Tagesarchiv: 08/09/2019

Châteauneuf-de-Randon – wir kommen!

Sonntag, 8.9.2019 / Cevennen – 1. Tourtag: Noch ballen sich dunkle Wolken am Himmel, als ich gegen sieben das erste Mal aus dem Fenster blicke. Erfahrungsgemäß kein Grund zur Sorge. Nach dem Frühstück sieht es meist ganz anders aus.

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Kaffeeduft zieht durchs Treppenhaus, frisches Baguette, leckere Wurst und eine feine Käseauswahl sorgen für einen guten Start in den neuen Tag. Ich kann es heute ganz relaxt angehen lassen, „muss“ ich doch den Begleitbus fahren und brauche insofern nicht um 9 Uhr auf dem Motorrad sitzen.

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Deutlich angespannter ist schon Charly, ist sein Motorrad doch das Einzige, das nicht vollgetankt ist. Ob ich nicht zufälligerweise einen Reservekanister im Ducato habe, fragte er beiläufig? Habe ich – sogar zwei, randvoll mit gutem Super 95. Also wird umgefüllt.

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So langsam füllt sich der Parkplatz, letzte Vorbereitungen werden getroffen. Alle sind gut gelaunt und freuen sich auf die abwechslungsreiche Touren, die vor uns liegen.

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Nun steht dem Tourstart nichts mehr im Wege, oder? Als alles Gepäck im Ducato verstaut ist und Dieter noch mal ein paar Tipps für die erste Etappe gegeben hat, machen sich die Motorradfahrer auf den Weg – alle, bis auf einen. Denn Charly GS mangelte es nicht nur an Sprit, sie mag heute morgen – im Gegensatz zu gestern – auch nicht mehr anspringen. Der Anlasser klackert nur noch müde vor sich hin …

Glücklicherweise findet sich im Ducato auch ein Starthilfe-Set, so dass der Boxer fremdgestartet werden kann und nach dem dritten Versuch endlich wieder läuft. Nun heißt es: Châteauneuf-de-Randon – wir kommen!

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Es ist schon fast halb elf, als ich mich in den Ducato werfe. Gut 350 Kilometer liegen auch vor mir, die meisten davon auf der Autobahn. Ich wähle die östliche Route, die mich über Annecy und Aix-les-Bains Richtung Lyon führt. Bei Chasse-sur-Rhône ist die Zufahrt zur A47 wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Folglich muss ich einen Umweg über Vienne fahren und mich entlang der Rhone zurück nach Givors zu hangeln.

Die Strecke wird bergiger. Immer wieder prasseln heftige Regenschauer nieder. Die Motorradgruppe hat mehr Glück – nur einmal öffnet der Himmel kurz seine Schleusen. Erst nach Saint-Étienne – der Hauptstadt des ostfranzösischen Départements Loire, die bei der Durchfahrt nicht sonderlich einladend wirkt, aber eine spannende Geschichte hat – (im 14. Jahrhundert Zentrum der Metallverarbeitung, insbesondere der Waffenfabrikation, des Posamentiergewerbes und der Werkzeugherstellung. Später wurde im großen Maße Steinkohle abgebaut; um das „schwarze Gold“ abtransportieren zu können, sollte in den Jahren 1823 bis 1827 wurde zwischen Saint-Étienne und Andrézieux-Bouthéon die erste, zunächst noch als Pferdebahn betriebene Eisenbahnlinie auf dem europäischen Kontinent erbaut werden) -, finde ich einen schönen „Aire de repos“ für ein kleines Picknick.

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Wenig später taucht rechter Hand Puy-en-Velay auf. Besondere Sehenswürdigkeit der Stadt sind zwei Basaltkuppen, ehemalige Vulkanschlote, die so genannten Puys. Auf einem der beiden thront die Kirche des „Heiligen Michael auf der Nadel“ (Saint-Michel d’Aiguilhe). Das Gotteshaus nimmt die gesamte Gipfelfläche ein und passt sich mit seinem Umriss der natürlichen Form des Felsens an.

Gut 50 Landstraßen-Kilometer sind es noch bis zum Hotel. Das Wetter wird zunehmend besser. Für Châteauneuf de Randon ist strahlender Sonnenschein vorhergesagt. Die Wolken am zunehmend blauen Himmel zeichnen dramatische Bilder, die immer wieder mal im Foto festgehalten werden müssen.

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Kurz nach 16 Uhr habe ich mein Ziel erreicht – das „Hotel de la Poste“, das uns von einer zurückliegenden Tour noch in guter Erinnerung ist. „Wir kommen wieder“, hatten wir seinerzeit zugesagt; heute lösen wir unser Versprechen ein. Ich lade meine Sachen aus und gönne mir erst einmal einen Kaffee.

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Kurz vor halb sieben trifft auch Dieter mit der Motorradgruppe ein; alles ist gut gelaufen. Jetzt heißt es sich erst einmal sortieren, auspacken und das Feierabendbier genießen.

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Unterdessen geht so langsam die Sonne unter. Es wird frisch: das Hotel steht auf gut 1.000 Höhenmetern.

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Dann geht es zum gemeinsamen Abendessen. In der alten Scheune sitzen wir zusammen und genießen ein wunderbares Drei Gänge-Menue. Allein die tolle Küche des „Hotel de la Poste“ war für uns ein Grund, hier erneut ein paar schöne Tage zu verbringen.

Morgen steht die erste Tagestour auf dem Programm. Wir wollen die Hochebenen der Cevennen unter die Räder nehmen. Bei der sternklaren Nacht, die uns erwartet, könnte das temperaturmäßig eine kleine Herausforderung werden.

Der Kartenausschnitt zeigt die Strecke, die ich mit dem Ducato zurückgelegt habe. Im anschließenden Post siehst Du die Route auch im Video. Das haben wir, zusammen mit einem kurzen Text; schon während der Tour veröffentlich.

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Quelle: MapOut – eine sehr empfehlenswerte App

In einem Rutsch nach Chateauneuf

Das Drama beginnt am frühen Morgen. Erst fehlte es an Sprit, dann mag die GS nicht anspringen. Schließlich konnten wir alle Probleme lösen, so dass sich die Motorradgruppe mit etwas Verspätung doch noch in Bewegung setzen konnte. Gut 350 Landstraßenkilometer galt es zu bewältigen.

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Ich genieße den Umstand heute morgen nicht auf die Uhr schauen zu müssen und schwinge mich erst nach zehn mit dem Ducato auf die Autobahn. Bis kurz vor Puy-en-Velay regnet es immer wieder heftig; die Motorradgruppe hat mehr Glück. Da waren die Straßen nur des morgens kurz nass.

Kurz nach 18 Uhr sind alle im Hotel. Wir freuen uns auf vier abwechslungsreiche Touren in den Cevennen.

Auch von der Zwischenetappe gibt es ein kleines Relive-Video: