Nichts geht mehr …

Der Wind hat kräftig aufgefrischt in der Nacht und lässt die Fenster kräftig klappern. Als um sieben der Wecker klingelt, wirft die aufgehende Sonne ihre ersten Strahlen schon auf die umliegenden Berge – auch wenn sie selbst noch nicht zu sehen ist.

Die ersten sitzen schon um halb acht beim Frühstück, wollen wir doch um 9 Uhr starten. Der Stausee „Lago di Luzzone“ im „Valle di Blenio“ ist unser erstes Ziel.

Auf Nebenstrecken geht es Richtung Bellinzona und dann weiter nach Biasca. Hier verändert sich das Tal, wird wilder und eigentümlicher. Von hohen Bergen umgeben verläuft die gut ausgebaute Straße Richtung Lukmanier über viele Kilometer im Schatten; wie gut, dass ich heute morgen doch noch den Fleece-Pullover abgezogen habe 😉

Es geht stetig bergan. Heftige Windböen packen uns ab und an, als wir den Abzweig hoch zum Stausee hinauf fahren. Hinter dem vor uns liegenden Bergmassiv türmen sich dichte Wolken auf; der kräftige Wind pustet einen leichten Schleier an Feuchtigkeit zu uns herüber. Zeit für eine erste Kaffeepause, die wir am Gasthaus, hoch oben am Stausee, einnehmen. Heiße Schokolade ist der Renner.

Linkerhand der Stausee, den kräftige Winde mächtig aufwühlen …

rechterhand ein sonniger Blick ins Tal.

Das Wetter in den Bergen kann schon verrückt sein.

Während Dieter mit seiner Gruppe noch einen kurzen Abstecher zum Lukmanier unternimmt – um ein Gipfelfoto bei leichtem Schneegestöber zu machen – nehmen wir direkten Kurs zum Lago Ritom. Auf abenteuerlich schmalen Wegen geht es hoch bis auf 1.800 Meter. Wir parken direkt unterhalb der Staumauer und freuen uns auf eine heiße Minestrone im Refugio.

Nach dem Essen gibt es dann noch ein „Gipfelfoto“ auf der Staumauer, dann geht es wieder steil bergab.

Wir unternehmen  einen kurzen Abstecher zum alten Gotthard-Heilanstalt, die seit vielen Jahren dem Verfall preis gegeben ist und deren morbider Charme etwas Unheimliches ausstrahlt.

Auf dem Rückweg zum Hotel rollen wir durch Val Leventina und statten Heidi einen Besuch ab. So heißt einer der rund 9 Meter im Durchmesser messenden Bohrköpfe, mit denen der neue Gotthard-Tunnel gebohrt wurde.

So langsam wird es Zeit für die nachmittägliche Kaffeepause. Wir finden ein kleines Grotti und gönnen uns zum Kaffee noch ein Stück leckeren Kuchen.

Kaum im Hotel angekommen, ereilt mich ein Hilferuf: Charlys Motorrad muckt und macht schreckliche Geräusche. Ob wir ihn nicht mit dem Begleitbus abholen könnten. Fahren ginge irgendwie nicht mehr ;-(

Wenig später nehmen wir den Havarierten in seinem VW-Bus auf und überlegen, was wir machen können. Die Reise abbrechen und nach Hause fahren, ist keine Option. Mal sehen, was uns sonst noch so einfällt …

Eine Antwort zu “Nichts geht mehr …

  1. Das list sich wunderbar.
    Mit dem Wetter scheint Ihr ja auch Glück zu haben.
    Da wir es für Charly vllt. Zeit für was neues?
    Erst mal hoffe ich für ihn dass es reparierbar ist.
    Grüsse aus Wiesbaden (Das Ersatzteil wurde heute morgen eingesetzt und funktioniert)
    Uli

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