Monatsarchiv: September 2019

Das Ziel sind die Cevennen

Die letzte „große“ Tour in diesem Jahr. Wir wollen in die Cevennen – jene herrliche Region an den Ausläufern des Zentralmassivs, die mit kleinen, kurvenreichen Straßen und einer beeindruckenden Landschaft zu tollen Motorradtouren geradezu einlädt.

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Doch wie so oft, kommt die Pflicht vor der Kür: die Anreise bis an den Genfer See, wo wir uns treffen werden, werde ich im Ducato zumeist auf der Autobahn verbringen. In der Schweiz lief es bis Bern eher zäh; kurz nach 18 Uhr war das Ziel erreicht.

Den Streckenverlauf habe ich in einem kleinen Relive-Video festgehalten:

Bald geht es los, Richtung Cevennen …

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Freitag, 6.9.2019 – Letzte Vorbereitungen: Die Motorräder sind verladen, die Koffer gepackt, der Ducato endlich auch vollgetankt. Morgen geht es nach Saint Blaise, nahe des Genfer Sees, und in einer weiteren Etappe Richtung Cevennen. Die letzte große Tour in diesem Jahr, die uns in eine touristisch nur wenig erschlossene, aber fahrerisch sehr attraktive Region führen wird. Wir können es kaum noch abwarten …

Dieser Reisebericht wird ein wenig anders sein, da ich ihn erst Monate nach der Tour schreiben konnte. Diesmal verwende ich ausschließlich Bilder, die mit der App „Weathershot“ gepostet wurden – dabei erzähle ich zu jedem Bild eine kleine Geschichte. Mal sehen, wie das so wird.

Video-Schnipsel

Nach langer Zeit haben wir mal wieder einen kleinen Trailer mit iMovie erstellt. Das schnell geschnittene Video gibt ein paar kurzweilige Impressionen von unserer vhs-Tagestour zum Keltenfürst wieder.

Du hat Lust mal mit dabei zu sein? In diesem Jahr gibt es noch zwei schöne Tagestouren, die wir für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises anbieten. Im September laden wir zur geheimen Bunkertour an die Mosel. Bis zu 15 Milliarden Mark waren zu Zeiten des Kalten Krieges an gut getarnter Stelle in Cochem eingelagert. Wir haben für Samstag, den 21.9.2019, eine etwa einstündige Führung durch den rund 1.500 Quadratmeter großen einstigen Bundesbank-Bunker geplant und wollen den Besuch mit einer herrlich kurvenreichen Motorradtour durch den Hunsrück an die Mosel verbinden.

Weitere Infos findest Du unter dem nachfolgenden Link:
Geheime Bunkertour
Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

Der südlichste Punkt Hessens ist hingegen Ziel einer Tagestour, zu der wir am Samstag, den 26.10.2019 einladen. Auf kleinen, kurvenreichen Straßen wollen wir durch den Odenwald fahren und dabei über weite Strecken dem Grenzverlauf zu Bayern folgen. Das Ziel ist Igelsbach, das mit den Attributen »hessisch – badisch – sympathisch« wirbt. Denn mitten durch das kleine Dorf verläuft die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen. Ein Kuriosum, das es nur ganz selten in Deutschland gibt – für uns ein Grund, dem Süden Hessens auf dieser letzten Tagestour in dieser Saison einen kurzweiligen Besuch abzustatten.

Weitere Infos findest Du unter dem nachfolgenden Link:
„Geteiltes“ Dorf
Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

Bei Rückfragen schreib einfach eine Mail an: kurvenfieber@mac.com

 

Dieser Stau hatte (auch) sein Gutes …

Manchmal haben Wahnsinns-Staus ja auch was Gutes. Am späten Nachmittag musste ich dienstlich nach Fulda – wieder einmal. Da das Wetter in den nächsten Tagen einigermaßen stabil zu bleiben verspricht, nehme ich das Motorrad. Morgens noch schnell ins Büro und kurz nach drei dann Richtung Domstadt. Wenn alles klappt, bleibt noch Zeit für ein paar kurvige Landstraßenkilometer. Soweit der Plan.

Weil die Fahrt mitten durch Frankfurt oft nervig ist, werfe ich mich am Nachmittag kurzerhand auf die Autobahn. Spätestens in Gelnhausen will ich runter von der Piste. Doch auf der A3 muss es einen heftigen Unfall gegeben haben. Der Verkehr staut sich kilometerweit dreispurig. Von hinten kämpft sich ein Abschleppwagen laut hupend an den Autos vorbei. Ihm vorweg fährt ein Servicewagen des gleichen Unternehmens, mit lauter Sirene, die an amerikanische Streifenwagen erinnert. Geholfen hat’s nicht – die Rettungsgasse scheint für viele immer noch ein Fremdwort zu sein.

Die Abfahrt Obertshausen bietet Gelegenheit, dem Chaos zu entfliehen. Zwar ist auch die Ortsdurchfahrt verstopft, aber anschließend läuft es. Zumindest bis kurz vor Gelnhausen. Denn am Abzweig zu A66 staut es sich schon wieder.

Bliebe ich auf der Autobahn, wäre ich – freie Fahrt vorausgesetzt – gegen 18:30 Uhr in Fulda. Fahre ich nur Landstraße, wird es voraussichtlich 19:00 Uhr werden – meint zumindest mein Navi. Da ich nun sowieso nicht mehr pünktlich ankommen werde, entscheide ich mich spontan für die zweite Variante.

Auf kleinen kurvenreichen Straßen geht’s zunächst Richtung Ronneburg. Die liegt so herrlich in der Sonne, dass ein kurzer Fotostopp Pflicht ist.

Die Ronneburg – einmal mit Motorrad …

… und einmal ohne

Der Niedermooser Teich ist das nächste Ziel. Vorwiegend auf Nebenstrecken fahrend, streife ich die Ausläufer des Vogelsberg. Es war (wieder einmal) eine gute Entscheidung, trotz später Stunde auf der Landstraße zu bleiben. Die Schatten, die mein Motorrad auf den Asphalt wirft, werden immer länger, führt die Straße durch den Wald, wird es merklich kühler und je länger ich unterwegs bin, desto leerer werden die Straßen. Die Zeit zwischen 18 und 20 Uhr ist mir im beginnenden Spätsommer zum Motorrad fahren die Liebste, das zeigt sich auch heute wieder. Jeder Kilometer ist ein Genuß.

Gelegentlich schieben sich einzelne Wolken vor die Sonne. Bei Grebenhain halte ich kurz noch mal an, um die abendliche Stimmung im Bild festzuhalten.

Abendstimmung im Vogelsberg

Jetzt sind es noch 40 Minuten und ich habe mein Ziel erreicht. Kurz vor sieben steht die gelbe G/S auf dem Hotelparkplatz.

Schön war sie, die heutige „Dienstreise“. Längst vergessen der elender Stau auf der Autobahn. Im Netz finde ich die Ursache: ein Sattelzug war auf einen Stau aufgefahren, hatte sich quer gestellt und damit eine Kettenreaktion ausgelöst. Ein weiterer Lkw, ein Kleintransporter und ein Auto wurden daraufhin ebenfalls in den Unfall verwickelt. Eine Mutter und ihr Kind verletzten sich leicht; auch der Fahrer des Kleintransporters musste ins Krankenhaus.

Aufgrund der aufwändigen Bergungsarbeiten musste die A3 zeitweise voll gesperrt werden. 15 Kilometer Stau und bis zu zwei Stunden Wartezeit waren die Folge. Ich weiß schon, warum ich so ungern Autobahn fahre – insbesondere, wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin. Aber: heute hatte es sein Gutes (wenn man das so sehen darf) – die herrliche „Umleitung“ wäre ich ohne Stau nicht gefahren …