Zurück nach Olbia – leider

TOURBERICHT SARDINIEN
Donnerstag, 13. Mai 2010 | 7. Tag

Der fünfte Fahrtag auf der Insel und so langsam müssen wir zurück zum Fährhafen. Zum Antesten war das ausreichend, doch der Wunsch vieler Teilnehmer ist jetzt schon klar: hier wollen wir gern noch mal hin.

Vorbei an „Nuoro“, der heimlichen Hauptstadt der Insel, fahren wir Richtung Norden. Die kurvenreiche Straße gewinnt zunehmend an Höhe und windet sich durch Korkeichenwälder und riesige Steinblöcke. Die Szenerie hat etwas mystisches, so dass wir nicht umhin kommen, einen Fotostopp einzulegen.

In Lula gibt es die obligatorische Kaffeepause des vormittags, denn folgen wir dem Höhenzug des „Monte Albo“. Kurvenreich ist die schmale Straße in den Hang trassiert und bietet immer wieder herrliche Ausblicke. Bei „Punta Padiaha“ legen wir eine 180 Grad-Kehrtwende ein und fahren die Strecke „auf der Rückseite“ zurück. Kurz vor „Budduso“ besichtigen wir noch eine der vielen Nuragen, die sich auf Sardinien befinden, bevor wir zum verspäteten Mittagessen in ein nahe gelegenes „Agriturismo“ einfallen. Pasta mit frischen Steinpilzen ist der Renner und so können wir satt und zufrieden die Weiterfahrt antreten.

Bis Olbia wäre es jetzt nicht mehr weit. Aber wir wollen noch in die Messerstadt „Pattada“ und das natürlich nicht auf direktem Weg. Zwei Gebirgszüge und eine gute Stunde später erreichen wir die kleine 800 Meter hoch gelegene Stadt, die berühmt ist für ihre handgeschmiedeten Messer. Wieder stürzen wir uns mutig ins Zentrum und finden so – mehr zufällig den gezielt – eine der vielen Werkstätten.

„Ob wir mal reinschauen dürfen“, fragen wir den Besitzer, der uns wenig später stolz einige seiner selbst gefertigten Messer zeigt. „Was die denn so kosten würden“, wollen wir unverbindlich wissen – und müssen doch ein wenig schlucken, als wir die Antwort hören. Die kleinen Taschenmesser fangen bei 450 Euro an; nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Er brauche allein 13 Stunden für die Klinge, erklärt uns der Meister, dann käme noch der Griff dazu und …. Auf die Stunde gerechnet ist der Lohn nicht allzu hoch. Aber unterm Strich müssen doch mindesten 900 Mark auf den Tisch des Hauses geblättert werden, um mal in der alten Währung zu rechnen. das ist für ein Andenken dann doch ein wenig viel, wenngleich die Messer wunderschön sind.

Gegen 18 Uhr erreichen wir den Fährhafen von „Olbia“, in dem das Schiff von Moby Lines schon liegt. Wenig später dürfen die ersten Motorräder an Bord; diesmal geht alles ganz gesittet zu. Eine halbe Stunde später ist Georg da, der mit seiner Gruppe noch einen Abstecher an die „Costa Smeralda“ unternommen hatte; gegen 20 Uhr trifft auch Dieter ein, der unterwegs noch einen platten Reifen flicken musste.

Das Beziehen der gebuchten Kabinen endet – wie schon auf der Hinfahrt – im Chaos, aber letztlich findet jeder seine Kabine, so dass wir uns schließlich doch allesamt wieder im Heck des Schiffes an der Bar treffen können. Bier und Rotwein fließen reichlich, mitgebrachte Wurst, Käse und so manches Panini machen die Runde bis alle satt und zufrieden sind. Wie eine große Familie hocken fast 30 Motorradfahrer im Kreis und lassen es sich gut gehen. Das ist das schöne an unseren Touren.

Morgen geht´s noch einmal durchs Chinque Terre und dann am Samstag wieder auf den Zug gen Heimat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s