Stille Nacht in Hallein

Irgendwie interessiert es mich ja doch, ob ich das kleine Sträßchen rüber nach Hallein nicht doch mit dem Ducato hätte fahren können. Letztlich hatte ich eine Route über Marktschellenberg gewählt, weil mir die „Abkürzung“ direkt über den Berg zu schmal und zu steil erschien – was sie im Grunde auch ist. Aber der Reihe nach.

Noch gestern Abend hatte ich eine Route zum besagten Grenzübergang „gebastelt“, die am Morgen noch durch einen Track verfeinert wurde, den Christian kurzerhand aufs Navi spielte. „Ich war da jüngst auf Wirtschsftswegen unterwegs, schau mal, ob Du da was gebrauchen kannst“, meinte er. Also los.


Den Radstädter Tauern runter und dann auf die B99. Hinter Hüttau den Abzweig links auf den ersten Güterweg Richtung Fritzerberg und Alpfahrt.  Ein schmales Asphaltband schlängelt sich verheißungsvoll durch einen dichten Wald und bietet immer wieder prachtvolle Ausblicke. Zwei Kühe und ein Esel weiden vor einem eindrucksvollen Alpenpanorama – irgendwie könnte ich fortwährend anhalten zum Fotografieren.


Über den Pass Lueg gehts nach Salzach und dann gleich links, auf den nächsten Güterweg. Mächtig bauen sich rechts die Berge vor grünen Wiesen auf; wieder klickt der Fotoapparat.


Wenig später rückt die „Burg Hohenwerfen“ in den Blick; ganz deutlich ist die langgezogene Befestigungsmauer zu sehen, die sich den Hang entlang zieht.


Auf schmalen Wegen erreiche ich schließlich Hallein. Im Ort selbst erschweren Fußgängerzonen, Bauarbeiten und Umleitungen, die in Sackgasen führen, die Orientierung. Bei einem der vielen Versuche Richtung Dürnberg zu gelangen, fahre ich am Wohn- und Sterbehaus von Franz Xaver Gruber vorbei. Der hatte in der Heiligen Nacht im Jahre 1818 in Arnsdorf die Melodie des Weihnachtsliedes „Stille Nacht“ komponiert. 1835 zog er nach Hallein, wo er als Organist arbeitete und hier auch starb.

Bekannter als für die Musik dürfte Hallein für den Bergbau sein. Wenig später stehe ich vor einem aufgelassenen Stollen.


Und auch der Wandweg, den mein Navi mir vorschlägt, führt mich nicht wirklich weiter.


Also zurück ins Tal – im dritten Anlauf finde ich dann die Straße, die mich Richtung Dürnberg und schließlich Richtung Grenze führt.


Mit dem Motorrrad lässt sich hier herrlich fahren. Aber mit dem 6 Meter langen Ducato auf gerade einmal zwei Meter breiten Wegen, durch enge Kurven und einen Steilstück mit 24 Prozent Anstieg – wäre vielleicht gegangen, brauche ich aber nicht.

Über die alte Wiestalstraße gehts durch den Wald zum Wiestalstausee. Das sind Wege, die ich liebe.


Wenig später stehe ich auf der Staumauer und mache mal wieder Fotos.


Dann gehts im weiten Bogen und auf schmalen Straßen Richtung Trattberg. Immer wieder laden prächtige Aussichten zu einem kurzen Stopp.

 

Bei Wegscheid muss ich mich entscheiden: bummele ich noch ein wenig auf schmalen Wirtschaftswegen um das Tennegebirge oder fahre ich über der Bundesstraße, auf der ich gekommen bin, zurück ins Hotel. Ein Blick auf die Uhr und die noch verbleibenden 75 Kilometer lassen mich für die zügigere Variante entscheiden, wollte ich doch spätestens um 18 Uhr zurück im Hotel Solaria sein.


In Radstadt tanke ich noch einmal voll und treffe Stefan, Ingo und Carolin. Nach einem kurzen Hallo gehts weiter – noch 20 Kilometer und wir sind da. Ab unter die Dusche und dann zum Essen.


So langsam wird es Nacht in Obertauern. Zeit um schlafen zu gehen. Morgen fahren wir weiter ins Friaul – zwei Gruppen auf der Straße und eine, die Endurowandert …

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