Zwei Wochen später als eigentlich geplant, sind wir für die vhs in die neue Motorradsaison gestartet. Eigentlich sollte es schon am Samstag, den 9. April 2022, losgehen. Doch über Nacht war reichlich Schnee im Odenwald gefallen. Also haben wir unsere Tour kurzerhand um zwei Wochen nach hinten verschoben – und hatten diesmal Glück mit dem Wetter.
Heute laden wir schon mal ein paar Bilder von der Tour hoch, als Vorgeschmack auf den kurzen Tourbericht, der noch folgen wird.
Die nächste vhs-Tagestour führt am Samstag, den 7. Mai 2022, in den Vogelsberg. Dort wollen wir eine „Manufaktur“ für „Schokoküsse“ besichtigen – und nicht nur zuschauen, wie diese produziert werden, sondern natürlich auch probieren …
Und am Samstag/Sonntag, 9.7./10.7.2022, geht es für zwei Tage in die Rhön. Da werden wir am Samstagabend an einer spannenden Nachtwanderung teilnehmen, bei der uns eine begeisterte Sternenführerin all die Geheimnisse unserer Trabanten verraten wird, von denen wir bislang nichts wussten.
Das Wetter spielt verrückt. Gut 15 Zentimeter Schnee sind am vergangenen Samstag, den 9.4.2022, im Odenwald gefallen. Willi hat uns ein paar Fotos geschickt, unter anderem mit Zollstock aus dem Garten in Erbach.
Es sind schon fast 16 Zentimeter Neuschnee …
Schweren Herzens haben wir unseren Saisonauftakt verschoben, aber angesichts zahlreicher umgestürzter Bäume und eisglatter Straßen war das Risiko einfach zu groß. Einen kleinen Bericht dazu gibt es in unserem Web-Tagebuch. Hier ist der Link dazu.
Jetzt unternehmen wir einen neuen Anlauf. In Absprache mit der Volkshochschule bieten wir unsere Tagestour zum Saisonauftakt noch einmal an. Termin ist jetzt Samstag, der 23.4.2022.
Wir würden uns freuen, wenn Du dabei sein könntest. Ziel ist der Odenwald, in dem der Frühling eigentlich immer schon ein wenig früher beginnt …
Mehr Infos und die Möglichkeit der online-Anmeldung auf der Homepage der vhs. Hier ist der Link.
Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. Du erreichst uns am einfachsten per Mail unter kurvenfieber@mac.com
Schneeweiß – diesmal aber nur die Blüten am Baum und die alte G/S auf der Straße …
Gerne geben wir noch zwei persönliche Hinweise: Am Samstag, den 7.5.2022, fahren wir mit der vhs in den Vogelsberg, um uns anzuschauen, wie Schokoküsse hergestellt werden (Hier ist der Anmeldelink).
Und am Wochenende des 9.7./10.7.2022 unternehmen wir eine spannende „Mondwanderung“. Am Samstagmorgen fahren wir gemeinsam in die Rhön, quartieren uns in einem netten Hotel nahe des Hochrhönrings ein, um uns bei Einbruch der Dunkelheit von einer quirligen Sternenführerin die Besonderheiten unseres Erdtrabanten bei einer abwechslungsreichen Mondwanderung erklären zu lassen. Das solltest Du Dir nicht entgehen lassen. Hier ist der Anmeldelink.
Eine Anmeldung auf der Homepage der Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises ist jetzt schon möglich.
„Im Odenwald herrscht Verkehrschaos. Bei uns liegen mindestens 5 Zentimeter Neuschnee, zahlreiche Straßen sind durch umgestürzte Bäume blockiert, auch auf unserem Parkplatz liegen zwei“, erzählt mit Isabella, die Chefin vom Hotel „Lärmfeuer“ am Telefon. Gerade bin ich am Parkplatz Gräfenhausen angekommen, da klingelt das Handy. Sie wolle nur kurz Bescheid geben, falls wir noch überlegen würden, heute zu unserer Tour zu starten, meint sie, die – zusammen mit ihrem Mann – ebenfalls leidenschaftlich gern Motorrad fährt – und schickt ein Foto.
So sah es morgen kurz vor 9 Uhr im Odenwald aus ;-(
Wollen würden wir schon gerne. Aber die Aussichten sind alles andere als einladend – auch wenn der Himmel über uns mittlerweile strahlend blau ist.
So soll es sein: blauer Himmel zum Tourstart.
Dass der „Saisonstart“ am 9. April eine Herausforderung werden könnte, hatte sich schon in den Tagen zuvor angekündigt. Die Wetterfrösche prognostizieren fallende Temperaturen und Schnee in den Mittelgebirgen. So hoch hinaus wollten wir eigentlich nicht, aber in der Vorschau des Regenradars waren in der Nacht zum Samstag rund um Reichelsheim ein paar Flockensymbole zu sehen. Und die Wetter-App meldete „leichten Schneefall“ bis in die frühen Morgenstunden, dann aber trocken und schön.
So schlecht scheinen die Aussichten doch garnicht zu sein.
Was aber heißt leichter Schneefall? Und bleibt der auch liegen? Oder sind die Straßen frei? Fragen, die wir wohl erst am Samstagmorgen beantworten können.
Unterdessen trudelt eine Absage nach der anderen rein. Ursprünglich wären wir mit 13 Motorrädern unterwegs gewesen. Doch der einen ist es zu kalt, dem anderen das Wetter zu ungewiss. Wir aber bleiben optimistisch. So schlecht sieht die Vorhersage nun doch nicht aus.
Bis ich am Abend eine Info per WhatsApp erhalte. „Hast Du gesehen, im Odenwald schneit es – und zwar richtig“, heißt es. Ein Blick auf die Webcam im Modautal zeigt: Tatsächlich, alles weiß. Das könnte auf den kleinen Straßen, auf denen wir unterwegs sein wollen, kritisch werden. Die sind am Morgen vielleicht noch nicht geräumt. Und bei Temperaturen knapp über null Grad, könnte es zudem zumindest stellenweise glatt werden. Obwohl, laut Vorhersage könnte es bis zu 10 Grad warm werden – aber nicht nicht morgens um 9 Uhr.
In der Nacht fängt es im Odenwald an zu schneien
Kurz nach dem Aufstehen trudeln die nächsten Absagen rein: „bei uns liegt Raureif auf der Straße“, heißt es da. Oder: „für den Nachmittag sind heftige Graupelschauer vorhergesagt, da komme ich nicht …“.
Zwischenzeitlich ist klar: wir werden die Tour für heute wohl absagen und auf einen späteren Termin verschieben müssen. Ob es überhaupt eine gute Idee war, so früh Motorrad fahren zu wollen? Vor zwei Jahren hatten wir am 9. April Temperaturen von um die 20 Grad. Es ist nun einmal April … Und der Gedanke, bei strahlend blauem Himmel durch eine frisch verschneite Landschaft zu fahren, der hat ja auch was. Wenn nur die Sorge nicht wäre, unterwegs doch irgendwie ein Stück glatte Straße zu erwischen oder von einem heftigen Schneeschauer überrascht zu werden. Und dann ist da ja noch der Windbruch mit umgestürzten Bäumen, die zahlreiche Straßen blockieren. Nüchtern betrachtet müssen wir absagen – nicht wegen des Wetters, sondern weil Motorrad fahren unter diesen Bedingungen einfach zu gefährlich ist ;-(
Hier wollten wir heute eigentlich unsere Kaffeepause einlegen
Ich steige um kurz nach acht trotzdem aufs Motorrad. Zwei Teilnehmer konnte ich nicht erreichen. Seit die Datenschutzgrundverordnung gilt, leitet die Volkshochschule die Kontaktdaten der Teilnehmenden nicht mehr an mich weiter. Also muss die Absage gegebenenfalls persönlich überbracht werden.
Kaum habe ich den Rastplatz erreicht, hält eine blaue Yamaha neben mir, die eben noch artig vollgetankt wurde. „Bin ich die Einzige“, fragt mich Christine, die so wagemutig gewesen wäre, die Tour mit uns zu fahren. Als ich ihr die „Schneebilder“ vom Hotel Lärmfeuer zeige, wo wir eigentlich um 10:30 Uhr zur Kaffeepause angekündigt waren, ist klar: das wird heute nichts.
Nur Christine war unerschrocken zum Treffpunkt gekommen.
„Macht nichts“, sagt Christine, nach einem kurzen Schwätzchen. Ich wollte es einfach mal probieren. Dann sehen wir uns am 7. Mai bei der „Schokokuss-Tour“ im Vogelsberg. Bis dahin gute Fahrt“. Spricht‘s und „braust“ wieder davon. (Anmeldelink: vhs-Tour „Schokokuss“)
Ich warte noch ein wenig, ob noch jemand kommt, und mache mich dann auch wieder auf den Weg. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, kaum zu glauben, dass nur wenige Kilometer von unserem Treffpunkt entfernt das Wetterchaos tobt. Zwei heftige Graupelschauer überraschen mich noch, ansonsten bleibt es weitgehend trocken. Hätten wir vielleicht doch fahren sollen?
Im „flachen Land“ war das Wetter prima.
Eisig wie am Morgen endet der Tag: mit einem leckeren Bällchen Vanilleeis. Und einem Blick in den Kalender. Die Tagestour zum Saisonstart werden wir am Samstag, den 23. April 2022 nachholen. Wer Zeit und Lust hat, dabei zu sein, melde sich einfach per Mail: kurvenfieber@mac.com
Eis: am Morgen auf der Straße – und am Nachmittag im Becher.
Am vergangenen Wochenende fast 20 Grad und jetzt ein gewaltiger Temperatursturz. Mit der Kälte könnten wir ja noch umgehen, wenn aber die Straßen nass sind und die Temperaturen unter null Grad fallen, wird es mit dem Motorrad kritisch.
Genau das soll Freitag und Samstag der Fall sein. Leichter Schneefall in den Niederungen, geschlossene Schneedecke in den Höhenlagen – so lautet die Prognose, die vom RegenRadar bestätigt wird.
Kein Wetter zum Motorrad fahren
Und meine Teilnehmer? Die bleiben zuversichtlich. „Ich freue mich auf das Wochenende, obwohl der Wetterdienst für den Freitag Glätte in den Morgenstunden angekündigt hat“, schreibt mir der eine. Und dass er die besonders warmen langen Unterhosen schon eingepackt hat, ein anderer. Ein unerschrockene Truppe, wie es scheint.
Bislang hatten wir meistens Glück und häufig war das Wetter besser, als vorhergesagt. Diesmal aber bereitet uns der Gedanke an überfrierende Nässe Kummer. Mit der müssen wir vermutlich spätestens in einem der Waldstücke rechnen. Und von denen gibt es auf der geplanten Tour reichlich. Ein Risiko, das wir – anders als bei den sonst üblichen Wetterkapriolen – nicht einschätzen können.
Nach intensivem Überlegen rufe ich im „Gasthof zum Lahntal“ an, in dem wir fürs Wochenende Zimmer gebucht haben. „Ob wir die Tour vielleicht in den Mai verschieben können“, frage ich. Wenn das Wetter so wird, wie vorhergesagt, sei Motorrad fahren zu gefährlich, versuche ich zu erklären. Wir wollten gern dem Lauf der Lahn folgen. Deren Quelle liegt am Rande des Rothaargebirges – in 600 Metern Höhe. Auf zwei Rädern am Wochenende wohl kaum zu erreichen.
Die Hoteliers haben erfreulicherweise Verständnis. Wir schauen in den Kalender und finden im Mai schnell ein alternatives Wochenende. Toll, dass das so reibungslos geklappt hat. Selbstverständlich ist das nicht.
Alle, die beim Saisonstart dabei sein wollten, können auch am neuen Termin. Erneut schneien wird es dann hoffentlich nicht …
Am ersten Wochenende im April starten wir offiziell in die neue Saison. Diesmal geht es an die Lahn. Am Freitagnachmittag werden wir einen ersten Abstecher an die Mündung in den Rhein unternehmen; am Samstag dann zum Mittagessen an die Quelle, am Rande des Rothaargebirge fahren. Und am Sonntag steht noch ein kurvenreicher Abstecher zur Westerwälder Seenplatte auf dem Programm.
Rund 600 Kilometer werden wir unterwegs sein und dabei 13.505 Höhenmeter „erklimmen“. Der höchste Punkt, den wir erfahren, wird bei 682 Metern liegen.
Unserer Tourenplan zum Saisonstart 2022
Wir haben die Strecken, die wir an den drei Tagen fahren wollen, auf unserer „Alltrail-Seite“ hochgeladen. Die findest Duunter diesem Link:
Reicht die Zeit noch für ein Foto? Ich bin auf dem Weg nach Idstein, um einen beruflichen Termin wahrzunehmen. Weil das Wetter schön ist, nehme ich das Motorrad und toure durch die Ausläufer des Taunus in die alte Residenzstadt. Mein Weg führt vorbei an einem römischen Wachturm, dessen Überreste durch Zufall gefunden wurden und der vor einigen Jahren rekonstruiert worden ist. Ich liege gut im Plan. Zeit für ein Bild ist also noch.
Mehr Schein als Sein: ein Wachturm am Limes
Vier bis fünf Legionäre „wohnten“ in einem solchen Turm und sicherten die römische Außengrenze, die quer durch den Taunus führte. Schon damals nutze man „Fake news“: in den weißen Verputz wurden rot angemalte Linien geritzt, so dass von Weitem der Eindruck entstand, das Gebäude bestehe aus massiven Steinen …
Wenig später bin ich in Idstein, bis 1721 fast ununterbrochen Residenz der Grafen von Nassau-Idstein. Der mittelalterliche Stadtkern hat sich bis heute erhalten.
Idstein wurde als Etichenstein 1102 erstmals erwähnt.
Gut drei Stunden später sitze ich wieder auf dem Motorrad und kurz darauf in der Bäckerei. Mein Termin hat deutlich länger gedauert, als geplant; jetzt ist erstmal ein verspäteter Mittagssnack angesagt …
Lecker 😉
Um den angebrochenen Nachmittag sinnvoll zu nutzen, beschließe ich noch einen Abstecher nach Laurenburg zu unternehmen. Die gut 300 Einwohner zählende Ortsgemeinde wird am ersten April-Wochenende Ausgangspunkt unseres Motorradwochenendes zum Saisonstart sein. So nutze ich die Gelegenheit, schon mal einen Blick ins Hotel zu werfen und die nähere Umgebung zu erkunden.
Die Lahn fließt direkt vorm Hotel; im Hintergrund die Laurenburg
Vom Hotel zur Laurenburg sind es gut 1.000 Meter, ein Fußweg ist ausgeschildert. In gut 20 Minuten soll der 1090 errichtete, viergeschossige Bergfried erreichbar sein. Mal schauen, ob wir dazu Gelegenheit haben werden.
Die Sonne verschwindet so langsam hinter den Taunusausläufern, als ich mich wieder auf die gelbe G/S schwinge. Über den Winter sind die Zylinderköpfe überholt werden; jetzt muss ich 1.000 Kilometer fahren, damit diese schnellstmöglich nachgezogen werden können. Die ersten 200 werde ich heute schaffen.
Noch scheint die Sonne …
Auf den nächsten Kilometer folge ich dem kurvenreichen Verlauf der Lahn. Linkerhand lädt Kloster Arnstein zu einem weiteren Fotostopp. In die ehemalige Prämonstratenserabtei sind seit dem 1. Juni griechisch-orthodoxe Schwestern eingezogen. Die Arnsteiner Patres hatten es wegen Personalmangel und fehlender finanzieller Ressourcen zum 31.12.2018 „aufgegeben“. Jetzt trägt das wohl eindrucksvollste mittelalterliche Bauwerk an der unteren Lahn den Namen „Heiliges Kloster Dionysios Trikkis & Stagon“.
Ursprünglich war das Kloster mal eine Burg.
Als ich die Mündung der Lahn in den Rhein erreiche, ist es schon fast 18 Uhr. Den Plan, gemütlich über Land nach Hause zu fahren, muss ich leider verwerfen. Wenn ich mich auf die Bundesstraße werfe, sollte ich mit der G/S so gehen 19:30 Uhr vor der heimischen Garage ausrollen. Dann ist es noch nicht lange dunkel.
Ein Fotostopp, mit Sonnenuntergang, aber muss unterwegs noch sein. Quasi als krönender Abschluss der ersten längeren Tour in der Saison 2022 …
Die gelbe G/S braucht möglichst schnell 1.000 Kilometer auf der Uhr. Über den Winter sind die Ventilführungen gemacht worden und recht bald sollen die Köpfe nachgezogen werden. Damit der alte Boxer ohne weiteren Werkstattaufenthalt in die neue Saison starten kann. Also wird jede sich bietende Gelegenheit genutzt, ein paar Meter zu fahren. Wenn dann noch eine so tolle Abendstimmung vorherrscht, sind auch kleine Touren ein Genuss …
Auf einer ganzen Seite haben die Motorradtouren Platz gefunden, die wir in diesem Jahr für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises anbieten. Zu finden im gedruckten Programmheft, das beispielsweise in vielen Buchläden oder Rathäusern im Main-Taunus-Kreis ausliegt.
Uns gefällt die Seite ausgesprochen gut. Vielen Dank für die tolle Gestaltung.
Natürlich finden sich alle Touren auch im Netz. Auf der Website der Volkshochschule kannst Du Dich sofort online anmelden. Die Gesamtübersicht aller Touren findest Du unter diesem Link.
Für Rückfragen stehen auch wir gerne zur Verfügung. Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com
Abholen hätte ich sie schon längst können: die weiße G/S. Seit Ende Oktober stand sie in der Werkstatt. Die Inspektion längst überfällig, vor allem aber musste dringend die Lichtmaschine getauscht werden. Während der letzten Touren des vergangenen Jahres war ich immer mit Batterieladegerät unterwegs. Meist lag die Ladespannung deutlich unter 13 Volt, so dass die Batterie stets nach zwei, drei Tourtagen leer gefahren war.
Abhilfe tat insofern dringend Not. Dabei war vor allem „mehr Power“ gefordert. Im Netz werden verschiedene Lichtmaschinen mit höherer Leistung angeboten. Entschieden habe ich mich letztlich für Silent Hektik. 410 Watt statt der bisherigen 280 – das ist doch ein Wort; zudem überzeugt die Beschreibung, wie das Mehr an Wärme, das durch die höhere Stromlast entsteht, abgeführt wird. Ansonsten droht möglicherweise der Hitzetod.
Kurz vor Weihnachten meldet der Meister Vollzug. Die neue Lichtmaschine samt angepasster Zündanlage sei eingebaut, alle Öle gewechselt, die Ventile neu eingestellt. Aber: bei der Probefahrt sei eine leicht rutschende Kupplung und ein deutlicher Ölfilm zwischen Motorblock und Getriebe festgestellt worden. Das lässt zumindest auf einen kaputten Simmerring schließen …
Doch es sollte schlimmer kommen: nicht nur die Dichtung, auch die Kupplung selbst und die Ölpumpe musste getauscht werden. „Wir haben auch mal ins Getriebe geschaut, da muss dringend eine Welle getauscht werden“, machte der Meister deutlich.
Hiobsbotschaft
Spätestens jetzt hätte der eine oder die andere vielleicht die Frage nach einem anderen Motorrad gestellt. Ich habe mich fürs Reparieren entschieden. Die weiße G/S fahre ich seit fast 30 Jahren, seither gab es erst eine größere Reparatur. Auf die lange Zeit gerechnet, ist die aktuelle Baustelle also garnicht so teuer. Ok, man kann sich das Ganze auch schön rechnen. Zumal, nach Murphys Gesetz, ein Unglück selten allein kommt …
„Alles richtig gemacht“, denke ich mir, als ich am Nachmittag wieder auf der weißen G/S sitze. Der Motor springt auf den ersten Knopfdruck an, läuft schön ruhig und hängt kraftvoll am Gas. Es macht wieder richtig Spaß den alten Boxer durchs kurvenreiche Geläuf von Unterfranken zu treiben.
Unterwegs in Unterfranken
Unterwegs entdecke ich in Rödermark eine kleine Bäckerei. Ruckzuck steht die BMW am Straßenrand; Zeit für eine improvisierte Pause. Mit einem Milchkaffee „to go“ und einem „Schweinsöhrchen“ setze ich mich auf eine kleine Mauer und genieße den Sonnenschein. Was für ein herrlicher Start in die neue Saison …
Kaffeepause am Straßenrand
Am frühen Abend bin ich wieder zu Hause. Das Wetter passt noch immer, in der Sonne sind die Temperaturen schon zweistellig. Im Schatten aber ist es noch reichlich frisch; gut dass die Akkus von Heizweste und beheizbaren Handschuhen recht lange halten. Die habe ich mir im Herbst geleistet – eine Investition, die sich bei Touren im beginnenden Frühjahr mehr als bezahlt macht.
In der Sonne sind die Temperaturen schon zweistellig
Ob ich die auch am ersten Aprilwochenende (noch) brauchen werde? Da soll es zum offiziellen Saisonstart für drei Tage an die Lahn gehen – hoffentlich …
Den Aufkleber gab es heute übrigens bei Zweirad Norton in Mömlingen. Ich habe gleich einen mitgenommen.
Ich finde, das ist eine gute Gelegenheit, endlich auch mal die schwarze R 100 ein wenig auszuführen. Die offenen und furchtbar lauten Conti-Rohre sind gegen einen chicken Auspuff von Hattech getauscht, der sonor vor sich hin brabbelt, das Navi lässt sich schnell noch an den Lenker fummeln und alles, was ich für ein Wochenende brauche, sollte in den Tankrucksack passen. Denn Koffer hat die alte BMW (noch) nicht.
Am Montag hatte der ADCA Hessen-Thüringen bei mir angerufen. Man wolle für die im Frühjahr erscheinende Regionalausgabe gern einen Tourentipp veröffentlichen, der die Länder Hessen, Thüringen und Sachsen miteinander verbindet. Ich würde doch viel Motorrad fahren; ob ich nicht Lust hätte … Text und Bilder müssten allerdings bis zum 15. November vorliegen.
Die Prognose des Wetterberichts ist für die nächsten Tage grauselig. Nur am Freitag und Samstag soll es noch schön sein. Ich schaue in den Kalender, nehme mir den Freitag frei und sitze kurz nach sieben auf meiner alten BMW. Die darf – dank Saisonkennzeichen – nur noch bis Ende Oktober bewegt werden. Das passt.
Es ist ein wenig diesig und mit 6 Grad auch ein wenig kühl. Da ich (aus Zeitgründen) die ersten 100 Kilometer Autobahn fahren muss, ziehe ich vorsichtshalber noch meine knallgelbe Regenjacke drübergezogen. So bin ich gut sichtbar und der Fahrtwind bleibt außen vor.
Kurz vor dem Start, um kurz nach sieben in der Früh.
Als es hell wird kämpft sich die Sonne durch die dicke Suppe und stimmt mich hoffnungsvoll. Die nächsten beiden Tage müssen einfach gut werden.
So langsam kämpft sich die Sonne durch den Nebel.
Nach etwas mehr als einer Stunde strammer Fahrt erreiche ich die Wasserkuppe. Hier habe ich mich mit Steve verabredet, der die Fotos für die Reportage machen soll. Wir schießen ein paar erste Bilder am Segelflugplatz und vom Radom. Die markante Kuppel gilt als Landmarke und damit prägend für die Region. Mit diesem Argument konnte einst der Abriss verhindert werden. Ursprünglich für militärische Zwecke erbaut, dient das Radom heute als Aussichtsplattform.
Tolle Stimmung hoch oben auf der Wasserkuppe.
Unser nächstes Ziel ist Point Alpha an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen. Unterwegs halten wir mehrfach an, um Schafe zu fotografieren und ein paar Fahrszenen.
Rhönschafe im Morgenlicht.
In der Zeit, in der Deutschland geteilt war, standen sich bei Point Alpha, an der innerdeutschen Grenze, die Truppen der NATO und die des Warschauer Paktes in Sichtweite gegenüber. Während des „Kalten Krieges“ hatten die Alliierten es für möglich gehalten, dass Russland nach Deutschland einmarschieren würde – wenn, dann wohl genau hier. Das Fatale: die Amerikaner hätten in einem solche Fall die Grenze nicht verteidigt (wie man heute weiß), so dass die „feindlichen Truppen“ wahrscheinlich erst am Rhein zum Stehen gekommen wären. Ein gruseliger Gedanke …
Eine ganz neue Perspektive von Point Alpha. Rechts der Wachturm der Amerikaner.
Auf kleinen Straßen – häufig mit schlechtem Belag – ging es dann weiter zur Wartburg. Martin Luther hat hier die Bibel ins Deutsche übersetzt. Dabei soll ihm der Teufel erschienen sein, dem er ein Tintenfass hinterherwarf. Das Loch in der Wand sieht man noch heute …
Wir hätten gern ein Bild gemacht, mit der Burg im Hintergrund und vorne das Motorrad fahrend. Tatsächlich finden wir die passende Stelle und halten in einer kleinen Bucht neben der Straße. Von hier führt ein schmaler Weg auf eine Anhöhe, von wo aus wir einen tollen Blick auf die einstige „Warte“ hatten. Nur das Motorrad haben wir da nicht raufgekriegt …
Die Wartburg mal aus einem ganz anderen Blickwinkel.
Nicht weit entfernt liegt Niederdorla. Wenn man den nördlichsten Punk Deutschlands mit dem südlichsten verbindet und den östlichen mit dem westlichen findet sich im Schnittpunkt der beiden Linie der Mittelpunkt Deutschlands. Den markiert heute ein großer Stein und eine Kaiserlinde. Nicht weit entfernt liegt das „Opfermoor“.
Es gibt auch andere Methoden, den Mittelpunkt Deutschlands zu ermitteln …
Die letzten 75 Kilometer zum Kyffhäuser waren reine Kilometerfresserei auf breiten Bundesstraßen. Das „Thüringer Becken“ ist fahrerisch nicht sonderlich attraktiv. Am Ende aber liegt die alte Bergrennstrecke am Kyffhäuser. Und da wollten wir mit den letzten Sonnenstrahlen noch ein paar Fotos auf der alten Bergrennstrecke machen. Hat geklappt, sogar Bilder mit der Drohne.
Gegen 17 Uhr wollten wir im Thüringer Hof in Bad Frankenhausen sein. Steve hat fürs Magazin noch ein Interview mit dem Chef gemacht; ich konnte endlich einen Kaffee trinken. Seit heute Morgen waren wir nur unterwegs, für richtige Pausen war keine Zeit. Ein mitgebrachtes Brot und Kaffee aus der Thermoskanne mussten reichen. Dafür entschädigte das Abendessen: erst eine kräftige Soljanka mit Crème fraîche dann Thüringer Rostbrätel (eine marinierte Scheibe vom Schweinenacken, die über Holzkohle gegrillt wird) mit Schmorzwiebeln und Bratkartoffel, anschließend noch ein Nachtisch: Rote Grütze mit Vanilleeis – einfach lecker.
Mein leckeres Abendessen …
Vor dem Schlafengehen bin ich kurz noch mal zur Oberkirche spaziert. Deren Turm neigt sich mittlerweile deutlich mehr zur Seite als der schiefe Turm von Pisa. Das musste ich mir natürlich noch anschauen.
Ganz schön schief, der Kirchturm von Bad Frankenhausen.
Als ich am Samstagmorgen in Bad Frankenhausen los gefahren bin, war es wieder sehr nebelig und ausgesprochen kalt. Die Sonne kämpfte, konnte sich aber noch nicht durchsetzen. Die Wiesen und Felder links und rechts der Straße waren mit Raureif überzogen, der Asphalt aber (noch) trocken.
Wieder kämpft sich die Sonne durch den Morgennebel
Ein Stück Autobahn lag vor mir, um rechtzeitig in Greiz sein zu können. Ich habe lange überlegt, ob das bei den geringen Sichtweiten eine so gute Idee sei. Aber, kaum auf der Bahn, war der Nebel weg 😉
Ein erstes kurzes Päuschen habe ich in der Klassikerstadt Weimar eingelegt, die ersten Fotos haben wir in Greiz gemacht, der „Perle des Vogtlandes“; ein wirklich sehr malerisches Städtchen.
Fotostopp in Greiz
Nicht weit davon die Göltzschtalbrücke; die größte Backsteinbrücke der Welt. Die wurde aus Ziegeln gebaut, weil der dafür benötigte Lehm in der Nähe reichlich vorhanden war. 1846 wurde mit dem Bau begonnen, täglich wurden rund 50.000 Ziegel gebrannt. Man mag sich garnicht vorstellen, was da damals los war.
Blick auf die imposante Göltzschtalbrücke, über die heute noch die Eisenbahn fährt.
Dann waren „nur noch“ Fotofahrten angesagt. Wir hatten uns eine nette Kurve rausgesucht und durch die musste ich mindestens 20mal fahren. Mal wurde mit dem Tele fotografiert, dann mit dem Weitwinkel. Mal musste ich mehr rechts fahren, dann wieder mehr links. Hat aber Spaß gemacht …
Gegen Mittag hatten wir alles im Kasten und ich konnte wieder nach Hause fahren. Die ersten Kilometer auf dem Rückweg war ich noch auf kleinen Straßen unterwegs. Und so konnte ich am Waldrand ein schönes „Abschiedsfoto“ zur Erinnerung machen.
Das letzte Bild bei Sonnenschein
Die ersten 140 Autobahnkilometer nach Hause waren monoton, aber erträglich. Kaum hatte ich in Knetzgau zum Tanken angehalten – und um endlich was essen zu können – fing es an zu regnen. Die restlichen 220 Kilometer waren dann naß und kalt …
Gleich nach der Pause fing es an zu regnen …
Insgesamt liegen zwei tolle Tage hinter mir. Die alte R 100 hat sich wacker geschlagen. Nur die Kupplung trennt schlecht. Manchmal war es schwierig den Leerlauf einzulegen. Das wird sich beheben lassen. Im März darf sie wieder auf die Straße …
Die letzten Tage noch mal ausgenutzt. Auch wenn es am Ende doch noch mal nass wurde …
Motorrad fahren ist unsere Leidenschaft. Von April bis Oktober sind wir auf zwei Rädern unterwegs - in Deutschland und in ganz Europa. Von der Tagestour übers verlängerte Wochenende bis hin zum mehrwöchigen Motorradurlaub bietet unser abwechslungsreiches Programm für Jeden etwas.
Da viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Saison oft mehrere Touren buchen, ist Abwechslung gefragt. Deshalb gibt es jedes Jahr ein komplett neues Programm! Bewährtes bieten wir immer wieder an, ansonsten haben wir den Anspruch, die schönsten und für Motorradfahrer interessantesten Regionen in Deutschland und Europa auf stets unterschiedlichen Wegen zu entdecken.
Unsere abwechslungsreichen Reisen bieten wir als "geführte Motorradtouren" an: Der Gruppe fährt ein Tourguide voraus, so dass Du Dich weder um die Auswahl der Strecken noch um die Lokalitäten für Kaffee- oder Mittagspausen kümmern musst. Auch die Hotelübernachtungen sind bereits gebucht. Einfach auf´s Motorrad setzen und mitfahren - den Rest erledigen wir. Wobei wir auf persönliche Wünsche gerne eingehen.
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Zum Saisonstart drei Tage lang auf den herrlich kurvenreichen Straßen links und rechts der Mosel unterwegs sein. Schöner kann die neue Saison nicht beginnen. Ein ganzes Wochenende zum wieder "Einschwingen". Du bist dabei?
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