezeichnung für einen kleinen Hügel. 1588 entstand die erste Kapelle, die „Kreuzbichlkapelle“ bezeichnet wurde..

Wahrscheinlich wurde, um den Reisenden bei ihrer Andacht Schutz vor schlechtem Wetter zu bieten, der gegenüberliegende Raum für die Gläubigen errichtet. Genutzt wurde dieser bei Prozessionen, auch sollen Kaufleute hier Dankgebete gesprochen haben, wenn sie die Tauern und den Katschberg überquert hatten, ohne von Wegelagerern überfallen worden zu sein. Vermutet wird zudem, dass zum Tode verurteilte Delinquenten an der Kappelle ihre letzte Gebete sprachen, bevor sie an der Gmünder Richtstätte aus dem Leben schieden …

Heute stehen wir mit unseren Motorrädern hier und schauen staunend auf das bauliche Kuriosum.

Um 18:22 Uhr sind wir zurück im Hotel, nachdem wir in Tamsweg noch einmal vollgetankt hatten – und waren den ganzen Tag nur auf trockenen Straßen unterwegs gewesen.

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Nach dem Feierabendbier gehts zum Duschen und anschließend zum Abendessen. Heute gibt es unter anderem Kartoffelrahmsuppe, Schweinebraten in Biersauce mit Röstzwiebeln und einen Powidl-Mandel-Strudel auf Vanillesauce.

Die gefahrene Strecke haben wir für Dich  in einem kleinen „Reliefe-Video“ zusammengefasst:

Die Landkarte zeigt die gefahrene Strecke in Gänze:

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Morgen wollen wir einen Abstecher zur Wegscheide unternehmen. Mal sehen, wie da das Wetter sein wird …

 


 

Übernachtung:
Hotel Solaria
Ringstraße 6
A 5562 Obertauern

Tel.: +43 6456 72500
Mail: info@hotel-solaria.at
Web: http://www.hotel.solaria.at

 

Kaffeepause (vormittags):
Auszeit
Obergottsfeld 79
A 9751 Sachsenburg (Kärnten)

Tel.: +43 4769 33110

 

Mittagessen:
Egger Alm
Nachbarschaft Egger Alm
A 9624 Egg

Tel.: +43 650 3910520

 

Kaffeepause (nachmittags)
Alpengasthof Sommeregger
Am Tschiernock 30
A 9871 Seeboden

Tel.: +43 664 75021638
Mail: info@sommereggeralm.at
Web.: http://www.sommereggeralm.at

Die Fahrt auf der Tschiernock-Panoramastraße ist mautpflichtig.
Im oberen Teil der Straße gibt es einen Kassenautomaten – Gebühr: 4 Euro pro Motorrad

 

Sehr entspannend heute

Nein, zum Motorrad fahren lädt das Wetter an diesem Montag nicht unbedingt ein. Rund um Salzburg ist Dauerregen vorhergesagt; in Obertauern nieselt es schon den ganzen Morgen. Christian, der mit einer kleinen Gruppe für vier Tage zum Berghof Brunner in Bad Eisenkappel aufbrechen will, macht sich erst kurz nach zehn auf die Socken und peilt zunächst den möglichst direkten Weg an. Sollte es unterwegs trocken werden …

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Ich nutze die Gelegenheit einige Routen noch mal neu zu planen. Da der Katschberg ab heute jeweils von 7:00 Uhr bis 15:00 Uhr wegen Bauarbeiten gesperrt ist, müssen wir eine „Umleitung“ Richtung Thomatal fahren.

Gegen 18 Uhr sind alle Teilnehmer da. Während die meisten das Feierabendbier genießen, bugsiert Charly seinen VW-Bus millimetergenau in die Hotelgarage, um die GS im Trockenen ausladen zu können.

Das Motorrad ist frisch geputzt, vollgetankt und hat sogar neue Reifen. Das hat es so eigentlich noch nie gegeben. Nur die hinteren Bremsbeläge, die sollten so langsam mal getauscht werden, hatte die Werkstatt gemeint.

Ersatz wurde auf der Anfahrt schnell noch in München besorgt. Jetzt braucht es nur noch eine kundige Hand, die sich der Montage annimmt. Werner will morgen mal sein Glück versuchen …

Wir genießen das Abendessen. Auch heute verwöhnt uns die Küche wieder – unter anderem mit leckerem Tafelspitz und Zitronensorbet-Törtchen …

Morgen wollen wir zur Eger-Alm nahe Hermagor. Noch verspricht das Regenradar einen bewölkten aber trockenen Tag in Richtung Süden. Mal schauen, wie das Wetter morgen früh tatsächlich ist …

 


 

Übernachtung:
Hotel Solaria
Ringstraße 6
A 5562 Obertauern

Tel.: +43 6456 72500
Mail: info@hotel-solaria.at
Web: http://www.hotel.solaria.at

In einem Rutsch nach Obertauern

Die Motorräder stehen im Ducato, der Kaffee ist gekocht und in der Kühlbox findet sich reichlich Verpflegung. Es kann also losgehen. Kurz nach halb neun mache ich mich auf den Weg nach Obertauern. Im Gepäck – für den Fall der Fälle – eine Einladung zum „Dienstgespräch“ mit Christian vom Hotel Solaria in Obertauern. Wir wollen am Sonntagabend erörtern, welche Motorradtouren in den nächsten Tagen die lohnendsten sind. Doch an der Grenze wird schon gar nicht mehr kontrolliert. Österreich heißt seine Gäste schon vor dem 15.6.2020 wieder herzlich willkommen.

Ungeachtet der Warnung vor Starkregen ist der Himmel anfangs noch blau, nur auf der Autobahn herrscht schon wieder reichlich Verkehr. Ich stelle den Tempomat auf 110, rolle gemütlich gen Süden und erfreue ich immer wieder an der (noch) reichlich gefüllten Kühlbox.

Auf der A7 steppt der Bär, der Verkehrsfunk meldet mehrere kilometerlange Staus. Auch auf der A9 sorgt ein Unfall hinter Ingolstadt für Stillstand. Also tue ich, was ich bei langen Autobahnfahrten am liebsten tue: ich weiche auf die Bundesstraße aus. Bei strömenden Regen geht es durchs Hallertau, noch ein kurzer Stopp nahe München und dann ist der Chiemsee nicht mehr weit.

Vor Salzburg dann braut sich ordentlich was zusammen. Dunkel Wolken hängen in den Bergen – sieht bedrohlich und mystisch zugleich aus.

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Kurz vor dem Tauerntunnel verlasse ich die Autobahn und fahre nach Radstadt. Auf der kurvenreichen und recht steilen B99 geht es nun nach Obertauern. Das interessanteste Stück ist die schmale Klamm kurz hinter Untertauern, die mich jedes mal aufs Neue beeindruckt.

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Noch ein paar Kilometer geht es den Berg hinauf, dann habe ich mein Ziel, das Hotel Solaria, hoch oben auf dem Radstädter Tauern erreicht. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Christian und Werner nebst der Crew des Solaria. Das Hotel ist erst seit dem 11.6.2020 wieder geöffnet.

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Nach dem Ausladen geht es gleich zum Abendessen. Heute gibt es eine Sellerie-Apfel-Rahmsuppe als Vorspeise, Schweinefilet in Cognacsauce mit Stampfkartoffeln und glacierten Zucchini als Hauptgericht und einen leckeren Schokobrownie mit Kokoscreme als Nachtisch. Lecker!

Den Verlauf der Tour kannst Du auf dem Kartenausschnitt nachvollziehen; zudem gibt es von der gefahrenen Strecke ein kleines (Relieve)Video.

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Morgen reisen die Teilnehmer an. Die Wettervorhersage ist nicht so prickelnd …

 


 

Übernachtung:
Hotel Solaria
Ringstraße 6
A 5562 Obertauern

Tel.: +43 6456 72500
Mail: info@hotel-solaria.at
Web: http://www.hotel.solaria.at

 

Es geht wieder los ;-)

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Wir werden bei den Ersten sein, wenn sich am 15.6.2020 die Grenzen wieder öffnen. Kaum war die Entscheidung bekannt gegeben, dass wir im Nachbarland Österreich wieder willkommen sind, waren auch schon zehn Zimmer im Hotel Solaria in Obertauern gebucht. Eine kurze Rundmail an alle unsere Teilnehmer, dass wir spontan einen „verspäteten Saisonstart“ ins Programm nehmen würden – es dauerte nur wenige Tage, da waren wir auch schon ausgebucht.

Die Eggeralm, die Wegscheide, die Nockalm-Höhenstraße und die zahlreichen Seen im Salzburger Land werden die Ziele sein, die wir in den vier Tagen ansteuern werden. Wir freuen uns schon riesig. Endlich wieder gemeinsam Motorrad fahren – selbstverständlich unter Beachtung aller nötigen Schutzmaßnahmen.

Natürlich werden wir über unsere Erlebnisse hier im Blog berichten. Für alle, die gern mitgefahren wären, bei denen es aber zeitlich leider nicht gepasst hat. Vielleicht wäre ja das Wochenende vom 7.8. bis 9.8.2020 was – da wollen wir zu einer zünftigen Brotzeit hoch auf die Zillertaler Höhenstraße fahren. Und vom 2.10. bis 4.10.2020 gehts für ein Wochenende in die Fränkische Schweiz.

Mehr Infos? Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com. Wir melden uns umgehend.

 

Neun Monate später …

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… nein, es wird kein Kind geboren. Neun Monate nach unserer herrlichen Motorradtour in die Cevennen steht endlich auch der ausführliche Reisebericht im Netz. Lang hat es gedauert, aber nun kannst Du noch mal nachlesen, was wir so alles erlebt haben.

Hier ist der Link zur Cevennen-Tour 2019.

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Während der Reise hatten wir schon die kurzen Tourvideos veröffentlicht und erwähnt, was wir an den jeweiligen Tagen unternommen haben. Diese Posts haben wir stehen gelassen und den ausführlichen Bericht jeweils vorangestellt.

Viel Spaß beim lesen – und danke fürs warten …

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Erinnerungen: Endurotour zum Chaberton

So muss es älteren Menschen gehen, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind: zum Stillsitzen verdammt, sitzt Du zu Hause, schaust aus dem Fenster und erinnerst Dich wehmütig der vielen tollen Reisen, die Du früher unternehmen konntest.

Gestern habe ich auf YouTube ein Video von zwei Wagemutigen entdeckt, die mit dem Motorrad hoch auf den Chaberton gefahren sind. Das ist mittlerweile verboten. Mitte 1980 war ich mit drei Freunden im italienisch-französischen Grenzgebiet zum Endurowandern unterwegs; der Chaberton war eines unserer Ziele. Daran hat mich dieser Clip erinnert:

Ausgangspunkt war einer der Zeltplätze in Briancon, der höchstgelegenen Stadt Europas. Sinnigerweise hatten wir unser „Lager“ unter einer Gruppe von Bäumen aufgeschlagen und uns gewundert, warum all die Anderen nicht auf diese geniale Idee gekommen waren. Am nächsten Morgen wussten wir es: wir waren die Einzigen, die beim Frühstück frierend im Schatten saßen …

Wenig später saßen wir auf unseren Mopeds: Peter auf einer G/S, Reiner auf einer XT, Speedy auf seiner Dominator und ich auf einer DR 650, die mir Suzuki Deutschland als Testmotorrad zur Verfügung gestellt hatte.

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Die acht Geschütztürme oben am Berg sind gut zu sehen. Bild: Internet

Der Einstieg bei Fenils war schnell gefunden. Die acht Geschütztüme – oder was von ihnen übrig geblieben ist – waren schon vom Tal aus zu sehen. Ein Rifugio am Wegesrand ludt zu einem schnellen Espresso ein. Heute soll man hier angeblich vom Wirt ein „Sondergenehmigung“ zum Befahren des abenteuerlichen Schotterweges zum Gipfel bekommen, wenn man freundlich nachfragt. Ich würde es Niemandem empfehlen.

Kaum losgefahren, stellen sich bei uns schnell „Auflösungserscheinungen“ ein. Nur wenige Kilometer nachdem sich der schmale Asphaltweg mehr oder weniger in Wohlgefallen auflöst hatte, trat Peter als Erster den Rückzug an. Das Ganze sei ihm zu anstrengend, er wolle lieber im Gasthaus warten, ließ er uns wissen.

Mit Herzklopfen näherten wir uns der „Schlüsselstellung“ am „gespaltenen Fels. Da war die Trasse schon damals abgerutscht und nur notdürftig mit eine paar Brettern wieder in Stand gesetzt. Zu „meiner Zeit“ hatte der Weg noch deutlich mehr als eine Lenkerbreite und war auch nicht mit einem „Sicherungsseil“ versehen. So schmal wie im Video war er damals glücklicherweise nicht …

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Mitte der 1980er Jahre war diese Stelle deutlich breiter / Bild: Internet

Am Zwischensattel angekommen, machte Reiner kehrt. Der Luftfilter seiner XT sei verstopft, meinte er, der Motor verliere an Leistung, eine Weiterfahrt bergan unmöglich. Blieben noch Speedy und ich für den „Gipfelsturm“.

Auf den weiteren Kilometern mutierte der Weg zum schmalen Eselspfad, den wir uns immer wieder mit Wanderern teilen mussten. Die zeigten sich (verständlicherweise) wenig kooperativ, waren damals doch zahlreiche Motorradfahrer am Berg unterwegs – und jeder fühlte sich vom Anderen gestört.

Kehre um Kehre, die immer enger wurden, kämpften wir uns dem Gipfelfort entgegen. Irgendwann entschwand Speedy aus meinen Augen. „Ich muss auf Zug fahren“, rief er mir noch zu – und schon war er weg.

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Und jetzt noch Wanderer … / Bild: Internet

Kurz vor dem Gipfel nahm ich das Endurowandern dann wörtlich. Die Suzuki hatte mich immer wieder „abgeworfen“. Da ich wohl mit zu wenig Schwung in die Kehren gefahren war, starb mir regelmäßig der Motor mitten im Scheitelpunkt ab – und das Motorrad kippte um. Zwar wog der großvolumige Einzylinder „nur“ knapp 170 Kilo. Die aber in knapp 3.000 Meter Höhe mehrfach allein in die Senkrechte zu wuchten, war schon eine Herausforderung. Also blieb die Suzi irgendwann frustriert am Wegesrand stehen und ich ging zu Fuß weiter.

Die schweißtreibende „Wanderung“ sollte sich lohnen. Das, was am Gipfelplateau zu sehen war, war schon beeindruckend. Ich frage mich auch heute noch, unter welchen unmenschlichen Strapazen diese Festung wohl errichtet worden war – nur, weil man sich mit seinen Nachbarn nicht vertragen konnte oder wollte.

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Tolle Aussicht vom Gipfelplateau. Der Weg dahin: mühsam / Bild: chandeve

Ende der 1870er Jahre hatten sich die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien deutlich verschlechtert. In der Folge begann eine dramatische Aufrüstung am Alpenhauptkamm. In den Jahren 1880 bis 1890 wurden beispielsweise die Festungen am Col de Ende errichtet.

Pläne für den Bau einer gewaltigen militärischen Anlage auf dem 3130 Meter hohen Gipfelplateau des Mont Chaberton gab es, nachdem sich Italien 1882 mit Deutschland und Österreich verbündete hatte. Italien wollte sich gegen Frankreich schützen, fanden sich in unmittelbarer Nähe doch das Fort du Gondran sowie das Fort de l‘Olive.

Also wurde ab 1891 von Fenils aus mühsam ein insgesamt 14 Kilometer langer Weg in den Fels trassiert: die „Strada militare di Val Morino“ (oder auch „Strada militare dello Chaberton“). Nachdem auch die ersten Unterkünfte hoch oben am Berg fertig gestellt waren, konnte 1898 mit dem eigentlichen Bau der Festung begonnen werden. Bis zu 400 Arbeiter mussten sich in Spitzenzeiten – in dünner Luft und den Wetterkapriolen ausgesetzt – plagen, um insgesamt 8 Geschütztürme zu errichten – jeder 8 Meter hoch, mit einem Durchmesser von jeweils 7 Metern. Auf jedem Turm saß eine um 360 Grad drehbare Stahlkuppel, in der sich die Geschütze befanden. Die Pulverdepots wurden unterirdisch angelegt. 

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Blick auf die Baustelle im Jahr 1906. Quelle: westalpen.wordpress.com

Vollendet wurden die Bauarbeiten 1913. Doch schon zwei Jahre später wechselte Italien die Seiten und wurde so zum Verbündeten des einstigen Feindes Frankreich. Die Geschütze, die hier jetzt nicht mehr gebraucht wurden, wurden abgebaut und an die österreichisch-italienische Front gebracht.

1927 erfolgte unter Mussolini die Wiederbewaffnung. Der Westfeldzug der Wehrmacht war schon fast beendet, da erklärte der Duce Frankreich am 10. Juni 1940 den Krieg. Sechs Tage später, am 16. Juni 1940, wurden die ersten Geschütze vom Gipfelfort des Chaberton abgefeuert – 42 Jahre nach Baubeginn.  Keine fünf Tage später war die Festung Geschichte. Die Franzosen nahmen den Chaberton ab dem 21. Juni von einer südwestlich von Briançon gelegenen Stellung unter Beschuss und zerstörten innerhalb kürzester Zeit sechs der acht Geschütztürme. Da diese oberirdisch – wie auf einem Präsentier-Teller lagen – benötigte die französische Artillerie lediglich zwei Tage, vier Mörser und etwa 100 Granaten, um die Anlage außer Gefecht zu setzen.

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Versteckt hinter einem Felsvorsprung, vom Tal aus aber immer noch sichtbar –
das Fort auf dem Chaberton war wohl eine Fehlkonstruktion / Bild: Bartel Do

Angesichts der Geschichte des Berges war unser „Gipfelsturm“ auf zwei Rädern eher ein Spaziergang, auch wenn die Fahrt rauf auf 3130 Meter anstrengend und stellenweise nicht ungefährlich war. Umso schöner war die herrliche Rundum-Sicht, die wir genießen konnten.

Irgendwann mussten wir wieder runter ins Tal. Spätestens jetzt war ich froh, die letzten Kehren zu Fuß erklommen zu haben. Denn die waren richtig ekelig. Es ging steil bergab und die ersten Rechtskehren ließen sich nur hart am Lenkanschlag fahren. Die Frage war nur wie?

Den linken Fuß ab Boden, den rechten auf der Fußbremse. Vor uns der Abgrund. Die Handbremse war tabu, drohte bei einem blockierenden Vorderrad doch ein unkontrollierte Sturz in die Tiefe. Wie aber ums Eck kommen, wenn die Fußbremse nur wenig gelupft werden konnte, der rechte Fuß aber eigentlich zum Abstützen gebraucht wurde, weil es an Tempo zum Stabilisieren fehlte?

Zu zweit haben wir die Dominator irgendwie die ersten Hunderte an Metern bergab bugsiert. Kein einfaches Unterfangen. Leichter hatten es da schon die zahlreichen italienischen Trialfahrer. Die sind mit blockierten Hinterrad einfach in die Kehre gerutscht und haben im richtigen Moment wieder Gas gegeben – gewusst wie …

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In unzähligen engen Kehren führt der schmale Weg hoch zum Chaberton,
dessen Gipfelplateau seit dem Friedensvertrag von 1947 zum Frankreich gehört.

Ob ich heute noch mal hoch auf den Chaberton fahren würde? Wahrscheinlich nicht. Selbst wenn es (wieder) erlaubt sein sollte, ist die Trasse mittlerweile doch arg abenteuerlich und stellenweise kaum noch passierbar. Außerdem war ich ja schon mal da und kann in Erinnerungen schwelgen.

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Kein Durchkommen mehr. Am Loc Pra Claud, auf knapp 1.600 Metern,
ist Schluss für den motorisierten Verkehr hoch zum Chaberton. Bild: 
Passzwang.net

Andere „Chancen“ habe ich verpasst. Mitte der 80er sind wir während einer Alpentour wetterbedingt am Gardasee gestrandet. Den damals noch frei befahrbaren Tremalzo und andere „Militärstraßen“ haben wir mit zwei BMW-Gespannen, einer K 100 und mit meiner R75/5 bezwungen – auf Straßenreifen, versteht sich. Denn Pasubio hatten wir uns bis zum Schluss aufgehoben, dann aber keine Lust mehr. Die Luft war raus. „Den fahren wir ein andermal“, hatten wir uns versprochen. Dazu kam es nie. Mittlerweile ist auch der Passubio gesperrt. Noch nicht einmal mit dem Fahrrad darf man die abenteuerliche Trasse durch die 50 in den Fels gehauenen Galerien mehr fahren.

Vielleicht sollte ich mehr wandern. Da ist vieles noch erlaubt …

Ein neuer Auspuff für die R 100

Offene Conti-Rohre sind ganz schön laut. Der Vorbesitzer hat solche an die alte R 100 R geschraubt, die ich vor Jahren von ihm gekauft habe. 94 dB (A) habe ich im Leerlauf gemessen – erlaubt wäre noch mehr.

83 N – nicht dB (A) – sind bei mir, nach alter Messung , im Fahrzeugbrief eingetragen. Dieser Wert lässt sich umrechnen: Für Motorräder, dessen Standgeräusch noch nicht per Nahfeldverfahren, aber bereits in dB(A) ermittelt worden waren, wurden behördliche Vergleichsmessungen durchgeführt. Nach diesen Messungen werden 21 dB(A) hinzugerechnet. Beanstandet wird das Motorrad aber erst, wenn eine zusätzliche Toleranz von fünf dB überschritten wird.

Bedeutet konkret: 83 + 21 + 5 = 109 dB(A) – Wahnsinn!

Bei links und rechtsseitigem Schalldämpfer müsste an beiden Seiten gemessen werden. Die Messungen erfolgen bei 3/4 der Nenndrehzahl.

In Chrom und deutlich kürzer als das Original.

Trotzdem habe ich mir jetzt zwei leisere Endtöpfe von Hattech gegönnt – dank kompetenter Beratung durch den Chef selbst. Die werden in Kürze montiert, auch der (leider) verbeulte Chromtank wird gegen einen (günstig bei eBay erworbenen) Behördentank getauscht und ein Gepäckträger angebaut. Dann steht der ersten großen Tour mit der alten R 100 R nichts mehr im Wege.

Bislang war ich mit diesem Schätzchen immer nur „um die vier Ecken“ unterwegs …

 

kurvenfieber

Rückblick auf die Karawankentour

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Endlich! Jetzt ist auch der Tourbericht unserer abwechslungsreichen Motorradtour in die Karawanken geschrieben und veröffentlicht. Eine ganz Woche lang haben wir vom Berghof Brunner aus die Gegend rund um Bad Eisenkappel für uns entdeckt: mehrfach waren wir in Slowenien, sind in Österreich rund um zwölf Seen gefahren, haben in einer alten Nudelfabrik Kaffee getrunken und unvermutet den Reiz einer Tour auf Bundesstraßen entdeckt.

Nachzulesen ist das alles hier: in unserem Tagebuch zur Karawankentour.

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In diesem Jahr wollen wir im Mai in die Normandie, im Juni zur Mecklenburgischen Seenplatte, im Juli ins Erzgebirge und Ende August/Anfang September ins Aostatal. Dazu kommen drei Wochenendtouren: Anfang April gehts zu Saisonstart ins Lahntal und im August zur Brotzeit zur Zillertaler Höhenstraße. Zum Abschluss der Saison fahren wir im Oktober dann noch mal von Freitag bis Sonntag in die Fränkische Schweiz.

Du hast Lust, bei einer dieser Touren dabei zu sein? Dann schreib uns eine Mail an kurvenfieber@mac.com. Wir melden uns umgehend bei Dir.

Die vhs-Touren sind online

Mit dem Motorrad die Schönheit der Welt entdecken, das wollen wir am Samstag, den 18.4.2020. Da bieten wir für die vhs-Main-Taunus, die erste geführte Tagestour in der neuen Saison an. Es geht in den Odenwald, zum Beerfelder Galgen der auf einer Anhöhe mit prachtvoller Aussicht liegt. So sollte allen, die aus dem Leben scheiden mussten, noch einmal gezeigt werden, auf was sie künftig – aufgrund ihrer Missetaten – verzichten müssen.

Mehr Infos und die Möglichkeit Dich anzumelden findest Du hier.

Der tiefste Punk in Hessen ist das Ziel einer kurzweiligen Tagestour, die wir am Samstag, den 30.5.2020 anbieten. Der liegt bei Lorchhausen.  Verbinden wollen wir diese kurzweilige Entdeckungsreise mit einer schönen Tour durchs Rheingaues Gebirge, so dass der Fahrspaß nicht zu kurz kommen wird.

Mehr Infos und die Möglichkeit Dich anzumelden findest Du hier

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Handarbeit: Hier wird die Eiweiss-Masse sorgfältig aufgetragen

Noch einmal ins Programm genommen haben wir die Motorradtour zum Schokokuss. Im vergangenen Jahr hatte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass wir letztlich nur zu viert der kleinen Schokokuss-Manufaktur im Vogelsberg einen Besuch abgestattet haben. Weil das Interesse aber deutlich größer war, bieten wir diese Tour jetzt noch mal an. In der Hoffnung auf gutes Wetter und viele Anmeldungen.

Mehr Infos und die Möglichkeit Dich anzumelden findest Du hier.

Hoch hinaus geht es schließlich am Samstag, den 1.8.2020. Da fahren wir in die Rhön und werfen auf der Wasserkuppe einen Blick ins Radom. Das ist eine kugelrunde Hülle, in der einst Abhöreinrichtungen verborgen wurden, die auf den deutschen Nachbarn jenseits der Grenze gerichtet waren. Heute fasziniert die Akustik im Inneren und der tolle Ausblick von der Galerie.

Mehr Infos und die Möglichkeit Dich anzumelden findest Du hier

Die Tagestouren im September und Oktober werden ab der zweiten Jahreshälfte veröffentlicht. Zu allen vorgenannten Touren kannst Du Dich jetzt schon anmelden. Wir hoffen, eine interessante Mischung gefunden zu haben und freuen uns, wenn Du (wieder) dabei bist. Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. Schreib am einfachsten eine Mail an kurvenfieber@mac.com. Wir melden uns so schnell wie möglich.

Die Gesamtübersicht aller Touren, die wir derzeit für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises anbieten, findest Du hier.