Im Norden ist das Wetter besser

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Samstag, 16. Juni 2012 | 3. Tag

Es regnet – immer noch oder schon wieder? Der Stimmung tut das keinen Abbruch. Siegfried behauptet, im Norden sei das Wetter besser. Hinter Glasgow wäre es trocken. Und genau da wollen wir hin.

Um 9 Uhr nieselt es nur noch. Das fängt doch schon mal gut an. Gestärkt mit einem leckeren „full scotish breakfast“ hangeln wir uns auf kleinen Straßen zwischen Glasgow und Edinburgh Richtung Falkirk. Pünktlich nach gut eineinhalb Stunden Fahrt finden wir einen netten Coffeeshop. Dann geht es westlich von Stirling durch die „Fintry Hills“ zu den Trossachs.

Wir sind im selbsternannten Herzen von Schottland. Ein kleiner Fluss windet sich links der Straße, die bis in die Gipfel grünen Berge hüllen sich in dichte Wolken. Knorrige, vom Wind verbogenen Bäume stehen am Wegesrand, überall weiden Schafe. Das vermeintlich schlechte Wetter verbreitet eine ganz einzigartige, mystische Stimmung. So lange es weiterhin nur nieselt, ist es auszuhalten.

Bald darauf erreichen wir den Duke Pass inmitten der Trossachs. Vorbei am „Loch Katrine“ geht es durch den „Queen Elisabeth Forest Park“. Kurz vor dem „Pass of Leny“ finden wir ein nettes Inn, in dem wir uns mit der „Soup of the day“ und Sandwiches stärken.

Obwohl wir Glasgow längst hinter uns gelassen haben, nieselt es immer wieder ein wenig. Gut 120 Kilometer sind es noch bis zum Hotel. Wenn wir jetzt durchfahren, wären wir um 16 Uhr im Warmen und Trockenen. Wollen wir das?

Ein Wohnmobil, dass auf der A 84 den Verkehr behindert, lässt uns spontan auf einen abenteuerlichen Singletrack nach Balguhidder abzweigen. Wenig später lassen wir und vom Hinweis auf die „Southside of Loch Earn“ zu einem weiteren Umweg verleiten. Am Ufer des Sees stehen reihenweise Schotten bis zum Bauchnabel im Wasser und angeln. Am Ufer sind Zelte aufgebaut, so mancher scheint hier sein Wochenende verbringen zu wollen. Mit dem gleichen Unverständnis, wie wir diesem munteren Treiben zuschauen, fragen sich die Schotten wahrscheinlich, wie man bei diesem Wetter Motorrad fahren kann?

Die Kaffeepause legen wir an den Klippen von Killin ein. Den Rückweg wollen wir über den parallel verlaufenden Singletrack einschlagen. „Road closed“ steht am Abzweig. Befahren verboten heißt das nicht. Also fahren wir erst einmal durch ein wildromantisches Tal. Kilometer lang ist kein Grund ersichtlich, warum man hier nicht lang fahren sollte. Dann nähern wir uns der Brücke, die über den Fluss führt und fürchten, hier vielleicht zu scheitern. Richtig: die Durchfahrt ist wegen Bauarbeiten gesperrt; weil aber Wochenende ist, können wir trotzdem passieren.

Den Glen Lochs haben wir jetzt ganz für uns alleine. Zügig durchqueren wir das eindrucksvolle Tal und sind kurz nach sechs im Hotel. Ein toller Tag neigt sich dem Ende zu – trotz oder gerade wegen des Wetters.

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Gestärkt mit einem „full scotish breakfast“ macht uns der leichte Nieselregen gar nichts mehr aus.

Eine Antwort zu “Im Norden ist das Wetter besser

  1. …nach dem Frühstück kann doch kommen was will…

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