Archiv der Kategorie: vhs Motorradtouren 2018

Segway statt Motorrad fahren

Die zweite vhs-Motorradtour dieses Jahres führt uns nach Wetzlar. Nachdem wir im Juni den Baumwipfelpfad am Edersee erkundet hatten, wollen wir diesmal das Motorrad mit dem Segway tauschen und damit an einer Stadtführung teilnehmen.

Ja näher der Starttermin rückt, umso größer werden die Teilnehmerzahlen, was noch am Freitag und Samstag zahlreiche Telefonate zur Folge hat. So nach dem Motto: es sind noch zwei Teilnehmer dazu gekommen, hättest Du vielleicht noch zwei Segway? Am Ende zählt unsere Gruppe 20 Teilnehmer, 16 davon wollten Segway fahren – und alle haben einen bekommen.

Gestartet sind wir, wie so oft, um 9 Uhr ab der vhs in Hofheim. Da ich schon eine halbe Stunde früher da war, blieb noch Zeit für einen Kaffee von nahegelegenen Edeka.

So langsam füllte sich der Parkplatz. Für so manchen war es ein freudiges Wiedersehen. Kurz vor neun waren alle da – bis auf Silvi und Lothar, die wir bei der ersten Kaffeepause auflesen wollten.

Angesichts des großen Zuspruchs teilen wir uns in zwei Gruppen auf, Stefan übernahm die Führung, wir rollten das Feld von hinten auf 😉

Auf möglichst kleinen, kurvenreichen Straßen ging es über die Ausläufer des Taunus Richtung Nordhessen. Es ist immer wieder schön zu „erfahren“, welche attraktive Regionen Deutschland uns Motorradfahrern bietet. Nach gut eineinhalb Stunden Fahrt war es Zeit für eine Pause; eine kleine Eisdiele hatten wir als Etappenziel auserkoren.

Nach einer ausgiebigen Rast führte uns die Route nördlichen von Wetzlar. Doch zunächst müssten wir eine unfreiwillige Pause einlegen. An einem kleinen Bahnübergang warteten wir eine gute viertel Stunde an einer geschlossenen Bahnschranke, um insgesamt vier Züge passieren zu lassen.

Das „Keltentor“, mit herrlicher Aussicht, war das Ziel unsere Mittagsrast. Hier wollten wir uns noch einmal stärken, bevor wir uns ins Abenteuer des Segway fahrens stürzen. Unter Sonnenschirmen auf der Terrasse sitzend, die Motorräder in Sichtweise, studierten wir die ansprechende Speisekarten. Eine besondere Empfehlung: das „Hessenschnitzel, gefüllt mit Rahm, Lauch und gebratenem Speck – sehr lecker.

Zwanzig Minuten später stellen wir unsere Motorräder am e-werk ab. Nach einer kurzen Einweisung machen wir uns mit den Segways vertraut: am Lenker einschalten, aufs Trittbrett schauen, leuchten dort fünf rote Dioden, ist alles in Ordnung. Dann mit dem Fuß aufs Trittbrett tippen, leuchten dann fünf grüne Dioden auf, ist der „Stabilisierungsmodus“ aktiviert und es kann losgehen.

„Jetzt bitte nicht den Lenker anfassen, sondern nur das Halterohr“, schärft uns Mario ein. Mit beiden Füßen auf den Segway steigen, das Gleichgewicht halten und erst dann die Hände an den Lenker nehmen. Und schon geht’s los.

Anfangs noch etwas mühsam und wackelig. Wird das Gewicht nach vorne verlagert, fährt der Segway nach vorne, wird das Gewicht nach hinten verlagert, bremst der Segway ab – oder fährt rückwärts. Und da gilt es erst einmal die Balance zu finden – was anfangs gar nicht so einfach ist.

Gelenkt wird, indem die Lenkstange nach links oder rechts geschoben wird. Bei einem Stopp sollte der Segway durch Körperbewegungen so austariert werden, dass er auf der Stelle stehen bleibt – was er meistens nicht tut. Die Fortbewegung damit bleibt eine Herausforderung.

Hinzu kommt, dass die hochkomplexe Elektronik bemüht ist, die Plattform auf der man steht, immer in der waagerechten zu halten. Sprich: das Ding ist ständig in Bewegung. Und bremst unterwegs bei mehr als 20 km/h automatisch ab, indem die Lenkstange nach hinten geschoben wird. Da muss man sich erste einmal dran gewöhnen …

Gleichwohl stellen wir uns der Herausforderung und starten nach einer kurzen Übungseinheit zur Stadtrundfahrt durch Wetzlar. Es geht durch die malerische Altstadt, wir fahren entlang der Lahn, über schmale Brücken und holperiges Kopfsteinpflaster. Mit unseren insgesamt 18 Segways ziehen wir häufig die Aufmerksamkeit der Passanten auf uns.

Nach einer Passage durch den Wald – auf unbefestigten Wegen – legen wir auf einer großen Wiese ein kleine Pause ein. Aufgrund der ungewohnten Körperhaltung ist das Fahren mit dem Segway doch etwas anstrengend – macht aber Spaß.

Länger als geplant sind wir auf diesem Zweirad unterwegs. Noch einmal geht es entlang der Lahn durch einen wunderschönen Park zurück zum e-werk.

Es ist schon fast halb sieben, als wir die Heimfahrt antreten – natürlich, wie geplant, auf kleinen Nebenstraßen. Unterwegs lichten sich die Reihen. Wer immer seinem zu Hause nahe kommt, biegt links oder rechts ab.

Zum Schluss sind wir noch fünf, die auf einem kleinen Parkplatz ausrollen, um Tschüss zu sagen. Schön war sie, auch diese vhs-Tagestour. Im August fahren wir zur Geierlay, der atemberaubenden Hängebrücke im Hunsrück. Mehr Infos dazu auf der Homepage der vhs des Main-Taunus-Kreises: Hier ist der Link.

 

Die letzte Etappe

Unsere Flussreise entlang der Fulda neigt sich dem Ende zu – es geht wieder nach Hause. Am Frühstückstisch sitzend, blicken wir auf die Fulda und damit auch nach Niedersachsen, stellt die Flussmitte nahe Kassel doch die Ländergrenzen dar.

Es ist gegen 9 Uhr, als wir zur letzten Etappe aufbrechen. In einem weiten Bogen umfahren wir die Stadt der documenta, um in Bad Zwesten den ersten Kaffeestopp einlegen zu können.

Gut 75 Kilometer sind wir im Norden Hessens unterwegs, dann klappen die Seitenständer aus: Kaffeepause. Der „Schwälmer Brotladen“ in Bad Zwesten weiß mit einer reichhaltigen Kuchentheke zu begeistern; wir hingegen begnügen uns mit dem „Kleinen Franzosen“ zum zweiten Frühstück – einem Milchcafe mit Croissant.

Weiter geht’s auf kurvenreichen Nebenstrecken Richtung Fernwald. Das „Reiskirchener Deieck“ umfahrend, freuen wir uns, nicht auf sondern neben der Autobahn unterwegs zu sein, deren Staus im Radio schon traurige Berühmtheit erlangt haben. Das Ziel ist die „Goldene Aue“, wo wir uns zum Mittagessen angekündigt haben.

Erst wird die Speisekarte im Schaukasten inspiziert, dann die Landkarte – plant der eine oder andere doch nach dem Mittagessen die individuelle Heimreise.

An kleinen Tischen, direkt neben den Motorrädern sitzend, geben wir unsere Bestellung auf und freuen uns aufs Essen. „Himmel & Erde“ beispielsweise war sehr lecker.

Weitere 75 Kilometer später sind wir in Eppstein. Hoch oben am Kaisertempel legen wir die letzte Pause ein.

Noch einmal trinken wir Kaffee zusammen, dann trennen sich unsere Wege.

Schön war es, das lange Wochenende und sicher nicht die letzte Flussreise, die wir mit dem Motorrad unternommen haben.

Mehr Infos zur Tour und den weitern Überlegungen bitte per Mail erfragen unter kurvenfieber@mac.com

Geschichten entlang der Fulda

Der erhoffte Sonnenaufgang war uns heute nicht vergönnt, dazu war der Himmel leider zu bedeckt. Zum Motorradfahren aber war das Wetter ideal.

Kurz nach 9 Uhr starteten wir heutigen Etappe – die uns gut 200 Kilometer lang links und rechts entlang der Fulda führen sollte. In Ried erhaschen wir im Vorbeifahren einen Blick auf eine des besterhaltenen Wehrkirchen im Landkreis Fulda; in Lütter ist es der Wehrfriedhof, der einst Schutz bei Überfällen bot. Dass man dabei die eine oder andere Nacht hinter dicken Mauern bei den Verstorbenen verbringen musste, ist auch heute noch ein gruseliger Gedanke …

In Bronzell standen sich am 8. November 1850 bayerisch-österreichische und preußische Truppen gegenüber. Die Preußen hatten den Aufstand geprobt, am Ende aber den militärischen Konflikt gescheut. Nur ein Schimmel kam zu Tode und ein Schuh ging verloren. Kaum zu glauben, wenn man heute durch den Ort fährt.

Auf einer malerischen Steinbrücke überqueren wir wenig später bei Kohlhaus die Fulda. Im Mittelalter kreuzten sich hier die berühmte Handelsstraße „via regia“ und der alte „Ortesweg“.

Fulda umfahren wir weiträumig. Dass in der Domstadt um das Jahr 1600 mehr als 300 Hexen und Hexenmeister gefoltert und hingerichtet wurde, ist fast schon in Vergessenheit geraten.

Hinter Frauenrombach ist die Brücke über die Fulda wegen Bauarbeiten gesperrt. Das zwingt uns zu einem Umweg über Schlitz. Zum Glück für Hans, dessen alter Boxer so langsam eine Tankstelle braucht.

Auch in der Geschichte von Mengshausen gibt es ein dunkles Kapitel: Kurz nach dem Siebenjährigen Krieg waren zwei Marketender im Wirtshaus von Kerspenhausen eingekehrt. Beide waren durch die Versorgung von Verletzten und die Verpflegung der Truppen reich geworden. Das weckte die Missgunst von drei Ortsansässigen, die sich fadenscheinig anboten, den Fremden den Weg gen Süden zu zeigen. Tatsächlich brachten sie die beiden auf der Anhöhe der Mengshäuser Kuppe um und raubten sie aus. Doch das gestohlene Geld brachte ihnen kein Glück. An die Missetat erinnert im Wald der „Franzosenstein“. Und noch heute rufen die Seelen der Verstorbenen „Mon Dieu, Mon Dieu – pourquoi m’as-tu-abandonné – Mein Gott, Mein Gott – warum hast Du mich verlassen“, wenn starke Herbststürme über die Gipfel fegen.

Unser Weg entlang der Fulda führt uns auch durch Baiershausen. Versteckt im Wald findet sich das Lager Pfaffenwald und – nicht weit davon entfernt – ein Friedhof. Zum Bau der „Asbachtalbrücke“ an der einstigen Reichsautobahn 4 waren 1838 Zwangsarbeiter eingesetzt worden, die im Lager lebten und auf dem Friedhof bestattet wurden, wenn sie der Strapazen erlagen.

In Asbach machen wir im Gasthof Herzog Halt und damit einen Kaffeestopp.

Bad Hersfeld umfahren wir im Anschuss weiträumig. Von nun an ist die Fulda schiffbar gewesen.

Bald drauf is Breitenbach erreicht, ein schon im Mittelalter bedeutender Ort, gab es hier doch eine Furt durch die Fulda. 1760, 1775 und 1860 wurde der Fluß bei Breitenbach mehrfach begradigt. Davon konnte das Flößergewerbe profitieren, das um 1809 einen deutlich Aufschwung erlegte. Aus Thüringen stammendes Holz wurde zu Brettern verarbeitet, in Breitenbach zu Flößen zusammengebunden und in 35 Stunden über 80 Kilometer weit bis nach Fulda transportiert.

Die Chronik von Lüdersdorf, dem nächsten Ort, ist zu entnehmen, das 1627 hier noch 17 Einwohner lebten. 1639 aber nur noch drei Männer und eine Kuh. Tillys Truppen hatten den Ort im 30jährigen Krieg verwüstet, weil die Bewohner, wie auch die von Breitenbach, immer wieder Überfälle auf dessen Soldaten verübt hatten.

In Melsungen legen wir einen Stopp an der mächtigen „Bartenwetzerbrücke“ ein. Früher hatten hier die Holzfäller ihre Klingen (Barten) am Sandstein geschärft – die Spuren sind noch heute sichtbar.

So langsam wird es Zeit für die Mittagsrast, die wir in Büchenwerra einlegen wollen. Hier wechselt die Fulda in zwei Schleifen gleich zweimal ihre Fließrichtung.

Früher führt nur ein klappriger hölzerner Steeg über den Fluss, ans andere Ufer, wo die Bauern ihre Felder hatten. Heute weist ein Schild zur Autobahn – hier am A…. der Welt – den kürzesten Weg zur A7. Verrückt.

Wir genießen den malerischen Ausblick auf den Fluss, schauen uns alte Bilder von der historischen Dorfansicht an und essen herzhaft zu Mittag. Im Angebot des Gasthaus Hartung ist „Ahle Wurscht“.

Vorbei am Kloster Breitenau fahrend, das in seiner wechselvollen Geschichte 1871 – während des deutsch-französischen Krieges – 750 französische Kriegsgefangene beherberge, dann Besserungsanstalt war und während des Zweiten Weltkriegs dann KZ, verlassen wir die Fulda fürs erste, weil wir einen weiten Bogen um Kassel schlagen wollen.

Erst in Hann. Münden treffen wir wieder auf den Fluss und sind damit auch am eigentlichen Ziel unserer Reise angelangt. Am Gasthof „Zum Wesertein“ stellen wir die Motorräder ab und gönnen uns erst mal ein kaltes Eis mit heißen Himbeeren zur Erfrischung.

Dann geht es zu Fuß weiter zum „Weserstein“. An der Altstadt von Hann. Münden vorbei fließend, vereinigt sich die Fulda wenig später mit der Werra und wird so zur Weser, die gut 300 Kilometer später bei Bremerhaven in die Nordsee fließt.

Auf den letzten Kilometern des Tages fahren wir „gegen den Strom“ – von der Mündung ein kleines Stück zurück in Richtung Quelle.

War die Fulda bei Büchenwerra noch ein kleiner, malerischer Fluss, ist sie jetzt schon fast ein breiter Strom geworden. Zahlreiche Zuflüsse und Staustufen haben sie ordentlich anschwellen lassen – Tribut an die Schiffbarkeit.

Direkt am Flussufer schlagen wir unser „Nachtlager“ auf und verbringen im Hotel „Rote Kater und Schwarze Katze“ einen angenehm lauen Sommerabend.

Bis tief in die Nacht sitzen wir an der Fulda und schauen zu, wie es so langsam Nacht wird. Wenn man sich überlegt, was sich am Ufer des Flusses im Laufe der Jahrhunderte so alles zugetragen hat – eigentlich unglaublich.

Morgen treten wir den Heimweg an. In drei Etappen geht es zurück in Richtung Frankfurt. Besichtigungen sind da nicht mehr eingeplant.

Ein Tag in der Rhön

Wie wäre es mal mit Flussgeschichten? Dem Lauf eines Gewässers folgen, von der Quelle bis zur Mündung. Motorrad fahren, mit einem klaren Ziel vor Augen: erfahren – im wahrsten Sinne des Wortes – was sich an Geschichte links und rechts des Ufers so zugetragen hat. Eine spannende Idee, nicht wahr?

Die Fulda ist das Ziel der ersten dieser Reisen. Gut 220 Kilometer lang, bietet sie sich für ein langes Wochenende geradezu an. Und so treffen wir uns am Freitagvormittag in Schlüchtern, um gemeinsam eine „Reise durch die Zeit“ anzutreten.

In Eichenzell treffen wir wenig später zum ersten Mal auf die Fulda, die sich häufig hinter hohen Böschungen versteckt. „Weckfresser“ wurden die Einwohner früher genannt. In einer Zeit, in der man sich oft von tage-altem trockenen Brot ernähren musste, waren Feiertage immer etwas ganz besonderes. Da wurden frische Weck gebacken, die am Ende einer Prozession ausgegeben wurden. Meist waren die Eichenzeller die ersten oben an der Kirche auf dem Florenberg, so dass die Bewohner der umliegenden Gemeinden oft leer ausgingen. „Weckfresser“ wurden sie deshalb geschimpft.

Wir fahren ein paar Kilometer auf der B 279. Im Wald hinter dem Parkplatz rechterhand verbirgt sich die Ruine eines alten Wachtturm. Acht bis neun gab es davon früher einmal rund um Fulda. Beobachtet wurden von hier die Tiere auf dem Feld, aber auch die Früchte auf den Feldern – es sollte ja nichts wegkommen.

Der Verlauf der B 279 entspricht auf diesem Teilstücke – nahe Rothemann – übrigens recht exakt dem ursprünglichen Verlauf der alten Handelsstraße von Hammelburg über Brückenau nach Fulda.

Bald darauf ist Schachern erreicht. Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte die kleine Ortschaft zum „Buchschen Quartier“ – einem reichsfreien Ritterkanton mit eigener Gerichtsbarkeit. Kleinere Vergehen wie Diebstähle oder Beleidigungen wurden eigenständig verhandelt.

1806 annektierte Napoleon Bonaparte Schachern. Der eigentliche Regent, Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau, war mit einer 1.000 Mann starken preußischen Division in die Schlacht von Jena gezogen – und hatte kapituliert. Daraufhin nahm Napoleon die Ländereien des Fürsten in Besitz.

Die Mittagspause legen wir an einem idyllischen Plätzchen unterhalb der Wasserkuppe ein. Die Berghütte Guckai am gleichnamigen See ist das Ziel. Ein kurzer Fußmarsch vom ausgewiesenen Motorradparkplatz ist erforderlich; das letzte Stück des Weges unterliegt einen Fahrverbot.

„Haltet Euch besser dran, die Polizei kontrolliert hier oft und dann gibt es Ärger“, warnt uns ein netter Spaziergänger mit Hund. Also „gönnen“ wir uns einen kleinen Spaziergang, der uns direkt am malerischen Guckai-See vorbei führt – dem einigen Naturbadesee in der hessischen Rhön.

Auf der Terrasse sitzend, genießen wir die herrliche Ruhe – die an sonnigen Wochenenden hier ganz bestimmt nicht zu finden sein wird – und unser leckeres Mittagessen: beispielsweise feine Spinatknödel an herzhafter Gorgonzola-Sauce.

In einem weiten Bogen Richtung Norden fahrend, wird Tann in der Rhön Ziel der nachmittäglichen Kaffeepause sein. Mehrfach wechseln wir auf dem Weg dorthin zwischen Hessen und Thüringen – und damit zwischen der ehemaligen Grenze zwischen Deutschland Ost und Deutschland West.

Einen kurzen Stopp legen wir bei „Point Alpha“ ein. Heute besuchenswerte Gedenkstätte, standen sich hier einst NATO und Warschauer Pakt in Sichtweite gegenüber.

Auf kleinen kurvenreichen Straßen geht es weiter Richtung Tann, zum „Eiscafé Royal“, direkt am Marktplatz. Eine ältere Dame interessiert sich für unsere Motorräder. Wir kommen ins Gespräch. „Früher seien sie ja auch Motorrad gefahren“, erzählt fast ein wenig verlegen. Ihr Mann, der habe eine 250er BMW besessen – dass sei damals ein richtig großes Motorrad gewesen. Aber wenn sie sich unsere Maschinen heute anschauen würde …

Wir stärken uns mit Espresso oder Eisbechern und genießen die kleine Pause, bevor wir zur letzten Etappe des Tages aufbrechen – dem eigentlichen Beginn unserer kurzweiligen Reise: wir fahren zur Fuldaquelle, die unterhalb der Wasserkuppe entspringt.

Was uns hier in Stein gefasst entgegen sprudelt, ist streng genommen nicht die Quelle der Fulda. Die entspringt etwas weiter oberhalb, in der Nähe des Parkplatzes.

Kurz darauf erreichen wir den Gasthof Ebersburg – und werden schon erwartet 😉

Nach dem gemeinsamen Abendessen geht es dann bald ins Bett, morgen wartet ein weiterer spannender Tag auf uns.

Baumwipfelpfad – 30 Meter über Grund

IMG_E5151

Bis spät in den Abend waren wir unterwegs

Was für ein toller Tag. Bei herrlichstem Wetter ging es hoch an den Edersee und mit den letzten Sonnenstrahlen sind wir wieder zu Hause eingetroffen. 420 Kilometer standen am Ende auf der Uhr – und jeden davon haben wir genossen.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder viele schöne Motorradtouren, die von der vhs des Main-Taunus-Kreises angeboten werden; für alle, die vornehmlich auf kleinen Nebenwegen die unterschiedlichsten Regionen Deutschlands neu entdecken und das zusammen mit anderen netten Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern tun wollen.

IMG_4970

Treffpunkt an der Raststätte Wetterau

Diesmal ging es in den Norden von Hessen; der Edersee ist das das Ziel. Wir starten mit 14 Maschinen und insgesamt 17 Personen von der Raststätte Wetterau. Gut 20 Minuten Autobahn „gönnen“ wir uns, um ein wenig vorwärts zu kommen. Doch schon ab der Ausfahrt „Fernwald“ stehen nur noch kleine Landstraßen auf dem Programm. Kurvenreich schlängen wir uns in zwei Gruppen durch eine herrliche Landschaft,

IMG_4986

Gemeinsam unbekannte Regionen entdecken

Die erste Pause legen wir nach knapp 80 Kilometer Fahrt in Gemünden (Wohra) ein. Im „Hessischen Hof“ sitzen wir auf der überdachten Terrasse zusammen und genießen eine Tasse frischen Kaffee oder ein kühles Wasser.

Hessischer Hof
Steinweg 1
35285 Gemünden (Wohra)
Tel. (06453) 356
http://www.hessischer-hof-gemuenden.de

Noch einmal schlängeln wir uns auf kleinen Nebenstraßen – vorbei am Kloster Hanna – immer weiter Richtung Norden und erreichen gut 45 Minuten später die Ausläufer des Edersees. Dieser ist mit knapp zwölf Quadratkilometern Wasseroberfläche und mit fast 200 Millionen Kubikmetern Stauraum der flächenmäßig zweit- und volumenmäßig der drittgrößte Stausee in Deutschland.

1908 wurde mit dem Bau der Staumauer begonnen, im August 1911 schaute Kaiser Wilhelm II vorbei und unterstrich so die strategische Bedeutung des Bauwerks, das zur Wasserstandsregulierung auf der Weser errichtet wurde. Auch bei der offiziellen Eröffnung, am 14. August 1914, sollte der Kaiser dabei sein – da war jedoch schon der erste Weltkrieg ausgebrochen.

Im Zweiten Weltkrieg erlangte der Stausee traurige Berühmtheit als britische Bomber Rollbomben abwarfen und so ein riesiges Loch in die Staumauer sprengten. Eine bis zu acht Meter hohe Flutwelle ergoss sich daraufhin ins Edertal, 47 bis 68 Menschen starben – da gibt es unterschiedliche Angaben.

Erzählt wird diese Geschichte im Sperrmauermuseum, an dem uns unser Weg vorbei Richtung Baumwipfelpfad führt. Auch an dem auf dem Kopf stehenden Haus – eine kuriose Touristenattraktion – sind wir vorbei gefahren.

Sperrmauermuseum

Das tolle Haus

Gegen Mittag sind wir dann an unserem heutigen Etappenziel angekommen: dem Baumkronenpfad am Edersee. 30 Meter über Grund stehen wir an der höchsten Stelle, insgesamt 250 Meter weit ragt der stählerne Weg in die Baumkronen. Obwohl nicht schwindelfrei, habe ich mich mutig entschlossen, das Experiment zu wagen und muss am Ende sagen: kein Problem. Ein tolles Erlebnis mit herrlichen Aussichten auf den Edersee.

IMG_5168

Ausblick vom Baumwipfelpfad auf den Edersee

110 Tonnen verzinkte Stahl wurden verbaut, jeder Pfeiler wurde fünf Meter tief in der Erde verankert, 15.000 Schrauben mussten festgedreht werden und sechs Menschen waren drei Wochen lang, in 867 Arbeitsstunden, damit beschäftigt, den „Treetopweg“ zu montieren. Ein Abstecher, der sich lohnt.

Baumkronenpfad
Brühlfeld 3
34549 Hemfurt
Tel. (05623) 9737977
https://www.baumkronenweg.de

Mittlerweile ist es fast halb zwei und wir haben Hunger. In der „Fischerhütte“ am See haben wir einen Tisch reserviert, findet man dort doch ufernah noch einigermaßen Abstellplätze für die Motorräder. Die meisten ordern ein Fischgericht, wobei wir uns schon fragen, ob die Forelle auf dem Teller tatsächlich aus dem Edersee stammt?

IMG_5169

Mittagsrast mit Forelle

Fischerhütte
Strandweg 9
34549 Edertal-Rehbach
Tel. ( 05623) 4177

Die „Burgruine Frauenberg“ ist das letzte Ziel des Tages. Auf kleinen und zumeist kurvenreichen Straßen geht es zurück Richtung Heimat. Rund 90 Kilometer legen wir zurück und sitzen so erst kurz nach fünf im schattigen Biergarten.

Burgruine Frauenberg
Cappeler Str. 10
35085 Ebersorfergrund
Tel. (06424) 1379
http://www.zur-burgruine-frauenberg.de

Von der einst stolzen Burg zeugen heute nur noch einige kärgliche Mauern. Um 1250 war sie erbaut worden, um Marburg zu sichern. Herzogin Sophie von Brabant wollte damit eine Gegenposition zu mainzischen Burg Amöneburg schaffen und so die „Langen Hessen“ kontrollieren. Bis 1528 war die Anlage teilweise noch bewohnt, wurde dann aber aufgegeben und diente den Bewohner der umliegenden Siedlungen fortan als „Steinbruch“.

Wir pausieren unweit im gleichnamigen Lokal und genießen Kaffee und Kuchen unter einem schattenspendenden Blätterdach mächtiger Bäume.


IMG_5170Um

Kaffeepause unter schattigen Bäumen

Es ist schon fast halb sieben, als wir zur Schlussetappe aufbrechen. Rund 90 Kilometer sind es noch, bis nach Hause. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit wäre die Autobahn jetzt eigentlich die erste Wahl. Doch eigentlich beginnt jetzt die schönste Zeit um Motorrad zu fahren. Die Temperaturen sind angenehm, die Straßen leer, die vor uns liegende Strecke kurvenreich und eigentlich haben wir doch Zeit. Also Plan B: wir fahren lieber Landstraße.

IMG_5171

Kurzer Fotostopp im Taunus

Häufig liegt die Straße jetzt schon im Schatten. Je näher wir der Heimat kommen, umso tiefer steht die Sonne. Im Taunus lugt sie gerade noch so über die Baumwipfel. Wir genießen jeden Kilometer, den wir bei diesem herrlichen Wetter unterwegs sein können. Erst mit der Dämmerung sind wir wieder zu Hause. Exaktes Timing 😉

IMG_5172

 

Fahren bis in die Dämmerung hinein.

Ein wunderbarer Tag geht spät zu Ende. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Touren der Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises:

Vom 15. bis 17.6.2018 wollen von der Rhön bis nach Han. Münden fahren und dabei dem Lauf der Fulda folgen. Das verspricht ein abwechslungsreiches, langes Wochenende zu werden: vhs-Tour entlang der Fulda

Und am Samstag, den 14.7.2018 ist die alte Reichsstadt Wetzlar das Ziel. Da wollen wir das Motorrad gegen einen Segway tauschen: vhs-Tagestour im Juli

Mehr Infos und die Möglichkeit, Dich anzumelden, bekommst Du nach dem Klick auf den jeweiligen Link. Wir sehen uns? Das würde uns freuen 😉

Für Rückfragen stehen wir Dir gern zur Verfügung. Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com

Den Routenverlauf der Tagestour an den Edersee kannst Du Dir, vom Start an der Autobahn bis zur letzten Kaffeepause, auf unserer GPSies-Seite anschauen. Einfach auf das Bild oder den Link klicken: Routenverlauf der vhs-Tour Edersee

Screenshot_Edersee

Hoehenprofil_Edersee

Da haben wir wieder ganz schön Höhenmeter gemacht, auf unserer Tour zum Edersee. Auch wenn zwischen dem tiefsten und dem höchsten Punkt der Strecke nur 304 Höhenmeter lagen, sind wir aufaddiert doch insgesamt 2.996 Meter bergan und 2.926 Meter bergan gefahren – und hatte dabei viel Spaß, wie der nachfolgende Bilderbogen zeigt.

Layout_Edersee

 

 

Die erste Tagestour in diesem Jahr

Der Edersee ist das Ziel der ersten Tagestour, die wir in diesem Jahr für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises realisieren. Genauer gesagt: der Baumkronenpfad am Edersee. Den wollen wir am Samstag, den 5. Mai 2018 ausgiebig erkunden.

Wir treffen uns um 9 Uhr an der Autobahnraststätte Wetterau Ost, gelegen an der A5 in Fahrtrichtung Norden. Nach einem kleinen Zwischenstopp nahe Gemündet wollen wir gegen Mittag in Hemfurth sein, um anschließend – für gut eine Stunde – in den Baumwipfeln zu entschwinden. Das wird sicher sehr aufregend werden, vor allem für Menschen wie mich, die nicht schwindelfrei sind …

IMG_0777

Verspätet werden wir an der Fischerhütte ein kleines Mittagessen einnehmen, bevor es dann so langsam wieder zurück ins Rhein-Main-Gebiet geht.

Hast Du nicht Zeit und Lust dabei zu sein. Noch haben wir ein paar Plätze frei. Anmeldungen bitte direkt über die vhs. Hier ist der Link dazu:

vhs-Tagestour Edersee

Ein paar interessierte Teilnehmer würden wir noch für unsere Motorradtour entlang der Fulda wünschen. Mitte Juni – von Freitag, den 15.6. bis Sonntag, den 17.6.2018 – gibt der Flusslauf unseren Weg vor. Von der Wasserkuppe in der Rhön bis nach Han. Münden im Norden von Hessen werden wir unterwegs sein und dabei so manche interessante Geschichte entdecken. Wir starten am Freitag um 9 Uhr ab Hofheim und werden am späten Sonntagnachmittag wieder zurück sein. Zwei Übernachtungen mit Halbpension sind im Preis inbegriffen und für Dich gebucht.

Wir würden uns freuen, wenn die bei dieser abwechslungsreichen Drei-Tagestour dabei sein könntest – hier ist der Link dazu:

vhs-Tour: Drei kurvenreiche Tage entlang der Fulda

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung. Die erreichst uns am einfachsten per Mail unter kurvenfieber@mac.com

 

 

 

Motorradtour mit prächtiger Aussicht

Drei Tagestouren und ein langes Wochenende bieten wir in diesem Jahr für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises an. Die Übersicht steht schon seit einigen Tagen im Netz; über diesen Link kann Du Dir anschauen, was wir an attraktiven Touren anbieten: Gesamtübersicht vhs-Touren.

IMG_4823

Die erste Tour führt uns am Samstag, den 5. Mai 2018, an den Edersee. Dort geht es dann hoch hinaus: Für alle, die sich trauen, bieten wir (optional) einen Spaziergang auf dem Baumkronenweg an. Der so genannte TreeTopWalk erfüllt strenge Naturschutzbedingungen und bietet ein ganz besonderes, naturnahes Freizeiterlebnis. Zudem ist der Blick auf den fjordartigen Stausee von hier oben einzigartig.

Wer es lieber „bodenständig“ mag, macht derweil eine kleine Kaffeepause, bevor wir unsere Tour gemeinsam fortsetzen.

Wir starten zu dieser Tour um 9 Uhr von der Autobahnraststätte Wetterau Ost, auf der A5 in Fahrtrichtung Norden. Die Teilnehmergebühr beträgt 35 Euro und wird von der vhs in der Regel per Bankeinzug erhoben.

Für Rückfragen stehen wir unter kurvenfieber@mac.com gerne zu Verfügung. Die Anmeldung erfolgt am einfachsten über die Website der vhs. Hier ist der Link dazu.

Wir sehen uns am Samstag, den 5. Mai 2018 – oder bei einer anderen unserer Touren? Wir würden uns freuen.