Archiv des Autors: kurvenfieber

Perfekter Auftakt

TOURBERICHT BAYERISCHER WALD
Sonntag, 7. Juni | 2. Tag

Ein wenig gezittert haben wir ja schon, als wir heute morgen aufgebrochen sind. Der Himmel war anfangs arg bewölkt, doch das änderte sich bald. Schon in Viechtach, an der „Gläsernen Scheune“ schien die Sonne!

Auf herrlich kleinen, kurvenreichen Straßen ging es Richtung Lalling. Nachdem wir uns zu Mittag mit der üblichen „Kleinigkeit“, wie etwa einem prächtigen Hirschbraten gestärkt hatten, statteten wir dem sehenswerten Auto- und Motorradmuseum in Stritzling einen Besuch ab.

Die obligatorische Kaffeepause legten wir – bei strahlendem Sonnenschein – in Metten ein. Kurz zuvor muss auf dem Weg dorthin ein kräftiges Gewitter niedergegangen sein, denn die Straße war stellenweise reichlich nass.

Nach einen erfrischenden Eiskaffee statten wir der beeindruckenden Benediktinerabtei noch einem Besuch ab, bevor es auf winzigen Nebenstraßen zurück zum Hotel ging.

Wieder fuhren wir der Gewittetfront hinterher, mussten kurz vor Miliach aber noch einmal kräftig die Luft anhalten. Da braute sich nämlich eine dunkle Wolkenwand vor uns auf. Glücklicherweise konnten/mussten wir schon bald nach Osten abbiegen – dahin, wo der Himmel strahlend blau war.

Trocken kamen wir im Hotel an und wurden für den tollen Tag beim Abendessen mit einer riesigen Haxe belohnt. So kann es weitergehen.

Ein ganzer Tag im Regen – fast

TOURBERICHT BAYERISCHER WALD
Samstag, 6. Juni | 1. Tag

Die Schafskälte ist da und mit ihr kam der Regen. Gestern noch strahlender Sonnenschein, heute aber schüttet es wie aus Eimern – unablässig, mal mehr, mal weniger.

Bis Aschaffenburg ist es ganz schlimm. Das Wasser steht oft zentimeterhoch auf der Fahrbahn, die Gischt vorbeifahrender Autos behindert die Sicht. Vor Würzburg wird es dann ein wenig besser, aber wirklich trocken wird es bis Grafenwiesen nicht.

Eigentlich wollten wir um 16 Uhr zu einer ersten kleinen Runde Richtung „Großer Arber“ aufbrechen. Doch außer Michael und Ralf hat niemand wirklich Lust. Also ist „Einzelbetreuung“ angesagt, denn beide Tourguides „gehen an den Start“.

Kurz nach 16 Uhr reißt es tatsächlich auf. Für wenige Augenblicke lässt sich sogar die Sonne blicken! Aber auch durch dichten Nebel müssen wir fahren, als wir uns auf über 1000 Meter hinaufschrauben.

Die „Mooshütte“, die nur über einen unbefestigten Weg zu erreichen ist, und der Abersee waren das Ziel. Zurück im Hotel heiß duschen und dann lecker essen. Im Abschluss unterhält uns der „singende Wirt“ des Hotels mit volkstümlichen Weisen. Aber nur heute, weil noch eine Gruppe Österreicher da ist, die fast jeden Text auswendig kennen …

Morgen soll das Wetter besser werden. Schon am Abend hat es aufgehört zu regnen. Wir sind – wie immer – optimistisch.

Danke schön

Das ist er, der mittlerweile 100. Eintrag im Internet-Tagebuch. Im September 2008, kurz vor der Saison-Abschlussfahrt ins Elsass, haben wir mit diesem so genannten Weblog begonnen. Damals hatten wir geschrieben: „Von April bis Oktober sind wir mit dem Motorrad unterwegs. Alles, was wir unterwegs so erleben, findet sich auf unserer Homepage wieder – allerdings erst nach einer Tour. Mit diesem Blog wollen wir versuchen, ein kleines Tagebuch zu führen, um ganz aktuell berichten zu können. Mal sehen, ob uns das dauerhaft gelingt“.

Ich denke, das ist uns bislang ganz gut gelungen, wie auch die steigenden Zugriffszahlen zeigen. Mehr als 100 Mal ist unser Internet-Tagebuch an einem einzigen Tag, am 3. April 2009, aufgerufen worden. Ansonsten pendeln die Zugriffe im Durchschnitt zwischen 12 und 37 „hits“ pro Tag. Für dieses Interesse möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Das ist wirklich toll!

Wir werden auch weiterhin aktuell über all das informieren, was uns bei unseren Touren oder rund ums Motorrad berichtenswert erscheint. Morgen geht es für ein paar Tage in den Bayerischen Wald, anschließend für eine Woche in die Toskana. Klar, dass da im Weblog nachzulesen sein wird, was wir so alles erleben.

Ganz aktuell geht das übrigens über unseren Twitter-Account: www.twitter.com/kurvenfieber. Einfach mal reinklicken oder selbst bei Twitter anmelden. Dann bist du so gut und vor allem schnell informiert, als wenn Du bei den Touren dabei wärst.

Routenverlauf in google-maps

Es klappt tatsächlich! Lange Zeit haben wir nicht gewusst, wie wir gefahrene Strecken, die als Track vorliegen – weil wir das GPS unterwegs haben „mitlaufen“ lassen -, in google-maps darstellen können. Jetzt haben wir gleich zwei Programme gefunden, die uns das ermöglichen.

Da beide Unterschiedliches bieten, haben wir die jüngste Tagesfahrt für die vhs Main-Taunus mal in beiden Programmen abgebildet. Welches gefällt Dir besser?

Everytrial:
http://www.everytrail.com/view_trip.php?trip_id=228341

Oder GPSies:
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=cximzedxosszuehj

Irgendwie sind sie ja beide toll und lassen sich zudem auf unserer Homepage integrieren. Jetzt müsste man nur noch die Zeit haben, all die schönen Touren, die wir bislang gefahren sind, nachzubearbeiten. Ach, das wäre schön …

HUK stellt sich quer

Es ist einfach unglaublich. Für die Einreise nach Kaliningrad müssen wir nachweisen, über einen ausreichenden Versicherungsschutz für unsere Motorräder zu verfügen. Bislang musste dazu an der Grenze eine spezielle Versicherung abgeschlossen werden. Da Russland in diesem Jahr dem so genannten Grüne-Versicherungskarten-Abkommen beigetreten ist, ist das nicht mehr nötig – es sei denn, man ist bei der HUK versichert.

Bittet man die HUK höflich um die Übersendung einer entsprechenden Versicherungskarte, erhält man ein Formschreiben zurück, in dem mitgeteilt wird, man müsse „selbst für einen ausreichenden Kfz-Haftpflichtversicherungsschutz sorgen und vor Ort eine Grenzversicherung abschließen“.

Warum? Wir werden im August mit gut 20 Motorrädern in die russische Enklave fahren. Alle Teilnehmer haben zwischenzeitlich von Ihrer Kfz-Versicherung eine grüne Versicherungskarte erhalten, die auch in Russland gilt – nur die Versicherten der HUK nicht. Einfach unglaublich, oder?

Die Gesellschaft macht sich auch keine Mühe, ihre Weigerung nachvollziehbar zu begründen. Weil man der HUK als Kunde aber angeblich wichtig ist, wird immerhin angeboten, die Kosten für die „Grenzversicherung“ zu übernehmen, sofern man diese nachweisen kann.

Wenn wir der HUK als Kunden wirklich wichtig wären, würde man uns diese „Zumutung“ nicht aufbürden.

Wir fahren in ein Land, dessen Sprache wir nicht sprechen und müssen uns vor Ort, an der Grenze, auf möglicherweise komplizierte Kontrollen einstellen. Alles, was an Formalitäten nicht zu erledigen ist, erleichtert die Einreise nach Kaliningrad. Dazu zählt auch der Besitz einer grünen Versicherungskarte.

Die HUK zwingt Ihre Kunden hingegen, sich möglicherweise zeitraubend mit den Grenzern auseinanderzusetzen zu müssen, obwohl dies eigentlich nicht mehr nötig ist. In diesem Zusammenhang: Kann mir mal einer sagen, was „Grenzversicherung“ auf russisch heißt? Und wie die Versicherung bezahlt wird? Brauchen wir dafür Rubel? Die soll man doch erst in Russland tauschen können.

Ich hätte große Lust, meinen Motorrad-Versicherungsvertrag bei der HUK wegen „Schlechtleistung“ sofort zu kündigen – und alle anderen Verträge auch. Jetzt haben wir aber erst einmal die Geschäftsleitung um Stellungnahme gebeten. Vielleicht klappt es ja doch noch mit der grünen Versicherungskarte für Russland/ Kaliningrad von der HUK. Bei allen anderen Versicherungen geht das ja auch. Und „Missverständnisse“ gibt es schließlich überall. Gut, wenn sich diese frühzeitig aufklären lassen …

Ein lukullischer Samstag

TOURBERICHT
Samstag, 30.5.2009 | vhs Main-Taunus

Ich liebe Erdbeeren, vor allem Erdbeerkuchen. Und den gab es mehr als genug, an diesem wunderbaren Samstag, als wir mit einer Motorradgruppe der vhs Main-Taunus ins Gladenbacher Bergland unterwegs waren. Früh morgens um 9 Uhr wollten wir uns an der Raststätte Wetterau an der A 5 treffen; alle – bis auf einen – hatten vollgetankt.

Relativ pünktlich, bereits um kurz nach 9 Uhr, ging es dann los. 20 interessierte Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer wollten mit uns die hügelige Landschaft westlich von Marburg entdecken, so dass wir uns in zwei Gruppen auf den Weg machen konnten. Durch Waldsolms und den Schöffengrund ging es, vorbei an Braunfels, Richtung Leun. Auf der Sonnenterrasse der „Bäckerei Kurt Bölzer“, im Stadtteil Biskirchen, legten wir den ersten Stopp ein. Frischer Erdbeerkuchen war schon hier der Renner.

Weiter ging´s, durchs romantische Biebertal, nach Gladenbach, unterhalb von Marburg. Die Sonne schien und ein kräftiger Wind hatte allen Dunst weggeblasen, so dass wir herrliche Fernblicke über das anmutige Gladenbacher Bergland genießen konnten. Im „Hotel-Restaurant Zum Rosengarten“, am Rande von Gladenbach, legte wir die Mittagspause ein und ließen uns auch hier verwöhnen.

Für einen Abstecher ins Wittgensteiner Land reichte die Zeit nicht mehr, aber sicher werden wir hier nicht das letzte Mal Motorrad gefahren sein. Über die Ausläufer des Westerwaldes ging es dann Richtung Weilburg; zuvor aber mussten wir noch einen Tankstopp einlegen! Herbert hatte keinen Sprit mehr, weil er – anders als alle anderen – am morgen …

Um nicht durch Weilburg fahren zu müssen bogen wir wenig später auf die Lahnbrücke ab und erreichten auf kleinen, kurvenreichen Straßen schließlich Dietenhausen. Hier, im Gasthaus „Zum Iserbachtal“, ließen wir uns am späten Nachmittag noch einmal mit Kaffee und Erdbeerkuchen oder riesigen Stücken an Orangenkuchen beziehungsweise Schwarzwälder Kirschtorte verwöhnen. Wenn es nicht schon so spät gewesen wäre – hier hätten wir noch ein wenig verweilen können …

Vielleicht doch lieber Schwarzwälder statt Eis?

Vielleicht doch lieber Schwarzwälder statt Eis?

Zurück ging´s dann durchs Weiltal, mit einem schnellen Abstecher hinauf auf den Feldberg. Punkt 19 Uhr stand die BMW wieder in der Garage. Jetzt wollen wir mal versuchen, die gefahrene Strecke in google-maps abzubilden. Mal sehen, ob uns das gelingt.

Und am Samstag, den 4. Juli, sind wir noch einmal mit der vhs unterwegs. Dann geht es in den Vogelsberg.

Welche Strecken sind wir gefahren?

Schon lange suche ich nach einer Möglichkeit, die von uns gefahrenen Strecken für Euch alle sichtbar im Internet zu dokumentieren. Die vom GPS aufgezeichneten Tracks kann ich mir in Mapsource – dem Routingprogramm von Garmin anschauen – und vom PC auch in google-earth laden. In meinen Web-Auftritt konnte ich eine solche „Dokumentation“ aber bislang nicht integrieren.

Jetzt habe ich zwei schöne Programme gefunden: Everytrail und GPSies. Damit lassen sich Routen darstellen und teilweise sogar mit Fotos versehen. Ein bisschen ausprobieren konnte ich schon; demnächst wirst Du erste Ergebnisse auf meiner Homepage vorfinden.

Hast Du vielleicht weitere Vorschläge oder Ideen? Möglicherweise gibt es ja noch bessere oder leistungsfähigere Programme, die Du mir empfehlen kannst? Ich bin sehr gespannt.

Tagestour ins Gladenbacher Bergland

Am Samstag starten wir zur ersten vhs-Tagestour in dieser Saison. Ziel ist das weitgehend unbekannte Gladenbacher Bergland nahe Marburg. Gestern habe ich die Teilnehmerliste bekommen: die Tour ist komplett ausgebucht! 20 interessierte Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer haben sich angemeldet, darunter viele, die das erste Mal dabei sein werden. Zwei stehen zudem noch auf der Warteliste.

Dieter wird mich begleiten, so dass wir wieder mit zwei Gruppen unterwegs sein werden. Vom Treffpunkt in der Wetterau geht es auf kleinen kurvenreichen Straßen zunächst immer Richtung Norden. Eigentlich hätten wir gern noch beim „Ersten deutschen Polizeimuseum“ vorbei geschaut, aber das ist nur einmal im Monat geöffnet und natürlich nicht an diesem Samstag.

Zum Abschluss geht es hoch hinauf

TOURBERICHT ARDENNEN
Sonntag, 24.5.2009 | 4. Tag

Noch einmal ist Kultur angesagt, an diesem Sonntagmorgen, unserem (leider schon) letzten Tag in den Ardennen. Wieder steht die Sonne strahlend am blauen Himmel, als wir uns auf den Weg nach Remouchamps machen. Die Tropfsteinhöhle inmitten der Stadt ist unser Ziel.

1200 Meter weiter laufen wir in den Berg hinein. Zwängen uns durch enge Stollen und schmale Gänge, bewundern dabei immer wieder, was die Natur so im Laufe der Jahrtausende an bizarren Felsformationen geschaffen hat. Unablässig klicken die Fotoapparate, wollen doch all die Stalagmiten und Stalatiten im Bild festgehalten werden. Mal sehen, was an Fotos bei dem dämmrigen Licht wirklich was geworden ist …

Mit dem Boot geht es dann zurück zum Ausgangspunkt. Die Strömung des Rubicon treibt uns auf dem unterirdischen Fluss 700 Meter weit durch den Berg. Es schwankt, und knarzt, gelegentlich ist es so dunkel, dass man fast die Orientierung verlieren könnte und doch macht die Bootstour einen riesigen Spaß.

Letztes Ziel und Schlußpunkt unserer Reise ist das „Signal de Botrange“, der mit 694 Meter höchste Punkt der Ardennen – fast! Denn etwas versteckt, im Waldesrand, findet sich ein kleiner Erdhügel, auf den eine steile Treppe hinaufführt. Den hatte einst der belgischen General-Leutnant und General-Gouverneur für die Ostkantone, Baron Herman Baltia, aufschütten lassen. Wer den so genannten „Baltia-Hügel“ erklimmt, steht in 700 Metern Höhe. Doch wurde dieser Versuch, so über die 694 Meter hinaus zu kommen, offiziell nie anerkannt.

Vom Hohen Venn aus treten wir dann die Heimreise an. Die Touren durch die Ardennen waren wieder einmal mehr als beeindruckend. Hier könnten wir ruhig öfter mal Motorrad fahren – wenn das Wetter nicht so unbeständig wäre. Vier Tage Sonnenschein am Stück, wie wir sie genießen konnten, sind leider mehr als ungewöhnlich. Wir hatten (wieder einmal) Glück …

Sieben-Länder-Tour in den Ardennen

TOURBERICHT ARDENNEN
Samstag, 23.5.2009 | 3. Tag

Dass die Belgier eine Radfahrer-Nation sind, ist uns an diesem Samstag wieder mehr als bewusst geworden. Auf dem Weg nach Durbuy kamen sie uns unablässig entgegen: strampelnd, keuchend, zu zweit, allein, in großen Gruppen, beherzt in die Pedale tretend – irgendwo in nächster Umgebung schien es ein kleines Rennen zu geben und wir waren mitten drin. Glücklicherweise fuhren wir entgegengesetzt, so dass uns die „Pedaleure“ nicht weiter störten; wenngleich wir schon beeindruckt waren.

Durbuy nimmt für sich in Anspruch, mit 400 Einwohnern die kleinste Stadt der Welt zu sein; laut Wikipedia gebürt die „Ehre“ hingegen Arnis, zählt man dort, auf der Halbinsel Schlei in Schleswig-Holstein, doch nur 300 Einwohner. Uns ist das völlig egal; wir trinken am Fußufer unseren Kaffee und genießen die herrliche Aussicht.

Speedy lässt es sich nicht nehmen, die Teilnehmer zu einer kleinen, spontanen, persönlichen Stadtführung einzuladen, bei der er viele schöne Fotomotive und einen tollen Blick auf die Burg entdeckt.

Das Mittagessen nehmen wir gemeinsam in einer kleinen Mühle nahe Roche en-Ardenne ein, dann ist Motorradfahren angesagt! Von Belgien geht es nach Luxemburg, von Luxemburg nach Belgien, von Belgien nach Deutschland, von Deutschland nach Belgien, von Belgien nach Luxemburg und von Luxemburg wieder zurück nach Belgien. Sieben Länder in gut zwei Stunden und das auf vorwiegend kleinen Schmugglerpfaden, an denen es nie einen Grenzübergang gab. Toll!

Wieder im Vielsalm angekommen, gönnen wir uns im Garten des Hotels noch ein kleines Bier, bevor es unter die Dusche und dann zum Essen geht. Auch heute Abend wird unsere Geduld wieder auf eine harte Probe gestellt; satt und zufrieden geht es dann aber doch irgendwann ins Bett.