Kaum ein Meter Asphalt …

ENDUROWANDERN IN LOTHRINGEN / Donnerstag, 2.5.2019 / 1. Tourtag – Wir haben Glück mit dem Wetter – wieder einmal. Statt der angekündigten ergiebigen Regenschauer ist es heute morgen nur ein wenig diesig und auch die Temperaturen sind noch angenehm.

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Morgenstimmung in Dun-sur-Meuse. Es ist ein wenig diesig.

Der Tag beginnt zudem mit einem (für französische Verhältnisse) ausgesprochen reichhaltigem Frühstück – Käse, Wurst, Eier, Müsli, Marmelade, alles da.

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Mit einem „kleinen Frühstück“ starten wir in den Tag. 

Heute wollen wir das Roadbook 1 abfahren. Die Strecke wird uns, auf vielen Nebenwegen, bis nach Verdun führen. Gut 180 Kilometer kommen so zusammen, eine stolze Leistung auf überwiegend unbefestigten Wegen – wenn wir denn alles fahren. Spätestens in Verdun werden wir einen Tankstopp einlegen müssen. Die KTM 250 Freeride von Dieter hat, ebenso wie meine Beta Alp 200, gerade einmal 6 Liter Tankinhalt. Da dürfte es spätestens bei 130 Kilometern Distanz eng werden. Vorsichtshalber haben wir beide noch einen kleinen Reservekanister dabei …

Schon die ersten Kilometer des heutigen Tages sind vielversprechend: kleine Waldwege wechseln sich ab mit schmalen Wiesenpfaden, breite Schottenspuren mit Trialpfaden, die den eigentlichen Weg kaum erkennen lassen. Gelegentlich gilt es einen abgebrochenen Ast zu überwinden, immer wieder gibt es morastige Stellen, die sich nur selten umfahren lassen. Alles ganz nach unserem Geschmack.

 

 

Nach einem kurzen Stopp am Straßenrand muckt die Beta. Beim Druck auf den Anlasser tut sich nichts. Sollte die Batterie schlagartig den Dienst versagt haben? Tacho und Blinker funktionieren noch – wir sind ein wenig ratlos. Schieben hilft, wenig später läuft „die Kleine“ wieder.

Also geht es wieder ab durchs Unterholz, auf teilweise abenteuerlichen und (für uns manchmal) anspruchsvollen Wegen. Ein breiter Boxer oder eine schwere Africa Twin hätten stellenweise keine Chance gehabt. Gut, dass wir die kleinen Enduros mitgenommen haben. Kreuz und quer geht es durchs Gelände, bis wir an einem imposanten Memorial eine erste Verschnaufpause einlegen.

 

 

Gegen Mittag erreichen wir dann Verdun. Gut 120 Kilometer stehen auf der Uhr. Also wird erst einmal eine Tankstelle gesucht. Eine „Total“ befindet sich in der Nähe. Die ist offen und es kann bar – und nicht am Automaten – bezahlt werden. Herrlich!

 

 

Nach dem Tanken gönnen wir uns endlich eine Kaffeepause. Die „Infrastruktur“ ist dürftig, im „Großen Osten“. Auf der gesamten Strecke gab es (gleich zu Beginn) nur eine einzige Möglichkeit mal einzukehren. Zielstrebig steuern wir jetzt „Le Brasero“ in der rue de Blamont 13 an und fragen Madame Yolande Decaix, ob wir auch nur einen Kaffee trinken könnten. Essen wollten wir eigentlich nicht. Wenig später stehen drei herrliche schwarze „double espresso“ mit aufgeschäumter heißer Milch auf der Theke – besser könnte es nicht sein.

 

 

An einer der Festungsruinen, die rund um Verdun liegen, legen wir kurz darauf einen Fotostopp ein. Das Gelände ist mittlerweile militärisches Sperrgebiet, die Tore zur Festung selbst sind fest verschlossen. Ein paar Schnappschüsse gelingen uns aber. Man mag sich nicht vorstellen, wie es hier im 1. Weltkrieg zuging …

 

 

So langsam treten wir den Rückweg an. Es bleibt weiterhin trocken, obwohl doch die Wettervorhersage für den Nachmittag Regenschauer rund um Verdun angekündigt hatte. Meist sind wir wieder auf unbefestigten Wegen unterwegs. Asphalt haben wir allenfalls dann unter den Stollenreifen, wenn wir von einem Feldweg in den nächsten Waldweg abzweigen – und auf den letzten acht Kilometern zurück zum Hotel.

 

 

In Dun-sur-Meuse angekommen, wird noch einmal vollgetankt. Ursprünglich hatte es im schriftlichen Briefing zur Tour geheißen, dass es in Dun nur Diesel geben würde. Zumindest sei das im vergangenen Jahr so gewesen. Ein netter Anruf in der Tanke selbst konnte uns diese Sorge aber nehmen. Super95 sei vorrätig – Luft und Wasser gäbe es auch und jeden Tag, bis auf Montag, sei die Tankstelle bis 19 Uhr geöffnet. Merci 😉

Im Hotel angekommen, wird erst einmal das Werkzeug ausgepackt. Jetzt muckt auch die DR 650 von Jörg. Ich konnte die kleine Alp wenigstens noch ankicken – bei der große Suzi aber gibt es nur einen E-Starter. Und der scheint nicht mehr zu funktionieren. Zu allem Überfluss fängt es jetzt auch noch an zu regnen – Punktlandung! Immerhin sind wir trocken angekommen! Also wird das Moped kurzerhand in den überdachten Gang vor den Hotelzimmern geschoben – so lässt es sich prima schrauben.

 

 

Es wird geprüft und gemessen – Spannung ist da, offensichtlich alles in Ordnung. Warum aber geht der Anlasser nicht? Offensichtlich hatte sich der Kupplungshebel verstellt und so auf den Killschalter am Lenker gedrückt. Kaum ist alles richtig justiert, brummt der große Einzylinder wieder. Geht doch 😉

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Boeuf Stroganoff – nach einem so tollen Tag darf es etwas Besonderes sein.

Mit einem leckeren Abendessen im nahegelegenen Restaurant „Les Colimencarts“ beschließen wir den tollen Tag und freuen uns auf das morgigen Enduro-Abenteuer. Da wollen wir hoch in den Norden, Richtung belgische Grenze fahren – wenn das Wetter mitspielt. Aber da sind wir, wie immer, zuversichtlich.

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Jörg hat den Routenverlauf in einem kleinen Video zusammengefasst. Das wollen wir Euch zum Abschluss nicht vorenthalten. Hier ist der Link zum Relive.

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HINTERGRUND-INFOS

Tanken in Verdun:

Total
4 av du General de Gaule
55100 Verdun

Kaffeepause in Verdun:

Le Brasero
Madame Yolande Decaix
13 rue de blamont
55100 Verdun
Tel.: 03 29 86 34 29

Tanken in Dun-sur-Meuse:

Station Doer
55110 Dun-sur-Meuse
Tel.: 03 29 80 86 72

Abendessen in Dun-sur-Meuse:

Les Colimencarts
15 rue Sainte-Margueritte
55110 Dun-sur-Meuse
Tel.: 03 29 80 81 80

www.les-colimencarts.fr

Übernachtung in Dun-sur-Meuse:

Relais Fasthotel „Le Rale des genets“
21-23 Rue Sainte Marguerite
F 55110 Dun-sur-Meuse
Telefon: 03 29 83 80 85

www.hotel-le-rale-des-genets.com
E-Mail: hotel.leraledesgenets@orange.fr

oder
Fast-Hotel Direkt-Link

 

Routenplanung und Ansprechpartner für die Roadbooks:

Ad Ketelaars
E-Mail: offroad_trips@hotmail.com

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