Archiv des Autors: kurvenfieber

Das Abenteuer geht weiter

So langsam schieben sich hoffnungsvoll stimmende blaue Flecken durch das dunkle Grau am Himmel; der Tag verspricht schön zu werden. Schön wäre es auch, wenn der Ducato schnell repariert werden könnte. Das ist leider immer noch ungewiss. Doch der kaputte Begleitbus sollte nicht das einzige Problem des Tages werden.


Wir starten wieder kurz nach 9 Uhr. Stefan fährt als Erster los, meine Gruppe etwas später. Doch als ich den Motor der alten G/S starte, leuchtet die Batteriekontrolle auf. Irgendetwas stimmt mit der Spannung nicht. Dank nagelneuem, multifunktionalem Tacho von Acewell sehe ich, dass mehr als 12,3 Volt nicht anliegen. Das muss bis zur ersten Kaffeepause reichen, denke ich mir, da werde ich Stefan treffen und dann finden wir eine Lösung. Also los.

Wir folgen von Ulvik aus dem malerischen Osafjorden, fahren durch einen Tunnel mit Kreisverkehr und dann über eine imposante Hängebrücke, auf die Straße mit der Nummer 7. Schon bald gewinnen wir mächtig an Höhe und passieren immer wieder spektakuläre Felsdurchbrüche. Nebel macht sich breit, der teilweise bis in die dunklen Tunnel zieht.

Minutenlang ist die Sicht gleich Null. Dann haben wir die Hochebene der Hardangervidda erreicht und schrauben uns schnell auf über 1000 Meter hoch. Nur Felsen, Moose, Flechten und kleine Seen – mehr gibt es hier oben nicht. Und doch sind die Ausblicke faszinierend.


An der „Halne Fjelstova“, in 1140 Metern Höhe, treffen wir Stefan beim Kaffee. Mittlerweile liegt die Bordspannung noch bei knapp 12 Volt. Schnell werden Werkzeug und Messgerät ausgepackt und abgeschraubt, was der Fehlerdiagnose im Weg ist. Am Ende bleibt die Vermutung, dass der Regler defekt ist.

Was tun? Der nächstgrößere Ort ist Geilo. Vielleicht finden wir da ein Werkstatt. Doch weder der örtliche Mazda-Händler noch ein Snowmobile-Händler können (oder wollen) und mit einem Regler aushelfen. Nun ist guter Rat teuer.

Rund 190 Kilometer sind es noch bis zum Hotel. „Der Motor müsste bis zu einer Spannung von 8 bis 10 Volt noch laufen“, meint Stefan. Derzeit liegen wir bei 11,8 Volt – 0,2 Volt Verlust auf gut 40 Kilometer, das könnte passen. Also beschließe ich, umgehend alleine weiter zu fahren, so lange es irgendwie geht. Vielleicht reicht es ja noch bis zum Hotel. Stefan würde die Gruppe, die in Geilo zum Mittagessen eingekehrt war, abholen und den gleichen Weg wie ich fahren. So habe ich im Zweifel wieder Unterstützung.

Die Straße 50 führt durch das malerische Sudndalen. Für die tolle Landschaft habe ich (leider) nur wenige Blicke übrig, ich fixiere das Voltmeter und freue mich über jeder Schwankung zum Positiven. Die vielen Tunnel, durch die ich fahren muss, bereiten mir zunehmend Sorge. Viele sind kilometerlang, stockfinster und ohne Ausweichmöglichkeit. Zwar liegt die Spannung immer noch deutlich über 10 Volt, trotzdem schwingt die Überlegung mit, hier vielleicht liegenzubleiben. Kein schöner Gedanke. Also wird der Hauptschweinwerfer nur eingeschaltet, wenn es gar nicht anders geht, ansonsten muss das Standlicht reichen – Strom sparen ist angesagt.

In Aurland zweigt der mit 25 Kilometern längste und noch dazu futuristisch beleuchtete Straßentunnel Richtung Laerdal ab. Es gibt aber auch eine atemberaubende Panoramastraße, die über den Berg führt. Die will ich mir, trotz zunehmend schwächelnder Spannung im Bordnetz nicht entgehen lassen.

Schmal und kehrenreich ist die Straße in den Hang trassiert. Auf den ersten Kilometern bieten sich atemberaubende Blicke auf den engen Aurlandsfjord, der sich – was die beeindruckende Erscheinung betrifft – hinter dem Geiranger nicht verstecken muss.

Bis auf gut 1300 Meter schraubt sich das schmale Asphaltband hinauf. Am Straßenrand finden sich noch mächtige Schneereste, in kleinen Seen schwimmen eigentümlich blau funkelnde Eisbrocken. Nicht zu unrecht trägt diese herrliche Verbindungsetappe  den Namen „Schneestraße“. Fotomotive noch und nöcher. Wie gern hätte ich mal angehalten und ein Bild gemacht. Doch ich muss zusehen, dass ich weiterkomme. Die Spannung liegt nur noch bei 10 Volt und es sind noch gut 60 Kilometer.

Bei der Abfahrt nach Laerdal fallen die Werte dramatisch. Das Navi will sich mangels ausreichender Bordspannung immer wieder ausschalten. Jetzt wird es eng. Bis zum Hotel komme ich sicher nicht mehr. In Laerdal ist die Bordspannung schon unter 8 Volt gefallen. Ein vier Kilometer langer Tunnel würde mich zum Fähranleger nach Kaupanger führen. Doch den werde ich nicht mehr befahren. Ich halte am Straßenrand – und schon geht der Motor aus. Fast wie eine Fügung.

Zwei Telefonanrufe mit dem ADAC und dem norwegischen Automobilclub später steht Andres mit seinem Abschleppwagen bei mir. Er macht mir Mut. In Sogndal, nicht weit vom Hotel entfernt, gäbe es einen Motorradhändler. Da würde er meine Maschine hinbringen und mich dann am Hotel absetzen.


Also verladen wir die BMW und fahren los. Vielleicht wird ja morgen alles wieder gut.

Ein Tourtag mit Hindernissen

Die Nacht war erfreulich ruhig, der Sturm, der vor der Küste Dänemarks tobte, legte sich schnell, so dass wir ruhig schlafen konnten. Bis gegen halb sechs, dann weckte uns die Stimme aus dem Lautsprecher, die alle, die in Stavanger von der Fähre geben wollten, daran erinnerte, dass man  gleich anlegen würde.

Was tun, wenn man wach ist? Richtig: frühstücken. Um diese Uhrzeit war noch viel Platz im Restaurant, so dass es noch einen freien Tisch mit Blick aufs Wasser gab. Nach und nach kamen die anderen dazu; gegen 9:00 Uhr war es dann an der Zeit für einen ersten „Spaziergang“ an Deck.


Der Blick auf die vorbeiziehende Fjordlandschaft – einfach malerisch. Auch wenn dichte Wolken in den Bergen gingen, die Aussicht war phänomenal. Gegen 12:30 Uhr erreichten wir den Zielhafen in Bergen. Die „regenreichste Stadt Europas“ empfing uns ohne ihrem Namen gerecht zu werden. Der Regen kam dann später …

Zunächst klemmten wir uns ein Stück auf die E16, um dann auf die 7 Richtung Hardangerfjord abzubiegen. Kaum gewann die Straße an Höhe, öffnete der Himmel kurzzeitig seine Schleusen. Also raus auf den nächsten Parkplatz und die Regenkombi an. Ein Stopp, der sich wenig später als „Glücksfall“ erweisen sollte. Dann Franz-Josef überholte uns mit dem Bus – und blieb bald darauf liegen. Irgendetwas klackert laut im Motorraum.


Als wir zunächst an ihm vorbeifuhren, stand er schon mit geöffneter Motorhaube am Straßenrand. Das haben wir natürlich erst im Rückspiegel gesehen. Also schnell wenden und gemeinsam beratschlagen, was zu tun ist. Am besten, den ADAC anrufen. Die sollen einen Pannenhelfer schicken. Bis zu eineinhalb Stunden würde das dauern, hieß es am Telefon.

Gemeinsam warten ist Quatsch. Also versprachen wir Franz-Josef im Telefonkontakt zu bleiben und fuhren schon mal weiter.

Bald darauf ludt der Steinsdalsfossen zu einem Fotostopp nebst Kaffeepause. Der mächtige Wasserfall stürzt sich tosend in die Tiefe und nimmt dabei so viel Schwung, dass man hinter der „Wasserwand“ her laufen kann. Ein beeindruckendes Bild.


Auf manchmal recht schmalen und immer wieder kurvenreichen Straßen folgten wir anschließend dem Verlauf des Hardangerfjord. Der hat sich tief ins Landesinnere gegraben – bis nach Ulvik, wo direkt am Ufer – sehr malerisch gelegen – unsere Hotel stand.


Derweil saß Franz-Josef im Taxi zum Flughafen, um ein Leihauto zu organisieren. Der Ducato hat vermutlich einen Schaden am Turbolader und war abgeschleppt worden. Jetzt musste ein Auto organisiert werden, um die Koffer ins Hotel bringen zu können.

Zur Verfügung stand zunächst ein C1, weil mehr der ADAC nicht bezahlen würde. Gegen Aufpreis wurde es dann ein Volvo C60, in den das Gepäck geradeso passt. Zwanzig nach zehn kamen Franz-Josef und Moni im Hotel an – fix und alle.


Morgen früh werden wir in der Werkstatt anrufen und erfragen, wie es weitergehen wird. Hoffentlich ist eine Reparatur in den nächsten Tagen möglich

Um halb acht gibt es Abendessen …

Die Regenschauer des gestrigen Tages – vergessen. Heute ist der Himmel blau und die Sonne scheint. So kann es bleiben.


Nach einem leckeren Frühstück machen wir uns um 9 Uhr auf den Weg gen Norden. Gut 400 Kilometer liegen vor uns, wenn wir gegen 18 Uhr spätestens am Fährhafen von Hirtshals sein wollen, werden wir nicht umhin kommen, mindestens bis Mittag Autobahn zu fahren.

Der Grenzübertritt nach Dänemark macht Vielreisenden deutlich, was uns Europa auch gebracht hat: offene Grenzen, an denen jetzt – pro forma – wieder kontrolliert wird. Die Folge: lange Staus und Wartezeit, schrecklich. 20 Minuten lang geht es nur im Schritttempo vorwärts, dann haben wir die „Border-line“ passiert. Fortan geht’s nur noch mit 110 km/h, allenfalls 130 km/h vorwärts.

Gegen 10:30 Uhr geht’s runter von der Piste. In Harderslev finden wir eine Bäckerei, die auch Kaffee verkauft und legen einen ersten Stopp ein. Dann geht es wieder für eineinhalb Stunden auf die E45. In Hadstein machen wir Rast an einer Tanke, der ein kleiner Imbiss angeschlossen ist – gut 170 Kilometer liegen jetzt noch vor uns.


Autobahn oder Landstraße? Beides irgendwie langweilig, denn jenseits der E45 sind maximal 80 km/h erlaubt, oft noch weniger. Da wir nicht schon um kurz nach 16 Uhr in Hirtshals sein wollen, geht’s nach einem kurzen Abstecher auf die Autobahn letztlich doch auf Landstraßen immer weiter gen Norden.

Die obligatorische Nachmittagskaffeepause verschiebt sich dabei deutlich nach hinten – es findet sich nichts, was eine Einkehr lohnen würde. Allenfalls ein Mc Do, aber das wollen wir auch nur, wenn es gar nicht anders geht.

Geht aber – in Sulstedt, am Ende einer leicht zu übersehenden Nebenstrecke, finden wir einen Kro. Man würde im Wintergarten zwar gerade eine Geburtstagsfeier ausrichten, aber im eigentlichen Gastraum könne man uns gern einen Kaffee servieren, macht die Besitzerin deutlich.


Das ist die typische skandinavische Gastfreundschaft: bei uns hätte man uns die Tür mit einem Hinweis auf die geschlossene Gesellschaft vor der Nase zugeknallt, hier sind wir herzlich willkommen. Ebenso des morgens beim Bäcker: eigentlich hätten wir ein Märkchen ziehen müssen, was wir aber nicht wussten. Bedient wurden wir trotzdem äußerst freundlich.

Nach dem nachmittäglichen Kaffeestopp warten noch gut 70 Kilometer auf uns. Gegen 17:30 Uhr rollen wir im Fährhafen ein. Franz-Josef ist mit dem Begleitauto schon da. Länger als erwartet müssen wir waren, bis das Boarding beginnt. Aufgrund schwerer See läuft die Fähre deutlich später als geplant in den Hafen ein.


Für das  skandinavische Buffet hat es trotzdem zeitlich noch gereicht, obwohl insbesondere ein Teilnehmer ab 19:30 Uhr sichtlich nervös wurde. Da sollte wir eigentlich schon im Bordrestaurent sitzen, standen aber immer noch im Hafen.

Nach dem Essen genießen wir noch einen herrlichen Sonnenuntergang, dann geht’s in die Koje zum Schlafen.


Sonntagmittag werden wir Bergen erreichen, von dort aus geht es dann entlang des Hardangerfjord bis nach Ukvik. Hoffentlich hält das Wetter.

Immer Richtung Norden

Die Moppeds stehen im Ducato, der Kaffee ist gekocht, die Brötchen sind geschmiert – dann kann es ja los gehen. Bis nach Kropp, linkerhand von Kiel, führt die erste Etappe. Da wollen wir uns treffen, um am Samstag gemeinsam zu unserer Norwegentour aufzubrechen.

So ein Freitag ist nicht gerade der ideale Anreisetag, zumal im Norden so langsam die Ferien beginnen. Aber – da wir insgesamt nicht viel mehr als eine Woche Zeit haben, muss der Freitag eben mit.

Über die A5 geht’s immer Richtung Norden, weiter dann auf der A7. Trotz endloser Lastwagenkolonnen und unzähliger, oft kilometerlanger Baustellen mit Fahrbahnverengungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen läuft der Verkehr erstaunlich flüssig. Bis kurz vor Hamburg – da wird’s, wie immer, richtig zäh.


Elbtunnel oder Köhlbrandbrücke? Das Navi empfiehlt Letzetes. Doch auch da scheint sich der Verkehr richtig zu stauen. Zudem fängt es auch noch an zu regnen. Ich zögere, ordne mich schon mal rechts ein und entscheide mich dann doch für den Tunnel.

Für ein paar Kilometer läuft’s, dann kommt die nächste Großbaustelle. Wieder zähfließender bis stehender Verkehr. Also runter von der Autobahn und weiter über Land. An der nächsten Anschlussstelle sieht es nicht besser aus, also fahre ich über die B77 meinem Ziel entgegen.


Unterwegs schüttet es immer wieder minutenlang wie aus Eimern, so dass ich letztlich doch ganz froh bin, heute im Ducato zu sitzen. Den übernimmt morgen Franz-Josef, und ich kann Motorrad fahren.

Kurz nach 18 Uhr bin ich da, die letzten stellen ihre Maschinen gegen 19:30 Uhr auf dem Hotelparkplatz ab – nach gut 400 Kilometern Landstraße!

Morgen gehts durch Dänemark zur Nachtfähre nach Norwegen, am Sonntagmittag werden wir Bergen erreichen. Der Wetterbericht verspricht noch Sonnenschein 😉

Nur das untere Viertel

Heute in einer Woche, also am nächsten Freitag, starten wir in Richtung Norwegen. Vom Treffpunkt nahe der Grenze geht es einmal quer durch Dänemark und von Hirtshals mit der Nachtfähre nach Bergen.

Unsere letzte Reise, die uns nach Skandinavien geführt hat, hatte die Lofoten zum Ziel – jene kleine Inselgruppe im oberen Drittel dieses faszinierenden Landes, die unterhalb von Tromsø ins Meer ragt.

Diesmal steht das atemberaubend-abwechslungsreiche Fjordland auf dem Programm. Die Rosenstadt Molde wird der nördlichste Punkt sein, an dem wir übernachten. Nach einer Fahrt über die spektakuläre Atlantikstraße geht’s  mit jedem Tag ein Stück weiter zurück in den Süden, bis wir schließlich Oslo erreicht haben. Da entern wir dann die Nachtfähre, die uns nach Kiel bringen wird.

Acht abwechslungsreiche Fahrtage liegen vor uns. Auf jeden einzelnen freuen wir uns. Klar, dass wir hier berichten werden, was wir so alles erleben.


Einen weiten Bogen von Bergen nach Oslo schlagen wir bei unserer Reise durch Norwegen.

Eine ganz besondere Reise

Wir wollen noch einmal für unsere Norwegen-Reise werben – sind uns doch in den vergangenen Tagen gleich zwei Teilnehmer „abhanden“ gekommen. Der eine muss ausgerechnet zum Tourstart ins Krankenhaus und der potentielle Nachrücker liegt schon drin. Bei einer Tour am Wochenende auf einer Ölspur ausgerutscht …

Unsere Reise in den Norden findet trotzdem statt. Nur wäre es schön, wenn wir das derzeit freie habe Doppelzimmer noch mit einem interessierten Motorradfahrer belegen könnten. Und so hoffen wir auf einen kurzfristigen Interessenten, der sich diese ganz besondere Reise nicht entgehen lassen will.

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Ungewöhnliche Eindrücke verspricht die Reise nach Norwegen. Vor allem die Landschaft fasziniert.

Los gehts am Freitag, den 8. Juli 2016. Da treffen wir uns des abends im „Wikingerhof“ nahe der Grenze zu Dänemark. Am Samstag fahren wir dann gemeinsam Richtung Küste und „entern“ am Abend die Nachtfähre nach Bergen. Ganz entspannt geht es mit dem Schiff mitten hinein ins abenteuerliche Fiordland. Die beiden langen Fährpassagen sind mit ein Grund für den zugegeben hohen Reisepreis. So haben wir aber keinen Reisestress und sind gleich am Ziel unserer Träume.

Sonntagmittag erreichen wir die alte Hansestadt Bergen und fahren entlang des majestätischen Hardangerfjord ins erste Hotel. Bei Interesse können wir auch einen Abstecher zu den spektakulären Serpentinen der „Stahlheimskleiva“ unternehmen …

Über die Hochebene des Hardanger-Gebirgsmassivs nehmen wir dann Kurs auf die atemberaubende Landschaft des Sogndal. Hier legen wir einen Zwischenstopp ein, um Zeit für eine kurzweilige Motorradtour durch Jotunheimen – dem „Reich der Riesen“ – zu haben. Zwei der höchstgelegenen Passstraßen Norwegens führen durch das mystische Gebirge, die müssen wir natürlich unter die Räder nehmen.

Vorbei am ewigen Eise des „Jostedalsbreen“, einem mächtigen Gletscher, wollen wir die nächsten Highlights dieser außergewöhnlichen Tour entdecken: den malerischen Geirangerfjord und – über den Adlerweg – dann hinüber zum „Trollstign“, einer beeindruckenden Serpentinengruppe, die sich ganz eng an das Bergmassiv mit der Trollwand schmiegt.

Den nördlichsten Punkt unserer Reise erreichen wir hinter Mode, wenn wir über die Atlantikstraße fahren, die in weiten Bögen direkt entlang der Küste und stellenweise auch übers Meer führt. Fantastisch. Dass es anschließend durch den tiefsten Tunnel und die längste Hängebrücke Norwegens geht, erwähnen wir nur noch am Rande …

Am Samstagmittag erreichen wir Oslo und fahren über Nacht mit der komfortablen ColorLine nach Kiel. Die Hansestadt werden wir am frühen Sonntagmorgen erreichen. Wer die Anfahrt zum ersten Hotel mit Auto und Hänger unternommen hat, braucht eine gute Stunde dorthin, ansonsten gehts ab Kiel direkt nach Hause.

Während der Tour werden wir in zwei Gruppen unterwegs sein, um unterschiedlichen Interessen Rechnung tragen zu können. Für alle, die die fantastische Landschaft in Norwegen besonders intensiv erleben wollen, bieten sich zahlreiche (ganz legale) Abstecher auf zahlreiche Naturstraße an. Für alle, die lieber auf Asphalt fahren, gibt es immer eine „richtige“ Straße außen rum. Natürlich nehmen wir auch wieder unseren Begleitbus mit, so dass Du alle Etappen ohne Gepäck zurücklegen kannst.

Diese tolle Tour können wir Dir, inclusive der Fährpassen von Hirtshals nach Bergen sowie von Oslo nach Kiel in einer Zweibett-Kabine (einschließlich Dinner-Buffet am Abend und Frühstück an Bord),  sieben Übernachtungen in komfortablen Hotels mit leckerem Abendessen und Frühstück, acht geführten Motorradtouren, Begleitbus für den Gepäcktransport und einigen anderen „Extra“ für 2.455 Euro anbieten.

Da wir Norwegen nicht so oft im Programm haben, wäre unsere Tour eine gute Gelegenheit das faszinierende Fiordland kennenzulernen. Termin ist der 8.7. bis 17.7.2016 (zehn Tage). Von unserer letzten Reise, die hoch bis zu den Lofoten führte, schwärmen unsere Teilnehmer noch immer …

Für Rückfragen stehen wir unter kurvenfieber@mac.com gern zur Verfügung und würden uns riesig freuen, noch einen einzelnen Motorradfahrer für das freie halbe Doppelzimmer begeistern zu können. Es lohnt sich – ganz bestimmt 😉

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Immer wieder führt unsere Reise durch Norwegen über spektakuläre Straßen – wie hier den Trollstigen, oberhalb des Geiranger Fjordes, der selbstverständlich ebenfalls auf unserer Route liegt.

Jetzt geht es wieder nach Hause

Wie kommen wir wohl durch den Gotthard? Das ist die Frage, die uns schon seit gestern Abend beschäftigt. Der übliche Rückreiseverkehr und die Feierlichkeiten zur Inbetriebnahme des neuen Eisenbahntunnels lassen Schlimmes befürchten. Zumal die Schweizer Medien seit Tagen vor erhöhtem Verkehrsaufkommen warnen.

Also besser über den Pass? Oder gleich zum San Bernadino ausweichen? Auf alle Fälle früh los! Ab 7 Uhr gibt’s Frühstück, irgendwie bis ich schon um 5:30 Uhr wach. Eigentlich könnte ich …


Schon früh am Morgen ist es taghell.

Aber so ganz ohne Frühstück, das ist auch nichts. Außerdem muss ich noch zwei Koffer mitnehmen. Also wird es viertel vor acht, bis ich endlich loskommen. Die Landstraße Richtung Luganer See ist am Sonntagmorgen erfreulich leer, der Grenzübertritt problemlos – auch wenn der italienische Zöllner sich doch lieber persönlich davon überzeugen möchte, dass im Ducato wirklich nur zwei Motorräder stehen.

Dann geht es auf die Autobahn. Gut 120 Kilometer sind es bis zum Gotthard. Der Verkehrsfunk meldet (noch) keine Behinderungen. Die Sonne krabbelt über die Berge und bricht so langsam durch die Wolkendecke.


Eindruchsvolle Aussichten auf die Berge auf dem Weg nach Hause.

Die letzten 30 Kilometer vor dem Tunnel steigt die Straße stetig an – von gut 400 Meter auf etwa 1200 Höhenmeter. Immer noch läuft es erfreulich flüssig. Es herrscht nur wenig Verkehr. Die Ampeln an der Verengung auf nur eine Spur stehen auf grün, kein Stau – nichts!


Und durch – kein Stau am Gotthard.

Nach 17 Kilometern unterm Gotthard bin ich problemlos durch und rolle – immer die  Geschwindigkeitsbegrenzungen beachtend – Richtung Basel. Vorbei am Vierwaldstätter See und durch zahlreiche weitere Tunnel.


Durchs Elsass Richtung deutsche Grenze.

In Basel geht’s nicht auf die A5 sondern auf die A35, die am Rande des Elsaas entlang führt und deutlich angenehmer zu fahren ist. Dann ist die Grenze zu Deutschland erreicht.

Der Verkehrsfunk meldet schwere Gewitter mit Starkregen über Mannheim. Blitze zucken mehrfach vom Himmel bis zum Boden und genau über dem Viernheimer Dreieck beginnt es zu regnen. Ein kräftiger Schauer, der wie ein Vorhang über der Fahrbahn liegt: bei der Einfahrt ins Viernheimer Dreieck beginnt es zu regnen, bei der Ausfahrt (nur 500 Meter später) ist der Spuk schon wieder vorbei. Das war’s dann auch mit dem Unwetter.

Um Punkt halb drei steht der Ducato wieder vor der Haustür. Jetzt ist der Sardinien-Urlaub endgültig zu Ende. Schön war es, erlebnisreich und auf jeden Fall eine (weitere) Wiederholung wert.

Das Festland hat uns wieder

Um acht Uhr legt die Fähre an, doch schon um halb sieben erklingt über den Kabinenlautsprecher die Info, dass die Einfahrt in den Hafen nun eingeleitet werde, man bitte die Kabinen verlassen möge und an der Bar jetzt frühstücken könne – in vier Sprachen (Italienisch, englisch, deutsch und französisch), damit auch der letzte wach wird.

Dunkle Wolken am Himmel versprechen nichts Gutes. Doch noch ist es trocken, als wir die Fähre verlassen. Bis alle runter vom Schiff sind, dauert es ein wenig; Treffpunkt ist am Ducato.

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Alle von Bord? Dann kann es ja los gehen.

Auf dem Weg über die Ausläufer des Appenin öffnet der Himmel kurz seine Schleusen, so dass die meisten nass und ein wenig verfroren in Campo Ligure eintreffen. In dem kleinen Ort haben wir ein Hotel gefunden, das für unsere Gruppe ein kleines Frühstück zubereitet hat. So quasi im vorbeifahren. Als ich um kurz nach 9 Uhr mit dem Ducato eintreffe, steht schon alles bereit: Brötchen, Käse, Schinken, Croissants, Marmelade, Yoghurt, Kaffee – selbst Spiegelei mit Speck gibt es.

Kurz darauf treffen auch Stefan und Georg ein, die angesichts des nicht sonderlich einladenden Wetters den relativ direkten Weg gewählt haben.


Nach dem Frühstück – wir haben alles aufgegessen.

Nachdem wir uns ordentlich gestellt haben, geht es weiter Richtung Norden. So langsam reißt der Himmel auf, so dass wir zuversichtlich nach Varese starten. Auf geht’s zur letzten Etappe.


Gut 190 Kilometer liegen noch vor uns. 

Wie erhofft, hörte der Regen bald auf. Zwei kleine Kaffeepausen und wir sind am Ziel. Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir Varese. Schnell noch vollgetankt, damit morgen früh gleich durchgestartet werden kann.

Nach dem ersten Feierabendbier auf der Hotelterrasse wird der Ducato entladen – jeder holte seine Koffer – und die eine oder andere Maschine aufgeladen. Morgen geht es dann nach Hause.

Nur noch Ausladen und dann ist Schluss – leider.

 

 

So langsam heißt Abschied nehmen

Ein toller Sonnenaufgang über dem Meer, noch Mal ein leckeres Frühstück und ein letzter Kaffee unter Palmen, auf der so sonnenüberfluteten Terrasse unseres Hotels – so angenehm wird uns das „Brancamaria“ in Erinnerung bleiben.

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Diesen schönen Anblick werden wir sicher nicht vergessen.

Olbia ist das Ziel des heutigen Tages, um 21:30 Uhr legt dort die Fähre ab, die uns zurück nach Genua bringen wird. Ein letztes Mal fahren wir auf kurvenreicher Strecke durch die Berge und genießen die Aussichten, die sich uns bieten. Unterdessen transportiert der Ducato das Gepäck der Teilnehmer Richtung Meer, damit sich unbeschwert Motorrad fahren lässt.

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Alles drin?

Auch auf den etwas breiteren Straßen und im Auto fahrend, bieten sich immer wieder herrliche Ausblicke auf die ganz eigentümliche Landschaft Sardiniens.

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Im Rückspiegel des Ducato werden die Berge Sardiniens immer kleiner …

Im Fährhafen läuft am Abend alles ganz entspannt. Keine Hektik, wie wir es sonst aus Italien kennen. Um 18:30 Uhr beginnt die Verladung und wie üblich fahren die Motorräder als erste auf die Fähre. Kurz nach einander treffen erst Stefan und dann Georg ein und können, nachdem die Papiere kontrolliert wurden, quasi fast durchfahren.

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Kurz nach halb sieben ist Stefan mit seiner Gruppe im Fährhafen.

Bis ich mit dem 2,60 Meter hohen Ducato an Bord darf, vergehen noch Stunden. Erst kurz vor acht gibt mir der Lademeister das ersehnte Zeichen. In blütenweißer Hose steht er da, mit hellen Schuhen und blauer Jacke. Den Schädel kahl rasiert und braun gebrannt. Fortlaufend gibt er – Zigarre rauchend – sowohl seinen „Untergebenen“, wie auch den Autofahrern, Anweisungen – mit überdeutlichen Gesten und manchmal auch mit lautstarken Kommentaren auf italienisch. Ein herrliches Schauspiel.

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Noch einmal einen Sonnenuntergang am Meer im Bild festhalten.

Ich beziehe schnell meine Kabine und komme gerade noch rechtzeitig an Deck, um einen herrlichen Sonnenuntergang zu filmen. Ganz langsam versinkt die gelbe Scheibe hinter den Bergen im Westen Olbias. Danach geht’s aufs Panoramadeck, auf einen „Schlummertrunk“

Kurz nach halb zehn heißt es dann „Leinen los“. Schwarzer Rauch steigt aus dem mächtigen Schornstein auf, ganz langsam setzt sich die Fähre in Bewegung und fährt mit uns in die Nacht. So langsam müssen wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass unser Urlaub mit Ziel Sardinien zu Ende geht.

Sardinien mit allen Sinnen genießen

Die Ostküste wollen wir uns heute entlang hangeln, zunächst bis Arbatax und dann noch vielleicht ein Stückchen weiter, gen Süden. Heute werde ich nicht Enduro fahren sondern Stefan mit „seiner“ Gruppe begleiten. Georg will eine „große Runde“ fahren und Michael erneut der Schotterleidenschaft frönen.


Start zu einer neuen Tagesetappe

Um 9 Uhr geht’s los. Gut fünf Kilometer lang die zahlreichen Serpentinen an der Bucht von Cala Golone bergauf, dann links ab zum Passo Scala Manina. Bis auf über 1000 Meter steigt das kurvenreiche Sträßchen an und bietet immer wieder prachtvolle Ausblicke ins Tal. Die Landschaft hier ist schon gigantisch.


Gruppenbild mit gleich zwei Damen.

Wir legen einen kurzen Fotostopp ein und fahren weiter nach „Petra Longa“, der berühmten Felsnadel, die steil aus dem Thyrenäischen Meer herausragt. Die schmale Straße reicht fast direkt bis hinunter ans Wasser.


Tolle Aussichten …

Mit einem fantastischen Blick auf die Bucht von Orosei genießen wir ein kurzes Kaffeepäuschen. Linker Hand, in den Bergen, wird Speedy heute wohl so gegen Mittag einen einsamen Schotterweg in Richtung Meer unter die Stollenreifen nehmen …

Wir fahren weiter nach Abartax, um ein Bild von den berühmten roten Felsen zu machen. Anschließend schlagen wir uns wieder in die Berge. Auch hier gibt es kaum einen Meter gerader Straße. Ein Traum für jeden Motorradfahrer. In Gairo, oberhalb des alten „Geisterdorfes“ entdecken wir eine kleine Bar. Zeit zum Mittagessen wäre es. Und viel an Auswahl gibt es hier oben nicht. Also halten wir an und nehmen auf der Terrasse Platz.

Antipasti könnte er uns anbieten, meint der Wirt. Eine kalte Platte mit Schinken, Speck, Salami und Käse. Dazu ein paar Oliven, gedünstete Pilze und Brot aus dem Steinofen. Wir sollten aber auch die Spezialität der Region probieren: mit Käse gefüllte Nudeln mit einer hausgemachten Tomatensoße.



Antipasti – ohne Worte. Als „secondi“ gab es mit Käse gefüllte pasta an einer traumhaft leckeren Tomatensoße.

Ein Gedicht! Wir waren zwar schon nach der Vorspeise satt, könnten zur Pasta aber einfach nicht nein sagen, so lecker war das Essen. Einfach klasse!

In einem weiten Bogen ging es anschließend wieder nach Norden. Gut 140 kurvenreiche Kilometer warteten auf uns. Mehrfach „knackten“ wir die 1000-Meter-Marke, umrundeten Schweine, Kühe und Ziegen, die plötzlich auf der Fahrbahn standen, und fanden nahe Talana schließlich noch eine Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken.

Die ältere Dame, die uns bediente, konnte sich zwar die Bestellung von zwei Café, zwei Cappuchino, einem Latte Macchiato und dreimal Waser nicht fehlerfrei merken, dafür gab es mit Orangen-Marmelade gefülltes Gebäck gratis dazu.


Die Aussicht bei der Kaffeepause am Nachmittag.

Um viertel vor sieben waren wir wieder im Hotel – und mussten bald schon wieder essen. Gut 240 Tageskilometer standen am Ende auf der Uhr; Georg war einen 100er mehr gefahren, hatte aber auch nur kurze Pausen gemacht.

Morgen müssen wir nach Olbia, legt da doch gegen 21:30 Uhr die Fähre nach Genua ab. So langsam geht unser Urlaub zu Ende ..