Tagesarchiv: 04/09/2017

Vier Stunden zu spät

Das wird ein wunderbarer Tag werden: Sonne satt, blauer Himmel, kleine Pässe ohne Ende und schmale Straßen, die kaum geradeaus führen.

Gleich nach dem Frühstück gehts los: auf uns wartet eine abenteuerliche Schlucht. Der Weg dorthin: ungewiss. Laut Navi erst mal unbefestigt – entsprechend einiger Berichte im Internet dennoch problemlos fahrbar – in der Realität durchweg asphaltiert. Und die Schlucht? Ein Traum!


Wir fahren und fast schwindelig. Es geht bergauf und wieder bergab, links rum, rechts rum, dann in abenteuerlichen Kehren und immer wieder durch eine faszinierende Landschaft. Nach gut eineinhalb Stunden atemberaubender Fahrt wird es Zeit für eine erste Pause. In Pont-en-Royans finden wir ein Hotel am Straßenrand, dessen Bar tatsächlich geöffnet hat.


So langsam schiebt sich die Sonne am alten Kirchturm vorbei, nach den ersten 70 Kilometern Aufmerksamkeit, genießen wir die Idylle.


Weiter gehts Richtung Combe Laval, einer spektakulären Straße, die dem Berg abgetrotzt ist und förmlich an der Felswand hängt. Doch wir kommen vier Stunden zu spät. Seit 8 Uhr ist die Strecke gesperrt. Bis Anfang Oktober sollen die Sicherungsarbeiten dauern. Große Stahltore versperren die Zufahrt, die mit schweren Eisenketten gesichert sind – hier gibt es kein Durchkommen. Schade …


Doch auch die weiteren Schluchten, durch die wir fahren, sind abenteuerlich. Immer wieder laden zudem herrliche Ausblicke zu einem kurzen Fotostopp ein.
Rechtzeitig zum Mittagessen finden wir ein kleines Lokal und begnügen uns mit einer kleinen Vorspeise. Alles sehr lecker, wenngleich Thomas Zweifel zu haben scheint, das Richtige bestellt zu haben …


Die Kaffeepause legen wir in einer kleinen Mühle ein, die Übernachtungen anbietet. Eigentlich ist man hier nicht unbedingt auf nachmittägliche Gäste eingestellt – eine Kanne Kaffee auf der Terasse ist aber für uns drin – und ein paar Kekse gibt es noch dazu.


Während wir die Pause genießen brummt Dieter vorbei, der wenig später ebenfalls eine Möglichkeit zur Kaffeepause findet.

Kurz nach 18 Uhr sind wir wieder im Hotel. Das Feierabendbier schmeckt; war ein toller Tag heute.


Zum krönenden Abschluss gibt es das Abendessen auf der Terrasse – vor spektakulärer Kullisse.


Dass wir dann noch einen Mondaufgang über den Bergen von Rencurel erleben, ist das Tüpfelchen auf dem i. Schön wars, wir freuen uns schon auf morgen …

Auf dem Weg ins Vercors

Diesmal lag der Wetterbericht richtig. Nach einer regenreichen Anfahrt war für den Sonntag nur Sonne versprochen. Und die schob sich, schon am frühen Morgen, über die Berge. Punkt acht Uhr stürmten wir das Frühstücksbüffet und stärkten uns für die vor uns liegenden Kilometer.


Kurz nach 9 Uhr brummten dann die Motoren. Der „Grand Columbier“ war das erste Ziel. Auf kleinen kurvenreichen Straßen – die manchmal noch im Morgennebel lagen – unternahmen wir einen kleinen Schlenker gen Westen und knackten so schon bald die 1.000 Meter-Marke. Auf der Fahrt hinunter ins Tal fand sich sogar eine Bar, die offen hatte und in der Motorradfahrer ausdrücklich willkommen waren.


Über den kurvenreichen „Mont du Chat“ fuhren wir nach Chambery, wo Dieter – mitten im Zentrum, im Schatten der imposanten Kirche und unter alten Bäumen ein nettes Lokal zur Mittagsrast fand. Ein leckerer Teller mit heimischem Käse, etwas Wurst und Schinken – garniert mit ein paar Walnüssen – war da genau das Richtige.


Nach dem Essen galt es erst einmal Chaos zu veranstalten: vorsichtshalber wollten wir tanken, an der Tanke selbst gab es aber nur zwei Zapfsäulen mit Barzahlung und vier mit Karte – die natürlich nicht bei allen funktionierte. Also würden die Motorräder hin und her geschoben, bis alle an der Zapfsäule standen, an der es auch Sprit gab. Derweil wurde die Schlange wartender Autos immer länger …


Auf herrlich kleinen Straßen ging es immer weiter Richtung Süden – durch eine erste atemberaubende Schucht.


Allein die Suche nach einem Café gestaltete sich am Nachmittag schwierig. Also legten wir unterwegs nur eine kleine Pause am Straßenrand ein, um uns wenigsten ein wenig die Füße vertreten zu können. Ich nutze die Gelegenheit, um schon mal ein weites Stück vorauszufahren, versprach doch eine der kleinen „Ds“ spektakuläre Bildmotive.
Ich musste lange fahren, bis ich einen geeigneten Platz finden konnte. Auf einer kleinen Anhöhe passt alles. Links eine Wiese mit alten Bäumen vor hohem Fels. Rechts eine Herde Schafe. Vor mir eine Straße, die sich kurvig ins Tal schlängelte und aus der Richtung, aus der die Moppeds kommen sollten, ein riesiger Berg, der von der Abendsonne beschienen wurde, als Hintergrund – Idylle pur.


Jetzt mussten nur noch die Motorradfahrer kommen – aber sie kamen nicht. Eine kleine Panne hatte für Zeitverzögerung gesorgt, so dass Dieter – der mich viel früher vermutete – ausgerechnet jenen Schlenker über die kleine Straße wegließ – an der ich wartete. So ein Ärger aber auch.

Nach diesem Missverständnis wurde es dann doch etwas später, bis alle im Hotel waren – Hauptsache, es war nichts passiert. Zudem waren die Versuche, die „schwächelnden BMW“ wieder zum Leben zu erwecken (zunächst) erfolgreich. Insofern: alles gut 😉


Morgen wollen wir eine erste kurvenreiche Runde durchs Vercors unternehmen.