5 Grad und Hagelschauer

Es ist schon ein wenig frisch, am frühen Morgen, wenn man auf gut 1700 Höhenmetern nächtigt. Aber: die Sonne scheint und der Himmel ist strahlend blau, das ist die Hauptsache.


Die hohen Alpenpässe und zwei tiefe Schuchten stehen heute auf dem Programm. Während Dieter gleich am Morgen zum 2800 Meter hohen Col de la Bonette aufbricht, nehmen wir zunächst den relativ unspektakulären Col d‘ Allos unter die Räder.


Bei der Fahrt, hinunter ins Tal, bieten sich spektakuläre Aussichten, noch dazu haben wir die kurvenreiche Straße ganz für uns alleine.


In Colmars geht es an einen leicht zu übersehenden Abzweig links ab auf den engen und kehrenreichen Col de Champs. 300 Höhenmeter unterhalb des Gipfels findet sich ein kleines Gasthaus mit warmem Aprikosenkuchen und fantastischer Aussicht.


Nach dieser kleinen Stärkung geht es weiter Richtung Saint-Martin-d’Entraunes und dann zum Col Valberg. In dem gleichnamigen Städtchen legen wir eine kurze Rast ein, verzichten aber auch das Mittagessen. Statt dessen wird brüderlich eine leckere Waffel durch fünf geteilt.


In Beuil treffen wir Dieter mit seiner Gruppe, die gerade Mittag machen. Sie stärken sich für ein Abenteuer, dass so nicht geplant war. Denn auf den folgenden Kilometern macht die Route einen Schlenker über ein übles Stück Schotterpiste, das so eigentlich nicht geplant war. Das Navi hatte einfach so eine „Abkürzung“ geroutet. Natürlich hat Dieter die Videokamera laufen lassen. Das Video, das uns am Abend gezeigt wird, sieht allerdings relativ unspektakulär aus – den Erzählungen zufolge, war es ein großes Abenteuer – auf alle Fälle aber völlig unnötig, sorry.


Wir zweigen in die Schlucht von Cians ab, deren spektakuläre Streckenabschnitte mittlerweile durch Tunnel ersetzt sind, was sehr schade ist.

Dann suchen wir das Abenteuer: ein schmales Sträßchen führt linker Hand über den 1438 Meter hohen Col de la Sinne. Ob der Weg passierbar ist, darüber gibt es im Internet widersprüchliche Aussagen. Also fahren wir doch mal gucken 😉

Schon bald gewinnen wir über eine sehr enge, gemauerte Serpentinengruppe an Höhe. Das unübersichtliche Asphaltband schlängelt sich durch eine beeindruckende Landschaft. Es dauert nicht lang und die Ortschaft Pierlas ist erreicht, fünf Kilometer später der Col de la Sinne. Spätestens jetzt ist klar: alle Sorgen waren unbegründet, die Strecke ist nicht gesperrt und durchgehend asphaltiert.


Der nächste Ort – Ilonse – liegt malerisch auf einer Anhöhe. Von hier an wird die Straße breiter und mündet schließlich in die M 2205, die uns zum Bonette führen wird. Dunkle Wolken in der Gipfelregion lassen uns zögern; erst einmal legen wir noch eine Kaffeepause ein.

Der Regen erwischt und trotzdem, wenn auch nicht mehr so schlimm. Da muss ordentlich was runter gekommen sein, oben am Col, denn auf der Straße liegen immer wieder zerborstene Gesteinsbrocken. Je höher wir kommen, umso banger wird der Blick aufs Bordthermometer. Das zeigt auf knapp 2800 Metern Höhe noch gerade mal 5 Grad – und so geht der Regen nun in kräftige Hagelschauer über.


Ungemütlich ist es und so fahren wir schnell weiter Richtung Barcelonnette. Hinter dem Gipfel ändert sich das Wetter schlagartig: Sonnenschein, blauer Himmel, trockene Straßen – verrückt.


Gegen 18 Uhr treffen wir wieder im Hotel ein und haben jede Menge zu erzählen.


Zwei Stunden später ist auch Ariane wieder da, die den Tag für eine ausgiebige Fototour genutzt hat und mit reichlich Bildmaterial zurückkommt.

Das Abendessen im Hotel „Soleil des neiges“ ist wieder fantastisch. Schade, dass wir morgen schon wieder weiter müssen. Über den Izoard und den Galibier geht es zurück nach Saint Blaise, der letzten Station dieser Reise.

Weiter Richtung Süden

Fahren wir noch einmal auf relativ direkter Strecke durchs Vercors? Oder nehmen wir auf dem Weg nach Barcelonette noch ein paar kurvenreiche Umwege in Kauf? Die Entscheidung ist schnell gefallen: 300 Kilometer sind einfach schöner als „nur“ 240 😉


Zunächst aber gilt es Koffer packen und diese in den Begleitbus laden. So lässt sich unbeschwert Motorrad fahren. Kaum hat Franz-Josef den Transporter vor die Hoteltür gestellt, macht sich hektische Betriebsamkeit bemerkbar.


Gleichzeitig mit unserer Abreise werden die Getränkevorräte im Hotel aufgefüllt. Drei leere Fässer Bier werden über die Terrasse geschoben. Die werden wir doch nicht alle ausgetrunken haben?

Kurz nach neun gehts dann los. Zunächst Richtung Grenoble; schon bald ist Aix-en-Provence ausgeschildert. Die Richtung stimmt. Die erste Kaffeepause legen wir auf dem Col de Arzelier ein. Hans packt das Frühstücksmesser aus und spendiert eine Runde Hartkäse mit Baguette – als kleine Stärkung zwischendurch.


Die nun folgenden Kilometer sind einfach nur ein Traum. Die Straße folgt einer imposante Bergkette, die rechts von uns liegt. Die gezackten Gipfel ragen gen Himmel, wo graue Wolkenfetzen wabern. Dazu scheint die Sonne, die die illustre Szenerie in ein ganz eigentümliches Licht tauchte.

Col de Deux, Col de Croix de Serre Monet und Col de l‘ Allamas sind nur einige der „Pässe“, über die uns die atemberaubende Strecke führt. In Chatillon-en-Diodis findet Stefan ein nettes Lokal, dass früher einmal eine Mühle gewesen sein soll. Die Auswahl ist reichlich, das Essen lecker – Volltreffer! Ich entscheide mich für „Steak frites“ und auch die anderen „Kleinigkeiten“ – wie Muscheln oder überbackene Ravioli wissen zu überzeugen.


Der atemberaubende Gorges des Gats ist das nächste Ziel. Die Straße schlängelt sich durch eine enge Schlucht, in der die Felsen viele Meter hoch in die Luft ragen. Ein paar dunkle Tunnel sind auch dabei.


Den nächsten Fotostopp legen wir am Col de Espreaux ein. In knapp 1200 Metern ist die Landschaft völlig kahl, es sieht aus wie auf dem Mond.


Im weiteren Verlauf bieten sich immer wieder herrliche Ausblicke,


dann erreichen wir die „Route Napoleon“. Jetzt werden die Straßen breiter; nach der Kaffeepause sind es noch gut 80 Kilometer – gegen 18:30 Uhr sind wir im Hotel. Dieter ist mit seiner Gruppe schon da und genießt das Feierabendbier.


Als wir zum Abendessen gehen, geht die Sonne gerade unter, dichte Wolken schieben sich über die Gipfel des Gebirges -ein fast schon gespenstischer Anblick.


Morgen wollen wir die große Pässerunde fahren und am späten Nachmittag am Bonette sein. Deshalb nun: gute Nacht.

Ein ganz anderes Vercors

Läuft sie oder läuft sie nicht? Seit Sonntagnachmittag muckt die 1100 S. Irgendwas scheint mit der Ladereglung nicht in Ordnung zu sein. Nachdem Dieter noch am späten Abend die Batterie getauscht hatte, schien der Fehler zunächst behoben. Ausreichend Spannung war da, die Lichtmaschine lieferte Strom – alles gut.

Nicht so ganz, denn am nächsten Tag muckte der Boxer wieder. Besser mal in die Werkstatt fahren? Fehlanzeige – Montags haben in Frankreich alle Werkstätten zu. Heute dann mit einer „Leck mich a A-Mentalität“ in den Tag gestartet – wird schon irgendwie klappen, zur Not müssen wir schieben? Aber dann siegte die Vernunft.

Ab nach Villard zum BMW-Händler. Der diagnostizierte, dass neue Kohlen für die Lichtmaschine gebraucht würden und der Anlasser auch einen Knall habe. Lieferzeit plus Einbau: gut drei Tage – wenn´s gut geht auch nur zwei.

Keine Option, denn morgen gehts weiter Richtung Barcelonette. „Wenn das so ist“, meinen die Schrauber, man hätte da noch eine verunfallte S in der Garage stehen. Da könne man ja mal schauen, ob die gebrauchten Teile – wenn auch nicht mehr neuwertig – noch funktionieren. Sie tun es und nun läuft der Boxer wieder …

Wir nahmen unterdessen zunächst Kurs auf Autrans, um uns dann Richtung Süden zu halten. Mein Ziel war hingegen die alte D 218, die von Autrans in nördlicher Richtung zum Tunnel von Mortier abzweigt. Die Weiterfahrt ist von dort unterbrochen, doch ein kleiner Forstweg schlägt einen weiten Bogen und führt zurück auf die Hauptroute. Ob das funktioniert, wollte ich gern einmal ausprobieren.


Der Durchfahrt in den Tunnel ist gesperrt. Mit einer kleinen Enduro könnte man sich vorbeimogeln, die Straße soll im weiteren Verlauf nach einem Bergsturz aber unpassierbar sein, also keine Experimente. Vor allem nicht alleine.

Der Forstweg aber ist fahrbar – für Fahrzeuge unterhalb von 3,5 Tonnen. Arg rumpelig und stellenweise ohne Asphalt geht es durch den Wald, vorbei am Abzweig zum Col de la Moliere, von dem aus es eine unbefestigte Abfahrt grobe Richtung Grenoble geben soll.

Der Forstweg selbst endet nach einigen Kilomtern direkt auf dem Col de la Croix Perrin, in 1220 Metern Höhe. Linker Hand das gleichnamige Hotel mit Sonnenterrasse – und weil es schon nach halb elf ist, wird gleich eine Kaffeepause eingelegt. Das war schon mal ein guter Anfang.


Das nächste Ziel ist ein Netz an Forstwegen, das bei Gallmiche abzweigt. Über viele Kilometer geht es auf schmaler Trasse durch den Wald, zum 1440 Meter hoch gelegenen Col de Malaterre.


Bald darauf ist auch ein idyllisches Plätzchen für ein kleines Picknick gefunden.


Den obligatorischen Kaffee zur Verdauung gibt es in Saint-Martin-en-Vercors.


Etliche Cols und Kilometer später. stehe ich am Absperrgitter zum Grands Goulets. Die abenteuerliche Straße durch den Fels darf schon seit Jahren aus Sicherheitsgründen nicht mehr befahren werden. Ein Blick auf die alte Strecke lässt erahnen, was uns da entgeht.


Statt dessen führt jetzt ein langer Tunnel durch den Berg – auch auf der anderen Seite ist die Zufahrt zur alten Trasse versperrt. Logo ;-(


Irgendwie präsentiert sich das Vercors heute in ungewohnten Facetten. Statt vieler Schluchten und enger Straßen überwiegen die weiten Blicke und breiter Asphalt. Auch schön, aber irgendwie anders.
So langsam wird es Zeit ein wenig Sprit nach zu fassen und/oder eine kleine Kaffeepause einzulegen. In bietet sich zu letzterem Gelegenheit, gibt es doch in Sainte-Nazaire-en-Royans eine Bar, die auch lecker Eis verkauft.

Durch den abenteuerliche Gorges de la Bourne geht es schließlich zurück ins Hotel. Kurz vor 18 Uhr sind alle wieder zurück. Da lässt sich das Feierabendbier ganz entspannt genießen.


Abendessen gibt es wieder auf der Terrasse und dann gehts auch schon ab ins Bett. Morgen warten weitere 300 kurvenreiche Kilometer auf uns. Wir fahren weiter Richtung Barcelonette.

Vier Stunden zu spät

Das wird ein wunderbarer Tag werden: Sonne satt, blauer Himmel, kleine Pässe ohne Ende und schmale Straßen, die kaum geradeaus führen.

Gleich nach dem Frühstück gehts los: auf uns wartet eine abenteuerliche Schlucht. Der Weg dorthin: ungewiss. Laut Navi erst mal unbefestigt – entsprechend einiger Berichte im Internet dennoch problemlos fahrbar – in der Realität durchweg asphaltiert. Und die Schlucht? Ein Traum!


Wir fahren uns fast schwindelig. Es geht bergauf und wieder bergab, links rum, rechts rum, dann in abenteuerlichen Kehren und immer wieder durch eine faszinierende Landschaft. Nach gut eineinhalb Stunden atemberaubender Fahrt wird es Zeit für eine erste Pause. In Pont-en-Royans finden wir ein Hotel am Straßenrand, dessen Bar tatsächlich geöffnet hat.


So langsam schiebt sich die Sonne am alten Kirchturm vorbei, nach den ersten 70 Kilometern Aufmerksamkeit, genießen wir die Idylle.


Weiter geht´s Richtung Combe Laval, einer spektakulären Straße, die dem Berg abgetrotzt ist und förmlich an der Felswand hängt. Doch wir kommen vier Stunden zu spät. Seit 8 Uhr ist die Strecke gesperrt. Bis Anfang Oktober sollen die Sicherungsarbeiten dauern. Große Stahltore versperren die Zufahrt, die mit schweren Eisenketten gesichert sind – hier gibt es kein Durchkommen. Schade …


Doch auch die weiteren Schluchten, durch die wir fahren, sind abenteuerlich. Immer wieder laden zudem herrliche Ausblicke zu einem kurzen Fotostopp ein.
Rechtzeitig zum Mittagessen finden wir ein kleines Lokal und begnügen uns mit einer kleinen Vorspeise. Alles sehr lecker, wenngleich Thomas Zweifel zu haben scheint, das Richtige bestellt zu haben …


Die Kaffeepause legen wir in einer kleinen Mühle ein, die Übernachtungen anbietet. Eigentlich ist man hier nicht unbedingt auf nachmittägliche Gäste eingestellt – eine Kanne Kaffee auf der Terasse ist aber für uns drin – und ein paar Kekse gibt es noch dazu.


Während wir die Pause genießen, brummt Dieter vorbei, der wenig später ebenfalls eine Möglichkeit zur Kaffeepause findet.

Kurz nach 18 Uhr sind wir wieder im Hotel. Das Feierabendbier schmeckt; war ein toller Tag heute.


Zum krönenden Abschluss gibt es das Abendessen auf der Terrasse – vor spektakulärer Kulisse.


Dass wir dann noch einen Mondaufgang über den Bergen von Rencurel erleben, ist das Tüpfelchen auf dem i. Schön wars, wir freuen uns schon auf morgen …

Auf dem Weg ins Vercors

Diesmal lag der Wetterbericht richtig. Nach einer regenreichen Anfahrt war für den Sonntag nur Sonne versprochen. Und die schob sich, schon am frühen Morgen, über die Berge. Punkt acht Uhr stürmten wir das Frühstücksbüffet und stärkten uns für die vor uns liegenden Kilometer.


Kurz nach 9 Uhr brummten dann die Motoren. Der „Grand Columbier“ war das erste Ziel. Auf kleinen kurvenreichen Straßen – die manchmal noch im Morgennebel lagen – unternahmen wir einen kleinen Schlenker gen Westen und knackten so schon bald die 1.000 Meter-Marke. Auf der Fahrt hinunter ins Tal fand sich sogar eine Bar, die offen hatte und in der Motorradfahrer ausdrücklich willkommen waren.


Über den kurvenreichen „Mont du Chat“ fuhren wir nach Chambery, wo Dieter – mitten im Zentrum, im Schatten der imposanten Kirche und unter alten Bäumen ein nettes Lokal zur Mittagsrast fand. Ein leckerer Teller mit heimischem Käse, etwas Wurst und Schinken – garniert mit ein paar Walnüssen – war da genau das Richtige.


Nach dem Essen galt es erst einmal Chaos zu veranstalten: vorsichtshalber wollten wir tanken, an der Tanke selbst gab es aber nur zwei Zapfsäulen mit Barzahlung und vier mit Karte – die natürlich nicht bei allen funktionierte. Also würden die Motorräder hin und her geschoben, bis alle an der Zapfsäule standen, an der es auch Sprit gab. Derweil wurde die Schlange wartender Autos immer länger …


Auf herrlich kleinen Straßen ging es immer weiter Richtung Süden – durch eine erste atemberaubende Schucht.


Allein die Suche nach einem Café gestaltete sich am Nachmittag schwierig. Also legten wir unterwegs nur eine kleine Pause am Straßenrand ein, um uns wenigsten ein wenig die Füße vertreten zu können. Ich nutze die Gelegenheit, um schon mal ein weites Stück vorauszufahren, versprach doch eine der kleinen „Ds“ spektakuläre Bildmotive.
Ich musste lange fahren, bis ich einen geeigneten Platz finden konnte. Auf einer kleinen Anhöhe passt alles. Links eine Wiese mit alten Bäumen vor hohem Fels. Rechts eine Herde Schafe. Vor mir eine Straße, die sich kurvig ins Tal schlängelte und aus der Richtung, aus der die Moppeds kommen sollten, ein riesiger Berg, der von der Abendsonne beschienen wurde, als Hintergrund – Idylle pur.


Jetzt mussten nur noch die Motorradfahrer kommen – aber sie kamen nicht. Eine kleine Panne hatte für Zeitverzögerung gesorgt, so dass Dieter – der mich viel früher vermutete – ausgerechnet jenen Schlenker über die kleine Straße wegließ – an der ich wartete. So ein Ärger aber auch.

Nach diesem Missverständnis wurde es dann doch etwas später, bis alle im Hotel waren – Hauptsache, es war nichts passiert. Zudem waren die Versuche, die „schwächelnden BMW“ wieder zum Leben zu erwecken (zunächst) erfolgreich. Insofern: alles gut 😉


Morgen wollen wir eine erste kurvenreiche Runde durchs Vercors unternehmen.

Highway to hell

Was für eine Anfahrt nach Saint Blaise! Und dabei hatten wir das doch so schön geplant …


Zunächst durch die Pfalz nach Kandel und da noch mal volltanken. Dann über die A35 Richtung Straßburg und über Colmar weiter nach Basel. Rüber in die Schweiz und dann ganz entspannt immer Richtung Süden. Denn schneller als 120 km/h sind im Land der Eidgenossen sowie so nicht erlaubt.

Meist lag das Tempo deutlich drunter. Denn irgendwie schien die ganze Schweiz an diesem Samstag Richtung Bern unterwegs zu sein. Die Autobahn war so voll, dass die Beschreibung „zähfließender Verkehr“ noch geschmeichelt war.


Das kostete natürlich Zeit, so dass ich erst gegen 18:30 Uhr im Hotel eintraf – ich war allerdings auch erst um 10:30 Uhr losgefahren. Beim Einchecken erfuhr ich dann auch, wo die nächste Tankstelle war. Doch die ließ sich um diese Uhrzeit nur noch per Automat bedienen. In Frankreich oft ein Abenteuer ;-(

Also EC-Karte rein und die Pinnummer eingetippt. Das funktionierte schon mal. Jetzt die Zapfsäule ausgewählt und die Zapfpistole mit „Gasole“ ausgewählt. Doch jetzt passiert erst mal nichts. Erst als ich die EC-Karte aus dem Schlitz ziehe, fließt der Diesel. Das muss einem doch mal gesagt werden …


Auf dem Weg zurück ins Hotel bietet sich ein herrlicher Blick in ein von der Abendsonne beschienene Tal nahe Annecy. Herrlich!


Bald darauf gibt es Abendessen. Drei Gänge, die zu überzeugen wissen. Schon die Vorspeise einfach nur lecker.


Auch die Hauptspeise: ein Genuss!


Und erst der Nachtisch: ein kleines Schokotörtchen mit warmer Schokofüllung. Mmmhm …


Müde und zufrieden gehen wir wenig später zu Bett. Morgen wollen wir gemeinsam ins Vercors fahren.


Gute Nacht.

Naturgewalten

Mitte Juli waren wir in Obertauern und haben dort herrliche Tage im Hotel Solaria verlebt. Heute erreicht uns über Facebook die folgende Hiobsbotschaft: Gewaltige Regenschauer habe zahlreiche Geröll-Lawinen ausgelöst, so dass am Tauernpass nichts mehr geht. Obertauern ist nicht mehr erreichbar.


Auch wir haben am Tauernpass ein Gewitter erlebt. Das war aber harmlos.

Wir drücken Euch die Daumen, dass die Straßen bald wieder befahrbar sind. Nachfolgend der Original-Post des Hotel Solaria.

Aktuelle ANREISE INFORMATION:

Leider wird unsere Region – so wie der halbe Alpenraum – derzeit von heftigen Unwettern mit Starkregen und Hagel heimgesucht. In der letzten Nacht kam es zu zahlreichen Überschwemmungen und auch Vermurungen der B99 beiderseits des Passes.

Zwar soll sich das Wetter morgen (07.08.2017) beruhigen – siehe http://www.zamg.ac.at/cms/de/wetter/wetteranimation – aber auch für heute Nacht sind noch einmal ausgiebige Niederschläge angesagt.

Im Moment ist Obertauern auf der Straße nicht erreichbar, die B99 ist sowohl zwischen Obertauern und Untertauern (aus Salzburg kommend) wie auch zwischen Obertauern und Tweng (aus Richtung Graz & Villach kommend) gesperrt.

Nach derzeitigem Wissensstand wird die Südseite voraussichtlich morgen wieder geöffnet werden können.

Die Nordseite Richtung Untertauern wird voraussichtlich noch gesperrt bleiben.

Unter https://www.oeamtc.at/verkehrsservice wenn man im Suchfenster noch b99 eingibt, bekommt man die aktuelle Meldung.

Auf http://www.asfinag.at/ werden auch die aktuellen Behinderungen sehr gut angezeigt

Voraussichtlich wird morgen also die Anreise nach Obertauern nur über die Südrampe Mauterndorf, Tweng, Obertauern möglich sein.

Aus der Richtung von Salzburg bedeutet das, dass die Anreise nur über die A10 und den Tauerntunnel bei Flachau möglich sein wird. Bitte also nicht vergessen spätestens am Grenzübergang Walserberg eine Autobahn-Vignette zu kaufen. Preis für die 10 Tages Motorradvignette sind € 5,10, PKW € 8,10 (http://www.asfinag.at/maut-vignette/vignette/).

Der Sölkpass als Alternative zum Tauerntunnel ist derzeit auch gesperrt.

Anreise von Norden über die A10 Tauernautobahn Richtung Villach bis Ausfahrt St. Michael im Lungau. Durch St. Michael i.L. durchfahren dann links auf die B99 einbiegen und dieser über Mauterndorf und Tweng bis Obertauern folgen.

Fotoalbum vom Endurowandern

Herrlich war sie, die Woche Endurowandern – vom Hotel Solaria in Obertauern nach Ravascletto im Friaul und wieder zurück. Christian – Chef vom Solaria und zugleich unser Guide – hat seine Bilder in einem kleinen Album zusammenfasst.

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Du findest die Fotos unter folgendem Link:

Fotoalbum Christian

Aufbruch im Morgengrauen

Es geht nach Hause – nach einer herrlich kurven- und erlebnisreichen Woche des Motorradfahrens. Die völlig überflüssigen Kontrollen an der österreichisch-deutschen Grenze – die häufig kilometerlange Staus verursachen (und sich abseits der Autobahn „von bösen Buben“ problemlos umfahren lassen) – bringen so manchen dazu, schon vor dem Frühstück zu starten.


Auch mein Wecker klingelt morgens um fünf. Als ich auf den kleinen Balkon meines Zimmers trete, um mal nach dem Wetter zu schauen, steigt gerade Stefan auf sein Motorrad. Er will die knapp 700 Kilometer bis nach Hause fast durchweg auf Landstraßen zurücklegen.

Um zwanzig nach fünf brummt der Ducato. Dichte Wolkenschwaden hängen in den Bergen, der Tag bricht so langsam an.


Schnell ist die Autobahn erreicht. Die Grenze rückt näher. Ich muss auf die rechte Spur, die extra für Busse, Lastwagen und Kleintransporter eingerichtet wurde, werde aber durchgewunken. In ein paar Stunden wird es hier anders aussehen.

Auch der Münchner Ring lässt sich problemlos passieren, ebenfalls die vielen Baustellen auf der A3. In der Gegenrichtung hingegen auch jetzt schon viel Verkehr und zahlreiche Staus. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.

Es bleiben viele Erinnerungen und schöne Erlebnisse – tolle Strecken, faszinierende Landschaften, nette Teilnehmer und ein kleiner Aufreger, am letzten Tag, beim letzten Anstieg hinauf nach Obertauern: Nach einem sportlichen Überholmanöver wird einer der Teilnehmer von einem am Straßenrand stehenden Polizisten herausgewunden. Geahndet wird schließlich kein Tempoverstoß oder das Überfahren einer durchgezogenen Linie, nein, das Fehlen des in Östereich vorgeschriebenen Verbandskasten wird bemängelt. Kostet 15 Euro und sorgt für hitzige Diskussionen beim Abendessen.


Wir kommen trotzdem wieder. Das „grenzenlose Motorradfahren“ hat uns wieder gefallen, in den Hotels Solaria und im Bellavista habe wir uns gut aufgehoben gefühlt. Dank an die Tourguides, die wieder einen tollen Job gemacht haben und an Christian, für die grandiosen Endurowanderungen. Nicht zu vergessen die gute Küche sowie die freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Hotels – es hat einfach alles gepasst. Danke.

Von Alm zu Alm

Den letzten Tag unserer Endurowanderung rund um Obertauern lassen wir beschaulich angehen. Keine große Strecke, lieber ein paar geschotterter Abstecher in die Berge.


Um 9 Uhr starten die beiden „Straßengruppen“, wir Enduristen gut eine Stunde später. Die 1200er RT von Jörg verliert am Hinterrad Luft – im Augenblick zeigt die interne Abzeige gerade einmal 0,3 bar. Also wird der Komprossor angeworfen,  ordentlich Luft aufgepumpt und dann der nächste Reifenhändler in Tamsweg angefahren. Der ist von Christian, dem Wirt vom Solaria, schon informiert und verspricht, umgehend einen neuen Reifen aufzuziehen.


Wir fahren derweil Richtung Radstadt. Eine endlose Autokolonne kommt uns entgegen. Stoßstange an Stoßstange quälen sich Wohnwagengespanne und Wohnmobile den Tauernpass hinauf – vor dem Tunnel, unten im Tal, scheint wohl Blockabfertigung abgesagt.

Auf Nebenwegen geht es zunächst Richtung Schladming, so dass wir auf der „Trinkeralm“ das erste Kaffeepäuschen einlegen können.


Eine schön geschotterte Trasse führt durch den Wald auf fast 1700 Meter hinauf. Kaum haben wir auf der Terrasse Platz genommen, kommt auch schon die Sonne heraus. Die Aussicht ist ein Traum und so genießen wir die Zeit hoch oben am Berg.


Ein paar Kilometer weiter östlich liegt die Reiteralm. Ein kleines mautpflichtiges Sträßchen führt vorwiegend unbefestigt zu dieser Alm. Auch hier ist die Aussicht unbeschreiblich.


Wieder sitzen wir bei bestem Wetter im Freien und genießen erst einmal ein großes Glas Buttermilch. Dann wird die Speisekarte studiert. Das Bauernfrühstück – mit Bratkartoffeln, Speck, Salat und Spiegelei – sticht uns ins Auge. Das letzte Mittagessen auf einer Alm darf durchaus etwas deftiger sein.


Auf dem Weg hinunter ins Tal stoppt Christian kurz und fragt, was wir mit dem angebrochenen Nachmittag anfangen wollen? Auf kleinen (asphaltierten) Straßen Richtung Dachstein und dann zurück nach Obertauern fahren? Oder gleich Richtung Hotel und am Radtstädter Tauern noch einen geschotterten Abstecher zur Tauernkar-Alm unternehmen? Keine Frage, wie für Entscheidung ausfällt, oder?

Noch einmal lassen wir es munter laufen und stürmen auf ruppigen Waldwegen stetig bergan. Am Ende der fünf Kilometer langen Stichstraße stoßen wir auf ein Idyll: eine romantische Almhütte im Schatten eines mächtigen Bergmassivs, neben der Terrasse grasen ein paar Kühe und zu allem Glück scheint auch noch die Sonne.


Drinnen wird auf offener Flamme gekocht so dass es immer wieder nach verbranntem Holz riecht. Als die Wirtin dann fragt, ob wir zum Kaffee auch einen Apfelstrudel wollen, können wir nicht nein sagen – das muss jetzt einfach sein.


Satt und zufrieden treten wir die Heimreise an. Jetzt lassen wir die Enduros nur noch beschwingt über den Schotter rollen.


Noch ein kurzer Fotostopp am mystisch im Wald liegenden Hinterkar-See, dann geht es noch einmal den Radstädter Tauern hinauf.


Gegen 17 Uhr sind wir wieder am Hotel Solaria, dann wird „verladen“. 20 Minuten später steht die DR 650 im Ducato und ein Blick aufs Profil zeigt: wir haben doch ordentlich was weggerubbelt 😉


Schön war sie, die Woche in Obertauern und Revascletto. Sowohl auf der Straße, wie auch beim Endurofahren, haben wir ordentlich was erlebt. Unter dem Motto „senza confini“ – was soviel wie grenzenloses Motorrad fahren heißt – bietet Christian vom Hotel Solaria eine solche Woche für alle Motorradfahrer an, die in einer (kleinen) Gruppe unterwegs sind: als Straßen- und/oder als Endurotour.

Mehr Bilder von „unserer“ Motorradwoche findest Du bei Facebook unter http://www.facebook.com/kurvenfieber.

Uns hat es Spaß gemacht, wir freuen uns auf ein Wiedersehen – vielleicht im September im Vercors? Info-Anfragen gerne unter kurvenfieber@mac.com