Archiv des Autors: kurvenfieber

50 Kilometer gleich 110 Kilometer

TOURBERICHT KORSIKA
Samstag, 4. Mai 2013 | 4. Tag

Wir sind da – tatsächlich auf Korsika angekommen. Mit einer halben Stunde Verspätung zwar, aber wir haben die Insel erreicht. Endlich, in dritten Anlauf hat es geklappt! Um 8:15 Uhr stehen wir, bei strahlendem Sonnenschein, im Fährhafen von Bastia und freuen uns auf die vor uns liegenden Tage.

„Cap Corse“, ganz im Norden gelegen, ist das erste Ziel des Tages. Dann geht es die Westküste entlang, bis Calvi. Heute sind wir in vier Gruppen unterwegs: drei auf der Straße und eine kleinere, die (auch) ein wenig Enduro fahren möchte. In Bastia werden die Tanks noch einmal vollgemacht – dann geht es los.

Mehrfach zweigen wir von der Küstenstraße links ab ins Gebirge und rumpeln über schlechte, schmale Straßen. Kurz nach Balba geht die kurvenreiche Trasse in groben Schotter über. Jetzt gut 13 Kilometer gen Norden und wir müssten die D 188 erreichen. Pustekuchen!

Mitten im Nirgendwo fordert uns die „blaue Elise“ auf, rechts abzubiegen. Doch da, wo in Navi ein gestrichelte Linie zu finden ist, stehen im realen Leben nur Büsche und Sträucher. Den erhofften Abzweig zu einer kleinen Bergerie finden wir hier nicht. Also ist improvisieren angesagt.

Der immer schlechter werdende Weg schraubt sich, gen Westen führend, immer weiter in die Höhe. Viele enge Serpentinen warten auf uns, das können wir schon jetzt erkennen. Und die werden ganz bestimmt ordentlich geschottert sein. So wie es aussieht, haben wir den „Wolkenpass“ erwischt, der uns auf die andere Seite der Insel führen wird. Dort wollen wir jetzt zwar noch nicht hin, da aber zwei weitere Straßen die Insel abermals queren – und uns so wieder zur Ostküste führen – fahren wir erst einmal weiter.

Der Anstieg hinauf auf den Pass, der bei 957 Metern liegt, fordert Kraft und Konzentration: rutschige Felsen, tiefe Auswaschungen und jede Menge Geröll machen uns schon ein wenig zu schaffen. Ein steinernes Kreuz und eine winzige „Kapelle“ signalisieren: wir sind auf dem richtige Weg. Und hier oben macht der „Wolkenpass“ seinem Namen auch alle Ehre: Ganz plötzlich ziehen dichte Wolken über die Bergkuppe und nehmen uns für wenige Minuten die Sicht aufs Meer. Gespenstisch …

Jetzt geht es wieder talwärts, nach Olcanu. Bald darauf erreichen wir, auf schmaler Strecke, den nördlichsten anfahrbahren Punkt von Korsika und blicken auf den steinernen Leuchturm der „Ille de la Giraflua“. Von da an geht es immer Richtung Süden

Wir genießen die herrlichen Ausblicke von der abenteuerlichen Küstenstraße aufs Meer und legen in Ogliadtru noch eine kleine Kaffeepause ein. Bis zum Hotel in Calvi seien es von hier aufs gut 50 Kilometer – Luftlinie! -, meint Uli. Der Küstenlinie folgend werden daraus 110 Kilometer Wegstrecke, wobei die so gut wie kein Meter geradeaus führt. Wahnsinn, einfach unglaublich!

Morgen wolle wir den höchsten Pass Korsikas unter die Räder nehmen. Hoffentlich spielt das Wetter mit …

20130505-074206.jpg
Der Anfang vom „Wolkenpass“. Danach wurde der Schotter immer gröber …

Wir fahren tatsächlich nach Korsika

TOURBERICHT KORSIKA
Freitag, 3. Mai 2013 | 3. Tag

Im dritten Anlauf haben wir es tatsächlich geschafft: wir sind auf dem Weg nach Korsika. Obwohl wir im Fährhafen fast die falsche Fähre erwischt hätten …

Schon kurz vor 9 Uhr starteten wir in Gap. Das erste Ziel war „La Motte du Caire“. Da führt „der Schorsch“ ein nettes Tourenfahrer-Hotel, in dem wir uns zu einem ersten Kaffeepäuschen treffen wollten. Eigentlich nur 50 Kilometer weit entfernt – sofern wir den direkten Weg wählen würden – wurden es zum Schluss doch gut 75 Kilometer, weil ein paar verlockende Nebenstraßen unbedingt noch unter die Räder genommen werden mussten …

Weiter ging es, immer Richtung Süden. Einmal quer durch die Provence, bis hinunter ans Meer. Linker Hand die Alpen. Viele der herrlichen Pass-Straßen, die über den gewaltigen Gebirgsstock führen, lagen noch im Winter(sperren)schlaf, während wir, bei strahlendem Sonnenschein, durch eine Frühlingslandschaft fuhren, die ihres Gleichen sucht: Bunte Wiesen, blühende Bäume, rauschende Flüsse – einfach unglaublich.

Gegen Mittag war Forcalquier erreicht. Direkt am Marktplatz, neben dem Bürgermeisteramt und genau gegenüber der Kirche, fand sich eine nette Bar, in der bereits geschäftiges Treiben herrschte. Genau der richtige Ort für eine ausgiebige Mittagspause. Das Omlette war vorzüglich, das Ambiente auch – Urlaub in Frankreich hat ja doch irgendwie was.

Gegen 17 Uhr war Toulon fast schon in Sichtweise. Noch ein paar kleine Schlenker, ein kurzer Tankstopp und dann die letzten Kilometer über die Stadtautobahn möglichst direkt zum Hafen. Sechs Kilometer vor Ziel dann – wie schon befürchtet: Stau! Erst einmal geht nichts mehr, dann fahren wir im Schritt-Tempo weiter. Die Lücke zwischen den Auto wäre groß genug …

Und während wir noch zögernd nachdenken, zeigen uns französische Rollerfahrer wie’s geht. Mit einer affenartigen Geschwindigkeit knallen die durch den Stau. Also: wir hinter her – geht doch!

Kurz vor 18 Uhr erreichen wir den Hafen in Toulon. Irgendwie verstehen wir den Einweiser nicht so ganz richtig und ordnen uns in der falschen Spur ein. Die Fähre wäre wohl auch nach Korsika gefahren, aber nicht nach Bastia. Schnell ist der Fehler korrigiert, so dass der Überfahrt auf die schöne Insel im Meer nichts mehr entgegen steht.

Punkt 20 Uhr heißt es: Leinen los – bei strahlendem Sonnenschein kehren wir Toulon den Rücken. Morgen, kurz vor acht Uhr, wollen wir in Bastia anlegen. Und dann sechs Tage lang Korsika entdecken.

20130504-191228.jpg
Leinen los! Wir verlassen den Hafen von Toulon in der Abendsonne und setzen nach Korsika über.

Eine Reise durch vier Jahreszeiten

TOURBERICHT KORSIKA
Donnerstag, 2. Mai 2013 | 2. Tag

Erstaunlich reichhaltig – zumindest für französische Verhältnisse – war das Frühstück am Morgen in Ibis-Hotel in Bourg-en-Bresse. Gut gestärkt konnten wir uns auf die Reise machen. Gap war das Ziel der heutigen Tages, gut 330 Kilometer waren geplant.

Nach dem ersten Tankstopp gleich hinterm Hotel, für alle, die nicht mit fast leerem Tank in den Tag starten wollten, ging es zunächst grob Richtung Grenoble. Dichter Nebel begleitete uns auf den ersten Kilometern. Immer zahlreicher wurden die Wassertropfen auf Visier und Brille, während wir ordentlich an Höhe gewannen. Dann endlich kam die Sonne raus!

Auf kleinen kurvenreichen Straßen erreichten wir schließlich Lompnieu und fanden, nach zuvor zwei vergeblichen Anläufen, in der Bar „L’Orée des Sapins“ Gelegenheit für ein Kaffeepäuschen. Georg und Stefan waren mit ihren Gruppen schon da, nun gesellte sich auch Speedy dazu.

Nach einem leckeren Café Creme waren die Ausläufer des Vercors das nächste Ziel. Der mächtige Gebirgsstock oberhalb von Grenoble ist für uns immer wieder ein lohnendes Ziel. Bevor es wieder in die Berge gehen sollte, legte Speedy aber noch eine schöne Mittagspause in Restaurant „Les Lodges du Lac“ am Lac d’Aiguebelette ein. Hier trafen wir auch „wieder“ Stefans Truppe, die den gleichen Gedanken gehabt hatten, und uns ihre „Menuewahl“ – einen ordentlichen Teller Nudeln mit Pilzen – wärmstens weiterempfehlen konnten.

Dunkle Wolken brauten sich zwischenzeitlich zusammen. Bald darauf war doch tatsächlich der Regenkombi angesagt. In Saint-Laurent-du-Pont mussten wir uns dann entscheiden: links ab ins Vercors, da wo Blitz und Donner in den Bergen nichts Gutes ankündigten – oder lieber außen rum, dann aber durch Grenoble?

Wir fuhren lieber den Sonne entgegen und damit nicht ins Vercor. Wenig später standen wir mitten in Grenoble. Stellenweise ging es nur im Schritttempo vorwärts – dafür war’s warm und trocken. Die Innenstadt der Metropole: eine einzige Baustelle. Auf zwei der einst vier Fahrbahnen wurden Straßenbahnschienen verlegt. Rote Ampeln, zugefahrene Kreuzungen und ständig haltende Stadtbusse machten das Chaos perfekt.

Eine halbe Stunde mussten wir Nervenstärke beweisen, dann waren wir durch. Jetzt lagen noch gut 100 Kilometer Wegstrecke vor uns. Nahe La Murre wurde es wieder dunkel. Also, den Blinker rechts und ab ins „Grand Café“ zur Kaffeepause. Unter der großen Markise sitzend, erlebten wir heftige Regenschauer, Sturm und schließlich sogar Hagel.

Georg, der es sich nicht hatte nehmen lassen, mit seiner Gruppe durchs Vercor zu fahren, „steckte“ zwischenzeitlich im Schnee fest. Die einzige Straße, die wegen Windbruch eigentlich gesperrt war, brachte ihn hinauf auf gut 1200 Meter – aber dann nicht mehr weiter. Schneeverwehungen mitten auf der Straße machten ein Weiterkommen unmöglich. Damit waren die vier Jahreszeiten perfekt. Also umdrehen und den nächsten Abzweig versuchen. Da klappte es dann …

Genau so schnell, wie der Regen gekommen war, war die Straße auch schon wurde trocken, so dass wir am späten Nachmittag die kurvenreiche „Route Napoleon“ unter die Räder nehmen konnten. Die führte auch auf über 1200 Meter, allerdings ohne Schnee – dafür im Sonnenschein.

Kurz nach 18 Uhr hatten wir unser Etappenziel erreicht. Von Gap aus fahren wir morgen nach Toulon und dann mit der Nachtfähre nach Bastia.

20130502-230130.jpg
„Park-Impressionen“ mitten in Frankreich. Einfach nur schön.

Alle sind wohlbehalten angekommen

TOURBERICHT KORSIKA
Mittwoch, 1. Mai 2013 | 1. Tag

Das war ein langer Tag. Morgens stand noch ein dienstlicher Termin an, so dass ich erst gegen 14:30 Uhr von Frankfurt aus gen Frankreich starten konnte. So mancher Tourguide oder Teilnehmer hatte es da „geschickter“ angestellt und war schon am Dienstag aufgebrochen, um die Anreise nach Bourg-en-Bresse auf zwei kurvenreiche Tage, auf möglichst kleinen Straßen zu verteilen. Mit blieb nur die Autobahn um noch im Hellen am ersten Etappenziel ankommen zu können – da ich aber den Begleitbus nach Frankreich fahren konnte, war diese Variante auf vier Rädern ganz ok.

Zum Glück gab es an diesem 1. Mai keinen nennenswerten Reiseverkehr. Auf der deutschen Seite war die Autobahn nur mäßig befahren, in Frankreich fast menschenleer. Durch die Franche-Comte führte die Route und das Jura. Zwei relativ unbekannte Regionen Frankreichs, in denen wir schon so manch abwechslungsreiche Motorradwoche verbracht hatten.

War es lange Zeit ein wenig bewölkt, kam ab Dole mit einem Mal die Sonne raus. Knallgelb leuchteten die Rapsfelder neben der Autobahn und das Abendlicht modellierte die Wälder und Felder in ganz eigentümlicher Weise. Irgendwie ist es immer wieder faszinierend in die Dämmerung zu fahren; wenn die Schatten immer länger und das Licht immer weicher zu werden scheint.

Kurz vor 21 Uhr war da Hotel in Bourg-en-Bresse erreicht, da saß der Rest der Truppe schon beim Abendessen. Schnell noch die BMW ausladen, dann konnte der „Feierabend“ eingeläutet werden.

Morgen starten wir in Richtung Gap. Auf dem Weg dorthin gibt es viele kleine kurvige Straßen …

20130501-233515.jpg
Abendstimmung in Bourg-en-Bresse. Wir freuen uns auf erlebnisreiche Tage und unsere Reise nach Korsika.

Wer möchte mit nach Korsika?

Am 1. Mai brechen wir zu unserer abwechslungsreichen Motorradtour nach Korsika auf. Treffpunkt wird am Abend unser erstes Hotel in Bourg-en-Bresse sein. Von da aus fahren wir am nächsten Morgen gemeinsam weiter nach Gap und am Freitag dann nach Toulon. Von dort geht es mit der Nachtfähre nach Korsika. Sechs Tage werden wir auf der sagenumwobenen Insel sein und die Zeit für ausgedehnte Motorradtouren nutzen. Ein Hotelwechsel ist eingeplant, um Korsika in Gänze „erfahren“ zu können.

Am Donnerstagabend geht es dann zurück aufs Festland; am Samstagabend sind wir wieder in Bourg-en-Bresse und am Sonntag, den 12. Mai, fahren wieder zurück nach Hause.

Für einen männlichen Motorradfahrer hätten wir kurzfristig noch ein halbes Doppelzimmer frei. Denkbar wäre auch, dem Fahrer unseres Begleitfahrzeugs auf dem Beifahrersitz des Fiat Ducato Gesellschaft zu leisten.

Die Teilnahmegebühr beträgt für Motorradfahrer für die 12-tägige 1675 Euro, einschließlich aller Übernachtungen mit Halbpension und den beiden Fährpassagen sowie Gepäcktransport im Begleitfahrzeug. Dem Beifahrer würden wir lediglich die reinen Übernachtungskosten mit Halbpension berechnen.

Interesse? Wir würden uns über eine entsprechende E-Mail freuen – an: kurvenfieber@mac.com

Mit 20 Maschinen auf Tour

Das Hotel „Gut Hühnerhof“ ist mit einer der Gründe, warum wir so gern das Sicherheitstrainings-Wochenende im Programm haben. Das Abenessen, die Zimmer, das Frühstück, die netten Mitarbeiterinnen – es passt einfach alles.

Punkt 9 Uhr laufen die Motoren – auch der der Suzuki DR 650. Alle Sorgen waren unbegründet. Ein Knopfdruck und der mächtige Einzylinder stampf auf und ab. In drei Gruppen machen wir uns auf den Weg; die Sieberzmühle ist das Ziel für die Kaffeepause.

Jetzt muss sich die Suzi bewähren: drei 1200er GS „hängen mir im Nacken“, eine SuperTenerré sowie eine PS-starke Versys. Doch der Einzylinder schlägt sich wacker: auf den schmalen, kurvenreichen Straßen ist nicht unbedingt Leistung sondern vielmehr Handlichkeit gefragt. Und mit gerade einmal 160 Kilo „Kampfgewicht“ wieselt die Suzi bebende um die Ecken. Zumindest war ich kein Bremsklotz …

Nach einem leckeren Milchkaffee auf der sonnigen Terrasse der Sieberzmühle geht’s auf vorwiegend kleinen Straßen nach Jossa. Im dortigen Bikergasthof lassen wir uns zur Mittagszeit mit ordentlichen Portionen verwöhnen. Immer noch haben wir die herrlichen Straßen für uns alleine und brechen auf zur letzten kurvenreichen Etappe, die uns zurück in die Nähe von Gründau, in einen netten „Berggasthof“ bringen wird.

Von da an ging’s individuell nach Hause. Wie schön, dass wir uns bald schon wiedersehen: am 1. Mai brechen wir zu einer fast zweiwöchigen Reise nach Korsika auf. Die DR wird da als Ersatzmotorrad (und für den einen oder anderen Enduroausflug) im Ducato stehen …

20130420-213931.jpg

Etwas größer, etwas schwerer, etwas leistungsstärker als die DR 650 – bei der Mittagspause im Jossatal weckt die neue 1200er GS unser Interesse.

Sicherheitstraining für Tourteilnehmer

Alle Jahre im April bieten wir – in Zusammenarbeit mit dem ADAC Hessen-Thüringen – ein Sicherheitstraining speziell für die Teilnehmer der geführten Touren an. Heute war es wieder so weit. 20 begeisterte Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer waren nach Gründau gekommen, um auf dem ADAC-Trainingsgelände unter anderem Blickführung, Ausweichen und vor allem das richtige Bremsen zu trainieren.

Normalerweise nutze ich die Gelegenheit, das Training in vielen Fotos und Videosequenzen festzuhalten. Doch diesmal waren die Prioritäten anders gesetzt. Nach „nur“ eineinhalb Stunden „Dokumentation“ wurde die Kamera weggepackt und der Ducato gestartet.

Wolfenbüttel war das Ziel, das ich bis 20 Uhr erreichen wollte. Da wartete eine Suzuki DR 650 SE darauf, den Besitzer zu wechseln. Also rauf auf die Bahn, den Tempomat auf grob gestellt und der untergehenden Sonne entgegen gefahren. Alles lief prächtig, erwartungsvoll öffnete sich gegen halb neun das Garagentor.

Da stand sie: pulverbeschichteter Rahmen, tiefe breite Fußrasten, hochgelegter Lenker, Stahlflex, Miniblinker … kurzum, so wie ich mir auch umgebaut hätte. Das Problem nur: sie sprang nicht an. Licht ging, Blinker auch, nur offensichtlich mangelte es an Zündstrom. Also ein bisschen rumprobiert – und siehe da: bei gezogenem Kupplungshebel ging’s.

Also rein in den Ducato und schnell zurück nach Gründau. Um Mitternacht war unser Hotel, das „Gut Hühnerhof“, erreicht – gerade noch rechtzeitig um mit jenen Teilnehmern, die den Weg ins Bett noch nicht gefunden hatten, einen kleinen Schlummertrunk zu nehmen.

Morgen wird die DR ihre Bewährungsprobe haben. Da wollen wir eine wenig durch die Ausläufer der Rhön und dem Spessart fahren. Hoffentlich springt sie an …

20130420-211357.jpg

„Startaufstellung“ vor dem Sicherheitstraining. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es dann auf den Trainingsplatz.

Jetzt ist alles wieder gut

Die gelbe BWM hat wieder TÜV – endlich! Eigentlich hätte die alte G/S ja schon im September vergangenen Jahres auf ihren technischen Zustand hin überprüft werden müssen. Da aber alle anderen Motorräder, die sonst noch so in der Garage stehen, auch in „geraden“ Jahren zum TÜV müssen, lag der Gedanke nahe, die Maschine erst in 2013 vorzuführen.

Doch der lange Winter sorgte anschließend für Probleme. Denn es fand sich einfach keine Gelegenheit, die G/S einer ordentlichen Grundreinigung zu unterziehen. Dreckig zum TÜV fahren, kam nicht in Frage. Das mögen die Prüfer nicht so. Und wenn der Prüftermin schon überzogen ist, sollte alles getan werden, um den Mann im grauen Kittel milde zu stimmen.

Also verstrich der März und die ersten Tage im April. Das Moselwochenende rückte näher und die G/S war immer noch ohne TÜV. Also musste die alte, schwere FJ 1200 her halten, um auf kurvenreicher Strecke in die Saison zu starten. Das ist schon ein Unterschied, wenn man ansonsten die leichtfüßige G/S gewohnt ist – klappt aber nach zwei Tagen Fahrt erstaunlich gut.

Dann: endlich Sonne! Also den Putzeimer raus und die betagte BMW auf Hochglanz gewienert. Nach gut zwei Stunden harter Arbeit stand das gute Stück da – fast wie neu. Und der Prüfer war begeistert. Schon am nächsten Tag klebte die neue Plakette auf dem Kennzeichen. Jetzt ist alles wieder gut.

20130418-122525.jpg

Die Reifen sind (wieder) rund

Nach diesem Wochenende sind wir (wieder) „eingeschwungen“. Die Nebentäler der Mosel laden geradezu dazu ein, die im Winter eckig gestandenen Reifen wieder rund zu fahren. Und das haben wir am Wochenende ausgiebig getan.

Nach dem Frühstück ging´s zunächst nach Treis-Karden, dort auf die andere Seite der Mosel und dann zurück Müden. Spätestens da waren die Motoren warm gefahren und die Müdigkeit des Morgens verflogen. Also: die engen Serpentinen des Müdener Berg hinauf und einmal „quer durchs Geläuf“ ins Rheinische Schiefergebirge. Auf kurvenreicher Strecke – was denn sonst? – erreichen wir schließlich Boppard und finden direkt am Rheinufer ein nettes Plätzen für die morgendliche Kaffeepause.

20130414-220240.jpg

Anschließend folgen wir „Vater Rhein“ ein Stück des Weges, um dann doch wieder auf die Mosel zu treffen. Gegen Mittag sind wir zurück in Brodenbach. Genau zur richtigen Zeit. Es ist sonnig und warm – das entsprechende Wetter für die „Tieffliegerfraktion“, die uns und allen anderen mehrfach lautstark demonstriert, dass man auf der gut ausgebauten Uferstraße auch deutlich schneller als den maximal erlaubten 100 km/h unterwegs sein kann. Wie schön, dass wir lieber auf kleinen, engen, unübersichtlich und manchmal auch recht holprigen Nebenstraßen unterwegs sind. So wie an diesem ADAC-Wochenende – herrlich war´s!

20130414-220631.jpg

Die „Unerschrockenen“, die sich schon vor Wochen – als noch Schnee lag und es bitter kalt war – zum Moselwochenende angemeldet haben: Bernd, Dirk, Peter, Harald, Andrea, Christoph, Georg, Stefan und Manfred (sowie Uwe, der das Bild gemacht hat).

Vielversprechender Auftakt

Auch wenn die Wettervorhersage Sonne satt versprochen hat – es ist immer noch April! Strahlende blauer Himmel am frühen Morgen. Wir sitzen beim Frühstück und blicken direkt auf die Mosel. Schwere Frachtschiffe tuckern wummernd an uns vorbei; am anderen Ufer erstrahlt Löv in der Morgensonne.

Punkt 9 Uhr laufen die Motoren. 9 Maschinen setzen sich in Bewegung und fahren flussabwärts Richtung Süden. Nach einem ersten kurvenreichen Abstecher durchs Lützbachtal erreichen wir auf herrlich kleinen Straßen rechts der Mosel schließlich Zell. Hier legen wir in kleines Kaffeepäuschen ein,

In Reil haben wir unseren südlichsten Punkt erreicht, wechseln die Flußseite und fahren über die Ausläufer der Vulkaneifel bis nach Ulmen. Hier lassen wir uns ein deftiges Mittagessen schmecken. Bis jetzt hat der April seinem Namen alle Ehre gemacht: von blauem Himmel über dunkle Wolken bis hin zu einem kurzen Schauer hatten wir alles!

Dafür scheint ab jetzt nur noch die Sonne. Bis nach Klotten ist es eigentlich nur ein Katzensprung; wir schaffen es, gut 70 Kilometer kurvenreiche Wegstrecke zu einer attraktiven Tour zusammen zu basteln und sitzen pünktlich um halb vier auf der sonnendurchfluteten Terrasse des Hotel „Zur Post“. Motorrad fahren kann so schön sein!

Nach einem leckeren Stück Rhabarberkuchen und einer Tasse Kaffee geht es so langsam wieder zurück nach Brodenbach. Im Hotel Peifer haben wir diesmal Quartier genommen und werden dort um kurz nach 18 Uhr eintreffen.

Die gute Küche und das nette Ambiente runden das Motorradwochenende an der Mosel in idealer Weise ab – bis jetzt passt alles gut zusammen.

Morgen wollen wir noch einen Abstecher an den Rhein unternehmen, bevor es gegen Mittag wieder nach Hause geht.

20130414-080126.jpg
Unsere Belohnung am Nachmittag: ein leckeres Stück Rhabarberkuchen im strahlenden Sonnenschein auf der Terrasse des Hotel Post in Klotten an der Mosel.