Noch einmal durch die Highlands

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Freitag, 22. Juni 2012 | 9. Tag

Zwei Tage bleiben uns noch – und die wollen wir auskosten. Auf Nebenstrecken geht es am vorletzten Tag unserer Schottlandreise zunächst zur Destillerie von Glen Livet. 40 Minuten lang besichtigen wir die Produktionsanlagen und lassen uns erklären, wie Whisky hergestellt wird und welche Unterschiede es gibt.

Den nächsten Stopp legen wir in Balmoral ein. Die Sommerresidenz der Queen wollen wir zwar nicht besichtigen aber zumindest doch ein Foto vor dem Tor zum Park machen.

Sind wir die ersten beiden Hochtäler am Morgen noch im dichten Nebel gefahren – oder waren es besonders tief hängende Wolken? – lassen Glen Clumie und Glen Shee bei Sonnenschein erahnen, worauf uns die Sicht zuvor durch die „feuchte Luft“ versperrt war.

Am frühen Nachmittag erreiche wir Perth und beschließen während eines Tankstopps auf die Kaffeepause zu verzichten und dafür früher im Hotel zu sein. Harald und Siegfried, die unseren „Begleitbus“ fahren, sind auch schon da, so dass das Gepäck schnell entladen werden und ausreichend Zeit für eine heiße Dusche und ein erstes kaltes Bier bleibt.

Morgen müssen wir zurück nach Newcastle, um mit der Nachtfähre zurück nach IJmuiden zu fahren. Schade, so langsam geht auch dieser Urlaub zu Ende.

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Das Gepäck wird im Begleitbus transportiert. So mancher nimmt da lieber einen richtigen statt zweier Motorradkoffer mit.

Von der West- zur Ostküste

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Donnerstag, 21. Juni 2012 | 8. Tag

Aviemore, unterhalb der Monadhliath Mountains ist das Ziel unserer heutigen Tagesetappe. Wieder gibt es drei Varianten, dorthin zu kommen: Stefan will mit seiner Gruppe am Morgen noch eine Runde über Sky drehen, Georg einen Abstecher nach Applecross unternehmen und Uwe durch den Glen Corron einen weiten Bogen Richtung Loch Ness schlagen.

Die erste Etappe führt uns über einen kleinen Singletrack nach Kylerhea. Von dort fährt eine uralte Drehfähre über die Gleineig Bay nach Gailtair. Die kurze Überfahrt schlägt zwar mit stolzen 7 Pfund zu Buche, subventioniert aber angeblich den Erhalt der historische Fähre.

Kurz darauf legen wir am Eilean Donan Castle einen Fotostopp ein, bevor es in die Highlands geht. Über den Glen Carron weht ein scharfer Wind, so dass die Mittagspause im einzigen Hotel von Achnasheen gerade richtig kommt.

„Bar meals“ sind eine tolle Erfindung in Großbritannien: statt großartig Mittag essen zu müssen, wird an der Bar eine Tagessuppe und/oder ein Sandwich geordert und wenig später ist das Essen da. Schnell, gut, reichlich, lecker und zu vertretbaren Preisen. Erstaunlich auch, welche reichhaltige Auswahl an Wiskeys dort immer angeboten werden …

Kurz vor Inverness ziehen dunkle Wolken auf. Wir entscheiden und, die Regenkombis vorsichtshalber mal anzuziehen – was natürlich völlig unnötig war. Bei dem Versuch, die Strecke ein wenig abzukürzen, verfransen wir und trotz Navi heillos in dem Gewirr an kleinen Straßen und landen schließlich doch am Westufer von Loch Ness.

Hinter Inverness finden wir den Einstieg zum Glen Kyllachy und schrauben uns auf deutlich über 400 Höhenmeter. Kilometerlang schlängelt sich die kleine Straße durch eine einsame Hochebene. Dann erreichen wir Tomatin. Hier steht die einst größte Destillerie Schottlands. Führungen werden nach 16 Uhr nicht mehr angeboten, aber eine kleine DVD dürfen wir uns noch anschauen – und einkaufen natürlich auch.

Eine halbe Stunde später sind wir im Hotel; jetzt haben sich die Regenkombis bewährt, denn auf den letzten 20 Kilometern musste der Himmel noch einmal seine Schleusen öffnen.

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Da lacht das Herz eines jeden Whisky-Freundes. Leider sind solche Köstlichkeiten tagsüber für uns tabu, schmecken dafür abends umso besser.

Hochgebirge fast auf Meeresniveau

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Mittwoch, 20. Juni 2012 | 7. Tag

Was für ein toller Tag! Von Ullapool zur Isle of Skye auf traumhaft schönen Straßen. Drei Varianten haben wir „im Angebot“: Georg fährt relativ direkt, dann aber noch eine große Runde über die Insel Skye. Stefan fährt wie Uwe die Küste entlang, nimmt sich aber Zeit für einen ausgiebigen Besuch des Eilean Donan Castle und Uwe will schauen, was sich am Nachmittag noch von Skye entdecken lässt.

Bei strahlendem Sonnenschein starten wir am Morgen in Ullapool. An den „Falls of Menach“ verlassen wir die Hauptstraße und biegen zur Küste ab. Die nun folgenden Klometer werden wohl die beeindruckendsten der Reise sein. Kurven- und kehrenreiche Abschnitte wechseln sich am mit Straßen, die fantastische Ausblicke aufs Meer bieten. Vegetation und die umliegenden Berge erwecken den Eindruck, mehrere tausend Meter hoch zu sein, dabei ist die Wasseroberfläche oft keine hundert Meter weit entfernt.

Nach einer kurzen Kaffeepause in Garloch geht es weiter durch die „Wester Ross“. Die Landschaft und die Straßen sind einfach ein Traum! Gegen Mittag erreichen wir den Applecross Inn, am Fuße des gleichnamigen Passes. Wir stärken uns – mit Blick aufs Meer – mit einem leckeren Burger, der um Klassen besser ist als die amerikanische Fastfood, die bei uns so angeboten wird.

Dann geht es den Pass hinauf. Auf über 600 Meter schraubt sich die schmale Strasse vom Meeresniveau hinauf und überrascht immer wieder durch eine abenteuerliche Streckenführung. Ein Fotostopp auf dem „Gipfelplateau“, dann geht es zum Hotel, das wir gegen halb vier erreichen.

Wollen wir jetzt noch einen Abstecher nach Skye unternehmen? Abendessen gibt es spätestens bis 20:30 Uhr – das könnte klappen. Die 265 Kilometer, die wir heute schon hinter uns haben, spülen wir mit zwei Tassen Kaffee runter und stärken und so für die gut 200 Kilometer, die wir jetzt noch auf der Isle of Skye fahren wollen. Am Ende des Tages sollen gut 480 Kilometer auf der Uhr stehen.

Gegen halb fünf brechen wir auf und halten uns westwärts. Auf den gut ausgebauten und um diese Uhrzeit nur wenig befahrenen Straßen kommen wir gut voran. Gut 60 Meilen stehen fast immer auf dem Tacho, so dass wir nach gut eineinhalb Stunden etwas mehr als die Hälfte der Wegstrecke zurückgelegt haben.

Das gibt uns Gelegenheit noch einen Abstecher nach Elgol zu unternehmen. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir „unseren Wendepunkt“ oberhalb des kleinen Hafens, machen ein Foto und treten dann die Rückfahrt zum Hotel an. Um 20:15 Uhr sind wir auf dem Parkplatz, um 20:30 Uhr sitzen alle am Tisch – Punktlandung!

Gut zwölf Stunden waren wir heute unterwegs, davon mehr als acht auf dem Motorrad sitzen. Alle, die dabei waren, wollen keine Minute davon vermissen.

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Blick auf die Brücke nach Skye in der Abenddämmerung. Eine Fähre fährt hier schon lange nicht mehr – irgendwie schade.

Auf einsamen Straßen unterwegs

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Dienstag, 19. Juni 2012 | 6. Tag

Der „Schottische Sommer“ hat uns wieder eingeholt. Es nieselt ganz leicht am Morgen, als wir uns auf den Weg Richtung Durness machen. Während Georg mit seiner Gruppe bis ans Meer fahren will, wollen Stefan und Uwe schon ein Tal früher wieder Richtung Süden abzweigen.

Bei Drumrunie biegen wir auf einen Singletrack nach Westen ab. Auf schmaler Trasse geht es durch eine abenteuerliche Landschaft; vorbei an zahlreichen kleinen Seen, hohen Bergen und dem Meer, das sich immer wieder blicken lässt.

In Kyleku legen wir am alten Fähranleger unsere Mittagspause ein und genießen „Seafood“. Bei Laxford Bridge setzen wir den Blinker rechts und fahren am kilometerlangen Loch Shin bis Bonar Bridge. In einem netten Café mit Blick auf einen kleinen Meeresarm machen wir noch einmal Pause und stärken uns mit leckerem Gebäck, bevor es auf schmalen Nebenstraßen Richtung Ullapool geht.

Der imposante Gipfel des Suilven liegt in der Abendsonne vor uns. Wir genießen jeden Kilometer dieses herrlichen Tages. So könnten wir noch stundenlang weiterfahren!

Fast zeitgleich erreichen alle drei Gruppen Ullapool. Schnell noch volltanken, dann sind wir im Hotel. Morgen wird es zur Isle of Sky gehen.

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Loch Broom in der Abenddämmerung. Dieser tolle Ausblick bot sich jeden Abend direkt vor unserem Hotel. Wir haben ihn genossen.

Von Glen Coe nach Loch Ness

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Montag, 18. Juni 2012 | 5. Tag

Es geht weiter Richtung Norden. Bei herrlichstem Sonnenschein brechen wir am Montag auf, um über den „Pass of Brander“ zunächst zum „Glen of Orchy“ zu fahren. Das wildromantische Tal, das einem Flusslauf folgt, begeistert uns schon auf den ersten Kilometern.

Dann biegen wir ab auf die A 82, um über den „Glen Coe“ wieder Richtung Meer zu fahren. Die Landschaft hier ist einfach gigantisch! Wieder im Tal angekommen, nehmen wir noch „Loch Leven“ mit und legen auf halber Strecke, in Kinlochleven, unsere Kaffeepause ein.

Baumfällarbeiten kurz vor Fort William bremsen uns ein wenig aus, so dass wir den Fotostopp an Neptuns Staircase, der Schleusentreppe am Caledonischen Kanal, gleich zur Mittagspause nutzen. Am frühen Nachmittag erreichen wir Loch Ness und wählen die schmale, rechtsseitige Uferstraße.

Im „Dores Inn“ genießen wir einen Kaffeestopp mit unverbaumten Blick auf den sagenumwobenen See. Gigantisch! Dann geht es mitten durch Inverness nach Ullapool, unserem heutigen Ziel. Die gut ausgebaute Straße, die durch den Gebirgszug des „Easter Ross“ führt, haben wir fast für uns alleine und genießen die Fahrt in vollen Zügen.

Kurz vor 18 Uhr ist das Hotel erreicht; ein Hafenspaziergang bei untergehender Sonne ist der krönende Abschluss des heutigen Tages. Morgen wollen wir ganz hoch in den Norden.

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Ein fantastischer Blick auf Loch Ness bietet sich von der Nordspitze aus. Der sagenumwobenen See hat auch uns (wieder einmal) begeistert.

Sonnenschein in Ardnamurchan

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Sonntag, 17. Juni 2012 | 4. Tag

Zwei Touren stehen heute – bei bestem Wetter – auf dem Programm: Georg wird mit einer kleinen Gruppe die Halbinsel Kintyre umrunden und dabei auch die „Atlantikbrücke“ queren, während sich Stefan und Uwe auf den Weg zum westlichsten Punkt des schottischen Festlands machen – zum Leuchtturm von Ardnamurchan. Diese Strecke besteht aus besonders vielen kleinen Singletracks.

Auf der A 828 geht es zunächst in Richtung Norden. In Inchree queren wir „Loch Linnhe“ auf einer kleinen Fähre und erreichen Coran. Der kurz darauf folgende Singletrack auf der B 8041 ist abenteuerlich und führt über weite Strecken direkt am Meer entlang – oder mitten durch Schafherden.

Nach einem kurzen Kaffeestopp in Strontian geht es weiter, immer Richtung Westen. Bei Salen zweigen wir auf den Singletrack zur Fähre nach Tobermory, der uns auch zum Leuchtturm führt. Gut 50 Kilometer fahren wir weitestgehend allein durch eine wilde und immer wieder aufs Neue beeindruckende Landschaft.

Gegen Mittag erreichen wir unser Etappenziel bei strahlendem Sonnenschein, trinken Kaffee, essen eine Kleinigkeit, machen Fotos und genießen das herrliche Wetter.

Zurück geht es über Glenfinnan. An der Bucht von Loch Shiel erinnert ein Denkmal an die vergeblichen „Befreiungskämpfe“ der Schotten. Nach einem kurzen Foto- und Kaffeestopp geht es weiter Richtung Fort William. Ben Nevis, der höchste Berg in Schottland, taucht vor uns auf und hüllt seinen Gipfel, wie so oft, in dichte Wolken. Noch eine gute Stunde Fahrt und wir sind wieder im Hotel.

Schon zum zweiten Mal an diesem Tag treffen beide Gruppen aufeinander und fahren gemeinsam hintereinander her: 17 Motorräder, wie an der Perlenkette aufgereiht – und das über viele kurvenreiche Kilometer.

Im Hotel angekommen erwartet und heute etwas ganz Besonderes: ein siebengängiges schottisches Abendessen mit so Leckereien wie „Smoked Salmon“. „Haggis with parsnip and a Drambuie Sauce“ oder „Apple wood smoked Cheddar“. Kaffee und Minzplätzen gibt es im Anschluss im Salon, in dem ein offenes Feuer im Kamin brennt. Und draußen versinkt die Sonne über dem Loch Elive.

Ein toller Tag geht zu Ende und wir freuen uns auf das, was uns noch erwartet. Morgen fahren wir nach Ullapool, den nördlichsten Punkt unserer Reise.

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Der Leuchtturm von Ardnamurchan markiert den westlichsten Punkt des schottischen Festlandes. Wir waren dort bei strahlendem Sonnenschein.

Im Norden ist das Wetter besser

TOURBERICHT SCHOTTLAND
Samstag, 16. Juni 2012 | 3. Tag

Es regnet – immer noch oder schon wieder? Der Stimmung tut das keinen Abbruch. Siegfried behauptet, im Norden sei das Wetter besser. Hinter Glasgow wäre es trocken. Und genau da wollen wir hin.

Um 9 Uhr nieselt es nur noch. Das fängt doch schon mal gut an. Gestärkt mit einem leckeren „full scotish breakfast“ hangeln wir uns auf kleinen Straßen zwischen Glasgow und Edinburgh Richtung Falkirk. Pünktlich nach gut eineinhalb Stunden Fahrt finden wir einen netten Coffeeshop. Dann geht es westlich von Stirling durch die „Fintry Hills“ zu den Trossachs.

Wir sind im selbsternannten Herzen von Schottland. Ein kleiner Fluss windet sich links der Straße, die bis in die Gipfel grünen Berge hüllen sich in dichte Wolken. Knorrige, vom Wind verbogenen Bäume stehen am Wegesrand, überall weiden Schafe. Das vermeintlich schlechte Wetter verbreitet eine ganz einzigartige, mystische Stimmung. So lange es weiterhin nur nieselt, ist es auszuhalten.

Bald darauf erreichen wir den Duke Pass inmitten der Trossachs. Vorbei am „Loch Katrine“ geht es durch den „Queen Elisabeth Forest Park“. Kurz vor dem „Pass of Leny“ finden wir ein nettes Inn, in dem wir uns mit der „Soup of the day“ und Sandwiches stärken.

Obwohl wir Glasgow längst hinter uns gelassen haben, nieselt es immer wieder ein wenig. Gut 120 Kilometer sind es noch bis zum Hotel. Wenn wir jetzt durchfahren, wären wir um 16 Uhr im Warmen und Trockenen. Wollen wir das?

Ein Wohnmobil, dass auf der A 84 den Verkehr behindert, lässt uns spontan auf einen abenteuerlichen Singletrack nach Balguhidder abzweigen. Wenig später lassen wir und vom Hinweis auf die „Southside of Loch Earn“ zu einem weiteren Umweg verleiten. Am Ufer des Sees stehen reihenweise Schotten bis zum Bauchnabel im Wasser und angeln. Am Ufer sind Zelte aufgebaut, so mancher scheint hier sein Wochenende verbringen zu wollen. Mit dem gleichen Unverständnis, wie wir diesem munteren Treiben zuschauen, fragen sich die Schotten wahrscheinlich, wie man bei diesem Wetter Motorrad fahren kann?

Die Kaffeepause legen wir an den Klippen von Killin ein. Den Rückweg wollen wir über den parallel verlaufenden Singletrack einschlagen. „Road closed“ steht am Abzweig. Befahren verboten heißt das nicht. Also fahren wir erst einmal durch ein wildromantisches Tal. Kilometer lang ist kein Grund ersichtlich, warum man hier nicht lang fahren sollte. Dann nähern wir uns der Brücke, die über den Fluss führt und fürchten, hier vielleicht zu scheitern. Richtig: die Durchfahrt ist wegen Bauarbeiten gesperrt; weil aber Wochenende ist, können wir trotzdem passieren.

Den Glen Lochs haben wir jetzt ganz für uns alleine. Zügig durchqueren wir das eindrucksvolle Tal und sind kurz nach sechs im Hotel. Ein toller Tag neigt sich dem Ende zu – trotz oder gerade wegen des Wetters.

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Gestärkt mit einem „full scotish breakfast“ macht uns der leichte Nieselregen gar nichts mehr aus.

Der Regen kann uns nicht schrecken

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Freitag, 15. Juni 2012 | 2. Tag

Es kam wie vorhergesagt: Regen in Newcastle. Schon auf dem Schiff ziehen wir die Regenkombis an; draußen regnet es „junge Hunde“. Trotzdem müssen wir bei der Ausfahrt vom Fährgelände die Ausweise vorzeigen, mancher auch seinen Integralhelm abnehmen. Wovor haben die Briten Angst?

Es dauert ein wenig, bis alle aus unserer Gruppe die Parkbucht vor dem ersten Kreisel erreichen; so lange stehen wir im Nassen und hoffen, dass das schlechte Wetter nicht den ganzen Tag anhält. Dann geht es endlich los: zunächst auf die A1 Richtung Morpeth.

Nachdem wir nun schon das siebte Mal in Großbritannien sind, haben wir uns recht schnell an den Linksverkehr und die vielen Kreisel gewöhnt. Auf Nebenwegen erreichen wir Belsay und damit die A 696. Die führt direkt in „The Cheviot Hills“ und damit zu „Carter Bar“, einem großen Stein, der die Grenze zu Schottland markiert. Hier haben wir vor zehn Jahren, auf unserer ersten Schottlandreise, ein schönes Erinnerungsfoto geschossen.

Eigentlich wollten wir ja den direkten Weg zum Hotel nehmen. Da der Regen aber deutlich nachgelassen hat, und es jetzt eigentlich nur noch nieselt, beschließen wir kurzerhand, doch einen Umweg entlang des Kielder Stausees zu fahren. Statt auf breiten, vielbefahrenen Straßen sind wir so auf kurvenreichen Nebenwegen unterwegs.

Zunächst folgen wir über viele Kilometer – oder besser gesagt: Meilen – dem weitestgehend unsichtbaren Hadrianswall. In Bellingham finden wir einen netten Pub zur Mittagsrast. Weil wir so verfroren aussehen, wird für uns umgehend der Kamin angeworfen.

Chili con Carne ist der Renner bei der Essensbestellung; und weil die Vorräte scheinbar nicht ausreichen, steht plötzlich eine Nachbarin mit einer großen Schüssel an Nachschub an der Bar. Die war wohl kurzfristig zur Unterstützung angefordert worden.

Auf herrlich kleinen Straßen geht es anschließend Richtung schottische Grenze, an der natürlich ein Erinnerungsfoto gemacht werden muss. Wir queren die Borders und erreichen auf Nebenwegen Hawick. Für eine Kaffeepause ist es eigentlich noch zu früh. Also fahren wir weiter, über einen eindrucksvollen singletrack nach Mountbenger. Die schmale und kurvenreiche Straße verläuft in einem herrlich grünen Talgrund; die Gipfel der Berge sind in dichte Wolken gehüllt. Manchmal ziehen Nebelschwaden über die Straße, an deren Rändern viele Schaafe weiden. Einsam ist es hier, kilometerlang treffen wir auf keine Menschenseele.

Mit der Folge, dass sich auch keine Möglichkeit zur Einkehr findet: Das erste Inn, an dem wir vorbeikommen, steht zum Verkauf, das zweite wird gerade renoviert, das dritte ist im Verfall begriffen. Also: weiterfahren.

Oberhalb des Talle-Reservoires reißt der Himmel plötzlich auf und zaubert eine mystische Stimmung zwischen See und den Bergen. Das muss im Foto festgehalten werden!

Bald darauf haben wir das Tinto-Hotel nahe Biggar erreicht. Im Zimmer steht der übliche Wasserkocher mit Tee und Kakao im Beutel, die Heizung funktioniert, das Badewasser ist schnell eingelassen. Im heißen Wasser liegend war der Tag rückblickend gar nicht so schlecht. Geflucht haben nur die, die zu wenig anhatten und gefroren haben oder Jene, deren Regenkombi nicht dicht war. Aber auch das war abends an der Bar schon wieder vergessen.

Morgen geht es weiter nach Oban. Dort haben wir einen Tag Aufenthalt.

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An der Grenze zu Schottland hörte es auf zu regnen. Genauso hatten wir uns das gewünscht. (Von nun an sollte es nur noch nieseln).

Auf nach IJmuiden

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Donnerstag, 14. Juni 2012 | 1. Tag

Schottland ist das Ziel unserer nächsten Reise. Am Donnerstagnachmittag wollen wir von IJmuiden nach Newcastle fahren. Eine halbe Stunde später als geplant, aber immer noch gut in der Zeit, mache ich mich auf die Reise. Über die A3 geht’s immer Richtung Norden.

Im Westerwald angekommen, lege ich einen kurzen Stopp ein, um noch einen Pullover anzuziehen und die Handschuhe zu wechseln. Es bleibt zunächst doch reichlich frisch. Nahe Emmerich lädt ein sonnendurchfluteter Parkplatz rechts der Autobahn zu einer kurzen Mittagsrast. Kaum ist die Thermoskanne gelehrt, rauschen Charly und Hans-Jürgen vorbei und greifen beherzt in die Bremsen, um mich zum Mitfahren aufzufordern.

Zu dritt rollen wir nun gen Holland und stehen kurz nach der Grenze erst einmal im Stau. Glücklicherweise findet sich schnell eine Abfahrt, so dass wir auf Landstraßen unser Glück finden: die. Provinz Uetrecht überrascht und mit wunderschönen, kilometerlangen Alleen und hübschen Ortsdurchfahrten. Vielleicht sollten wir im nächsten Jahr mal eine Motorradtour durch die Niederlande planen?

Kurz vor drei erreichen wir den Fährhafen. Die ersten haben schon eingecheckt, nach und nach treffen alle Übrigen ein. Das Hallo und die Wiedersehensfreude ist groß!

Kurz nach vier bricht allgemeine Hektik aus: die ersten Maschinen dürfen an Bord. Nach und nach füllt sich der Schiffsrumpf mit unzähligen Motorrädern. Jetzt alles ordentlich verzurren, dann ab in die Kabine zum duschen und hoch auf die skybar zum
Sonne tanken.

Da wir erst um 20:45 Uhr zu Abend essen können, genießen wir stundenlang die „kleine Kreuzfahrt“ gen England. Wieder einmal spielt das Wetter mit; wir sitzen bei herrlichstem
Sonnenschein an Deck und freuen uns auf ein leckeres Buffett, dass unseren Erwartungen mehr als entspricht. Der Auftakt unserer Schottlandreise ist gelungen.

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Treffpunkt Fährhafen in IJmuiden. Bei strahlendem Sonnenschein geht’s aufs Schiff und dann übers Meer nach Großbritannien.

Alle Strecken zum Nachvollziehen

Die Motorradtouren in Südtirol haben wieder einmal riesig viel Spaß gemacht. Tolle Landschaft, herrliche Strecken – die wir vor dem Feiertag fast ganz für uns alleine hatten – überwiegend gutes Wetter, nette Teilnehmer, ein schönes Hotel und leckeres Essen; was wollen wir mehr?

Wo wir überall herumgefahren sind, kannst Du jetzt auf unserer GPSies-Seite nachverfolgen. Da haben wir die Tracks von allen Tourguides hochgeladen. Hier ist der entsprechende Link:

http://www.gpsies.com/mapUser.do?username=kurvenfieber