Ach, wenn es nur doch schon Frühjahr wäre

Das Alpenvorland zieht an mir vorbei – und damit Berge, die zu herrlichen Motorradtouren einladen würden. Ich sitze im Zug nach Kochel am See und wünsche mir meine BMW herbei – vor allem aber besseres Wetter. Draußen liegt Schnee und es ist bitterkalt. Vielleicht sollte ich mir doch endlich mal ein Gespann kaufen – nicht nur für knackige Wintertouren …

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Vor einem solchen Panorama mal Motorrad fahren – warum eigentlich nicht?

Das fängt ja gut an

Der Termin in der Werkstatt war längst schon vereinbart: Reifenwechsel, Ventile einstellen, frisches Öl. Da die G/S offiziell erst im März wieder auf die Straße darf, wurde das gute Stück am Mittwoch kurzerhand in den Ducato geschoben. Einmal verzurren, Tür zu – fertig.

Von wegen. Der Reifen hinten links am Transporter schien irgendwie zu wenig Luft zu haben. Tatsächlich, das Manometer zeigte kärgliche 0,5 bar. Kann ein Autoreifen im Stehen so viel Luft verlieren, frage ich mich und packe den kleinen Kompressor aus. Es dauert gut 10 Minuten, bis der Reifen wieder seine geforderten 4,5 bar hat. Erstaunlich, was so eine kleine Pumpe zu leisten vermag.

Beim Aufschrauben der Verschlusskappe ein verräterisches Zischen. Ich bewege das Ventil leicht hin und her – tatsächlich, der Ventilschaft scheint eingerissen. Das hatte ich vor gut einem Jahr schon mal, damals auf der rechten Seite. Merkwürdig, oder?

Ein kurzer Anruf bei der Werkstatt – ein Austausch des Ventils ist kurzfristig möglich. „Kommen Sie am Freitag gleich um 7:20 Uhr vorbei, dann können Sie darauf warten“, sagt mir die Servicekraft. Danke.

Also schäle ich mich zwei Tage später um 6 Uhr aus den Federn und stehe um zehn vor sieben frisch geduscht auf der Straße. Glücklicherweise arbeitet der Kompressor relativ leise, so dass ich bis zum losfahren noch mal 5 bar Luftdruck durchs poröse Ventil kriege. Wenn ich jetzt zügig durchkomme und die fünf Ampeln bis zur Werkstatt auf Grün stehen, sollte der Druckverlust noch nicht so gravierend sein, dass ich Schäden an der Karkasse befürchten muss – das ist zumindest der Plan.

Und der ging auf. Gut 5 Minuten später rolle ich auf den Hof der Werkstatt und messe gleich noch mal Luftdruck: 3,8 bar zeigt das Manometer. Das ist gerade noch so im vertretbaren Bereich.

Eine dreiviertel Stunde später ist die Welt wieder in Ordnung. Das Ventil ist gewechselt und der Ducato rollt gen Mömmlingen. Axel von „Zweirad Norten“ wartet schon darauf mein Schätzchen unter seine Fittiche zu nehmen. Der alte Boxer war auf den letzten Touren irgendwie ein wenig schwach auf der Brust. „Den stellen wir vor der Inspektion mal bei uns auf den Prüfstand“, hatte Axel angeboten. Jetzt bin ich gespannt …

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Mit Wagenheber und Schraubschlüssel wurde dem Ducato zu Leibe gerückt. Jetzt fährt er wieder prima.

Alles auf Anfang

Eigentlich war die Septembertour, die uns in die Alpen führen wird, schon so gut wie geplant. In google-maps waren die einzelnen Etappen grob geplant, die ersten Hotels schon angefragt und zum Teil bereits optioniert. Jetzt sollte es an die Feinplanung gehen.

Dabei stellte sich plötzlich heraus: Das gebuchte Hotel nahe der ligurischen Grenzkammstraße teilte mit Bedauern mit, dass leider der Kalender durcheinander geraten sei und just an den beiden Tagen, an denen wir kommen wollten, schon eine andere Gruppe da wäre. Aber unten an der Küste, da würden wir sicher noch was Passendes finden. Nur: da wollen wir nicht hin.

Da wir mit drei Gruppen unterwegs sein werden (zwei auf der Straße, eine zum Enduro wandern) brauchen wir Hotels mit mindestens 20 freien Zimmern. Und die sind außerhalb von großen Städten nur selten zu finden.

Auf der Suche nach einer Alternative passte dann der ganze Routenplan nicht mehr. Also: alles auf Anfang und die gesamte Tour noch mal komplett neu geplant. Nach einem Wochenende intensiven Kartenstudiums passt wieder alles – und eigentlich noch besser als vorher. Zwei Hotelzusagen fehlen noch, dann ist die Tour wieder rund.

Prima, dann die Nachfrage gerade nach dieser Reise – die uns vom 12.9. bis 20.9.2015 ins französisch-italienische Grenzgebiet führen wird – ist riesig: sowohl für die Pässetour, wie auch fürs Enduro wandern, sind jeweils nur noch zwei Plätze frei

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Während sich der Großteil unserer Gruppe auf famosen Alpenpässen „austoben“ wird, wollen wir mit einer Handvoll Enduristen lieber zahlreiche Schotterwege unter die Stollenreifen nehmen. 

750 GB an Fotos

Gut ins neue Jahr gekommen? Wir freuen uns schon auf die vielen Motorradtouren, die wir auch 2015 wieder mit Euch unternehmen wollen.

Die Feiertage haben wir genutzt, um mal Ordnung ins Fotoarchiv zu bringen. Seit dem Jahr 2000 fotografieren wir jetzt digital. Die ersten Aufnahmen entstanden bei unserer Tour durch Norwegen. Nach drei Tagen war auch schon wieder Schluss: während einer Fährfahrt durch einen Fjord rutschte die Kamera von der Sitzbank und quittierte auf dem harten Stahlboden erst mal den Dienst.

Eines der ersten (und in diesem Urlaub eines der letzten) digitalen Bilder zeigen wir hier mal. Seitdem wächst die Datenmenge unaufhörlich. Waren es 2001 noch  3,17 GB, die wir für alle Fotos einer Saison brauchten, sind wir im vergangenen Jahr schon bei 289 GB angekommen. Insgesamt summiert sich der Speicherplatz für alle Fotos die wir – gemeinsam mit Eurer Unterstützung – seither geschossen haben, auf unglaubliche 750 GB.

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Gruppenfoto, nachdem wir eine kleine Stabkirche besichtigt hatten. Die Regenkombis sollten mehr vor der Kälte, denn vor Nässe schützen.

Drei schöne vhs-Touren

Gleich dreimal bieten wir in der Motorrad-Saison 2015 schöne geführte Tagestouren für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises an. Rheinhessen, der Hunsrück und der Westerwald werden die Ziele sein. Los geht´s jeweils des morgens um 9 Uhr – an unterschiedlichen Treffpunkten.

Sa. 25.4.2015
Rheinhessen

Rheinessen ist das Ziel der erste Ziel der geführten vhs-Motorradtour in diesem Jahr. Das Hügelland und die angrenzende rheinhessische Schweiz bieten die perfekte Kulisse für eine beschauliche Tagesfahrt. Die vom Weinbau geprägt Region zwischen Alzey, Bingen und Worms gilt als das größte Weinanbaugebiet in Deutschland; unsere kurvenreiche Tour zwischen Reben und sanften Hügeln stimmt ein in die neue Motorradsaison und führt uns die regionalen Besonderheiten Rheinhessens vor Augen.

Treffpunkt: Rasthof Heidenfahrt an der A66 Richtung Bingen

Sa. 20.6.2015
Hunsrück 

Es geht hoch hinaus bei dieser Motorradtour. Es geht in den Hunsrück; das Ziel ist der 816 Meter hoch gelegene „Erbeskopf“. Vom Gipfel des höchsten linksrheinischen Berges nördlich der Vogesen reicht bei klarem Wetter ein prachtvoller Fernblicke bis zu den Vulkanbergen in der Eifel.

Treffpunkt: Rasthof Heidenfahrt an der A66 Richtung Bingen

Sa. 26.9.2015
Westerwald 

Ein erloschener Vulkan ist das Ziel der diesjährigen Saisonabschlusstour. Eigentlich sind es derer gleich zwei, denn die rund 650 Meter hohe Fuchskaute hat quasi zwei Gipfel. Weil Füchse hier oft ihre Höhlen – die man auch als Kaute bezeichnet – gegraben haben, trägt der höchste Berg des Westerwaldes diesen Namen. Und den wollen wir auf kurvenreicher Strecke unter die Räder nehmen.

Treffpunkt: vhs in Hofheim

Bei allen Touren legen wir unterwegs zwei Kaffeepausen ein (eine am Vormittag, eine nachmittags) sowie einen Stopp zum gemeinsamen Mittagessen.  Die Rückfahrt nach dem letzten Halt erfolgt individuell.

Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Mehr Infos per Mail an kurvenfieber@mac.com

Anmeldungen direkt über die Volkshochschule – am einfachsten über´s Internet: http://www.vhs-mtk.de und dann in der Suchmaske den Begriff Motorrad eingeben.

Gemeinsam mehr erleben 2015

Wir haben eine kleine Weihnachtsüberraschung für Dich! Die neue ADAC-Broschüre mit allen Touren und Trainings des Jahres 2015 ist fertig! Wir haben uns mächtig angestrengt, damit Du noch vor Weihnachten im aktuellen „Gemeinsam mehr erleben“ blättern – und Dich für „Deine“ Touren entscheiden kannst.

Wie immer gilt: Du hast als Teilnehmer unserer Motorradtouren die erste Möglichkeit der Anmeldung. Bislang steht die Broschüre „nur“ zum download auf der Homepage des ADAC Hessen-Thüringen (https://www.fsz-rhein-main.de/privatpersonen/motorrad-touren.html); gedruckt und verschickt wird sie „zwischen den Jahren“. Damit bist Du eine/einer der Ersten, die/der sich anmelden kann. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Dir uns allen anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Auch für die nächste Saison haben wir wieder ein attraktives Programm zusammengestellt, das sich an Deinen Wünschen orientiert. Dazu haben wir unsere Fragebogenaktion ausgewertet und entsprechende Prioritäten gesetzt:

Los geht´s im April mit einem kurvenreichen Wochenende an der Mosel. Die erste große Tour führt dann im Mai in die „Toskana des Nordens“, wie die Uckermark auch genannt wird. Am langen Himmelfahrt-Wochenende steht eine kurzweilige Tour in den Bayerischen Wald (und den angrenzenden Böhmerwald) auf dem Programm. Und Anfang Juni wird eine geführte Motorradtour von der Eifel an die Nordsee angeboten. In zwei kurzweiligen Tagesetappe führt die Route bis ans Meer, um dort ausgiebig Rast in den Dünen machen zu können.

Nach dem verlängerten Wochenende in der Eifel und den Ardennen laden wir Anfang Juli zum diesjährigen Sommerfest, das diesmal im Hunsrück stattfinden wird. Im August geht´s dann von den Bergen an die Küste. Von Österreich aus starten wir eine abwechslungsreiche Motorradreise, die bis zur slowenischen Adria führen wird und über das italienische Friaul zurück nach Österreich.

Eine ausgiebige Pässetour haben wir im September im Programm. Nahe des Genfer Sees wollen wir uns treffen, um sieben Tage lang die schönsten, höchsten, verschwiegensten, attraktivsten und fahrerisch anspruchsvollsten Passstraßen in Frankreich und dem angrenzenden Italien unter die Räder zu nehmen. Eine Tour, die für routinierte Motorradfahrer einen echten Leckerbissen darstellt.

Und mit alle Freunde des losen Schotters wollen wir eine Scouting-Tour zu den alten Militärpassen im französisch-italienischen Grenzgebiet unternehmen, um bei einer anspruchsvollen Endurowanderung die eine oder andere unbefestigte Piste unter die Räder nehmen zu können.

Mit einem verlängerten Wochenende im Drei-Länder-Eck nahe des Saarlandes lassen wir die Saison dann ausklingen.

Bei allen großen Touren haben wir wieder unseren Begleitbus für den Gepäcktransport dabei. Viel Spaß, gute Laune und den nötigen Entdeckergeist bringen wir sowieso mit 😉

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. Schreib uns einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com

Hier kannst Du die neue Broschüre downloaden:
ADAC_FSZ_RM_Broschüre_GME_2015_fin

Detaillierte Infos zu allen Touren findest Du auch auf dieser Seite – oben, unter dem Stichwort „Motorradtouren 2015“.

Eine verwegene Überlegung

Unsere Planungen für die nächste Saison laufen bereits auf Hochtouren, in den nächsten Tagen werden wir Euch unsere Vorschläge für die neuen Motorradtouren vorstellen können.

Vorab würden wir gern in Erfahrung bringen, wie groß Dein Interesse an einem durchaus „abenteuerlichen“ Reiseziel ist: wir überlegen, ob sich genügend „Unerschrockene“ für eine Fahrt nach Island finden lassen? Start Ende Juli 2015, Treffpunkt in Dänemark nahe der Küste, 2 Tage Fährfahrt bis Island, 7 Tage auf Island und 2 Tage Fähre zurück. Mit An- und Abreise gehen wir derzeit von mindestens 14 Tagen aus.

Auf Island würden wir auf der überwiegend durchasphaltierten Ringstraße einmal rund um die Insel fahren; die wenigen unbefestigten Passagen lassen sich auch mit ganz normalen Motorrädern bewältigen. Für (eigenständige) Abstecher ins Landesinnere wäre eine geländegängige Enduro mit entsprechender Bereifung von Vorteil; möglich sein soll das aber auch mit einer „richtig bereiften“ GS (oder ähnlichem Kaliber).

Für das Wetter können wir keine Garantie übernehmen – von grauselig kalt mit heftigem Regen bis zu einer Woche strahlendem Sonnenschein ist alles möglich.

Wir würden diese Tour mit Übernachtung und Frühstück anbieten; Mittag- und Abendessen würden von den Tourguides in Eigenregie und (aus Kostengründen) überwiegend als Picknick (Selbstzahler) organisiert. Ein Begleitbus für den Gepäcktransport ist nicht vorgesehen. Bei einer Distanz von gut 1700 Kilometern auf der Ringstraße wird wohl jeden Tag das Hotel gewechselt werden.

Erwarten würde Euch, neben kleinen Abenteuern, eine faszinierende Landschaft mit Eindrücken, an die sich Jeder noch lange erinnern wird. Island ist durchaus eine Reise wert!

An Kosten rechnen wir derzeit mit gut 3.000 Euro pro Person (für Übernachtungen im Doppelzimmer mit Frühstück, den Fährpassagen und den geführten Touren). Da wir bis zum November buchen sollten, um noch ausreichend freie Kapazitäten in den wenigen Hotels reservieren zu können, wollen wir schon jetzt nachfragen, ob Du bei einer solch eindrucksvollen Reise dabei sein möchtest. Tourguides wären Georg Mohnen und Stefan Beuler.

Bei grundsätzlichem Interesse wären wir für eine kurze Rückmeldung dankbar. Alle anderen Tourenvorschläge für das nächste Jahr schicken wir Dir – wie angekündigt – in den nächsten Tagen zu.

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Heute möchten wir kurz noch auf beiden Motorradtouren hinweisen, die wir zum Saisonabschluss anbieten. Von Freitag, den 3.10. bis Sonntag, den 5.10. brechen wir zu einem kurvenreichen Wochenende ins Rothaargebirge auf, wobei wir den Freitag (als Feiertag) schon für die gemeinsame Anreise nutzen wollen. (Preis ab 285 Euro inclusive Halbpension)

Und von Samstag, den 11.10. bis Sonntag, den 19.10. gehts für eine Woche in die Provence. Treffpunkt ist Bourg-en-Bresse, Ziel in der Provence der malerische Ort Mansosque. An- und Abreise mit Auto und Anhänger ist möglich. Das erste und letzte Hotel sind identisch. Unser Begleitbus für den Gepäcktransport ist natürlich wieder dabei. (Preis ab 745 Euro inklusive Halbpension).

Bei der Provencereise haben wir derzeit noch ein Einzel- und ein Doppelzimmer frei. Ähnlich sieht es bei der Wochenendtour ins Rothaargebirge aus.

Wir freuen uns über Anmeldungen Kurzentschlossener – und natürlich auf Dein Feedback zur angedachten Islandreise. Am einfachsten per Mail unter kurvenfieber@mac.com

Zum Abschluss noch mal in die Rhön

Die Wetter-Apps auf so manchem Handy verbreiten Unruhe. Draußen ist es bewölkt und die elektronischen Vorhersagen melden 90-prozentige Regenwahrscheinlichkeit in der Rhön. Ein Tag um im Bett zu bleiben?

Von wegen! Wir fahren, schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass die Vorhersage sich nicht bewahrheiten würde. Am Vormittag ist es noch ein wenig bewölkt doch schon nach der Kaffeepause reißt der Himmel so langsam auf. Zum Mittagessen sitzen wir bei strahlendem Sonnenschein im Berggasthof „Neustädter Haus“ und genießen von der Terrasse einen herrlichen Fernblick – und leckeres Essen.

Jetzt kommt der krönende Abschluss! Gut 150 kurvenreiche Kilometer durch die Rhön; immer wieder ein Traum. An der Eisenacher Hütte legen wir noch eine Kaffeepause ein und genießen riesige Windbeutel, Pflaumenkuchen mit Streusel und eine nicht minder herrliche Aussicht. Eine letzte Etappe auf dem Hochrhönring, dann geht es wieder Richtung Suhl.

Eigentlich sollten wir bei dem tollen Wetter bis zum Sonnenuntergang fahren. Aber die meisten Teilnehmer sind geschafft und 320 Tageskilometer sind ja auch eine ordentliche Leistung.

Am Ende der Tour ziehen die meisten das Fazit, dass es sich in Deutschland auch schön Motorrad fahren lässt und wir im nächsten Jahr mal eine Tour durch die deutschen Mittelgebirge ins Auge fassen sollten.

Mitte September geht’s aber zunächst noch für ein Wochenende in die Fränkische Alb, Anfang Oktober ins Rothaargebirge und zum Saisonabschluss, Mitte Oktober, für eine Woche in die Provence. Wer mitfahren möchte, einfach melden: kurvenfieber@mac.com

Uwe_Fr

Das „Land der offenen Fernen“ – in der Rhön lässt sich immer wieder schön Motorradfahren. Vor allem wenn einem der Hochrhönring alleine gehört.

Auf Luthers Spuren nach Eisenach

Die Sonne lacht vom Himmel, als wir morgens um 9 Uhr Richtung Eisenach aufbrechen. Gegen Mittag wollen wir die „Lutherstadt“ erreichen, werden aber nicht hoch zur Wartburg fahren, sondern zum „gegenüberliegenden“ Burschenschaftsdenkmal, von dem man einen herrlichen Blick auf die Stadt und die berühmte Festungsanlage hat. Kurvenreich geht es rund 170 Kilometer lang – unterbrochen nur von einer Kaffee- und einer Tankpause – auf herrlich kleinen Straße quer durch den Thüringer Wald.

Mit prachtvoller Aussicht genießen wir ein tolles Mittagsessen und fahren dann über den Inselsberg Richtung Oberhof. Während wir unterwegs noch eine kleine Kuchenpause einlegen (um den angeblich besten Thüringer Rahmkuchen) zu genießen, stärkt sich Georgs Truppe am Nachmittag mit einer leckeren, originalen Thüringer Bratwurst.

Kurz nach 18 Uhr sind alle zurück im Hotel. Nun bleibt uns nur noch ein Tourtag, der uns morgen in die Rhön führen wird.

Uwe_Do

Wieder waren wir vornehmlich auch kleinen kurvenreichen Straßen unterwegs. Thüringen ist ein tolles „Motorrad-Revier“.

„hoha strazza“ – die alte Handelsstraße

Wer sagt´s denn. Die Sonne lacht vom Himmel und wir fahren gen Westen; zunächst Richtung Philippstal und Vacha. Da überspannt die „Brücke der Einheit“ die Werra und verbindet so Thüringen mit Hessen.

786 wird erstmals die „hoha strazza“ erwähnt, eine Handelsroute, die das heutige Rhein-Main-Gebiet mit dem Thüringischen Becken verbindet und weiter nach Leipzig führt. Der Übergang über den Fluss war schon damals einer der Fixpunkte. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig soll die französische Armee auf ihrem Rückzug hier die Werra überquert haben und nach der Teilung Deutschlands verlief über die Brücke die deutsch-deutsche Grenze.

Mittag machen wir in Bebra, einst einer der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte in Deutschland. Auch auf dem Weg zurück ins Hotel wechseln wir immer wieder von einem Bundesland ins andere: von Thüringen nach Hessen und zurück nach Thüringen. Dabei erinnern große Hinweisschildern an den Verlauf der einstigen Grenze, von der heute so gut wie nichts mehr zu sehen ist.

Mit einem weiteren Tag Verspätung treffe ich gegen 22 Uhr in Rohr ein, nachdem ich viel später als eigentlich geplant in Frankfurt starten konnte. Schnell wird das Motorrad ausgeladen und das Zimmer bezogen. Dann bleibt noch Zeit für nette Gespräche. Kaum angekommen, ist der Streß der vergangenen Tage wie verflogen. Morgen wird Motorrad gefahren!

Stefan_Mi

Der Thüringer Wald macht seinem Namen alle Ehre. Heute folgten wir dem Grenzverlauf zwischen dem einstigen „Deutschland Ost und West“.