Tagesarchiv: 08/05/2013

Alle Gruppen bunt gemischt

TOURBERICHT KORSIKA
Mittwoch, 8. Mai 2013 | 8. Tag

Individualität ist Trumpf. Und weil unsere Teilnehmer ganz unterschiedliche Wünsche haben, wollen wir diesen heute wieder mal Rechnung tragen. Deshalb fährt Michal, mit allen, die Interesse an einer Bootstour haben, nach Bonifatio. Von der südlichsten – und angeblich auch schönsten Stadt Korsikas – geht es mit dem Schiff aufs Meer hinaus und hinein in die Grotten. Anschließend ist ein Bummel durch die Altstadt angesagt.

Stefan und Georg hingegen wollen mit den übrigen Teilnehmern den südlichsten Zipfel Korsikas auf dem Motorrad erkunden, während ich mit Uli und Andreas, da wo möglich, Enduro fahren möchte.

Nachdem alle den Hotelparkplatz verlassen haben, starten auch wir. Sartene ist das erste Ziel. Mitten durch die Altstadt führt eine schmale Gasse, die uns zur D 65 bringt. Die schlängelt sich kurvenreich ins Tal hinab. Schnell ist der Einstieg zur ersten, unbefestigten Piste gefunden, die uns im Halbkreis zurück nach Sartene führt.

Auf dem belebten Marktplatz legen wir eine erste kleine Pause ein. Unter Plantanen sitzend, trinken wir einen Kaffee und beobachten das muntere Treiben. Kinder spielen, Hunde kläffen, junge Frauen flanieren und alte Männer sitzen rauchend auf der Bank und lassen das Leben an sich vorbei ziehen – herrlich!

Weiter geht es, auf kleinen rumpeligen Straßen Richtung „Col de Bavella“. Weit unterhalb des Gipfels zweigt eine Kilometer lange Piste durch den Wald ab: Auswaschungen, grober Schotter, etwas Sand, tiefe Rinnen und eine schöne „Flußdurchfahrt“ fordern unsere ganze Konzentration. An einer Wasserstelle halten wir für ein kleines Picknick und verschnaufen ein wenig. Toll, dass so etwas auf Korsika möglich ist.

Über den „Col de St Eustache“, der durch eine faszinierende Landschaft führt, fahren wir langsam zurück zum Hotel. Auf dem Passhöhe zweigt links nach ein interessanter unbefestigter Weg Richtung Süden ab. Aber es ist schon spät und wir sind müde. Zudem lässt die Konzentration nach. Also: das nächste Mal – ein Grund zum Wiederkommen 😉

Noch einmal essen wir im quirligen Hafen zu Abend und nehmen so langsam Abschied von Korsika. Morgen fahren wir zurück nach Bastia. Um 20 Uhr legt die Nachtfähre nach Toulon ab. Mit der fahren wir zurück aufs Festland

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Die Landschaft auf Korsika ist immer wieder grandios. Hinter jeder Kurve eine neue Perspektive.

Kein Picknick auf 1675 Meter

TOURBERICHT KORSIKA
Dienstag, 7. Mai 2013 | 7. Tag

Das „Defilé de l’Inzecca“ wird der nördlichste Punkt unserer heutigen Tagestour auf Korsika sein. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Wir starten, wie immer, um 9 Uhr und halten uns grob Richtung Norden. Die kurvenreiche D 69 schlängelt sich durch eine faszinierende Berglandschaft. Nach einer guten Stunde Fahrt haben wir den 1195 Meter hohen „Col de la Vaccia“ erreicht. Eine Rotte freilaufender Wildschweine liegt faul in der Sonne und weckt unser Interesse. Schnell sind ein paar Schnappschüsse gemacht; dann geht es auch schon weiter.

Bei der ersten Kaffeepause beschließen wir, heute zur Mittagszeit ein Picknick zu machen. Vielleicht an der Liftstation zum Skigebiet, an der Capanelle-Hütte? Erfreulicherweise finden wir „in den Bergen“ bald darauf einen kleinen „Supermarkt“, decken uns mit reichlich Wurst, Käse und Baguette ein – und fahren weiter, durch prächtige Wälder, mal bergauf, mal bergab.

Im Schatten des „Monte Renoso“ finden wir den Abzweig zur Skihütte und schrauben uns Meter für Meter nach oben. Das kleine, schmale Sträßchen ist in einem deutlich besseren Zustand als erhofft. Bei 1675 Meter ist der Endpunkt erreicht. Auf einem großen Plateau stellen wir die Motorräder ab und genießen die herrliche Aussicht. An den Hängen finden sich noch reichlich Reste von Schnee, zudem bläst ein kräftiger Wind, so dass wir beschließen, das Picknick im Tal einzulegen.

Schnell ist ein idyllisches Plätzchen gefunden. Eine leere Packrolle dient als Tischdecke, auf der die lukullischen Leckereien ausgebreitet werden. Im Gras sitzend genießen wir Käse und Wurst und lassen es uns so richtig gut gehen.

Bald darauf haben wir den nördlichsten Punkt der heutigen Etappe erreicht und schwingen durchs „Defilé“ – eine schmale Klamm, in der die Felsen dicht an die Straße rücken.

Am späten Nachmittag erreichen wir dann das „Bavella-Tal“. Mehrere Berggipfel stehen hier dicht hintereinander und bilden so eine imposante Kulisse. Diffuses Licht taucht die Szenerie in etwas Geheimnisvolles. Dabei erinnern die gezackten Gipfel an Montserrat – die „gesägten“ Berge – in Spanien.

Ein kleiner Fotostopp noch, bei dem sich wieder einmal ein Wildschwein zu uns gesellt, dann sind wir zurück im Hotel. Gegessen wird abermals im Hafen, dann wollten wir eigentlich zu Bett gehen. Doch einer unserer Teilnehmer hat seinen Schlüssel auf dem Zimmer liegen lassen – und die Rezeption ist nicht mehr besetzt!

Was tun? Die Schließzunge mit eine EC-Karte zurückschieben? Geht nicht. Über den Balkon klettern? Zu gefährlich. Auf einem Stuhl im Flur schlafen? Zu ungemütlich. Da entdecken wir an Eingang eine Telefonnummer, rufen an und versuchen mit dem wenigen französisch, das wir sprechen, unser Problem zu schildern.

„Dix minutes“ hören wir und hoffen, dass daraus keine französischen zehn Minuten werden. Weit gefehlt: wenig später fährt ein Auto vor und ein freundlicher Korse löst mit dem Generalschlüssel das Problem. So geht auch dieser abwechslungsreiche Tag für Alle letztlich zufrieden zu Ende.

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Käse, Salami und frisches Baguette – fertig ist das Picknick zur Mittagszeit