Ein kurzer Schreck am frühen Morgen

Die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel, als wir am frühen Freitagmorgen die Rückreise nach Bardonecchia antreten. Mit dem Col d’Agnel haben wir heute einen Pass im Programm, den wir – weil recht weit abgelegen – nur äußerst selten fahren, was eigentlich sehr schade ist.

Die Gruppen von Stefan und Georg sind bereits aufgebrochen, die Endurofahrer stehen an der nächsten Tanke, da tritt – in dem Augenblick, in dem auch ich starten will – ein finster drein blickender Mann auf Franz-Josef zu (der den Begleitbus fährt) und hält ihm fragend einen Ausweis unter die Nase.

Die personifizierte „Guardia di Finanza“ will von uns den Überweisungsbeleg für die beiden Übernachtungen in Cuneo sehen. Gemeinsam gehen wir an die Rezeption, um das „Problem“ zu lösen. Während Gabriella die geforderten Unterlagen heraus sucht, entnehmen wir dem aufgeregten Stimmengewirr Wortfetzen wie „25 Zimmer“, „zwei Nächte“, „Geld wurde überwiesen“, „Getränke hat jeder selber bezahlt“.

Die Finanzpolizei ist es zufrieden und lässt uns fahren – was für ein Schreck am frühen Morgen.

Als erstes steuern wir heute das Maira-Tal an. Statt auf der breiten S 21 gen Norwesten zu fahren, nehmen wir die parallel verlaufende SP XX und erreichen schon bald Höhen von deutlich mehr als 2000 Metern. Wie ein Lindwurm schlängelt sich die schmale Asphalttrasse hoch zum 2447 Meter hohen Vallonetto-Pass; kurz darauf erreichen wir den Einstieg in die „Maira-Stura“.

Die unbefestigte Trasse windet sich durch eine unglaublich beeindruckende Landschaft. Müssten wir nicht abends wieder in Bardonecchia sein, wir hätten alle paar Meter zum Fotographieren anhalten können. Diese Strecke – ist bei einem Prachtwetter wie heute – ein Traum für jeden Endurofahrer.

In Preit gönnen wir uns eine kleine Mittagspause und stärken uns mit einer ordentlichen Portion Spaghetti. Anschließend geht es auf rumpeliger Strecke hoch zum Sampeyre-Pass. Hier, in 2284 Metern Höhe finden wir den Einstieg in das letzte Stück Schotter des Tages: die Varaita. Gut 25 Kilometer rumpeln wir das „Kammsträsschen“ entlang, bis wir wieder Asphalt unter den Rädern haben.

Gut 150 Kilometer Wegstrecke und drei Pässe liegen noch vor uns: der Agnel, die Izoard und der Echelle. Punkt sieben biegen wir auf den Hotelparkplatz ab, um acht gibt’s Essen.

Und während wir uns an unserer Lasagne laben, betreten plötzlich zwei Polizeibeamte – in vollem Ornat – den Gastraum und mustern uns kritisch. Fast jedem fallen da alle Süden des heutigen Tages ein. Doch die Jungs wollen nichts von uns. Sie hatten nur Hunger und eine Pizza bestellt …

Morgen wartet die letzte Tagesetappen auf uns. Vor beim am Lac Cenis und über den Iseran geht es zurück zum Ausgangshotel.

Faszinierende Eindrücke von der Maira-Stura.

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