Archiv des Autors: kurvenfieber

Blick in den Heizungskeller

Bis morgen wird alles trocken sein

Naturgewalten

Es geht zurück nach Slowenien. Nach fünf Tagen mit herrlichem Sonnenschein, kündigt sich ein Tief für die Heimreise an. Ausgerechnet jetzt muss es anfangen zu regnen. Sind die Straßen in Kroatien schon bei trockenem Wetter (stellenweise) nicht die allergriffigsten, wird es bei Nässe so richtig rutschig.

Der schnellste Weg zur slowenischen Grenze führt über die Autobahn. Also halten wir uns zunächst Richtung Rijeka und dann auf der A 7 immer Richtung Norden.

Kurz nach halb elf saßen wir in einem kleinen slowenischen Gasthaus und schauten bei einem Schoko-Croissant und einem leckeren Capucino zu, wie der Regen auf die Straße prasselte – mal mehr, mal weniger.

Gut 100 Kilometer waren es noch zum Hotel, die wir auf relativ direktem Weg zurücklegen wollten. Doch diese 100 Kilometer sollten es in sich haben: Immer wieder ergossen sich wahre Wassermassen über uns, als ob man Kübel auf uns entleeren würde. Stellenweise stand das Wasser mehrere Zentimeter auf der Straße, waren Kies und Dreck auf den Asphalt gespült und aus den Berghängen neben der Straße schossen Sturzbäche und kleine Wasserfälle auf die Strecke.

Der einstmals kleine Bach neben der Straße war zu einem reißenden Strom angeschwollen, der beängstigende Ausmaße angenommen hatte. Die Fahrt hatte durchaus etwas abenteuerliches!

Nachdem wir gut eineinhalb Stunden unterwegs waren, legten wir noch eine kleine Mittagsrast ein und ließen es uns bei einer leckeren Steinofenpizza gut gehen.

20 Minuten später waren wir im Hotel; als letzte der drei Gruppen. Schnell waren die nassen Sachen im Heizungskeller verstaut; nach einer schönen heißen Dusche versüssten wir uns das schlechte Wetter mit einem großen Eis an der Hotelbar.

Morgen geht es zurück nach Österreich. Mal sehen, wie das Wetter wird. Andreas hat und schon mal per Mail vorgewarnt. Für Slowenien sind Niederschläge mit bis zu 200 Litern pro Quadratmeter angekündigt …

Frühstück am Meer

So könnte jeder Morgen beginnen

Noch ein Tag Sonnenschein?

Laut Wetterbericht kündigt sich gerade ein Tief an, doch heute scheint noch die Sonne. Anders als eigentlich geplant, wollen die meisten Teilnehmer heute an die Plitwitzer Seen fahren. Die schon 1949 zum Naturpark erklärte Region, gilt als schönstes Naturspektakel Kroatiens. Zudem wurden hier so manche Szene vom „Schatz im Silbersee“ gedreht.

Nahe an der Grenze zu Bosnien gelegen, sind in der idyllischen Landschaft aber auch die Spuren des gar nicht so lange zurückliegenden Krieges des Vielvölkerstaates zu sehen.

Nach einer ausgiebigen Wanderung rund um die beeindruckende Seenlandschaft, ging es bei strahlendem Sonnenschein zurück ins Hotel: noch einmal an einem lauen Sommerabend auf der Strandterrasse essen. Morgen geht’s zurück nach Slowenien, am Samstagabend wollen wir wieder in Oberdrauburg sein.

Morgenstimmung

In Motovun erwacht der neue Tag

Von Insel zu Insel hüpfen

Wir verlassen Motovun, um weiter nach Crikvenicia zu fahren. Dabei wollen wir die beiden Inselns Kres und Krk noch „mitnehmen“. Die Etappen sind kurz bemessen, um Wartezeiten im Hafen auffangen zu können.

Zumindest bei der ersten Fähre gelingt uns eine Punktlandung. Nach gut 90 Kilometern Fahrt erreichten wir am Vormittag die Fähre, die uns zur Insel Cres bringen sollte, exakt in dem Moment, als mit der Verladung begonnen wurde. Ohne Zeitverzug schipperten wir so zur ersten der beiden Inseln, die heute auf unserer Route lagen.

In Loznati sollte es ein kleines Lokal geben, das für seine Lammgerichte berühmt ist – das galt es zu entdecken. Ein Tipp, den wir gerne weitergeben, denn auch die Meeresfrüchte waren durchaus eine Empfehlung.

Die Fähre nach Krk verpassten wir um wenige Minuten. Die Wartezeit verbrachten wir an der Hafenbar, völlig relaxed, mit Blick auf herrlich kristall-klares Wasser. Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir gut eine Stunde später die größte der Kvarner Inseln. In Vrbnik gab’s in Strandnähe noch einen Kaffeestopp, dann fuhren wir zurück aufs Festland: über die Krker Brücke – die 1980 eröffnete Brücke hat eine Spannweite von 390 Metern und gilt als eine der längsten Stahlbetonbogen-Bauwerken. Davon merkt man allerdings beim rüberfahren nichts.

Ziel des heutigen Tages war das alte K.u.K.-Seebad Crikvenica von dessen einstigem Charme nur wenig geblieben ist. Das „Schloßhotel“ ist schnell gefunden, das Abendessen auf der Strandterrasse wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Gut, dass wir hier zwei Nächte bleiben werden.

Die Kirche von Vodnjan

Ganz im Süden von Istrien liegt die Kirche, in der sich 300 Reliquien finden

Istrien entdecken

Die holperige Gasse, die wir gestern hoch zum Hotel gefahren waren, mussten wir erst einmal wieder runter „hoppeln“ bevor wir zu unserer Rundreise aufbrechen konnten. Während Georg einmal die Küste abfahren wollte, steuerten Dieter und Uwe zunächst einmal Hum an, die angeblich kleinste Stadt der Welt. Hoch oben in den Bergen sollen hier, im Schatten der Kirche, gerade einmal 20 Einwohner leben, von denen wir gerade einmal zwei zu Gesicht bekamen.

Immerhin gibt es ein Café, doch dessen Besitzerin war es wichtiger, um halb elf die Terrasse zu fegen, statt für uns die Espresso-Maschine anzuwerfen, so dass wir im nächsten Ort, in Lupoglav, noch einen kurzen Stopp einlegten.

Im Anschluss umrundeten wir den „Cicariha“ und überquerten das „Ucka-Gebirge“. Angesichts der sommerlichen Temperaturen sicher eine gute Entscheidung, bewegten wir uns doch oft in Höhen von gut 700 Metern. Nahe der Passhöhe fanden wir zudem eine kleine Taverne, die Nudeln mit Trüffeln im Angebot hatte; das schien ein perfekter Tag zu werden.

Für den Nachmittag hatten wir uns Vodnjan ausgesucht. In der grössten Kirche Istriens werden 300 Reliqien verwahrt, darunter die Leichname von fünf Heiligen, die mumifiziert hinter Glas liegen. Zugegeben, ein makaberes Schauspiel – aber, wenn man schon mal hier ist …

Nachdem wir einmal quer durch die Aktstadt von Vodnjan gerumpelt waren, hatten wir „il duomo“ eingekreist und gefunden. Doch die Tür war verschlossen! Dafür den langen Weg?

Schräg gegenüber der Kirche war eine Bar. „Fragen Hausnummer 4“, lautete der Tipp, den wie dort bekamen. Gesagt, getan, schon war der Küster aus dem Nachmittagsschlaf geklingelt, der versprach, in zehn Minuten zu kommen. Zeit für einen kleinen Kaffee, den bei den zehn Minuten sollte es nicht bleiben …

Nachdem das „Kulturprogramm“ abgearbeitet war, gönnten wir uns noch einen Abstecher nach Rovinj, um direkt am Hafen ein lecker Eis zu schlecken. Vorbei am „Limska draga“, einem beeindruckenden, fjordähnlichen Einschnitt, ging es im Anschluss zurück nach Motovun. Morgen würde es weiter nach Kroatien gehen.

Am Ziel

Am dritten Tag unserer Reise hatten wir Kroatien erreicht.

Auf historischem Pflaster zum Hotel

So kann es weitergehen: Morgens hüllen sich die Berge in leichten Nebel, doch wenn wir die Motoren starten, kommt die Sonne raus. So war es auch bei unserer Abreise aus Cerkno. Das Schauspiel war so faszinierend, dass wir – kaum dass wir losgefahren waren, gleich einen Fotostopp einlegen mußten, weil das unter einer Wolkendecke verschwindende Tal einfach im Bild festgehalten werden wollte.

Auf kurvenreicher Strecke erreichten wir schon bald die Höhenzüge des „Trnovski gozd“-Gebirge, in dem es natürlich keinen Kaffee gab. Den konnten wir erst in einer kleinen Bar in Ajdovscina ordern, nachdem wir uns zuvor eine kleine enge Schlucht „hinuntergestürzt“ hatten.

Auf Nebenwegen ging es dann Richtung kroatische Grenze. Die Straße 608 sollte uns direkt nach Motovun führen. Allerdings fehlte auf der Landkarte das Signet für einen Grenzübergang. Von dem kroatischen und dem slowenischen Fremdenverkehrsamt hatten wir im Vorfeld zudem widersprüchliche Informationen erhalten: die einen meinten, die Grenze sei passierbar, die anderen meinten, sie sei nicht passierbar. Also: ausprobieren!

Sie ist nicht passierbar, zumindest nicht für Ausländer. Also mussten wir auf die 201 ausweichen und erreichten am frühen Nachmittag Motovun. Unser Hotel lag ganz oben auf dem Berg. Mit den Motorrädern dürften wir bis ganz nach oben fahren, hatte es geheißen. Was man uns nicht gesagt hatte: die letzten 500 Meter führten durch eine Fußgängerzone, in der noch das historische Pflaster lag, das wohl einst die Römer verlegt hatten. Und da rumpelten wir nun drüber …

Von der Idee, gleich noch einmal ans Meer zu fahren, nahm jeder freiwillig Abstand. Ein frühes Feierabendbier unter alten Kastanien war irgendwie viel verlockender. Nach und nach trafen alle drei Gruppen ein und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Morgen wollen wir Istrien entdecken.