Archiv des Autors: kurvenfieber

Ein toller Auftakt

TOURBERICHT KALININGRAD – LITAUEN – MASUREN
Freitag, 7. August 2009 | 2. Tag

Natürlich sind wir am ersten Fahrtag nicht pünktlich um 9 Uhr weggekommen. Es war gegen halb zehn, als sich die erste Gruppe Richtung Polen auf den Weg machte. Eine halbe Stunde später war die Grenze zum Nachbarland erreicht. Vornehmlich auf kleinen Nebenstraßen fuhren wir immer Richtung Osten. Mancher Weg war kaum autobreit, häufig rumpelten wir in den Dörfern über Kopfsteinpflaster, das die Federwege doch arg strapazierte. Stellenweise wuchs schon ein wenig Gras auf der Fahrbahn – da es aber trocken und sonnig war, ließen sich auch diese Streckenabschnitte gut fahren.

Nach einer idyllischen Mittagspause am See lagen noch gut drei Stunden Fahrzeit vor uns. Auf die eigentlich obligatorische Kaffeepause am Nachmittag verzichteten wir zugunsten eines frühen, kühlen Biers auf der Sonnenterrasse des gebuchten Schloßhotels. Georg war mit seiner Gruppe schon da, Dieter kam etwas später, hatte er doch noch einen Abstecher an die Ostsee unternommen.

Morgen fahren wir nach Elblag, vorbei an der Marienburg, der wir am Sonntag einen ausgiebigen Besuch abstatten wollen. Und am Montag geht’s dann nach Kaliningrad.

Das Abenteuer beginnt

TOURBERICHT KALININGRAD – LITAUEN – MASUREN
Donnerstag, 6. August 2009 | 1. Tag

Um 6 Uhr klingelte der Wecker, um kurz nach 7 Uhr ging es auch schon los. Früh wollte ich mich auf den Weg machen, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Gut 700 Kilometer lagen vor mir. In Angermünde, nahe der Grenze zu Polen, wollten wir uns treffen.

Auf der A5 lief’s völlig staufrei, dann die Entscheidung: weiter über die A7 oder über die A4? Der Bauch sagt A7, das Navi A4 – also rechts ab über Eisenach, Erfurt und Jena und dann auf die A9, vorbei an Leipzig und Halle. Der Verkehr läuft schön flüssig, kein Stau bremst den Drang, das heutige Ziel möglichst schnell zu erreichen.

Kurz nach 16 Uhr bin ich da; bis zum Abendessen sind fast alle Teilnehmer eingetroffen. Zwei würden sich verspäten – gegen 22 Uhr aber war die Gruppe komplett. Morgen fahren wir nach Polen, in zwei Etappen bis Elblag, und dann weiter nach Kaliningrad. Da beginnt dann wohl das Abenteuer.

Jetzt kann es losgehen

Die BMW steht im Transit, daneben die kleine Suzuki DR 350, für den Fall, das wir unterwegs ein Ersatzmotorrad brauchen. Kombi, Stiefel und Helme sind eingepackt. Werkzeug und ein paar Ersatzteile auch. Jetzt muss ich nur noch zusammensuchen, was ich in den nächsten Tagen so anziehen möchte und schon kann´s losgehen.

Morgen früh, spätestens um 8 Uhr, will ich starten, um rechtzeitig in Angermünde zu sein. Dort treffen wir uns, um dann gemeinsam Richtung Masurische Seen beziehunsgweise Kaliningrad und Litauen zu fahren. Das Abenteuer ruft!

Wohl dem, der zwei Koffer am Motorrad hat

Durch den unvorhergesehenen Werkstattaufenthalt habe ich den Termin bei Touratech verpasst. Eigentlich sollte meine G/S rechtzeitig zur Masurenreise mit zwei neuen Koffern ausgestattet sein. Jetzt baumeln statt dessen zwei Ortlieb-Bags links und rechts am Träger. Und ich überlege, wie ich meine Sachen, die ich für den dreitägigen Abstecher nach Kaliningrad und Litauen brauche, am besten darin verstaue.

Vernünftige Innentauschen gibt es nicht. Zwar habe ich bei ebay schnell noch zwei annähernd passende Tragetasche ersteigert – aber ob die rechtzeitig eintreffen werden? Vielleicht wäre eine wasserdichte Gepäckrolle nicht schlecht. Die könnte ich auf den Soziussitz schnallen. Aber wahrscheinlich werde ich daran beim Absteigen hängenbleiben. Eine der Innentaschen von den Hepco & Becker-Koffern, eingepackt in eine große Kunststoffrolle, würde vielleicht auch gehen. Die wäre nicht ganz so hoch wie eine Rolle. Oder soll ich einen Rucksack mitnehmen und …

Auch, was ist es so schön, wenn man zwei große Seitenkoffer am Motorrad hat. Alles in die Innentaschen packen, Koffer zu, fertig! Spätestens im September, wenn es noch einmal in die Pyrenäen geht, werde ich entsprechend ausgestattet sein. Jetzt gilt es zu improvisieren.

Wie ist man eigentlich früher mit dem Motorrad in Urlaub gefahren? Als es weder Alukoffer noch Gepäckrollen, geschweige denn wasserdichte Rucksäcke gab?

Ein Gaskocher wäre nicht schlecht

Vielleicht kaufe ich mir demnächst einen kleinen Gaskocher für unsere Motorradtouren. Unterwegs mal schnell einen Kaffee kochen zu können, das wäre doch nicht schlecht, oder?

So einen Kocher hätten wir schon in diesem Jahr mehrfach gut gebrauchen können: Bei der Reise durch die Ardennen war am Samstagmorgen der neue Kaffeeautomat im Hotel ausgefallen. Wenn wir da einen Gaskocher ausgepackt hätten, wären wir die Könige gewesen. Und beim Endurotraining am vergangenen Wochenende wäre ein „kleiner Schwarzer“ nach dem Essen auch nicht schlecht gewesen. Gleiches gilt für so manches Picknick, das wir des öfteren einlegen.

Für einen Kocher und eine Kaffeekanne müsste im Topcase eigentlich noch Platz sein. Mal sehen, was die Camping- und Outdoor-Ausrüster so im Programm haben.

Das wäre geschafft!

Den ganzen Samstag „Feinarbeit“ an den Routen, die uns durch Masuren, Kaliningrad und Litauen führen werden. Neun Tagesetappen waren zu bearbeiten: von Angermünde nach Krag und dann weiter nach Elblag. Den Tag Aufenthalt wollen wir für einen Besuch der Marienburg und für einen Abstecher an den Oberländischen Kanal nutzen.

Dann gehts über Frombork nach Kaliningrad und Svetlogorsk. Über die Kurische Nehrung erreichen wir tags darauf Litauen; übernachten werden wir in Jurbarkas. Ein Abstecher an die russische Grenze, vermutlich auf vorwiegend unbefestigten Wegen, und ein Ausflug in die alte Königsstadt Kaunas stehen am nächsten Tag auf dem Programm, bevor wir Georg und den Rest der Gruppe an der Masurischen Seenplatte wiedersehen werden.

Tannenberg ist eines der letzten Ziele dieser abwechslungsreichen Reise; das Hotel der vorletzten Etappe steht in einem Vorort von Braunsberg. Dann geht es am Samstag zurück nach Angermünde und am Sonntag wieder nach Hause.

Alle 9 Etappen sind jetzt fein säuberlich im Garmin programmiert, die geplante Route zudem in den entsprechenden Landkarten markiert. Morgen werden wir die Fotoapparate und Videokameras überprüfen und die ganzen Ladegeräte zusammensuchen. Schließlich soll auch diese Tour ordentlich dokumentiert werden. Und dann geht´s auch schon los …

Auftrag erledigt – Anlasser funktioniert

Welch ein beruhigendes Gefühl, auf den Anlasserknopf drücken zu können und zu hören, dass der Motor kurz darauf läuft – ohne Kreischen, Surren oder sonstige merkwürdige Geräusche. Die Reparatur scheint erfolgreich gewesen zu sein, jetzt kann die Reise nach Masuren, Kaliningrad und Litauen starten. Nächsten Donnerstag geht´s los.

Leider musste durch den unvorhergesehenen Ausfall der Termin bei Touratech abgesagt werden. Dort wollte ich mir eigentlich noch in dieser Woche passgenau neue Koffer anbringen lassen. Jetzt werde ich die Reise in den Osten mit wasserdichten „Ortlieb-Bags“ an der G/S antreten. Wird auch irgendwie gehen – und sieht urig aus!

Der Anlasser streikt

Das hat mir gerade noch gefehlt. In gut einer Woche starten wir zu unserer abenteuerlichen Motorradreise nach Masuren, Kaliningrad und Litauen und jetzt streikt der Anlasser – nicht immer, aber immer öfter. Beim Enduro-Training am Wochenende zeichnete sich ab, dass irgendwas nicht stimmt. Beim Druck auf den Anlasser gab dieser manchmal nur leicht kreischende oder wimmernde Laute von sich, drehte aber den Motor nicht durch. Erst beim zweiten oder dritten Versuch lief die BMW wieder.

Zunächst hatte ich auf eine schwache Batterie und damit auf eine „angeschlagene“ Lichtmaschine oder einen Regler getippt, der nicht richtig funktioniert. Dann aber hätte ich beim Starten eigentlich ein Klacken hören müssen. Nachdem der Fehler jedoch auch in der heimischen Garage auftrat, nachdem der alte Boxer 24 Stunden am Ladegerät hing, schied fehlender Strom als Ursache eigentlich aus.

Also Anlasser oder Magnetschalter. Die Werkstatt um die Ecke bestätigte die Diagnose, sah aber keine Möglichkeit zur kurzfristigen Reparatur. Ob die BMW-Niederlassung mir helfen würde? Die ist in der Regel zwei Wochen im Voraus ausgebucht.

Doch oh Wunder, der Werkstattmeister machte mir Hoffnung. Lass die Maschine bei uns stehen. Vielleicht haben wir das schon bis zum Wochenende im Griff. Das wäre toll. Nichts wäre ärgerlicher, als im fernen Russland das Motorrad nicht mehr anzukriegen. Gut, anschieben ginge sicher. Aber das muss ja nicht sein.

Also: Daumen drücken, damit der alte Boxer sich bei unserer bislang spannendsten Tour von seiner besten Seite zeigt.

Toll, was man in zwei Tagen alles lernen kann

Am Nachmittag des zweiten Tages unseres Endurotrainings waren wir alle doch ziemlich platt. Sieben Stunden lang auf losem Untergrund Motorrad fahren, ist reichlich anstrengend.

Früh am Morgen hing noch dichter Nebel an den steilen Moselhängen. Doch schon bald schob sich die Sonne über die Gipfel, so dass wir bereits bei der Anfahrt zum Trainingsgelände auf einen (wiederum) tollen Tag hoffen konnten.

Zunächst frischten wir das am Vortag Gelernte noch einmal auf. So mancher stellte dabei fest: Das hat gestern irgendwie alles besser geklappt. Doch mit den neuen Übungen kamen auch die Erfolgserlebnisse wieder. Zunächst galt es die Grundlagen für einen kleinen Drift zu legen. Dann drehten wir wieder eine Runde über den Parcour und „erfuhren“, dass sich die Spurrillen und matschigen Passagen von mal zu mal besser durchqueren ließen. Gegen Mittag wurde wieder der Grill angeworfen und ordentlich Steaks verdrückt.

Dann kam die „hohe Schule“ des Endurofahrens: Was tun, wenn man hangaufwärts stecken bleibt? Wie bergab richtig bremsen? Und wieviel Mut braucht es, einen kleinen Berg rauf und wieder runter zu fahren? Unter Guidos fachkundiger Anleitung klappte alles wunderbar. Nur ganz selten erwies sich ein Bein als zu kurz oder geriet das Gleichgewicht etwas außer Kontrolle. Passiert ist nichts und der eine oder andere leichte Umfaller gehört zu einem Endurotraining einfach dazu.

Am Nachmittag dann führte uns Guido zu einer „Sektion“ an den Waldesrand, in der wir alles, was wir zuvor gelernt hatten, noch einmal ausgiebig praktizieren konnten: Slalom um eine mächtige Tanne fahren, bergab bremsen, Spurrillen durchqueren …

Nassgeschwitzt aber mächtig stolz beendeten wir das Training. Und belohnten uns mit einem großen Stück Kuchen und einem Pott Kaffee im Gasthof um die Ecke. Schön war´s gewesen; sicher werden wir so ein Enduro-Training auch im nächsten Jahr wieder anbieten. Interesse? Mehr Infos demnächst auf unserer Homepage: www.kurvenfieber.de

Endurotraining in der Eifel

Das war doch wieder mal Klasse! Eigentlich sah der „Acker“, auf dem wir unser Endurotraining absolvieren sollten, ganz harmlos aus. Doch schon der erste Tag sollte es in sich haben.

Freitagnachmittag um vier hatten wir uns in der „Schmause Mühle“ bei Burgen getroffen. Zunächst stand eine kleine Tour auf der Straße auf dem Programm. Gut 80 Kilometer lang ging es auf kleinen kurvenreichen Straßen die engen Moseltàler hinauf und wieder herunter. Kurz nach sechs waren wir zurück im Hotel. Ein leckeres Bierchen auf der Terrasse, dann zum duschen und Abendessen. Der Auftakt war schon mal gelungen.

Am Samstagmorgen dann, nach einem geruhsamen Frühstück, fuhren wir ein Stück die Mosel entlang und dann, bei Müden, den steilen Müllerberg hinauf. Kurz darauf war das „Trainingsgelànde“ erreicht. Guido und Mathilde, von „dirt4fun“ begrüßten uns herzlich – und dann ging es auch schon los.

Der Vormittag stand ganz im Zeichen zahlreicher Grundfahrübungen: Fahren im Stehen und Slalom im Stehen erwiesen sich als äußerst schweisstreibend. Noch fehlte uns die nötige Lockerheit und das Zutrauen, wurde viel zu oft mit Kraft und nicht mit Köpfchen gefahren. Auch die richtige Blickführung erwies sich wieder einmal als hilfreich; je lànger wir fuhren umso besser wurden wir. Guido gab immer wieder Tipps und wies auf kleine Fehler hin; das Ganze machte riesigen Spaß.

Vor dem Mittagessen drehten wir noch eine etwas größere Runde über den Gesamtparcour, mit einer steilen Auf- und Abfaht sowie einer ordentlich verschlammten und mir Spurrillen versehenen Passage. Die hatte es in sich! Als wir zurückkamen, war die Glut des zuvor angeworfenen Schwenkgrills soweit heruntergebrannt, dass wir ordentlich Steaks auf den Rost legen und schon bald darauf essen konnten. Herrlich!

Dann wartete die nächste Herausforderung auf uns: Verschlammte Spurrillen sollten locker und entspannt, mit richtiger Blickführung und dosiertem Dreh am Gas durchfahren werden. Das klappte eigentlich ganz gut, bis eines unsere Motorräder sich eigenwillig seinen eigenen Weg suchte und in der Böschung landete. Das Vorderrad war aus der Spur gerutscht und der Blick unweigerlich hangabwärts gewandert. Da lag die Maschine jetzt – mehr war glücklicherweise nicht passiert. Mit vereinten wurde das Motorrad wieder auf den Weg bugsiert und als der Schreck sich etwas gelegt hatte, konnte es weitergehen. Jetzt sollten wir das Bremsen auf losem Untergrund üben – ob da ein Zusammenhang bestand?

Gegen 17 Uhr war Schluß und wir mit der Kondition auch ziemlich am Ende. Gemütlich ging es wieder Richtung Mosel und dann zum Hotel. Das erste Bier schmeckte köstlich und als wir so entspannt in den Gartenstühlen saßen mochte niemand mehr so recht aufstehen, um vor dem Essen noch zu duschen.

Morgen, am Sonntag, wartet der zweite Teil des Endurotrainings auf uns. Mal sehen, was da so auf uns zukommen wird. Und ob wir noch mal so lecker grillen werden.