Archiv des Autors: kurvenfieber

Erste Infos zum Motorradtourenprogramm 2012

Noch sind wir nicht ganz fertig mit den Planungen – es fehlen noch die Bestätigungen für´s Enduro- ud Trialtraining sowie den Erste-Hilfe-Kurs – die Termine für die Motorradtouren aber stehen fest. Und die wollen wir Euch auch gleich mitteilen.

Das haben wir für Euch geplant:

Fr. 27.04.2012 Sicherheitstraining für Tourteilnehmer
Sa. 28.04.2012 Tagestour nach dem Sicherheitstraining

Sa. 12.05. bis So. 20.05.2012 Bretagne

Sa. 02.06. bis Do. 07.06.2012 Schlemmerreise Südtirol
Do. 14.06. bis So. 24.06.2012 Schottland und die Highlands

Fr. 10.08. bis So. 12.08.2012 Sommerfest im Vogelsberg

So. 19.08. bis Sa. 25.08.2012 Waldviertel

Fr. 14.09. bis So. 16.09.2012 Wochenende Siebengebirge

Fr. 28.09. bis So. 07.10.2012 Katalonien (Autoreisezug optional)

Und für die Freunde des losen Schotters haben wir zwei Endurowanderungen im Programm:

So. 19.05. bis Sa. 25.08.2012 Endurowandern Waldviertel
Fr. 28.09. bis So. 07.10.2012 Endurowandern Katalonien (Autoreisezug optional)

Ein paar Sätze zu den Touren:

Wie in jedem Jahr wollen wir die Saison mit einem speziellen Sicherheitstraining für unsere Tourteilnehmer beginnen, das wir zu einem besonders günstigen Preis anbieten. Daran schließt sich – wie immer – eine geführte Tagestour an, die auch separat gebucht werden kann.

Bretagne: Die erste große Tour führt uns Mitte Mai in die Bretagne. Geheimnisvolle Menhire, malerische Dörfer entlang der faszinierenden Atlantikküste und so manche geheimnisvolle Burg säumen unseren Weg auf verschwiegenen Sträßchen. Eine Reise, die sicher ein besonderes Erlebnis werden wird. (Anreise mit Anhänger möglich)

Südtirol: Anfang Juni stehen dann die schönsten, höchsten, verschwiegensten und kurvigsten Pässe der Dolomiten auf dem Programm. Tagsüber wollen wir ausgiebig Motorrad fahren und uns am Abend von einem Sternekoch verwöhnen lassen. Bei Interesse starten wir zu einer Sonnenaufgangstour auf den Passo di Giau oder fahren an einem besonders schönen Abend bis in die Dämmerung Motorrad. (Kein Hotelwechsel)

Schottland: Mitte Juni geht es dann für zehn Tage in den Norden von Schottland. In IJmuiden bei Amsterdam gehen wir auf die Nachtfähre nach Newcastle, um bis hoch in die Highlands zu fahren. Oban, Ullapool und die Insel Sky sind nur einige Stationen dieser Reise. So oft wie möglich werden wir nahe der Küste unterwegs sein und mit Vorliebe auf kleinen, schmalen single-tracks fahren. So lassen sich Schottland und die Highlands am intensivsten erleben.

Sommerfest: Zum Sommerfest laden wir im nächsten Jahr in den Vogelsberg ein. Freitagnachmittag und am Samstag wollen wir zusammen Motorrad fahren – und wenn das Wetter mitspielt gemeinsam grillen.

Waldviertel: Das Waldviertel in Österreich, zwischen Linz und Wien gelegen, ist noch immer ein Geheimtipp. Eine Region, die dazu einlädt, einmal die Seele baumeln zu lassen. Kleine Straßen und eine beeindruckende Landschaft laden zu ausgedehnten Touren ein. Hier wollen wir eine Woche lang auf Entdeckungsreise gehen. (Kein Hotelwechsel).

Wochenende Siebengebirge: Im September wollen wir dann das Siebengebirge bei Bonn entdecken. Ein Wochenende lang geht es hier auf kurvenreichen Straßen immer wieder bergauf oder bergab.

Katalonien: Der Nordosten Spaniens, genauer gesagt Katalonien wird das letzte Ziel der Saison 2012 sein. Der Autoreisezug (optional) startet am Freitagabend ab Neu Isenburg; am Samstagmorgen sind wir in Narbonne und werden bereits die erste Nacht im Norden Spaniens verbringen. Nach einer abwechslungsreichen Tagestour entlang der Küste fahren wir ins Hinterland, Richtung Pyrenäen, und werden von hier aus zu herrlich kurvenreichen Tagestouren aufbrechen. Genau das Richtige, um die Saison 2012 gemeinsam abzuschließen.

Endurowandern

Im Waldviertel wollen wir eine Woche lang Endurowandern. Andi wird uns dabei als Ortskundiger mit seiner KTM den rechten Weg weisen. Eine zünftige „Wald4telrunde“ in den skandinavischen Norden ist dabei ebenso geplant wie eine Runde durch die Wachau oder das wilde Marienzellerland. Und wenn alles klappt, unternehmen wir auch eine „Scouting-Tour“ ins benachbarte Tschechien, um gemeinsam ein paar ganz neue Route zu entdecken. Klingt interessant, oder?

Auf Entdeckungsreise wollen wir auch in Katalonien gehen. Auf der Landkarte haben wir im Nord-Osten Spaniens viele gestrichelte Linien entdeckt, die für unbefestigte Straßen stehen. Vor Ort wollen wir mal ausprobieren, welche dieser Strecken sich tatsächlich mit einer Enduro befahren lassen. Nach dem Motte „Try-and-error“ werden wir dabei sicher viel Spaß haben.

Beide Endurowanderungen sollten auch mit Großenduros zu bewältigen sein. Die Teilnahme erfolgt jedoch auf eigene Gefahr und eigenes Risiko.

Weitere Infos (und Voranmeldungen) gerne per Mail: kurvenfieber@mac.com

Abschluss im Biergarten

Das wunderbare Thüringenwochenende ging mit einem gemeinsamen Mittagessen unter alten Kastanien zu Ende.

Ein toller Tag zum Abschluss der Saison

TOURBERICHT THÜRINGER WALD
Montag, 3. Oktober 2011 | 3. Tag

Es geht wieder nach Hause. Viel zu kurz war das verlängerte Wochenende, mit dessen Abschluss sich auch die Motorradsaison zu Ende neigt. Wir fahren auf Nebenstrecken zunächst nach Eisenach. Kurz bevor wir die Stadt erreichen, taucht linker Hand – weithin sichtbar auf der Göpelskuppe – das Burschenschaftsdenkmal auf. Der massive Rundbau aus Muschelkalk ist all jenen gewidmet, die an der deutschen Einheit mitgewirkt haben – allerdings nicht der aktuellen, sondern der, die durch Gründung des Kaiserreichs vollzogen wurde. Erbaut wurde es eigentlich, um den im Krieg von 1870/1871 gefallenen Burschenschaftern ein Denkmal zu setzen.

Unterhalb der Wartburg legen wir wenig später einen kurzen Fotostopp ein und fahren dann weiter Richtung Herleshausen und Wommen. Immer wieder kreuzen wir dabei die ehemalige Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland, die zwischenzeitlich mit großen Hinweistafel markiert ist. Natürlich muss auch eine solche im Bild festgehalten werden. Den letzten Halt legen wir in Vacha an der so genannten Friedensbrücke ein. Das aufwändig restaurierte Bauwerk steht unmittelbar an den Resten der alten Grenzbefestigung und eine Wachturms. In der historischen Altstadt von Vacha trinken wir noch einen Kaffee, bevor wir in Geisa – nahe „Point Aspha“ – unter alten Kastanien zu Mittag essen.

Geisa war einst die am weitesten westlich gelegen Stadt des Ostblocks. „Point Alpha“ war bis zum Fall des Eisernen Vorhangs ein wichtiger Beobachtungsposten im Verteidigungskonzept der NATO. Russen und Amerikaner standen sich hier Auge in Auge gegenüber. Hier, in der so genannten Fuldaer Lücke (Fulda Gap), erwartete das westliche Verteidigungsbündnis im Ernstfall eine Invasion der Truppen des Warschauer Pakts.

Das alles scheint weint entfernt und reichlich unwirklich. Wir genießen den herrlich sonnigen „Tag der Deutschen Einheit“ an historischer Stelle und lassen es uns noch einmal so richtig gut gehen. Dann ist Aufbruch angesagt. Es geht nach Hause, das lange Wochenende im Thüringern Wald neigt sich dem Ende zu.

Schön war es gewesen, wieder einmal. Wir freuen uns schon jetzt auf die vielen Touren, die wir für die kommende Saison im Programm haben werden. Und auf unser Nachtreffen, dass vom 18. bis 20. November 2011 in Bad Breisig stattfinden wird.

Fast alles ohne Mittelstreifen

TOURBERICHT THÜRINGER WALD
Sonntag, 2. Oktober 2011 | 2. Tag

Einmal quer durch den Thüringer Wald, bis an den Rand des Schiefergebirges – und das auf möglichst kleinen Straßen. Das hatten wir uns für den heutigen Sonntag vorgenommen. Die Sorge, dass der angekündigte, morgendliche, lang anhaltende Nebel unsere Fahrfreude ein wenig trüben könnte, erwies sich glücklicherweise als unbegründet. Punkt neun Uhr liefen die Motoren.

Zunächst ging es auf einer Nebenstrecke nach Georgenthal und dann über den Nesselberg immer Richtung Norden. Die Sonne schien, wann immer wir durch den dichten Wald in Thüringen fuhren, kroch ein wenig Kälte durch die Motorradkombi, die feuchten Wiesen glänzten und wir waren fast ganz alleine unterwegs – es war einfach herrlich. Viele der Straßen, die wir an diesem Tag unter die Räder nahmen, waren ohne Mittelstreifen und schlängelten sich schmal und kurvenreich durch eine herrliche Herbstlandschaft.

Kilometer lang windet sich das schmale Asphaltband zwischen Christes und Schwarze am Fuße des Dolmar entlang – heute Morgen haben wir den Thüringer Wald nur für uns. In Rohr bietet sich am Kloster die Gelegenheit für eine erste Kaffeepause. Doch dafür ist es eigentlich noch zu früh. Also fahren wir weiter – und befürchten, dass sich auf den nächsten Kilometern nichts Passendes wird finden lassen. Genau so ist es. Dafür finden wir in Schleusingen, direkt am Markt, eine nette Gaststätte in der historischen Altstadt.

Weiter geht es auf möglichst kleinen Straßen, nunmehr Richtung Osten fahrend. Nahe Cursdorf geraten wir in die „Startaufstellung“ eines Festumzugs, der das 109-jährige Bestehen der örtlichen Feuerwehr feiert, können aber gerade noch passieren. Auch ein Stück aufgerissene Straße mit einer kniffligen Schotterpassage kann uns nicht aufhalten. In Unterweißbach haben wir uns im Hirschen zum Mittagessen angekündigt und wollen pünktlich da sein.

Der viel zu kleine Tank einer KTM zwingt uns anschließend schon nach 160 Kilometern zu einem außerplanmäßigen Stopp bevor es über den Rennsteig so langsam wieder Richtung Hotel geht. Die Straßen werden breiter, damit nimmt auch der Verkehr wieder zu, für ein Feiertagswochenende aber ist erstaunlich wenig los.

Kurz vor Oberhof entdecken wir am Wegesrand ein Hinweisschild zu einem Forsthaus. Ein unbefestigter Weg führt uns mitten in den Wald. Auf einer kleinen Lichtung steht, umgeben von alten Skiern als Zaun, die „Baude“, die zur Einkehr einlädt. Richtig romantisch ist es hier. Ein altes Ehepaar kommt mit einem Korb, voll mit Steinpilzen vorbei, am Waldesrand tauchen zwei Rehe auf und die Abendsonne taucht den Wald in mildes Licht. Fast schon ein wenig kitschig das Ganze.

Nach einem kurzen Fotostopp an der Sprungschanze von Oberhof treten wir den Heimweg an und erreichen Punkt 18 Uhr das Hotel. Ein kühles Bier auf der Terrasse beschließt diesen herrlichen Tag, dann gibt es Abendessen. Morgen müssen wir leider schon wieder nach Hause fahren.

Was für ein herrlicher Tag

TOURBERICHT THÜRINGER WALD
Samstag, 1. Oktober 2011 | 1. Tag

Ein langes Wochenende im Thüringer Wald soll die diesjährige Saison beschließen. Und weil wir diesmal am Samstag starten, haben wir den Teilnehmern angeboten, gemeinsam anzureisen. Ansonsten treffen wir uns immer gegen 16 Uhr im Hotel.

Diesmal ging es schon um 10 Uhr morgens los; Treffpunkt war das ADAC-Trainingsgelände in Gründau-Lieblos. Dort warteten Kaffee und süße Stückchen auf alle – wohlgestärkt konnte es los gehen. Auf kleinen Nebenstraßen ging es durch den Büdinger Wald und das Brachtal hoch zur Wasserkuppe. So manche Baustelle ließ uns ein paar ungeplante Extra-Runden drehen, bevor wir den Berg der Segelflieger erreichen konnten.

Ein kurzer Foto-Stopp an der Fuldaquelle, dann war auch schon Schlitzenhausen nahe Tann erreicht. Im „Lämmchen“ machten wir Mittag und ließen uns auf der sonnigen Terrasse, umgeben von bunten Blumen, lukullisch verwöhnen.

Fast unbemerkt überquerten wir wenig später die ehemalige Grenze zur einstigen DDR, an die nur noch ein großes Hinweisschild erinnerte. In Schmalkalden dann eine Großbaustelle. Kein Durchkommen in der Ortsmitte. Um zur kleinen kurvenreichen Straße nach Trusetal zu kommen, müssen wir einen holperigen Abstecher über den Busbahnhof nehmen. Der Umweg lohnt sich, die nun folgenden acht Kilometer sind einfach die Wucht!

In Botterode nehmen wir noch einmal Anlauf und fahren hoch zum Inselberg. Dann ist Tabarz erreicht. Das Navi lotst uns über holprige Straßen zum
Hotel; gegen 16:30 Uhr sind wir da. Schnell einchecken und die Koffer aufs Zimmer bringen; die meisten wollen noch eine Runde fahren.

Gegen 17 Uhr laufen die Motoren wieder. Friedrichsroda, Kleinschmalkalden, Ruhla und Bad Liebenstein sind die Eckpunkte der nun folgenden 80 kurvenreichen Kilometern.

Die Sonne steht schon sehr tief, so dass wir manchmal sehr verhalten ums Eck fahren müssen. Dann aber gibt es Passagen, die durch dichten Wald führen, in denen einfach alles passt – herrlich!

Unsere Motorräder werfen lange Schatten auf den Asphalt, immer wieder bieten sich endlose Blicke in die Ferne, das Laub an den Bäumen strahlt in allen Farben – wir haben einen tollen Herbsttag erwischt.

So langsam zieht die Dämmerung auf und es wird merklich kühler. Bald schon ist Tabarz erreicht. Schnell noch mal tanken, dann gönnen wir uns ein Feierabendbier auf der Terrasse. Die Küche verwöhnt uns mit einem reichhaltigen Buffett – dieser Tag war einfach toll.

Morgen wollen wir auf kleinen Straßen Richtung Schiefergebirge fahren. Der Wetterbericht verspricht weiterhin Sonnenschein.

Goldener Oktober im Thüringer Wald

Was für eine herrliche Wettervorhersage für das vor uns liegende Wochenende. Sonne satt versprechen die Meteorologen – hoffen wir, dass es auch so wird wie vorhergesagt.

Wir starten am Samstag zu unserem Saison-Abschlusswochenende und fahren in den Thüringer Wald. Los geht´s am Samstagmorgen beim ADAC in Gründau. Noch einem kleinen Kaffee an der Trainingsanlage ist zunächst Tann in der Rhön das Ziel. Da wollen wir zu Mittag essen. Auf Nebenwegen fahren wir dann nach Tabarz und werden dort noch eine kleine Runde drehen.

Am Samstag steht eine Tagestour quer durch den Thüringer Wald auf dem Programm, am Montag wollen wir gemeinsam bis Geisa fahren. Ganz in der Nähe liegt „Point Alpha“ – hier standen sich einst Russen und Amerikaner in Sichtweite gegenüber.

21 Motorradfahrer werden dabei sein, mit den beiden Tourguides und den Sozia zählen wir insgesamt 27 Personen, die mit uns zur Saisonabschlusstour aufbrechen. Wir bestimmt ein ganz tolles, langes Wochenende!

Das Ende der Testfahrten

Heute habe ich die Triumph zurück nach Rosbach gebracht und dabei die Gelegenheit genutzt, den quirligen Dreizylinder selber noch mal ausgiebig Probe zu fahren. Das hat – ehrlich gesagt – riesigen Spaß gemacht.

Es ist schon beeindruckend, über welch ein gewaltiges Drehzahlband der gut 100 PS starke Motor seine Leistung abgibt. In der Stadt lässt sich die Maschine bei gut 2000 Umdrehungen im fünften Gang völlig ruckfrei hochbeschleunigen, auch auf der Landstraße ist in allen Gängen immer ausreichend Power vorhanden. Die Sitzposition ist angenehmen, die Kröpfung des Lenkers eigentlich auch. Nur beim Fahren im Stehen wird die Körperhaltung für Menschen mit meiner Größe etwas mühsam; wer gut 2 Meter misst, für den lassen sich die Klemmblöcke einfach umdrehen und dann passt es wieder, meinte dazu eine Triumph-Mitarbeiter.

Das kleine durchsichtige Windschild bietet ausreichend Schutz, auch bei schneller Fahrt. Lästig ist ein wenig, dass der Motor ordentlich Hitze abstrahlt. Die Federung ist etwas straff, was ich nicht als unangenehm empfinde. Das Einlenkverhalten wirkt ein wenig störrisch, da geht mein alte Boxer etwas leichter ums Eck, wenngleich das Fahrwerk der Triumph insgesamt um Längen besser ist.

Das Koffersystem kann auf den ersten Blick nicht überzeugen. Die mächtigen Plastikboxen wirken recht klobig und bieten auf der Auspuffseite gerademal Platz für einen Kulturbeutel und ein Handtuch. Zudem ist die „schwingende“ Aufhängung wenig vertrauenserweckend, soll aber auch für die schnelle Hatz auf der Autobahn taugen. Dafür gibt es Hecktaschen und Tankrucksäcke, die nicht nur hübsch ausschauen sondern auch viel Platz bieten.

Insgesamt hat die XC 800 von Triumph zu überzeugen gewusst. Alle „Testfahrer“ waren begeistert, die eingeschworenen Boxerfans nahmen lediglich Anstoß am wartungsintensiven Kettenantrieb. Wenn nicht schon zwei Ersatzmotorräder in der heimischen Garage stehen würden, wäre diese Triumph durchaus eine Sünde wert. Und gut aussehen tut sie auch noch.

Es geht wieder nach Hause

TOURBERICHT LAGO DI GARDA
Samstag, 24. September 2011 | 7. Tag

Es geht wieder nach Hause. Viel zu schnell ist die Woche zu Ende gegangen. Noch einmal genießen wir das Frühstück mit fantastischer Aussicht auf den Lago di Garda, bevor die Ersten die Motoren starten.

Manfred sowie Uli und Klaus-Dieter wollen durchfahren. In Italien ein Stück Autobahn, dann auf die alte Brennerstraße und über den Fernpass nach Deutschland. Thomas überlegt, vielleicht übers Timmelsjoch zu fahren. Die Wintersperre dort ist wieder aufgehoben. Stefan wird mit einem kleinen Grüppchen auf Nebenstraßen Richtung Österreich fahren und dort noch eine Zwischenübernachtung einlegen. Und der Rest setzt sich ins Auto und fährt einfach los.

Um kurz nach 9 Uhr ist das Parkplatz fast leer. Platz genug, um den 6 Meter langen Ducato auf der steilen Anfahrt zu wenden. Bis Rovereto schiebt sich eine lange Kolonne Richtung Autobahn. Dann ist die Strecke relativ frei, wenngleich sich die A 22 Richtung Norden zusehends mit Autos, Lastwagen und Wohnmobilen füllt. Eigentlich wollte ich erst in Sterzing abfahren, aber nachdem im Radio ein Stau schon bei Bozen gemeldet wird – und die Landstraße, auf die man immer wieder einen Blick werfen kann, relativ leer scheint -, biege ich schon in Chiusa von der Autobahn ab und fahren gemütlich Richtung Brenner.

Auf der Nordrampe liegen tatsächlich noch Reste von Schnee. Vor einer Woche soll es hier einen Tag lang kein Durchkommen mehr gegeben haben. Jetzt scheint die Sonne und der Verkehr hält sich in Grenzen. In Innsbruck Süd geht es wieder auf die Autobahn und dann über die A8 nach Hause. Von Staus werde ich glücklicherweise verschont, so dass ich nach zehn Stunden Fahrt daheim bin.

Schön war sie die Woche am Gardasee. Erlebnisreich und voll an imposanten Eindrücken. Es hat – wieder einmal – Spaß gemacht, mit einer Gruppe netter Motorradfahrer auf kurvenreichen Strecken unterwegs zu sein und unterwegs immer wieder mal Pause zu machen.

Am nächsten Wochenende gehts noch mal in den Thüringer Wald; dann allerdings ohne Testmotorrad. Irgendwie schade.

Noch einmal ordentlich Kurven fahren

TOURBERICHT LAGO DI GARDA
Freitag, 23. September 2011 | 6. Tag

Zum letzten Mal in dieser Woche brechen wir zu einer Motorradtour am Gardasee auf. Wieder scheint die Sonne, wenngleich es des morgens ein wenig diesig geworden ist. Nicht weiter schlimm, so sind die Temperaturen wenigstens noch im angenehmen Bereich.

Wieder geht es nach Norden, Richtung Arco und wieder fahren wir zunächst auf der Schattenseite der beeindruckenden Bergmassive, die sich wie gewaltige Querriegel vor den Lago di Garda geschoben haben. Bei Deno geht es rechts ab, den Monte Bondone hinauf. Auf gut 1600 Meter schraubt sich das gut ausgebaute Sträßchen, um sich dann in vielen Kurven und Kehren wieder ins Tal zu stürzen – nicht ohne einen kurzen Fotostopp am „Gipfelparkplatz“.

In Trento wird´s – wie immer – ein wenig knifflig: viel Verkehr, zahlreiche Kreisel, ambitioniert fahrende Italiener und viel zu kurze Beschleunigungsspuren, rauf zur Schnellstraße, fordern die volle Konzentration. Noch vor Lavis biegen wir rechts ab und hoffen darauf, nahe des schon weithin sichtbaren Kirchturms von Meano eine kleine Bar zu finden. Die finden wir denn auch, so dass ein kurzer Kaffeestopp fast schon obligatorisch ist.

Auf kurvenreicher Strecke geht es durchs Valle Pine, vorbei an zwei herrlich gelegenen Bergseen. Dann erreichen wir mit dem Val dei Mocheni eine deutsche Sprachinsel mitten im Tessin. Eine deutsche Minderheit siedelte sich hier im Mittelalter an, um in den Bergen nach Gold und Quarz zu suchen. Angeblich lehnen die Menschen im „Fersental“ noch heute den technischen Fortschritt ab.

In Pergine erreichen wir das Valsugana und setzen gleich den Blinker links, um auf einer ganz schmalen, dafür aber um so kurvenreicheren Straße nach Vetriolo Terme zu fahren. Kaum haben wir das Hochplateau erreicht, fahren wir direkt auf ein kleines Restaurant mit sonnendurchfluteter Terrasse zu. Genau der richtige Platz für unsere Mittagsrast.

Nach einer ordentliche Portion Spaghetti bolognese und leckerem gelato con lamponi caldi zum Nachtisch (Eis mit heißen Himbeeren) stehen wir gut 50 Kilometer später auf dem 2047 Meter hohen Passo Manghen und genießen die Aussicht. Die dunklen Wolken, die uns bei der Anfahrt ein wenig erschreckt hatten, haben sich verzogen, so dass wir den Aufenthalt unterm Gipfelkreuz richtig genießen können.

Jetzt geht es zurück nach Trento. 112 Kilometer zeigt das GPS noch bis zum Hotel an. Bei Vezzano wird es Zeit für die letzte Kaffeepause. Wir sitzen am Marktplatz und beobachten das muntere Treiben. Die Schule ist gerade aus und viele Kinder warten auf den Bus nach Hause. Da ist ganu schön was los. Uns gegenüber entdecken wir einen Alimantari und nutzen die Gelegenheit, noch etwas leckere italienische Salami mit nach Hause zu nehmen.

Eine halbe Stunde später sind wir im Hotel. Jetzt werden die Motorräder verladen, sind doch nicht alle auf „eigener Achse“ sondern teilweise mit Auto und Hänger angereist. Bei gut 750 Kilometer Wegstrecke von Frankfurt bis nach Nago Torbole keine schlechte Variante.

Testfahrt:

Auch die Triumph wird im Begleitbus verzurrt. Heute war Klaus-Dieter mit dem quirligen Dreizylinder unterwegs. Der ließ sich doch ein wenig agiler fahren als die Yamaha Bulldog, mit der er ansonsten unterwegs ist. Vor allem musste in engen Kehren nicht mit schleifender Kupplung gezaubert werden, um um die Ecken zu kommen – die 800er lässt sich fahren wie ein Fahrrad. Fällt allerdings beim Wenden auf schmaler Straße auch schon mal um. Ein paar Kratzer am Sturzbügel trüben den positiven Eindruck, werden aber letztlich unter Erfahrungswerte abgebucht. Abgebrochen oder verbogen ist nichts; allein das ist schon gut.

Ingesamt haben alle „Testfahrer“ ein mehr als positives Fazit gezogen. Mit der XC 800 scheint Triumph ein guter Wurf gelungen. Alle waren begeistert; zwei der Teilnehmer werden in Bälde wohl den Dreizylinder in der Garage stehen haben. Alle anderen hat eigentlich nur die Kette „gestört“, die konstruktionsbedingt aber auch beim Konkurrenzmodell F 800 von BMW zu finden ist.

Leider konnten aus Zeitgründen nicht alle Interessenten mit der Triumph fahren – vielleicht sollten wir im nächsten Jahr mal ein Testwochenende im Taunus anbieten? Was haltet Ihr davon?

Zum Kaiserjägersteig und nach Asiago

TOURBERICHT LAGO DI GARDA
Donnerstag, 22. September 2011 | 5. Tag

Wieder liegt ein toller Tourentag hinter uns – leider schon der vorletzte in dieser Woche, die den Gardasee zum Ziel hatte. Diesmal sollte der Kaiserjägersteig bei Caldonazzo und die Hocheben von Asiago das Ziel sein.

Zunächst ging es talwärts Richtung Arco, um schon recht bald zum Monte Velo abzuzweigen. Die kleine, kurvenreiche, schmale Straße waren wir vor zwei Tagen des abends schon einmal herunter gefahren, jetzt nahmen wir sie bergauf unter die Räder. Bis Ronzo folgten wir dem schmalen Ashaltband, dann ging es rechts ab in Richtung Valle San Felice. Hier setzten wir den Blinker links und fuhren über eine stellenweise nur handtuchbreite Straße, die sich gelegentlich mit fast 20 Prozent ins Tal stürzte über das Valle di Cei nach Aldeno.

In Nomi legten wir eine kleine Kaffeepause ein, um uns anschließend über den Passo di Sommo Richtung Caldonazzo vorzuarbeiten. Dann war der Kaiserjägersteig erreicht, der zuvor schon rechter Hand im Fels zu erahnen war. Bislang ein fahrerisches Highlight, das aufgrund der schmalen Trassenführung fahrerisch nicht ganz einfach zu bewältigen war, kam uns der einst, als Versorgungsweg von den Kaiserjägern in den Fels geschlagene Weg fast wie eine Autobahn vor. Nach all den vielen kleinen Straßen, die wir in den vergangenen Tagen gefahren waren, war diese Verbindungsetappe Richtung Passo di Vézenna ein Klacks.

Die folgenden 20 Kilometer gut ausgebauter Wegstrecke Richtung Asiago waren schnell bewältigt; Zeit für eine Mittagspause. In Asiago selbst fanden wir eine nettes Lokal, in dem Bruscetta in zahlreichen Varianten angeboten wurden – genau das richtige für uns.

Bevor wir so langsam den Heimweg antraten, fuhren wir kurz noch zur beeindruckenden Gedenkstätte für die Gefallenen der Kriege, um uns nur wenige Kilometer später über 19 durchnummerierte Serpentinen ins Tal zu stürzen. Auf einem verschwiegenen, halb zugewachsenen kleinen (Forst-)Weg ging es kurz darauf wieder bergan. Ein paar Radfahrer fühlen sich von uns belästigt und machen die Ellenbogen breit. Lutz hat so seine liebe Mühe, die Radler auf schmaler Trasse zu überholen. Um Verständnis bittend ruft er ihnen zu: „Sorry, this is a guided tour, I have to follow the duce“. Das wirkt – und schon ist der Weg frei.

Nach einem Fotostopp an einer kleinen Kapelle in den Bergen führte uns die Fahrt immer Richtung Westen. So manchen unbefestigten Weg links und rechts der Straße hatten wir vor Jahren noch mit den Enduros unter die Stollenreifen genommen – mittlerweile gilt auf diesen Strecken ein Fahrverbot sogar für Radfahrer! So ändern sich die Zeiten.

Irgendwie gehört noch ein leckeres Eis zum gelungenes Abschluss des heutigen Tages. Und weil uns die Route eh durch Rovereto führte, suchten und fanden wir unser Glück in der Nähe der Post. Ein riesiger Eisbecher mit Waldfrüchten, dazu ein kleiner Kaffee, rechts – auf der Straße – donnerten die Rollerfahrer an uns vorbei, links – auf dem Bürgersteig – flanierten hübsche Italienerinnen; dolce vita vom Feinsten, sozusagen.

Nachdem wir die wohlverdiente Pause ausgiebig genossen hatten, ging es auf direktem Weg zurück zum Hotel. Noch ein Tankstopp in Nago und dann ein kühles Bier auf der Terrasse – mit herrlichen Blick auf dem Lago di Garda -, so ging ein toller Tag zu Ende.

Testfahrt:

Die Triumph ist heute gleich zweimal bewegt worden: von Stefan, der vor dem Frühstück eine Stunde lang Richtung Monte Baldo unterwegs war, und von Harald, der im Anschluss die Tagestour damit fuhr. Beide zeigten sich begeistert, wenngleich Stefan den Benzinverbrauch mit gut 6 Litern auf 100 Kilometer als zu hoch kritisierte.

Harald bemängelte die etwas zu sportliche Sitzposition und die Bremsen, die bei seiner 1200er GS doch deutlich bissiger seien. Insgesamt aber war er von der XC 800 überzeugt. Er sei noch nie so entspannt auf so kleinen, kurvigen Straßen unterwegs gewesen, wie heute, meinte er und überlegt schon, die MV Augusta Brutale, die noch zu Hause steht, gegen den Dreizylinder einzutauschen. Zwar sei die Triumph nicht unbedingt soziatauglich, aber für das Fahren zu zweit bliebe ja die GS in der Garage.