Monatsarchiv: September 2015

Kein Schnee auf 2642 Meter

Die Sperrung der D 1091, von Les Deux Alpes Richtung Col du Lautaret, hat unsere Pläne ein wenig durcheinander gewirbelt. Zwar war schnell eine Alternative gefunden, aber die Endurotruppe musste so doch deutlich mehr Asphalt fahren, als ursprünglich geplant.

Glücklicherweise wartet gleich nach der Barrage du Chambon ein Schotterstückchen der Extra-Klasse auf uns. Zunächst nach harmlos ansteigend, kämpfen wir uns schon bald, in Höhenlagen von gut 2000 Meter durch ein langes Geröllfeld mir tiefen Aufbrüchen im Untergrund – und natürlich ohne Randsicherung.

Von dieser Etappe gibt es ein kleines Video:

 

Die Berge vor uns trugen alle schon ein weißes Häubchen vom ersten Schneefall, so dass die Frage ist, wie es wohl am Galibier aussehen wird. Der ist immerhin knapp 2700 Meter hoch …

Doch zunächst müssen wir noch mal den Croix de Fer „bezwingen“, den wir gestern schon in entgegen gesetzter Richtung gefahren sind. Am Abzweig zum Glandon legen wir in einer kleinen Bar eine kurze Mittagsrast ein; schon bald gesellt sich Georg mit seiner Truppe zu uns. In St-Michel-de-Maurienne tanken wir noch mal voll – und treffen Stefan mit seiner Gruppe.

Alle haben wir das gleiche Ziel: den Col du Galibier. Bei strahlendem Sonnenschein und ganz wenig Verkehr starten wir zur gut 34 Kilometer langen Etappe. Freies Fahren ist angesagt, so dass jeder auf seine Kosten kommen kann. Doch gleich zwei Pannen unterwegs trüben die gute Laune und werfen den Zeitplan erneut über den Haufen.

Letztlich müssen wir den geplanten Abstecher zum Col de Granon, von dem aus eine unbefestigte Piste ins Valée de la Clarée führen soll, streichen und fahren aus Zeitgründen gleich ins Hotel.Edit

Morgen wird es dafür (hoffentlich) deutlich mehr Schotter geben: die Assietta und der Sommeiller stehen dann auf dem Programm.

Fotostopp während des Enduroabenteuers – auf über 2000 Meter.

Was für ein toller Tag

Lange Gesichter beim Frühstück. Es regnet. Die ganze Nacht und jetzt auch am Morgen. Gut 300 Kilometer liegen vor uns und etliche Pässe, einige davon fast 2000 Meter hoch. Spaß macht das nicht.

Doch wie so oft, reißt um 9 Uhr der Himmel auf. Nur die Straße ist noch nass, am Himmel sind schon erste blaue Lücken zu erkennen. Geht doch.

Doch erst einmal geht nichts. In jeder unserer drei Gruppen ist mindestens einer, der möglichst bald tanken muss. Und im Ort gibt es nur eine Automatentankstelle, die  sich bei deutschen Kredit- oder EC-Karten sehr wählerisch zeigt. Da ist ein Drama vorprogrammiert.

Nachdem wir eine gute halbe Stunde den Tankautomaten traktiert haben, sind alle Tanks randvoll und es kann losgehen. Über den Col de la Colombiere geht es zum Col de Araviz. Hier zweigen wir ab und nehmen auf wilden Schotterpfaden den Col de l‘ Arpetaz unter die Stollenreifen. Einsam ziehen wir unsere Bahn durchs Gebirge und genießen die fantastische Aussicht auf die bereits verschneiten Gipfel der umliegenden Berge.

Diese Etappe haben wir in einem kleinen Video zusammengefasst.

 

Vorbei an Albertville fahren wir auf Nebenstrecken zum Co de la Madeleine. Kurz hinter dem Pass zweigt ein unbefestigter Weg zum Lac de Loup ab. Auch von diesem Abschnitt gibt es ein kleines Video:

 

Der schmale Schotterweg trifft am Col de Chaussee wieder auf Asphalt; von hier ist es nicht mehr weit nach Montvenier. Hier stürzt sich ein gerade einmal autobreites Sträßchen in engen Kehren ins Tal.

Kurz darauf gewinnen wir, bei St-Julien-Mont-Denis, auf einer Straße, die einem Korkenzieher gleicht, wieder an Höhe. Kurz hinter dem Con du Mollart legen wir noch ein kurzes Kaffeepäuschen ein, bevor wir Kurs auf den Col de la Croix du Fer nehmen. Auf 2067 Meter liegt die Passhöhe – hier oben sieht es fast aus, wie auf dem Mond.

Gut 40 Kilometer noch und wir sind im Hotel. Les Deux Alpes erreichen wir auf Nebenstrecken. Den ganzen Tag über war es trocken, doch fünf Kilometer vorm Hotel fängt es wieder an zu tröpfeln. Egal, an der Bar prasselt schon der Kamin und wir werden äußerst herzlich empfangen im Hotel Valentin.

Zum Abendessen gibt’s Raclett und zum Nachtisch Blaubeertarte. Genau der richtige Abschluss eines erlebnisreichen Tags wie heute. Morgen wollen wir nach Bardonecchia – und müssen die Route umplanen. Die D 1091 ist kurz hinter Les Deux Alpes gesperrt. Die Straße sei weggerutscht, heißt es. Wir werden schon eine schöne Alternative finden.

Aussicht am Abzweig zum. Lac de Loup.

Durchwachsene Aussichten

Über die A5 Richtung Basel zu fahren war eine blöde Idee. Das stellte sich schon auf den ersten Kilometern raus. Staus und zählfließender Verkehr ohne Ende.

Also in Ifezheim die Rheinseite gewechselt – und schon liefs. Über Straßburg und Collmar mach Basel und dann einmal quer durch die Schweiz. Den Tempomat auf 118 km/h programmiert und einfach laufen lassen.

Nahe Genf prasselt der erste Regenschauer nieder. Für die ersten Tage der Woche sind sie Aussichten durchwachsen. Hoffentlich täuscht sich der Wetterbericht …

Nahe Cluses liegt das Hotel. Direkt an der Autobahnabfahrt – wie praktisch. Schnell ausladen, so lange es noch trocken ist. Da das Restaurant heute geschlossen ist, stürmen wir die nächste Pizzeria. Die ist über unser Kommen informiert, aber doch ein wenig überfordert. Wenn 35 Mann (und Frauen) gleichzeitig Hunger haben …

Satt werden wir schließlich alle. Kurz vor dem Schlafen noch mal einen Blick auf die Wetter-App geworfen – schauen wir mal.

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Eine so leckere Vorspeise stimmt uns auf das leckere Essen der nächsten Tage – in Frankreich und Italien – ein.

Der grüne Koffer

Da ist er wieder, der grüne Koffer. Und das bedeutet: schon bald starten wir zu unsere nächsten, mehrtägigen Motorradtour. Immer dann fragt einer unserer Teilnehmer nach, ob er seinen Koffer vorbeibringen dürfe, damit wir diesen im Begleitbus mitnehmen.

Machen wir doch gerne. Denn schon am Samstag geht’s los – zunächst Richtung Genfer See, von da nach Les Deux Alpes und weiter nach Bardonecchia. Ganz im Süden bleiben wir zwei Tage in Cuneo, bevor es über Bardonecchia wieder zurück an den Genfer See geht.

Sieben Fahrtage über die schönsten und höchsten Alpenpässen – und mit einer Gruppe auch auf alten Schottepässe gen Süden. Herrlicher Ausklang einer abwechslungsreichen Motorradsaison.