Archiv der Kategorie: Toskana 2014

Noch einmal geht es hoch hinaus

TOURBERICHT TOSKANA
Dienstag, 6. Mai 2014 | 6. Tag

Der „Monte Amiata“, ein erloschener Vulkan, ist das Ziel unserer heutigen Tagestour. Gut 135 Kilometer in den Süden führt und die erste Etappe. Auf der werden wir toskanische Landschaft pur erleben.

Auf vorwiegend kleinen Landstraßen geht es zunächst Richtung Montepulciano. Während Dieter und Speedy in der Altstadt eine Kaffeepause einlegen, fahren wir noch ein Stück weiter, bis Chianciano Terme. Doch von den Bars will uns hier keine so recht gefallen. Wir hätten gern was mit Ausblick ins Tal.

Um Rückspiegel sehen wir eine Terrasse mit Tischen und Stühlen – drehen rum – und müssen enttäuscht feststellen: geschlossen! Nicht weit entfernt finden sich mehrerer Hotels ins „idealer Lage“. Also steuern wir eines davon ganz spontan an und fragen einfach mal nach einem Kaffee.

Auf „Tagesgäste“ sei man leider nicht eingestellt, heißt es zunächst, und auf Nachfrage dann, dass die Kaffeemaschine schon aus sei. Bedauernd treten wir den Rückzug ab, nicht ohne noch einmal zu fragen, ob denn nicht doch vielleicht die Möglichkeit bestände …

Überredet! Wir dürfen auf der Terrasse Platz nehmen – und während der Patrone die Bestellung aufnimmt, fragt seine Frau, ob wir nicht auch noch etwas frühstücken wollten? Artig bejaen wir diese unverhoffte Offerte und werden mit zwei Sorten leckeren Kuchen, Brot mit Schinken und einem viertel Rotwein belohnt, den leider nur die Sozias probieren dürfen.

Eigentlich wollen wir hier garnicht mehr weg. Und doch fahren wir nach einer ausgedehnten Pause auf vielen kleinen Umwegen zum Monte Amiata. Kurvenreich schraubt sich das schmale Sträßchen bis auf mehr als 1600 Höhenmeter hinauf. Das letzte Stück zum Gipfelkreuz müssen wir zu Fuß gehen, werden aber mit einer fantastischen Aussicht belohnt!

Nach so viel Anstrengung – wir mussten immerhin die steile Skipiste hochkraxeln – tut eine Stärkung gut. Die meisten Bars hier oben haben noch geschlossen, im „Albergo la Croce“ aber brennt Licht. Natürlich könne er uns eine Kleinigkeit zu essen machen, sagt der Wirt; wenig später sitzen wir am lodernden Kamin und genießen Polenta oder Spaghetti.

Gut 130 Kilometer sind es auch zurück ins Hotel, mit ein paar kleinen aber lohnenden Umwegen stehen am Ende des Tages 320 Kilometer mehr auf dem Tacho. Wir wollten keinen davon missen.

Morgen fahren wir zur Kirchenruine von San Galgano – und dann müssen wir so langsam die Heimreise antreten. Aber daran wollen wir jetzt erst einmal nicht denken.

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Gruppenbild am Gipfelkreuz des Monte Amiata. Die letzten Meter hoch auf den alten Vulkan geht es nur zu Fuss.

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Impressionen vom fünften Tourtag in der Toskana

Wir sind in den Bergen unterwegs. Zunächst geht´s nach Caprese Michelangelo und von dort – über zahlreiche Pass-Straßen – mehrfach auf über 1000 Meter. Zum Mittag gab´s Pasta.

Panoramasicht auf 1500 Meter

TOURBERICHT TOSKANA
Montag, 5. Mai 2014 | 5. Tag

Die Sonne strahlt schon am frühen Morgen vom durchweg blauen Himmel; auch heute wird ein guter Tag werden. Wir wollen in das Bergmassiv der „Alpe di San Bernedetto“ und das „Pratomagno“. Zunächst aber steht ein Abstecher in den Geburtsort von Michelangelo auf dem Programm.

Auf herrlich kleinen, kurvenreichen Straßen schrauben wir uns schnell auf 700 Meter Höhe hinauf. Eine Kurve folgt der nächsten – so wird das heute gut 300 Kilometer lang sein. Rechtzeitig zur ersten Kaffeepause erreichen wir „Caprese Michelangelo“ und genießen – in der Sonne sitzend – einen kleinen Kaffee.

Vorbei an „Chiusi di Verna“ fahren wir immer weiter gen Norden und sind am „Passo Fangacci“ schon auf über 1000 Meter. Das schmale Sträßen führt durch einen malerischen Wald und ist im oberen Bereich nicht asphaltiert – aber problemlos fahrbar. Kurz vor dem Mittagessen gönnen wir uns noch den 1296 Meter hohen „Passo la Callo“, bevor wir uns kurven- und kehrenreich wieder ins Tal stürzen.

In Corniolo finden wir eine kleine Bar, in der man eine ordentliche Portion Pasta für uns zubereitet. Die schmeckt bei strahlendem Sonnenschein auf der kleinen Terrasse einfach gigantisch.

Das kleine Verbindungssträsschen zur N67 sollte laut Garmin eigentlich unbefestigt sein, ist es aber (leider) nicht. Es zu fahren hat trotzdem Spaß gemacht. Hinter Djcomano zweigen wir auf das kurvenreiche Sträßchen nach Poppi ab und schrauben uns ein weiteres Mal auf gut 1000 Meter hinauf.

Nach der Kaffeepause in Poppi stellt sich die spannende Frage, ob die in der Karte als unbefestigt eingezeichnete Straße zum „Croce di Pratomagno“ fahrbar ist? Sie ist! Gut 15 Kilometer naturbelassener Weg, der als „Durchgangsstraße“, bringen uns hinauf auf knapp 1500 Meter. Am höchsten Punkt genießen wir die tolle Aussicht, gut eine halbe Stunde später sind wir wieder im Hotel und genießen auf der Terrasse einen kleinen Snack vorm Abendessen. Es ist einfach herrlich!

Morgen wollen wir dann zum „Monte Amiata“ fahren; einem alten erloschenen Vulkan.

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Bis hoch auf fast 1500 Meter führt die kleine Panoramastraße am Pratomagno – die allerdings unbefestigt ist.

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Impressionen vom vierten Tourtag in der Toskana

San Gimignano war das Ziel. Vor den Touren der Stadt essen wir bei einer freundlichen Italienern zu Mittag, obwohl deren Restaurant eigentlich geschlossen hat. Auf der Rückfahrt durchs Chianti finden wir noch eine staubigen Feldweg – und sind glücklich 😉

Kaum einen Meter geradeaus

TOURBERICHT TOSKANA
Sonntag, 4. Mai 2014 | 4. Tag

Endlich ist das Wetter so, wie wir es uns für unsere Toskanareise gewünscht hatten: trocken und (relativ) warm. Ideal für eine ausgedehnte Tour in Richtung San Gimignano.

Kurz nach 9 Uhr brummen die Motoren. Erst einmal brauchen wir Benzin. Die Tanks sind so ziemlich leer gefahren. 88 Kilometer Restreichweite stehen bei den BMW’s auf der Uhr – zumindest bei den meisten.

Über die Ausläufer des „Monte di Chianti“ fahren wir Richtung Siena. Bis hoch auf gut 800 Meter schraubt sich das schmale Sträßchen. Erst in Pianella finden wir am Sonntagmorgen eine Tankstelle mit Bedienung; freundliche 1,848 Euro kostet hier der Liter Super. Wolfgang ist das egal: er wäre gerade noch sieben Kilometer weit gekommen …

Die erste Kaffeepause legen wir in der kleinen Festungsstadt Monteriggioni ein. Dann geht es weiter nach San Gimignano. Während Dieter und Speedy die Mittagspause in der, nicht nur ihrer Geschlechtertürme wegen sehenswerten Stadt einlegen, finden wir etwas außerhalb ein nettes Lokal,

Eigentlich habe man geschlossen, lässt uns Donatella wissen, aber ein bisschen Brot mit Schinken, Salami und Käse, das könne sie uns schon zubereiten. Mehr wollen wir doch gar nicht. In der Sonne sitzend, genießen wir so ein Pcknick“ der ganz besonderen Art.

Zurück gehts durchs Chianti. Erstes Highlight: die 19 Kilometer von Pogibonsi nach Castellina, auf denen sich eine Kurve an die nächste reiht. Ein Fotostopp nahe Panzano verleitet uns zu einer „Kurskorrektur“: ein unbefestigtes Sträßchen führt über Lámole nach Greve in Chianti – das will unbedingt erkundet werden.

In Dudda legen wir am Nachmittag noch eine kleine Kaffeepause ein – und weil die Zeit reicht, unternehmen wir noch einen lohnenswerten Schlenker nach Gaiole im Chianti.

Kurz vor 18 Uhr – nach 280 kurvenreichen Kilometern – sind wir wieder im Hotel und genießen auf der sonnendurchfluteten Terrasse das Feierabendbier. Morgen wollen wir die „Alpe di San Benedetto“ und das „Pratomagno“ erkunden. Das Wetter soll halten. Beste Voraussetzungen also.

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Auf der Rückfahrt von San Gimignao fahren wir durchs Chianti – und halten natürlich für ein Foto an.

Video

Impressionen vom dritten Tourtag in die Toskana

Eine sonniger Start, eine verregnete Fahrt – die Ankunft im Trockenen und dann raus mit dem Schraubenschlüssel: die Yamaha muss repariert werden.

Die Etappe hatte sich gewaschen

TOURBERICHT TOSKANA
Samstag, 3. Mai 2014 | 3. Tag

Wir müssen durch die Po-Ebene. Entweder auf schnellsten Weg über die Autobahn oder auf zunächst fahrerisch wenig reizvollen Landstraßen. Speedy entscheidet sich für die erste Variante, Dieter für die zweite. Beiden ist eines gemeinsam: sie werden fürchterlich nass.

Hinter Modena öffnet der Himmel seine Schleusen und lässt es ordentlich regnen. So hatte es der Wetterbericht leider auch angekündigt. Wollen wir hoffen, dass er auch die nächsten Tage Recht behält: ab Sonntag ist durchweg gutes Wetter angekündigt!

Bei der Ankunft im Hotel schien schon mal die Sonne, so dass das „Feierabendbier“ an der Bar gleich noch mal so gut schmeckte. Und noch eine gute Nachricht: Speedys Yamaha läuft wieder! Aus unerklärlichen Gründen hatte sich am Kerzenstecker eine kleine Öllache gebildet und wohl einen Kurzschluss verursacht. Nachdem alles trocken gelegt war, sprang der Motor sofort an.

Die Ursache für die Panne haben wir (noch) nicht gefunden. Wir hoffen, das Problem behoben zu haben; beim ersten Probelauf war alles dicht.

Morgen wollen wir nach San Gimignano fahren und durchs Chianti wieder zurück. 280 kurvenreiche Kilometer sind geplant. Hoffentlich pannenfrei und mit Tankstelle. Die haben wir heute nicht mehr angesteuert.

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Toskana pur – eine ungefestigte Zypressenallee führt zum Hotel; wir haben lieber die asphaltierte Zufahrt genommen.

Impressionen vom zweiten Tourtag in die Toskana

Bei Sonnenschein ging´s los, dann versagte Speedys Moped, schließlich fing es an zu regenen, aber am Abend war wieder alles gut.

Auftakt mit Hindernissen

TOURBERICHT TOSKANA
Freitag, 2. Mai 2014 | 2. Tag

Der Morgen war doch schon ganz viel versprechend. Zwar zeigte das Thermometer um 7:30 Uhr gerade einmal 6 Grad – auf immerhin 1345 Meter – dafür war es trocken und die Sonne blinzelte so langsam durch die tief hängenden Wolken. Das könnte was werden …

Nach einem leckeren Frühstück wurden die Gruppen eingeteilt – und schon ging’s los. Dieter startete zuerst, dann folgte Speedy, der seinem Namen zunächst keine Ehre machte. Nach dem Tankstopp an Brenner wollte die Yamaha plötzlich nicht mehr. Mit einem lauten Knall versagt der Motor seinen Dienst; nichts ging mehr. Was ein Glück, dass ein Ersatzmotorrad im Begleitbus stand.

Der erreichte den „Pannenfahrer“ gut eine halbe Stunde nach dem ärgerlichen Malheur. Also: die Koffer aller Teilnehmer, die am Morgen erst eingeladen worden waren, wieder ausladen, die 650er Suzi aus dem Bus schieben, die defekte Yamaha in den Bus verfrachten und alle Koffer wieder einladen. Schnell noch einmal Luftdruck prüfen – keine halbe Stunde später ging es auch schon weiter.

Zunächst über das Penser Joch. Meterhoch türmte sich der Schnee noch am Straßenrand, als es bei strahlendem Sonnenschein rauf auf mehr als 2000 Meter ging. Am Gardasee dann schlug das Wetter um. Regnerisch, vor allem aber kalt, war es im Monte Baldo-Massiv. Noch ein Stück durch die Po-Ebene und wir hatten unser Hotel in Porto Mantovano erreicht.

Nach einem kleinen Aperitif, zu dem uns freundlicherweise das Hotel eingeladen hatte, ging es zehn Minuten zu Fuß in ein nettes Restaurant, das uns lukullisch verwöhnte. Da war der Absacker an der Bar, kurz vor dem Schlafengehen, fast schon Pflicht.

Morgen fahren wir weiter Richtung Arezzo. Von dort aus wollen wir vier Tage lang die Toskana (oder zumindest einen Teil davon) erkunden.

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Wir müssen durch die Po-Ebene, um in die Toskana zu kommen. Mittendrin liegt unser zweites Hotel.

Anreise im Sonnenschein

TOURBERICHT TOSKANA
Donnerstag, 1. Mai 2014 | 1. Tag

Was hatte der Wetterbericht nicht wieder alles an „Schauerlichkeiten“ gemeldet? Zumindest die Anreise von Regensburg aus verlief bei durchweg strahlendem Sonnenschein – und auf erstaunlich leeren Straßen. Und das trotz langem Feiertagswochenende.

Münchner Ring – menschenleer. Irschenberg – keinerlei Stau. Weiter Richtung Kiefersfelden – eine völlig leere Autobahn. So entspannt bin ich noch nie mit meinem Ducato gen Süden gefahren!

An der Abfahrt „Innsbruck Süd“ ging’s dann „traditionell“ runter von der Autobahn. Ich fahre lieber Landstraße als über die mautpflichtige Europabrücke. An der Shell noch einmal volltanken. In Italien wird der Sprit deutlich teurer sein. Schnell noch einen „kleinen Braunen“ bevor es auf die alte Brennerstraße geht. Die windet sich kurvenreich der Staatsgrenze entgegen und gewinnt dabei zunehmend an Höhe.

Kurz vor Gries zweigt rechts ein kleines Sträßchen ab. Kaum autobreit geht es nun steil und in engen Kurven weiter bergauf. An der „richtigen Stelle“, da wo ausnahmsweise Platz zum Ausweichen war, kommt mir ein Kleintransporter entgegen, ansonsten marschiert der Ducato auch mit zwei Motorrädern im Laderaum munter bergauf. Mit meinem alten, benzingetriebenen Transit wäre ich hier wahrscheinlich „verhungert“.

Kurz nach 18 Uhr habe ich mein Ziel erreicht. Die Teilnehmer sind schon alle da und haben im „Humlerhof“ bereits Quartier bezogen. Nach einem leckeren Abendessen wird noch ein wenig „geklönt“, dann kehrt so langsam „Nachtruhe“ ein.

Morgen wird Mantua unser Ziel sein. Etwas außerhalb der Stadt werden wir eine Zwischenübernachtung einlegen, bevor wir am Samstag nahe Arezzo eintreffen werden. Toskana: wir kommen!

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Weit reicht der Blick vom „Humlerhof“ auf die alte Brennerstraße und die noch schneebedeckten Berge.