Archiv des Autors: kurvenfieber

Endlich hat es geklappt

TOURBERICHT KATALONIEN
Freitag, 5. Oktober 2012 | 8. Tag

Im dritten Anlauf habe ich endlich den Canigou bezwungen. Bei unserer ersten Motorradtour im Roussillon haben wir die rot gestrichelte Piste eher zufällig entdeckt, hatten aber keine Zeit, sie zu befahren. Beim zweiten Mal saßen wir schon aufbruchbereit in einer kleinen Bar, als sich das Wetter eintrübte. Zwar blieb es dann doch trocken, aber wir wollten kein Risiko eingehen.

Heute nun ideale Bedingungen! Kurz nach 9 Uhr machten Uli und ich uns auf den Weg. Im Garmin waren ein paar grobe Wegpunkte gesetzt, das sollte als Orientierung reichen. Den genauen Verlauf der Piste konnten wir in der „elektronischen Karte“ nicht entdecken, aber vor Ort hatten wir bisher noch jeden Weg gefunden.

Auf der D 27 geht es zunächst Richtung Norden, vorbei an der „Abbaye St-Michael-de-Cuxa“. Bald darauf windet sich das schmale Sträßchen kurvenreich den Berg hinauf. Noch vor Filols zweigt links ein schmaler Holperpfad ab; kurz darauf stehen wir vor einem großen Hinweisschild, das deutlich macht, wer die nun folgenden Kilometer alle nicht befahren darf. Motorräder gehören nicht dazu!

Über Schotter und Geröll geht es stetig bergan. Nach ein paar Kilometern haben wir einen Parkplatz erreicht, auf dem zahlreiche Jeeps stehen. Den Einstieg in die „piste forestière“ finden wir erst beim Wenden. Gerademal autobreit windet sich der schmale Pfad nun den Berg hinauf.

In den Sommermonaten – Juli und August – ist das Befahren zwischen 8 und 18 Uhr verboten. Glücklicherweise schreiben wir schon Oktober! Was nun folgt, lässt das Herz eines Endurofahrers höher schlagen: Geröll, Felsdurchbrüche, ausgesetzte Passagen, feuchte Waldwege, grober Schotter – und immer wieder fantastische Ausblicke. Bei strahlendem Sonnenschein „kämpfen“ wir uns hoch auf 2000 Meter. An den Hängen stehen Bäume in leuchtendem rot und gelb, über den Tälern liegen dichte Wolkendecken – der erste Teil dieser Tour ist schon mal ein Traum!

In Lloncet legen wir eine kurze Mittagsrast ein. Eine Bar ist schnell gefunden; wir bestellen Café Creme und ein Baguette. Während wir essen streunen drei Hunde und eine Katze um unseren Tisch – sehr leidend daherschauend.

Das nächste Ziel ist der „Tour de Batère, südöstlich vom Canigou gelegen. Wir fahren uns fast schwindelig, so kurvenreich ist die D 13, die uns zum einer Passhöhe führt, Genau hier zweigt die „Naturstraße“ zur Turmruine ab. Knapp 10 Kilometer Schotterpiste warten auf uns – herrlich.

Nach einer kleinen Kaffeepause in Amélie-les-Bains nehmen wir die kurvenreiche D 618 unter die Stollenräder. Wie ein Lindwurm windet sich das schmale Asphaltband durch das Tal. Am Abzweig zur „Chapelle de la Trinité“ setzen wir den Blinker links, um nach zahlreichen Kehren schließlich nach rechts auf eine „gestrichelte Linie“ abzubiegen, die wir uns im Garmin markiert hatten.

Kilometerlang fahren wir auf grobem Schotter in gut 1400 Metern Höbe, bis wir bei Bouleternère schließlich die N 116 erreichen. 10 Minuten später sind wir wieder im Hotel. Das war ein wirklich toller, erlebnisreicher Tag!

Der hat auch den Teilnehmern gefallen, die ausschließlich auf der Straße unterwegs waren und auf herrlich kleinen Straßen in den „Pyrénées Catalanes“ unterwegs waren. Morgen geht es schon wieder Richtung Heimat: ab 13:40 Uhr werden die Motorräder in Narbonne auf den Autoreisezug verladen.

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Unheimliche viele Verbote versprechen unheimlich viel Fahrspaß. So war es auch am Canigou – zumindest mit der Enduro.

Wir sind wieder in Frankreich

TOURBERICHT KATALONIEN
Donnerstag, 4. Oktober 2012 | 7. Tag

So langsam neigt sich unsere Motorradtour durch Katalonien dem Ende zu. Von Berga aus fahren wir am Morgen erst einmal gen Westen. Dann geht es quer durch die „Serra del Cadi“ Richtung La Seu d’Urgell.

Den zeitraubenden und zumeist wenig erbaulichen Abstecher nach Andorra ersparen wir uns. Statt dessen folgen wir dem Verlauf des „Val de Serge“ gen Osten, um schließlich die Grenze zu Frankreich zu erreichen.

Auf vielen kleinen kurvenreichen Straßen durchstreifen wir auch hier die „Pyrenées Catalanes“. Am frühen Abend erreichen wir Prades, das heutige Etappenziel. Unterhalb des Canigou, einem mächtigen Bergmassiv, wollen wir noch zweimal übernachten.

Morgen werden Uli und Uwe versuchen, die Gipfelregion auf einer rumpeligen Piste zu erreichen. Alle anderen fahren auf herrlich kurvenreichen Straßen einmal weiträumig rund um den Canigou. Die geplante Route führt noch einmal quer über die Pyrenäen nach Spanien und dann wieder zurück nach Frankreich. Damit geht unsere Saisonabschlusstour dann auch langsam zu Ende.

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Schneebedeckte Berge in den Pyrenäen. Anfang Oktober zaubert die tief stehende Sonne eine ganz tolle Stimmung.

Auf zu den gesägten Bergen

TOURBERICHT KATALONIEN
Mittwoch, 3. Oktober 2012 | 6. Tag

Montserrat – der gesägte Berg – ist heute unser Ziel. Jäh erhebt sich das gut 10 Kilometer lange und bis zu 5 Kilometer breite Sandsteingebirge aus der katalonischen Tiefebene. Es ist schon beeindruckend, auf die bizarre Felsformation zuzufahren, die nur schemenhaft am Horizont zu erkennen ist.

In drei Gruppen sind wir wieder unterwegs: Stefan will mit seiner Truppe unterhalb des Klosters „nur“ für einen Fotostopp halten, Speedy wird sich Zeit für eine kleine Besichtigung nehmen und Uwe hat Albert und Reiner „im Schlepptau“, die das Benediktinerkloster „Santa Maria de Montserrat“ ausgiebig erkunden wollen.

Auf möglichst kleinen, kurvenreichen Straßen geht es immer Richtung Süden. Kurz hinter Manresa sehen wir zum ersten Mal die Berge, die sich gegen die Sonne wie ein dunkler Schleier abzeichnen. Den kurzen Fotostopp nutzen wir zur obligatorischen Frage: Kaffee trinken oder weiterfahren? Da die Kathedrale in Manresa, durch das wir kurz zuvor gefahren waren, sehr beeindruckend aussah, beschließen wir kurzerhand zurück zu fahren und dort eine kleine Pause einzulegen.

Mitten durch die verkehrsberuhigte Zone rumpeln wir durch schmale Gassen und finden die Zufahrt zur gotischen Kathedrale. „Wollen wir auch einen Blick reinwerfen – na klar“. In aller Ruhe schauen wir uns das beeindruckende Bauwerk an. Eine kleine Bar ist anschließend schnell gefunden, so dass wir die Fahrt nach Montserrat später als geplant, aber sehr zufrieden fortsetzen.

Je näher wir kommen, umso gewaltiger erscheint uns der „gesägte Berg“ – so die Übersetzung für Montserrat. Eine kurvenreiche Straße schlängelt sich am Fuße der Felsen entlang und führt direkt zum gebührenpflichtigen Parkplatz unterhalb des Klosters. Wenig später trifft auch Speedy mit seiner Gruppe ein. Jetzt fehlt nur noch Stefan …

Rechtzeitig zum „Feierabendbier“ sind alle wieder im Hotel. Morgen geht es nach Frankreich. Von Prades aus wollen wir noch einmal nach Spanien fahren – oder den Canigou erkunden.

Schemenhaft zeichnet sich der „gesägte Berg“ am Horizont ab. Montserrat war heute unser Ziel.

Heute mal Endurowandern

TOURBERICHT KATALONIEN
Dienstag, 2. Oktober 2012 | 5. Tag

Heute werden wir mit drei Gruppen unterwegs sein. Während Michael und Stefan im Westen Kataloniens auf Entdeckungsreise gehen wollen, brechen Uli und Uwe zu einer kleinen Endurowanderung rund um Berga auf. In der Karte, aber auch im Garmin, finden sich viele gestrichelte Linien, die einigen Offroad-Spass versprechen – so wir sie denn finden und diese auch fahrbar sind.

Vom Hotelparkplatz aus blicken wir auf die Berge der „Serra de Queralt“. Auf dem Kamm entdecken wir einen kleinen Turm und ein mächtiges Gebäude – das alte Kloster „Sankt Queralt“. Da wollen wir gleich am Morgen hin.

Kurvenreich geht es bergan. Schnell haben wir die Sehenswürdigkeit erreicht. Von dort oben bietet sich ein imposanter Ausblick auf Berga, tief unten im Tal. Auf der Topo-Karte im Garmin haben wir eine schmale Straße entdeckt, die sich für die Rückfahrt anbietet. „Glücklicherweise“ weicht der brüchige Asphalt schon bald festgefahrenem Waldboden. So manche heftige Bodenwelle und einige tiefe Pfützen mahnen gleichwohl zur gemäßigten Fahrweise. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Kurz darauf sind wir auf dem Weg nach Rasos de Pegura. Auf über 1800 Meter schraubt sich die kurvenreiche Straße. Jetzt ginge es nur noch „gestrichelt“ weiter. Doch der abenteuerliche Weg, der uns vom Gipfel nach Figols führen sollte, ist als privat deklariert. Wir zögern kurz und überlegen, als ein älterer Autofahrer mit ernster Mine seinen Geländewagen auf den Schotter zusteuert. „Scheint der Besitzer zu sein“, denken wir uns und bleiben lieber auf dem Asphalt.

Wie erwartet gestaltet sich das Endurowandern als stetes Ausprobieren und gelegentliches Wenden. So mancher unbefestigte Weg, den wir laut Karte für fahrbar hielten, ist mit einer Kette abgesperrt oder morastig. Immer wieder sind wir kilometerlang auf herrlichen Enduro-Pisten unterwegs, um dann plötzlich vor einem Sperrschild zu stehen. Gelegentlich wird aus dem schottrigen Pfad ein anspruchsvoller Wanderweg, manchmal sind wir auf unbefestigten Wegen unterwegs, die weder im Garmin noch in der Karte verzeichnet sind. Abenteuer pur – vor allem mit viel Spaß dabei.

Irgendwann landen wir in Ripoll und legen ein kleines Kaffeepäuschen ein. Zurück gehts auf ebenso interessanten Wegen bis wir schließlich wieder im Hotel sind. Toll war’s, auch für die beiden Gruppen, die auf der Straße unterwegs waren.

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Ausreichend Profil vorhanden? Uli ist´s zufrieden – und der nächste Feldweg wartet auf uns.

Die nächste Etappe

TOURBERICHT KATALONIEN
Montag, 1. September 2012 | 4. Tag

Wir verlassen die Costa Brava und fahren ins Landesinnere. Berga ist das Ziel, eine lebhafte Kleinstadt im Herzen Kataloniens. Gut 300 Kilometer werden des abends auf dem Tacho der Motorräder stehen; auf direktem Weg misst die Distanz gerade einmal die Hälfte.

Punkt 9 Uhr laufen die Motoren. Sonne satt und strahlend blauer Himmel – so hatten wir uns das gewünscht. Von Figueras geht es zunächst kurvenreich Richtung Frankreich. Vor Jahren haben wir auf dieser Strecke, der GI 503, mal „freies Fahren“ gemacht und wollten uns alle an der Grenze treffen. Die ist allerdings nur schwer zu erkennen. Drei unserer Teilnehmer kamen seinerzeit erst 13 Kilometer später, an der D 115, zum Stehen. Es lief gerade so gut – Kontinentale Plattenverschiebung nennt man das wohl, wenn sich die Grenze ganz plötzlich nach Nordwesten verlagert 😉

Wahrend Speedy noch einen Abstecher zum „Gorges de la Fou“ unternimmt sucht sich Stefan schöne kleine Straßen. Weil er mit seiner Gruppe nicht schon um 16 Uhr im Hotel sein will, wird noch ein ungeplanter Abstecher auf schmaler Trasse von der B-402 nach La Molina unternommen. Um von dort nach Berga zu kommen, geht es anschließend durch den „Tùnel de Cadi“. Dumm nur, dass der gebührenpflichtig ist. Gut 10 Euro kostet die Fahrt durch die Röhre pro Motorrad, bei 10 Maschinen kommt da schon ein Sümmchen zusammen.

Kurz nach 18 Uhr sind alle im Hotel. Schnell sind die Koffer ausgeladen – und auch die beiden Motorräder aus dem Begleitbus. Triumph hat uns freundlicherweise die neue Explorer als Testmaschine für die Katalonienreise zur Verfügung gestellt. Morgen will Wolfgang den Tourtag für eine ausgiebige Probefahrt nutzen. Die ersten Runden auf dem Parkplatz waren schon sehr vielversprechend.

Startklar – von der Costa Brava geht es heute auf kurvenreicher Strecke nach Berga; eine lebhafte Kleinstadt in Katalonien.

Immer Richtung Süden

TOURBERICHT KATALONIEN
Sonntag, 30. September 2012 | 3. Tag

Nur noch wenige Wolken sind des morgens am Himmel, als wir zu unserer Motorradtour entlang der Costa Brava aufbrechen. Heute (und die nächsten Tage) verspricht der Wetterbericht Sonne satt! Bis hinunter nach Lloret de Mar soll es heute gehen – und übers Hinterland dann wieder zurück. Kurz nach 9 Uhr brechen Speedy und Stefan mit ihren Gruppen auf, während ich den Tag in Roses verbringen werde.

Eigentlich hätte für mich eine kleine Endurotour auf dem Programm gestanden. Aber nach den langanhaltenden Niederschlägen des gestrigen Tages dürften die unbefestigten Wege entlang der Küste noch sehr morastig sein; das schmutzige Motorrad dann wieder in den Begleitbus zu stellen und die Koffer der Teilnehmer dazu zu packen wäre vielleicht keine so gute Idee.

Also schlendere ich lieber bei strahlendem Sonnenschein den Strand entlang, schaue alten Männern an der Hafenmole beim Angeln zu, beobachte die Startvorbereitungen einer kleinen Regatta, staune wie so mancher Künstler aus einem Haufen Sand filigrane Burgen baut und gönne mir zum Mittag nicht nur ein leckeres Steak auf einem lebhaften Platz in der Innenstadt sondern anschließend auch noch ein Eis am Meer. So ein Tag ohne Motorrad fahren kann auch irgendwie schön sein.

Das würden unsere Biker so sicher nicht sagen. Auf kurvenreicher Strecke entdecken sie die abwechslungsreiche Küstenlinie der Costa Brava. Erst kurz vor Barcelona geht es wieder gen Norden und dann auf Nebenstraßen zurück nach Rosés. Stefan baut noch einen kleinen Abstecher zum „Cap de Creus“ ein, dem östlichsten Punkt der iberischen Halbinsel.

Kurz nach 18 Uhr sind wieder alle zurück im Hotel. Nach einem kühlen Feierabendbier auf der Terrasse geht es zum Essen. Die Küche lässt keine Wünsche offen: heute gibt es Paella. Satt und zufrieden fallen wir ins Bett. Morgen verlassen wir die Küste und fahren ins Landesinnere nach Berga. Mal sehen, was uns dort, im Herzen Kataloniens, erwarten wird.

Abendessen auf spanisch: Es gab es Paella, das spanische Nationalgericht. Drei Pfannen nur für uns.

Acht Grad Unterschied

TOURBERICHT KATALONIEN
Samstag, 29. September 2012 | 2. Tag

Kein guter Tag für eine Reise in den doch eigentlich um diese Jahreszeit immer noch sonnigen Süden. In Katalonien regnet es, wie heute in ganz Spanien – und das fast ununterbrochen. Die Einheimischen wird’s freuen. Die Waldbrände, die im Landesinneren wüten, werden so gelöscht. Zum Motorradfahren aber ist das Wetter nichts.

Dabei haben wir doch irgendwie noch Glück. Während rund um Valencia ganze Landstriche regelrecht absaufen, haben wir in Narbonne „nur“ mit Gewitter und Starkregen zu kämpfen. Es schüttet wie aus Eimern, als die Motorräder vom Autoreisezug rollen. Und irgendwie sieht es nicht danach aus, dass es heute noch mal besser werden würde.

Speedy entscheidet sich, mit seiner Gruppe den direkten Weg zu nehmen. Also rauf auf die Autobahn und ab Richtung Grenze. Gut 140 Kilometer sind es bis Roses an der Costa Brava. Das sollte relativ zügig zu schaffen sein.

Stefan fährt lieber Landstraße und kämpft mit dem heftigen Wind. Nach einem Tunnel zweigt die Straße eigentlich rechts ab, aber die Böen sind hier so stark, dass die Motorräder fast auf die Gegenfahrbahn gedrückt werden. Immer wieder steht das Wasser in tiefen Pfützen auf der Straße, so dass kein rechter Fahrspaß aufkommen will. Aufmunterung verschafft schließlich eine kleine Kaffeepause bei der es leckeren Apfelkuchen gibt.

Kurz vor 18 Uhr sind beide Gruppen im Hotel. Den Wintergarten verwandeln wir kurzerhand in einen Trockenraum und hoffen, mit den eilends herbeigeschafften Elektro-Radiatoren die durchnässten Kombis wenigstens ein wenig trocken zu kriegen. Bei so manchem hat die Goretex-Hose kläglich versagt.

Ganz zum Schluß treffen Lutz und Wolfgang ein, die schon seit Donnerstag unterwegs sind. Kaum stehen die Maschinen auf dem hoteleigenen Parkplatz meint Lutz trocken, er kenne jetzt den Unterschied zwischen Schottland und Katalonien – der läge bei genau acht Grad. Im Juni, als wir in Schottland waren, hatte es ebenfalls am ersten Reisetag fast ununterbrochen geregnet – allerdings waren da die Temperaturen etwas niedriger; um genau diese acht Grad.

Nach einer heißen Dusche und dem ersten kalten Bier ist auch das vergessen. Das üppige Abendessen und der in Karaffen gereichte Rotwein versöhnen uns ein wenig. Zumal der Wetterbericht Besserung verspricht: am Sonntag könnte es noch einmal etwas wechselhaft sein, ab Montag aber scheint wieder die Sonne. Und die haben wir doch gebucht.

Kurzerhand haben wir den „Wintergarten“ im Hotel zum Trockenraum umfunktioniert. Ob´s hilft?

Hola – ich bin schon mal da

TOURBERICHT KATALONIEN
Freitag, 28. September 2012 | 1. Tag

Heute startet offiziell unsere Saisonabschluss-Tour nach Katalonien. Während ich bereits in Rosés am Strand sitze, verladen die meisten Teilnehmer gerade ihre Motorräder auf den Autoreisezug. Eigentlich hatte ich auch entspannt im Liegewagen anreisen wollen. Aber nachdem der eigentlich eingeplante Fahrer unseres Begleitfahrzeugs ausgefallen war, werde diesmal ich die Gruppe vorwiegend auf vier Rädern begleiten.

Gestern Abend waren schon die ersten 300 Kilometer „im Sack“. Bis Neuenburg ging’s, dicht an die französische Grenze. Heute Morgen dann um kurz nach acht wieder auf die Piste. Die letzten 1000 Kilometer wollten hinter sich gebracht werden.

In den Tälern des Doubs liegt da noch der dichte Nebel, doch so langsam kämpft sich die Sonne durch. Bis Lyon läuft alles flüssig. Dann wird’s ein wenig zäh, ähnlich um Montelimar. Insgesamt aber bin ich sehr gut durchgekommen. Nach gut 10 Stunden Fahrt, nur von ein paar kurzen Pausen unterbrochen, hatte ich mein Ziel erreicht.

Eine Enttäuschung waren unterwegs nur die beiden Tankstopps. Die hätte ich gern mit einer kleinen Kaffeepause verbunden. Doch auch hier macht sich der Pragmatismus der Franzosen breit. Statt einer schönen Bar gibts nur noch Automaten und Kaffee im Plastikbecher. Das muss doch nicht sein!

In Rosés führt der erste Weg nach dem Einchecken direkt ans Meer. Hier sitze ich nun und schaue vom Strand aufs Wasser. Die Brandung ist ordentlich, trotzdem – oder gerade deswegen? – stehen ein paar Angler am Wasser und versuchen ihr Glück. Angenehm ruhig ist es hier; Nachsaison eben. Genau deshalb sind wir jetzt eine Woche da.

Abendstimmung an der Costa Brava. So langsam senkt sich die Nacht über Rosés. Und der Mond lugt durch die Wolken.

Im Siebengebirge unterwegs

Gut, dass wir das Motorradwochenende im Siebengebirge nicht abgesagt haben! „Nur“ acht der eigentlich geplanten 16 Motoradfahrer hatten sich für die kurzweilige Tour am Rhein angemeldet. Eigentlich irgendwie schade, aber manchmal läuft´s eben nicht so, wie erhofft.

Sollten wir die Tour deshalb aus dem Programm streichen? „Rechnen“ tut sich das Wochenende nicht unbedingt. Warum aber die, die sich angemeldet haben, enttäuschen? Sind wir halt nur mit einer kleinen Gruppe unterwegs. Macht doch auch Spaß.

Eine gute Entscheidung; die Rückmeldungen waren durchweg positiv! Die Routen: hervorragend ausgesucht! Der Tourguide: wie immer souverän! Das Wetter: sonnig und trocken! Die Gruppe: auf der Straße homogen unterwegs und abends kommunikativ! Das Hotel am Markt in Bad Honnef: echt klasse – Service, Zimmer, Essen, einfach nur super!

Alles Zitate von Motorradfahrern, die am Wochenende dabei waren. Bei so viel positiver Rückmeldung sind wir froh, die Tour ins Siebengebirge nicht abgesagt zu haben. Wäre echt schade gewesen.

Schon wieder alles vorbei

TOURBERICHT WALDVIERTEL/ENDUROWANDERN
Samstag, 25. August 2012 | 7. Tag

Noch einmal gemeinsam frühstücken: Rührei mit Schinken, Kaffee mit aufgeschäumter Milch, vielleicht noch ein Käsebrötchen. Dann heißt es Abschied nehmen. Unsere Motorradwoche im Waldviertel geht unweigerlich zu Ende.

Die Koffer sind gepackt, schon früh am Morgen machen sich die ersten auf den Weg nach Hause. So mancher hat unterwegs noch eine Zwischenübernachtung eingeplant, um die gut 700 Kilometer Wegstrecke nicht in einem Rutsch auf der Autobahn zurücklegen zu müssen.

Als die Kirchturmuhr in Yspertal 9 Uhr schlägt, kehrt Ruhe ein im Gasthof „Drei Hacken“. Wir sind dann mal weg – aber kommen wieder, ganz bestimmt!

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Gleich fahren wir wieder nach Hause. Auf der Straße vor unserem Gasthof werden letzte Vorbereitungen getroffen.