Archiv des Autors: kurvenfieber

Unerschrockene Endurofahrer

Auch bei Regen hatten wir unseren Spaß

Es gibt kein schlechtes Wetter

Ausnahmsweise sollte der Wetterbericht mal recht behalten: Ein Tiefdruckgebiet zieht über Slowenien und hatte in der Nacht auch Idrsko erreicht. Während wir noch genüsslich beim Frühstück saßen, prasselte draußen der Regen – mal mehr, mal weniger heftig – auf die Straße. Aber deswegen nicht Enduro fahren? Kommt garnicht in Frage!

Zumal sich Claudio angekündigt hatte. Ein italienischer KTM-Fahrer, den Christian erst vor kurzem kennengelernt hatte, und der in Slowenien ein kleines Wochenendhäuschen besaß. Als er erfahren hatte, dass wir ganz in der Nähe Enduro fahren wollten, ließ er es sich nicht nehmen, uns seine Lieblingsstrecken zu zeigen.

Ein Glücksgriff! Von unserer Pension aus fuhren wir zunächst auf schönen kleinen Straßen Richtung Tolmin. Kurz hinter Most na Soci dann der erste unbefestigte Weg, der nahezu parallel zur Idrjica, einem Zufluss der Soca, verlief.

Hinter Dolenja Trebusa verließen wir dann endgültig den Asphalt, den wir auf den nächsten 70 Kilometern so gut wie nicht mehr unter die Räder bekommen sollten. Auf durchweg unbefestigten Wegen schraubten wir uns durchs Gebirge und erreichten dabei Höhen von mehr als 1200 Metern.

Wenn die Wolken nicht so tief gehangen hätten, die Aussicht wäre stellenweise sicher fantastisch gewesen. So aber konzentrierten wir uns auf die vor uns liegenden Waldwege und vergaßen darüber, dass es eigentlich permanent am regnen war. Das hatte durchaus auch so seinen Vorteil: es staubte wenigstens nicht so.

In Crni Vrh fanden wir zur Mittagszeit ein nettes Gasthaus, in dem wir uns mit einer riesigen Portion Nudeln stärkten. Dann ging’s auf der Straße zurück in unsere Pension, wo wir uns auf der Terrasse noch einen Cappucino gönnten.

Trotz des Regens war’s eine tolle Tour. Wir müssten unbedingt noch mal wiederkommen, wenn die Sonne scheint, er würde noch viel mehr unbefestigte Wege kennen, meinte Claudio. Machen wir gerne, vielleicht schon im nächsten Jahr …

Kaffeepause

Kurze Stärkung vor dem nächsten Schotterweg

Kein Schotter mehr am Zoncolan

Ein Versuch war es wert. Nachdem wir vor Jahren auf der alten Strecke hoch zum Monte Zoncolan viel Spaß in knietiefem Schotter gehabt haben, wollten wir jetzt einmal schauen, ob die alte Trasse für ambitionierte Endurofahrer immer noch einen Abstecher lohnt. Sie tut es nicht, es sei denn, man mag kleine, kaum Auto breite Wege, die sich in engen Kurven durch den Wald schlängeln – das aber durchweg asphaltiert. Schade.

Dafür war die Auffahrt zur Straninger Alm, wo wir heute unsere Mittagsrast einlegten, umso schöner. Kilometerlang zog sich der Schotterweg den Berg hinauf; für Christian, der als Ortskundiger vorneweg fuhr, war es eine Freude, mit durchdrehendem Hinterrad immer wieder eine Spur in den Boden zu fräsen, die uns die Richtung weisen sollte …

In Italien war kurz vor Tolmezzo der Einstieg in die alte, im Verfall begriffene Straße parallel zur Autobahn schnell gefunden. Ein kurzer Stopp oberhalb des Flusslaufs animierte Christian, auf seiner KTM einen schmalen Weg hinunter zu den reißenden Fluten unter die Stollenreifen seiner KTM zu nehmen. Was tut man nicht alles für ein tolles Video.

Der Abstecher erwies sich als schweißtreibendes Unterfangen, hatte sich die 990er doch an einer Stelle regelrecht festgefahren. Andreas und Stefan eilten selbstlos zur Hilfe, so dass wir unsere Fahrt bald fortsetzen konnten.

Gegen halb sieben erreichten wir die Pension Jazbec in Idrsko und gönnten uns erst einmal ein leckeres Feierabendbier auf der Terrasse. Morgen wollen wir unter anderem hoch zum Stol fahren. Mal sehen, was der Tag sonst noch so bringen wird. Bis jetzt war alles mehr als prima.

Fantastische Aussicht

Brotzeit auf der Sauschneideralm

Kalt aber trocken

6 Grad zeigte das Thermometer, als wir am Morgen von Obertauern aus Richtung Mauterndorf aufbrachen. Schon in der Nacht hatte es aufgehört zu regnen; des morgens um 7 Uhr lugte bereits die Sonne durch die Wolken. Trotzdem war die Entscheidung, noch ein Fleece anzuziehen nicht die falsche.

Nach ein paar Kilometern kurvenreicher Straße zweigten wir in den Leobengraben ab, eine schöne Schotterpassage, die uns direkt zur Nockalm führt. In der Tangenerhütte, zu der ebenfalls nur ein unbefestigter Weg führt, machten wir die erste Pause. Christian und Erika gönnten sich dort einen Reindling, ein „Weizenmehl-Hefe-Zopf“, gefüllt mit Zucker, Zimt, Wallnüssen und Rosinen – lecker!

Die Mittagspause legten wir am Hochrindl ein, nachdem wir zuvor auf einem kleinen Schotterweg noch einen Abstecher zum alten ehemaligen „Alpenbad Sankt Leonard“ unternommen hatten. Zum Kaffeestopp am Nachmittag steuerten wir die „Sauschneider-Alm“ ein, von deren Terrasse sich ein herrlicher Blick ins Tal bot. Und: hier gab es unheimlich leckeren Heidelbeer-Kaiserschmarrn! Kurz vor Abendessen nicht unbedingt nötig, aber sehr verlockend.

Kurz vor 18 Uhr waren wir zurück im Hotel Solaria; wenn auch nicht durchgefroren, war die heiße Dusche doch eine Wohltat. Morgen geht´s für zwei Nächte nach Slowenien. Mal sehen, welche Schmankerl Christian dort für uns parat hat.

Radstädter Tauern

Die Passhöhe hüllt sich in dichte Wolken

Die Schneefallgrenze sinkt

Wir sind in Obertauern – und das Wetter kann nur noch besser werden. Heute morgen war alles bestens. Über die A 66 ging’s zunächst Richtung Fulda und dann auf der A 7 wieder zurück Richtung Würzburg. Dann aber nicht auf die A 3, sondern über die A 70 und die A 73 nach Nürnberg. Waren zwar gut 100 Kilometer Umweg, die aber flüssig und staufrei zu fahren waren.

Glücklicherweise waren auch die rund um München angekündigten Staus nicht mehr existent, nur am Irschenberg war’s ein wenig zähfließend. Aber kalt war’s und nass! Wohl dem, der mit dem Auto angereist war. Ich musste zeitweise sogar ein wenig die Heizung anmachen und den Scheibenwischer auf Stufe zwei stellen.

Die letzte Herausforderung: der Radstädter Tauern – mit dem vollgeladenen Transit immer ein Abenteuer. Die meiste Zeit ging’s im zweiten Gang mit 40 km/h bergan, nur einmal, am Steilstück hinter der Schlucht, musste ich runter bis in den ersten.

Dichte Wolken hingen am Gipfel, an den Berghängen die Reste vom ersten Schneefall in diesem Jahr. Anfang vergangener Woche war hier alles weiß!

Das wird in den nächsten Tagen hoffentlich nicht der Fall sein. Morgen starten wir mit Christian zur ersten Endurotour. Da scheint die Sonne!

Unterwegs auf losem Schotter

Endlich mal wieder ein wenig Enduro fahren! Am Samstag geht´s los, nach Obertauern. Da steht – hoch oben auf dem Pass – das Hotel Solaria . Christian, einer der beiden Brüder, die dieses Haus schon seit Jahrzehnten erfolgreich betreiben, ist begeisterter KTM-Treiber – und unser Guide für die nächsten Tage. Das wird eine tolle Woche werden!

Am Montag werden wir uns noch in Österreich auf leichten Schotterpassagen ein wenig einschwingen, am Dienstag geht´s dann nach Slowenien, wo wir in einer kleinen Pension nahe Kobarid übernachten – und testen werden, was es hier so alles an interessanten Wegen ohne lästigen Asphalt gibt.

Bei einer Vortour, die wir vor Jahren mal unternommen haben, um zu sehen, wie die Straßenverhältnisse für „normale Tourer“ sind, konnten wir schon den einen oder andern „Leckerbissen“ unter die Stollenräder nehmen. Und wenn ich mir so meine Slowenienkarte im Garmin anschaue, entdecke ich viele gestrichelte Wege, die man mal …

Bei unserer diesjährigen Tour ist das Fahrerfeld wieder bunt gemischt, von der kleinen 350er Suzi über eine Triumph Tiger bis hin zur 1200er GS ist alles dabei. Entsprechend wird die Streckenauswahl sein: kein Hardcore sondern geschotterte Wege, die sich mit kurvenreichen, asphaltierten Straßen abwechseln werden. Zum Mittag geht´s dann hoch auf die Alm und auch für die obligatorischen Kaffeepausen werden wir nette Plätzchen finden.

Schön werden sie sein, unsere Endurowanderungen durch Österreich und Slowenien; natürlich werden wir im Tagebuch wieder ausführlich berichten.

Genau so sollte es sein

Das war ein Sommerfest so ganz nach unserem Geschmack! Tolles Wetter, nette Teilnehmer, schöne Touren, gutes Essen und endlich mal wieder ein Grillfest im Trockenen!

Freitagnachmittag haben wir uns in Wettenberg getroffen. 15 Teilnehmer und fünf Tourguides – ein tolles Verhältnis 😉

Also blieb Speedy im Hotel und baute „die Musik“ auf, während Georg und Uwe als Tourguides aktiv wurden. Dieter und Uwe (davon haben wir zwei) mischten sich jeweils in die beiden Gruppen, um während der Tour ein paar schöne Fahraufnahmen machen zu können. Die Gelegenheit dazu gibt es ja nicht allzu oft.

Gut 100 Kilometer waren wir am Freitag unterwegs, auf kurvenreichen Straßen zwischen Lahn und Dill. Nach dem verdienten Feierabendbier und einer warmen Dusche ging´s zum Abendessen, das angesichts der sommerlichen Temperaturen auf der Terrasse eingenommen wurde.

Am Samstagmorgen war die Zahl der Teilnehmer deutlich angestiegen. Mit fast 50 Motorrädern und in fünf Gruppen gingen wir an den Start. Ziel war das Wittgensteiner Land und das Rothaargebirge, das wir auf möglichst kleinen, wenig frequentierten Straßen entdecken wollten.

Das scheint uns auch gelungen zu sein, war Erwin doch schon bei ersten Kaffeepause ganz aus dem Häuschen. „Mensch, kann ich die gefahrene Route als Track haben“, meinte er. „Ich wohne hier zwar ganz in der Nähe, aber diese Straßen bin ich ja noch nie gefahren“ – danke für das Kompliment, der Track geht in Kürze auf die Reise.

Gut 300 Kilometer waren wir bei strahlendem Sonnenschein unterwegs, die letzte Rast legten wir am Aartalstausee ein. Dann ging´s geradewegs zurück in Hotel, denn am Abend sollte lecker gegrillt werden. Ein schöner Abschluss des diesjährigen Sommerfestes der Motorradfahrer.

So ein Fest soll es auch im nächsten Jahr wieder geben. Dann vielleicht in der Rhön? Oder im Pfälzer Wald? Oder … – was meinst Du? E-Mail genügt an kurvenfieber@mac.com