Tag vier unserer kurvenreichen Woche an die Mosel. Heute geht es Richtung Traben-Trabach.

Wir fahren mal links, mal rechts der Mosel, durchqueren malerische Ortschaften, fotografieren alte Burgen und genießen so jeden Kilometer. Die Mosel ist schon ein tolles Motorradrevier.

Kurz vor Bremm legen wir einen weiteren Fotostopp ein. Auf der anderen Seite der Mosel ist die Ruine des ehemaligen Klosters Stuben zu sehen: da wollen wir heute Morgen hin …

Wir stehen unterhalb des Calmot, der steilsten Weinbergslage an der Mosel. Die Rebstöcke ragen hier im steilen Winkel gen Himmel.

Wenig später ist die Ruine erreicht. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts hatte der Adlige Egelolf – auf Wunsch seiner Tochter Gisela – einige seiner Besitztümer verschenkt, damit auf einer Landzunge bei Bremm ein Kloster errichtet werden konnte. 1137 ließ sich ein großes Frauenkonvent nieder. 1208 übergab der Ritter Heinrich von Ulmen seiner Schwester Irmgard eine Staurothek, die er vom vierten Kreuzzug aus Konstantinopel mitgebracht hatte. Irmgard war Vorsteherin des Stifts; bei der Staurothek handelte es sich um ein wertvolles Behältnis, in dem Teile des Kreuz Christi aufbewahrt wurden. Das Kloster wurde daraufhin beliebtes Pilgerziel.

Wir schauen uns an, was von Kloster geblieben ist und fahren dann zurück nach Bremm, um in Ankes Weinbistro unsere Kaffeepause einzulegen.








Erstaunlich ist immer wieder zu sehen, wie steil hier die Weinberge sind. Eine „Monorackbahn“, die auf einer Schiene geführt wird, fährt mit einem „Fahrer“ den Steilhang hinauf, um die geernteten Trauben ins Tal zu bringen. Alle, die die Trauben ernten, müssen zu Fuß die Weinberge erklimmen …

Während Dirk am Ufer der Mosel mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch kommt, nimmt Ingo vor einem Zitat von Astrid Lindgren Platz. Ich schlendere ein wenig durch Bremm, entdecke ein Flurkreuz von 1707 – und einen Wetterfrosch, der den Niederschlag misst. Der wird heute noch zu tun bekommen …






Meist sind wir auf Landstraßen unterwegs, die direkt am Ufer der Mosel entlang führen. Es geht durch Kröv, vorbei an der Weinbergslage „Kröver Nacktarsch“, und weiter nach Traben-Trabach. Schon bald blicken wir auf die Ruine der Grevenburg. Da müssen wir hinauf – zum Mittagessen.

Natürlich nehmen wir nicht den direkten Weg sondern holen im weiten Bogen Schwung, um schließlich auf die schmale Zufahrt abzubiegen. Kurz darauf warnt ein Schild vor 20 Prozent Gefälle – und ich dachte immer, Burgen liegen hoch oben am Berg …
Noch eine enge Links-Rechts-Serpentine und wir haben den Parkplatz erreicht. Zur Ruine sind es nur ein paar Schritte. Nach einer ausgiebigen Fotopirsch warten zwei leckere Stücke Quiche auf mich.










Auf dem Weg zur nachmittäglichen Kaffeepause legen wir einen kurzen Fotostopp nahe der Marienburg ein. Die liegt wie auf einer Insel; die Mosel fließt links und rechts vorbei …

In Alf wartet das Eiscafe auf uns, in dem es auch leckeren Erdbeerkuchen gibt – zum Glück …






Eigentlich hatten wir für den Rückweg noch fröhliche 80 kurvenreiche Kilometer geplant. Doch ein kräftiges Regenschauer überrascht uns und so entscheiden wir, die Tour ein wenig zu verkürzen und relativ direkt ins Hotel zu fahren. Dort kommen wir trocken an, Tanken noch einmal, lassen die Maschinen auf dem Hotelparkplatz ausrollen – und schon regnet es wieder. Ein Wetter wie im April …

Das Abendessen ist wieder ein Genuß – unter anderem gibt es Lachsfilet.






Und während wir beim Essen sitzen, kommt plötzlich die Sonne wieder raus …

Wir genießen den letzten gemeinsamen Abend. Morgen wollen wir noch mal ans Deutsche Eck – da, wo Mosel und Rhein zusammenfließen. Und dann geht es auch schon wieder nach Hause.




