Segway statt Motorrad fahren

Die zweite vhs-Motorradtour dieses Jahres führt uns nach Wetzlar. Nachdem wir im Juni den Baumwipfelpfad am Edersee erkundet hatten, wollen wir diesmal das Motorrad mit dem Segway tauschen und damit an einer Stadtführung teilnehmen.

Ja näher der Starttermin rückt, umso größer werden die Teilnehmerzahlen, was noch am Freitag und Samstag zahlreiche Telefonate zur Folge hat. So nach dem Motto: es sind noch zwei Teilnehmer dazu gekommen, hättest Du vielleicht noch zwei Segway? Am Ende zählt unsere Gruppe 20 Teilnehmer, 16 davon wollten Segway fahren – und alle haben einen bekommen.

Gestartet sind wir, wie so oft, um 9 Uhr ab der vhs in Hofheim. Da ich schon eine halbe Stunde früher da war, blieb noch Zeit für einen Kaffee von nahegelegenen Edeka.

So langsam füllte sich der Parkplatz. Für so manchen war es ein freudiges Wiedersehen. Kurz vor neun waren alle da – bis auf Silvi und Lothar, die wir bei der ersten Kaffeepause auflesen wollten.

Angesichts des großen Zuspruchs teilen wir uns in zwei Gruppen auf, Stefan übernahm die Führung, wir rollten das Feld von hinten auf 😉

Auf möglichst kleinen, kurvenreichen Straßen ging es über die Ausläufer des Taunus Richtung Nordhessen. Es ist immer wieder schön zu „erfahren“, welche attraktive Regionen Deutschland uns Motorradfahrern bietet. Nach gut eineinhalb Stunden Fahrt war es Zeit für eine Pause; eine kleine Eisdiele hatten wir als Etappenziel auserkoren.

Nach einer ausgiebigen Rast führte uns die Route nördlichen von Wetzlar. Doch zunächst müssten wir eine unfreiwillige Pause einlegen. An einem kleinen Bahnübergang warteten wir eine gute viertel Stunde an einer geschlossenen Bahnschranke, um insgesamt vier Züge passieren zu lassen.

Das „Keltentor“, mit herrlicher Aussicht, war das Ziel unsere Mittagsrast. Hier wollten wir uns noch einmal stärken, bevor wir uns ins Abenteuer des Segway fahrens stürzen. Unter Sonnenschirmen auf der Terrasse sitzend, die Motorräder in Sichtweise, studierten wir die ansprechende Speisekarten. Eine besondere Empfehlung: das „Hessenschnitzel, gefüllt mit Rahm, Lauch und gebratenem Speck – sehr lecker.

Zwanzig Minuten später stellen wir unsere Motorräder am e-werk ab. Nach einer kurzen Einweisung machen wir uns mit den Segways vertraut: am Lenker einschalten, aufs Trittbrett schauen, leuchten dort fünf rote Dioden, ist alles in Ordnung. Dann mit dem Fuß aufs Trittbrett tippen, leuchten dann fünf grüne Dioden auf, ist der „Stabilisierungsmodus“ aktiviert und es kann losgehen.

„Jetzt bitte nicht den Lenker anfassen, sondern nur das Halterohr“, schärft uns Mario ein. Mit beiden Füßen auf den Segway steigen, das Gleichgewicht halten und erst dann die Hände an den Lenker nehmen. Und schon geht’s los.

Anfangs noch etwas mühsam und wackelig. Wird das Gewicht nach vorne verlagert, fährt der Segway nach vorne, wird das Gewicht nach hinten verlagert, bremst der Segway ab – oder fährt rückwärts. Und da gilt es erst einmal die Balance zu finden – was anfangs gar nicht so einfach ist.

Gelenkt wird, indem die Lenkstange nach links oder rechts geschoben wird. Bei einem Stopp sollte der Segway durch Körperbewegungen so austariert werden, dass er auf der Stelle stehen bleibt – was er meistens nicht tut. Die Fortbewegung damit bleibt eine Herausforderung.

Hinzu kommt, dass die hochkomplexe Elektronik bemüht ist, die Plattform auf der man steht, immer in der waagerechten zu halten. Sprich: das Ding ist ständig in Bewegung. Und bremst unterwegs bei mehr als 20 km/h automatisch ab, indem die Lenkstange nach hinten geschoben wird. Da muss man sich erste einmal dran gewöhnen …

Gleichwohl stellen wir uns der Herausforderung und starten nach einer kurzen Übungseinheit zur Stadtrundfahrt durch Wetzlar. Es geht durch die malerische Altstadt, wir fahren entlang der Lahn, über schmale Brücken und holperiges Kopfsteinpflaster. Mit unseren insgesamt 18 Segways ziehen wir häufig die Aufmerksamkeit der Passanten auf uns.

Nach einer Passage durch den Wald – auf unbefestigten Wegen – legen wir auf einer großen Wiese ein kleine Pause ein. Aufgrund der ungewohnten Körperhaltung ist das Fahren mit dem Segway doch etwas anstrengend – macht aber Spaß.

Länger als geplant sind wir auf diesem Zweirad unterwegs. Noch einmal geht es entlang der Lahn durch einen wunderschönen Park zurück zum e-werk.

Es ist schon fast halb sieben, als wir die Heimfahrt antreten – natürlich, wie geplant, auf kleinen Nebenstraßen. Unterwegs lichten sich die Reihen. Wer immer seinem zu Hause nahe kommt, biegt links oder rechts ab.

Zum Schluss sind wir noch fünf, die auf einem kleinen Parkplatz ausrollen, um Tschüss zu sagen. Schön war sie, auch diese vhs-Tagestour. Im August fahren wir zur Geierlay, der atemberaubenden Hängebrücke im Hunsrück. Mehr Infos dazu auf der Homepage der vhs des Main-Taunus-Kreises: Hier ist der Link.

 

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