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Auf halber Strecke: Briancon

Der Tag verspricht schön zu werden. Wie vorhergesagt: blauer Himmel und Sonnenschein. Ich genieße das „kleine Frühstück“, trinke beim Packen noch einen Espresso am Motorrad“ und verschwätze mich mit der Chefin des Hotels vorm Losfahren. Da ich in den nächsten Tagen allein unterwegs sein werde, ist das nicht weiter schlimm. Das „Zeitmanagement“ liegt allein in meinen Händen.

Um halb zehn geht es endlich los. Gegen Abend will ich in Briançon eintreffen und auf den gut 300 Kilometern bis dorthin mindestens sieben Pässe, darunter den 2770 Meter hohen Col de I’Iseran unter die Räder nehmen, den höchsten überfahrbaren Gebirgspass in den Alpen. Die Chancen dafür stehen heute gut.

Doch erst einmal komme ich nicht allzuweit. Kaum losgefahren, halte ich an der Schrägseilbrücke „Point de la Caille“ für einen ersten Fotostopp. An dem imposanten Bauwerk war ich vor vier Wochen, auf der Fahrt in die Cevennen, schon mal vorbei gefahren, jetzt will ich mir ein wenig Zeit für eine kleine Besichtigung nehmen.

Weiter geht’s in Richtung Annecy und über die erstaunlich attraktive D909 nach La Clusaz. Mächtige Felsformationen bauen sich links vor mir auf; angesichts des weiten Weges, der noch vor mir liegt, muss ein Schnappschuss reichen. Schon bald ist der Col des Aravis (1486 Meter) ausgeschildert, mein erster Pass des Tages „ist grün“, also befahrbar.

Kurvenreich steigt die Straße bergan; an der kleinen Kapelle lasse ich die G/S ausrollen, um ein paar Fotos zu machen. Auf dieser Reise will ich jedes Passschild einmal im Bild festhalten – dazu fehlt bei meinen sonstigen Reisen oft die Zeit.

Vom Col des Aravis zweigt rechter Hand ein kleiner Weg ab, der zum unbefestigten Col de la Croix-Fry führt. Den haben wir vor Jahren mal bei einer Endurowanderung unter die Stollenreifen genommen. Ich laufe ein Stück in diese Richtung, um ein paar Fotos zu machen, als ich sehe, wie sich eine Gruppe älterer Herren um mein Motorrad versammelt und gestenreich diskutiert.

„Was denn das für ein Motorrad sei, wo man das kaufen könne und was es koste“, wollen sie wissen, als ich zu meiner Maschine zurückkehre. Franzosen seien sie und einer übersetzt. Als ich ihnen sage, dass es sich bei meiner Maschine quasi um ein Unikat handele, da ich die alte G/S im Laufe der Jahre nach meinen Vorstellungen umgebaut habe und es dieses Motorrad insofern nicht zu kaufen gäbe, schauen sie noch ein wenig interessierter und empfehlen mir das Elsass als nächstes Reiseziel. Da kämen sie her und würden nun einen Ausflug in die Alpen machen. Wir wünschen uns gegenseitig noch eine gute Reise, wobei sie ein wenig wehmütig auf den Omnibus zeigen, mit dem sie unterwegs sind.

Ich mache mich auf den Weg zum Col des Saisies und gerate auf halber Strecke in einen Almabtrieb. Die Herde nimmt die gesamte Straßenbreite in Anspruch, so dass die Kühe, laut bimmelnd, links und rechts an mir vorbeitraben – und ich ein herrliches Video drehen kann.

 

Vom Col des Saises (1650 Meter) ist es nicht mehr weit zum Col de Méraillet (1605 Meter). Der liegt in unmittelbarer Nähe zum malerischen Stausee von Roselend. Die D925 schlängelt sich durch eine malerische Landschaft – mit beeindruckenden Felsformationen und tollen Blicken auf den See. Bald ist mit der Cormet de Roselend (1967) der höchste Punkt diese Passstraße erreicht und damit fast die 2000er-Marke erreicht.


Während ich fotografiere rollt eine neue Afrika Twin an mir vorbei. Aus dem Helm baumelt ein geflochtener blonder Zopf. Die Fahrerin stoppt kurz, macht ein paar Bilder und fährt dann weiter – wir werden uns an diesem Tag noch öfter begegnen.
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Begegnung in der Einsamkeit der Berge

Meinen nächsten Fotostopp lege ich schon nach wenigen hundert Metern ein, als ich – inmitten einer Herde – eine Kuh entdecke, die majestätisch auf einem Felsbrocken steht und die Aufsicht zu führen scheint. Köstlich – das muss im Bild festgehalten werden.


Kurz hinter Bourg-St-Maurice finde ich ein malerisches Plätzchen für eine kleine Mittagsrast, bevor es weiter in Richtung Val-d‘Isere geht.

Die Landschaft ist nach wie vor atemberaubend; bevor einer der bekanntesten Wintersportorte Frankreichs erreicht ist, lege ich noch ein kurzer Fotostopp an der Barrage de Tigne und dem Lac du Chevril ein.

Jetzt, im Spätherbst, sind die Bettenburgen von Val-d‘Isere verwaist, wirkt der kleine Ort am Fuße der beiden „Hauseberge“ Solaise und Bellevarde wie ausgestorben. Seit 1934 verdient man hier mit Skifahrern sein Geld. Ich fahre über die Hauptstraße einmal quer durch die 1570 Einwohner zählenden Gemeinde und wundere mich ein wenig, dass der Ort auch ohne Schnee noch ein gewisses Flair ausstrahlt.

Gut 800 Höhenmeter liegen vor mir. Von 1930 Metern geht es rauf auf 2770 Meter. Kurvenreich und teilweise recht schmal windet sich die D902 an den Bergflanken entlang und bietet immer wieder prächtige Ausblicke. Oben am Col de I´Iseran (2770 Meter) stehen ein paar Motorrad- und Rennradfahrer. Meist sind wir Mitte September hier oben – da ist deutlich mehr los. Meine Bewunderung gilt einem Rollerfahrer, der seine Vespa nebst Sozia den Berg hinauf gescheucht hat.

Kurvenreich geht es auch wieder bergab, schnell noch ein Foto von Bonneval-sur-Arc gemacht, dann ist der Talboden erreicht. Auf den nächsten Kilometern verläuft die Straße gut ausgebaut und relativ gerade durch die Ausläufer des Parc National de la Vanoise.

Ich erinnere mich, dass wir vor vielen Jahren mal mit 30 Motorradfahrern in Lanslebourg-Mont-Cenis-Mont-Cenis übernachtet und den Iseran entgegengesetzt, von Süd nach Nord, befahren haben. Gestartet sind wir zeitversetzt in drei Gruppen. Doch eine lange Rotphase an einer Baustelle hatte zur Folge, dass wir letztlich doch im Pulk dem Pass entgegen fuhren. So mancher Autofahrer hat da bereitwillig Platz gemacht, als wir zum Überholen ansetzten und in einer nicht endenden wollenden Schlange an Motorrädern zum Gipfelsturm ansetzten.

Heute genieße ich die Stille und die Möglichkeit, immer dann anhalten zu können, wenn ich ein schönes Fotomotiv entdecke. Wie beispielsweise dieses hier:

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Idylle pur, unterhalb des Col de I´Iseran

Mein nächstes Ziel ist der Lac du Mont Cenis, den ich im über den Col de la Madeleine (1764 Meter) erreiche. Es wird Zeit für eine Kaffeepause. Das kleine Gasthaus linker Hand der Straße hat geöffnet. Die in Landestracht gekleidete Besitzerin bringt mir nicht nur eine große Tasse Café Creme sondern auch mehrere Blätter Papier. Auf denen hat sie in deutsch fein säuberlich die Geschichte dieses Übergangs niedergeschrieben. Von Hanibal und seinen Elefanten ist da zu lesen, von Napoleon und so manchem Ränkespiel der damals Herrschenden. Geschichten, von denen auch verschiedene „Skulpuren“ am Wegesrand erzählen.

Bei einer unserer Endurowanderungen sind wir schon einmal hier gestrandet, als sich Uli an der südlichen, unbefestigten Passage um den Stausee, ein Loch in die Ölwanne gefahren hatte und wir auf den Abschlepper warteten. Damals wurde uns die Geschichte noch persönlich von der Besitzerin erzählt, waren in unserer Gruppe doch mehrere der französischen Sprache mächtig. Solche Erlebnisse wird es nicht mehr geben, wenn Madame irgendwann nicht mehr unter uns sein wird. Irgendwie schade …

Ich genieße die prachtvolle Aussicht, fahre weiter zum Col du Mont Cenis (2048 Meter) und folge der Straße, die oberhalb des Stausees verläuft.

 

Am anderen Ufer lässt sich prima Endurowandern – leider sind die drei alte dort gelegenen Festungennicht mehr mit dem Motorrad erreichbar. Das nahe der D1006 gelegene Forte Kassa liegt in der Abendsonne, hoch über dem See – ein prächtiger Anblick.

Wenig später stürze ich mich in Kurven und Kehren Richtung italienische Grenze. Im Rückspiegel taucht die gewaltige Staumauer auf. Dann – ein kurioses Bild: die Leitpfosten neben der Straße – die nach Italien führt – sind alle weiß angemalt – das hat schon was von Kunstwerk. Nahe der Grenze lege ich den nächsten Fotostopp ein. Die dichte Wolkendecke, die sich über das Susatal legt und die verfallenen Reste des alten Kontrollpostens wollen im Bild festgehalten sein.

In Susa angekommen, muss ich mich entscheiden. Eigentlich wollte ich noch den stellenweise unbefestigten Finestre (2176 Meter) fahren und dort erstmals die Südrampe erkunden. Aber: die vielen Fotostopps, von denen ich keinen missen möchte, haben doch Zeit gekostet und wenn ich noch vor Einbruch der Dunkelheit in Briançon ankommen will, muss ich wohl die direktere Route über Salbertrand und Oulx wählen. Also setze ich den Blinker rechts und folge der SS24, die parallel zum Flüsschen Dora Reparia verläuft.

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Schweren Herzens – ich wähle den direkten Weg zurück nach Frankreich

Linker Hand taucht Forte di Exilles auf, eine der gewaltigsten Festungen im Alpenraum. Auch heute finde ich nicht die Zeit für eine Besichtigung …

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Im französisch-italienschen Grenzgebiet finden sich viele alte Festungen 

Das imposante Bauwerk wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach den Besitzer, gehörte mal zu Frankreich, dann wieder zu Italien, sicherte wie ein Sperriegel einen Alpenübergang und wurde nach der Besetzung des Piemontes durch Napoléon Bonaparte 1798 dem Erdboden gleich gemacht. Mit der Wiederherstellung des Königreichs Piemont-Sardinien wurde an der Stelle der alten Burg ab 1818 ein Fort nach den modernsten militärischen Erkenntnissen errichtet; heute befindet sich in den restaurierten Räumlichkeiten ein Museum.

In Oulx tanke ich noch einmal voll und nehme bei Claverie wieder französischen Boden unter die Räder. Der Montgenèvre (1854 Meter) ist der letzte Pass des heutigen Tages, den ich erreiche, als die Sonne so langsam hinter den Bergen verschwindet.

Noch ein paar kurvenreiche Kilometer und ich habe mein Ziel, die Festungsstadt Briançon, erreicht. Das Hotel Edelweiss, in dem ich mich einquartiert habe, ist schnell gefunden. Es liegt zentral unterhalb der Altstadt und ist bei Motorradfahrern sehr beliebt.


Wenig später trifft auch Alex ein, mit dem ich meine Reise morgen fortsetzen will. Wir verabreden uns zum Abendessen und finden, nachdem wir den zweifachen Mauerring „überwunden“ haben, auch gleich ein nettes Lokal. „Ob wir denn reserviert hätten“, werden wir gefragt, was wir verneinen. „Un moment“, meint der Kellner und blickt suchend, fast schon schulterzuckend, in die Runde.

Wir haben Glück. Ein Ehepaar, das an einem Vierertisch sitzt ,gewährt uns „Asyl“. Sie vermuten schon, dass wir Motorrad fahren und wir erfahren, dass er ein paar Jahre in Dortmund gearbeitet hat. Damit erschöpft sich die Konversation aber auch schon – mangels Sprachkenntnis; schade.

Die beiden haben ein ordentliches Stück Fleisch geordert und ich sehe das Leuchten in den Augen von Alex. „Das könnten wir doch auch essen“, meint er – und so bestellen wir „le même chose, s’il vous plait“, als wir nach unseren Wünschen gefragt werden.

Satt und zufrieden spazieren wir durch die Altstadt, zurück ins Hotel. Morgen warten mehrere kleine Pässe mit deutlich mehr als 2.000 Meter auf uns. Da sollten wir ausgeschlafen sein.

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Abendlicher Bummel durch die Altstadt von Briancon.

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Die gefahrene Strecke haben wir wieder in einem kleinen Relive-Video festgehalten, damit Du sehen kannst, wo wir unterwegs waren:

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Dienstreise an die Cote d´Azur

Was macht man, wenn es einen Ende September/Anfang Oktober beruflich für gut eine Woche nach Eze an der Côte d‘Azur verschlägt? Man schnappt sich sein Motorrad und hofft darauf, dass die hohen Alpenpässe noch befahrbar sind. Wenn das Wetter passt, wird die Fahrt über die Berge bis runter ans Meer sicher ein ganz besonderes Erlebnis.

Die erste Etappe fahre ich mit dem Auto. Weil ich mein Gepäck diesmal selber transportieren muss, steht die gelbe G/S im Ducato. Da sind große Alu-Koffer dran – reichlich Platz für Wäsche, Laptop, Ladekabel und was man heute sonst noch so braucht …

Im strömenden Regen geht’s los, wieder übers Elsass und einmal quer durch die Schweiz. In Kandel tanke ich noch einmal voll. Vor gut zwei Wochen habe ich an genau dieser Tankstelle gestanden, als ich früh morgens von Saint Blaise auf dem Weg nach Hause war. Jetzt bin ich wieder auf dem Weg nach Saint Blaise …

Auf dem Autobahnring rund um Straßburg geht es stellenweise nur im Schritt-Tempo voran. Man merkt, dass es Freitag ist. An der Grenze zur Schweiz muss ich nur das Tempo rausnehmen; Kontrollen gibt es heute keine. Die Autobahn-Vignette klebt noch von der Cevennen-Tour an der Windschutzscheibe, so dass ich freie Fahrt durch das Land der Eidgenossen habe. 120 km/h sind absolute Höchstgeschwindigkeit, manchmal sind auch nicht mehr als 100 oder 80 km/h erlaubt. Hauptsache es rollt …

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Auf dem Straßburger Autobahnring geht es nur im Schritt-Tempo vorwärts

Am Rastplatz in Oberbipp lege ich eine kurze Pause ein. Jetzt kommt sogar die Sonne raus. So kann es bleiben. Kurz vor der Grenze dann ein Mega-Stau – obwohl das Navi freie Fahrt meldet. Viele Franzosen aus dem Grenzgebiet arbeiten in Genf und wollen wieder nach Hause und noch dazu ins Wochenende. Obwohl der Verkehr über drei Spuren fließt, geht es allenfalls im Schritt-Tempo vorwärts. So was braucht kein Mensch!

In Frankreich angekommen geht es auf der D1201 Richtung Mont Sion. Der Berg, über den eine Pilgerroute führt, liegt im Département Haute-Savoie. Mein Ziel ist das „Hotel Rey Mont Sion“, das seit einigen Jahren immer wieder mal bewährter Anlaufpunkt für verschiedene Motorradtouren ist.

Diesmal stehe ich allein auf dem Parkplatz. Keine Gruppe wird mir folgen. Kein Begleitbus, der das Gepäck transportieren. Motorrad fahren pur – mit allen Vor- und Nachteilen. Ich genieße erst einmal einen Kaffee – und dann die mystische Stimmung.

Schnell ist die G/S ausgeladen und mit allem Notwendigen für die nächsten Tage bepackt. Das kleine Handgepäck für diese und die nächste Nacht steht bereit, die Routen (und mögliche Alternativen) sind fürs Navi „programmiert“. Das „Abenteuer“ kann beginnen.

Am Abend esse ich nicht wie sonst im benachbarten Restaurant sondern direkt im Hotel, wo man mir liebevoll einen Platte mit Köstlichkeiten aus der Region vorbereitet hat. Dazu ein kleines Helles und zum Abschluss einen Kaffee. Das ist genau die richtige Einstimmung für die nächsten Tage..

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Ein Abendessen ganz nach meinem Geschmack 😉

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Die Anreise an den Genfer See haben wir in einem kleinen Relive-Video festgehalten, damit Du sehen kannst, wo wir unterwegs waren:

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Geheime Währungsreserve

15 Milliarden DM Währungsreserve – versteckt in einem geheimen Bunker in Cochem; eigentlich unglaublich. Mittlerweile ist dieser „Tresor“, der viele hundert Meter weit in hartes Schiefergestein gesprengt wurde, öffentlich (im Rahmen einer Führung) zugänglich. Wir haben ihn uns anlässlich einer vhs-Tagestour einmal angeschaut.

Da der Weg weit, die Führung kurzweilig aber gut eine Stunde lang war und das Mittagessen für 22 Motorradfahrer so seine Zeit brauchte, dauerte die Tour am Ende bis zum Sonnenuntergang – was mir persönlich ja immer gut gefällt.

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Die Strecke, die wir gefahren sind – sowie ein paar Fotoimpressionen – findest Du in unserem „Relieve-Video“. Der Bericht zur Tour folgt in Kürze.

Original-Link

Die letzte Tagestour in diesem Jahr führt am 26. Oktober an den Neckar, nach Igelsbach. Mitten durch den kleinen Ort verläuft die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen. Das wollen wir uns mal anschauen. Start ist um 9.00 Uhr an der Raststätte Büttelborn Süd, an der A 67, in Fahrtrichtung Pfungstadt. Hier kannst Du Dich anmelden: vhs-Link

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Start um 5:04 Uhr am Morgen

Samstag, 14.9.2019 / Cevennen – Rückreise: Ich weiß nicht, wer mich mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen hat, aber irgendwer hat im Zimmer neben mir um 4:30 Uhr lautstark sein Bad benutzt. Ich bin hellwach. Soll ich mich noch mal rumdrehen? Spätestens um 6 Uhr wollte ich mich sowieso auf den Weg machen. Also nutze ich den unvermuteten Zeitvorsprung und mache mich reisefertig.

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Kurz nach 5 Uhr brummt der Ducato, die Straßen sind frei, nur an der Grenze zur Schweiz werden ich aufgehalten. Wohin ich wolle, fragt mich die Zöllnerin und was ich geladen habe? Die Antwort „Deutschland“ und „zwei Motorräder“ reicht ihr, ich kann passieren.

Ich fahre durch die Nacht, dem neuen Tag entgegen. Gegen viertel nach sieben geht bei Flumenthal die Sonne auf. Ein Rastplatz kommt gerade recht, um auch hier noch ein Foto machen zu können. Damit ist die „Serie“ quasi komplett.

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Eine dreiviertel Stunde später bin ich in Basel und muss mich entscheiden: nehme ich die A5 oder fahre ich über die A35 durchs Elsass. Seitdem im Rheintal nicht mehr gebaut wird, lässt sich auch die deutsche Autobahn (wieder) flüssig befahren. Doch irgendwie gehört die Fahrt durch Frankreich zum Abschluss des Urlaubs dazu, zumal sich die Raststätte bei Battenheim für ein kleines Frühstück geradezu anbietet.

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Halb neun, denke ich, jetzt sitzen die Anderen beim Frühstück zusammen. Ich genieße einen Milchkaffee und ein Stück Apfelkuchen, bevor ich mich wieder auf den Weg mache. Gut eineinhalb Stunden später passiere ich bei Wörth die Grenze zu Deutschland.

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Der Ducato rollt, noch ein Tankstopp bei Kandel – und die Heimat rückt immer näher. Kurz nach zwölf bin ich zu Hause. Danke, an alle, die dabei waren. War wieder eine wunderschöne Tour mit Euch …

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Im anschließenden Post siehst Du die Route im Video. Das haben wir, zusammen mit einem kurzen Text, schon während der Tour veröffentlich.

Weitere Berichte von unseren geführten Motorradtouren findest Du in diesem Blog. Die Reisen sind alle verschlagwortet. Info-Anfragen gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com

Ab auf die Autobahn

Um halb fünf ist die Nacht zu Ende. Irgendwer poltert um diese Uhrzeit ins Bad des Nachbarzimmers. Einmal wach beschließe ich, mich nicht noch mal rumzudrehen, sondern die Gunst des frühen Aufbruchs zu nutzen. Kurz nach fünf rollt der Ducato vom Hof des Hotels Richtung Autobahn. Nach sieben Stunden Fahrt und zwei kleinen Pausen bin ich um halb eins wieder zu Hause. Lohn der „Mühe“: ein fantastischer Sonnenaufgang unterwegs:

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Auch von der Rückfahrt gibt es ein kleines Video, das den Streckenverlauf und ein par Bilder zeigt. Mehr zur Tour in den nächsten Tagen.

Zurück an den Genfer See

Freitag, 13.9.2019 / Cevennen – Sechster Tourtag: Es geht zurück an den Genfer See. Die G/S steht seit gestern Abend schon wieder im Ducato. Heute morgen kommen die vielen Koffer der Teilnehmer dazu. Noch einmal fotografiere ich den Sonnenaufgang und wähle dazu als Standort die Wiese eines nahegelegenen Gehöfts. Während ich so durch das vom Morgentau benetzte Grün laufe, sehe ich, dass unter alten Bäumen ein Haus steht. Wenn da noch jemand wohnt, hat der bestimmt auch einen Hund, weil im ländlichen Teil Frankreichs jeder einen Hund hat. Und wenn der dann kommt und nicht mag, dass ich hier stehe …

Es dauert nicht lang und ich höre es hecheln, während ich durch den Sucher meiner Kamera blicke. Glück gehabt: ein schwarz-weißer Streuner will wohl nur mal gucken, zumal auch dessen Herrchen nicht weit ist. Ich rufe ein freundliches „Bonjour“, das mit einem netten Winken erwidert wird. Alles in Ordnung. Gerade noch rechtzeitig vor dem Sonnenaufgang …

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Noch einmal frühstücken wir gemeinsam im „Hotel de la Poste“. Leckere Hartwurst, würziger Käse, selbstgemachte Marmelade, frische Frühstückseier – alles vorhanden.

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Während die Letzten noch ihre Sachen packen, warten die Ersten schon in der Sonne darauf, dass es (endlich) los geht.

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Kurz vor neun starten die Motoren und Dieter führt die Gruppe zurück nach Saint Blaise, nahe des Genfer Sees.

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Die „Garage“ ist leer …

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… der Ducato vollgeladen …

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… auch für mich wird es Zeit, den Rückweg anzutreten. Diesmal will ich die „westliche Variante“, über Lyon fahren.

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Unterwegs lege ich an einem schattigen Autobahnparkplatz noch eine kleine Kaffeepause ein.

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Gegen 16 Uhr erreiche unser Hotel am Mont Sion. Das Vorhaben, in Crueilles schnell noch mal zu tanken, geht gründlich in die Hose. Aufgrund des unvermuteten Feierabendverkehrs brauche ich 20 Minuten bis zur Tankstelle. Diesel gibt es nur gegen Pfand. Die nette Kassierern bittet mich um meinen Personalausweis, bevor sie die Zapfsäule frei schaltet. Zu oft seien Kunden ohne zu bezahlen weg gefahren, erklärt sie entschuldigend.

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Zurück im Hotel genieße ich erst einmal in Ruhe einen Kaffee, während ich auf Dieter und die Gruppe warte. Diese Form der Routenplanung ist eigentlich ganz schön. Auf der Zwischenetappe vom Treffpunkt zum eigentlich Ziel kann ich die Fahrt im Ducato genießen, habe anschließend die Gelegenheit mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein paar Tage Motorrad zu fahren und kann die Rückfahrt relativ streßfrei angehen.

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Es ist zehn nach sechs mit der Truppe am Hotel einfällt. Alle strahlen und schwärmen von dem tollen Tag.

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Alle „Warmduscher“, die wie ich mit dem Auto angereist sind, müssen jetzt noch verladen. Entweder zu zweit …

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… oder mit einer ganzen Kompanie an Helfern.

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Dann gibt es für alle das wohl verdiente Feierabendbier.

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Den letzten Abend lassen wir bei einem gemeinsamen Essen im „La Chef des Champs“ ausklingen und freuen uns schon auf die Touren, die wir im nächsten Jahr zusammen unternehmen wollen.

Kurz vor elf gehen wir zu Bett. Ich will morgen wieder früh raus, um zeitig zu Hause sein zu können.

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Der Kartenausschnitt zeigt die Strecke, die ich am Freitag, den 13.9.2019 mit dem Ducato zurückgelegt habe. Im anschließenden Post siehst Du die Route auch im Video. Das haben wir, zusammen mit einem kurzen Text, schon während der Tour veröffentlich.

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Quelle: MapOut – eine sehr empfehlenswerte App

Zurück zum Genfer See

Heute heißt es Abschied nehmen, zumindest von den Cevennen. Nach vier herrlich erlebnisreichen Tourtagen geht es zurück an den Genfer See. Die Motorradgruppe wird die gut 330 Kilometer Distanz zumeist auf kleinen Landstraßen bewältigen, ich werde mich mit dem Ducato voller Koffer auf die Route National und die Autobahn werfen. Im Hotel angekommen, muss dann „verladen“ werden.

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Die Strecke, die ich mit dem Ducato gefahren bin, findest Du hier:

Mittagspause in der „Wolfsfährte“

Donnerstag, 12.9.2019 / Cevennen – 5. Tourtag: Noch einmal haben wir Gelegenheit, die unglaubliche Vielfalt der Cevennen zu entdecken. Heute wollen wir bis zum Mittagessen dem Lauf der Tarn folgen. Wieder beginnt der Tag mit einem herrlichen Sonnenaufgang, den ich heute nicht am Rande der Hauptstraße, sondern von einer kleinen Anhöhe hinter dem Hotel aus aufgenommen habe – und dabei noch ein paar neue Motive einfangen konnte.

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Heute will Charly auch sein Versprechen einlösen und meine beiden Reservekanister wieder auffüllen. Als wir uns am Samstag nahe des Genfer Sees getroffen hatten, war sein Motorrad als einiges nicht vollgetankt. Um die Gruppe am nächsten Morgen nicht aufzuhalten, wurden kurzerhand zweimal 5 Liter Reserve aus dem Ducato „entliehen“ – diese Schuld wurde nun beglichen. Den einen Kanister in der linken, den anderen in der rechten Hand, „stürmte“ Charly – leicht vor sich hin grummelnd – Richtung Tanke, die in Sichtweite des Hotels lag. Und erinnerte damit irgendwie an einen alten Werbespot von Aral …

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Um kurz nach 9 Uhr machen wir uns auf den Weg. „Wenn Du unterwegs ein paar Kühe siehst, kannst Du gerne zum Fotografieren, anhalten“, ruft mir Thea beim Losfahren zu. Noch einmal nehmen wir den „Col de Finiels“ unter die Räder – und treffen auf gut 1500 Meter tatsächlich auf ein paar wunderschöne Rindviecher, die am Straßenrand grasen. Wir stören ja nur ungern beim „Frühstück“, aber ein paar Fotos müssen jetzt sein.

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Hier oben „im Gebirge“ liegt die Quelle des Tarn. In „Le Pont-de-Montvert- treffen wir das erste Mal auf das noch kleine Flüsschen und halten für einen kurzen Fotostopp. Wahrzeichen des Ortes ist eine zweibogige Brücke aus dem 17. Jahrhundert, die seit 1950 als „monument historique“ anerkannt ist. Kurvenreich windet sich die Straße, ein wenig oberhalb des Gewässers, und gibt einen Vorgeschmack, auf das, was uns in den nächsten Stunden erwarten wird.

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Die erste Kaffeepause legen wir (ganz standesgemäß) im Grand Hotel du Park in Florac ein. Einige Fotos, die an der Terrassenwand aufgehangen sind, erinnern an einstige Oldtimertreffen und stoßen auf unser Interesse. Die große Außentreppe bietet sich für ein Gruppenfoto an, das wir vor der Weiterfahrt schnell noch aufnehmen.

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Zunächst kehren wir dem Tarn ein wenig den Rücken und fahren auf der D16, durch das Herz des „Parc national des Cevennes“. Hoch ins „Gebirge“ geht’s und auf einer kurvigen, fast schon abenteuerlichen Straße hinunter nach Montbrun. Eine große Gruppe an Motorradfahrern aus Würzburg steht am Wegesrand und „blockiert“ die einzige Stelle, an der wir unsere Motorräder gefahrlos hätten abstellen können. Der spontane Fotostopp muss folglich ausfallen.

Im Tal angekommen wechseln wir nicht auf die D907B, sondern fahren links des Tarn auf schmaler Trasse Richtung „Grotte de Castelbouc IV“. Mit einem Führer kann man hier bis zu 100 Meter tief in die Erde hinab steigen. Wir wagen ein anderes Abenteuer und überqueren auf einer schmalen „pont flume“ den Tarn.

Auf den nun folgenden Kilometer folgt ein wahres Feuerwerk an beeindruckenden Ausblicken. Eigentlich könnte man an jeder Ecke anhalten, um ein Foto zu machen. Mit ein paar Motorrädern „im Schlepptau“ ist das nicht so einfach, weil meist nicht gefahrlos möglich. (Wenn was passiert, muss man sich den Stopp möglicherweise zurechnen lassen und ist in der Haftung). Also genießen wir fahrend die bizarren Felsformationen, durch die sich der Tarn gegraben hat.

In dem winzigen Ort La Malene zweigt die D 16 in mörderisch engen Kehren rauf zum Col de Rieisse, der auf der Hochebene „Causse Mejean“ liegt. Die Strecke ist nichts für schwache Nerven, hängt die Straße doch stellenweise förmlich senkrecht über dem Tarn. Die Aussicht auf den gut 140 Einwohner zählenden Weiler „La Malene“ aber ist phänomenal.

Wenig später haben wir „Le Rozier“ erreicht. In Sichtweite liegt das kleine Dorf  „Peyreleau“, am Unterlauf der Jonte, wenige Meter von deren Einmündung in den Tarn entfernt. Die höchste Erhebung im Ort ist der mächtige viereckige Uhrenturm, der 1617 auf den Fundamenten einer alten Burg aus dem 12. Jahrhundert erreichtet wurde.

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Auch ein Schloß gibt es, mit einer spannenden Geschichte. Das wurde 1470 durch Pierre II. d´Albinac errichtet und von dessen Enkel 1559 erweitert. Die dazu notwendigen Mittel hatte er vorbeiziehenden protestantischen Truppen entwendet, in dem er deren Kriegskasse beschlagnahmte. Die Beute war mehr als ausreichend, den Rest seines „Schatzes“ versteckte er, ohne seinen Erben zu verraten, wo. Milizionäre, die 1791 auf das Schloss geschickt wurden, um den letzten Bewohner aus dem Hause Albignac festzunehmen, der (wohl grundlos) beschuldigt wurde Kopf einer gegenrevolutionären Räuberbande zu sein, fanden bei der Durchsuchung unter der Treppe zwei Kisten mit Gold und Silber …

Wir suchen nicht Gold und Silber sondern Parkplätze, die in „Le Rozier“ Mangelware zu sein scheinen. Als wir auf der „Hauptstraße“ wenden, kommt aus dem Restaurant eine junge Frau auf mich zu und fragt, ob wir die Motorradgruppe seien, die den Mittagstisch reserviert hätte? Dann könnten wir gleich hinter der Brücke rechts, im Annex des Hotels parken. Prima – klappt doch. Danke.

Erika macht es richtig und tauscht die dicken Motorradstiefel gegen ein paar luftige Schlappen. So wird die Pause richtig bequem …

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In der Wolfsfährte, dem „Pas du Loup“ steht die lange Tafel schon für uns bereit. Zwei Gerichte gibt es als „Formule du Midi“ – das kleine preiswerte Mittagessen. Entweder Forelle oder Entrecote; da fällt die Wahl schwer.

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Als das Essen dann kommt, die große Überraschung. Zur Forelle gibt es Kartoffelbrei im Töpfchen, der nach Käse schmeckt und Fäden zieht. Schnell wird gegoogelt, was sich hinter der angekündigten Beilage „Aligot Maison“ verbirgt: ein herzhaftes Kartoffelpüree mit Bergkäse – würzig und cremig zugleich. Sehr lecker und wieder was gelernt.

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Aber auch das Entrecote weiß zu überzeugen. In der „Wolfsfährte“ lässt sich richtig gut und zu einem angemessenen Preis essen.

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Zum Menü gibt es noch einen Beerennachtisch auf Vanille-Creme und zur Verdauung einen kleinen Kaffee. Satt und zufrieden machen wir uns anschließend auf den Weg zu den Motorrädern.

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Das nächste Ziel ist die „Point Sublime“, ein Aussichtspunkt, der einen fantastischen Blick auf eine der vielen Schluchten gewährt, durch die sich der Tarn 400 Meter tief gegraben hat. Nahe Saint-Georges-de-Levejac, gegenüber der „ Causse Mejean“, einer Kalk-Hochebene, bietet sich uns dieses unglaubliche Spektakel.

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Wir halten uns nördlich, Richtung Mende. Vor Jahren haben wir dort, nahe der gotischen Kathedrale „Notre-Dame-et-Saint-Privat“, eine Pause in einem kleinen Eiscafe eingelegt. Im Hinblick auf die mittlerweile doch recht hohen Temperaturen und des – angesichts der vorangeschrittenen Uhrzeit – zu erwartenden Berufsverkehrs, hoffen wir, auf dem Weg zum Hotel noch eine Alternative zu finden. Das „Relais des Chausses“ in Chanac kommt da wie gerufen: Terrasse im Schatten, Parkplatz gegenüber und eine kleine Leckerei gibt es auch noch. Hier können wir den heutigen Tag prima ausklingen lassen.

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Über den 1240 Meter hohen „Col de la Roche“ schrauben wir uns anschließend wieder in die Berge, um nahe Rieutort-de-Randon auf die D1 abzubiegen. Unser Ziel, Chateauneuf-de-Randon, ist hier bereits ausgeschildert; gut 20 Kilometer müssen wir noch fahren, dann sind wir wieder im Hotel. Die Route führt durch „Gevaudan“, eine historische Region des alten Galliens, dessen höchster Berg der 1551 Meter hoch gelegene „Signal de Randon“ im „Massif des Margeride“ ist. Von dessen Name leitet sich wohl die Endung „de-Randon“ in den Ortsnamen ab.

Im Hotel angekommen, wird die BMW gleich verladen. Für mich ist die Tour heute zu Ende. Morgen sitze ich wieder im Ducato und fahre die Koffer in unsere Hotel nahe des Genfer Sees, während auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch eine letzte Tagesetappe mit Dieter wartet.

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Ein letztes Mal genießen wir in dieser Woche die gute Küche des „Hotel de la Poste“ und schwelgen ein wenig in Erinnerungen, waren die vier zurückliegenden Tourtage doch sehr erlebnisreich und beeindruckend.

Darauf, dass alles so gut geklappt hat, wollen wir am Ende des Tages anstoßen und freuen uns schon jetzt auf die nächste Tour, die uns (in den nächsten Jahren) wieder mal in die Cevennen führen wird. Prost!

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Der Kartenausschnitt zeigt die Strecke, die wir am Donnerstag, den 12.9.2019 zurückgelegt haben. Im anschließenden Post siehst Du die Route auch im Video. Das haben wir, zusammen mit einem kurzen Text, schon während der Tour veröffentlich.

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Quelle: MapOut – eine sehr empfehlenswerte App

Dem Lauf des Tarn folgen

Am letzten Tourtag in den Cevennen sind wir dem Lauf des Tarn gefolgt. Kurvenreich ging es durch tiefe Schluchten und entlang gewaltiger Felsformationen. Am „Point de Sublime“ konnten wir einen Eindruck davon gewinnen, wie tief sich das kleine Flüsschen über die Zeit in das Gestein gegraben hat.

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Einen Blick auf die gefahrenen Route vermittelt unser Reliefe-Video:

Nach Okzitanien – zum Cirque de Navacelles

Mittwoch, 11.9.2019 / Cevennen – Vierter Tourtag: Heute haben wir Großes vor. Wir fahren in den Süden, bis nach Okzitatien, um einen beeindruckenden Blick in den „Cirque de Navacelles“ werfen zu können. Rund 400 Meter tief hat sich hier das kleine Flüsschen Vis in den Karst gegraben und ein grandioses Naturschauspiel geschaffen. Gut 340 Kilometer Wegstrecke liegen vor uns, da werden wir wohl erst deutlich nach 18 Uhr wieder im Hotel sein.

Auch wenn der Himmel am Morgen etwas verhangen ist, weiß der Sonnenaufgang doch – oder gerade deswegen – zu beeindrucken.

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Nach dem Frühstück herrscht das übliche geschäftige Treiben. Die Motorräder werden aus der „Garage“ gerollt, noch mal der Ölstand kontrolliert oder untereinander Erfahrungen ausgetauscht. Alles ganz entspannt …

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Um 9 Uhr machen wir uns auf den Weg. Ein schmales Sträßchen windet sich „aus den Bergen“ hinunter zu den Schluchten des Tarn. Bei Sainte-Enimie legen wir einen kurzen Fotostopp ein. Das gerade einmal 525 Einwohner zählende Dorf zählt zu den „Plus beaux villages de France“, den schönsten Dörfern Frankreichs.

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Wir schrauben uns die nächste Hochebene hinauf und sind verwundet, dass uns auf der schmalen und recht kurvenreichen Trasse immer wieder schwere Lastwagen, zum Teil auch mit Anhänger, entgegenkommen, denen wir bereitwillig Platz machen. Was hier im Hochsommer los ist, wenn dann so mancher Wohnmobil-Fahrer schon an den engen Kehren scheitert, mögen wir uns gar nicht vorstellen …

Uns fasziniert wenig später der „Gorges de la Jonte““ mit seinen 500 Meter hohen Felsen und einer hohen Geierpolulation – einige der Vögel kreisen auch über uns …

In Meyrueis, der alten Marktstadt und südlichsten Gemeinde des Départements Lozère, legen wir unsere Kaffeepause ein. Ein Ort mit Flair, in dem die Vergangenheit Spuren hinterlassen hat. Handel wurde hier betrieben, Religionskriege geführt, Macht ausgeübt – Stadtmauer und Zitadelle sowie der alte Uhrenturm erinnern daran.

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Wir sitzen im „Café de l’Union“ in der Sonne und betrachten das muntere Treiben rund um den „Place Sully“. Zahlreiche alte Brücken führen über das kleine Flüsschen „La Béthuzon“, das zwischen „Quai de la Barrière““ und Altstadt fließt. Ein malerisches Bild.

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Wir wollen weiter. Auf schmaler Trasse erreichen wir Treves. Hier ist guter Rat erst einmal teuer. Denn am geplanten Abzweig zur D341 steht ein Schild, das „route barré “ verkündet. Wenig hundert Meter später machen Absperrgitter deutlich, dass die Streckensperrung wohl ernst gemeint ist und wir den „Col de Pierre Plantée“ nicht erreichen werden. Als uns dann auch noch ein Bauarbeiter entgegenkommt, der energisch mit dem Kopf schüttelt, ist klar: wir müssen eine Alternativstrecke suchen.

Die ist schnell gefunden – und belohnt uns unvermutet mit einem Highligt. Nachdem wir über viele Kilometer auf der D157 kurvenreich dem kleine Flüsschen Trevezel gefolgt sind, taucht hinter einer Kehre plötzlich Cantobre auf. Die wenigen Häuser des kleinen Ortes kleben geradezu auf einer Felsspitze. Ein unglaublicher Anblick. Glücklicherweise findet sich eine lange Gerade, auf der wir mit unserer doch recht großen Gruppe kurz für ein Foto halten können.

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Das gleiche „Glück“ haben wir wenig später auch am „Cirque de Navacelles“. Da können wir unsere Mopeds in einer Felsausbuchtung parken, um das sensationelle Panorama genießen (und fotografieren) zu können.

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Auch wenn der kleine Ort Saint-Maurice-Navacelles zum Greifen nah scheint, kurven wir noch gut sechs Kilometer den Talkessel hinunter, bis wir die große Wiese am Ufer der Vis erreichen, um unsere Motorräder abstellen zu können.

Im „Café du Mas Guilhou“ sind zwei große Tische für uns reserviert; hier wollen wir Mittag machen. Claude begrüßt uns herzlich und auf deutsch; nachdem wir einen erfrischenden, selbstproduzierten Apfelsaft getrunken haben, wird die Speisekarte studiert – die bietet eine reichhaltige Auswahl an „Kleinigkeiten“, etwa krustige Baguettes mit Jambon Cuit und Tomme de Lozère oder Fromage frais und Lardons fumé – lecker.

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Ein Bummel durch die engen Gassen der Handvoll an Häusern oder ein Abstecher hinunter an den Fluss runden unseren Besuch in Hameau de Navacelles an; so langsam treten wir die Rückreise zum Hotel an.

Schmal und kurvenreich windet sich die Straße aus dem Talkessel hinaus, gut 90 Kilometer liegen bis zur nächsten Pause vor uns. Meist haben wir freie Fahrt; nur ganz selten bremst uns mal ein Laster kurzzeitig aus. Mal sind wir auf gut ausgebauten Landstraßen unterwegs, mal mehr auf asphaltierten Waldwegen. Gelegentlich lädt ein Belvedere zum kurzen Fotostopp, wie der „Belvedere de Cravate“ nahe des „Col de Minier“, über den die Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer verläuft.

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Wieder geht es hoch hinaus. Bis fast hinauf auf den Gipfel des 1567 Meter hohen Mont Aigoual – den höchsten Berg  im Departement Gard und zweithöchsten in den Cevennen – führt uns unsere Route. Die letzte bewohnte Wetterstation findet sich auf dem Gipfelplateau, bei klarer Sicht reicht der Blick bis zum Mittelmeer, den Alpen und den Pyrenäen.

Wir haben Glück, denn auch heute scheint die Sonne. Meist herrschen am Mont Aigoual extreme klimatische Bedingungen: an 170 Tagen im Jahr regnet es hier; am 30. Oktober fielen innerhalb von 24 Stunden 607 mm Niederschlag, die maximale Neuschneehöhe eines Jahres beträgt 10,24 Meter, die tiefste Temperatur, die bislang gemessen wurde -28 °C. An 140 Tagen im Jahr ist es frostig, an 114 Tagen liegt Schnee.

Zudem ist es an 241 Tagen im Jahr nebelig – und meist auch sehr windig. Am 6. November 1966 tobt ein Sturm mit einer maximalen Windgeschwindigkeit von 335 km/h um den Aigoual. Und heute? Ein laues Lüftchen und strahlend blauer Himmel. Wenn Engel reisen …?

Am Mont Aigoul entspringt der Tarnon, ein kleines Flüsschen, dessen Lauf wir bis Rousses folgen. Gerade einmal autobreit ist die D119, die sich durch eine malerische Landschaft windet. Wir überqueren den Tarnon auf einer alten, steinernen Brücke, zirkeln uns eine enge Serpentine hinauf und lassen unsere Motorräder am „Café de Pay“ ausrollen. Hier haben wir uns für den Nachmittagskaffee angekündigt.

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Christin erwartet uns schon. Extra für uns hätte sie Galotte gebacken – kleine Leckereien, erzählt sie uns. Wenig später genießen wir herrlich fluffige Maronen-Küchlein auf einem Vanillesoßen-Spiegel. Das Leben kann so schön sein … (wieder einmal).

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Es ist viertel vor sechs, als wir zur letzten Etappe aufbrechen. Gut 75 Kilometer liegen vor uns, etwa eineinhalb Stunden Fahrt. Wie an einer Perlenschnurr aufgereiht ziehen wir unsere Bahn. Acht Motorradfahrer, die sich mit Leidenschaft in jede Kurve werfen und diese Fahrt genießen. Die tief stehende Sonne blendet. Ich bin froh, einen Helm mit langem Windschild auf dem Kopf zu haben. Neige ich den Helm ein wenig, kann ich den Straßenverlauf gut erkennen.    Manch anderer scheint mir eher im Blindflug zu folgen – immer dem roten Rücklicht nach.

Um 19:20 Uhr stehen wir in Châteauneuf de Randon an der Tankstelle. 335 Kilometer zeigt der Tageskilometerzähler. Maximal 40 Kilometer wären noch gegangen, bis die ersten Maschinen ohne Sprit liegen geblieben wären 😉

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Im Licht der untergehenden Sonne tanken wir voll, kurz darauf stehen die „Pferde“ wieder im Stall – dreizehn Minuten nach dem Tanken genießen wir ein spätes Feierabendbier, bevor es unter die Dusche und dann zum Abendessen geht.

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Das Abendessen haben wir uns redlich verdient. Morgen werden wir noch einmal in den Cevennen unterwegs sein, bevor es dann wieder zurück an den Genfer See gehen wird.

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Der Kartenausschnitt zeigt die Strecke, die wir am Mittwoch, den 11.9.2019 zurückgelegt haben. Im anschließenden Post siehst Du die Route auch im Video. Das haben wir, zusammen mit einem kurzen Text; schon während der Tour veröffentlich.

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Quelle: MapOut – eine sehr empfehlenswerte App