Monatsarchiv: September 2019

Dem Lauf des Tarn folgen

Am letzten Tourtag in den Cevennen sind wir dem Lauf des Tarn gefolgt. Kurvenreich ging es durch tiefe Schluchten und entlang gewaltiger Felsformationen. Am „Point de Sublime“ konnten wir einen Eindruck davon gewinnen, wie tief sich das kleine Flüsschen über die Zeit in das Gestein gegraben hat.

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Einen Blick auf die gefahrenen Route vermittelt unser Reliefe-Video:

Nach Okzitanien – zum Cirque de Navacelles

Mittwoch, 11.9.2019 / Cevennen – Vierter Tourtag: Heute haben wir Großes vor. Wir fahren in den Süden, bis nach Okzitatien, um einen beeindruckenden Blick in den „Cirque de Navacelles“ werfen zu können. Rund 400 Meter tief hat sich hier das kleine Flüsschen Vis in den Karst gegraben und ein grandioses Naturschauspiel geschaffen. Gut 340 Kilometer Wegstrecke liegen vor uns, da werden wir wohl erst deutlich nach 18 Uhr wieder im Hotel sein.

Auch wenn der Himmel am Morgen etwas verhangen ist, weiß der Sonnenaufgang doch – oder gerade deswegen – zu beeindrucken.

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Nach dem Frühstück herrscht das übliche geschäftige Treiben. Die Motorräder werden aus der „Garage“ gerollt, noch mal der Ölstand kontrolliert oder untereinander Erfahrungen ausgetauscht. Alles ganz entspannt …

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Um 9 Uhr machen wir uns auf den Weg. Ein schmales Sträßchen windet sich „aus den Bergen“ hinunter zu den Schluchten des Tarn. Bei Sainte-Enimie legen wir einen kurzen Fotostopp ein. Das gerade einmal 525 Einwohner zählende Dorf zählt zu den „Plus beaux villages de France“, den schönsten Dörfern Frankreichs.

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Wir schrauben uns die nächste Hochebene hinauf und sind verwundet, dass uns auf der schmalen und recht kurvenreichen Trasse immer wieder schwere Lastwagen, zum Teil auch mit Anhänger, entgegenkommen, denen wir bereitwillig Platz machen. Was hier im Hochsommer los ist, wenn dann so mancher Wohnmobil-Fahrer schon an den engen Kehren scheitert, mögen wir uns gar nicht vorstellen …

Uns fasziniert wenig später der „Gorges de la Jonte““ mit seinen 500 Meter hohen Felsen und einer hohen Geierpolulation – einige der Vögel kreisen auch über uns …

In Meyrueis, der alten Marktstadt und südlichsten Gemeinde des Départements Lozère, legen wir unsere Kaffeepause ein. Ein Ort mit Flair, in dem die Vergangenheit Spuren hinterlassen hat. Handel wurde hier betrieben, Religionskriege geführt, Macht ausgeübt – Stadtmauer und Zitadelle sowie der alte Uhrenturm erinnern daran.

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Wir sitzen im „Café de l’Union“ in der Sonne und betrachten das muntere Treiben rund um den „Place Sully“. Zahlreiche alte Brücken führen über das kleine Flüsschen „La Béthuzon“, das zwischen „Quai de la Barrière““ und Altstadt fließt. Ein malerisches Bild.

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Wir wollen weiter. Auf schmaler Trasse erreichen wir Treves. Hier ist guter Rat erst einmal teuer. Denn am geplanten Abzweig zur D341 steht ein Schild, das „route barré “ verkündet. Wenig hundert Meter später machen Absperrgitter deutlich, dass die Streckensperrung wohl ernst gemeint ist und wir den „Col de Pierre Plantée“ nicht erreichen werden. Als uns dann auch noch ein Bauarbeiter entgegenkommt, der energisch mit dem Kopf schüttelt, ist klar: wir müssen eine Alternativstrecke suchen.

Die ist schnell gefunden – und belohnt uns unvermutet mit einem Highligt. Nachdem wir über viele Kilometer auf der D157 kurvenreich dem kleine Flüsschen Trevezel gefolgt sind, taucht hinter einer Kehre plötzlich Cantobre auf. Die wenigen Häuser des kleinen Ortes kleben geradezu auf einer Felsspitze. Ein unglaublicher Anblick. Glücklicherweise findet sich eine lange Gerade, auf der wir mit unserer doch recht großen Gruppe kurz für ein Foto halten können.

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Das gleiche „Glück“ haben wir wenig später auch am „Cirque de Navacelles“. Da können wir unsere Mopeds in einer Felsausbuchtung parken, um das sensationelle Panorama genießen (und fotografieren) zu können.

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Auch wenn der kleine Ort Saint-Maurice-Navacelles zum Greifen nah scheint, kurven wir noch gut sechs Kilometer den Talkessel hinunter, bis wir die große Wiese am Ufer der Vis erreichen, um unsere Motorräder abstellen zu können.

Im „Café du Mas Guilhou“ sind zwei große Tische für uns reserviert; hier wollen wir Mittag machen. Claude begrüßt uns herzlich und auf deutsch; nachdem wir einen erfrischenden, selbstproduzierten Apfelsaft getrunken haben, wird die Speisekarte studiert – die bietet eine reichhaltige Auswahl an „Kleinigkeiten“, etwa krustige Baguettes mit Jambon Cuit und Tomme de Lozère oder Fromage frais und Lardons fumé – lecker.

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Ein Bummel durch die engen Gassen der Handvoll an Häusern oder ein Abstecher hinunter an den Fluss runden unseren Besuch in Hameau de Navacelles an; so langsam treten wir die Rückreise zum Hotel an.

Schmal und kurvenreich windet sich die Straße aus dem Talkessel hinaus, gut 90 Kilometer liegen bis zur nächsten Pause vor uns. Meist haben wir freie Fahrt; nur ganz selten bremst uns mal ein Laster kurzzeitig aus. Mal sind wir auf gut ausgebauten Landstraßen unterwegs, mal mehr auf asphaltierten Waldwegen. Gelegentlich lädt ein Belvedere zum kurzen Fotostopp, wie der „Belvedere de Cravate“ nahe des „Col de Minier“, über den die Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer verläuft.

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Wieder geht es hoch hinaus. Bis fast hinauf auf den Gipfel des 1567 Meter hohen Mont Aigoual – den höchsten Berg  im Departement Gard und zweithöchsten in den Cevennen – führt uns unsere Route. Die letzte bewohnte Wetterstation findet sich auf dem Gipfelplateau, bei klarer Sicht reicht der Blick bis zum Mittelmeer, den Alpen und den Pyrenäen.

Wir haben Glück, denn auch heute scheint die Sonne. Meist herrschen am Mont Aigoual extreme klimatische Bedingungen: an 170 Tagen im Jahr regnet es hier; am 30. Oktober fielen innerhalb von 24 Stunden 607 mm Niederschlag, die maximale Neuschneehöhe eines Jahres beträgt 10,24 Meter, die tiefste Temperatur, die bislang gemessen wurde -28 °C. An 140 Tagen im Jahr ist es frostig, an 114 Tagen liegt Schnee.

Zudem ist es an 241 Tagen im Jahr nebelig – und meist auch sehr windig. Am 6. November 1966 tobt ein Sturm mit einer maximalen Windgeschwindigkeit von 335 km/h um den Aigoual. Und heute? Ein laues Lüftchen und strahlend blauer Himmel. Wenn Engel reisen …?

Am Mont Aigoul entspringt der Tarnon, ein kleines Flüsschen, dessen Lauf wir bis Rousses folgen. Gerade einmal autobreit ist die D119, die sich durch eine malerische Landschaft windet. Wir überqueren den Tarnon auf einer alten, steinernen Brücke, zirkeln uns eine enge Serpentine hinauf und lassen unsere Motorräder am „Café de Pay“ ausrollen. Hier haben wir uns für den Nachmittagskaffee angekündigt.

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Christin erwartet uns schon. Extra für uns hätte sie Galotte gebacken – kleine Leckereien, erzählt sie uns. Wenig später genießen wir herrlich fluffige Maronen-Küchlein auf einem Vanillesoßen-Spiegel. Das Leben kann so schön sein … (wieder einmal).

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Es ist viertel vor sechs, als wir zur letzten Etappe aufbrechen. Gut 75 Kilometer liegen vor uns, etwa eineinhalb Stunden Fahrt. Wie an einer Perlenschnurr aufgereiht ziehen wir unsere Bahn. Acht Motorradfahrer, die sich mit Leidenschaft in jede Kurve werfen und diese Fahrt genießen. Die tief stehende Sonne blendet. Ich bin froh, einen Helm mit langem Windschild auf dem Kopf zu haben. Neige ich den Helm ein wenig, kann ich den Straßenverlauf gut erkennen.    Manch anderer scheint mir eher im Blindflug zu folgen – immer dem roten Rücklicht nach.

Um 19:20 Uhr stehen wir in Châteauneuf de Randon an der Tankstelle. 335 Kilometer zeigt der Tageskilometerzähler. Maximal 40 Kilometer wären noch gegangen, bis die ersten Maschinen ohne Sprit liegen geblieben wären 😉

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Im Licht der untergehenden Sonne tanken wir voll, kurz darauf stehen die „Pferde“ wieder im Stall – dreizehn Minuten nach dem Tanken genießen wir ein spätes Feierabendbier, bevor es unter die Dusche und dann zum Abendessen geht.

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Das Abendessen haben wir uns redlich verdient. Morgen werden wir noch einmal in den Cevennen unterwegs sein, bevor es dann wieder zurück an den Genfer See gehen wird.

Der Kartenausschnitt zeigt die Strecke, die wir am Mittwoch, den 11.9.2019 zurückgelegt haben. Im anschließenden Post siehst Du die Route auch im Video. Das haben wir, zusammen mit einem kurzen Text; schon während der Tour veröffentlich.

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Quelle: MapOut – eine sehr empfehlenswerte App

Fahren bis zum Sonnenuntergang

Schon der Sonnenaufgang war etwas Besonderes: erst schoben sich dunkle Wolken für den roten Feuerball, dann riss der Himmel doch noch auf. Sah toll aus!

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Die Tagestour führt uns auf gut 340 kurvenreichen Straßen bis zum „Cinque de Navacelles“ und wieder zurück. Im Talkessel selbst haben wir zu Mittag gegessen und zur Nachmittagspause wurde uns selbst gebackener Maronenkuchen kredenzt. Mensch, was für eine Leben.

Das kleine Video zeigt die gefahrene Strecke. Ein ausführlicher Bericht folgt in den nächsten Tagen.

 

Trotz Regen: ein toller Tag

Dienstag, 10.9.2019 / Cevennen – Dritter Tourtag: Dunkle Wolken schieben sich am frühen Morgen über den Himmel. Kaum sitzen wir beim Frühstück zusammen, fängt es an zu regnen. Entgegen der sonst üblichen Gepflogenheiten, beschließen wir, nicht um 9 Uhr los zu fahren, sondern erst einmal abzuwarten. Das nasskalte Wetter auf 1200 Metern Höhe ist nicht gerade einladend. Vielleicht wird es gegen Mittag ja besser?

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Die Zeit bis dahin vertreiben wir uns, indem wir uns erst einmal die kurzen Relive-Videos der ersten Tage anschauen oder auf dem Zimmer vor uns hin dösen. „Wenn wir zu einer Tour aufbrechen sollten, rufe ich laut über den Flur“, verspreche ich, so dass Jeder seinen Interessen nach gehen kann.

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Gegen 12 Uhr klart der Himmel ein wenig auf. Sofort tobt Charly durchs Hotel – der ansonsten das Wasser scheut, wie der Teufel das Weihwasser – und drängt auf eine baldige Abfahrt. „Wir sind doch zum Motorrad fahren da“, meint er – und hat damit nicht unrecht.

Ich krame meine neuen, noch recht steifen Stiefel aus dem Ducato, die ich längst schon auf Dichtigkeit überprüfen wollte, und meine: um halb eins geht’s los. Mit mir brechen Charly und Ingrid, Bernhard und Thea sowie Hans zur Halbtages-Exkursion auf. Alle anderen bleiben skeptisch (und damit im Hotel), sagt die Wetter-App doch für den Nachmittag neue Regenschauer voraus.

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Unser erster Ziel ist die „Auberge de Peyre“, nahe Saint-Pierre-Saint-Jean, an einer Straßenkreuzung inmitten der Berge gelegen. Hier hatten wir uns eigentlich fürs Mittagessen angekündigt, das wir heute wohl nicht vor 14 Uhr einnehmen werden. Die zu fahrende Distanz der ersten Etappe misst gut 75 Kilometer, da werden wir gut eineinhalb Stunden für brauchen.

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Auf kleinen Straßen geht es wieder hinauf in die Berge. Kurvenreich windet sich die D6 durch eine malerische Landschaft. Irgendwo im Nirgendwo kreuzt unser Weg die „Kurstadt“ Saint-Laurent-les-Bains“, deren Thermalquellen Linderung bei so manchem Wehwehchen verspricht. Es bleibt weiterhin trocken, auch wenn immer noch dunkle Wolken bedrohlich am Himmel stehen. Trotzdem erweist es sich als richtig, die Regenkombi übergezogen zu haben: es ist reichlich frisch, unter der Kombi aber „mollig“ warm.

Mitten in der Einsamkeit treffen wir auf eine Schafherde. Die Hütehunde treiben die vierbeinigen Wollknäule beiseite, so dass wir schnell wieder freie Fahrt haben. Dann ist die Auberge erreicht. Eigentlich ist die Küche nur bis 13:30 Uhr geöffnet, da wir aber angekündigt sind, bekommen wir trotzdem noch zu essen: eine wunderbare kalte Platte mit Schinken, Salami und Rillettes im Glas (eine typisch französische Delikatesse, die aus Gänse- oder Entenbrust.

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In einem weiten Bogen geht es nun nach Jaucac. Die Stadt liegt in einem erloschenen Vulkankegel, in dessen Schlund wir unsere Kaffeepause einlegen wollen. Die Landschaft verändert sich merklich, als wir von der Hochebene hinunter ins Tal fahren. Rund um Lablachère wird „Ardeche-Wein“ angebaut. Nach der kargen (aber faszinierenden) Vegetation, die wir bisher durchstreift haben, ein völlig ungewohntes Bild.

In Lagentière erhaschen wir im Vorbeifahren einen Blick auf die mächtige Burg, die aus dem 13. Jahrhundert stammt und den kleinen Ort deutlich überragt. Dessen malerischen Gassen sind so schmal, dass sie häufig kaum einen Meter in der Breite messen. Schon die Römer wussten die eindrucksvolle Lage zu schätzen. Sie bauten im Lignetal Blei und Silber ab; die Minen wurden noch im 15. Jahrhundert genutzt. Die Bewohner von Langentière blicken stolz auf ihre Vergangenheit zurück und nennen sich selbstbewusst „Largentiérois“.

Kurvenreich geht es nun stetig bergan. Wir haben zwischenzeitlich die D5 unter die Räder genommen, die besonderen Fahrspaß verspricht. Es geht den „Col de la Croix de Millet“, hinauf, der mit rund 780 Metern Höhe noch deutlich unter der 1.000 Meter-Marke bleibt. In Prunet säumen dichte Kastanienwälder die schmale Straße. Die Esskastanie gilt als das Wahrzeichen des Départements Ardèche, in dem wir uns gerade befinden. Rund 5.000 Tonnen werden in der Region pro Jahr produziert; wir sind im größten Anbaugebiet für Kastanien in Frankreich.

Dann haben wir den Rand des erloschenen Vulkans erreicht und schrauben uns so langsam in die Tiefe. Ein irgendwie mulmiges Gefühl, wenn man weiß, wo man sich gerade befindet.

Im „Café du Commerce“, das am Rande des Place du Champ de Mars legen wir unsere Kaffeepause ein. Neben uns sitzen ein paar Ortsansässige und trinken ein Bier, ein alter Mann mit verwaschener Hose öffnet die Tür seines leicht verbeulten Renaults, damit sein Hund auf dem Beifahrersitz Platz nehmen kann, währenddessen schlendern zwei Frauen über den staubigen Platz, auf dem ansonsten wohl Boule gespielt wird. Frankreich, wie wir es lieben.

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Charly entdeckt nahe des Cafés eine metallene Skulptur. Wir fragen uns, ob er heimlich dafür Modell gestanden hat? Eine gewisse Ähnlichkeit scheint vorhanden …

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Noch gut 75 Kilo sind es von Jaujac zum „Hotel de la Poste“ in Châteauneuf de Randon. Wir biegen zunächst auf die D19 ab und folgen dem Lauf des kleinen Flüsschen Lignon, hin zu dessen Quelle. Die liegt die nahe des Passes „Croix de Bauzon“, unserem nächsten Ziel. Rauf auf 1308 Meter geht es, in einem wahren Kurvenfeuerwerk. Mitten durch den „Parc naturel régional des Monts d’Ardèche“ – quasi den bergigen Teil der Ardèche – führt das schmale Asphaltband. Wir können uns gar nicht satt fahren.

Oben auf dem Pass grüßen uns einige Rennradfahrer, die sich allein mit Muskelkraft die Berge „hinauf strampeln“ – meine Hochachtung.

Kurz nach sechs sind wir wieder im Hotel. Auf der gesamten Distanz seit der Kaffeepause haben wir gerade einmal zwei Autos überholt. Ideale Bedingungen für eine entspannte Motorradtour. Auch dafür mögen wir die Cevennen.

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Das Abendessen ist wieder ein Genuss. Und die Wetter-App verspricht für morgen strahlenden Sonnenschein. Da können wir satt und zufrieden schlafen gehen.

 

Der Kartenausschnitt zeigt die Strecke, die wir am Dienstag, den 10.9.2019 zurückgelegt haben. Im anschließenden Post siehst Du die Route auch im Video. Das haben wir, zusammen mit einem kurzen Text; schon während der Tour veröffentlich.

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Quelle: MapOut – eine sehr empfehlenswerte App

Kaffeepause im Schlund eines Vulkans

Es regnet, wie angekündigt. Zwar nicht aus Kübeln, wie vorhergesagt, aber doch so stark, dass unsere Lust auf´s Motorrad zu steigen, zumindest am Morgen nicht sonderlich ausgeprägt ist. Also dehnen wir das Frühstück ein wenig aus und schauen auf dem Handy erst einmal die ersten Videos von unserer Tour an.

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Gegen Mittag reisst der Himmel auf und schon sitzen wir auf dem Motorrad. Zumindest Bernhard, Thea, Charly, Ingrid, Hans-Friedrich und ich. Alle anderen trauen sich nicht so recht, kündigt die Wetter-App doch für den späten Nachmittag weitere Regenschauer an.

Wir starten zunächst in Richtung „Auberge de Peyre“, um mitten in den Bergen eine verspätete Mittagsrast einzulegen. Den nächsten Stopp legen wir in Jaujac ein. Der kleine Ort liegt im Schlund eines erloschenen Vulkans; es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, an dessen Flanken in den Mittelpunkt des Kraters zu fahren.

Einen ersten Eindruck gibt unser kleines Reliefe-Video wieder. Übrigens: es ist den Rest des Tages trocken geblieben …

Vom „Chaos“ ins Land der Hugenotten

Montag, 9.9.2019 / Cevennen – Zweiter Tourtag: Zum Glück ist es schon September. Da geht die Sonne nicht mehr ganz so früh auf. Mir ist noch in guter Erinnerung, wie faszinierend der Anblick auf den runden Feuerball bei unserem letzten Aufenthalt in Châteauneuf de Randon war. Kurz vor dem Frühstück, auf dem Feld gegenüber des Hotels, ging die Sonne kurz vor dem Frühstück auf. Genau da will ich in den nächsten Tagen ein paar beeindruckende Fotos machen.

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Um kurz nach sieben stehe ich am Montag das erste Mal am Straßenrand. Rauhreif liegt auf den Gräser. Die Temperaturen gerade einmal null Grad. Leichte Nebelschwaden wabern übers Feld, als sich die Sonne ganz langsam über die Baumwipfel schiebt. Eine tolle Szene.

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Leicht verfroren sitze ich nach der morgendlichen „Fotosession“ am Frühstückstisch. Ein Café au lait, gestreckt mit einem kleinen Espresso, holt die Lebensgeister zurück, so dass wir pünktlich um 9 Uhr auf die Maschinen steigen können. Treffpunkt ist die nahegelegenen Tankstelle; zum Spritfassen ist Dieter mit der Gruppe nicht mehr gekommen.

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Wir fahren nach Süden und erreichen schon bald den „Col de la Pierre Plantée“. Wir befinden uns auf dem „Dach Frankreichs“, wie die Region hier genannt wird. Ein altes Steinkreuz in 1264 Metern Höhe erinnert daran. Regen, der hier fällt, kann von dieser Hochebne aus sowohl in Loire, wie auch in die Rhone oder die Garonne fließen.

Wir biegen wir auf die D26 ab und kratzen schon bald an der 1.600 Meter-Marke. Bei strahlendem Sonnenschein geht es über den Col de Finiels, dem mit 1541 Metern höchstem „Pass“ in den Cevennen (und dem zweithöchsten im Massiv Central). Wir sind sind im Bergmassiv des Mont Lozère unterwegs; nicht weit von hier entspringt die Quelle des Tarn. Dem Fluss wollen wir am Donnerstag einen Besuch abstatten.

Rund herum blüht die Heide, die Fernsicht ist atemberaubend. Kurvenreich schlängelt sich die D20 durch eine immer wieder aufs neue faszinierende Landschaft.

Nahe „Le Pont-de-Montvert“ erreichen wir zum ersten Mal das „Chaos“ – so wird eine Landschaft genannt, in der große Felsbrocken chaotisch verstreut liegen. Ein faszinierender Anblick, der im Bild festgehalten werden muss.

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Die erste Kaffeepause legen wir in Florac im „Hotel Pont Neuf“ ein und genießen auch hier den Ausblick auf imposante Felsformationen.

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Von Florac aus führt eine weitere Höhenstraße – die „Corniche des Cévennes“ – kurvenreich nach „Saint-Jean-du-Gard“. Am 1004 Meter hohen „Col de Faisses“ legen wir einen kurzen Fotostopp ein, die weiteren Aussichtspunkte lassen wir im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und genießen statt dessen den nicht enden wollenden Kurvenschwung.

In Saint-Jean-du-Gard biegen wir auf die rumpelige D983 ab und folgen nun dem Flusslauf des „Le Gardon des Mialet“. So langsam wird es Zeit fürs Mittagessen. Das haben wir in „Saint-Germain-de-Calaberte“ eingeplant. Zielsicher steuern wir (dank der in google-maps recherchierten Koordinaten) das kleine Lokal „Placette“ an, das sich als echter Geheimtipp entpuppt.

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Angesichts der kaum vorhandenen Infrastruktur in den Cevennen, sind wir – auch aufgrund der bei früheren Touren gemachten Erfahrungen – dazu übergegangen, die Pausen quasi vor zu buchen. Schon bei der Planung der Routen schauen wir, in welchem Lokal wir unsere Pause einlegen könnten und fragen dort nach, wie die Öffnungszeiten sind und ob wir beispielsweise mit unserer Gruppe zum Mittagessen vorbeischauen dürfen. Das macht im Vorfeld zwar reichlich Arbeit, garantiert aber während der Tour einen relativ entspannten Ablauf. So auch heute: auf der kleinen Dachterrasse des „Placette“ ist die lange Tafel schon für uns eingedeckt und der „Maitre“ weiß, dass wir kein Menue sondern nur eine Kleinigkeit wollen; eigentlich.

Auf der mit Kreide beschriebenen Schiefertafel lassen die verschiedenen Gerichte die Wahl zur Qual werden, doch schließlich hat Jeder das für ihn passende Mittagessen gefunden.

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Ich nutze die Gelegenheit und schlendere ein wenig durchs Dorf. Im Jahr 1800 lebten hier noch 1669 Menschen, 2003 waren es noch 445. Jahrhundertelang waren die Menschen Selbstversorger, lebten von Ackerbau und Viehzucht, zu der in erster Linie Schafe, Ziegen, Rinder und Hühner gehörten. Im 18. und 19. Jahrhundert florierte die Seidenweberei. Noch heute wird Pélardon-Käse produziert und in geschützten Lagen werden Esskastanien oder Maulbeerbäume angepflanzt. Mittlerweile lebt das Dorf vorwiegend vom Tourismus, etwa durch das Vermieten von Gîtes – kleinen Ferienwohnungen.

Direkt neben der Pfarrkirche „Saint-Germain“, deren Ursprünge auf das 14./15. Jahrhundert zurück gehen, steht die Skulptur des „Homme Cevenol“, die an die regionale Kultur des Bauens mit unbearbeiteten Natursteinen erinnern soll.

Auch in Saint-Germain-de-Calaberte hat die Kirche – oder sollte man besser sagen, die Auseinandersetzung um den „richtigen“ Glauben – ein dunkles Kapitel der Geschichte geschrieben. Im 16. und 17. Jahrhundert geriet das Dorf unter protestantischen Einfluss. Dem bereitete jedoch der Krieg gegen die Kamisarden (wie die Hugenotten hier genannt wurden) ein Ende, nachdem das im Jahr 1598 von Heinrich dem IV. erlassene „Edikt von Nantes“ von Ludwig XIV rund hundert Jahre später wieder aufgehoben wurde. In der Folge fanden in den Jahren 1702 bis 1705 inquisitorische Strafmaßnahmen in den Bergdörfern der Cevennen statt – die so genannten Dragonaden. Ziel war es, die Bevölkerung zurück zum katholischen Glauben zu zwingen.

Dragoner (daher der Name „Dragonade“) wurden auf Befehl des Königs in den Höusern jener Menschen einquartiert, die als unbotmäßig oder gar als potentiell aufrührerisch galten. Die betroffenen Familien mussten die Soldaten in ihren Häusern dulden und für deren Verpflegung aufkommen. Sehr oft plünderten die Dragoner die Häuser, erpressten Geld und bedrängten die Frauen bis zur Vergewaltigung. Ihre eigentliche Aufgabe was die Überwachung der Bewohner; das Lesen und das Studium der Bibel sowie das Singen von Psalmen sollte unterbunden werden. Gegen diese und andere Repressalien lehnte sich die Hugenotten schließlich auf, doch ihr Widerstand wurde blutig niedergeschlagen, weite Landstriche der Cevennen regelrecht entvölkert. Erinnert wird daran allenfalls in den Geschichtsbüchern.

Wir wenden uns den Freuden unserer Motorradtour zu und genießen, was die Küche auf den Tisch zaubert – und das sind ordentliche Portionen, die uns ganz sicher satt werden lassen.

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Der doppelte Hamburger mit Ziegenkäse war nur eine der Köstlichkeiten, unter denen wir auswählen konnten …

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Auf kleinen kurvenreichen Straßen fahren wir nach der ausgedehnten Mittagspause weiter und legen unterwegs immer wieder kurze Fotostopps ein.

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Am späten Nachmittag ist der „Lac de Villefort“ erreicht. Der 35 Millionen Kubikmeter Wasser fassende Stausee dient in erster Linie der Stromversorgung. Wir legen auf der Terrasse des „Hotel du lac“ eine erholsame Kaffeepause ein.

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Auf schmalen Wegen geht es anschließend weiter Richtung N88. Die letzten Kilometer sind wir auf der gut ausgebauten Nationalstraße – mit der in Frankreich derzeit geltenden Höchstgeschwindigkeit von unglaublichen 80 km/h (auf einspurigen Landstraßen) – unterwegs. Dann heißt es noch einmal volltanken.

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Die „Pferde“ kommen in einen geräumigen Stall, der direkt gegenüber dem Hotel liegt …

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… dann wartet, „getaner Arbeitet“, das wohlverdiente Feierabendbier auf uns.

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Das kann Charly nicht so richtig genießen, kündigt die Wetter-App doch für den morgigen Dienstag Regen an.

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Von dieser Prognose lassen wir uns aber nicht beirren, sondern genießen erst einmal das leckere Abendessen.

 

Als wir satt und zufrieden ins Bett gehen, verwendet keiner mehr einen Gedanken an das morgige Wetter – das können wir sowieso nicht ändern. Machen wir also das Beste daraus. Bis dahin: gute Nacht 😉

Der Kartenausschnitt zeigt die Strecke, die wir am Montag, den 9.9.2019 zurückgelegt haben. Im anschließenden Post siehst Du die Route auch im Video. Das haben wir, zusammen mit einem kurzen Text; schon während der Tour veröffentlich.

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Quelle: MapOut – eine sehr empfehlenswerte App

Das erste Ziel: die Hochebene

Was für ein Start in den Morgen. Die Temperaturen liegen gerade einmal knapp über null Grad, als sich die Sonne Sonne gegen halb acht so langsam über die bewaldeten Anhöhen schiebt. Ein herrlicher Anblick!

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Im Hotel riecht es nach frischen Croissants, als wir uns zum Frühstück treffen. Heute wollen wir die Hochebenen der Cevennen erkunden; stellenweise führt die Straße bis hinauf auf rund 1.600 Meter. Kurven gibt es in allen Variationen, Straßenbeläge auch. Bei der Kaffeepause genießen wir eine herrliche Aussicht und das Mittagessen ist ein lukullischer Volltreffer.

Festgehalten haben wir das allen in einem kleinen Relive-Video. Der ausführliche Bericht zur Tour folgt in ein paar Tagen.

 

Châteauneuf-de-Randon – wir kommen!

Sonntag, 8.9.2019 / Cevennen – 1. Tourtag: Noch ballen sich dunkle Wolken am Himmel, als ich gegen sieben das erste Mal aus dem Fenster blicke. Erfahrungsgemäß kein Grund zur Sorge. Nach dem Frühstück sieht es meist ganz anders aus.

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Kaffeeduft zieht durchs Treppenhaus, frisches Baguette, leckere Wurst und eine feine Käseauswahl sorgen für einen guten Start in den neuen Tag. Ich kann es heute ganz relaxt angehen lassen, „muss“ ich doch den Begleitbus fahren und brauche insofern nicht um 9 Uhr auf dem Motorrad sitzen.

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Deutlich angespannter ist schon Charly, ist sein Motorrad doch das Einzige, das nicht vollgetankt ist. Ob ich nicht zufälligerweise einen Reservekanister im Ducato habe, fragte er beiläufig? Habe ich – sogar zwei, randvoll mit gutem Super 95. Also wird umgefüllt.

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So langsam füllt sich der Parkplatz, letzte Vorbereitungen werden getroffen. Alle sind gut gelaunt und freuen sich auf die abwechslungsreiche Touren, die vor uns liegen.

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Nun steht dem Tourstart nichts mehr im Wege, oder? Als alles Gepäck im Ducato verstaut ist und Dieter noch mal ein paar Tipps für die erste Etappe gegeben hat, machen sich die Motorradfahrer auf den Weg – alle, bis auf einen. Denn Charly GS mangelte es nicht nur an Sprit, sie mag heute morgen – im Gegensatz zu gestern – auch nicht mehr anspringen. Der Anlasser klackert nur noch müde vor sich hin …

Glücklicherweise findet sich im Ducato auch ein Starthilfe-Set, so dass der Boxer fremdgestartet werden kann und nach dem dritten Versuch endlich wieder läuft. Nun heißt es: Châteauneuf-de-Randon – wir kommen!

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Es ist schon fast halb elf, als ich mich in den Ducato werfe. Gut 350 Kilometer liegen auch vor mir, die meisten davon auf der Autobahn. Ich wähle die östliche Route, die mich über Annecy und Aix-les-Bains Richtung Lyon führt. Bei Chasse-sur-Rhône ist die Zufahrt zur A47 wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Folglich muss ich einen Umweg über Vienne fahren und mich entlang der Rhone zurück nach Givors zu hangeln.

Die Strecke wird bergiger. Immer wieder prasseln heftige Regenschauer nieder. Die Motorradgruppe hat mehr Glück – nur einmal öffnet der Himmel kurz seine Schleusen. Erst nach Saint-Étienne – der Hauptstadt des ostfranzösischen Départements Loire, die bei der Durchfahrt nicht sonderlich einladend wirkt, aber eine spannende Geschichte hat – (im 14. Jahrhundert Zentrum der Metallverarbeitung, insbesondere der Waffenfabrikation, des Posamentiergewerbes und der Werkzeugherstellung. Später wurde im großen Maße Steinkohle abgebaut; um das „schwarze Gold“ abtransportieren zu können, sollte in den Jahren 1823 bis 1827 wurde zwischen Saint-Étienne und Andrézieux-Bouthéon die erste, zunächst noch als Pferdebahn betriebene Eisenbahnlinie auf dem europäischen Kontinent erbaut werden) -, finde ich einen schönen „Aire de repos“ für ein kleines Picknick.

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Wenig später taucht rechter Hand Puy-en-Velay auf. Besondere Sehenswürdigkeit der Stadt sind zwei Basaltkuppen, ehemalige Vulkanschlote, die so genannten Puys. Auf einem der beiden thront die Kirche des „Heiligen Michael auf der Nadel“ (Saint-Michel d’Aiguilhe). Das Gotteshaus nimmt die gesamte Gipfelfläche ein und passt sich mit seinem Umriss der natürlichen Form des Felsens an.

Gut 50 Landstraßen-Kilometer sind es noch bis zum Hotel. Das Wetter wird zunehmend besser. Für Châteauneuf de Randon ist strahlender Sonnenschein vorhergesagt. Die Wolken am zunehmend blauen Himmel zeichnen dramatische Bilder, die immer wieder mal im Foto festgehalten werden müssen.

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Kurz nach 16 Uhr habe ich mein Ziel erreicht – das „Hotel de la Poste“, das uns von einer zurückliegenden Tour noch in guter Erinnerung ist. „Wir kommen wieder“, hatten wir seinerzeit zugesagt; heute lösen wir unser Versprechen ein. Ich lade meine Sachen aus und gönne mir erst einmal einen Kaffee.

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Kurz vor halb sieben trifft auch Dieter mit der Motorradgruppe ein; alles ist gut gelaufen. Jetzt heißt es sich erst einmal sortieren, auspacken und das Feierabendbier genießen.

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Unterdessen geht so langsam die Sonne unter. Es wird frisch: das Hotel steht auf gut 1.000 Höhenmetern.

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Dann geht es zum gemeinsamen Abendessen. In der alten Scheune sitzen wir zusammen und genießen ein wunderbares Drei Gänge-Menue. Allein die tolle Küche des „Hotel de la Poste“ war für uns ein Grund, hier erneut ein paar schöne Tage zu verbringen.

Morgen steht die erste Tagestour auf dem Programm. Wir wollen die Hochebenen der Cevennen unter die Räder nehmen. Bei der sternklaren Nacht, die uns erwartet, könnte das temperaturmäßig eine kleine Herausforderung werden.

Der Kartenausschnitt zeigt die Strecke, die ich mit dem Ducato zurückgelegt habe. Im anschließenden Post siehst Du die Route auch im Video. Das haben wir, zusammen mit einem kurzen Text; schon während der Tour veröffentlich.

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Quelle: MapOut – eine sehr empfehlenswerte App

In einem Rutsch nach Chateauneuf

Das Drama beginnt am frühen Morgen. Erst fehlte es an Sprit, dann mag die GS nicht anspringen. Schließlich konnten wir alle Probleme lösen, so dass sich die Motorradgruppe mit etwas Verspätung doch noch in Bewegung setzen konnte. Gut 350 Landstraßenkilometer galt es zu bewältigen.

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Ich genieße den Umstand heute morgen nicht auf die Uhr schauen zu müssen und schwinge mich erst nach zehn mit dem Ducato auf die Autobahn. Bis kurz vor Puy-en-Velay regnet es immer wieder heftig; die Motorradgruppe hat mehr Glück. Da waren die Straßen nur des morgens kurz nass.

Kurz nach 18 Uhr sind alle im Hotel. Wir freuen uns auf vier abwechslungsreiche Touren in den Cevennen.

Auch von der Zwischenetappe gibt es ein kleines Relive-Video:

Viel Verkehr auf der Anreise

Samstag, 7.9.2019 / Cevennen – Anreise: Gut 630 Kilometer liegt heute noch vor mir. Bis nach Saint Blaise geht’s, einer kleinen französischen Gemeinde im Département Haute-Savoie, die in der Region Auvergne-Rhône-Alpes liegt. Hoch oben auf dem 786 Meter hohen „Col du Mont Sion“ steht unser Hotel, in dem wir uns am Abend treffen wollen. Ein Pilgerweg soll hier entlang verlaufen, zumindest finden sich im Netz immer wieder Berichte von Wanderungen, die von Genf kommend über den Berg nach Py-en-Valey führen, entlang der  D1201 über die ich heute Abend hoffentlich nicht allzu spät rollen werden.

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Die Aussichten sehen zunächst nicht gut aus. Als ich losfahre, fängt es kräftig an zu regnen.  Nicht weiter schlimm, denn die ersten beiden Tage werde ich den Begleitbus fahren. Aber: Schon bei Mainz stehe ich das erste Mal im Stau. An der Anschlussstelle zur A63 wird gebaut; es geht nur im Schritttempo voran. Auf den nächsten Kilometern Richtung Kandel herrscht zudem viel Verkehr. Zahlreiche holländische Wohnwagengespanne sind unterwegs und sorgen für „Behinderungen“.

Die französische Grenze naht und endlich läuft es wieder flüssig. Bis kurz vor Straßburg, denn auf dem Autobahnring darf seit einiger Zeit meist nicht schneller als 80 km/h gefahren werden. Vorsorglich habe ich mir für den Ducato noch eine Umweltplakette besorgt, wäre doch auch die A35 bei „Smog“ von einem abgestuften Fahrverbot betroffen. Mein 120 PS-Diesel bekommt nur die Klasse 3, da der Ducato als Kleintransporter gilt. Wäre er ein Wohnmobil, würde – bei gleichem Motor und gleichem Schadstoffausstoß – die „bessere“ Plakette der Klasse 2 zugeteilt. Kann mir das Jemand erklären?

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Ich rolle durchs Elsass, so langsam der Grenze der Schweiz entgegen. Spätestens hier fängt der Urlaub an. Die Höhe Königsburg zieht an mir vorbei, ebenso zahlreiche Cols, die immer wieder Ziel unserer Motorradtouren sind. Kaum ist Basel erreicht, klemme ich mich auf die Schweizer Autobahn – jetzt ist der Genfer See das Ziel.

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Blauer Himmel, Sonnenschein; bis Bern ist das Vorankommen oft recht mühsam. Häufig zeigt die Tachonadel gerade einmal  80 km/h – meist weniger. Da hilft nur Gelassenheit und einfach mitschwimmen.

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Damit ich morgen früh nicht tanken muss, lege ich im Land der Eidgenossen noch einen entsprechenden Stopp ein – und berappe 1,80 SFR für den Liter Diesel. Das tut schon weh …

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Am frühen Abend lasse ich die Schweiz hinter mir und erreiche Frankreich. Die Landschaft ist malerisch, die letzten Kilometer (wieder) ein Genuss.

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Bei strahlendem Sonnenschein erreiche ich gegen halb sieben schließlich Saint Blaise; kurz darauf treffen die ersten Teilnehmer ein. Lutz, Michael, Hans-Friedrich, Axel und Erika zum Beispiel, die noch einen Tag draufgepackt hatten und schon am Freitag übers Elsass angereist waren. Charly, Franz und Herbert sowie Dieter und Dörte waren hingegen auf dem direkten Weg mit dem Auto gefahren und mussten jetzt erst einmal abladen.

Da wurden viele helfende Hände gebraucht, insbesondere um Charlys GS aus dem VW-Bus zu zerren. Mit leidvoller Miene wurde der Boxer schließlich auf dem Seitenständer geparkt, verbunden mit dem Hinweis, zwischenzeitlich doch arg unter Rückenschmerzen zu leiden. Der Ärmste.

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Doch auch um die GS schien es nicht sonderlich gut bestellt, stand das Motorrad doch seit unserer letzten gemeinsamen Tour – die uns in der zweiten Juli-Hälfte in die Karawanken geführt hatte – unberührt im VW-Bus. Die spannende Frage war unter anderem: würde der Boxer morgen früh anspringen? Charly wollte so lange nicht warten und betätigte ungeduldig – und um Gewissheit zu haben – gleich nach dem Entladen den Anlasser. Da brummte der Motor noch …

Ich mache noch ein paar Fotos von der herrlichen Landschaft am Mont Sion, die malerisch in das Licht der untergehenden Sonne getaucht wird.

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Dann wird es langsam Zeit fürs Abendessen. Direkt neben dem „Hotel Rey du Mont Sion“, in dem wir auf der Anreise immer wieder gern übernachten, liegt der „Schlüssel zum Feld“, ein schönes Restaurant, in dem man schon auf uns wartet. Wir genießen (wieder einmal) ein leckeres Drei-Gänge-Menü, einschließlich einer kleinen Käse-Variation vor dem Nachtisch.

Satt und zufrieden gehen wir schlafen. Der Auftakt: gelungen. Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen werden …