Motorradtouren für die vhs

Auf einer ganzen Seite haben die Motorradtouren Platz gefunden, die wir in diesem Jahr für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises anbieten. Zu finden im gedruckten Programmheft, das beispielsweise in vielen Buchläden oder Rathäusern im Main-Taunus-Kreis ausliegt.

Uns gefällt die Seite ausgesprochen gut. Vielen Dank für die tolle Gestaltung.

Natürlich finden sich alle Touren auch im Netz. Auf der Website der Volkshochschule kannst Du Dich sofort online anmelden. Die Gesamtübersicht aller Touren findest Du unter diesem Link.

Für Rückfragen stehen auch wir gerne zur Verfügung. Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com

Sie ist wieder da

Abholen hätte ich sie schon längst können: die weiße G/S. Seit Ende Oktober stand sie in der Werkstatt. Die Inspektion längst überfällig, vor allem aber musste dringend die Lichtmaschine getauscht werden. Während der letzten Touren des vergangenen Jahres war ich immer mit Batterieladegerät unterwegs. Meist lag die Ladespannung deutlich unter 13 Volt, so dass die Batterie stets nach zwei, drei Tourtagen leer gefahren war.

Abhilfe tat insofern dringend Not. Dabei war vor allem „mehr Power“ gefordert. Im Netz werden verschiedene Lichtmaschinen mit höherer Leistung angeboten. Entschieden habe ich mich letztlich für Silent Hektik. 410 Watt statt der bisherigen 280 – das ist doch ein Wort; zudem überzeugt die Beschreibung, wie das Mehr an Wärme, das durch die höhere Stromlast entsteht, abgeführt wird. Ansonsten droht möglicherweise der Hitzetod.

Kurz vor Weihnachten meldet der Meister Vollzug. Die neue Lichtmaschine samt angepasster Zündanlage sei eingebaut, alle Öle gewechselt, die Ventile neu eingestellt. Aber: bei der Probefahrt sei eine leicht rutschende Kupplung und ein deutlicher Ölfilm zwischen Motorblock und Getriebe festgestellt worden. Das lässt zumindest auf einen kaputten Simmerring schließen …

Doch es sollte schlimmer kommen: nicht nur die Dichtung, auch die Kupplung selbst und die Ölpumpe musste getauscht werden. „Wir haben auch mal ins Getriebe geschaut, da muss dringend eine Welle getauscht werden“, machte der Meister deutlich.

Hiobsbotschaft

Spätestens jetzt hätte der eine oder die andere vielleicht die Frage nach einem anderen Motorrad gestellt. Ich habe mich fürs Reparieren entschieden. Die weiße G/S fahre ich seit fast 30 Jahren, seither gab es erst eine größere Reparatur. Auf die lange Zeit gerechnet, ist die aktuelle Baustelle also garnicht so teuer. Ok, man kann sich das Ganze auch schön rechnen. Zumal, nach Murphys Gesetz, ein Unglück selten allein kommt …

„Alles richtig gemacht“, denke ich mir, als ich am Nachmittag wieder auf der weißen G/S sitze. Der Motor springt auf den ersten Knopfdruck an, läuft schön ruhig und hängt kraftvoll am Gas. Es macht wieder richtig Spaß den alten Boxer durchs kurvenreiche Geläuf von Unterfranken zu treiben.

Unterwegs in Unterfranken

Unterwegs entdecke ich in Rödermark eine kleine Bäckerei. Ruckzuck steht die BMW am Straßenrand; Zeit für eine improvisierte Pause. Mit einem Milchkaffee „to go“ und einem „Schweinsöhrchen“ setze ich mich auf eine kleine Mauer und genieße den Sonnenschein. Was für ein herrlicher Start in die neue Saison …

Kaffeepause am Straßenrand

Am frühen Abend bin ich wieder zu Hause. Das Wetter passt noch immer, in der Sonne sind die Temperaturen schon zweistellig. Im Schatten aber ist es noch reichlich frisch; gut dass die Akkus von Heizweste und beheizbaren Handschuhen recht lange halten. Die habe ich mir im Herbst geleistet – eine Investition, die sich bei Touren im beginnenden Frühjahr mehr als bezahlt macht.

In der Sonne sind die Temperaturen schon zweistellig

Ob ich die auch am ersten Aprilwochenende (noch) brauchen werde? Da soll es zum offiziellen Saisonstart für drei Tage an die Lahn gehen – hoffentlich …

Den Aufkleber gab es heute übrigens bei Zweirad Norton in Mömlingen. Ich habe gleich einen mitgenommen.

Solidarität ist wichtig

Ein kurzfristiger Auftrag …

Ich finde, das ist eine gute Gelegenheit, endlich auch mal die schwarze R 100 ein wenig auszuführen. Die offenen und furchtbar lauten Conti-Rohre sind gegen einen chicken Auspuff von Hattech getauscht, der sonor vor sich hin brabbelt, das Navi lässt sich schnell noch an den Lenker fummeln und alles, was ich für ein Wochenende brauche, sollte in den Tankrucksack passen. Denn Koffer hat die alte BMW (noch) nicht. 

Am Montag hatte der ADCA Hessen-Thüringen bei mir angerufen. Man wolle für die im Frühjahr erscheinende Regionalausgabe gern einen Tourentipp veröffentlichen, der die Länder Hessen, Thüringen und Sachsen miteinander verbindet. Ich würde doch viel Motorrad fahren; ob ich nicht Lust hätte … Text und Bilder müssten allerdings bis zum 15. November vorliegen. 

Die Prognose des Wetterberichts ist für die nächsten Tage grauselig. Nur am Freitag und Samstag soll es noch schön sein. Ich schaue in den Kalender, nehme mir den Freitag frei und sitze kurz nach sieben auf meiner alten BMW. Die darf – dank Saisonkennzeichen – nur noch bis Ende Oktober bewegt werden. Das passt. 

Es ist ein wenig diesig und mit 6 Grad auch ein wenig kühl. Da ich (aus Zeitgründen) die ersten 100 Kilometer Autobahn fahren muss, ziehe ich vorsichtshalber noch meine knallgelbe Regenjacke drübergezogen. So bin ich gut sichtbar und der Fahrtwind bleibt außen vor.

Kurz vor dem Start, um kurz nach sieben in der Früh.

Als es hell wird kämpft sich die Sonne durch die dicke Suppe und stimmt mich hoffnungsvoll. Die nächsten beiden Tage müssen einfach gut werden.

So langsam kämpft sich die Sonne durch den Nebel.

Nach etwas mehr als einer Stunde strammer Fahrt erreiche ich die Wasserkuppe. Hier habe ich mich mit Steve verabredet, der die Fotos für die Reportage machen soll. Wir schießen ein paar erste Bilder am Segelflugplatz und vom Radom. Die markante Kuppel gilt als Landmarke und damit prägend für die Region. Mit diesem Argument konnte einst der Abriss verhindert werden. Ursprünglich für militärische Zwecke erbaut, dient das Radom heute als Aussichtsplattform. 

Tolle Stimmung hoch oben auf der Wasserkuppe.

Unser nächstes Ziel ist Point Alpha an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen. Unterwegs halten wir mehrfach an, um Schafe zu fotografieren und ein paar Fahrszenen. 

Rhönschafe im Morgenlicht.

In der Zeit, in der Deutschland geteilt war, standen sich bei Point Alpha, an der innerdeutschen Grenze, die Truppen der NATO und die des Warschauer Paktes in Sichtweite gegenüber. Während des „Kalten Krieges“ hatten die Alliierten es für möglich gehalten, dass Russland nach Deutschland einmarschieren würde – wenn, dann wohl genau hier. Das Fatale: die Amerikaner hätten in einem solche Fall die Grenze nicht verteidigt (wie man heute weiß), so dass die „feindlichen Truppen“ wahrscheinlich erst am Rhein zum Stehen gekommen wären. Ein gruseliger Gedanke …

Eine ganz neue Perspektive von Point Alpha. Rechts der Wachturm der Amerikaner.

Auf kleinen Straßen – häufig mit schlechtem Belag – ging es dann weiter zur Wartburg. Martin Luther hat hier die Bibel ins Deutsche übersetzt. Dabei soll ihm der Teufel erschienen sein, dem er ein Tintenfass hinterherwarf. Das Loch in der Wand sieht man noch heute …

Wir hätten gern ein Bild gemacht, mit der Burg im Hintergrund und vorne das Motorrad fahrend. Tatsächlich finden wir die passende Stelle und halten in einer kleinen Bucht neben der Straße. Von hier führt ein schmaler Weg auf eine Anhöhe, von wo aus wir einen tollen Blick auf die einstige „Warte“ hatten. Nur das Motorrad haben wir da nicht raufgekriegt …

Die Wartburg mal aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Nicht weit entfernt liegt Niederdorla. Wenn man den nördlichsten Punk Deutschlands mit dem südlichsten verbindet und den östlichen mit dem westlichen findet sich im Schnittpunkt der beiden Linie der Mittelpunkt Deutschlands. Den markiert heute ein großer Stein und eine Kaiserlinde. Nicht weit entfernt liegt das „Opfermoor“. 

Es gibt auch andere Methoden, den Mittelpunkt Deutschlands zu ermitteln …

Die letzten 75 Kilometer zum Kyffhäuser waren reine Kilometerfresserei auf breiten Bundesstraßen. Das „Thüringer Becken“ ist fahrerisch nicht sonderlich attraktiv. Am Ende aber liegt die alte Bergrennstrecke am Kyffhäuser. Und da wollten wir mit den letzten Sonnenstrahlen noch ein paar Fotos auf der alten Bergrennstrecke machen. Hat geklappt, sogar Bilder mit der Drohne.

Gegen 17 Uhr wollten wir im Thüringer Hof in Bad Frankenhausen sein. Steve hat fürs Magazin noch ein Interview mit dem Chef gemacht; ich konnte endlich einen Kaffee trinken. Seit heute Morgen waren wir nur unterwegs, für richtige Pausen war keine Zeit. Ein mitgebrachtes Brot und Kaffee aus der Thermoskanne mussten reichen. Dafür entschädigte das Abendessen: erst eine kräftige Soljanka mit Crème fraîche dann Thüringer Rostbrätel (eine marinierte Scheibe vom Schweinenacken, die über Holzkohle gegrillt wird) mit Schmorzwiebeln und Bratkartoffel, anschließend noch ein Nachtisch: Rote Grütze mit Vanilleeis – einfach lecker.

Vor dem Schlafengehen bin ich kurz noch mal zur Oberkirche spaziert. Deren Turm neigt sich mittlerweile deutlich mehr zur Seite als der schiefe Turm von Pisa. Das musste ich mir natürlich noch anschauen.

Ganz schön schief, der Kirchturm von Bad Frankenhausen.

Als ich am Samstagmorgen in Bad Frankenhausen los gefahren bin, war es wieder sehr nebelig und ausgesprochen kalt. Die Sonne kämpfte, konnte sich aber noch nicht durchsetzen. Die Wiesen und Felder links und rechts der Straße waren mit Raureif überzogen, der Asphalt aber (noch) trocken.

Wieder kämpft sich die Sonne durch den Morgennebel

Ein Stück Autobahn lag vor mir, um rechtzeitig in Greiz sein zu können. Ich habe lange überlegt, ob das bei den geringen Sichtweiten eine so gute Idee sei. Aber, kaum auf der Bahn, war der Nebel weg 😉

Ein erstes kurzes Päuschen habe ich in der Klassikerstadt Weimar eingelegt, die ersten Fotos haben wir in Greiz gemacht, der „Perle des Vogtlandes“; ein wirklich sehr malerisches Städtchen.

Fotostopp in Greiz

Nicht weit davon die Göltzschtalbrücke; die größte Backsteinbrücke der Welt. Die wurde aus Ziegeln gebaut, weil der dafür benötigte Lehm in der Nähe reichlich vorhanden war. 1846 wurde mit dem Bau begonnen, täglich wurden rund 50.000 Ziegel gebrannt. Man mag sich garnicht vorstellen, was da damals los war.

Blick auf die imposante Göltzschtalbrücke, über die heute noch die Eisenbahn fährt.

Dann waren „nur noch“ Fotofahrten angesagt. Wir hatten uns eine nette Kurve rausgesucht und durch die musste ich mindestens 20mal fahren. Mal wurde mit dem Tele fotografiert, dann mit dem Weitwinkel. Mal musste ich mehr rechts fahren, dann wieder mehr links. Hat aber Spaß gemacht …

Gegen Mittag hatten wir alles im Kasten und ich konnte wieder nach Hause fahren. Die ersten Kilometer auf dem Rückweg war ich noch auf kleinen Straßen unterwegs. Und so konnte ich am Waldrand ein schönes „Abschiedsfoto“ zur Erinnerung machen.

Das letzte Bild bei Sonnenschein

Die ersten 140 Autobahnkilometer nach Hause waren monoton, aber erträglich. Kaum hatte ich in Knetzgau zum Tanken angehalten – und um endlich was essen zu können – fing es an zu regnen. Die restlichen 220 Kilometer waren dann naß und kalt …

Gleich nach der Pause fing es an zu regnen …

Insgesamt liegen zwei tolle Tage hinter mir. Die alte R 100 hat sich wacker geschlagen. Nur die Kupplung trennt schlecht. Manchmal war es schwierig den Leerlauf einzulegen. Das wird sich beheben lassen. Im März darf sie wieder auf die Straße …

Die letzten Tage noch mal ausgenutzt. Auch wenn es am Ende doch noch mal nass wurde …

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vhs-Touren 2022

Mit einer kurzweiligen vhs-Tagestour zur „Fleckenmauer“ in Flörsheim-Dalsheim haben wir die diesjährige Motorradsaison beendet. Los ging es mit dem Sonnenaufgang. Zu Hause waren wir erst mit der letzten Dämmerung. Auch diesen Tag haben wir optimal genutzt 😉

Start zur letzten vhs-Tagestour in diesem Jahr. Die Sonne war gerade aufgegangen.

Die neuen Tour-Termine, die wir für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises im Jahr 2022 anbieten, stehen bereits fest. Wir würden uns freuen, wenn auch diese Euer Interesse finden würden.

Los geht es am Samstag, den 9.4.2021, mit dem Saisonstart im Odenwald. Da hält der Frühling schon recht zeitig Einzug. Wir wollen Richtung „Lärmfeuer“ unterwegs sein. Diese alte „Alarmlinie“ zog sich einst vom Rhein bis nach Würzburg. Wenn Gefahren drohten, wurde aufgestapelte Holzscheite angezündet und so mit Feuer und Rauch beispielsweise vor Angreifern gewarnt. 

Am Samstag, den 7.5.2021, wollen wir noch einmal die „Schokokuss-Manufaktur“ im Vogelsberg besuchen. Dort können wir zuschauen, wie diese schaumigen Leckereien produziert werden – und natürlich auch probieren.  Für jeden Teilnehmer gibt es noch eine kleine Kiste mit Schokoküssen als Wegzehrung dazu 😉 Wir denken, dass das Interesse an diesem Termin genauso groß sein wird, wie beim ersten Mal …

Das gilt auch für unser Motorradwochenende in der Rhön. In diesem Jahr waren wir da ja den „Perseiden“ auf der Spur, Sternschnuppen am Rande der Kassiopeia. Deren Erscheinen fällt mit dem Gedenktag an den Märtyrer Laurentius zusammen, der im Jahr 258 in Rom auf einem glühenden Eisenrost zu Tode gefoltert wurde. Deshalb werden die beeindruckenden Sternschnuppen-Schwärme auch „Tränen des Laurentius“ genannt. Diesmal soll es nicht um Sterne sondern um den Mond und seine Geschichte gehen. Davon wollen wir bei einem nächtlichen Spaziergang unter fachkundiger Führung erfahren. Termin ist das Wochenende (Sa./So.) 9./10.7.2021

Hoch hinaus geht es auch am Samstag, den 27.8.2021. Da wollen wir das „Frau Holle-Land“ am Hohen Meißner für uns entdecken.

Die Abschlusstour findet am Samstag, 9.10.2021 statt. Nachdem uns das kurvenreiche Gelbbachtal in diesem Jahr richtig begeistert hat, wollen wir da bei der letzten vhs-Tour im Jahr 2022 noch einmal richtig schön Motorrad fahren.

Sobald die vhs die Termine ins Netz stellt, geben wir Dir gerne Bescheid, damit Du Dich dann gleich anmelden kannst. Die jetzige Übersicht schafft Dir Möglichkeit, die für Dich interessanten Termin schon mal im Kalender einzutragen.

Wir fanden, auch die Saison 2021 war wieder eine kurzweilige und abwechslungsreiche. Ein herzliches Dankeschön an alle, die bei der einen oder anderen Tour mit dabei waren. Es hat Spaß gemacht – wir freuen uns insofern auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. In gut sechs Monaten werden wir wieder aufs Motorrad steigen …

Fahren bis weit in die Dämmerung. Eines der tollen Erlebnisse bei der diesjährigen Saisonabschlusstour der vhs

Die Weser gibt die Richtung vor

Bei strahlendem Sonnenschein sind wir gestartet – dann kam der Nebel. Und so war die Aussicht vom Weser-Skywalk recht bescheiden, die Stimmung, die die Sonne durch die nebelverhangenen Bäume zauberte, dafür umso faszinierender. Weiter ging´s nach Bodenwerder, in die Geburtsstadt des Lügenbarons Münchhausen und am Nachmittag zu Peppers Ranch. Da wollten einige unserer Teilnehmenden gern mal mit Alpakas wandern. War ein tolles Erlebnis.

Eine kleine Zusammenfassung dieses Tages findest Du im nachfolgenden „Video“.

Weitere Berichte folgen

Gelungener Saisonabschluss

Das Weserbergland war das Ziel unseres diesjährigen Wochenendes zum Saisonabschluss. Von Freitagmittag bis Sonntagmittag waren wir eigentlich mit 16 Motorrädern unterwegs, um von Gießen aus einen kurzweiligen Stopp in Bodenwerder, dem Geburtsort des „Lügenbarons“ Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, einzulegen.

Der erste Tag führte uns von der Lahn bis kurz hinter Kassel. Wir haben das Erlebte in einem kurzen Video zusammengefasst. Weitere Infos folgen.

Die Filme zum Samstag und Sonntag folgen in Kürze …

Das Video zum zweiten Tourtag, mit Abstecher zum Weser-Skywalk und einer Alpaka-Wanderung, findest Du hier.

Auf zum „Freistaat Flaschenhals“

Es ist Ende September und die Meteorologen haben für den Samstag das schönste Herbstwetter angesagt. Eine willkommene Gelegenheit, mal wieder bis zum Sonnenuntergang Motorrad zu fahren …

Was für eine herrliche Tour, die erst mit dem Sonnenuntergang endete

Mit zehn Motorradfahrenden machen wir uns auf die Spurensuche, um den einstigen „Freistaat Flaschenhals“ zu entdecken. Der entstand nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und war vom 10. Januar 1919 bis zum 25. Februar 1923 existent.

Nach dem Waffenstillstand von Compiègne hatten Briten und Franzosen die Region zwischen Koblenz und Mainz unter sich aufgeteilt, in dem sie zwei Kreise zogen, die sich aber nicht berührten, ich überschnitten. So blieb ein schmaler Streifen zwischen dem Rheintal und Limburg ab der Lahn unbesetzt, der wegen der Lage zwischen zwei einander fast berührenden Kreisbögen die Form eines Flaschenhalses hatte.

Weitere Infos findest Du unter dem Wikipedia-Link. Ein ausführlicher Torbericht folgt in Kürze.

Freistaat Flaschenhals bei Wikipedia

Da fahren wir noch mal hin …

Im Improvisieren waren wir schon immer gut. Eigentlich wollten wir am Wochenende, vom 9. bis 11. Juli 2021, unser Sommerfest feiern. Doch Corona lässt viele zögern, sich aufs Motorrad zu setzen und mit anderen zusammen zu kommen. Also haben wir für alle, die gleichwohl Motorrad fahren wollen, kurzerhand eine attraktive Motorradtour organisiert. Ziel war das Rothaargebirge – eine tolle Region, die wir sicher nicht das letzte Mal besucht haben.

Das Reliefe-Video zeigt Dir alle Strecken, die wir am Wochenende gefahren sind. Die Links darunter führen Dich zu den jeweiligen Tagebucheinträgen. Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen 😉

Die Tagestouren im Einzelnen:

Fr., 9.7.2021: Ein Wochenende im Rothaargebirge

Sa., 10.7.2021: Strahlender Sonnenschein am Kahlen Asten

So., 11.7.2021: Bis Mittag wird das Wetter besser

Die Strecke, die wir insgesamt gefahren sind, kannst Du auch in der Karte von MapOut sehen. Rund 570 Kilometer sind wir von Freitagmittag bis Sonntagmittag unterwegs gewesen:

Grün: Freitag, rot: Samstag, blau: Sonntag

Interesse an unseren Motorradtouren? Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com und wir informieren Dich gerne. Am nächsten Wochenende geht’s zum abendlichen „Sternegucken“ in die Rhön, zwei Wochen später zur Lavendelbüte ins Elsass. Anfang September wollen wir auf ein Bier nach Pilsen und zum Saisonabschluss im Oktober ins Weserbergland – sofern uns Corona nicht einen Strich durch die Rechnung macht. Zudem steht noch eine Wochentour ins Dreiländer-Eck bei Zittau auf dem Programm und eine kurvenreiche Woche in den französisch-italienischen Alpen. Klingt alles ganz spannend, oder?

Bis Mittag wird das Wetter besser …

Es regnet, so wie angekündigt. Zwar immer weniger, aber bis zur Kaffeepause werden wir wohl mit nassen Straßen rechnen müssen. Punkt neun Uhr starten wir Richtung Heimat. „Fahren wir direkt oder wie geplant mit vielen Umwegen auf möglichst kleinen Straßen“, fragt Stefan noch, bevor es losgeht. Natürlich halten wir an der geplanten Route fest, es nieselt ja nur noch. 

Die Aussichten sind nicht wirklich prickelnd …

Nur wenig später erklimmen wir den ersten Höhenzug. Dichte Nebelschwaden ziehen wabernd über die Straße und verleihen der Szenerie etwas mystisches. Kaum sind wir wieder im Tal, reicht der Blick weit über die umliegenden Felder. Wie lassen es langsam angehen und schwingen gemütlich von einer Kurve in die nächste, immer mit dem Blick zum Himmel, ob sich nicht doch irgendwo ein Loch auftut, um die Sonne scheinen zu lassen.

Vorerst bleibt es trüb und grau. Kurz vor der geplanten Kaffeepause legen wir noch einen Fotostopp an der Quelle der Lahn ein, die in einem kleinen Teich nahe Netphen, im südöstlichen Teil des Rothaargebirges, entspringt. Nicht weit entfernt liegen auch die Quellen von Eder und Sieg. 

In diesem „Tümpel“ entspringt die Lahn.

Zwei ältere Herren schieben ihre schwer bepackten Fahrräder vom Gasthof Lahnquelle auf die Straße. Sie zeigen sich vom Wetter ähnlich unbeeindruckt wie wir. 100 Kilometer wollen sie heute fahren. Trotz Elektroantrieb eine stolze Leistung. 

Die beiden Radler zeigen sich vom Wetter ebenfalls unbeeindruckt.

Bis zur geplanten Kaffeepause ist es nun nicht mehr weit. „Hoffen wir auf gutes Wetter, denn wir können sie nur draußen bewirten“, hatte Enrico uns im Vorfeld mitgeteilt. In der Remise des Wasserschlosses Hainchen wird am Sonntagvormittag zum Brunch geladen, da sind die Plätze im Innenbereich reserviert. Dafür dürfen wir schon vor der eigentlichen Öffnungszeit kommen. „Wir müssen noch ein paar Vorbereitungen treffen, sind also da“, hieß es. Danke.

Wenig später stehen wir unter einem großen Sonnenschirm, der für uns zum Regenschirm zweckentfremdet wurde, und trinken mit Blick auf die romantische Wasserburg Kaffee.

Die Wasserburg Hainchen ist die einzige Höhenwasserburg im südwestfälischen Raum. Nahe des Rothaarsteigs gelegen, wurde sie 1290 erstmals urkundlich erwähnt und wechselte mehrfach den Besitzer. 350 Jahre lang nannte die Herren von Blicken sie ihr Eigen, in dieser Zeit erlebte das historische Bauwerk seine Blütezeit.

Wir satteln unsere Pferde und starten zur letzten Etappe, die uns ins Rolandseck nach Hasselborn, nahe Waldsolms im Lahn-Dill-Kreis führen wird. „In Frankfurt scheint die Sonne“, heißt es, als wir starten. Da kann ja nichts mehr schief gehen …

Vorbei an Dillenburg fahren wir nach Herborn, rumpeln dort durch die Altstadt und umfahren die nächste Großbaustelle bei Braunfels elegant auf Nebenwegen – dem Pfadfindergeist von Stefan sei Dank. So langsam klart der Himmel auf, auf den letzten Kilometern sind die Straßen wieder trocken.

Wir rumpeln durch die Altstadt von Herborn.

Als wir im Rolandseck in die Speisekarte schauen, ist das Gelächter groß. Wie bei unserem Start am Freitag wird eine Vielzahl an Schnitzelvariationen angeboten – und Hackbraten. Diesmal entscheidet sich Franz-Josef für den „falschen Hasen“; wieder wird ein richtiger Klopper serviert.

Gleich hinter dem Gasthof beginnt der so genannte Köhlerpfad, ein Wanderweg durchs „Grüne Loch“, der auf alte Handwerkskunst und landschaftliche Besonderheiten Bezug nimmt.

Das „grüne Loch“ lädt zum Spaziergang ein.

Wir genießen die letzte gemeinsame Rast, bevor sich unsere Wege trennen. Schön war es wieder. Das Rothaargebirge und das angrenzende Sauerland ist ein herrliches Motorradrevier. Hier waren wir sicherlich nicht das letzte Mal.

Am nächsten Wochenende geht’s zum abendlichen „Sternegucken“ in die Rhön, zwei Wochen später zur Lavendelbüte ins Elsass. Anfang September wollen wir auf ein Bier nach Pilsen und zum Saisonabschluss im Oktober ins Weserbergland – sofern uns Corona nicht einen Strich durch die Rechnung macht. 

Wir sehen uns sicher bald wieder 😉

Die Strecke, die wir am Sonntag auf dem Weg nach Hause gefahren sind, kannst Du auf der Landkarte von MapOut nachvollziehen, die Route selbst siehst Du, mit ein paar Bildern, im Reliefe-Video.

Das Reliefe-Video zeigt Dir links oben auch den Höhenverlauf der Strecke.

Hier haben wir Pause gemacht:

Sonntag / Kaffeepause

Remise an der Wasserburg
Schloßstr. 19
57250 Nephten-Hainchen

Tel. 02737 2295550

Sonntag / Mittagessen

Rolandseck
Fürst-Waldrad-Str. 23
35647 Waldsolms / Hasselborn

Tel. 06085 3046

Mehr Infos zu dieser und allen anderen Touren gibt es gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com

Strahlender Sonnenschein am Kahlen Asten

Es verspricht ein toller Tag zu werden 😉

Was für ein herrlicher Morgen. So langsam vertreibt die Sonne die Nebelschwaden, die über dem Latroptal hängen. Der Wetterbericht stimmt uns zuversichtlich, heute soll es trocken bleiben. Das erste Ziel ist der „Kahle Asten“, auf dessen Gipfel wir im Turmrestaurant unsere vormittägliche Kaffeepause einlegen wollen.

Der „Kahle Asten“ ist mit 841,9 Metern der zweithöchste Berg in Nordrhein-Westfalen. 1,3 Meter höher ist mit 843,2 Metern nur der Langenberg. Auf dessen Gipfel führen allerdings keine Straßen. 

Eigentlich wollen wir einen weiten Bogen nach Norden, bis Olsberg, schlagen, doch eine Großbaustelle bei Bad Fredeburg vereitelt unseren Plan. Nach zwei vergeblichen Versuchen ein „Schlupfloch“ zu finden, müssen wir eine komplett neue Route suchen, denn die ausgeschilderte Umleitung kostet Zeit. Damit ist die mühsam ausgetüftelte Route für den Vormittag Makulatur; Stefan übt sich als Tourguide wieder erfolgreich im Improvisieren. Wie ursprünglich geplant rollen wir um 10:40 Uhr am Parkplatz auf dem Gipfelplateau aus; gut gemacht.

Blauer Himmel, Sonnenschein – das ist am Kahlen Asten eher die Ausnahme. Der Berg gehört mit knapp 1.400 Sonnenstunden im Jahr zu den sonnenscheinärmsten Orten im Jahr. Wir hingegen haben Glück, das Wetter passt.

Eigentlich öffnet das Lokal am Astenturm erst um 11 Uhr. „Ihr kriegt gerne schon vorher einen Kaffee, wenn Ihr früher da seid“, hatte uns der neue Wirt Emilian auf Anfrage mitgeteilt. Und so nehmen wir auf den dunklen Holzbänken Platz und genießen diesen exklusiven Service. Danke.

Wir blicken auf eine karge Hochheide und genießen die Aussicht. Über den Gipfel verläuft die Rhein-Weser-Wasserscheide. Das Wasser der Lenne, die hier entspringt, fließt Richtung Westen durch die Ruhr in den Rhein, das Wasser des am Südhang gelegenen Oderborn über die Eder und Fulda in die Weser.

Unser nächstes Ziel ist der Edersee. Bei unserem letzten Besuch war der mächtige Stausee fast trocken gefallen; jetzt ist er wieder randvoll mit Wasser. Die Zahl der Motorradfahrer nimmt deutlich zu, je näher wir dem, gemessen an den 11,8 Quadratkilometern Wasseroberfläche zweitgrößten Stausee Deutschlands kommen. Zum „Schaulaufen“ am Ufer haben wir keine Lust, zumal die Höchstgeschwindigkeit mit maximal 30 km/h drastisch beschränkt ist. 

Gleichwohl genießen wir die Anfahrt an den nordwestlichen Zipfel, ist im Gasthaus „Appelbaum“ nahe Vöhl doch der Mittagstisch für uns gedeckt. Wir sitzen im idyllischen Garten und studieren die Speisekarte. Der französische Ziegenkäse, der im heißen Gusspfännchen gegrillt und mit Kirschtomaten dekoriert wird, findet unseren Zuspruch, ebenso die hausgemachte Gemüseterrine mit Basilikumnudeln – einfach lecker.

Der Rhabarberkuchen, der liebevoll im holzbeheizten Steinofen gebacken und auf großen Blechen in die Küche getragen wird, ist „leider“ für die Kaffeetafel am Nachmittag gedacht. Ein Stückchen hätten wir wohl zum Nachtisch noch geschafft …

Wir treten den Rückweg an, queren die Eder, die sich linker Hand zu dem gewaltigen See aufstaut und eiern auf den nächsten Kilometern kurvenreich bergan erst einmal einer Harley-Gruppe hinterher. In wilden Bögen geht es nach Lichtenfeld, Frankenberg, Dreislar und vorbei an Hallenberg nach Liesen. Unterwegs legen wir noch einen Tankstopp ein, macht sich bei dem einen oder anderen schon ein wenig Nervosität breit …

Einmal am Tag: bitte volltanken.

Schon allein der selbstgebackenen Kuchen wegen lohnt ein Stopp im Gasthof Liesetal. Wir sitzen auf der Terrasse und können uns zwischen Aprikosen-Schmand-, Mohn- oder Himbeerkuchen kaum entscheiden. Alles sehr lecker in dieser ländlichen Idylle. Hinter dem Haus stehen ein paar Kühe auf der Weide und muhen gelegentlich laut und wohl auch ein wenig neidisch. Einfach herrlich.

Auf dem Weg zurück zum Hotel wollen wir noch für einen Fotostopp an der Quelle der Ruhr halten. Vom Parkplatz aus sind es nur wenige Meter. Der Weg ist schlecht ausgeschildert, aber dank der App „Map Out“ finden wir sicher unser Ziel – und „überqueren“ dabei den Verlauf der Ruhr auf ihren ersten hundert Metern. 

Die eigentliche Quelle liegt etwas versteckt im Wald, auf 666,5 Metern Höhe. Aus einem aus dem Waldboden ragenden Plastikrohr plätschert ein müdes Rinnsaal, aus dem einmal ein mächtiger Fluss werden soll. Wenige Meter darunter ist die Ruhr in Stein gefasst und mit einer Gedenktafel versehen. Im Durchschnitt sollen hier 2.500 Liter Wasser in der Stunde fließen, 0,7 Liter in der Sekunde – wir hatten den Eindruck, es war deutlich weniger. 

Die Ruhr selbst ist ein 219,3 Kilometer langer Nebenfluss des Rheins, der heute vornehmlich der Trink- und Brauchwasserversorgung des Ruhrgebiets dient. Im 19. Jahrhundert war das anders, da galt der Fluss als eine der meistbefahrenen Wasserstraßen Deutschlands. Bei Duisburg-Ruhrort mündet die Ruhr in den Rhein; zwischenzeitlich werden nur noch die letzen zwölf Kilometer, ab dem Mühlheimer Rhein-Ruhr-Hafen, für die Schifffahrt genutzt. 

Auf der Rückfahrt zum Hotel geht es mitten durch den Weihnachtswald. Der Baum zum Fest wird rund um Schmallenberg im großen Stil angepflanzt und, sobald er die entsprechende Größe hat, gefällt und in ganz Deutschland verkauft. Der Borkenkäfer scheint dem weihnachtlichen Grün nichts anhaben zu können. Die Kiefer aber stirbt. 

„Mittlerweile holen wir Waldarbeiter aus Finnland, weil wir nicht mehr genügend eigene Leute haben, die erkrankte Bäume fällen und das tote Holz aus dem Wald bringen können“, ereifert sich am Abend ein freundlicher Sauerlönder am Nachbartisch. „Und eigene Sägewerke, um das Holz verarbeiten zu können, haben wir auch kaum noch; brauchten wir ja alles nicht mehr“, schimpft er. Statt dessen würden die Baumstämme nach China verkauft, dort klein gesägt und dann für teuer Geld wieder nach Deutschland exportiert. Das sei doch verrückt. Da mögen wir nicht widersprechen.

Angesichts des herrlich warmen Sommerabends verlegen wir das Abendessen wenig später nach draußen. Mit einem kühlem Bier stoßen wir auf den herrlichen Tag an und lassen uns überraschen, was die Küche heute bietet. Schweinelendchen in Pfefferrahmsoße werden aufgetischt und Boef Stroganoff mit Kroketten, die heiß begehrt sind. Noch lange sitzen wir zusammen und genießen die gemeinsame Zeit. Morgen geht es schon wieder nach Hause.

Viel zu früh geht ein schöner Tag zu Ende. Noch lange sitzen wir zusammen und genießen einen herrlichen Sonnenuntergang.

Ein schöner Tag geht mit einem schönen Sonnenuntergang zu Ende.

Die gefahren Strecke kannst Du in der Landkarte von MapOut nachverfolgen, die Route selbst haben wir mit ein paar Bildern in ein Reliefe-Video hochgeladen.

Hier haben wir Pause gemacht beziehungsweise übernachtet:

Samstag / Kaffeepause

Bergresort Hochsauerland
Astenturm 1
59955 Winterberg

Tel.: 02981 8960


Samstag / Mittagessen

Landhaus Appelbaum
Basdorfer Straße 12
34516 Vöhl

Tel.: 05635 9930110


Samstag / Kuchenpause

Landhaus Liesetal
Liesetal 9
59969 Hallenberg-Liesen

Tel.: 02984 92120

Übernachtung Fr-So

Gasthof Röhrig
Hauptstr. 25
57392 Schmallenberg

Tel.: 02972 6369

Gasthof Hubertus 
Latroperstr. 24
57392 Schmallenberg-Fleckenberg

Tel. 02972 1731

Fragen zu dieser und allen anderen Touren, die wir anbieten, beantworten wir gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com