Archiv des Autors: kurvenfieber

Feierabendbier

Nach einer kurvenreichen Tagestour schmeckt das erste Bier besonders gut

Traumhafter Tourenstart

Besser hätte die Tour nach Istrien nicht starten können: strahlend blauer Himmel und gleißender Sonnenschein am frühen Sonntagmorgen.

Über den Gailberg ging’s zunächst nach Kötschach-Mauthen und dann auf kleinen Nebenstraßen zum Naßfeld. Ein kurzer Fotostopp auf der Passhöhe und schon waren wir in Italien. Das einst fürchterlich holprige Sträßchen bergab ist zwischenzeitlich fast durchweg neu asphaltiert und auch der Kehrentunnel im unteren Drittel ist mittlerweile beleuchtet.

Auf der Zufahrt ins Valle di Aupa finden wir eine kleine Bar, in der der erste Espresso auf italienischem Boden genossen werden will. Zur Mittagszeit erreichen wir die Hochebene des Valle Resia, wo wir uns bei strahlendem Sonnenschein mit Würstchen und Polenta stärken.

Kurz darauf ist Slowenien erreicht. Doch schon in Kobarit biegen wir wieder Richtung Italien ab und fahren auf winzig kleinen Straßen Kurven bis zum schwindlig werden.

Noch eine kleine Kaffeepause und der abends eigentlich obligatorische Tankstopp, dann haben wir unser Hotel in Cerkno erreicht. Das Feierabendbier auf der Terrasse schmeckt prima und auch das Abendessen weiß zu begeistern.

Schön war es heute, darin sind sich alle einig. Morgen werden wir in Istrien sein, dem eigentlichen Ziel unserer Reise.

Langsam aber stetig bergan

Mit gleich zwei Motorrädern im Laderaum ging’s hoch auf 1700 Meter

Bettenwechsel

Viel zu schnell ist die Endurowoche zu Ende gegangen. Sechs Tage lang waren wir auf kleinen kurvenreichen Straßen und herrlichen, teilweise Docht recht anspruchsvollen Schotterwegen unterwegs gewesen. Christian, von Hotel Solaria, hatte so manches Schmankerl für uns herausgesucht, so dass jede der Touren, die uns zumeist hoch in die Berge führten, immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis waren.

Zufrieden fuhren die meisten Teilnehmer schon früh am Samstagmorgen nach Hause, während sich Franz-Josef und ich sich von Obertauern aus auf den Weg nach Oberdrauburg machten. Hier, im Gasthaus zur Post, wollten wir uns am Abend mit 20 weiteren Motorradfahrern treffen: Start zu einer einwöchigen Rundreise nach Istrien.

Für den altersschwachen Ford Transit und mich gab es nur zwei Möglichkeiten dorthin zu kommen. Entweder „durch“ den Katschberg fahren – die langanhaltende 15-prozentige Steigung über den Pass wäre zu schwierig geworden – oder aber eine Schleife über Innerkrens. Da schraubt sich die schmale Asphalttrasse zwar auch auf über 1700 Meter hinauf, aber die Steigunggstrecken sind recht moderat. Will heißen: 40 km/h im Zweiten gehen immer.

Gegen Mittag war das Ziel – ohne Tunnelfahrt- erreicht, es blieb genügend Zeit, die in den nächsten Tagen zu fahrenden Strecken noch etwas „feinzuplanen“.

Gegen 19:30 Uhr war der letzte Teilnehmer da und die erste Reparatur schon fast abgeschlossen: ein Reifen musste geflickt werden, in dem ein kleiner Nagel steckte. Na, das fängt ja gut an …

Auf Schotter zur Dreiwiesenhütte

Gut 5 Kilometer Spaß auf losem Untergrund

Ein sonniger Abschluß

Der letzte Tag unserer Endurowanderung. Die Dreiwiesenhütte sollte das Ziel sein. Als wir des morgens um halb zehn aufbrachen, hingen dichte Wolken über dem Tauernpass. Doch schon in Tweng schien die Sonne.

Auf Nebenwegen fuhren wir zum Prebersee und gönnten uns die Zeit für einen Fotostopp. Kurz vor Murau legten wir noch eine Kaffeepause ein, bevor es über den ersten Schotterweg in ein idyllisch gelegenes Hochtal ging.

Zur Mittagszeit war dann die Dreiwiesenhütte erreicht, die in gut 1700 Metern Höhe liegt. Ein gut 5 Kilometer langer Schotterpfad führt direkt hinauf aufs Hochplateau. Auf der Terrasse sitzend gönnten wir uns eine Kleinigkeit – und vor allem endlich einen Becher Buttermilch, der auf den Almen zuvor steht’s ausverkauft war.

Auf dem Weg nach Flatniz entdeckten wir noch eine Bachdurchfahrt, die natürlich sofort in Bild und Video festgehalten werden musste.

Zur Kaffeepause gab’s heißen Schokokuchen mit Schlag und Vanillieeis – natürlich in der Sonne sitzend! Jetzt noch einmal durchs Thomatal fahren, vorbei an Schloß Mosham, und hinter Mauterndorf den Tauernpass hoch. Dann war unsere abwechslungsreich Woche Endurowandern leider schon viel zu früh zu Ende.

Spaß gemacht hat es allen, nicht zuletzt dank der hervorragenden Vorbereitung von Christian vom Hotel Solaria in Obertauern. Im nächsten Jahr könnten wir vielleicht ein paar Tage länger in Slowenien bleiben oder in Kärnten oder dem Salzburger Land ein paar Hochalmen abfahren? Klingt alles sehr verlockend. Mal sehen, wohin uns die nächste Endurowanderung führen wird.

Bretteljause zum Mittag

Von Allem ein bisschen hatte auf der Karte gestanden

Ein Tag der spontanen Entscheidungen

Eigentlich hatten wir heute zur Dreiwiesenhütte fahren wollen. Doch als wir von Obertauern nach Mauterndorf aufbrachen, brauten sich im Süden dichte, dunkle Wolken zusammen. Das sah nicht wirklich gut aus. Also beschlossen wir, die Tagesplanung spontan über den Haufen zu werfen und erst einmal (wieder) Richtung Norden abzubiegen.

Über den Sölkpass ging es – grobe Richtung – zum Dachsteinmassiv. So langsam machte sich Hunger bemerkbar. Christian meinte, lasst uns doch mal im „Schloss Thannegg“ in Moosheim einkehren. Kurz vor halb eins standen wir vor dem alten Gemäuer, dass uns aber irgendwie viel zu wenig nach historischem Bauwerk aussah. Der Funke, der zum Essen zu halten, wollte nicht überspringen.

Also beschlossen wir spontan, den „Michaelerberg“ hinauf zu fahren, hatten wir doch bei der Suche nach dem Schloss ein handgeschriebenes Hinweisschild auf ein Gasthaus gesehen. „Täglich geöffnet“ hatte es da geheißen – also los!

Oben auf dem „Michaelerberg“ angekommen begeisterte uns erst einmal ein sagenhaftes Panorama und dann das Gasthaus selbst. Daniela, die Wirtin, tischte auf, was die Speisekarte aufzubieten wusste, von der delikaten Knoblauchcremesuppe bis hin zur deftigen Bretteljause. Herrlich!

Und während wir satt und zufrieden unter alten Bäumen saßen, fragten wir ganz spontan, wohin denn der unbefestigte Weg führen würde, den wir da sehen. „Der geht zur Stiegleralm, wenn Ihr wollt, könnt Ihr den ausnahmsweise fahren, heute ist ja nicht so viel los“, meine Daniela. Na, wenn das keine Einladung war.

Auch die Stiegleralm war ihren Abstecher wert. Obwohl wir gerade erst zu Mittag gegessen hatten, konnten wir der Einladung der netten Sennerin, den selbstgebackenen Kuchen zu probieren, nicht wiederstehen. Auch eine gute „spontane“ Entscheidung.

Auf dem Rückweg nach Obertauern kehrten wir dann noch einmal in der Trinkeralm ein, zu der ein gut fünf Kilometer langer, geschotterter Forstweg führt. „Wollen wir ein schönes Hinterherfahr-Video drehen“, fragte Christian, wohl wissen, dass ich für solche Späßchen zu haben bin. „Na klar, so lange der Akku der Video-Kamera hält, gerne“, meinte ich.

Es wurde ein ungleicher Wettbewerb: Christian auf der 950er KTM, der den knapp 100 PS-starken Zweizylinder oftmals im Powerslide durch die unbefestigte Kehren scheuchte und ich auf der kleinen 350er Suzuki, der den kleinen Einzylinder fast durchweg in den roten Bereich drehen musste, um auch nur den Hauch einer Chance zu haben, dranzubleiben. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Zum Schluß ging´s zügig hoch auf den Tauernpass, diesmal von Radstatt kommen. Alle waren zufrieden, es war – wieder einmal – ein toller Tag, noch dazu ohne Regen. (Vom leichten Nieseln auf dem Tauernpass mal abgesehen).

Morgen wollen wir dann zur Dreiwiesenhütte fahren und so einen schönen Schlusspunkt unter unsere Endurowanderung setzen.

Gipfelstürmer

Von wegen – auf direktem Weg zurück ins Hotel

Kurz vor halb acht war es, als sich die Sonne langsam über den Bergrücken vor unserer kleinen Pension schob. Dichte Wolken schoben sich entlang der Hänge und es sah alles danach aus, dass es (wieder) ein schöner Tag werden würde. Wurde es auch – nur anders als gedacht.

Nach dem Frühstück hieß es packen, denn heute ging es von Slowenien aus wieder zurück nach Österreich. Und da die Straßen (fast) trocken waren, wollten wir des morgens über den Stol – einen alten, kaum mehr instand gesetzten Militärpass – nach Italien fahren. Schnell war der Einstieg gefunden und über eine üble Piste ging es stetig bergan. Dass es tags zuvor – und auch in der Nacht – heftig geregnet hatte, war nicht zu übersehen. Der stark geschotterte Weg wies immer wieder tiefe Auswaschungen aus, über die das Regenwasser wohl in kleinen Sturzbächen abgeflossen war.

Die unbefestigten Wege, die wir bislang unter die Stollenreifen genommen hatten, waren ein Zuckerschlecken gegen die gut 20 Kilometer lange Piste, die es nun zu bewältigen galt. Kaum hatten wir die Baumgrenze überwunden und wollten die herrliche Aussicht ins Tal genießen, zog ein Gewitter auf. Langanhaltendes Donnergrollen hallte durch die Berge und heftiger Regen setze ein. Und wir mitten drin!

Glücklicherweise war die Passhöhe bald erreicht. Bergab war der Weg dann relativ gut befestigt, auch wenn vom Untergrund stellenweise kaum mehr etwas zu erkennen war. Zentimeter hoch schoss das Regenwasser über die steile Piste zu Tal, so dass man manchmal das Gefühl hatte, mitten im Bachbett zu fahren.

Als wir den Asphalt wieder erreicht hatten war klar: wir fahren jetzt auf direktem Weg zurück ins Hotel. Über den Passo di Pedril ging´s von Slowenien nach Italien, gut 20 Minuten hatten wir Österreich erreicht – und es regnete noch immer.

Kurz hinter der Grenze legten wir einen Tank- und Kaffeestopp ein; eine gute Entscheidung, denn plötzlich riss der Himmel auf und die Sonne schien! Nicht zu fassen, aber wahr. Vom direktem Weg zurück ins Hotel war fortan keine Rede mehr

Über die Windische Höhe fuhren wir Richtung Millstädter See und dann hoch zur Kohlmeier-Hütte; einer kleinen, wirklich idyllischen Alm, die nur auf einem unbefestigten Waldweg zu erreichen war. Auf der Terrasse sitzend, gönnten wir uns statt eines Kuchens ein deftiges Brot mit Spiegelei und Wildschweinschinken. Enduro fahren kann doch so schön sein, auch wenn es des vormittags mal regnen sollte.

Über winzig kleine Straßen führte uns Christian schließlich zum Katschberg, von da aus war es nicht mehr weit bis ins Hotel Solaria in Obertauern. Morgen wollen wir noch mal eine Runde Enduro in Österreich fahren. Um halb zehn geht´s los.