Ein Blick auf die Elbe

Heute ist Mittwoch und zumindest „meine“ Gruppe fährt heute die „Mittwochstour“ – und damit Richtung Elbe. Stefan hingegen wird einen Abstecher ins Nachbarland Polen unternehmen, wo wir ja gestern schon waren, und dabei gleich zweimal die Oder überqueren. Nur, damit es nicht wieder zu Verwechslungen kommt 😉

Wir starten bei strahlendem Sonnenschein. Auf erstaunlich gut ausgebauten Straßen fahren wir Richtung Blumenthal. Dort steht einer der höchsten Holz-Aussichtstürme Deutschlands. Der ragt mitten aus dem Wald; die Zufahrt wird nur mit einem kleinen Schild am Wegesrand angezeigt.
Die ersten 100 Meter unbefestigter Wegstrecke lassen sich noch gut bewältigen. Dann verschwindet der schmale Pfad zwischen dichtem Gehölz – und da es in der Nacht kräftig geregnet hatte, ist der holprige Waldweg stellenweise leicht morastig. Nur langsam geht es voran. Zu allem „Unglück“ ist nun auch vom Turm nichts mehr zu sehen ist.
Wenig später stoppen wir auf einer kleinen Lichtung; ein „Wanderweg“ führt rechter Hand bergan. Wir gehen zu Fuß auf Erkundungstour und erreichen schon bald, wonach wir gesucht haben: den Blumenthal-Turm. Insgesamt 44,65 Meter hoch und einzig zu dem Zweck erbaut, eine tolle Aussicht auf die Prignitz zu bieten. Wer die 164 Stufen gen Himmel erklimmt, wird beeindruckt sein.
Noch eine gute halbe Stunde Fahrt und wir erreichen das Storchendorf Rühstadt. Kurz zuvor legen wir „am Deich“ noch einen kurzen Fotostopp ein, um einen imposanten Blick auf die Elbe zu erhaschen, die links der Straße fließt.
In Rühstädt brüten wohl an die 30 Strochenpaare – fast auf jedem Hausdach findet sich ein großes Nest. Wir schießen eifrig Fotos und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Lanz ist unser nächstes Ziel. Ein winziger Flecken auf der Landkarte. „Turnvater Jahn“ ist hier geboren. Eine „Jahn-Kastanie“, ein „Jahn-Gedenkstein“, vor allem aber eine kleine Ausstellung halten die Erinnerung an den Mann mit dem Rauschebart wach, der einst als Hilfslehrer in Berlin sein Brot verdiente und der – unter dem Deckmantel der Leibesertüchtigung – zu paramilitärischen Übungen gegen die Preußen besetzt haltenden Franzosen aufrief.
Es wird Zeit fürs Mittagessen. Nur ein paar Kilometer noch und wir erreichen in Lenzen das Burghotel; eine echte Empfehlung. Auf einer kleinen, sonnendurchflutenden Terrasse sitzend, genießen wir „Bauernomlette“ oder „Soljanka“.
Vom „Drei-Sterne-Haus“ in gediegener Atmosphäre geht es relativ direkt zum „Eisfenster“ mit Plastikstühlen an der Straßenecke. Milieustudie in Rheinkultur – aber nett und sympathisch.
Das „Borcherts“ in Putlitz ist unser Ziel. Als die DDR noch existent war, gab es hier schon leckeres Softeis – damals eine Rarität im Land des existierenden Sozialismus. Ines, Tochter des Gründers Bernd Borchert, und gelernte Feineiskonditorin, schmeißt mit Mann und Freundin heute den Laden – mit lockerem Mundwerk. Widerspruch zwecklos.
„Watt willste? Vanille? Heute ham wa Vanille mit Mango, janz lecker. Nimmse die jroße Portion, für zwee Euro“. Schwupp, hast Du die Waffel in der Hand. Unser Eis essen wir schräg gegenüber im Freien, auf einem kleinen Platz, auf dem grüne Plastikstühlen stehen. Und während wir unser Eis so schlecken, beobachten wir das muntere Treiben am „Eisfenster“.
Unablässig wird da geklingelt. Handwerker legen einen kurzen Stopp ein, Rentner schauen vorbei, Mütter mit Kindern und Kinder ohne Mütter. Sie alle kaufen ein Eis und werden noch dazu mit einem coolen Spruch von Ines bedient. Ein echtes Erlebnis.
Noch eine gute Stunde Fahrt und wir sind wieder im Hotel. Das Feierabendbier wartet schon auf der Terrasse des „Hotel Gutenmorgen“ – und dann gibt’s noch was zu feiern: Ulrich hat Geburtstag. Glückwunsch!
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Die Elbe reicht ganz nah an unsere Strecke. Nur ein Deich trennt uns vom mächtigen Fluss.

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