Gemma a weng schottern

TOURBERICHT WALDVIERTEL/ENDUROWANDERN
Donnerstag, 23. August 2012 | 5. Tag

„Gemma a weng schottern“ – so hört es sich an, wenn Andy, der Wirt vom Gasthof „Drei Hacken“ uns des morgens im tiefsten niederösterreicherisch zum Endurowandern auffordert. Und das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen.

Mittlerweile sind wir ganz gut im improvisieren. Wenn die grobe Richtung stimmt, zweigen wir spontan auch schon mal in einen unbekannten Waldweg ab. Der birgt manchmal die eine oder andere Überraschung. So wie gleich am Vormittag, als der anfangs recht breite Pfad zunehmend schmaler wird und schließlich unpassierbar zu werden scheint.

Unvermutet stehen wir vor einer dichten Wand an wild wucherndem Gestrüpp und können nur noch erahnen, wo es weitergehen könnte. Also nehmen wir die Endurowanderung wörtlich, steigen ab und laufen erst mal ein Stück des vermuteten Weges, um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein.

Andy, unser Tourguide, ist – wie immer – optimistisch. „Könnte passen“ meint er mit einem vielversprechenden Lächeln auf den Lippen und startet den mächtigen Zweizylinder seiner 990er-KTM. Kaum ist er im vor uns liegenden Gebüsch verschwunden, folgen wir mit unseren zumeist viel leichteren Enduros. Gleich vier Suzuki DR 350 sind am Start, eine kleine Beta, eine 650er Suzi, eine Honda Dominator, eine KTM LC 4 sowie eine weitere KTM 990.

Wenig später haben wir wieder festen Schotter unter den Stollenreifen und starten zum nächsten Abenteuer: wir folgen dem Lauf der Ysper – allerdings nicht auf der Straßen- sondern auf der Flussseite. Da gibt es einen schmalen, sehr unübersichtlichen Weg, der unsere ganze Konzentration fordert.

Am Ende des „Wiesenweges“ will Andy schon wieder auf die Straße abbiegen. Doch jetzt kennen wir noch ein kleines Schmankerl: Linker Hand liegt eine Anhöhe, den ein Teil unserer Gruppe schon mal vor zwei Tagen – auf dem Weg zur Flussdurchfahrt – bezwungen hat. Allerdings bergab und bei relativ trockenen Untergrund. Jetzt fahren wir steil bergauf über nasse Wurzeln, hatte es doch in der Nacht ordentlich geregnet.

Am späten Vormittag erreichen wir die malerisch gelegene Donau und bald darauf die „Viktoria-Adelheid-Schutzhütte“ auf dem Brandstetterkogel. Hier legen wir eine lange Pause ein, genießen die tolle Aussicht und stärken uns ein wenig.

Auch auf der Rückfahrt zum Hotel finden wir noch die eine oder andere knackige Schotterstrecke und kommen, nach einer kleinen Kaffeepause, erst um 17:30 im „Drei Hacken“ an – stolz, glücklich und zufrieden.

Gefallen hat es auch den drei Gruppen, die ausschließlich auf Asphalt unterwegs waren. Die „Eisenstraße“ war heute deren Ziel.

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Tankstopp an der Donau. Mit den kleinen Suzukis wurde es manchmal schon ein wenig eng.

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