Croeso i Gymru – Willkommen in Wales

Noch ist es nicht soweit. Erst morgen Abend – am Freitag – fahren wir von Rotterdam nach Hull, um in zwei Tagesetappen den Südosten von Wales zu erreichen.

Die Koffer sind gepackt, die Routen programmiert, das Motorrad ist startklar. Am Nachmittag hat Harald den Begleitbus geholt, in dem – während unserer Reise – das Gepäck der Teilnehmer von einem Hotel zum nächsten gefahren wird. Nun kann es los gehen.

Jetzt muss ich morgen früh nur noch irgendwie aus der Garage kommen. Vor dem Haus ist die Straße aufgerissen; neue Randsteine für den Bürgersteig wurden gesetzt. Und so klaffen vor der Ausfahrt riesige Löcher. Aber ich fahre ja eine G/S. Zur Not müssen die Bauarbeiter mit anpacken …

Es fehlte nur ein wenig Strom

Manchmal ist es wirklich zum verrückt werden! Seit Tagen plane ich die Etappen für unsere Reise nach Wales. Wieder einmal wollen wir vorwiegend auf kleinen Nebenstraßen unterwegs sein. Dank Garmin und Mapsource lassen sich nun auch Routen über Wege planen, die wir im realen Verkehr lange suchen müssten.

Alles schien perfekt – dann aber ließen sich die Daten nicht vollständig aufs Navi übertragen! Klar, es dauert ein wenig, bis gut 300 MB an Kartenmaterial vom Rechner auf auf den Garmin geschaufelt sind. Doch jedesmal, kurz bevor die Übertragung abgeschlossen war, gab es ein „Kommunikationsproblem“. So stand es zumindest auf dem Display. Was bedeutete, dass keine Feindaten auf dem 276C zu finden waren. Also nix mit nach Navi fahren – und das fünf Tage vor dem Tourstart!

Mehrfache Versuche brachten immer das gleiche Ergebnis: „Kommunikationsproblem“ – keine Datenübertragung möglich. So kann man auch einen Sonntagnachmittag verschwenden und sich dabei ein Loch in den Bauch ärgern.

Wieder einmal war Dieter mein Retter. „Wenn Du Deinen 276C ans Netz anschließt und dann die Feindaten überträgst, müsste es klappen“, meinte er. Die Fehlermeldung hätte ihre Ursache in Spannungsverlusten, die bei langen Übertragungen schon mal vorkommen könnten.

Gesagt getan – und was soll ich sagen: Alle Karten, Wegpunkte und Routen wurden übertragen; sofort, im ersten Anlauf. Klasse! Wir hätten zwar auch nach Karte fahren können, aber so ist es doch viel angenehmer. Danke schön!

Heimfahrt mit Hindernissen

TOURBERICHT BREISGAU
Sonntag, 6. Mai 2010 | 4. Tag

Aufbruchsstimmung morgens um 9 Uhr. Die Motorräder sind gepackt, so langsam geht es zurück nach Hause. Immer noch scheint die Sonne, erst für den Abend sind Gewitter angekündigt. Gut 150 Kilometer wollen wir heute noch gemeinsam unterwegs sein, bis zum Mittagessen, nahe Forbach.

Breite Bundesstraßen und schmale Wege durch den Wald wechseln sich ab, kurvenreich geht es immer Richtung Norden. Im „Schwarzwald-Idyll“ treffen wir uns zur Kaffeepause und müssen den ersten Service-Stopp einlegen. Die Kette an der Triumph muss gespannt werden – BMW-Fahrer müssen dazu mit ihrem Werkzeug aushelfen …

Auf der Schwarzwaldhochstraße sind wir im Anschluss immer nur ganz kurz unterwegs; wir fahren lieber durch die idyllisch gelegenen Seitentäler, die mehr Fahrspaß, vor allem aber viel weniger Verkehr bieten. Kurz vor Mittag wollen wir, von Sasbachwalden kommend, ein kurzes Stück auf der B 500 fahren – doch die ist wegen eines schweren Unfalls voll gesperrt. Also müssen wir einen zeitraubenden Umweg in Kauf nehmen, um das „Hotel am Wasserfall“ zu erreichen, in dem wir unseren Besuch bereits angekündigt haben. Mit gut einer Stunde Verspätung treffen wir dort ein.

Noch einmal essen wir zusammen Mittag, dann heißt es Abschied nehmen. Aber nur für kurze Zeit: Dagmar und Klaus sehen wir in Wales wieder, Lutz, Dietrich, Ralf, Helmut sowie Thomas und Inge im Fichtelgebirge, den einen oder die andere beim Sommerfest – kurzum, wir werden auch in diesem Jahr viele schöne gemeinsame Motorradtouren fahren. Darauf freuen wir uns schon heute.

So viele Motorradfahrer

TOURBERICHT BREISGAU
Samstag, 5. Juni 2010 | 3. Tag

Dass der Schwarzwald eines der beliebtesten Ziele für Motorradfahrer ist, war uns schon lange klar. Dass so viele Motorradfahrer aber im Schwarzwald unterwegs sind, war uns neu – obwohl wir schon mehrfach über die Feiertage im Süden der Republik unterwegs waren.

Über Sankt Märgen und Kirchzarten ging es heute morgen nach Todtnau. Viel breite, kurvige Straße, auf der wir uns munter einschwingen konnten. Bei Schönenberg dann ein herrlicher Abzeig auf einem gerademal Handtuch breiten Weg durch den Wald. In Sehringen gönnten wir uns im Anschluss ein schönes Kaffeepäuschen unter schattigen Bäumen.

Weil Dietmar so langsam Sprit brauchte, verkürzten wir die Tour um eine Schleife und fuhren direkt nach Hausen. Da sollte es laut Navi eine Tanke geben – früher Mal, heute nicht mehr. „Für 30 Kilometer reichts bestimmt noch“, meinte Dietmar; also erstmal lecker Mittag essen im alten Wildhüterhaus in Gersbach.

Dann, anders als geplant, nach Todtmoos. Doch auch Plan B funktioniert nicht richtig. Vor uns balgt sich schon eine gut 40-köpfige Motorradgruppe aus Trier um die drei vorhandenen Zapfsäulen. Also weiter nach Sankt Blasien, wo wir endlich tanken können. Bei so manchen waren da nur noch 3 Liter Sprit im Tank ….

Leider waren wir nun weit von der eigentlich geplanten Route abgekommen. Also musste ein wenig improvisiert werden: zunächst Richtung Schluchsee und dann – entgegengesetzt zum ursprünglichen Plan – immer Richtung Süden. Durch ein schluchtartiges Tag ging es wieder Richtung Norden nach Bendorf, um anchließend in Sägmühle eine kleine Kaffeepause mit Rhabarberkuchen, Himbeerrorte oder Eisbecher einzulegen.

Auf Nebenwegen erreichten wi schließlich unser Hotel; Punkt 18 Uhr waren wir da und konnten das obligatorische Feierabendbier auf der Terrasse genießen – natürlich bei strahlendem Sonnenschein

So wie wir waren heute auch viele andere Motorradfahrer unterwegs; wenngleich die Motorraddichte heute deutlich geringer als am gestrigen „Brückentag“ war. Morgen geht es leider schon wieder Richtung Heimat. Bis dahin liegen aber noch 150 kurvenreiche Kilometer vor uns.

Ein Tag voller Sonnenschein

TOURBERICHT BREISGAU
Freitag, 4. Juni 2010 | 2. Tag

So hatten wir uns das gewünscht: morgens schon mit Sonnenschein und strahlend blauem Himmel aufstehen, ein Frühstück mit leckerem Schwarzwàlder Schinken genießen und dann gut 320 Kilometer Motorrad fahren – einfach herrlich!

Kurz nach 9 Uhr liefen die Motoren. Durchs Hexenloch ging’s Richtung Furtwangen, dann auf zahlreichen Neben- und Umwegen nach Niedereschach. Eigentlich war für den Vormittag keine Kaffeepause geplant – weil wir um Punkt halb zwölf bei „Touratechs“ sein sollten -, aber eine knappe halbe Stunde konnten wir rausfahren, so dass es für den entsprechenden Stopp doch noch reichte.

In Niedereschach ließen wir uns dann ausführlich zeigen, wie Navi-Halterungen und Koffer produziert werden. Das war hoch interessant! Zu sehen, wie ein Laser aus einem großen Stück Alu die entsprechenden Komponenten scheidet – Wahnsinn!

Nach dem Mittagessen hatten wir dann noch gut 200 Kilometer vor der Brust. Das Belchen und die alte Bergrennstrecke „Schauinsland“ waren unsere Ziele, die wir vornehlich auf kurvenreichen Nebenstrecken erreichen wollten. Vorbei am Schluchsee ging es Richtung Bernau, wo wir uns in einem der vielen Gasthöfe namens Rössel bei leckerem Himbeerkuchen stärkten.

Gegen 18 Uhr waren wir dann nahe Schauinsland. Irre, was da abgeht! Jede Menge Knieschleifer rasen in atemberaubenden Schräglagen, allein oder im Pulk, die kurvenreiche Bergstrecke rauf und runter. Wie die Gestörten und ohne Rücksicht auf Verluste. Hier einigermaßen normal Motorrad fahren zu wollen ist fast unmöglich und macht zumindest am Freitagabend überhaupt keinen Spaß.

Schnell weg und auf Nebenstraßen zum Hotel. Über Sankt Märgen oder Wagenstein? Im Navi ist die Option „kürzeste Srecke“ (und nicht schnellste gewählt) und so fahren wir noch einen, bis dahin unbekannten schmalen Wald-und Wiesenweg nach Erlenbach.

Gut 320 Kilometer stehen kurz nach 19 Uhr auf dem Tacho; das Feierabendbier auf der Terrasse haben wir uns heute redlich verdient. Und das leckere Abendessen auch.

—–

Übrigens: Bei der Reise nach Wales Mitte Juni ist kurzfristig ein Einzelzimmer frei geworden. Nur, falls jemand Zeit und Lust haben sollte …

Versöhnlicher Abschluss

TOURBERICHT BREISGAU
Donnerstag, 3. Juni 2010 | 1. Tag

Eigentlich war uns doch Sonne versprochen. Doch je näher der Schwarzwald rückte, umso dunkler wurden die Wolken am Himmel. Und es wurde kalt. Mit jedem Höhenmeter, den es bergan ging, sank die Temperatur. 12 Grad zeigte das Bordthermometer schließlich nahe Elzach – Zeit, das Innenfutter langsam wieder einzutippen.

Nicht alle Teilnehmer kamen wirklich trocken in „Neuhäusle“ an. Je nachdem, welche Route gewählt und zu welchem Zeitpunkt jeder Einzelne unterwegs war, tröpfelte es nur leicht vom Himmel oder es regnete richtig ordentlich.

Gleichwohl standen Punkt 16 Uhr zehn Unerschrockene vor dem Hotel, um zur versprochenen Nachmittagstour zu starten. Anfangs sah es so aus, als ob das keine wirklich gute Idee sein sollte. Es schien, als ob sich Fürchterliches über uns zusammenbrauen würde. Doch weit gefehlt! Kaum hatten wir Sankt Märgen erreicht, riss der Himmel auf und erste Sonnenstrahlen stimmten uns hoffnungsvoll.

Es ging den Kandel hinauf und damit auf über 1200 Meter! Hier oben war es reichlich frisch – aber trocken! Hinter Gutach schlängelte sich ein kleines, schmales Sträßchen Richtung Sexau. Auf dem Rückweg unternahmen wir noch einen Abstecher durchs Glottertal, bevor wir nach gut 90 Kilometern Fahrstrecke wieder im Hotel ankamen.

Nach einer schönen Dusche gab es ein leckeres Abendessen – während draußen tatsächlich die Sonne schien! Das wird morgen hoffentlich auch der Fall sein. Da wollen wir zunächst Touratech einen Besuch abstatten und dann Richtung „Schauinsland“ fahren. Aktuelle Infos dazu findest Du tagsüber auf unserem Twitter-Account

Vielversprechendes Kartenmaterial

Am Wochenende war ich mal wieder in der Buchhandlung, um nach aktuellen Karten für unsere Motorradtouren zu suchen. Gefunden habe ich unter anderem Istrien im Maßstab 1:100.000.

Viele schöne kleine, weiße Linien lassen auf ungestörte Touren im Hinterland hoffen; noch interessanter scheinen die zahlreichen durchgezogenen schmale Striche zu sein. Da ist wohl wirklich jeder Weg festgehalten. Nur ob die alle asphaltiert sind, dass weiß ich nicht.

Wird sich vor Ort herausstellen. Wir sind ja mit drei Gruppen und zahlreichen GS-Fahrern unterwegs …

Vertrauen auf den Wetterbericht?

Gerade habe ich mir mal die langfristige Wetterprognose für die nächsten Tage angeschaut. Schließlich wollen wir über den Feiertag ins Breisgau fahren.

Am Mittwoch, den 2. Juni, soll es rund um Freiburg ordentlich regnen und auch für Montag, den 7. Juni, sind wieder Schauer angekündigt. Aber von Donnerstag bis Sonntag wird die Sonne scheinen – behauptet zumindest „Fizz Weather“ in seiner 15-Tage-Vorhersage. Und genau an diesen Tagen sind wir im Süden Deutschlands unterwegs.

Unter anderem ist ein Besuch bei Touratech geplant; da wollen wir mal einen Blick hinter die Kulissen – sprich auf die Fertigungsanlagen – werfen. Ansonsten stehen viele schöne, kurvenreiche Touren auf dem Programm, die hoffentlich alle mit einem leckeren Feierabendbier auf der sonnendurchfluteten Terrasse unseres Hotels enden werden …

Pech mit dem Frühstück

TOURBERICHT SARDINIEN
Sonntag, 16. Mai 2010 | 10. Tag

Es ist halb sechs und wir stehen schon kurz vor dem Bahnhof in Neu-Isenburg. Susanne ist am Telefon – reichlich verzweifelt. Wie immer wenn wir mit dem Autoreisezug zurückkommen, wollte uns meine Schwester mit frischem Kaffee und leckeren, von Mutter gebackenen Kuchen „überraschen“. Jetzt aber ist die A3 gesperrt und die nicht ausgeschilderte Umleitung führt ins Nirwana. Zudem spinnt das Navi und empfiehlt eine Route ans falsche Ende der Bahnhofstraße.

Um kurz vor sechs hält der Zug am Bahnsteig und noch immer ist von Susanne und Mama nichts zu sehen. So ein Ärger! Heute käme der Frühstückskaffee zum richtigen Zeitpunkt, müssen wir doch noch auf die Motorräder warten. Ich kann mit meiner armen Schwester nachfühlen. Da macht man sich solche Mühe und dann streikt die Technik!

Um halb sieben sind die Motorräder abgeladen und die ersten Teilnehmer machen sich auf den Heimweg. Jetzt noch mal um eine halbe Stunde Geduld bitten? Keine gute Idee, oder? Die meisten wollen nach Hause und das ist verständlich.

Nur noch Dieter, Charly und Ingrid sind da, als unsere „Caterer“ mit reichlich Ärger im Bauch kurz vor sieben im Bahnhof Neu-Isenburg eintreffen. Klar, dass wir jeder noch zwei Tassen Kaffee trinken und auch zwei Stücke Kuchen essen – und das nicht nur aus Höflichkeit, sondern weil’s schmeckt.

Beim nächsten Mal klappt´s wieder, haben die beiden doch auf der Rückfahrt einen narrensicheren Weg nach Neu-Isenburg gefunden. Uns bleiben angenehme Erinnerungen an einen kurvenreichen Urlaub auf Sardinien, den wir in den nächsten Jahren sicher wiederholen werden.

Tracks und Bilder werden wir in der nächsten Woche ins Internet einstellen können, wenn meine Koffer – und damit auch der Laptop – wieder da sind.

Schneefall in den Bergen – Rotwein im Zug

TOURBERICHT SARDINIEN
Samstag, 15. Mai 2010 | 9. Tag

Nach einem lustigen Abschlussabend trennen sich unsere Wege: Wolfgang und Ute wollen noch eine Woche in Italien bleiben. Gerhard, Margrit, Willi und Claudia fahren mit den Motorrädern in drei Tagen zurück, Stefan und Wolfgang hingegen wollen bereits am Sonntagabend wieder zu Hause sein – eigentlich auch Andreas. Aber der reichlich abgefahrene Vorderradreifen hat ihn den Autoreisezug als Option in Erwägung ziehen lassen; kurzfristig konnten wir noch einen Stellplatz reservieren. (Böse Zungen behaupten, die Wettervorhersage mit Schneefall am Brenner und Dauerregen bis München habe zum Sinneswandel beigetragen).

Wir machen uns auf den Weg nach „Alessandria“, zum Verladebahnhof – die einen mehr oder weniger direkt, die anderen, in dem sich noch einen Abstecher durch die Berge unternehmen. Alle aber halten unterwegs irgendwo noch an einem Supermercato. Schließlich muss für die Rückfahrt im Zug noch Verpflegung eingekauft werden. Und da man nicht weiß, ob die „Mitbewohner“ im Abteil, die vielleicht in einer anderen Gruppe fahren, das auch tun, kauft jeder lieber ein bisschen mehr. Und so biegen sich am Abend – wie jedes mal bei der Rückfahrt mit dem Autoreisezug – wieder die Tische unter das Last eins üppigen Abendbrots: Wein, Käse, Wurst, Schinken, Brot, Erdbeeren, Weintrauben, Oliven – es ist alles da, nur den Grappa haben wir wieder einmal vergessen.

Und während wir so gemütlich zusammensitzen und die Landschaft am Abteilfenster vorbeiziehen lassen, denken wir kurz an Stefan und Wolfgang, die mit leichten Schneefall am Brenner und Dauerregen bis hinter München zu kämpfen hatten. Unterdessen zieht Jürgen noch eine Flasche von dem guten Roten auf und Thorald schneidet die Hartwurst in kleine Stücke. Das Leben kann so schön sein …