Darf es auch ein Nuss-Stängli sein?

Blauer Himmel früh am Morgen über Disentis. Seit gestern Abend wissen wir, dass die Einheimischen ausschließlich den rätoromanischen Namen „Müschtär“ benutzen. Toni, ein Freund des Hoteliers, hatte uns gut eine Stunde in die Geheimnisse von Land und Leuten eingeweiht. War wirklich interessant. Danke schön.

Der letzte Tag unserer Schweizreise bricht an. Während es in Deutschland in einem fort regnet, können wir uns nicht beschweren. Bis jetzt war es sonnig und trocken. Zwar soll das Wetter heute kippen, doch noch sind kaum Wolken am Himmel zu sehen.

Nach dem Frühstück jedoch braut sich über dem Gotthard was zusammen. Am Oberalb ist es noch trocken, am Klausen fängt es kurz zu regnen an. Uwe legt kurzerhand eine Kaffeepause ein und überbrückt so die Zeit, bis der Schauer vorüber ist; Dieters Gruppe fährt knapp zehn Minuten im Regen, dann scheint die Sonne wieder.

In Glarus geht’s links ab ins Klöntal und auf schmaler Wegstrecke über den Pragelpass nach Schwyz. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Vierwaldstätter See. Während Uwe die Fähre nutzt, um ans andere Seeufer zu gelangen, fährt Dieter einmal rund um den See und damit auch durch Luzern.

Ich wollte, nachdem ich gestern wegen des platten Hinterrades einen Tag pausieren musste, eigentlich den Furka und Grimsel noch mitnehmen und einen Stopp an der Gletschergrotte einlegen. Doch von Westen zieht ein Gewitter heran, so dass ich in Andermatt gen Norden fahre und an der Schöllenschlucht kurz halte.

Nachdem die Teufelsbrücke im Bild festgehalten ist, hat mich der Regen eingeholt. Statt über die Axenstraße am Urner See vorbei zu fahren, gehe ich ein kurzes Stück auf die Autobahn und erreiche bei strahlendem Sonnenschein Beckenried am Vierwaldstätter See.

Ein nettes Hotel am Ufer lädt zu einer verspäteten Kaffeepause. Auf meine Bitte, vielleicht noch ein Croissant zu bekommen, fragt die nette Bedienung, ob’s statt dessen auch ein „Nuss-Hörnli“ sein dürfe. Aber natürlich.

Bei Stans fädele ich mich wieder in die eigentlich geplante Route ein und fahre über den zwischenzeitlich durchweg asphaltierten Ächerlipass nach Kerns. Oberhalb von Flueli-Ranft finde ich – im zweiten Anlauf und ganz ohne Navi (es geht noch!) – den Einstieg in den, in der Karte rot-weiß schraffierten Weg nach Edisried. Auf über 1300 Meter schraubt sich die kleine, kaum autobreite Straße und bietet immer wieder herrliche Ausblicke auf den Sarner See.

In Giswill zweigt die Panoramastraße zum Glaubenbielen-Paß ab. Ein spontaner Abstecher zu einer kleinen Alm wird mit frischem Aprikosenkuchen und einem Glas kalter Milch belohnt. Jetzt noch den Glaubenberg-Paß unter die Räder nehmen und ich bin im Hotel. Kurz nach halb fünf ist es und gut 220 gefahrene Kilometer sehen auf der Uhr.

Eine dreiviertel Stunde später ist auch Uwe mit seiner Truppe da. Den Ächerli sind sie noch gefahren, angesichts der dunklen Wolke über den Bergen, den Glaubenberg und Glaubenbielen aber nicht mehr. Eine gute Entscheidung, denn wenig später bricht ein ordentliches Gewitter los.

Das wartet Dieter mit seiner Gruppe unter dem Dach einer Tankstelle ab. Hätte das Eis essen am See nicht so lange gedauert, wären auch sie trocken angekommen. So aber mussten für die letzten 20 Kilometer doch noch mal die Regenkombis angezogen werden.

Von den kurzen Schauern am heutigen Tag abgesehen, haben wir die Woche in der Schweiz nur bei strahlendem Sonnenschein erlebt. Gefallen hat es allen; war wieder eine tolle Tour.

Morgen geht’s weiter ins Elsass. Da wartet schon die nächste Gruppe, die bis Sonntag mit uns Motorrad fahren möchte. Auch davon werden wir berichten.

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