Petrus hatte ein Einsehen

Die Regenfahrt am Samstag: vergessen. Als am Sonntagmorgen um 6 Uhr (!) die Kirchturmglocken läuten genügt ein verschlafener Blick aus dem Fenster und schon ist klar: heute wird ein guter Tag werden. Dass, was da draußen rauscht ist nur die Albula, die direkt am Hotel vorbei fließt.

Nach dem ausgiebigen Frühstück geht’s kurz nach 9 Uhr los. Erstes Ziel ist Filisur. Ein Fotostopp am Landwasserviadukt wäre schön. Zwei zuvor im Garmin gesetzte Wegpunkte nahe der Eisenbahntrasse schaffen zumindest theoretisch die Möglichkeit eines guten Bildes. Vor Ort sieht jedoch alles anders aus. Die Schienen verschwinden irgendwo im Wald, von der Brücke ist hier nichts zu sehen. Dafür gibt’s ein Bild von grasenden Kühen unter Bäumen.

Der erste Paß an diesem Morgen ist der Albula. Von da aus geht es weiter zum Bernina. Kurzer Fotostopp am Bahnübergang mit Blick auf den verschneiten Gipfel nebst Gletscherzunge, dann ist die Passhöhe erreicht. Jetzt heißt es aufpassen, um
bei der Bergabfahrt den Abzweig nach Livigno nicht zu verpassen.

Während Dieters Gruppe kompakt beieinander bleibt, hat sich bei Uwe ein Bus in die Motorradfahrer gedrängelt. Und so verpasst einer der Teilnehmer den Abzweig, in dem verzweifelten Versuch, doch irgendwie an dem riesigen Gefährt vorbei zu kommen. Man kann ja nicht auf alles achten …

Eine halbe Stunde später sind alle wieder zusammen. Nach dem fast schon obligatorischen Tankstopp in der zollfreien Zone geht es Richtung Bormio und von da zum Umbrail. Uwe unternimmt noch einen kurzen Abstecher hoch zum Stilfser Joch, wo am Sonntagnachmittag riesiger Rummel ist.

Wie schön ist da doch die Fahrt über den abgeschiedenen Umrail. Offenpass und Fluela schließen sich an, dann ist die Runde für heute perfekt. Kurz nach 18 Uhr sind beide Gruppen wieder im Hotel.

Schön war’s, vor allem sonnig und trocken. Morgen geht’s Richtung Sankt Gotthard. Und der Wetterbericht schaut gut aus.

Trügerische Hoffnung

Diesmal sollte der Wetterbericht zutreffen. Von ausgiebigen Schauern am Alpenrand war die Rede – und die gab es zu genüge.

Zu Hause war das Wetter noch wie im April. Erst Regen, dann Sonnenschein und zur Abwechslung ein paar dunkle Wolken – die aber ohne Regen oder Sonnenschein. Also: vorsichtshalber die Regenkombi über die Gore gezogen und auch die „Gummifüße“ für die Stiefel rausgekramt. Ergebnis: bis Ulm war’s weitgehend trocken!

Dann aber kam es dicke: Regen, Regen, Regen – mal mehr, mal weniger, aber ununterbrochen. Die Fahrt durch den stickigen Pfändertunnel bei Bregenz, oft ein Graus, jetzt regelrechte Erholung: Hauptsache warm und trocken.

Gegen 17 Uhr war das Hotel in Tiefencastel erreicht. Die ersten Teilnehmer saßen schon frisch geduscht in der Gaststube. Keine zwei Stunden später waren dann auch die Letzten da. Müde, aber voller Erwartungen.

Was werden die nächsten Tage bringen? Heute ist die Schneefallgrenze auf 2000 Meter gesunken. Die Pässe, die wir morgen fahren wollen, liegen meistens bei 2500 Metern. Ob das klappen wird? Zumindest am Sonntagmorgen soll das Wetter noch durchwachsen sein, ab Mittag dann die Sonne scheinen. Lassen wir uns überraschen. Bis jetzt sind wir noch überall durchgekommen. Insofern sind wir zuversichtlich.

Auch die Polizei nutzt Facebook & Co

Wer von der Polizei geblitzt wurde – weil er zu schnell gefahren ist oder den nötigen Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat – konnte sich bislang oft rausreden. Im Anhörungsbogen wurde die Tat verneint; wurden von der Polizei dann Nachbarn oder Arbeitskollegen befragt, erkannten diese den Fahrer auf den Beweisfotos häufig nicht. Das Verfahren wurde dann meist eingestellt.

Jetzt geht die Polizei offensichtlich andere Wege. Im Zweifel wird bei Facebook nachgeschaut, ob der vermeintliche Täter da mit einem eigenen Profil hinterlegt ist. Sind die dort zu sehenden Fotos mit dem Blitzerfoto identisch, ist der Raser überführt. Ausreden helfen dann nicht weiter.

Ob wir das gut finden sollen? Richtig ist sicher, dass Raser und Drängler nicht ungestraft davon kommen sollten. Aber mit diesen Methoden?

Mehr dazu findest Du in einer Meldung von Focus-Online.

Jetzt mit Bordstrom

Nun brauche ich keine Sorgen mehr um die Videos mit der rückwärtigen Kamera zu haben. Dieter hat mir heute Abend eine Steckdose an die BMW gebaut, die den nötigen Strom liefert – und zwar dauerhaft.

Bislang musste ich hoffen und bangen: würde der Akku noch reichen? Muss ich zwischendurch die Aufnahme stoppen und gleich wieder neu starten, um sicher zu sein, dass die entsprechende Fahrsequenz auch abgespeichert ist?

Bricht während des Betriebs die Stromversorgung zusammen, ist der zuvor aufgenommene Film nicht zu gebrauchen. Es fehlt wohl ein „Abschluss“, die entsprechende Sequenz kann irgendwie nicht identifiziert werden. Ärgerlich!

Um das zu verhindern, hat die G/S nun auch am Heck eine Steckdose verpasst bekommen, so dass jetzt auch die hintere Videokamera dauerhaft mit Strom versorgt werden kann. Atemberaubenden Fahrsequenzen in der Schweiz und im Elsass steht nun nichts mehr im Wege. Wir werden es in gut einer Woche ausgiebig testen 😉

Vielen Dank: 20.000 Zugriffe

Am Samstag, den 4. Juni 2011, gegen 12:00 Uhr war es soweit: der 20.000 Zugriff auf unser Internet-Tagebuch erfolgte! Herzlichen Dank für Dein/Euer Interesse.

Seit September 2008 betreiben wir diese Seite, 371 Artikel in unterschiedlichsten Kategorien haben wir seither geschrieben. Mit 157 Aufrufen war der 13. Januar 2010 der bislang „aktivste“ Tag, mal schauen, ob wir das in nächster Zeit noch toppen können.

Während unserer Motorradtouren führen wir im Weblog ein aktuelles Tagebuch (was, mangels Internetzugang, nicht immer klappt). Ansonsten informieren wir über alles, was mit unseren Motorradtouren zu tun hat – und freuen uns immer wieder über ein Feedback.

Das nächste „Jubiläum“ wären 25.000 Zugriffe; mal sehen, wann wir soweit sind.

Schweizer Pässe

Am Samstag, den 18. Juni 2011, geht es los. Da treffen wir uns des abends in Tiefencastel, zu einer atemberaubenden Motorradtour über die schönsten, höchsten, entlegensten, unbekanntesten und gleichzeitig attraktivsten Pässe der Schweiz. Allein die Namen machen schon Lust, am liebsten gleich los zu legen:

Albula – Bernina – Forcella di Livigno – Passo d´Eira – Passo di Foscagno – Umbrail – Ofen – Fluela – Julier – Maloja – Splügen – San Bernadino – Lukmanier – Oberalp – Furka – Nufenen – Gotthard (Tremola) – Susten – Grimsel – Furka – Oberalp – Klausen – Pragersattel – Aecherli – Glaubenberg – Glaubenbielen

Einmal kreuz und quer durch die Schweiz – herrlich. Samstag ist Anreise, Sonntag werden wir uns vornehmlich im Nordosten der Schweiz bewegen (und nahe des Umbrailpasses vielleicht noch einen Abstecher zum Stilfser Joch unternehmen), Montag geht´s dann Richtung Gotthard, am Dienstag steht die große Gotthardrunde auf dem Programm und am Mittwoch werden wir auf weitgehend unbekannten Pässen zum Wilersee fahren. Hört sich gut an, oder?

Am Donnerstag fahren wir weiter ins Elsass, um dort den Rest der Woche zu verbringen. Mal sehen, wie viele Kilometer so zusammenkommen und wie die Reifen im Anschluss aussehen?

Noch gibt es für die Reise über die Schweizer Pässe ein paar freie Plätze. Vielleicht hast Du ja Lust? Eine kurze E-Mail genügt: kurvenfieber@mac.com.

Trackverlauf mit Bildern

Nachdem wir alle Routen/Tracks bereits auf der GPSies-Seite veröffentlicht haben, laden wir zur Zeit die Tracks von Uwe nebst einigen Bildern auf der Everytrail-Seite hoch. So wird die gefahrene Strecke noch anschaulicher.

Ein erstes Beispiel findest Du hier:

http://www.everytrail.com/view_trip.php?trip_id=1109654

Alle gefahrenen Strecken zum Nachvollziehen

Wo sind wir an welchem Tag mit wem im Jura unterwegs gewesen? Eine Frage, die umso schwieriger zu beantworten ist, je länger diese wunderbare Tour zurückliegt. Deshalb haben wir alle Tracks der jeweiligen Routen nun auf unserer GPSies-Seite veröffentlicht.

Die findest die Touren nach Tourguide geordnet, jeweils von Montag bis Freitag. Da wir fünf Tage unterwegs waren, ergibt das zusammen 15 Tracks. Um die gefahrenen Strecken in Gänze zu verdeutlichen, haben wir alle Tracks jedes Tourguides noch mal zusammengepackt. Macht zusammen 3 x 6 = 18 Tracks.

Den entsprechenden Link findest Du hier:

http://www.gpsies.com/mapUser.do?username=kurvenfieber

Du kannst Dir die gefahrenen Routen einzeln ausdrucken, runterladen oder als KML-Datei in Google-Earth öffnen. So lassen sich alle gefahrenen Strecken, auch die der anderen Gruppen, noch einmal nachvollziehen. Wir wünschen Dir viel Spaß dabei!

Aufbruchstimmung

TOURBERICHT FRANZÖSISCHER JURA
Samstag, 21.5.2011 | 7. Tag

Halb neun am Morgen und so gut wie niemand ist mehr am Frühstückstisch. Ein letztes Mal haben wir den leckeren Comté und Morbier genossen, Baguette gegessen sowie einen starken Milchkaffee getrunken und die französische Gastfreundschaft genossen, die im Hotel „Bois durmant“ deutlich mehr war, als dass, was man gemeinhin in Frankreich erwarten kann.

Noch vor 9 Uhr brummen die ersten Motoren. Allein oder in kleinen Grüppchen geht es nach Hause. Auf direktem Weg oder verbunden mit einer Zwischenübernachtung. Schön war sie gewesen, die Woche in der „Franche-Comté“, erlebnisreich und lustig, vor allem aber ohne Pannen, sieht man mal von einem platten Hinterrad und einer falsch eingestellt Kupplung ab.

Wir werden wiederkommen, ganz bestimmt! Jetzt aber geht es im Juni erst einmal in die Schweizer Berge und anschließend ins Elsass. Im Juli steht eine Tour durch den Harz auf dem Programm und dann das Sommerfest. Die Reise ins Riesengebirge ist ausgebucht, aber am Gardasee, im September, gibt es noch freie Plätze. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen – bei einer dieser oder jeder anderen Tour.

Einmal ganz in den Süden

TOURBERICHT FRANZÖSISCHER JURA
Freitag, 20.5.2011 | 6. Tag

Am letzten Tag unserer Motorradtour durch´s Jura statten wir am Morgen einer kleinen Käserei nahe Morbier einen Besuch ab. Zwar ist es nicht so ganz einfach, dem schnellen Redefluß der Bäuerin zu folgen, die uns in französischer Sprache den Produktionsprozess erläutert, aber alle, die der Landessprache mächtig sind, schnappen ein paar Brocken auf und so kriegen wir doch zusammen, worum es geht:

10.000 Liter Milch werden pro Tag verarbeitet, von „glücklichen“ Kühen, deren Zahl je Hektar Weidefläche streng limitiert ist. Auch die Region, in der Käse aus dem Jura produziert werden darf, ist klar abgegrenzt, das Ganze mit einem Gütesiegel dokumentiert. Die 40 Kilo schweren Leiber, die, nachdem die Milch erhitzt, mit Lab versetzt und stundenlang „durchgerecht“ wurde, in den Regalen des Kühlhauses lagern, werden einmal täglich mit einer Salzlauge eingerieben und maschinell gewendet.

Natürlich ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, Käse (und Wurst) aus der Region ins Topcase zu packen, als Mitbringsel für die Lieben daheim oder zum selberessen 😉

Bis zum Mittag waren wir dann wieder auf vielen kleinen, kurvenreichen Straßen unterwegs und näherten uns mit der „Cret de Beauregard“ dem südlichsten Punkt unserer Reise. Dunkle Wolken zogen auf, doch noch bevor der Regen kam fanden wir rechts des Weges ein nettes Restaurant, das zur Mittagsrast geradezu einlud. Vor die Frage gestellt, einen Bauernsalat für 13,50 Euro zu essen oder für 18 Euro ein viergängiges Menü zu bestellen, viel die Wahl nicht schwer und erwies sich als durchaus richtig. Am letzten Tag der Reise darf man auch mal richtig schlemmen.

Kurzer Fotostopp unterwegs

Wie erhofft waren nach dem Essen die Straßen wieder trocken, so dass wir, mit dem nötigem Gripp unter den Reifen, so langsam wieder Richtung Hotel fahren konnten. Bei Chézery-Forens galt es dann eine schwierige Entscheidung zu treffen: Sollten wir links abbiegen, um wie geplant über viele kleine Straßen Richtung St-Claude zu fahren – wo sich schon wieder dunkel Wolken türmten – oder sollten wir nicht lieber auf der D 991 bleiben und dem Regen hinterher fahren. Wir entschieden uns für die letztgenannte Variante und hatten wieder einmal Glück, dass der Plan aufging.

Kurz vor Champagnole war dann auch wieder die Sonne da, so dass wir den letzten Abend – und damit auch das letzte Feierabendbier – genießen konnten. Morgen treten wir die Heimreise an.