Fahren, bis zum Sonnenuntergang

Was für ein herrlicher Tag. Strahlend blauer Himmel schon früh am Morgen. Und dann ein Frühstück, das zu beeindrucken weiß.


Kurz nach 9 Uhr werfen wir die Motoren an und fahren Richtung Col du Bonhomme. Einmal quer über die Terrasse und schon geht es los.


Tau liegt auf den Wiesen, leichte Nebelschwaden hängen in den Bergen und die Sonne lacht vom Himmel. Kaum losgefahren, könnte man gleich schon wieder einen Fotostopp einlegen. Das machten wir gut eine Stunde später auf einer kleinen „Route forestiere“. Wir halten an einem kleinen Gehöft und werden sofort vom Haushunde begrüßt.


Auch der Blick ins Tal will im Bild festgehalten werden – es ist einfach fantastisch.


Kurz darauf ist der Col du Bonhomme erreicht. Wir gönnen uns ein ausgiebiges Kaffeepäuschen und setzen den Weg auf der Route des Cretes fort. Schon bald stoppt uns laustarkes Gebimmel – es ist Almabtrieb und uns kommt eine Herde Kühe entgegen.


Kurz darauf halten wir erneut, der tollen Aussicht wegen.


Kaum wollen wir wieder losfahren, zieht ein Pulk von 20 Motorradfahrern an uns vorbei. Die haben sich wahrscheinlich beim Warten auf die vorbeitragenden Kühe „zusammengerottet“ und ziehen nun unfreiwillig, gemeinsam ihre Bahn, denn ganz vorne fährt ein Auto, das einfach keinen Platz machen will.

Wir klinken uns ein und folgen dem Tross für ein paar Kilometer, biegen dann aber wieder von der Höhenstraße ab, auf Nebenstrecken, die deutlich weniger befahren sind.

So langsam wird es Zeit für die Mittagsrast. Eher durch Zufall entdecken wir eine kleine Bäckerei, die auch Sandwiches anbietet. Genau das Richtige für einen kleinen Snack. Schon die Auslage ist verlockend.


Ich gönne mir ein „Drei Gänge-Menue“: Kaffee, Flammkuchen und was Süßes.


Über das „Elsässer Belchen“ geht es zur Ferme Auberge du Molkenrain“. Auf kurvenreicher Strecke erreichen wir das rustikale Aussichtslokal, von dem aus sich eine herrliche Aussicht bietet.


Zum nachmittäglichen Kaffee gehört hier unbedingt eine „tarte myrtilles“ – schon allein dafür lohnt sich die Fahrt ins Elsass.


Zum nachmittäglichen Kaffee gehört hier unbedingt eine „tarte myrtilles“ – schon allein dafür lohnt sich die Fahrt ins Elsass. Der Bauernhof hoch oben am Berg hält allerlei Viehzeug, zwei fette Schweine dösen im Schatten, während sich eine Gans ganz aufgeregt in der Abendsonne präsentiert.


95 Kilometer sind es noch, zurück zum Hotel. Tapfer meiden wir auch jetzt jede Hauptstraße und pflügen uns durch die Wälder Richtung Schlettstadt.

Die immer tiefer stehende Sonne im Rücken fahren wir schließlich durch endlos scheinende Weinberge und erreichen in der Dämmerung unser Hotel. Der letzte ganz Fahrtag dieser Saison musste bei so herrlichem Wetter ausgenutzt werden – wir waren bis zum Sonnenuntergang unterwegs.


Eri versucht beim Feierabendbier noch einmal nachzuvollziehen, wo wir denn überall waren. Dann geht es rasch unter die Dusche und dann zum Abendessen.


Den Abend verbringen wir in trauter Runde. Morgen müssen wir leider schon wieder die Heimreise antreten.

Start mit Hindernissen

Endlich mal wieder ein Elsass-Wochenende mit Sonnenschein. Wir hatten lange überlegt, ob wir Mitte Oktober noch eine Tour Richtung Route des Cretes ins Programm nehmen sollten. Beim letzten Mal, vor vier Jahren, sind wir regelmäig in dichten Nebel eingetaucht, wenn und die Route höher als 500 Meter führte. Der Abzweig zur Königsburg war seinerzeit nur auf dem Navi zu erkennen, nicht aber durch die beschlagene Brille. Und bei der Tour zuvor, da steckten wir am Samstag in dichtem Schneetreiben fest – und das Ende September. Nun aber Sonne satt!


„Mit allen, die bis 16 Uhr am Hotel sind, wollen wir am Nachmittag noch eine erste kleine Runde drehen“ – das hatten wir den Teilnehmern angeboten. Und wenn ich diese Zusage einhalten will, dann muss ich mich so langsam sputen. Also rauf aufs Mopped und los. Statt gemütlich über Landstraßen gehts nun doch wieder auf die Bahn, entspannt Touren kann ich dann ja im Elsass.

Doch schon auf den ersten Kilometern schwarnt mit Böses. Irgendwas stimmt mit der Kupplung nicht. Der Widerstand wird immer geringer, es knarzt und knirscht, wenn ich den Hebel ziehe – und richtig, beim nächsten Ampelstopp sehe ich: der Zug ist gerissen. Weit komme ich nicht mehr.


Ersatz liegt vorsorglich im Topcase (alles was abreißen oder abbrechen könnte, habe ich dabei), so dass sich die Frage stellt: selber reparieren am Straßenrand oder schnell zurück in die Werkstatt?

Motorrad Speth in Kriftel ist nicht weit. Wenn ich es ohne viel schalten bis zur Autobahn schaffe und dann übers Gewerbegebiet fahre, habe ich keine Ampeln und bin immer auf der Vorfahrtstraße. Der Plan geht auf. Um kurz nach eins steht die BMW vor der Werkstatt, keine halbe Stunde später ist der Zug getauscht. Jetzt aber los!


Die ungeliebte Autobahn ist frei, nach einem Tankstopp in Kandel geht es weiter Richtung Straßburg. Wenn es weiter so gut läuft, bin ich mit zwanzig Minuten Verspätung am Hotel. Tut es aber nicht. Ein Unfall auf der Autobahn sorgt für reichlich stockenden Verkehr. Den Boxer mit zwei 45 Liter fassenenden Alukisten am Heck durch den Stau zu zirkeln erfordert Augenmaß und macht nicht wirklich Spaß – auch wenn ich schnell zwei französische Motorradfahrer im Schlepptau habe, denen ich die Gasse frei räume.

Als gar nichts mehr geht, versuche ich mein Glück auf Nebenstrecken. Also runter von der Autobahn und im quälenden Stopp-and-go durch die Vororte der europäischen Metropole. Freitagnachmittag ist irgendwie nicht der richtige Zeitpunkt, um entspannt rund um Straßburg Motorrad zu fahren.

Irgendwann lasse ich die Staus hinter mir und habe endlich freie Fahrt. Die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel, bei einem kurzen Päuschen auf einem kleinen Parkplatz muss das schnell dokumentiert werden.


Mittlerweile sagt das Navi die Ankunftszeit für kurz vor sechs voraus, so dass ich die prächtige Aussicht für einen weiteren Unterwegs-Fotostopp nutze. Jetzt muss ich mich nicht mehr sputen …


Kurz darauf ist Selestat erreicht und damit auch das Hotel, in dem wir unsere Übernachtungen gebucht haben. Der Weg zum Parkplatz führt ganz unorthodox quer über die Terrasse, egal, Hauptsache die Maschinen stehen sicher.


Kurz darauf trifft Stefan mit all jenen ein, die bis vier im Hotel waren. Gut 100 Kilometer war die Gruppe noch mal unterwegs und schwärmt vom tollen Licht, der Fahrt durch die Weinberge und den herrlichen Impressionen.


Natürlich gibt es gleich am ersten Abend deftige Elsässer Hausmannskost:


Ein bisschen Münsterkäse mit Kümmel für den kleinen Hunger danach:


Und schließlich Zitroneneis mit einem Schuss Hochprozentigem. Lecker!


Morgen wollen wir auf möglichst kleinen Straßen bis zum Grand Ballon – bei strahlendem Sonnenschein, versteht sich 😉

Den Rhein rauf und runter 

Die letzte Tagestour der vhs in diesem Jahr. Diesmal gibt Väterchen Rhein die Richtung vor. Wir treffen uns am Rastplatz Heidenfahrt.


Von da aus geht es auf Landstraßen zunächst Richtung Bingen. Bald darauf ist die Bundesstraße 9 erreicht. Die folgt dem Flußlauf über viele Kilometer Richtung Koblenz. Doch Motorrad fahren macht darauf nicht so richtig Spaß: zu breit, zu wenig Kurven, zu viele Autos und Busse, zu viele Geschwindigkeitsbegrenzungen, zu viele …
Also biegen wir so schnell wie möglich auf die kleinen Nebenstraßen ab, die links des Rheins ins „Gebirge“ führt. Schmal und kurvenreich windet sich die schmale Asphalttrasse bergauf und bergab. Am andere Flußufer erhebt sich majestätisch die Loreley, immer wieder genießen wir prachtvolle Ausblicke.

Nach gut eineinhalb Stunden erreichen wir die Rheingoldschänke bei Oberwesel. Zeit für eine Kaffeepause – oder ein zweites Frühstück, gibt es doch jahreszeitenbedingt leckeren Zwiebelkuchen.


Der scheint großes Interesse zu wecken, scheinen die drei mir gegenüber doch intensiv darüber nachzudenken, wie sie ein Stück abbekommen könnten, ohne dass ich es merke …

Weiter geht es Richtung Kaub. Hier wollen wir über den Rhein – und warten nur kurz auf die Fähre. Schnell ist das andere Ufer erreicht.


In einer weiten Schleife fahren wir Richtung Braubach, vorbei an der imposanten Marksburg. Dann geht es quer durchs Hinterland. In Kamp-Bornhofen stoßen wir wieder auf den Rhein und genießen die herbstliche Aussicht.

Anschließend legen wir unsere Mittagsrast ein – und gönnen uns nur eine Kleinigkeit.


Es fängt leicht an zu nieseln. Trotzdem setzten wir die Fahrt wie geplant fort – von so ein bisschen Regen lassen wir uns doch nicht erschrecken. Durchs Wispertal fahren wir kurvenreich Richtung Heidenrod. In der Hexenmühle legen wir die letzte Kaffeepause und sitzen noch einmal in trauter Runde zusammen.


Bei einem leckern Stück Pflaumenstreusel-Kuchen im Glas lassen wir diesen herrlichen Tag ausklingen.


Schön war es – wieder einmal. Danke an alle, die dabei waren.

Die letzte Kaffeepause

Die letzte Tour vom langen Wochenende. So langsam geht es wieder Richtung Heimat. In Wilgersdorf wollen wir noch eine kleine Pause einlegen, dann zerstreuen sich unsere Wege.


Strahlend steht die Sonne am Himmel, als wir gehen 9 Uhr aufbrechen. Auf zumeist schmalen Wegen fahren wir gen Süden. In den Wäldern hängt noch immer der Nebel, die Straßen sind oft mit nassem Laub bedeckt – entsprechend vorsichtig sind wir unterwegs.

Kurz vor elf haben wir unser heutiges Etappenziel erreicht; beim Kaffee lassen wir die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren und ziehen – trotz des teilweise durchwachsenen Wetters – eine positive Bilanz. Das Ederbergland und die umliegenden Regionen haben uns begeistert; wir kommen wieder – ganz bestimmt.

Auf Regen folgt Sonnenschein …

… heute war es eher umgekehrt: nach dem gestrigen Tag voller Sonnenschein, war es heute ein wenig trüb und feucht. „Aber nur bis elf Uhr, dann scheint wieder die Sonne“, vermeldete Silvi optimistisch, nach einem verhaltenen Blick auf die Wetter-App.

Ganz gleich, wie das Wetter werden sollte, die Stimmung beim Frühstück war bestens.


Um 9 Uhr ging es dann los – zunächst Richtung Edersee, Obwohl es leicht nieselte, wählten wir natürlich nicht den direkten Weg, sondern schlängelten uns ein wenig durchs hügelige Bergland.

Ein falsch gesetzter Wegpunkt ließ die erste Etappe zunächst in Assel-Süd enden – bot damit aber willkommene Gelegenheit, die ansonsten im Edersee versunkene Brücke bei Vöhl zu besichtigen.


Wenig später parkten wir dann wie geplant an der kleinen Pension „Zur Idylle“ und legten den geplanten Kaffeestopp ein. Und weil die Chefin extra für uns aufgeschlossen hat, kurbeln wir den Umsatz an und bestellen – völlig selbstlos – auch noch ein Stück Kuchen.


Zwischenzeitlich verkündet Silvi, dass sich die Wetter-App aktualisiert habe und nun ab 13 Uhr mit trockenen Straßen zu rechnen sei.  Frohe Mutes starten wir die Motoren und umrunden einmal den kaum mehr vorhandenen Edersee – insbesondere im Zulauf ist der Wasserstand erschreckend niedrig.

An der Staumauer halten wir für einen kurzen Besichtigungs- und Gruppen-Foto-Stopp, dann geht es weiter.


Richtig regnen tut es immer noch nicht. Es nieselt „nur“, dass aber mehr oder weniger dauerhaft. Kurz nach 13 Uhr erreichen wir den Landgasthof Knoche in Armsfeld, nahe Bad Wildungen. „Sie könne uns Schnitzel empfehlen“, meint die Wirtin freundlich lächelnd –  löst damit aber, zu ihrer Verwunderung, keine Begeisterungsstürme aus. Wir haben in den vergangenen Tagen so viel Fleisch gegessen, dass wir jetzt lieber eine heiße Kürbissuppe wählen, allenfalls einen Strammen Max.


Gut 100 Kilometer haben wir für die Rückfahrt eingeplant, einschließlich Tank- und Kaffeestopp. Auf kleinen kurvigen Straßen touren wir durch ausgedehnte Wälder und eine hügelige Feldgemarkung. Immer wieder ist die Straße voller nasser Blätter, manchmal mal auch mit ordentlich Dreck von Traktoren verschmutzt, die gerade aus dem Acker kommen. Entsprechend vorsichtig sind wir unterwegs. Und doch ist es passiert ;-(

Hinter Bergfreiheit überzieht brauner Schlampes die Fahrbahn. Weil ein Auto auf der schmalen Straße entgegen kommt, bremst einer der Teilnehmer ab und zieht zum rechten Fahrbahnrand. Dabei kommt das Hinterrad ins Rutschen, die Maschine dreht sich um 180 Grad, wirft ihren Fahrer ab und schlägt mit dem Hinterrad in den Kühlergrill des entgegenkommenden Autos ein.


Glücklicherweise ist Niemandem etwas passiert. Wir sichern die Unfallstelle ab, informieren die Polizei und den Abschlepper und atmen erst einmal tief durch. Glück gehabt.
Eineinhalb Stunden später sind Auto und Motorrad „verladen“ und alle Formalitäten erledigt. Zweimal Totalschaden lautet die Bilanz der Unglückssekunde, die uns noch einmal verdeutlicht, dass man nie vorsichtig genug fahren kann. Kommt die Fuhre erst mal ins Rutschen, ist alles vorbei …

Gut eine Stunde brauchen wir jetzt noch ins Hotel. Kurz noch mal tanken, dann machen wir uns auf den Weg.


Jetzt endlich scheint auch wieder die Sonne, so dass wir auf den letzten 50 Kilometer des heutigen Tages fahrerisch noch mal auf unsere Kosten kommen – auch wenn wir jetzt natürlich besonders vorsichtig fahren.


Auf das Glück, das wir hatten, stoßen wir am Abend kräftig an. Morgen gehts wieder nach Hause – bitte unfallfrei.

So hatten wir uns das vorgestellt

Die Sonne kämpft noch ein wenig mit dem Nebel, als wir so gegen 8 Uhr zum Frühstück gehen. Gleichwohl soll es ein schöner Tag werden, daran haben wir überhaupt keine Zweifel. Und so gibt es nur fröhliche Gesichter, als wir gut eine Stunde später auf die Moppeds steigen.


Der Diemelsee ist das erste Ziel. Auf kleinen Straßen geht es Richtung Norden. In den Wäldern hält sich der Nebel, da ist es mit knapp 7 Grad auch ein wenig frisch. Stellenweise reißt der „weiße Vorhang“, durch den wir immer wieder fahren, auf, dann strahlt das Laub an den Bäumen in gold-gelben Farben. Um 10 Uhr setzt sich die Sonne endlich durch und die letzen Nebelschwaden verziehen sich.

Gut eine halbe Stunde später haben wir die Spitze des Diemelsees erreicht und legen in Göbels Seehotel eine erste Kaffeepause ein – mit prächtigem Blick auf den Stausee.


Weiter geht die Fahrt, auf teilweise kaum autobreiten Straßen, mitten durch den Wald. Das hügelige Bergland lädt zu einer ausgedehnten Tour ein, die zunächst in Eslohe endet. Dort wollen wir im Landgasthof Reinert eigentlich Mittag machen, müssen aber erst einmal das Werkzeug auspacken: die Kette an Silvis Yamaha schlackert. Arbeitsteilung ist angesagt: während der eine raucht, schraubt der andere – ruckzuck ist alles wieder in Ordnung.


Zum Mittag gönnen wir uns was Vegetarisches. Nach all den Fleisch-Orgien der beiden vergangenen Tage, ist ein so belegter Flammkuchen genau das Richtige.


Gut 140 Kilometer wären es jetzt noch bis ins Hotel. 100 Kilometer bis zum nächsten Tankstopp – theoretisch. Doch die Reserven schwinden schneller als gedacht, so dass ein früher Tankstopp zu einem ungeplanten Umweg führt.


Wenn wir gegen 18 Uhr im Hotel sein wollen und noch einen Kaffeestopp einlegen möchten, müssen wir jetzt umplanen – und ein wenig abkürzen. Gesagt, getan: 50 Kilometer später sitzen Silvi und Ursula auf der überdimensionalen Parkbank am Forsthaus zur Lahnquelle.


Die Sonne lacht vom Himmel, wir sitzen auf der kleinen Terrasse und gönnen uns ein kleines Stückchen Stachelbeer-Kuchen.


Gerade ums Eck entspringt die Quelle der Lahn. Ein kleines Rinnsal plätschert aus einem großen Tümpel und versickert fast schon wieder in der Wiese. Kaum zu glauben, dass daraus einmal ein Fluss werden soll …


Gut 50 Kilometer liegen noch vor uns, als wir kurz nach 17 Uhr die Motoren zu letzten Tagesetappe starten. Das Wetter hält, die Sonne scheint, also los.


Um kurz nach 18 Uhr sind wir wieder im Hotel. Das Feierabendbier muss leider ausfallen – um 19 Uhr gibs Essen.

Morgen soll es Richtung Edersee gehen. Die Spezialisten checken noch mal den geplanten Routenverlauf, dann gehts so langsam ins Bett – nicht ohne vorher noch ausgiebig die unterschiedlichen Prognosen der unterschiedlichen Wetter-Apps zu diskutieren.


Wir nutzen zwischenzeitlich die hochaktuelle Windows-App. Nach dem Aufstehen schauen wir aus dem Fenster, dann wissen wir, wie das Wetter ist – um und 9 Uhr fahren wir los 😉

Zwei Stunden zu früh?

Das sieht zumindest für den Vormittag doch gar nicht so schlecht aus. Das Regenband, das schon für den Vormittag prognostiziert war, lässt auf sich warten. Und was der Nachmittag bringt, da schauen wir doch erst einmal …


Jetzt gibt es erst einmal Frühstück. Wurst, Käse, Ei und Marmelade – alles da, so kann der Tag beginnen.  Wir sitzen nett in einer Kuschelecke zusammen und sind optimistisch. Die Wetter-App von Silvi prognostiziert Regenschauer erst ab 17 Uhr – da sind wir dann schon auf dem Weg Richtung Hotel.


Kurz vor 9 Uhr stehen wir an den Motorrädern. Während Silvi noch überlegt, vielleicht den Roller zu nehmen (kleiner Scherz), zeigt sich Ralf zerknirscht. Es hatte seine Maschine gestern als einer der Ersten in der Garage abgestellt und ist nun von einer Horde Holländer zugeparkt. Und die machen noch keine Anstalten zu frühstücken ;-(


„Wenn das Wetter hält, sehen wir uns beim Mittagessen, ich komme dann nach“, meint Ralf – also können wir starten.

Wir fahren Richtung Sauerland, nahe des „Kahlen Asten“ wollen wir den ersten Kaffeestopp einlegen. Nebelschwaden hängen in den Wäldern und über die Felder wehen immer wieder dichte Wolkenfetzen. Einzelne Laubbäume stehen in bunten Farben am Straßenrand; der Herbst kommt, das ist unverkennbar.

Obwohl wir uns häufig zwischen 500 und 700 Höhenmetern bewegen, sind die Temperaturen noch angenehm mild. Auch liegt noch nicht so viel Laub auf den Straßen. Kurz nach halb elf erreichen wir das „Berghotel Hoher Knochen“ nahe Schmallenberg und legen den ersten Kaffeestopp ein.


Weiter geht es zunächst Richtung Norden fahrend, um dann doch wieder Kurs gen Süden zu nehmen. Auf kleinen kurvenreichen Straßen fahren wir durch dichte Wälder und über zahlreiche Höhezüge, um kurz vor Bad Berleburg, um in der Jagdstube Grünewald die Mittagsrast einzulegen. Die liegt idyllisch am Flusslauf der Eder, umgeben von Wiesen und Wäldern.


Wildbratwurst mit Pilzen ist einer der Favotiten.


Aber auch der Nachtisch – kurzerhand zum Hauptgericht erklärt – weiß zu überzeugen.


Kaum sitzen wir wieder auf den Motorrädern, fängt es an zu regnen. Erst ganz leicht, dann sinflutartig. Bis wir den nächsten Parkplatz erreichen, sind wir schon ganz schön nass. Die Regenkombi hatten die wenigsten an, es war ja nicht nicht 17 Uhr ;-!

Und so wirft sich vornehmlich Wilfried in die Plastikpelle; er mochte Silvis Wetter-App nicht so ganz vertrauen.


Alle anderen standen derweil unentschlossen bis verhalten optimistisch „im“ nahen Waldesrand und harrten der Dinge, die da kommen sollten.


Auf den nächsten Kilometern regnete es dann mal mehr, mal weniger, stellenweise auch garnicht. Zumindest aber so viel, dass sich die Regenkombi schon gelohnt hätte. Und so wurde nach dem Tankstopp kurzerhand auf die Kaffeepause verzichtet und das Hotel relativ direkt angesteuert.

Kurz vor dem Ziel dann wieder trockene Straßen. Es ist 17 Uhr als wir die Maschinen abstellen – und promt fängt es an zu regnen. Silvis Wetter-App hatte doch recht: die hatten den ganzen Tag über die Vorhersage für Battenberg angezeigt 😉

Nach dem Duschen geht es gleich an den Grill. Hausherr Axel lädt zum Grillfest ein. Während die Bratkartoffeln schon in der großen Pfanne brutzeln, gönnen wir uns ein Feierabendbier und lassen den Tag Revue passieren.


Eigentlich sind wir ganz zufrieden. Abgesehen von den beiden letzten Stunden sind wir trocken durch den Tag gekommen, sind auf herrlichen Strecken schön zusammen Motorrad gefahren und hatten jede Menge Spaß dabei. Morgen soll die Sonne wieder scheinen – kurzum: es ist alles in Ordnung.

Langes Wochenende Edersee

So langsam neigt sich die Motorradsaison dem Ende entgegen. Die Tage vor dem Feiertag zur deutschen Einheit nutzen wir für eine ausgedehnte Motorradtour Richtung Edersee. Freitagnachmittag geht es los, bis Dienstagmittag sind wir unterwegs.

Die Idee eines langen Wochenendes haben andere auch und so werden die Zimmer im Hotel Sassor, in dem wir gebucht haben kann. „Ob wir die beiden Zimmer auf Option noch brauchen“, fragt Axel, Chef des Hauses, wenige Wochen vor dem Tourstart. Er hätte da zwei Interessenten …

Kaum haben wir die Zimmer freigegeben, trudelt noch eine Anmeldung ein. Nun ist guter Rat teuer. In und rund um Dodenau ist kein Zimmer mehr zu bekommen. Erst in Bromskirchen werde ich fündig. Das heißt: abends und morgens noch mal 20 Kilometer extra – aber besser als in dieser Jahreszeit auf der Parkbank. Insgeheim spekuliere ich auf eine kurzfristige Absage anderer Hotelgäste.

Bis Freitag, 16 Uhr, erfüllt sich diese Hoffnung nicht. „Wir sind immer noch voll belegt“, meint Axel, als ich am Nachmittag eintreffe. Silvi, Lothar, Ralf und Wilfried sind auch schon da, also drehen wir – wie angekündigt – schon mal eine erste kleine Runde auf herrlich schmalen Straßen durchs hügelige Ederbergland.

Zurück im Hotel teilt Axel mir mit, dass es nun doch ein freies Zimmer für mich gäbe. Einer der anderen Gäste hätte kurzfristig abgesagt. Also steige ich kurz nach dem Abendessen noch einmal aufs Motorrad und fahre bei einbrechender Dunkelheit nach Bromskirchen, ins „Ersatzhotel“. Dort hatte ich am Nachmittag vorsorglich schon mal die Koffer deponiert …


Zurück im Hotel Sassor gehts kurz unter die Dusche und dann in die „Scheune“ nebenan. Da gibt es heute für die Hotelgäste rockige Livemusik.


Morgen wollen wir auf kleinen Straßen durchs Rothaargebirge fahren. Hoffentlich hält das Wetter …

Ab nach Hause

Während einige Teilnehmer die Rückfahrt noch für eine zweitägige Wochenendtour nutzen wollen, werde ich mit dem Ducato direkt nach Hause fahren. Die spannende Frage – wie immer: wann werde ich des morgens wach? So spät, dass es noch für ein Frühstück reicht? Oder so früh, dass man sich lieber im Bett noch mal rumdrehen würde?

Die innere Uhr mal auf sechs Uhr früh gestellt, drückt die Blase doch schon eineinhalb Stunden früher. Anschließend noch mal kurzs ins Warme gehuscht, ist an Schlaf aber nicht mehr zu denken. Also raus aus den Federn, kurz ins Bad und  dann einen Kaffee gekocht – dank Wasserkocher und Pulverkaffee im Kleiderschrank problemlos möglich.


Um zwanzig nach fünf rollt der Ducato durch die stockfinstere Nacht. Da die A1 kurz hinter der Grenze zur Schweiz gesperrt ist, gehts ein kurzes Stück durch Versoix und dann wieder rauf auf die Autobahn. Mehr als 120 Kilometer pro Stunde sind in der Schweiz nicht erlaubt und so geht gemütlich Richtung Basel. Das Wetter hält, von zwei kurzen Schauern abgesehen, bleibt es trocken.

Die erste Kaffeepause lege ich im Elsass ein, im Schatten der Königsburg. Störche spazieren über den Parkplatz – ein schöner Abschluss.


Unterdessen regnet es weiter im Süden. Der Aufbruch in Saint Blaise ist für die Motorradfahrer feucht aber nicht minder fröhlich. Wahrscheinlich weint der Himmel, weil wir nach dieser tollen Woche wieder nach Hause fahren …

Aber: Über den Tag der Deutschen Einheit fahren wir ja noch mal ins Ederbergland und Mitte Oktober ein Wochenende ins Elsass. Noch gibt es ein paar freie Plätze …

Infos gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com

Die letzte Etappe

Heute geht es zurück an den Genfer See – 330 Kilometer Strecke, unter anderen über zwei der höchsten Alpenpässe. Und das alles erneut bei strahlendem Sonnenschein.


Noch einmal frühstücken wir im Soleil des Neiges, dann rollen wir durch das Tal der L’Ubaye und setzen in Jausiers den Blinker links. Der Fluss hat sich tief in den Fels gegraben, streckenweise führt die kurvenreiche Strecke durch dunkle atemberaubende Schluchten. Nach einer guten halben Stunde Fahrt erreichen wir den Col de Vars. Zwei kurze Fotostopp, einer davon mit fantastischer Aussicht, dann geht es weiter.


Der 2356 Meter hohe Col d I’Izoard ist unser nächstes Ziel. Weit unterhalb des Gipfelplateaus legen wir noch eine kleine Kaffeepause ein, dann geht es schwungvoll der 2.000 Meter-Marke entgegen. Wieder gehört die Straße uns ganz alleine, keine Auto „stört“ die zügige Fahrt zum „Gipfelplateau“.


Wenig später ist Briancon erreicht. Hier wartet ein ganz besonderes Schmankerl auf und: der/das fast 2000 Meter hoch gelegene Croix de Toulouse. Ein schmales kurvenreiches Sträßchen führt in unzähligen engen Kehren steil bergan – die letzten 1000 Meter sind geschottert, was bei einigen Teilnehmern für deutlichen Verdruss sorgt. Sorry Jungs – wir hatten das kurze Stück für „zumutbar“ gehalten.


Denn für Aussicht vom Croix de Toulouse auf die Festungsstadt Briancon ist einfach überwältigend.

Kurz vor dem Col de Lautaret legen wir eine kleine Mittagsrast ein. Eine Crepperie lässt auf eine nur kurze „Fahrtunterbrechung“ hoffen – müssen wir doch noch ein wenig Strecke machen. Am längsten hat am Ende das Bezahlen gedauert 😉


Beim „Anstieg“ zum Lautaret fasziniert uns der Blick auf den fast 4000 Meter hohen vergletscherten „La Meije“. Direkt auf der Passhöhe zweigt der Weg zum Galibier ab. Auf 2642 Meter liegt die Passhöhe. Vor allem Radfahrer bevölkern das Plateau, führt hier doch eine der „Königsetappen“ der Tour de France herüber.

Wir genießen (auch) die kurven- und kehrenreiche Fahrt bergab, die direkt in den Col de Telegraph mündet. In St. Michelle-de-Maurienne nehmen wir dann erst mal wieder breite Straßen unter die Räder. Leider fehlt uns die Zeit für einen Abstecher zur spektakulären Kehrenkombination von Montvenier – ein Blick von der Straße muss diesmal reichen.


In Aiguebelle legen wir noch eine letzte Kaffeepause ein und gönnen uns noch ein kleines Eis zur Erfrischung. Dann stürzen wir uns wieder ins Kurvengetümmel, auf Nebenstrecken, Richtung Annecey. Auch um 18 Uhr tobt hier noch der Feierabendverkehr, der uns auf den letzten Kilometern auf eine harte Probe stellt.

Gegen 19 Uhr sind alle wieder im Hotel – müde, glücklich und zufrieden. Eine tolle, abwechslungsreiche und fahrerisch sehr anspruchsvolle Woche liegt hinter uns – bei dutchweg strahlendem Sonnenschein (von dem kurzen Hagelschauer am Bonette mal abgesehen).


Als besonderes Highligt zum Schluss gibts noch eine kleine Geburtstagsfeier, dann ist Schluss. Wie so oft, eigentlich viel zu früh…