Archiv des Autors: kurvenfieber

Von der Küste in die Berge

TOURBERICHT Wales
Mittwoch, 23. Juni 2010 | 6. Tag

Ein wunderschöner Tag, auch heute. Am Vormittag ging es Westküste entlang, mit zahlreichen tollen Ausblicken aufs Meer. Dann über die Berge, quer durch den Snowdonia-Nationalpark zurück zum Hotel.

Die Zahl der kleinen Single-Tracks hatten wir ein wenig reduziert, wenngleich noch ein paar besonders schöne dabei waren. Diese führten immer wieder durch das Weideland unzähliger Schaafe. In Deutschland hätte an jedem dieser Wege ein „Durchfahrt verboten“-Schild gestanden, hier in Wales ist das Befahren ganz normal.

Das Wetter hat auch heute gehalten; morgen geht es weiter in den Norden; in den Lake Distrikt. 360 Kilometer misst die Distanz, mal sehen, wann wir im Hotel sein werden

Tagestour auf Nebenwegen

TOURBERICHT Wales
Dienstag, 22. Juni 2010 | 5. Tag

Wir sind den zweiten Tag in Wales und wollen die Region östlich des „Mount Snowdon“ entdecken. Über den „Pass of Llamberis“ fahren wir nach „Bewts-y-Coed“ und auf zunehmend kleineren Straßen nach „Y Bala“. Hier legen wir in der ehemaligen Schule eine erste Kaffeepause ein.

Der „Stausee Lyn“ ist das nächste Ziel, zuvor aber geht es nahe „Ty-nant“ noch über den höchsten Pass im Norden von Wales. Dann fahren wir Richtung Meer. Auf zumeist recht hügeligen Straßen geht es nach „Llandudno“. „Great Ornes Head“ ist das Ziel: eine kurvenreiche Straße, die direkt am Meer entlang führt. Toll!

Die Rückfahrt ist Routine. Über die A 55 geht es zügig zurück nach „Y Feinheli“. Im Hotel sollte heute für uns gegrillt werden. Eine nette Idee, die aber mangels geeignetem Grill viel Improvisationsgeschick erforderte. Geschmeckt hat es trotzdem, schließlich zählt der gute Wille.

Einmal längs der Cambrian Mountains

TOURBERICHT Wales
Montag, 21. Juni 2010 | 4. Tag

Die Sonne scheint in Wales und das soll, nach der Wettervorhersage, auch den ganzen Tag so bleiben. Kurz nach 9 Uhr geht’s los. Zunächst auf kleinen Nebenstraßen in den Brecon Nationalpark. Dann biegen wir ab auf schmale Single-tracks. Kaum 2 Meter breit und von hohen Hecken gesäumt geht es kilometerlang durch grüne Wiesen.

In Builth Wells legen wir einen Tankstopp ein und fahren zur Kaffeepause ins Care Beris Manor. In diesen etwas außerhalb gelegenen Hotel haben wir in der Vergangenheit schon zweimal übernachtet und genießen und „a cup of coffee“ auf der schattigen Terrasse.

Auf Nebenwegen erreichen wir am späten Mittag Llandloes und stärken uns in einem kleinen Lokal mit dem bezeichnenden Namen „Kitchen“. Anschließend geht es immer weiter Richtung Norden. Die ganz kleinen Straßen werden immer weniger, jetzt sind wir häufiger auf B’s und A’s unterwegs. Es geht zügig voran; 43 Kilometer noch nach der letzten Kaffeepause. Kurz nach 18 Uhr sind wir im Hotel, das nahe eines kleinen Hafens direkt am Meer liegt.

Manche Zimmer sind, gemessen am Komfort der vergangenen Tage, ein wenig rustikal, aber die Mitarbeiter sind unheimlich nett und die Lage ist traumhaft.

In den nächsten beiden Tagen wollen wir rund um den Berg Snowdon unterwegs sein; mal sehen, wieviel kleine Straßen wir dabei noch entdecken werden …

Strahlender Sonnenschein – aber kein Sprit

TOURBERICHT Wales
Sonntag, 20. Juni 2010 | 3. Tag

Sachen gibt’s, die gibt es garnicht. Gestern haben wir an einer kleinen Dorftankstelle Sprit nachfassen müssen, weil Andreas tags zuvor, auf dem Weg zum Fàhrhafen, keine Tankstelle mehr gefunden hatte. Heute hätten die Benzinvorräte für gut 200 Kilometer reichen müssen – eigentlich. Nur hatte Michael aus unerfindlichen Gründen am Samstag nicht getankt und war heute, obwohl schon auf Reserve fahrend, an drei Tankstellen munter vorbeigebrummt. Und so kamen wir gerade einmal 78 Kilometer weit; bis Kineton. Da war dann Schluß und das Benzin alle. Glücklicherweise blieb die BMW genau vor einem netten Straßenkaffee liegen. Das machte den Tank zwar auch nicht voll, zumindest aber die „Wartezeit“ erträglich.

Schnell waren aus dem 42-Liter-Tank der gelben G/S ein paar Vorräte abgezapft, so dass wir die ungewollte Kaffeepause mit einem leckeren Cappucino bewchließen konnten. Und während wir da so saßen, gesellte sich Dave zu uns, ein älterer Motorradfahrer, der uns von einem Oldtimertrefen treffen ganz in der Nähe berichtete. Es wäre ihm ein Vergnügen, uns dorthin zu führen.

Das „Treffen“ entpuppte sich als Zuverlässigkeitsfahrt alter Maschinen, die sich unter anderem ein 14 Prozent steilen Berg hinaufquälen mussten. Überall am Straßenrand der kurzenreichen Strecke saßen interessiere Zuschauer; da wir noch gut 180 Kilometer vor der Brust hatten, blieb wenig Zeit, diese Spektakel zu genießen. Zumal weitere Highlights auf uns warteten.

Ein Abstecher durch die „Cotswold Hills“ nahe Chaltenham gehörte ebenso dazu, wie die Fahrt durch die „Black Mountains“, oberhalb von Abergavenny, unserem heutigen Zielort. Kilomterlang ging es durch schmale, von hohen Hecken gesäumten Wegen, bis auf mehr als 500 Meter hinauf. Die Landchaft, durch die wir fuhren war einzigartig und atemberaubend – Wales, so wie wir es kennen und lieben.

Und das Beste: den ganzen Tag über konnten wir strahlenden Sonnenschein genießen, während es in Deutschland kalt und nass war. Morgen geht es in den Norden von Wales, einmal längs der Cambrian Mountains.

Windy, rainy, sunny – das volle Programm

TOURBERICHT Wales
Samstag, 19. Juni 2010 | 2. Tag

Wir sind angekommen, in „good old England“. Nach einer leicht stürmischen Überfahrt. Bei Windstärke 7 ging es Richtung Hull – und dann ging erst mal garnichts mehr. Irgendetwas klemmte, so dass wir gut eine Stunde später von Bord kamen, als geplant.

Das hatte aber auch Vorteile, denn das Wetter wurde zunehmend besser. Zumindest schien es so. Dunkle Wolken und strahlender Sonnenschein wechselten sich ab, so dass die meisten die Regenkombi vorsichtshalber schon mal drüberzogen. Da es zudem recht windig war, hielt die Plastikpelle zumindest warm.

Kurzer englischer Landregen wechselte sich am Vormittag ab mit herrlich sonnigen Streckenabschnitten. Für so manchen bedeutete das Fahren auf der „falschen Straßenseite“ doch eine gehörige Umstellung und so ließen wir es zunächst langsam angehen.

Die erste Pause legten wir in einem kleinen Kaffee mit „homemade Icecream“ und selbstgebackenen Waffeln ein, die verspätete Mittagspause in einer alten Mühle, die wir denn auch gleich besichtigten.

Zuvor waren wir an der Ostküste entlang gefahren, in der irrigen Hoffnung, das Meer zu sehen. Das aber versteckte sich hinter meterhohen Wällen, so dass wir einen Abstecher zu Fuß zum Strand einlegten. Gewaltige Wellenberge schoben sich Richtung Küste, ein eisiger Wind peitschte über den Strand – ein faszinierendes Naturschauspiel. Dick eingepackt standen wir da und schauten – vor allem einem kleinen Engländer zu, der nur mit einer Badehose bekleidet duch die Dünen lief. Irre!

Kurz vor 18 Uhr, nach gut 280 Kilometern Wegstrecke, hatten wir unser Hotel in Leicester erreicht. Noch ein kleines Feierabendbier, dann lecker Essen und ins Bett. Ein wenig Schlaf von der etwas unruhigen Fährfahrt nachholen. Morgen erreichen wir dann Wales.

Im Fährhafen angekommen

TOURBERICHT Wales
Freitag, 18. Juni 2010 | 1. Tag

Das lief ja wirklich super. Kurz vor neun zu Hause losgefahren, Punkt 15 Uhr im Fährhafen von Rotterdam angekommen. Allerdings: nur Autobahn gefahren. Mit zwei kurzen Tank- und Picknickstopps liefs erstaunlich flüssig, wenngleich der Lkw-Verkehr in Holland schon gewaltig ist.

Als ich am Check-in ankomme, stehen da schon Annette und Karla. Ein wenig durchgefroren, denn an der Küste ist es deutlich kälter als im Wetterbericht angekündigt. Kurz darauf trifft eine Gruppe Engländer ein, die sich darüber beklagt, dass das Wetter in den östereichischen Alpen viel schlechter gewesen sei, als bei ihnen zu Hause.

Wie sich herausstellt, kommen die Jungs aus Wales. Wir sollten langsam fahren, meinen sie, es gäbe viele Radarkontrollen …

So nach und nach treffen alle Teilnehmer ein. Um 16:30 Uhr ist die Gruppe komplett, Punkt 17 Uhr hebt sich die Schranke und wir können an Bord. Alles ist perfekt organisiert; jeder hat einen Kabinenschlüssel und auf der Boarding-Card sind Abendessen und Frühstück vermerkt. Wenn ich da an das Chaos bei der Sardinientour denke …

Zwischenzeitlich haben wir unsere Kabinen bezogen und gleichen noch mal die Routen der nächsten Tage ab. Um 20 Uhr gibt’s Essen und um 21 Uhr heißt es dann: Leinen los – England, wir kommen!

Croeso i Gymru – Willkommen in Wales

Noch ist es nicht soweit. Erst morgen Abend – am Freitag – fahren wir von Rotterdam nach Hull, um in zwei Tagesetappen den Südosten von Wales zu erreichen.

Die Koffer sind gepackt, die Routen programmiert, das Motorrad ist startklar. Am Nachmittag hat Harald den Begleitbus geholt, in dem – während unserer Reise – das Gepäck der Teilnehmer von einem Hotel zum nächsten gefahren wird. Nun kann es los gehen.

Jetzt muss ich morgen früh nur noch irgendwie aus der Garage kommen. Vor dem Haus ist die Straße aufgerissen; neue Randsteine für den Bürgersteig wurden gesetzt. Und so klaffen vor der Ausfahrt riesige Löcher. Aber ich fahre ja eine G/S. Zur Not müssen die Bauarbeiter mit anpacken …

Es fehlte nur ein wenig Strom

Manchmal ist es wirklich zum verrückt werden! Seit Tagen plane ich die Etappen für unsere Reise nach Wales. Wieder einmal wollen wir vorwiegend auf kleinen Nebenstraßen unterwegs sein. Dank Garmin und Mapsource lassen sich nun auch Routen über Wege planen, die wir im realen Verkehr lange suchen müssten.

Alles schien perfekt – dann aber ließen sich die Daten nicht vollständig aufs Navi übertragen! Klar, es dauert ein wenig, bis gut 300 MB an Kartenmaterial vom Rechner auf auf den Garmin geschaufelt sind. Doch jedesmal, kurz bevor die Übertragung abgeschlossen war, gab es ein „Kommunikationsproblem“. So stand es zumindest auf dem Display. Was bedeutete, dass keine Feindaten auf dem 276C zu finden waren. Also nix mit nach Navi fahren – und das fünf Tage vor dem Tourstart!

Mehrfache Versuche brachten immer das gleiche Ergebnis: „Kommunikationsproblem“ – keine Datenübertragung möglich. So kann man auch einen Sonntagnachmittag verschwenden und sich dabei ein Loch in den Bauch ärgern.

Wieder einmal war Dieter mein Retter. „Wenn Du Deinen 276C ans Netz anschließt und dann die Feindaten überträgst, müsste es klappen“, meinte er. Die Fehlermeldung hätte ihre Ursache in Spannungsverlusten, die bei langen Übertragungen schon mal vorkommen könnten.

Gesagt getan – und was soll ich sagen: Alle Karten, Wegpunkte und Routen wurden übertragen; sofort, im ersten Anlauf. Klasse! Wir hätten zwar auch nach Karte fahren können, aber so ist es doch viel angenehmer. Danke schön!

Heimfahrt mit Hindernissen

TOURBERICHT BREISGAU
Sonntag, 6. Mai 2010 | 4. Tag

Aufbruchsstimmung morgens um 9 Uhr. Die Motorräder sind gepackt, so langsam geht es zurück nach Hause. Immer noch scheint die Sonne, erst für den Abend sind Gewitter angekündigt. Gut 150 Kilometer wollen wir heute noch gemeinsam unterwegs sein, bis zum Mittagessen, nahe Forbach.

Breite Bundesstraßen und schmale Wege durch den Wald wechseln sich ab, kurvenreich geht es immer Richtung Norden. Im „Schwarzwald-Idyll“ treffen wir uns zur Kaffeepause und müssen den ersten Service-Stopp einlegen. Die Kette an der Triumph muss gespannt werden – BMW-Fahrer müssen dazu mit ihrem Werkzeug aushelfen …

Auf der Schwarzwaldhochstraße sind wir im Anschluss immer nur ganz kurz unterwegs; wir fahren lieber durch die idyllisch gelegenen Seitentäler, die mehr Fahrspaß, vor allem aber viel weniger Verkehr bieten. Kurz vor Mittag wollen wir, von Sasbachwalden kommend, ein kurzes Stück auf der B 500 fahren – doch die ist wegen eines schweren Unfalls voll gesperrt. Also müssen wir einen zeitraubenden Umweg in Kauf nehmen, um das „Hotel am Wasserfall“ zu erreichen, in dem wir unseren Besuch bereits angekündigt haben. Mit gut einer Stunde Verspätung treffen wir dort ein.

Noch einmal essen wir zusammen Mittag, dann heißt es Abschied nehmen. Aber nur für kurze Zeit: Dagmar und Klaus sehen wir in Wales wieder, Lutz, Dietrich, Ralf, Helmut sowie Thomas und Inge im Fichtelgebirge, den einen oder die andere beim Sommerfest – kurzum, wir werden auch in diesem Jahr viele schöne gemeinsame Motorradtouren fahren. Darauf freuen wir uns schon heute.

So viele Motorradfahrer

TOURBERICHT BREISGAU
Samstag, 5. Juni 2010 | 3. Tag

Dass der Schwarzwald eines der beliebtesten Ziele für Motorradfahrer ist, war uns schon lange klar. Dass so viele Motorradfahrer aber im Schwarzwald unterwegs sind, war uns neu – obwohl wir schon mehrfach über die Feiertage im Süden der Republik unterwegs waren.

Über Sankt Märgen und Kirchzarten ging es heute morgen nach Todtnau. Viel breite, kurvige Straße, auf der wir uns munter einschwingen konnten. Bei Schönenberg dann ein herrlicher Abzeig auf einem gerademal Handtuch breiten Weg durch den Wald. In Sehringen gönnten wir uns im Anschluss ein schönes Kaffeepäuschen unter schattigen Bäumen.

Weil Dietmar so langsam Sprit brauchte, verkürzten wir die Tour um eine Schleife und fuhren direkt nach Hausen. Da sollte es laut Navi eine Tanke geben – früher Mal, heute nicht mehr. „Für 30 Kilometer reichts bestimmt noch“, meinte Dietmar; also erstmal lecker Mittag essen im alten Wildhüterhaus in Gersbach.

Dann, anders als geplant, nach Todtmoos. Doch auch Plan B funktioniert nicht richtig. Vor uns balgt sich schon eine gut 40-köpfige Motorradgruppe aus Trier um die drei vorhandenen Zapfsäulen. Also weiter nach Sankt Blasien, wo wir endlich tanken können. Bei so manchen waren da nur noch 3 Liter Sprit im Tank ….

Leider waren wir nun weit von der eigentlich geplanten Route abgekommen. Also musste ein wenig improvisiert werden: zunächst Richtung Schluchsee und dann – entgegengesetzt zum ursprünglichen Plan – immer Richtung Süden. Durch ein schluchtartiges Tag ging es wieder Richtung Norden nach Bendorf, um anchließend in Sägmühle eine kleine Kaffeepause mit Rhabarberkuchen, Himbeerrorte oder Eisbecher einzulegen.

Auf Nebenwegen erreichten wi schließlich unser Hotel; Punkt 18 Uhr waren wir da und konnten das obligatorische Feierabendbier auf der Terrasse genießen – natürlich bei strahlendem Sonnenschein

So wie wir waren heute auch viele andere Motorradfahrer unterwegs; wenngleich die Motorraddichte heute deutlich geringer als am gestrigen „Brückentag“ war. Morgen geht es leider schon wieder Richtung Heimat. Bis dahin liegen aber noch 150 kurvenreiche Kilometer vor uns.