Vertraue nie dem Wetterbericht

In der vergangenen Woche haben wir immer wieder mit Interesse den Wetterbericht für Südtirol verfolgt. Innerhalb weniger Tage bot die Vorhersage alles, was Meteorologen so im Angebot haben: von heftigem Dauerregen bis hin zu strahlendem Sonnenschein war alles dabei. Und jeden Tag eine neue, wieder andere Prognose.

Nachdem für den heutigen Sonntag eigentlich Regen vorhergesagt war, schien am Morgen die Sonne, auch wenn immer wieder dunkle Wolken aufzogen. Davon ließen wir uns jedoch nicht beirren und starteten zunächst Richtung Pustertaler Höhenstraße. Nach heftigen Asphaltaufbrüchen und einem Erdrutsch wird der Abschnitt zwischen Thal und Bannberg derzeit instandgesetzt; der Rest der herrlich schmalen Straße aber war (zumindest am Wochenende und in den Abendstunden) befahrbar. Geplant ist, die Pustertaler Höhenstraße in den nächsten Jahren weitgehend Bustauglich auszubauen – was sehr schade wäre.

In Huben, am Abzweig zum Deferegental, legen wir eine kleine Kaffeepause ein. Das Glockengeläut der nahegelegenen Kirche erinnert uns daran, dass Sonntag ist. Kaum ist der Gottesdienst vorüber ,“stürmen“ die Kirchenbesucher „unser“ Lokal zum Frühschoppen; Zeit zum Aufbruch.

Laut Navi sind wir um 10:50 Uhr am Staller Sattel. Das passt, ist doch nur ab der vollen Stunde bis Viertelnach die „Abfahrt“ nach Italien möglich. Auf 2052 Meter liegt die Grenze; wir mogeln und am langen Autostau vorbei, um am Parklatz neben dem kleinen Kiosk ein paar Fotos machen zu können.

Kaum ist der Fotoapparat wieder eingepackt, stellen wir fest, das direkt vor der Ampel noch Platz für sieben Motorräder ist. Die Chance lassen wir uns natürlich nicht entgehen und sind damit die Ersten, als die Ampel auf Grün springt. Toll!

Nach dem Mittagessen biegen wir ab Richtung „Val Badia“. Auf kleinen Sträßchen fahren wir rund um den Kronplatz. In Zwischenwasser nehmen wir den Abzweig recht auf die SS 244, um bei Mantana den Abzweig in eine winzig kleine, parallel verlaufende Nebenstraße zu finden. Im ersten Versuch landen wir auf einem entlegenen Bauernhof, der zweite Versuch ist erfolgreich. Kilometerlang schnurren wir über ein schmales Asphaltband und sind fast ganz für uns alleine.

Überhaupt ist Anfang Juni wenig los in Südtirol. Das haben wir schon bei den zurückliegenden Reisen in der Vorsaison festgestellt.

Die obligatorische, nachmittägliche Kaffeepause legen wir knapp unterhalb des Falzarego ein. Es ist immer wieder faszinierend, die sich stetig ändernden Schatten der Wolken auf den kahlen Wänden des Dolomitengesteins zu beobachten. In Cortina gilt es auf die Schnelle eine Tankstelle zu finden, droht einem Suzi-Fahrer doch der Sprit auszugehen. Den damit verbundenen, letztlich erfolgreichen Kampf mit dem Tankautomaten verfolgen die übrigen BMW GS-Fahrer mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Über den Passo Tre Croci geht es, vorbei am idyllisch gelegenen Misurinasee, zurück nach Innichen. Zum Tanken fahren wir noch einmal nach Österreich; gut 40 Cent Preisunterschied pro Liter rechtfertigen den kleinen Umweg.

Auch wenn manchmal bedrohlich dunkle Wolken am Himmel hingen, blieb es doch den ganzen Tag sonnig und trocken – obwohl doch das genaue Gegenteil vorhergesagt war. Insofern blicken wir optimistisch auf den morgigen Tag: da ist Dauerregen angekündigt.

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Das „Fahrerlager“ am frühen Morgen. Gleich starten wir zu unserer ersten Tour. Ziel ist unter anderem der Staller Sattel.

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