Monatsarchiv: Februar 2015

Ach, wenn es nur doch schon Frühjahr wäre

Das Alpenvorland zieht an mir vorbei – und damit Berge, die zu herrlichen Motorradtouren einladen würden. Ich sitze im Zug nach Kochel am See und wünsche mir meine BMW herbei – vor allem aber besseres Wetter. Draußen liegt Schnee und es ist bitterkalt. Vielleicht sollte ich mir doch endlich mal ein Gespann kaufen – nicht nur für knackige Wintertouren …

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Vor einem solchen Panorama mal Motorrad fahren – warum eigentlich nicht?

Das fängt ja gut an

Der Termin in der Werkstatt war längst schon vereinbart: Reifenwechsel, Ventile einstellen, frisches Öl. Da die G/S offiziell erst im März wieder auf die Straße darf, wurde das gute Stück am Mittwoch kurzerhand in den Ducato geschoben. Einmal verzurren, Tür zu – fertig.

Von wegen. Der Reifen hinten links am Transporter schien irgendwie zu wenig Luft zu haben. Tatsächlich, das Manometer zeigte kärgliche 0,5 bar. Kann ein Autoreifen im Stehen so viel Luft verlieren, frage ich mich und packe den kleinen Kompressor aus. Es dauert gut 10 Minuten, bis der Reifen wieder seine geforderten 4,5 bar hat. Erstaunlich, was so eine kleine Pumpe zu leisten vermag.

Beim Aufschrauben der Verschlusskappe ein verräterisches Zischen. Ich bewege das Ventil leicht hin und her – tatsächlich, der Ventilschaft scheint eingerissen. Das hatte ich vor gut einem Jahr schon mal, damals auf der rechten Seite. Merkwürdig, oder?

Ein kurzer Anruf bei der Werkstatt – ein Austausch des Ventils ist kurzfristig möglich. „Kommen Sie am Freitag gleich um 7:20 Uhr vorbei, dann können Sie darauf warten“, sagt mir die Servicekraft. Danke.

Also schäle ich mich zwei Tage später um 6 Uhr aus den Federn und stehe um zehn vor sieben frisch geduscht auf der Straße. Glücklicherweise arbeitet der Kompressor relativ leise, so dass ich bis zum losfahren noch mal 5 bar Luftdruck durchs poröse Ventil kriege. Wenn ich jetzt zügig durchkomme und die fünf Ampeln bis zur Werkstatt auf Grün stehen, sollte der Druckverlust noch nicht so gravierend sein, dass ich Schäden an der Karkasse befürchten muss – das ist zumindest der Plan.

Und der ging auf. Gut 5 Minuten später rolle ich auf den Hof der Werkstatt und messe gleich noch mal Luftdruck: 3,8 bar zeigt das Manometer. Das ist gerade noch so im vertretbaren Bereich.

Eine dreiviertel Stunde später ist die Welt wieder in Ordnung. Das Ventil ist gewechselt und der Ducato rollt gen Mömmlingen. Axel von „Zweirad Norten“ wartet schon darauf mein Schätzchen unter seine Fittiche zu nehmen. Der alte Boxer war auf den letzten Touren irgendwie ein wenig schwach auf der Brust. „Den stellen wir vor der Inspektion mal bei uns auf den Prüfstand“, hatte Axel angeboten. Jetzt bin ich gespannt …

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Mit Wagenheber und Schraubschlüssel wurde dem Ducato zu Leibe gerückt. Jetzt fährt er wieder prima.

Alles auf Anfang

Eigentlich war die Septembertour, die uns in die Alpen führen wird, schon so gut wie geplant. In google-maps waren die einzelnen Etappen grob geplant, die ersten Hotels schon angefragt und zum Teil bereits optioniert. Jetzt sollte es an die Feinplanung gehen.

Dabei stellte sich plötzlich heraus: Das gebuchte Hotel nahe der ligurischen Grenzkammstraße teilte mit Bedauern mit, dass leider der Kalender durcheinander geraten sei und just an den beiden Tagen, an denen wir kommen wollten, schon eine andere Gruppe da wäre. Aber unten an der Küste, da würden wir sicher noch was Passendes finden. Nur: da wollen wir nicht hin.

Da wir mit drei Gruppen unterwegs sein werden (zwei auf der Straße, eine zum Enduro wandern) brauchen wir Hotels mit mindestens 20 freien Zimmern. Und die sind außerhalb von großen Städten nur selten zu finden.

Auf der Suche nach einer Alternative passte dann der ganze Routenplan nicht mehr. Also: alles auf Anfang und die gesamte Tour noch mal komplett neu geplant. Nach einem Wochenende intensiven Kartenstudiums passt wieder alles – und eigentlich noch besser als vorher. Zwei Hotelzusagen fehlen noch, dann ist die Tour wieder rund.

Prima, dann die Nachfrage gerade nach dieser Reise – die uns vom 12.9. bis 20.9.2015 ins französisch-italienische Grenzgebiet führen wird – ist riesig: sowohl für die Pässetour, wie auch fürs Enduro wandern, sind jeweils nur noch zwei Plätze frei

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Während sich der Großteil unserer Gruppe auf famosen Alpenpässen „austoben“ wird, wollen wir mit einer Handvoll Enduristen lieber zahlreiche Schotterwege unter die Stollenreifen nehmen.